WIEDERGEBURTEN

Posted in Release on March 29th, 2014 by D.K.

thisquietarmy war in letzter Zeit sehr fleissig, was das Veröffentlichen und Touren angeht. Eine Nebenerscheinung dieser scheinbaren Überarbeitung ist “Rebirths”, das neue Album des kanadischen Ein-Mann-Drone-Monsters.

rebirths cd

Über die letzten Jahre hat Eric Quach alias thisquietarmy einige Songs geschrieben, die einen sehr starken Wiedererkennungswert haben, Ohrwürmer sozusagen. Das geht nämlich bei experimenteller Musik. Live kommen diese Tracks natürlich auch sehr gut an und wurden daher das ein oder andere Mal gespielt. Resultat ist, dass sich diese Tracks durch das wiederholte Livespiel verändert haben. Anlass genug für Quach, sich ins Heimstudio zu setzen und die Songs in den neuen Versionen nochmal neu einzuspielen.

Aphorismes MMXIV
Ursprünglich auf der Split/Kollaborationsplatte mit Year Of No Light via Consouling Sounds erschienen, nimmt sich thisquietarmy in dieser Version Zeit für das Wesentliche. Auf über 13 Minuten breitet sich eine Dronemelodie aus, die von Drummachine und noisigen Gitarren untermalt wird. Gleichwertig gut, wie das Original. Und überhaupt einer der hervorstechendsten Tracks des Künstlers.

The Pacific Theater MMXIV
Im Original auf “Vessels” via Aurora Borealis erschienen. In der neuen Version noisiger mit großem Fokus auf die Wirkung der wuchtigen Drumsounds. Noisig und rockig zugleich. Hier mag man sich nicht entscheiden, welche Version besser gefallen möchte.

Revival MMXIV
Auf “Resurgence” via Denovali Records schon eine Besonderheit, weil hier ein Basslauf samt fetzigen Drums den Song in eine Art New-Wave-Drone verwandelt. Auch in der neuen Version darf dieses markante Merkmal nicht fehlen. Der Song fällt einfach generell aus dem Rahmen, so auch hier.

The Black Sea MMXIV
Ebenfalls aus dem Vessels Repertoire und ähnlich hervorstechend wie der Opener dieses Albums, zelebriert thisquietarmy auf “The Black Sea” seine Noise-Drone-Landschaften auf über 13 Minuten und unterstreicht, dass er zu den wichtigsten Künstlern dieses Genres gehört. Die neue Version ist eindeutig rauher und ungehaltener. Ein Fest.

Stealth Drone I (Bonus Track)
Auf der japanischen CD Version des Albums via Tokyo Jupiter Records gibt es noch den obligatorischen Bonustrack. Keine Neuaufnahme,  dafür aber sehr passend als Abschluss des Albums, denn hier hat der Hörer Zeit wieder runterzukommen. Es brummt, vibriert, gleitet in den Ohren, einfach nur schön dronig.

“Rebirths” gibt es auf CD via Tokyo Jupiter Records und auf LP via thisquietarmy Records.

Natürlich ist thisquietarmy wieder auf Tour und hat die LP dabei. Hier findet ihr alle Informationen…

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KERRETTA AUF 7INCH

Posted in Release on March 29th, 2014 by D.K.

Die Frickel-Rocker aus Neuseeland melden sich zurück. Kerretta kündigen ihr neues Album mit der Vorabsingle “His Streets of Honey, Her Mouth of Gold” an, die via Golden Antenna Records erscheint.

Der Titeltrack lebt von den verspielten Gitarreneffektfrickeleien, die mittlerweile zum Wiedererkennungsmerkmal für Kerretta geworden sind. Der Track hat nur ein Ziel: Geradeaus, vorantreiben, rocken…

Die B-Seite “Denizen” gibt den Drums und dem voluminös klingenden Bass mehr Raum, treibt ähnlich voran und stellt mal wieder unter Beweis, dass Rock aus Neuseeland einfach anders ist, einfach besser.

Und während wir alle sehnsüchtig auf das neue Album der Landsmänner von Jakob warten, lohnt sich die Anschaffung dieser feinen 7inch allemal, denn Kerretta sind mindestens genau so beeindruckend.

