LIVE: 3 SECONDS OF AIR

Posted in ontheroad on March 27th, 2011 by D.K.

Letzter Freitag im März. Kurzurlaub in Antwerpen. 3 Seconds Of Air laden ein zur Livepremiere ihres neuen Albums “We Are Dust Under The Dying Sun”, das an dem selbigen Tag über Tonefloat Records erscheint.

3 seconds of air

Erstmal das Hotel finden, in dem wir die Nacht nach dem 3 Seconds Of Air Konzert verbringen wollen. Wir sind umgeben von kleinen schmalen Häusern, an jeder Ecke ein Diamantenhändler und auf den Straßen laufen überwiegend orthodoxe Juden in voller Montur rum. Eben noch im altbekannten Ruhrpott und zwei Stunden später in dieser äußerst interessanten anderen Welt gleich um die Ecke.

Nach einem Spaziergang durch die Altstadt machen wir uns dann auf den Luchtbal zu finden, in dem das Konzert stattfinden wird. Das Theater liegt außerhalb des Stadtkerns in einer moderneren Wohngegend mit Hochhäusern und einem großen Park gegenüber einer Industriemeile. Dann dieses dezente verwinkelte Betongebäude, das von außen ausschaut wie eine Sporthalle; der Luchtbal. Krasses Kontrastprogramm zum zuvor erlebten Antwerpen.

dirk serries of 3 seconds of air

Nachdem der Gong erklingt, betreten wir und die knapp 90 anderen Leute, die der Einladung gefolgt sind, den Theatersaal. Dunkelblau und Schwarz, das sind die Farben, die hier zu sehen sind. Auf der großen Bühne mit schwarzem Holzboden sind drei Hocker, drei Amps, zwei Gitarren und ein Bass samt Effektgeräten und Leuchtröhren im Halbkreis angeordnet. Paul Van Der Berg, Martina Verhoeven und Dirk Serries lassen auf sich warten, die Spannung steigt. Einige Zeit später betreten die drei Musiker die Bühne. Die Herren in schwarzen Anzügen, die Dame in einem grauen Kleid. Sie setzen sich, greifen zu ihren Instrumenten und verharren kurz. Martina Verhoeven setzt ein und spielt ihren Fretless-Bass an und gleitet mit ihren Fingern über die Basssaiten. Der Basssound rollt schwerfällig durch die Soundanlage und legt die Basis für den ersten Song. Dirk Serries setzt mit konzentriertem Blick ein und Paul Van Der Berg folgt. Nach einigen Minuten und erzeugten Gitarrenloops löst sich die Spannung bei den Musikern und sie nehmen die Zuhörer mit auf eine Soundreise, die sich zwischen Ambient, Blues und irgendwie auch ein wenig im Jazz bewegt. Die nächsten 50 Minuten sind wir in der Welt dieses kleinen Halbkreises unterwegs, den 3 Seconds Of Air auf der Bühne erschaffen haben. Der Bass walzt voran, die eine Gitarre erzeugt atmosphärische Klanglandschaften, während die andere Gitarre Melodien aufschichtet und sich alles zu einer Skulptur vereint. Inmitten des aufgeschichteten Songs stellt Martina Verhoeven ihren Bass ab und lässt die beiden Herren weiterspielen. Dann steht auch Paul Van Der Berg auf und verschwindet im dunklen Bereich hinter der Bühne. Dirk Serries spielt noch einige Momente weiter bis auch er die Bühne verlässt und uns Zuhörer mit den letzten nachhallenden Loops alleine lässt. Der Sound wird leiser und erlischt. Während die Besucher klatschen kommen die Drei nochmal auf die Bühne und bedanken sich mit zufriedenen Gesichtern bei der Menge und entschwinden dann wieder.

Was für ein Tag, was für eine Fülle an verschiedenen Eindrücken. Ewig in Erinnerung bleibend.

3 seconds of air

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DAKOTA SUITE & EMANUELE ERRANTE

Posted in Release on March 27th, 2011 by D.K.

