MOVING NOISES II COMPILATION

Posted in MOVING NOISES FESTIVAL, ontheroad, Release on February 14th, 2015 by D.K.

Das zweite Moving Noises Festival steht in einer Wochen an. Als kleinen Appetithappen haben Midira Records die zweite Festival begleitende Compilation veröffentlicht. Genau wie bei der ersten Compilation haben alle Künstler des Festivals einen bisher unveröffentlichten Track oder eine neue Live Version eines bekannten Tracks beigesteuert.

Die Compilation gibt es auf Bandcamp zum Selbstentscheidenwievieleuchdaswertist-Preis.

Hier ist unser Track für Track Eindruck:

Dirk Serries – Microphonics XXVI Deconstruction Faith

Serries steuert einen neuen Track seiner Microphonics Reihe bei und überrascht hier mit einem sehr minimalistischen Track, der von einem Dronesynthieteppich getragen wird. Ein massiver Opener, der mehr als nur die Ohren freispült.

RM 74 – Let Go Of The Earth

Reto Mäders Soloprojekt ist im Vergleich zu Sum Of R und Ural Umbo sehr viel intimer. Dieser neue Track, begleitet von einer Pianistin, ist ein Beispiel für die intime und fragile Atmosphäre der RM 74 Welt. Laut oder leise gehört, ein absolutes Gänsehauterlebnis.

Piiptsjilling – Rein

Langsam sich steigernde Ambientflächen eröffnen den Track. Im Moment, in dem man sich komplett auf den Sound eingelassen hat, kommen die friesischen Vocals hinzu. Gruselig und zutraulich zugleich.

Mohammad – Vildblomma (Live)

Die drei Athener wissen was es heißt, Basssounds zu erzeugen. Man spürt, wie die Cellobögen über die Saiten gleiten und zerstörerisch durch die Lautsprecher auf einen zurollen. Weder Klassik, noch Drone, aber doch irgendwie. Einfach genial.

Silver Graves – Urquell

Die zwei Berliner fallen etwas aus dem Rahmen und überraschen mit einer Noisefläche, durch die eine Surfrockgitarre versucht, sich ihren Weg zu bahnen. Zunächst denkt man, es passe nicht zusammen, doch nach einigen Hörmomenten spielt sich alles ein und man möchte mehr hören.

Tape Measure Kid – Fissure (Live)

Jim Campbell und N sind ein ungleiches Paar. N mag seine noisige Gitarre, Jim seine blinkenden Regler. Keine Ahnung wie die beiden zusammengefunden haben, aber was die beiden zusammenschmelzen lassen ist eine perfekte Noisewand aus Elektronik und Gitarrensounds. Zurecht hat das Rock-A-Rolla Magazin den Vergleich mit Herrn Tim Hecker gezogen.

Nadja – Icelight (Live)

“Icelight” stammt von der gemeinsamen Platte mit Vampilla. Hier in der aktuellsten „Nadja Alleine Live Version“, aufgenommen im Dezember 2014. Ein episches Doomstück, das in 22 Minuten alles niederdröhnt, was sich ihm in den Weg stellt.

Machinefabriek – Op

Den Abschluss macht das wunderschön introvertierte “Op”. Einfach laufen lassen, Augen schließen, auf sich wirken lassen. Ein Muss für jeden Rutger Zuydervelt Fan. Ein Muss für jeden, der minimalistische Musik schätzt.

Übrigens gibt es im Midira Shop noch Restbestände der ersten Moving Noises Compilation, die auf CD bei Midira Records erschienen ist. Unter anderem mit Tracks von Aidan Baker, Svarte Greiner, Fabio Orsi, N, Duane Pitre und thisquietarmy.

Sichert euch die günstigen Vorverkaufstickets für das nächste Moving Noises Festival am 21. Februar 2015. Es lohnt sich.

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FINALES LINE-UP FÜR DAS MOVING NOISES FESTIVAL 2015

Posted in MOVING NOISES FESTIVAL, ontheroad on December 26th, 2014 by D.K.

Das Line-Up für das Moving Noises Festival 2015 steht fest. In genau zwei Monaten, am 21. Februar 2015, versammeln sich zum zweiten Mal Musiker aus Europa und Nordamerika, um die Christuskirche Bochum mit experimentellen Sounds zu beschallen.