Ach ja, Kerretta sind auf Tour. Auf keinen Fall verpassen:

12.04. Karlsruhe (GER), Dude Festival @ Jubez
13.04. Freiburg (GER), KTS
14.04. Detmold (GER), Alte Pauline
15.04. Bochum (GER), Trompete
16.04. Zwolle (NL), Eureka
17.04. Köln (GER), AZ
18.04. Berlin (GER), Scherer 8
19.04. Hannover (GER), Stumpf
20.04. Zottegem (B), Dunk! Festival
22.04. Brussels (B), DNA
23.04. Aarau (CH), Kiff
24.04. Chemnitz (GER), AC 17
26.04. Mainz (GER), Haus Mainusch

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JON PORRAS TEILT DAS LICHT

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Mit seiner Band Barn Owl hat sich Jon Porras zuletzt in elektronische Gebiete gewagt. Auf “Light Divide” traut er sich einen weiteren Schritt und veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das so garnicht auf Gitarrensounds setzt.

Auf fünf etwas längeren Stücken präsentiert Porras einen Sound, der zwischen Ambient und Dark Ambient schwebt. Der Opener “Apeiron” wird von einem unterschwelligen Beat getragen und spielt mit tiefen und hohen Tönen. “Recollection” führt den Sound fort um in eine Art seichtem Drone zu münden. “Divide” und “New Monument” sind umgeben von einer Art positiver Soundwolke, die die Tracks nicht so düster rüberkommen lässt. “Pleiades” ist das pulsierenste Stück der Platte und gibt eine Dynamik an den Hörer weiter, die optimistisch stimmt.

Im großen Ganzen ist man als Jon Porras Fan enttäuscht, wenn man die Platte zum ersten Mal hört. Wer aber Zeit investiert und sich darauf einstellt, dass Porras neue Wege geht, der dürfte auch an dieser Platte Gefallen finden.

Das Album erscheint Ende März auf CD und Vinyl via Thrill Jockey.

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ERIC THIELEMANS

Posted in Release on March 9th, 2014 by D.K.

Miasmah Records. Düstere Sounds. Einblicke in die dunklen Seelen von Musikern. Halt! Jetzt kommt “Sprang”, das neue Album des belgischen Percussionisten Eric Thielemans und alles ist anders?

“Sprang” ist in der Diskografie des Labels wie ein Funke, ein Schimmern, ein kleines Lächeln, denn hier geht es vor allem um Spass am Trommeln. Trommeln auf Allem was die Percussion- und Drumwelt so hergibt. Klimpern, stossen, schlagen, streichen, reiben… All das – und nicht mehr – ist dabei und macht dieses Album zu etwas Besonderem, weil eben die typischen Instrumente fehlen, beziehungsweise klanglich ersetzt werden. Die Platte wird von Minute zu Minute experimenteller und undurchsichtiger und lässt dann doch durchschimmern, warum sie es in den Miasmah Kosmos geschafft hat.

Thielemans ist übrigens kein Neuzugang in der Miasmah Familie, denn er hat bereits die Drums für das Debüt Album von Kreng beigesteuert.

“Sprang” erscheint im April.

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VIDEO: DUARA

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Duara aus der Schweiz klingen so staubtrocken, dass man denken könnte Steve Albini hätte seine Finger im Spiel.

Auf ihrem Album “Laetten Habits” spielen sich die drei Musiker mit Bass, Gitarre und Drums die Seele aus dem Leib. Sehr schön anzuhören. Da bleibt kein Kopf still. Passend zum aktuellen Album gibt es jetzt auch ein kreatives Video.

YouTube Preview Image

Das Album ist über Ikarus Records erhältlich und

Anhören und kaufen.

 

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EQUALS MACHEN GUTE LAUNE

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Hier der erste Eindruck zum energetischen neuen Album der gutgelaunten Texaner von Equals, das im Mai erscheint.

Passend zum heutigen sonnigen Tag!