Das kleine Dortmunder Label Lidar zeichnet sich durch seine ebenso kleine Diskografie aus, die bisher aus dem Drone-Folk-Werk  “A Darkness” von Jasper TX und dem von Kritikern hochgelobten selbstbetitelten Debüt von Bersarin Quartet bestand.

The_North_Green_Down_cover

Mit “The North Green Down” von Dakota Suite & Emanuele Errante gesellt sich nun ein weiteres Album dazu. Es ist die erste gemeinsame Arbeit für ein Album, nachdem die beiden schon für ein Remixprojekt zusammengearbeitet haben. Chris Hoosen alias Dakota Suite hat Emanuele Errante einige Songideen präsentiert, aus denen dann das gemeinsame Album entstanden ist.
“The North Green Down” besticht durch seine unverstärkte Schlichtheit, die vor allem von Pianoklängen geprägt ist und sich in den Gefilden von moderner alternativer Klassik bewegt. Akustikgitarre und Cello ergänzen das Gesamtbild und setzen zwischendurch Akzente. Besonders die Passagen, in denen das Cello von David Darling zum Einsatz kommt, erzeugen überraschende Gänsehautmomente. Die Stimmung des Albums ist immer nah an der Grenze zum Melancholischen, wirkt aber nie düster. So fällt es dem Hörer nicht schwer, sich ins Album reinzuhören. Das Titellied mit seiner einprägsamen Pianomelodie taucht zudem in verschiedene Songs unterteilt immer wieder auf und verleiht dem Album ein thematisches Gerüst. Im letzten Drittel des Albums setzt überraschend viel Elektronik ein, die sich aber in die Gesamtatmosphäre einfügt und dem Album eine experimentellere Note verleiht.

Dakota Suite

Einzig die Laufzeit von fast 80 Minuten bei insgesamt 18 Songs kann teilweise als zu lang empfunden werden, denn “The North Green Down” von Dakota Suite & Emanuele Errante würde auch in 50 Minuten sehr gut funktionieren. Das aber nur als Randnotiz. Wer auf alternative Musik mit klassischen Instrumenten und gelegentlichen Experimentiermomenten steht, wird dieses Album mögen.

Emanuele_Errante

Bestellen könnt ihr direkt bei Lidar.

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ZWEI MEINUNGEN ZUR NEUEN BORIS

Posted in Release on March 22nd, 2011 by N UND D.K.

BORIS

BORIS – NEW ALBUM

- MINUS -

Schlimmer als befürchtet oder einfach nur nicht so, wie gedacht/gewünscht/erhofft? Nach der 7inch Serie hatte es ja bereits genug Stimmen gegeben, die ein endgültiges(?) Abdriften in Richtung poppigen Metal vorhersahen. Dass Boris mit „New Album“ aber so viel weiter in diese Richtung und darüber hinaus; auch ganz ohne Metal gehen würden…Gut, rein optisch, dieses Cover mit seiner Fernost-Fantasy-Wet-Dream-Wata-Inszenierung gäbe da auch Stoff zum nachdenken, geht deutlich über die bisherige Japan-Askese/Klarheit bzw. 70ties Bezugnahme hinaus; eine zusätzliche Warnung, maybe. Zwei weitere Warnungen: Keyboards (by Wata), nicht nur gelistet, sondern exzessiv genutzt und ein Gesang von Takeshi, der so klingt, als ob er seit dem letzten Album genau so exzessiv Gesangsunterricht genommen hätte.

Der japanisch betitelte Opener: 80ties-Pop-Metal mit gitarrengedoppelten Gesangslinien plus Melodiesolo und ebensolchen Breaks… Auf „Hope“, zieht dann Wata mit ebenso improved Vocals nach, plus noch mehr „Uhs“ und „Ahs“; Pop in Reinkultur, Streicher als tragendes Gerüst, Keys und 1000 hintergründige Britzeleien dahinter. „Party Boy“, der Abschluss der A-Seite packt folgerichtig auf die gleiche Stimmung den Techno-Beat. „Black Original“ auf Seite 2 fängt dann auch gleich an wie ein Stück von Lady Gaga (das meine ich ganz ernst) und geht im Grunde auch so weiter, allein der Gesang ist in der Tonlage tiefer (=“Lady“ Takeshi).

