WINDMILLS BY THE OCEAN II

Posted in Release on February 27th, 2011 by D.K.

windmills by the ocean II

Windmills By The Ocean, eines der vielen Musikprojekte von Bryant Clifford Meyer (ehemals Isis), ist nach 5 Jahren Pause zurück. Das Debüt von 2006 ist mit seinen doomigen Postrock-Songs über die Jahre  schleichend von einem Geheimtipp zu einem “Aufjedenfallhabenmüssen-Instrumentalalbum” mutiert.

Jetzt steht der Nachfolger “II” als Download bereit und erscheint im März auf festem Format über Robotic Empire. Das Album umfasst fünf Songs, die eine komplett neue Richtung einschlagen. Schon der Einstieg mit “Pagan Sun” überrascht nach einem grimmigen Gitarrenintro durch männliche Vocals, mit Strophe-Refrain-Struktur und weniger düsterem Songwriting. Es folgt “Azure” mit Akustikgitarreneinsatz und Gastvocals von Maria Christopher (27). Die beiden kurzen Stücke “The Circul” und “Star” gehen mit Synthieeinsatz und einer Mischung aus Akustik- und E-Gitarre eher in Richtung Prog- und Psychedelic-Rock. Die Versöhnung für die Fans des Debüts kommt zum Schluß mit dem zehnminütigen “Occul”. Gitarrenwände walzen voran, weibliche Vocals erklingen aus dem Hintergrund und münden in einem sphärischem Synthiegesumme. Ein überraschendes Rockalbum, das sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen lassen möchte.

windmills by the ocean II

Die Musiker von Windmills By The Ocean scheinen bei den Aufnahmen Blut geleckt zu haben, denn sie sitzen bereits wieder im Studio und arbeiten an “III”. Wer weiß, in welche Richtung sie diesmal gehen werden.

windmills by the ocean

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HER NAME IS CALLA WEB CONCERT

Posted in Aktuell, ontheroad on February 25th, 2011 by M.H.

Sophie und Tom von Her Name Is Calla werden am Sonntag um 19 Uhr via ustream.tv ein exklusives, rein akustisches Konzert spielen. Anlass ist die Fertigstellung ihrer neuen EP und der Beginn der Arbeiten an den Alben Nr. 2 und 3. Da die Band ansonsten eher multiinstrumental zu Werke geht, darf man gespannt sein, wie die Songs der Band im reduzierten Akustik-Gewand daherkommen.

Überdies wird sich die Band im März und April auch auf deutschen Bühnen die Ehre geben. Als Support wird die ebenfalls bei Denovali Records unter Vertrag stehende Alicia Merz alias Birds Of Passage dabei sein. Den Link zu den detaillierten Tourdaten findet ihr wie immer ONTHEROAD.

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OUR CEASING VOICE MIT NEUEM ALBUM

Posted in Release on February 25th, 2011 by M.H.

Auch unsere österreichischen Nachbarn verstehen sich auf experimentellen Postrock mit dezentem Ambient Einschub. Unter Beweis stellen dies die Tiroler Our Ceasing Voice, die nach ihrer 2009 veröffentlichten Debüt EP “Steadied Stars In The Morphium Sky” mit “When The Headline Hit Home” nun ihren ersten Longplayer nachlegen.

Über weite Strecken agiert das Quartett melancholisch zurückgelehnt und lässt seine unaufdringlichen, ausschweifenden Kompositionen dabei geschickt zwischen fragiler Bedächtigkeit und epischer Breitwandigkeit pendeln. Die Musik kommt nahezu ohne Gesang aus, wobei die vereinzelt eingestreuten Vokal-Passagen jedoch durchaus zu gefallen wissen und für zusätzliche Abwechslung innerhalb der Songs sorgen. Herausgekommen ist ein rundes Album, welches das Genre nicht neu definiert, Freunden des selbigen jedoch ein absolut hörenswertes Angebot macht, das man nicht ablehnen sollte.

“When The Headline Hit Home” ist über Revolvermann Records auf Vinyl erschienen, darüber hinaus bietet die Band das Album im CD Format und zum kostenlosen Download an. Die kommenden Live Termine findet ihr in unserer ONTEHROAD Rubrik.