 

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BROKEN.HEART.COLLECTOR

Posted in Release on March 9th, 2014 by M F

Bassklarinette in einer Rockband, das hört man nicht alle Tage, und dazu noch in einer Rockband aus Wien! Broken.Heart.Collector heißen sie, und sie verbinden Rock mit Jazz, ohne deshalb übertrieben fingerfertigen Fusion-Rock zu machen. Ganz im Gegenteil, ihre morbid wirkende, monothematische Rockmusik widmet sich eher einer Entdeckung der Langsamkeit und kann einen Hang zum Pop haben, ist aber vom Grundgefühl her eher Noise und Jazz, der immer wieder von flächigen Improvisationen unterbrochen wird.

broken.heart.collector

Ergänzend muss noch hinzugeführt werden, dass die australische Videokünstlerin Billy Roisz, die mit ihren abstrakt-graphischen, doch sehr unruhigen Farbfilmen eher zum minimalen Techno hin tendiert, ein Stück von Broken.Heart.Collector als Filmmusik für einen ihrer Filme benutzt hat. Diese Wahl scheint wirklich ungewöhnlich, doch ist umso treffender, wenn man das Debüt von Broken.Heart.Collector als ganzes durchhört. Die Wiener vermengen einerseits epische Melodiebögen mit nervösem, rhythmischen Gepoltere, andererseits auch Bass-getriebene geradlinige Songs mit Pop-Appeal, die in flächige, nach innen treibende, schwebende  Klangimprovisationen abbrechen. So passt ihr Sound ganz gut zur Bilderwelt von Billy Roisz, deren Arbeiten sehr häufig auf Grund von improvisatorischen Strategien entstehen.

Broken.Heart.Collector haben weder Angst vor Melodien, noch vor Nicht-Melodien. Sie sind eine Band, die Zwischenräume erforscht und vielschichtige Brücken zwischen Rock, Jazz und freier Improvisation baut. Vom Temperament her ist dieses Quintett eher kratzig, weiß allerdings, genaue Akzente zu setzen und Stolperfallen zu umgehen. Da bleiben kaum Wünsche offen. Well done!

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PLURALS UND DAS BIENENGEDRÖHNE

Posted in Release on March 9th, 2014 by D.K.

Die britischen Plurals haben im letzten Jahr ihren Bekanntheitsgrad erhöht, nachdem sie mit Aidan Baker zusammen eine Latitudes Session eingespielt haben. Jetzt folgt mit “Bugenès Melissae” ihr neues Album, das über Oaken Palace Records erschienen ist. Wer mit dem Label noch nicht vertraut sein sollte, kann hier was zu den Beweggründen nachlesen…

“Bugenès Melissae” ist Bienen und Hummeln gewidmet und alle Gewinne aus dem Verkauf gehen an die Organisation Bumblebee Conservation Trust. Das Album kommt in einer Auflage von 500 knallorangen 12inch Platten und beinhaltet zwei epische Tracks, die die Band von verschiedenen Seiten zeigen. Experimentell, krautrockig, dronig, spacig, rockig… Im Prinzip machen Plurals das, was am meisten Spass macht: Ins Studio gehen, spielen und gucken was daraus wird. Das Ergebnis sind zwei epische, warme und optimistische Aufnahmen, die auch gerne mal sinnbildlich für einen ereignisreichen Arbeitstag einer Biene oder Hummel verstanden werden können.

Die ersten 100 Exemplare kommen mit einem Paket extra bienenfreundlichen Oaken Palace Blumensamen. Einkaufen könnt ihr hier…

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THE GREAT SAUNITES & ATTILIO NOVELLINO

Posted in Release on March 2nd, 2014 by D.K.

The Great Saunites und Attilio Novellino haben wir euch vor einiger Zeit vorgestellt. Jetzt haben sich die beiden italienischen Acts zusammengetan und eine gemeinsame 12inch veröffentlicht.

“Radicalisme Mècanique” nennt sich das 12minütige Ergebnis. Ein sich auftürmendes experimentelles Stück, mit trockenen Drums, brodelndem Bass, umgeben von einer Soundwolke, aus der immer wieder neue Klänge hervorschauen. Das Ganze gemastert von James Plotkin. Mehr nicht. Mehr braucht es auch nicht.

Die Platte ist auf gelbem Vinyl mit schwarzem Siebdruck als Co-Release der beiden italienischen Label Manza Nera und Discreet Records erhältlich. Sucht euch ein Label aus und schafft euch diese Platte an.

Mehr zu The Great Saunites…
Mehr zu Attilio Novellino…

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THISQUIETARMY & SYNDROME

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

Manchmal denkt man sich aus, wie es klingen würde, wenn zwei geschätzte Solokünstler sich zusammentun würden. In diesem Fall hat sich der Wunschgedanke bewahrheitet, zumindest was die Künstler angeht: Consouling Sounds veröffentlichen die Kollaboration von thisquietarmy & Syndrome.