Nadja (Kanada)

Dieses Duo dürfte jedem Leser dieses Magazins bekannt sein. Es ist der zweite Auftritt von Nadja in der Christuskirche Bochum. Fans der Doomdroneduos können sich auf ein weiteres spezielles Set freuen.

Machinefabriek (Niederlande)

Rutger Zuydervelt alias Machinefabriek ist seit Jahren einer der umtriebensten Elektronikkünstler Europas. Dabei ist er auf keinen bestimmten Stil festgelegt. Ambient, Drone, Minimal, Elecronic und viele andere experimentelle Stile gehören zu seinem Repertoire. Sogar Klanginstallationen für Museen gehören dazu. Was er in der Kirche zaubern wird, bleibt ein Geheimnis.

Dirk Serries (Belgien)

Der einzige Wiederholungstäter, der auch beim ersten Festival vertreten war, wird dieses Mal eine neue Facette seines Echtnamenprojektes zeigen. In den letzten Monaten gab es verschiedene Veröffentlichungen mit Neuinterpretationen seiner alten VidnaObmana Stücke und im kommenden Jahr veröffentlichen die lieben Leute bei Consouling Sounds das nächste Microphonics Minialbum. Wer weiß, was daraus im Liveset landet.

Mohammad (Griechenland)

Drei der aktivsten griechischen Experimentalmusiker haben sich vor einigen Jahren zu Mohammad vereint. Wer jetzt an orientalische Klänge mit Bouzouki-Touch denkt, liegt vollkommen falsch. Das Athener Trio schafft Soundwelten, die mit zwei Cellos und Elektronik erzeugt werden. Düster, tief, bedrohlich aber auch warm und vertrauenserweckend klingen die Drone-Klassik-Stücke. Das letztjährige Album “Som Sankrifis” (PAN) hat es nicht umsonst in die wichtigsten Jahrespolls 2013 geschafft.

Tape Measure Kid (USA/Deutschland)

Dieses Duo besteht aus Jim Campbell an den Reglern und N an der Gitarre. N ist schon einige Male in der Christuskirche Bochum aufgetreten, zuletzt beim ersten Moving Noises mit seinem Doom-Trio-Projekt N + [ B O L T ]. Dieses Mal geht es in die elektronische Richtung. Denn das, was die beiden Musiker machen, ist von der Presse zu Recht mit Tim Hecker verglichen worden. Bisher sind zwei Zwillingsalben auf Denovali erschienen.

Piiptsjilling (Benelux)

Dieses kleine All-Star-Projekt mit Rutger Zuydervelt (Machinefabriek), den Kleefstra Brüdern (Alvaret Ensemble) und Mariska Baars (Soccer Committee) taucht in unbekannte Welten ab und übersetzt diese mit minimalistischen Gitarren- und Elektroniksounds, gepaart mit einem Sprechgesang in einem fast ausgestorbenen nordniederländischen Friesisch. Wie ein unheimliches, unzensiertes Grimmmärchen mit musikalischer Untermalung.

Silver Graves (Deutschland)

Letztes Jahr waren Nightheart als Ex-Kodiak Projekt vertreten, 2015 folgt nun der dritte Mann im Bunde und präsentiert sein Berliner-Duo Silver Graves. Eine Melange aus Noise und Surfrock oder so. Egal was, egal wie, dieses Duo kommt mit einer Coolness daher, wie kein anderer Act des Festivals.

RM 74 (Schweiz)

Reto Mäder, bekannt aus den Projekten Sum Of R und Ural Umbo (Utech Records), geht mit RM 74 den introvertierteren Ideen seines musikalischen Schaffens nach. Drei Alben sind bisher erschienen. Alle von Grund auf unterschiedlich, ohne sich aber stilistisch von der Grundstimmung her zu unterscheiden. Fragil und wuchtig zugleich. Für die Christuskirche gibt es ein spezielles Set.

Im Januar wird Midira Records eine kostenlose Compilation veröffentlichen, auf der bisher unveröffentlichte Tracks der Festival-Acts vertreten sein werden.

Festivaltickets gibt es für 25 Euro hier…

Übrigens: Auch dieses Mal ist es wieder ein Festival von Fans für Fans.