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DEAF CENTER

Posted in Release on February 24th, 2011 by D.K.

Deaf Center sind die beiden Norweger Otto A. Totland (Miasmah Quartet) und Erik K. Skodvin (Svarte Greiner). Totland zuständig für Field Recordings und Klavier und Skodvin am Cello und anderen Saiteninstrumenten, das ist die gelungene Kombination, die das dritte Album „Owl Splinters“ zu dem macht, was es ist; Ein eindrucksvolles Drone-Ambient-Klassik-Statement.

deaf center

Die Norweger von Deaf Center sind mit ganz vielen Ideen, aber ohne Plan ins Studio von Nils Frahm nach Berlin gekommen und haben in enger Zusammenarbeit innerhalb von drei Tagen die acht Songs von „Owl Splinters“ eingespielt. Diese Spontanität ist dem energiegeladenen Album anzuhören. „Divided“ bricht mit Cellodrones über den Hörer ein wie eine Wand aus wütenden Hummeln, dann der Kontrast in „Time Spent“ mit ruhigen hohen Klaviertönen. Das aber auch nur, um “New Bginning (Tidal Darkness)” eine noch gewaltigere Vorlage zu bieten. Tiefe Cellotöne gepaart mit tiefen Klavierklängen rollen ohne Vorwarnung laut und basslastig durch die Gehörgänge. Dieses Klanguniversum nimmt einen sofort ein. Schon allein die tiefen Töne der Cellosaiten, dieses erhaben wirkende Gebrumme, wie der Urgroßvater des Drone-Tons an sich. Diese Platte geht unter die Haut.
Das Album fordert den Hörer mit seinen verschiedenen Stimmungen zwischen melancholisch und wütend, wie im Cellostück „Animal Sacrifice“, wo die groben Streichgeräusche des Cellobogens, neben den Tönen selbst, Hauptbestandteil sind und eine Art treibenden Rhythmus in den Hintergrund legen. Gerade hier fällt auf, dass das Album fast live eingespielt wurde. Wer genau hinhört kann jemanden husten hören. Bei den Sessions in Berlin muss wohl die ganze Zeit das Aufnahmegerät mitgelaufen sein. Das Album endet versöhnlich mit Klavierklängen in “Hunted Twice”. Egal, Platte drehen und Nadel wieder auf den äußeren Rand setzen…

DEAF CENTER artwork_owl_spilinters

Mit „Twin“ liegt der limitierten Vinyl-Auflage von „Owl Splinters“ ein Zusatzsilberling bei. Hier gibt Erik K. Skodvin, unter seinem Pseudonym Svarte Greiner, einen 45minütigen Drone-Ambient-Monolithen zum Besten. Eine Dreiviertelstunde Cellogedröhne als eine Art Reprise des Deaf Center Albums, mit dem Unterschied, dass die Atmosphäre hier durchgehend bedrohlich wirkt. Der Evil Twin von “Owl Splinters” sozusagen.

“Owl Splinters” ist genau wie alle anderen Deaf Center Platten bei Type erschienen.

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RADIOHEAD SIND HEIMLICH ZURÜCK

Posted in Release on February 21st, 2011 by D.K.

Radiohead King of the Limbs

Radiohead haben dieses Wochenende “The King Of Limbs”, ihr achtes Studioalbum, veröffentlicht. Fast vier Jahre nach “In Rainbows”, steht nun das zweite selbst veröffentlichte Album der Band zum Download bereit. Letzte Woche erst wurde die Veröffentlichung verkündet und am 18. Februar kam der Startschuss zum Runterladen. Diesmal nicht umsonst, aber mit nettem Bonusmaterial.

Das Album ist nicht mal 40 Minuten lang, aber es reicht völlig aus. Denn es ist vollgepackt mit Ideen, mit denen die Hörgänge erstmal klar kommen müssen. Gitarrensounds und Drumbeats überschlagen sich, jazziger Bass walzt sich durch den Hintergrund und Thom Yorkes unverkennbare Vocals, das sind die Zutaten von “The King Of Limbs”. Zugänglich ist hier (bis auf das ruhige “Codex”) nichts und das ist auch gut so, denn das Album möchte mehrmals gehört werden und wächst bei jedem neuen Durchlauf. Neu erfunden haben sich Radiohead nicht, aber das brauchen sie auch nicht. Das achte Album ist eine gelungene Mischung ihres Ab-Kid A-Oeuvres und kein hitverdächtiges Mainstreamwerk.