“The Lonely Planet” heißt das gemeinsame Werk der beiden Experimentalmusiker und überrascht mit einer sehr minimalistischen Zusammenkunft, die genau daraus auch ihre Kraft schöpft. Wo sonst Melodien bei Syndrome auftauchen oder die Drummachine bei thisquietarmy den Takt angibt, ist auf diesem Album der Fokus auf dem Auftürmen von minimalistischen Gitarrensounds.

Der Opener “The Cold Valley” tastet sich langsam heran. Ein seichtes Treiben im Ambienttal. “A River That Never Ends” setzt die Reise fort und tatsächlich lassen die Songtitel Bilder im Kopf entstehen. Der Fluss hat seine Tücken, Strömungen, kleine Wasserfälle, Stellen an denen Boote zerschellen können. Es brodelt, es gibt eine Gefahr, eine unsichtbare Gefahr, die sich nie zeigt, deren Anwesenheit aber zu spüren ist. “A Black Breath Blows In The Sky” führt nicht nur im Titel den Fokus von der Ebene in den Himmel. Ein stark hallender Feedbackloop eröffnet den Track und wird von einem Klangteppich aus dem Hintergrund ummantelt. Ein pulsierendes Soundungetüm. Als Bonus gibt es noch den gemeinsamen Liveauftritt (mit interessantem Publikumsgequatsche), der die Zusammenarbeit für dieses Album iniziiert hat.

Ein sehr gelungenes Album, das mal wieder zeigt, dass Kollaborationen das Spektrum von Künstlern erweitern und der Fanschar immer wieder neue Ansichten aus dem experimentellen Klangkosmos bieten.

Das Album gibt es als Preorder zusammen mit der Split-Vinyl von Syndrome & Black Mare im Consouling Sounds Shop zu kaufen.

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ADRIAN ANIOL – OBSCURA

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

Adrian Aniol ist ein polnischer Soundtüftler, der sich auf düstere Inszenierungen konzentriert und mit “Obscura” einen Soundtrack geschrieben hat, der dem Hörer so einiges abverlangt.

obscura

Das Theaterstück ist mir nicht bekannt, für das Aniol “Obscura” geschrieben hat, und ehrlich gesagt wäre mir auch mulmig dabei, das Stück zu besuchen, denn der Score verspricht nichts Gutes. 22 kurze Stücke geben dem Hörer das Gefühl des Kontrollverlustes. Denn Aniol spielt mit Gegensätzen von Schönheit und Hässlichkeit, von Melodie und Dissonanz, von Kälte und Wärme.

Neben gewöhnlichen Streichinstrumenten kommt hier auch das Daxophon zum Einsatz. Ein skurril aussehendes und klingendes Instrument, das ebenfalls mit einem Bogen gespielt wird. Aniol paart Dark Ambient Landschaften mit Sounds von Streichinstrumenten und schafft eine Art Klangreise, in der der Ambientsound die Konstante ist, die Hauptrolle sozusagen, und die anderen Instrumente wie Nebenrollen im Verlauf auftauchen und wieder verschwinden. Was bleibt ist der düstere verstörende Eindruck dieses Albums.

Eine sehr zu empfehlende Klangreise.

Mehr zu Adrian Aniol…

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N (22) – GOOR

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

N, Idee Nummer 22, Titel Goor, vier Tracks auf jeweils einer Seite einer 12inch Vinyl, für 100 Musikliebhaber, Drones für die Ewigkeit. So ungefähr lässt sich das neue N Album kurz umschreiben. Aber dabei wollen wir es natürlich nicht belassen. N (22) – “Goor” ist, nach einer langen Durststrecke, das erste Soloalbum des Dronemusikers seit “Gager” und eine Art Dokumentation einer musikalischen Weiterentwicklung.

Goor

Das aus vier Songs bestehende Album tritt das Erbe des N Klassikers “Prora” an und beschäftigt sich mit den N Stücken, die die Grenzen von Noise, Ambient und Drone aufbrechen und alles miteinander vermengen und zu etwas umformen, was sonst niemand so hinbekommt.