Mehr Infos gibt es auf movingnoises.com

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ELEKTRO GUZZI

Posted in Aktuell, ontheroad, Video on December 21st, 2014 by D.K.

Das österreichische Trio Elektro Guzzi ist uns erstmals im TV aufgefallen, als das Video zu “Pentagonia” auf einem guten Musiksender lief.

Schaut euch das Video an und entscheidet selbst, ob das cool ist was die Jungs da mit ihren Instrumenten machen.

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Wer nach den Weihnachtsfeiertagen Lust auf ein gutes Konzert hat, der sollte unbedingt zum einzigen Deutschlandkonzert der aktuellen Elektro Guzzi Tour kommen. Im Rahmen der Urban Urtyp Reihe, werden die drei Musiker im Kubus der Christuskirche Bochum spielen. Kommenden Sonntag um 19 Uhr für 10 Euro.

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OLD MAN GLOOM STIFTEN UNRUHE

Posted in Release on December 14th, 2014 by D.K.

Ja, das tun die Herrschaften. Old Man Gloom und ihr “The Ape Of God” Album sind in aller Munde und selbst die großen Magazine listen diese Veröffentlichung ganz hoch.

Schön zu sehen, dass die alten Promotionstricks in dieser modernen schnelllebigen Promowelt immer noch funktionieren. Denn die Band hat dieses Album gleich in mehrfacher Ausführung auf die Menschheit losgelassen. Promoversion nicht gleich Albumversion nicht gleich Albumversion. Schön irritierend.

Abgesehen vom Affengetrubel um diese Promoaktion, haben Old Man Gloom mal wieder Songs geschrieben, die sich vieler Stile bedienen. Noise, Ambient, Sludge, Doom, Punk und weiß Affengott was noch, sind hier vermengt zu einem Album (ehm… zu zwei Alben) das sich hören lassen kann.

Natürlich macht die eine Version ohne die Andere keinen Sinn. Version 1 (8 Tracks) konzentriert sich mehr auf die kürzeren Stücke, Version 2 (4 Tracks) glänzt vor allem wegen dem epischen “Arrows To Our Hearts”. Mehr Worte bedarf es zu dieser Platte nicht. Hört sie euch einfach an und entscheidet selbst.

Profound Lore und Sige Records haben sich für diese Veröffentlichung zusammengetan. Wer das Artwork von Aaron Turner richtig wirken lassen möchte, muss sich unbedingt die Vinylversion zulegen.

 

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GÜNTER SCHICKERT & PHAROAH CROMIUM – OXTLR

Posted in Release on December 14th, 2014 by M F

Günter Schickert ist einer von diesen Außenseitern der deutschen Musik, der immer sein Ding gemacht hat, doch erst jetzt, mit 65 Jahren, langsam wahrgenommen wird. Als Gitarrist nahm er zu Beginn der siebziger Jahre seine Stücke mit zwei Tonbandgeräten in seinem Schlafzimmer auf und veröffentlichte damals zwei Alben. Eine Band, in der er damals spielte, zerbrach, bevor sie ins Studio gehen konnten. Schließlich führten seine immensen Erfahrungen, die er mit der Aufnahme seiner eigenen Musik gemacht hatte, zu einer Existenz als viel gefragter Tonmensch und Produzent, der mehr im Verborgenen arbeitete.

Doch in den vergangenen Jahren werden seine alten Platten wieder veröffentlicht und er gerät mehr und mehr ins Rampenlicht. Schickert sagt selber, er schaue nicht zurück, sondern will Neues machen, Neues erkunden. So auch mit OXTLR, ein CD-Doppelalbum, das er allein unter der Mitwirkung von Pharoah Chromium eingespielt hat.

Seine gewaltige Erfahrung als Klangtüftler an der Gitarre ist diesem Album anzumerken. Doch sind die minimalistischen Gitarrenfiguren, über die er in den siebziger Jahren improvisierte, verschwunden, und verschachtelte Walls-of-Noises stehen im Vordergrund. Trotzdem, hier wird nicht gefriemelt bis die Finger bluten, sondern improvisiert, sich selber zugehört, verändert, und ergänzt, reduziert, bis ein zarter Glanz zum Vorschein kommt. Das Brachiale liegt ihm nicht. Schickert ist Klangbastler, dem es auf Fassetten ankommt in den dichten Strukturen, die er mit seiner elektrischen Gitarre aufbaut. Nicht selten klingt OXTLR wie Hubschraubergeräusche, die von weit her übers Meer heran wehen und die Weite des Meeres noch weiter erscheinen lässt.