“The King Of Limbs” gibt es hier in zwei verschiedenen Versionen.

radiohead

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LOW POINT RECORDS

Posted in Label on February 20th, 2011 by D.K.

Low Point ist ein englisches Label, das sich auf Ambient, Drone und experimentelle Gitarrenmusik konzentriert. Labelgründer Gareth Hardwick aus Nottingham ist im gleichen musikalischen Bereich unterwegs und veröffentlicht seit fünf Jahren Solo- und Kollaborationsplatten, die bei Musikkritikern und anderen Musikern zugleich große Anerkennung finden.

Low Point ist als Label für Gareth Hardwicks Veröffentlichungen gestartet und mit der Zeit auch zu einer wichtigen Plattform für die Platten anderer Musiker geworden. Mittlerweile sind Künstler wie P Jørgensen, Tim Catlin & Machinefabriek, Fabio Orsi & Seaworthy und Celer bei Low Point Records vertreten. Im Folgenden wollen wir euch drei Veröffentlichungen etwas näher vorstellen.

Ex-Easter Island Head – Mallet Guitars One

EX-EASTER ISLAND HEAD mallet_guitars_one

Hinter dem vorwitzigen Namen Ex-Easter Island Head verbergen sich zwei junge Musiker aus Liverpool, die drei Gitarren gleichzeitig spielen. Das besondere dabei ist, wie sie diese spielen. Die soliden E-Gitarren liegen auf Keyboardständern und die beiden Musiker spielen sie nur mit Paukenschlägeln. Durch Vibration, Resonanz, Feedback und sonstige Effekte, die durch das Getrommel auf den Gitarrenkörpern entstehen, erschafft das Duo rhythmische Songs, die teils gar nicht nach Gitarre, sondern mehr nach Steeldrums oder Glockenspielen klingen. Die Aufnahmen zu ihrer Debut EP “Mallet Guitars One” sind an einem Tag im Turm der St. Bride´s Kirche entstanden.

ExEasterIslandHead

Dag Rosenqvist & Simon Scott – Conformists

dag rosenqvist & simon scott - conformists

Dag Rosenqvist (Jasper TX) and Simon Scott haben sich auf Conformists zusammengetan, um einen Soundtrack zum gleichnamigen Kurzfilm von Juriaan Booij zu schreiben. Ein 19minütiges Drama, in dem mit sich unzufriedene Menschen aufeinander treffen und sich gegenseitig die Schuld zuschieben. Das Album ist doppelt so lang und bereits vor dem Film entstanden. Booij hat Dag Rosenqvist einige Storyboard-Bilder gegeben und ihn damit beauftragt, einen Score zu schreiben, der die Kraft von Gruppenmentalität beschreibt. Das ist auch genau der Grund, warum dieses Vinylalbum auch komplett losgelöst vom Film funktionieren kann. Die beiden 20minütigen Seiten der Platte nehmen den Hörer mit auf einer langsamen sogartigen Dronewelle und lassen einen nicht so schnell los. Gelungenes Dronekino für die Ohren.

Gareth Hardwick – Aversions

gareth hardwick - aversions

Zum Schluß eine Platte vom Labelchef persönlich. Neben zwei kurzen Stücken von Gareth Hardwick alleine besteht diese Album aus Remixes von Hardwick Songs, die er in die Hände von befreundeten Musikern wie Xela, Libary Tapes, Steinbrüchel oder Machinefabriek gegeben hat. Das besondere dabei ist, dass die einzelnen Stücke von ihrer Stimmung und Herangehensweise so gut zusammenpassen, dass man gar nicht glauben mag, dass hier einzelne Arbeiten von verschiedenen Musikern zusammengestellt wurden. Es klingt mehr danach, als habe Gareth Hardwick alle Musiker zu sich ins Studio geholt und gemeinsam ein Album eingespielt. Unbedingt anhören.

Die vorgestellten Platten (und auch weitere) könnt ihr euch auf der Bandcamp Seite von Low Point im Stream anhören.