Goor
Der Titeltrack, benannt nach einem Ort in den Niederlanden, der für N und manch einen Anderen für Freundschaft steht, beginnt mit nichts geringerem als einem massiven Drone. Keine Einführung, kein Herantasten. Stellt euch vor, ihr wollt in eine Kirche eintreten und macht das Tor auf, während in der Kirche zehn Orgeln den selben Ton spielen. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Nadel Seite A ertönen lässt. 23 Minuten Gedröhne, fast, denn nach einer Viertelstunde überrascht N mit etwas sehr Seltenem. Hörbar angespielte Saiten.

Wehle
Der zweieiige Zwillingsbruder von Goor hält sich ebenfalls nicht zurück, was die Klanglandschaft angeht. Im Hintergrund baut sich hier überraschenderweise eine Art Black-Metal-Gitarrensoundflechte auf, die in Verbindung mit dem Hauptgedröhne des Tracks eine Leichtigkeit einbringt, die den Song schweben lässt.

Blauort
Blauort gibt dem Hörer die Möglichkeit, die Ohren vom vorherigen Rauschen zu entspannen. 10 Minuten glasklare Drones. Entspannen und von den Sounds treiben lassen.

Suedfall
Suedfall ist als Abschluss des Albums perfekt platziert. Denn hier arbeitet N mit melodischen Drones und vibrierenden Sounds, die von tiefem Gedröhne in ein lautes verzerrtes Getose münden, um dann zum Schluss seicht auszuklingen. Da wo N sonst an Wiedererkennungsmelodien spart, ist hier ein Sound zu hören, der nicht nur unter die Haut geht, in die Seele, sondern auch potentiellen Ohrwurmcharakter hat. Natürlich nicht im Sinne eines Popsongs. Einer der besten Tracks als Abschluss des vielleicht besten N Albums seit “Prora”.

Die Tracks sind allesamt aus dem bisherigen Liverepertoire von N und wurden am Stück ohne weitere Bearbeitung (außer dem Mastering von Fear Falls Burning) im Studio neu aufgenommen. “Goor” ist auf Doppelvinyl und digital via Denovali Records erhältlich. Wer vor dem Preis der Platte zurückschreckt, sollte bedenken, dass es sich hierbei um eine limitierte Auflage von 100 Stück handelt. Das Artwork ist wie bei allen anderen N Releases auf hochwertiger, dicker rauher Pappe gedruckt.

N ist übrigens im März zusammen mit [ B O L T ] auf Tour, um u.a. die gemeinsamen Tracks des Kollaborationsalbums live zu präsentieren, das im November auf Midira Records in einer 100er Auflage erschienen und fast ausverkauft ist.

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Otto A Totland – Pinô

Posted in Release on January 26th, 2014 by C.C.

Sonic Pieces hätten für die Veröffentlichung von “Pinô” keinen besseren Zeitpunkt wählen können als den Januar. Die kalte Luft riecht nach Schnee, kahle Bäume strecken ihre Äste in den milchigen Himmel und der Boden ist gefroren. Der Hörer jedoch sitzt im Innern, umgeben von Wärme und weichem Licht – und der Musik von Otto A Totland.

Totland dürfte den meisten als eine Hälfte von Deaf Center bekannt sein, dem Duo, in dem er mit Erik K Skodvin dunkle Ambient Drones erzeugt. In seinem Solodebut fehlen diese düsteren und unheimlichen Töne, sie werden ersetzt durch eine allgegenwärtige Melancholie, die sich mehr oder minder offensichtlich entfaltet. Wie Bodennebel an einem Januarmorgen. Vordergründiger ist jedoch die Wärme seiner Musik, eine Zartheit, die in den Anschlägen der Tasten beginnt und sich in den Melodien wiederfindet.

“open” eröffnet das Album als zaghafte Annäherung, die aus sanften Anschlägen und im Raum verklingenden Tönen besteht. Dem von Pausen getragenen Stück schließt sich “steps” nahtlos an, das tatsächlich den Eindruck forscher Schritte vermittelt. Eine Kaskade von Tönen, voller Zuversicht. Was folgt sind Geschichten, die der Norweger mit Hilfe seines Pianos erzählt, und Gefühle, die er in Musik kleidet. Die Stücke folgen einem eigenen Spannungsbogen: mal spielt Totland eine aufstrebende, fast beschwingte Melodie wie im titelgebenden “pinô”, dann wiederum nimmt er das Tempo zurück wie im zögerlich vorgetragenen “seveen”. Er nutzt Pausen, um Tönen Gewicht zu geben, fügt Zäsuren ein, überrascht mit Dissonanzen und spielt sprudelnde Arpeggios. In “solêr” bildet die Melodie einen Dialog, der zwischen Trauer und Trost wechselt. “north way” beschwört Bilder einer norwegischen Landschaft herauf, schroff und sanft zugleich. “jonas” bildet einen Bruch in der Gesamtheit des Albums, der dumpfe Klang steht im Kontrast zu der hüpfenden Melodie, die an ein Karussell oder eine Spieluhr denken lässt. “closer” hingegen vereint erneut  Melancholie und Hoffnung und bildet einen wunderbaren Abschluss des Albums. Die letzten verklingenden Töne entlassen den Hörer mit positiven Assoziationen.