Das Album ist bei Grautag Records erschienen.

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MOVING NOISES FESTIVAL 2015

Posted in MOVING NOISES FESTIVAL on November 23rd, 2014 by D.K.

Es ist soweit, das zweite Moving Noises Festival steht vor der Tür. Nur noch Weihnachten, Neujahr und Karneval feiern und dann öffnet die Christuskirche Bochum wieder einen Tag lang ihre Pforten, um Ambient- Drone- Noise- und Doomsounds durch den Kirchenraum wandeln zu lassen.

Das derzeitige Line-Up bietet, wie schon beim ersten Mal, eine Mischung diverser experimenteller Stile aus aller Welt.

Nadja (Kanada)
Mohammad (Griechenland)
Dirk Ser­ries (Bel­gien)
Piipts­jil­ling (Bene­lux)
Machine­fa­briek (Nie­der­lande)
RM74 (Schweiz)
Tape Mea­sure Kid (Deutschland/USA)
Sil­ver Gra­ves (Deutschland)

Tickets gibt es schon im Vorverkauf für 25 Euro plus Gebühren.

Mehr Infos findet ihr auf movingnoises.com

 

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JAKOB – SINES

Posted in Release on November 9th, 2014 by D.K.

Jetzt hat es fast ein Jahrzehnt gedauert bis die drei Neuseeländer von Jakob ihr neues Album veröffentlicht haben. Aber es gibt Bands, da lohnt sich das Warten, so auch hier. “Sines” nennt sich das neue Schmuckstück.

Jakob erfinden das Rad des instrumentalen emotionalen Rocks nicht neu und das ist ganz wichtig, denn der Versuch dies zu tun ist schon so mancher Postrockband zum Verhängnis geworden. Die Hauptrezeptur aus massiven Drumsounds, verzerrtem Bass und der typischen lautleise Gitarre mit Wahwahmomenten, haben Jakob beibehalten und setzen genau da an, wo sie vor acht Jahren aufgehört haben.

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Überraschungen gibt es trotzdem, so wie bei “Emergent”, wo die Saiteninstrumente im Einklang mit Cellosounds in melancholischen Wellenbewegungen sowas wie einen Modern Classic Ambient Ohrwurm produzieren. Auch der introvertierte Titeltrack, der nicht aus sich kommen mag und deshalb so magisch bleibt, überrascht als Albumabschluss.

The Mylene Sheath haben “Sines” als CD und LP im Repertoire. Wer kein Hartformat mag, kann auch direkt auf der bandeigenen Bandcamp Seite das digitale Format seiner Wahl runterladen (was wir für alle Freunde anderer kommerzieller Downloadplattformen an dieser Stelle, mit einem Augenzwinkern, betonen wollen).

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ANDREA BELFIS STILLLEBEN

Posted in Musik on November 2nd, 2014 by D.K.

“Natura Morta” nennt sich das neue Album von Andrea Belfi, das diese Woche auf Miasmah erscheint. Eine altrosafarbene Hülle (CD/LP) trägt einen dunklen Siebdruck, eine Fotografie von geschnittenen liegenden Blumen, Stillleben oder wie der italienische Begriff es treffender umschreibt “Tote Natur”.

Musikalisch gesehen klingt das Album alles andere als nach toter Natur oder Stillleben. Belfis Hauptwerkzeug, die Drums, kommt hier zur vollen Geltung. Im Gegnesatz zum Vorgängeralbum, auf dem es um das Verfremden von auf den Drums entstandenen Sounds ging, setzt Belfi hier auf cleane direkte Drumsounds. Kompletiert werden die Songs durch sehr akzentuierte Elektronik, die im Prinzip nur das Drumspiel unterlegt. Das Album ist unterteilt in sechs Tracks, klingt aber wie aus einem Guss. Referenzen gibt es sicherlich viele, aber am besten hört man sich die Platte einfach nur an und lässt sie wirken ohne, gleich Vergleiche zu anderen Minimalmusikern zu ziehen. Richtig einordnen lässt sich die Platte eh nicht.