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YELLOW6

Posted in Release on February 16th, 2011 by N

Jon Attwood aka Yellow6 reiht sich nicht in die Reihen der drone-affinen One-Man-Guitar-Bands, baut keine düsteren, in sich bewegenden, aneinander reibenden Dronewolken oder Distortionberge… Oder soll man sagen: nicht mehr? Im Gegensatz zu “In Time this too will Fade” mit seiner umarmenden, faszinierenden Melodiösität und einem in der vermittelten Atmosphäre (zumindest für mich, trotz der elektrischen Instrumente, trotz Looper + Co) irgendwie fast folkig-luftigen Charakter ist das 1998′er Yellow6 Debüt „Perception Received/Milestone“ (als 7inch auf Enraptured) ein an den Gehörgängen kratzender Shoegazer-Blueprint, auch wenn Jon Attwood’s Haltung zur Melodie bereits damals durchscheint. Aber, wie es manchmal so ist: der Kontakt ging nach dieser ersten 7inch verloren und die folgenden Unmengen an CDr Veröffentlichungen an mir vorbei. Bis vor kurzem die Platte auf Basses Frequences („Death“, mit Thisquietarmy, Review siehe PLATTEN) und, fast zeitgleich, “In Time this too will Fade” auf Tonefloat’s C-Serie die Erinnerung wiederbrachte. Und die Neugierde.

yellow6

Und gleich das erste der drei ohne Namen bleibenden (oder werden die Namen nur verschwiegen?) Stücke ist eines dieser statuenhaften Stücke, wie gemacht für heavy-rotation ohne Zeitbeschränkung: schon nach wenigen Minuten wirkt die repetetive Hauptmelodie überhaupt nicht mehr wie ein sich wiederholendes Muster, scheint ständig Neues zu versprechen oder schafft es einfach, den Erinnerungsspeicher immer wieder aufs Neue zu leeren und alles Leben außerhalb der Konzentration auf dieses Stück auszuschalten. Und hält für das Ende genau das in der Hinterhand, was wenige Zeilen zuvor noch als Relikt der Vergangenheit für heute ausgeblendet schien: eine schleifende Schicht aus Verzerrung, die sich unter das Stück schiebt und den offenen Himmel von kurz zuvor in einer Art kontrastiert wie es nur ein Gewitter am Horizont kann, das seine ganze Brutalität entlädt, ohne den Standort des Betrachters je zu erreichen. Perfekt auch der spinetthafte Ausklang; allein schon dieses Stück ist die ganze Platte wert…

Seite 2 führt diese Atmosphäre weiter; mit einem Track, der in seiner harmonischen Struktur eine Art ambivalente Haltung zwischen Stillstand und Aufbruch besitzt, dessen Loopgerüst aber wiederum seine eigene Herkunft geschickt bemänteln kann… Der Abschluss als melancholisch wegdriftendes, Schlingern, focussiert auf ein paar einzelne, säulenhafte Akkorde und den Schimmer von Tremolo… wow.

“In Time this too will Fade” von Yellow6 ist bei Tonefloat Records erschienen.

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CROWBAR

Posted in Release on February 12th, 2011 by M.H.

Die Sludge-/Doom-Metal Institution Crowbar ist zurück. Exakt sechs Jahre nach ihrem letzten Album “Lifesblood For The Downtrodden” haben Kirk Windstein und seine Mannen gestern mit “Sever The Wicked Hand” ihren neunten Longplayer in die Läden gestellt. Viel ist passiert seit 2005, Tourneen und Studioarbeit mit Down und Kingdom Of Sorrow haben seine volle Aufmerksamkeit eingefordert. Zudem hat das einzig verbliebene Originalmitglied seine Alkohol- und Drogenprobleme überwunden.