Mir fällt es schwer, einzelne Favoriten herauszupicken, denn das Album wirkt am besten in seiner Gesamtheit. Die im Berliner Durton Studio von Nils Frahm entstandene Aufnahme zeichnet sich obendrein durch eine intime Atmosphäre aus. Man hört die Anschläge der Tasten, das Treten der Pedale und wie Hämmerchen gegen Saiten schlagen, was teilweise einen perkussiven, fast hypnotischen Effekt hat. Hinzu kommen vereinzelt Hintergundgeräusche.

Dieses sehr persönliche Album von Otto A Totland, das Sonic Pieces im gewohnten Textilcover herausbringt, limitiert auf 450 CDs und 350LPs, ist im labeleigenen Shop jedoch schon ausverkauft. Wer nicht auf die digitale Variante ausweichen möchte, sollte schnell auf die Jagd gehen.

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AIDAN BAKER & JAKOB THIESEN – TAPE & WOHNZIMMERKONZERT

Posted in Aktuell, ontheroad, Tapes on January 26th, 2014 by D.K.

“CNTNTL” nennt sich das dritte Album der beiden kanadischen Freunde Aidan Baker & Jakob Thiesen. Nach einer experimentellen CD namens “À Bout De Souffle” und einem sehr “rockigen” Vinyl namens “Mépris” folgt nun ein Tape mit zwei 15minütigen Stücken, die schon wieder in eine andere Richtung gehen.

Es gibt ja so Tage, an denen man nicht weiß, welche Musik zur derzeitigen Laune passt. Man ist demotiviert und hofft auf etwas, was dem entgegenwirken kann. Mir hat “CNTNTL” geholfen, so einen Tag positiv zu sehen. Tape in den Walkman (ja ich hab noch einen von der Marke mit den vier Buchstaben) gelegt, in die Bahn gesetzt und zur Arbeit gefahren. Was die beiden Kanadier hier machen ist nämlich ein hoch explosives Gemisch aus Elektronik und krautigem Spacerock, mal experimenteller und noisiger, mal sowas von auf dem Punkt gebracht, dass das Hören der Musik eine sehr motivierende Wirkung zeigt. Aidans Gitarre schleicht, quietscht und singt, Jakobs Drums treiben, pumpen und strukturieren die Stücke. Perfekt. Scheinbar im Blindflug aufgenommen, ist dieses Album die perfekte Fusion der beiden ersten Alben.

Das Tape erscheint über Broken Spine Productions in einer Auflage von 100 Stück und wird zunächst nur auf der gemeinsamen Tour der beiden Musiker verkauft, die Ende Januar beginnt. Apropos Tour: Für alle, die am 8. Februar nichts vorhaben, sei das Wohnzimmerkonzert im holländischen Goor zu empfehlen. Hier spielen Aidan und Jakob auf engstem Raum im typisch niederländischen Einfamilienhaus. Wer kommen mag, sollte sich hier anmelden…

Update: Das Tour-Line-Up ist geändert worden. Alle aktuellen Infos sind hier zu finden.

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EIN PERSÖNLICHER JAHRESRÜCKBLICK

Posted in Redaktion on December 25th, 2013 by D.K.

Das Jahr ist fast vorbei, es ist viel passiert, privat und musikalisch, da kam mir der Gedanke anstatt eines Überblicks meiner Lieblingsplatten, euch neben der Top-Acht-Alben-Liste einen kleinen intimen Einblick zu gewähren.