Die Aufnahmen zum Album sind im EMS Studio in Stockholm, im ZKM Museum in Karlsruhe und im Berliner Funkhaus entstanden. Das Mastern hat, wie bei so vielen Miasmah Platten, Nils Frahm übernommen. Ihr könnt die Platte direkt über das Schwesterlabel Sonic Pieces beziehen. Ob CD oder LP? Sieht beides geil aus und kostet gleich viel (bzw. wenig). Eure Wahl.

 

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MAMIFFER – STATU NASCENDI

Posted in Release on October 26th, 2014 by D.K.

Mamiffer melden sich mit “Statu Nascendi” (Geburtszustand) zurück und liefern den Nachfolger zum 2011er “Mare Decendrii”. Das Lineup der Platte besteht nur aus den beiden Hauptakteuren Faith Coloccia und Aaron Turner, produziert wurde das Ganze von Randall Dunn, der bereits die Regler für Earth und Sunn O))) im Studio drehen durfte.

Die minimalistische Bandbesetzung bestehend aus der Bandgründerin und ihrem Gatten zeichnet sich auch in der musikalischen Ausgestaltung der Platte aus. Wo vorher groß komponiert wurde und epochale Werke entstanden, scheint hier alles spontaner und improvisierter festgehalten zu sein. Allein das Artwork, das auch von Faith Coloccia stammt, unterscheidet sich stark von den bisherigen Motiven. Abstrakte Gemälde weichen für eine Fotografie.

Caelestis Partus

Eine warme Fläche von minimalistischen Sounds, begleitet  von Gitarre und Orgel, eröffnet den Song. Akzentuierte Percussion und der fragile Gesang von Coloccia vervollständigen den Opener. Nach fünf Minuten bleibt ein droniger Orgelsound und bereitet für die nächste Minute den Übergang zum kommenden Track.

Enantiodromia

Es geht weiter mit einem Duett aus dröhnender Orgel und verzerrter Gitarre, das in den ersten vier Minuten des viertelstündigen Tracks eine Basis legt, um dann fast zu verstummen, bevor auf ein Neues die Orgel lauter wird und die Gitarre mit massivem Hall massive Akzente setzt. Der Track ist umgeben von einer mystischen Aura, die sich auch in dem merkwürdigen Titel spiegelt, der soviel wie “Einzweiwege” heisst und eine Begrifflichkeit aus der griechischen Antike ist, die das Gegeneinanderwirken von Kräften umschreibt. Coloccias Vocals setzen ein und obwohl sie nicht viel singt, fällt es schwer zu verstehen was sie singt, was den Track noch mysteriöser wirken lässt. Turners Gitarre nimmt Fahrt auf und es kommt zu kleinen House Of Low Culture Momenten. Eine geladene Atmosphäre umgibt den Hörer. Gut und Böse. Laut und Leise. Enantiodromia halt.

Mercy

Da ist es endlich, wird wohl der Fan von Klavier getragenen Mamifferstücken denken, denn “Mercy” beginnt mit einer Klaviermelodie, die im Hintergrund von maltretierten Gitarrensaiten gestört wird, bis diese auch verstummen und ein intimer Moment entsteht, als nur das Klavier und die äußerst emotional hoch gesungenen Vocals von Coloccia bleiben. Dann setzt die Gitarre wieder ein. Verzerrt und raumeinnehmend.

Flower Of The Field

Der Abschlusstrack erinnert vom Gitarrenspiel stark an Jodis. Hier stampft die verzerrte Gitarre hallend durch den Track. Der eingängige Gesang gibt dem Titel eine Wiedererkennungsnote und macht ihn schon nach dem Ersthören zu einem Ohrwurm. Fliessend, stampfend, rhythmisch, melodisch, rauh, weich… Sehr gelungener Abschluss.

“Statu Nascendi” erscheint im November auf Vinyl via Sige Records und auf CD via Daymare Recordings.

Und ein Video gibt es auch schon:

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A NEW WAVE OF JAZZ

Posted in Label, Release on August 3rd, 2014 by D.K.