Nicht nur der offensichtlichen Metapher, die sich hinter dem Albumtitel verbirgt, sondern insbesondere auch seinen Texten und seinem Gesang, der streckenweise auf unnachahmliche Weise Schmerz und pure Verzweiflung transportiert, merkt man an, dass hier sehr persönliche Erfahrungen verarbeitet wurden. Authentischer und intensiver kann man Emotionen nicht in Musik verpacken. “Sever The Wicked Hand” liefert den absoluten Crowbar-Trademark-Sound. Weder fehlen die monströsen Riffs, noch die Doomwalzen im Downtempo oder die treibenden Hardcore Momente. Aber auch den großen Harmonien und Melodien, der Ruhe und der Melancholie, wird Raum geboten. Bei aller gnadenlosen Wucht und Härte zaubert die Band reihenweise Ohrwurmmelodien aus dem Ärmel. Ein starkes Comeback, welches wohlige Erinnerungen an Crowbar-Großtaten der 90er Jahre wachruft.

“Sever The Wicked Hand” ist in Europa bei Century Media Records erschienen und eine ausgedehnte Europa Tour ist in Planung. Zwei Tracks findet ihr als Stream auf der Bandseite und auf youtube gibt es das offizielle Video zu “Cemetery Angels”.

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TIM HECKER LÄSST DAS PIANO STERBEN

Posted in Release on February 8th, 2011 by D.K.

Die Bezeichnung “Sound Artist” ist das wohl passendste Wortgebilde, um die musikalische Arbeit von Tim Hecker aus Montreal in Worte zu fassen. Seit fast zehn Jahren veröffentlicht Hecker unter seinem Namen Platten, die sich im Bereich von Ambient, Drone und minimalistischen Elektroniksounds bewegen. Grundlage sind immer Aufnahmen echter Instrumente, die Hecker im Nachgang überarbeitet.

tim hecker bei den aufnahmen in der isländischen kirche

Diesen Monat steht sein neues Album “Ravedeath, 1972″ vor der Veröffentlichung. Im Sommer 2010 hat sich Tim Hecker zusammen mit Ben Frost und Paul Corley in eine Kirche im isländischen Reykjavik begeben, um dort das Album an einem Tag einzuspielen. Die dortige Kirchenorgel ist das Hauptinstrument auf “Ravedeath, 1972″ und wird unter anderem von Pianoaufnahmen aus der Kirche untermalt. Das Endresultat hat James Plotkin gemastert.

Das Cover von “Ravedeath, 1972″ zeigt eine Gruppe von Menschen, die kurz davor sind, ein weißes Piano von einem Flachdach zu werfen. Genauer gesagt ist es eine Studentengruppe, die 1972 erstmals diese Aktion durchgeführt hat, die bis heute Bestand hat und sich zu einem regelmäßigen Ritual entwickelt hat. Tim Hecker hat das Foto bei Recherchen gefunden, abfotografiert und als Motiv für sein fertiggestelltes Album verwendet.

tim hecker ravedeath, 1972

Stellen wir uns vor, das Piano, das auf der Fotografie zu sehen ist, habe eine Seele und das Album wäre der Soundtrack, der das wiedergibt, was dem Piano vom Wurf bis zum Aufprall widerfährt. Alles beginnt mit “The Piano Drop”, einem kurzen, lauten Song, in dem sich eine Noise- und eine Synthieschicht mit Tremoloeffekt gegeneinander aufwiegen. Der Moment der Aufregung, bevor die Studenten das Piano fallen lassen. Dann der Moment des Loslassens. Das dreiteilige “In The Fog” setzt mit einem warmen langsamen Orgelsound ein. Ab hier läuft alles in Zeitlupe und der Fall des Pianos verlangsamt sich. Tim Hecker schafft hier Korridore und Räume von Ambientsounds, Delay- und Loopkonstrukte bilden unterschwellige Beats. Mal schimmert ein Piano durch, mal ein verzerrtes Saiteninstrument. Das Album endet mit dem dreigeteilten “In The Air”, das zunächst leise und melancholisch anfängt und sich zu einer Aufschichtung von Sounds auftürmt. Das Ende des Films naht: der Aufprall des Pianos steht bevor. Dann in “In The Air III” die Erlösung. Der Song baut auf eine Pianomelodie auf, die immer weiter verfremdet wird. Hall entzieht dem Pianosound den Boden, den Halt… es schwebt. Das Piano ist schon längst auf dem Boden aufgekommen und seine Seele entschwindet, der Song wird langsam ausgeblendet. Es ist vorbei.