B/B/S – Brick Mask (Miasmah)

2012 geisterten die ersten Aufnahmen dieses Trios, bestehend aus Aidan Baker, Erik Skodvin und Andrea Belfi, auf Soundcloud. Als dann das Album Anfang diesen Jahres erschien, war die Überraschung groß, denn der Sound war anders als erwartet. Psychedelische Drums und das experimentelle Gitarrenspiel von Baker und Skodvin haben “Brick Mask” zum ersten Glanzmoment des Jahres gemacht. Als dann das Trio Ende Januar auch noch in der Christuskirche Bochum aufgetreten ist und man gesehen hat, mit welcher Lässigkeit die drei Musiker miteinander kommunizieren und improvisieren, war klar, warum die drei Wahlberliner zusammengefunden haben. Die Platte hat was motivierendes und zugleich beruhigendes für mich.

Dirk Serries – Microphonics XXI-XXV: Mounting Among The Waves, There’s A Light In Vein. The Burden Of Hope Across Thousands Of Rivers (Tonefloat)

Doppel 10 Inch, vier Songs, auf jeder Seite einer. Kann mich noch genau erinnern, wie ich die Platte aufgelegt habe, mich auf ein Kissen vor die Lautsprecher gesetzt habe und lauschte. Die Platte fängt so an, wie man es von der Microphonics Serie von Dirk Serries gewöhnt ist. Doch dann kommen die beiden Tracks “XXIII: There’s A Light In Vein” und “XXIV: The Burden Of Hope”. Die Gitarre baut im Vordergrund ein massives Szenario aus Drones und Post-Rock-Sounds auf, während im Hintergrund übereinandergelappte E-Bow Sounds eine massive bassige Basis bilden. Die beiden Tracks gehen sowas unter die Haut und in die Seele. Nach dem ersten Hören standen mir die Tränen in den Augen und mein Gemütszustand hatte sich schlagartig geändert. Unglaubliche Wirkung. Immer noch, bei jedem Hören. Müsste ich die acht Platten nach Beliebtheit sortieren, wäre dieses Album sehr sehr weit oben.

Daft Punk – Random Access Memories (Columbia)

Was für eine geile Platte ist das denn, denkt man schon wenn man das fette Vinylpaket in Händen hält (ja, obwohl Major Label). Schweres Doppelvinyl, mit 12inch Booklet und Aufklappcover mit megacoolem Synthesizer-Motiv. Die Musik steht dem nicht nach, denn Daft Punk setzen auf dieser Platte auf den Sound von “echten” Instrumenten. Neben diversen Gastauftritten haben die beiden Franzosen auch ein ganzes Orchester spielen lassen. Popfans werden mit den Singleauskopplungen zufrieden gestellt, die Platte hat aber viel mehr zu bieten. Absolutes Highlight ist “Contact” mit seinen noisigen Sounds, als Abschluss des Albums. Einer der Songs hat mich sogar dazu bewegt, meiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Natürlich verrate ich nicht, welcher.

Year Of No Light – Vampyr (Music Fear Satan)

Vor Jahren auf dem Roadburn Festival uraufgeführt und als Stream online gestellt, habe ich schon immer heimlich gehofft, dass YONL dieses Meisterwerk auch mal auf Platte pressen. Glauben wollte ich es dann nicht, als Music Fear Satan ankündigten, dass eine Studioversion von Vampyr veröffentlicht wird. Jetzt steht die Platte im Plattenregal und wurde schon ausgiebigst gehört. Als eine Art Reprise des Ausserwelt Albums gehen die größtenteils ruhigeren Tracks eine Symbiose mit den Gedanken ein und man braucht nicht zu wissen, was in dem Horrorklassiker passiert, zu dem die Musik geschrieben wurde, wenn man sich seinen eigenen Film zurechtlegt. Und es gibt verdammt viel Material im Kopf, das zu dieser Musik passt. Die Vinylversion des Albums ist übrigens wirklich erstklassige Arbeit, sowohl Artwork als auch Vinyl. Hier mal ein Lob an das Presswerk, welches auch immer es war.