A New Wave Of Jazz, so nennt sich das nun zweite Unterlabel von Tonefloat, das unter der künstlerischen Leitung von Dirk Serries geführt wird. Abgesehen von der Frage, ob man noch ein Unterlabel benötigt, klingt das Ganze doch sehr interessant. Dirk Serries als Dronevater mit Hang zum Blues begibt sich in die Hände des Jazz.

New Wave Of Jazz ist mit zwei Veröffentlichungen gestartet. Auf der einen Seite Yodok III, auf der anderen Seite The Void Of Expansion, zwei 12inch Alben in exakt der gleichen Aufmachung. Grauer, matter Karton mit eingestanztem Labeldruck, ein schwarzer Aufkleber, der den Griff zur Platte versperrt und angerissen werden muss. Die Platte schwarz mit weißen Labels und Schreibmaschinendruck. Das soweit die Gemeinsamkeit der physischen Produkte. Auch das hörbare Produkt weist Gemeinsamkeiten auf, denn auf beiden Platten sind Dirk Serries und Tomas Järmyr vertreten.

Yodok III landet als erstes auf dem Plattenteller. Als Fortführung der beiden ersten Yodok Platten, werden hier Tomas Järmyr an den Drums und Kristoffer Lo an der Tuba durch Dirk Serries unterstützt, der die Einladung der beiden Künstler nicht ausschlagen konnte, ein gemeinsames Album aufzunehmen und gemeinsame Shows zu spielen. Die Platte beginnt überraschend Dirk Serries-lastig. Die Gitarre baut eine filigrane Wand aus Drones auf, so wie man es von Microphonics oder Fear Falls Burning gewohnt ist. Die Drums gesellen sich ebenfalls filigran dazu und erst nach 11 Minuten kann man die Tuba wahrnehmen. Dann geht alles sehr schnell, was das Zusammenspiel angeht. Die drei Instrumente winden sich, verwirbeln sich, gelegentliche Aufschreie einzelner Instrumente sind zu vernehmen, alles auf dem Weg zu einem Höhepunkt, der sich anmeldet, der der Spannung den Vortritt lässt, ein Höhepunkt, der schüchtern ist, ein Höhepunkt, der nie kommen wird, weil der Song nach 23 Minuten verstummt, ein Höhepunkt, der nie da war und trotzdem stattfindet.

The Void Of Expansion ist aus der Yodok III Vereinigung entstanden. Kein Nebenprodukt, sondern mehr eine logische Mutation. Gitarre und Drums mit einem Ziel, das wohl beiden Musikern bei Einspielung des Albums nicht bekannt war. Dort wo Yodok III musikalisch aufeinander zugehen, gehen hier die beiden Instrumente scheinbar ein Battle ein. Serries treibt aus seiner Gitarre die noisigsten Drones seiner Karriere hervor und Järmyr steht dem Ganzen in keinster Weise nach und trommelt scheinbar um sein Leben. Dass man hier automatisch an den haarigen lauten Typen aus der Puppensendung denken muss, ist vorprogrammiert.

 

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MINOT

Posted in Musik on August 3rd, 2014 by D.K.

“Equal / Opposite” nennt sich das Debüt des amerikanischen Trios, dessen Mitglieder aus verschiedenen Bands stammen (u.a. From Monument To Masses). Die Rede ist von Minot. Das Album ist als Co-Release von Mylene Sheath und Golden Antenna Records erschienen und weiß durch seinen intensiven instrumentalen Charme zu überzeugen.

Die drei Musiker an Bass, Gitarre und Drums geben hier viel, wenn nicht schon alles was sie geben können, um den Sound auf ein Maximum zu bringen, was die Dichte und Dynamik angeht. So einen Sound habe ich zuletzt in den Neunzigern gehört, als Grunge und Co angesagt waren. Man könnte jetzt weit ausholen und die Platte im Detail beschreiben, aber hört euch einfach den Opener “Allostatic Load” an, denn dieser rotzig-noisige Song umfasst die ganze Aura des Albums.

Wenn euch dieser Track gefällt, dann gibt es nur eine Option: Platte kaufen. Es lohnt sich.

Das Album ist hier erhältlich.