Wer sich diesen Film auch mal “anhören” möchte, sollte sich “Ravedeath, 1972″ unbedingt zulegen. Das Album erscheint Mitte Februar auf CD und LP über Kranky Records.

tim hecker bei den aufnahmen zu

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JEFRE CANTU-LEDESMA

Posted in Release on February 8th, 2011 by D.K.

Jefre Cantu-Ledesma ist ein Musiker aus San Francisco, der nebenbei auch Artworks für andere Künstler gestaltet und das Indielabel Root Strata ins Leben gerufen hat. Mit seiner Band Tarentel hat Cantu-Ledesma bereits Ende der Neunziger die Kritiker überzeugen können. Neben seiner Arbeit als Labelinhaber ist Cantu-Ledesma in verschiedene Musikprojekte involviert. Seine Soloarbeiten sind in den letzten Jahren aber immer weiter in den Vordergrund gerückt.

love is a stream artwork

Mit „Love Is A Stream“ hat Jefre Cantu-Ledesma vor ein paar Wochen sein neustes Soloalbum veröffentlicht, auf dem er seiner Vorliebe für minimalistische Shoegaze-Noise-Sounds nachgeht. Das Album ist laut und noisig, aber auch melodisch und einfühlsam zugleich. Diese Mischung zieht einen direkt beim Opener „Stained Glass Body“ in ihren Bann und lässt einen erst bei „Mirrors death“, dem letzten Song der Platte, wieder los. Oberflächlich kratzt und dröhnt es, während im Hintergrund unterschwellige Ambientlandschaften durchschimmern. Jefre Cantu-Ledesma spielt unserer Wahrnehmung einen gelungenen Streich. Eine Herausforderung für die Sinne. Platte auflegen, laut aufdrehen und schauen was passiert.

Erschienen ist „Love Is A Stream“ bei Type Records, dem Label seines musikalischen Kollegen Xela. Der LP Version liegt eine Bonus CD namens „Love Is A Dream“ bei, auf der Jefre Cantu-Ledesma zusammen mit Xela die Albumsongs beziehungsweise Passagen daraus überarbeitet und geremixt hat. Das Ergebnis ist ein komplett neues Album mit sechs dronigen Songs. Wer sich das Album kaufen möchte, sollte sich unbedingt für diese Kombi entscheiden, denn die beiden Platten funktionieren sehr gut zusammen.

jefre cantu-ledesma

Auf der Soundcloud Seite von Jefre Cantu-Ledesma könnt ihr euch einige Songs von „Love Is A Stream“ vorab anhören.

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VANESSA VAN BASTEN

Posted in Release on February 7th, 2011 by M.H.

Bandnamen können oftmals in die Irre führen. So haben Vanessa Van Basten weder etwas mit holländischem Fußball am Hut, noch eine Frau in ihren Reihen. Vielmehr handelt es sich um ein italienisches Experimental- und Instrumental-Duo, unterstützt durch verschiedene Musiker der italienischen Underground Szene. Sie selbst beschreiben ihre Musik als "slow, heavy and metaphysic" und haben soeben mit "Closer To The Small/Dark/Door" via Robotic Empire Records ihr neues Album veröffentlicht.

Zunächst wähnt man sich in ruhigen, typisch postrockigen Gefilden, bevor Song Nummer zwei zum Einstieg mit einem lupenreinen Death Metal Paukenschlag aufwartet. So zieht es sich wie ein roter Faden durch die gesamte Platte, abwechslungs- und wendugsreich geht es zu. Überwiegend sehr entspannt und atmosphärisch, jedoch immer wieder von heftigeren Ausbrüchen konterkariert oder auch mal von einem beschwingten Interlude aufgelockert. Viele Feinheiten gilt es zu entdecken, immer neue Facetten eröffnen sich dem aufmerksamen Hörer. Ob Samples oder Bläsereinsatz, Synthesizer oder Akustik Gitarren – diese detailfreudige Platte will intensiv gehört und gewürdigt werden und eignet sich bestens für den Einsatz unter dem Kopfhörer.

Zwei Songs könnt ihr euch kostenlos auf der Soundcloud Seite des Labels herunterladen, bestellen könnt ihr die CD zum Beispiel über den Denovali Mailorder. Leider werden wir Vanessa Van Basten in nächster Zeit erstmal nicht live erleben, da Bandkopf Morgan Bellini vor kurzem nach Wien übergesiedelt ist, um von dort aus mit neuen Musikern an der Fortführung von Vanessa Van Basten zu arbeiten.