Aidan Baker & Maik Erdas – Cameo (Midira)

Da wären wir wieder bei Aidan Baker, diesmal mit Maik Erdas (Ex-Kodiak, Nightheart) im Blind-Date-Duett. Die beiden haben sich für die “Experimental Evening Reihe” des Moving Noises Festival Teams in der Christuskirche Bochum getroffen, um gemeinsam zu improvisieren. Als damals das Konzert anstand, war mir überhaupt nicht klar, was uns alle erwarten wird. Metal? Drumsolos? Chaos? Nichts von all dem. Das Ergebnis ist auf Vinyl + CD verewigt worden. Was die beiden in der Kirche gezaubert haben, ist ein filigranes Konstrukt aus Gitarrenloops und sehr fragilem Drumming. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie tief der Sound in die Magengrube ging, als zum Ende des Sets alles lauter wurde und der Cellobogen über die Gitarrensaiten floss. Sehr zu empfehlen, auch für alle, die nicht selbst live dabei sein konnten.

Ludovico Einaudi – In A Time Lapse (Decca)

Mit Pianisten und Klassik ist es ja so eine Sache. Meistens hört sich diese Kombination wirklich etwas altbacken an. Als mir eine Freundin Ludovico Einaudi näher gebracht hat, bin ich aber von meinem starren Blickpunkt doch etwas abgewichen. Nach einigen Hörproben, bin ich beim diesjährigen “In A Time Lapse” gelandet. Ein vielseitiges Album, das neben klassischen Stücken vor allem in Richtung Modern Classic gepaart mit diversen anderen nichtklassischen Stilen geht. Die dazu gehörende Remix-EP umfasst dann auch noch ein paar richtig gute Elektroremixe und eine Neuinterpretation mit den Vocals von Greta Svabo Bech von den Färöer Inseln. Funktioniert bei mir am besten als Soundtrack für’s “zur Arbeit fahren an kalten Tagen”.

N (30) + [ B O L T ] – Self Titled (Midira)

Im Mai fand das 55mm² Festival in Mülheim statt. Für mich gab es nur zwei Gründe dorthin zu fahren: Freunde und der erste Live Auftritt von N + [ B O L T ]. Resultat I: Erste Reihe im Publikum voller Freunde, davor drei Musiker und auf der Bühne eine Wand aus Amps. Resultat II: Eine Soundwall, die einem die Ohrstöpsel aus den Ohren gedrückt hat, und die Gewissheit, dass die drei Musiker zusammen gehören. Monate später stehen die drei wieder auf der Bühne des Moving Noises Festivals und feiern die Veröffentlichung ihres Debüts. Eine Platte, die nicht nach [ B O L T ] und nicht nach N klingt. Denn genau das war das Ziel der Kollaboration. N Kollaborationen gibt es schon so einige, aber diese Platte hat einen ganz besonderen Charme, den ich kaum beschreiben kann. Drones, Doomsounds, Ambientflächen, Black-Metal-Wellen… Alles vereint in drei Tracks, die besser als jedes Kaminfeuer in der Seele und auf der Haut Wirkung zeigen. Als i-Tüpfelchen haben sich neun Künstler einzelne Elemente der drei Tracks vorgenommen und ganz eigene Interpretationen gezaubert. Aidan Baker setzt auf die Doomsounds und verstärkt das ganze mit Drums, Andrea Belfi unterlegt die Sounds auch mit Drums, konzentriert sich aber mehr auf die ruhigen Momente und Nils Quak und Oikos holen das Minimalistische aus dem Minimalistischen hervor. Die perfekte Winterplatte.

SUM OF R – Lights On Water (Utech)

Da hauen Utech Records doch glatt noch im Dezember das neue SUM OF R Album raus und treffen genau ins Schwarze. Keith Utech und Reto Mäder scheinen ja sowas wie Blutsbrüder zu sein. Ohne Utech hätte ich nie URAL UMBO kennengelert, ohne URAL UMBO nie SUMF OF R. Für solche Labelkünstlerverbindungen bin ich echt dankbar. SUM OF R haben Anfangs auf noisige Dronesounds gesetzt, dann kamen sie in neuer Duobesetzung auf Tour und ein neuer Sound wurde präsentiert. Reto Mäder am Bass, an der Elektronik und an den Drums, natürlich alles fast gleichzeitig, und Julia Wolf an der Gitarre. Soundmäßig sind SUM OF R griffiger geworden, weil der Bass und die Drums eine Matrix vorgeben, auf der sich die restlichen Sounds aufbauen. Die neuen Klänge des Duos sind dynamisch, treiben voran und machen “Lights On Water” zu einem schwerfälligen aber rollenden Brocken aus Doom, Black-Metal und Noise. Das letzte Glanzlicht des Jahres.

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