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TARA JANE O`NEIL

Posted in Release on August 3rd, 2014 by M F

Von ihren wilden, teils lärmigen Anfängen in Bands wie Rodan, Retsin und Sonora Pine hat sich Tara Jane O’Neil mittlerweile recht weit entfernt. Zwar hat sie keine Angst, ihre elektrische Gitarre auch mal in die Dissonanz driften zu lassen, doch widmet sie sich auf ihren eigenen Alben vor allem einer Erkundung der Stille. Als Songschreiberin arbeitet O’Neil gerne mit Lücken und Auslassungen, die sie melodisch zu feinen Gewebeskizzen verspinnt.

Nun also “Where Shine New Lights”. Auf ihren bisherigen Home-Recordings neigte die Multi-Instrumentalistin eher zu schwelgerischen Arrangements. Neuerdings arbeitet sie eher sparsam, beinahe karg, und vermeidet Überlängen. Gesang und Gitarre dominieren, doch im engen Zusammenspiel mit Geigen, Vibraphon, Perkussion oder elektrischem Klavier. Gerade die mehrfach übereinander gesungenen Gesangsspuren fallen auf. Nun hat TJO, wie sie sich selber gerne nennt, keine aufregende Gesangsstimme, doch kennt sie ihre Schwächen und weiß, durch Beifügung und Weglassung Atmosphäre entstehen zu lassen. Als ganzes wirkt dieses Album wie eine Reihe von Schattenzeichnungen von Bäumen in Wind.

“Where Shine New Lights” ist über Kranky erschienen.

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O (KREIS) UND DIE VERSTEINERTEN PFLANZEN

Posted in Release on June 10th, 2014 by D.K.

O haben nach einem sehr überzeugendem Demo vor einiger Zeit ihr Debüt “Black See Of Trees” veröffentlicht, das sich sehr an gängigen Post Rock Schemata orientiert hat. Jetzt steht der Nachfolger “When Plants Turn Into Stones” in den Plattenregalen und ist ganz anders als erwartet.

Der Opener “Entstanden im Schatten wie Wasser” ist ein sehr minimalistisches Stück. Mehr Ambient als alles andere was man bisher von O kannte. Es geht zurückgenommen weiter, im zweiten Stück kommen mehr greifbare Sounds hinzu, leider auch ein O-Ton von einem ständig schwatzenden Kind (muss man mögen, ich mag es nicht). “Lack Of Interest In Things They Used To Do” an dritter Stelle, ist der erste Song, der auch nach Band klingt, aber auch hier hält sich die Band diszipliniert zurück. Auch in “When Plants Turn Into Stones” und “Sometimes I Forget To Breathe” spielt die Band introvertiert und akzentuiert. Stilistisch entfernen sich O vom Post Rock, hin zu soundtrackähnlichen Kompositionen. “I Offer My Hands To The Shades” als Abschluss ist monumentaler und präsenter als alle anderen Tracks des Albums, bleibt aber dem Stil der Platte treu und nimmt sich genau an den Stellen zurück, an denen man einen noisigen Ausbruch erwarten würde.

Ein Album auf dem ein riesiges Aufgebot an Intstrumenten verwendet wird, das so minimalistisch klingt wie auf “When Plants Turn Into Stones”, ist ein Pflichtkauf für jeden der sich gerne Zeit nimmt fürs Musikhören.

Einkaufen könnt ihr bei Golden Antenna Records.

O live erleben ist übrigens auch eine feine Sache. Termin findet ihr hier…

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[ B O L T ] + EWALDT

Posted in Tapes on June 10th, 2014 by D.K.

[ B O L T ] haben sich in letzter Zeit auf die Kollaboration mit anderen Musikern konzentriert, was zu so einigen höhrenswerten Ergebnissen geführt hat. Eines ist das Kollaborationstape mit dem Elektrokünstler Ewaldt.