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FABIO ORSI

Posted in Release on February 6th, 2011 by D.K.

Seit grad mal fünf Jahren veröffentlicht der Italiener Fabio Orsi aus Taranto seine experimentellen Ambientplatten und hat es bis heute bereits auf mehr als 20 Solo-, Split- und Kollaborations-Veröffentlichungen gebracht.

Fabio Orsi

Auf seinem Solodebut, das 2006 nach einer Split mit My Cat Is An Alien folgte, überschlagen sich die verschiedenen Ideen, die Fabio Orsi hat. Field Recordings, Gitarrendrones, O-Töne und folkloristische Schnipsel gehen eine interessante Liaison ein. Es folgen diverse Alben und Zusammenarbeiten. Es ist schwierig einzelne Platten herauszupicken, aber definitiv “nicht überhören” solltet ihr “Winterreise”, das letztes Jahr auf Slow Flow Records erschienen ist. Ganz nach dem Motto des Labelnamens fließen hier die minimalistischen Dronelandschaften durch die Gehörgänge und erzeugen eine warme Atmosphäre. Die Zusammenarbeit mit Seaworthy “Near and Faraway” (Low Point Records), auf der jeweils ein Solostück und ein gemeinsamer Song vertreten sind, zeigt wie einfühlsam Field Recordings (u.a. Entengequake) und Soundflächen zusammengeführt werden können.

Wer einen Überblick über die Vielfältigkeit von Fabio Orsis minimalistischen Klangskulpuren bekommen möchte, sollte sich “Random Shades Of Day” besorgen. Das britische Label Privileged To Fail hat letztes Jahr einige alte Singles und EPs, sowie ein neues Album in einer 3CD Box zusammengestellt.

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Mit “Stand Before Me, Oh My Soul” liefert Fabio Orsi diesen Monat eine kleine Überraschung. Acht Tracks, die so gar nicht minimalistisch sind, sondern aus mehreren Schichten von Gitarren-, Keyboard- und Vocalsounds bestehen und von treibenden Drums unterstützt werden. Für die Drums beziehungsweise die Drumloops hat sich Orsi die Hilfe von Rich Baker (ARC, Aidan Baker) geholt, den Rest hat er wie gewohnt alleine eingespielt. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Songs, die meist die 10-Minuten-Marke kratzen, präsentiert Orsi hier viele kurze Stücke. Man weiß gar nicht, wie man das stilistisch einordnen soll, was da auf “Stand Before Me, Oh My Soul” zu hören ist. Eine Fusion aus Drone, Alternative, Industrial und Noise. Das Album ist nicht zurückhaltend, sondern treibt aggressiv voran und zeigt sich nicht nur anhand von Titeln wie “Papa, Show Me Your Blues LPs” und “Please Could You Hide That Ghost Noise” verspielt. Lediglich der letzte Track “Soon, I´ll Be At Home” mit weit über 10 Minuten Spielzeit und einem typischen Ambienteinstieg, erinnert an alte Orsi Songs. Der Tracktitel vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass Orsi sich auf einer musikalischen Reise befindet und bald wieder heimkehrt zu den ruhigeren Tönen. Wer weiß. Auf alle Fälle ein gelungener Bruch.

“Stand Before Me, Oh My Soul” ist über das australische Label Preservation in einer 300er Auflage erschienen und dort oder über Fabio Orsi erhältlich.


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STELLARDRIVE

Posted in Release on February 6th, 2011 by D.K.

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Stellardrive ist eine sechsköpfige Instrumentalband aus dem französischen Besançon. Die Franzosen schwören auf die Kraft von energiegeladenen und kreativen Gitarrenarrangements und gehören, was Frankreich betrifft, zu den interessantesten Vertretern aus dem Post-Rock-Bereich.