Ein Tape, zwei Bässe, Elektronik, drei Titel, 40 Minuten massiver Lauschangriff. Es geht seicht und zugänglich los, wie bei einem poppigen Jesu Track. Verzerrte flächige Basssounds und ein uninspirierter Beat. Wer aber diese paar Minuten durchhält (oder ein paar mehr), wird belohnt mit einem Track, der auf einmal beginnt zu atmen. Die Bässe klingen wie Orgeln und der Beat passt sich dem Saitensound an und bekommt eine eigene Note. Track II ist die Fortsetzung des Ersten (trennen muss man hier eigentlich nicht). Der Beat mutiert zu einer Art Soundsog, der alle Sounds anzieht, um sie im nächsten Moment wieder loszulassen. Genial. Track III gibt den Saiteninstrumenten Raum zur Entfaltung. Erst nach 10 Minuten kommt ein hörbarer Beat hinzu und die Elektronik klingt zunächst wie weiblicher Gesang (irritierend schön). Ab der dreizehnten Minute wird es wieder “jesu-ig”. Hier aber im Gengensatz zu den ersten Minuten des Tapes kriecht der Sound von Bass und tribalähnlichen Drums direkt ins Ohr und ins Unterbewusstsein. Es wird lauter und noisiger und noch lauter und noisiger. Gut so!

Ein Tape, das in keiner Sammlung fehlen darf, in der Drone, Noise und Elektronik nebeneinander steht.

Das Tape gibt es bei Wolves & Vibrancy Records.

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DIE FLAMME VON ERIK K SKODVIN

Posted in Release on June 9th, 2014 by D.K.

Erik K Sodvikn, eine Hälfte von Deaf Center und sonst Solo als Svarte Greiner unterwegs, lässt zum zweiten Mal alle Hüllen fallen und liefert nach “Flare”, dem ersten Album unter seinem echten Namen, jetzt den Nachfolger “Flame”.

Natürlich hat sich wie beim ersten Album das kleine Berliner Label Sonic Pieces dieser Veröffentlichung angenommen und der Musik ein passendes Drumherum verpasst. Kommen wir aber zunächst zum Hörbaren.

“Flame” vereint neun Stücke des Norwegers, die den Musiker von einer neuen Seite zeigen (oder gleich mehreren neuen Seiten). “Shining, Burning” lässt ein Klavier erklingen. Ein Klatsch-Takt kommt aus dem Hintergrund, Gitarrenfeedbacks bauen einen Soundnebel auf, Drumakzente kommen hinzu. So viele Instrumente hat man wohl noch nie gehört bei Herrn Skodvin. Und hat man sich eingegrooved entschwindet der Track auch wieder. “Moving Mistake” klingt nicht nur vom Titel negativ, sondern zieht die Stimmung auch direkt runter, wenn die lauten Drums einem entgegenpumpen und Saiteninstrumente im Hintergrund düstere Flächen aufbereiten. “Reflecting” mit seinem Klavierklimpern und den Streichersounds ist ähnlich düster, aber auch sehr offen zugleich. Bei “Flames” steht die Gitarre im Vordergrund. Ausnahmsweise mal nicht mit Effektgeräten und Werkzeugen bearbeitet. Eine Minute später wabert schon der nächste Track “Red Box Curves” durch die Boxen. Was hier alles wellenartig durch die Boxen gejagt wird ist eigentlich egal, es klingt betörend schön. Ein experimentelles rhythmisches Klangfest. “Corrin Den” wartet mit den Klarinettenklängen von Gareth Davies auf. Field Recordings im Hintergrund, wunderschön verstimmte Gitarrensaiten, bassige Drones, Drums. “Black & Bronze” nimmt sich Zeit und baut Spannung auf, bis nach einer Minute ein Klangteppich aus Klarinette und Drones aufgebaut ist, der von massiven aber minimalistischen Drums geleitet wird. “Cypress Reverb” klingt wie ein Orchester, das nach neuen Grenzen sucht. Der Song verdichtet sich immer weiter, wird lauter, lässt dann wieder los und nach drei Minuten setzt ein seicht hämmernder Percussionsound ein. Monumental. “Drowning, Whistling” schließt das Album mit einem gleitenden Drone ab.

Ein sehr offenes und direktes Album, das nicht nur wegen dem Einsatz verschiedener Instrumente überrascht, sondern auch viele Stile vereint, die man hier nicht erwartet hätte. Das Mastering von Nils Frahm ist hier sehr direkt, so dass man als Hörer mittendrin ist.

“Flame” erscheint auf Sonic Pieces als CD in zwei verschiedenen Versionen und als Doppel Vinyl inklusive dem Erstwerk “Flare”. Die 350 Vinylexemplare sind bereits ausverkauft. Wer ein Exemplar haben möchte, sollte sich also schnell auf die Suche machen und alle bekannten Mailorder und Shops durchsuchen.

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