Alles fing 2005 mit den Aufnahmen zu ihrer ersten EP “ERS-1″ an, es folgten Teil 2 & 3, die alle über das Lost Children Net Label veröffentlicht worden sind. “ERS-3″ ist dort weiterhin kostenlos erhältlich. Mittlerweile sind Stellardrive bei “ERS-4: Speak, Memory” angekommen, dem bisher ausgetüfteltsten Album ihrer Karriere. Stellardrive vereinen hier alle Stärken, angefangen bei ruhigen melancholischen Momenten mit minimalen Elektronikeinflüssen bis hin zu fast noisig-doomigen Kraftausbrüchen und das alles in einem Flow, der die sieben Songs von “ERS-4″ zu einem gelungenen Gesamtwerk verbindet. Instrumentalrock, der Laune macht.

“ERS-4: Speak, Memory” ist über Le Sonotone Records erschienen und als CD im schicken Digipack oder als Download erhältlich.

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TUPOLEV

Posted in Release on February 5th, 2011 by D.K.

Tupolev ist ein Quartett aus Wien, das mit "Towers Of Sparks" diese Tage sein zweites Album veröffentlicht hat. Türme von Funken sind es auch, die in den Kopf des Hörers überspringen, wenn man sich das Album zum ersten Mal anhört. Was machen die da? Machen die Jazz, machen die experimentelle Musik oder doch irgendwas anderes. Wichtig ist, das was Tupolev machen, machen sie gut.

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"Its" fängt trügerisch eingängig an, mit einer Melodie, auf einem Flügel gespielt. Doch es dauert nicht lang, bis klar wird, dass dieses Album nicht als eingängig abgestempelt werden möchte. Die Klaviermelodie bricht jazzig auf, Drums setzen ein, Takt ist hier für den Laien nicht wahrnehmbar. "Pole" greift die Stimmung des Openers auf. Dann das dreigeteilte Titelstück des Albums. Flügel, Cello, Bass, Drums und Elektronik gehen mit dem Hörer auf eine Reise, die mal zugänglich, mal verstörend ist, aber nie den Eindruck erweckt, richtungslos zu sein. Tupolev sind keine Freunde von Wiederholungen, keine Idee, keine Struktur findet sich im Verlauf wieder. Das einnehmende "Juno" als Abschluss mit langen, fast bluesigen Passagen und einem kleinen Ausbruch, bevor der Hörer mit den letzten Tastentönen entlassen wird.

Das Klavier als Instrument steht auf Tupolevs neuem Album eindeutig im Vordergrund. Ein Flügel um genau zu sein, den die Band im Keller des Garnison 7 Studios in Wien entdeckt hat, in dem auch "Towers of Sparks" von Bandmitglied Alexandr Vatagin (Bass & Cello) aufgenommen und von Martin Siewert abgemischt und gemastert wurde.

"Towers of Sparks" ist beim Wiener Label Valeot Records erschienen.

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THE GREAT SAUNITES

Posted in Release on February 5th, 2011 by D.K.

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The Great Saunites ist ein italienisches Duo, bestehend aus Atros am Bass und L. Kandur Layola an den Drums. Mehr als einen verzerrten Bass und treibende Drums brauchen die beiden auch nicht, um ihre energiegeladene Mischung aus 90er Indie-Stoner-Psychedelic-Rock zu präsentieren.

“Delay Jesus ´68″ ist ihr Labeldebut, auf dem drei Songs vertreten sind. Das fünfminütige “Tanit” als Opener, mit seiner charmanten Richtungslosigkeit, lässt das Gefühl von Hektik aufkommen und klingt mehr nach Schrammelgitarre als nach einem Bass-geprägten Song. Das fast zehnminütige “Golden Mountain” ist dagegen lang genug, um den Ideen der Musiker Platz zu schaffen. Mal schnell und wild, mal langsam und bedacht, weiß der Song zu überzeugen. Eine Viertelstunde dann für den Titeltrack und Abschluss der Platte. Hier zeigt die Band ihre Psychedelicqualitäten und krempelt den anfangs trashigen Indiesong in einen epischen Rocker um, der das Minialbum gebührend enden lässt.

Das Album von The Great Saunites ist als Zusammenarbeit der beiden italienischen Label Hypershape Records und Verso del Cinghiale erschienen.

The_Great_Saunites

Das selbstbetitelte und selbstveröffentlichte Debüt aus dem Jahr 2009, als die Band noch ein Trio mit Gesang war, könnt ihr euch hier runterladen.

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