Die Depressionen, die dies altgedienten Boris Fans bereiten mag (falls diese dieses „New Album“ nicht ohnehin schon weiter vorn an die Wand geschmissen haben) will „Pardon?“ (=Selbstironie?) möglicherweise lindern helfen; fragil, leise, balladesk plus ein Gitarrensolo im Michio Kurihara Stil, das erste Stück des „New Album“, das halbwegs an das bisherige Konzept anknüpft. „Spoon“; Rhythmik, Harmonien, Gesang in Melodie und Geschlecht: Heavy Shoegazing oder auch: My japanisch Bloody Valentine 2011. Siebter Titel, Elektro pur… der Synth-Rhythmus inspiriert… cooles Stück, ich gebe es zu. „Tu, la la“, setzt wieder auf Shoegazersound, ein Schuss mehr Rock/Metal, bei genauerem Nachdenken: Swervedriver, England, Creation-Label, ist hier die passende Referenz; auch in Bezug auf den Gesang. Eine Referenz, die, mit ein bisschen guten Willen, auch für den Abschluss des „New Album“ gilt: „Looprider“, mit englischem Refrain, übrigens.

Mit „New Album“ haben Boris sich völlig in den freien Flug ohne jede Bodenhaftung begeben: Destination wo auch immer sie wollen…oder einfach: das Boris’sche Adaptieren und Aufsaugen von Musikgeschichte bis ins Extrem getrieben und dann auch noch, bezogen auf den Tonträger, extrem dispers… vielleicht ein Experiment für Boris, es klingt nur nicht so für den/die Hörer(in)…

N

boris

+ PLUS +

Ein Keyboardsound wie eine Alarmsirene, das ist der Einstieg in die neue Boris und nach 45 Sekunden geht es los mit poppigem Rock mit der gewissen Boris-Note: die Sirene also als Warnung? Takeshi setzt mit erstaunlich professionell melodiösem Gesang ein. Wau, das hatte ich nicht erwartet, aber was kann man schon von einem neuen Boris Album schon erwarten. Meistens ist ja bei neuen Boris Alben nie das zu erwarten, was auf dem letzten Album zu hören war.

„Hope“ und „Party Boy“, mit genau so professionellem Popgesang von Gitarristin Wata, treiben den Hörer immer weiter in die Popwelt von Boris. Die Songs sind makellos, was bei anderen Bands eher negativ ausfällt, bei Boris aber irgendwie cool ist. „Black Original“ mit Popbeat, Vocoder und nur so ein bissel Gitarre treibt die neue Richtung dann auf die Spitze. Gewagt.

Die Rocksounds mit schrammeliger Gitarre, fettem Bass und knüppeligen Drums fehlen aber nicht ganz. So versöhnt „Spoon“ ein wenig und „Tu La La“ und „Looprider“ als Albumabschluss sind zwar gitarrenpoppig eingängig aber haben einen unwiderstehlichen Charme, dem man sich nicht widersetzen kann. Das Album endet mit den gleichen Sirenentönen, mit denen es auch angefangen hat. Hat was von “das Borismobil” rast mit Blaulicht durch die Anlage…

„New Album“ ist ein typisches Boris Album, denn es gibt keine typischen Boris Alben. Der Gang in die Popwelt ist den drei Japanern gelungen, weil sie dabei ihr Ding durchgezogen haben und sich nicht wie große Grungeikonen in die Hände von noch größeren Popproduzenten begeben haben um sich ein nichtselbstgeschriebenes Album aufschwatzen zu lassen. Hut ab vor so viel Mut. Natürlich hoffe ich, dass das nur ein Besuch im Popkosmos war und Boris irgendwann wieder ein droneviliges Album aufnehmen werden.

D.K.

„New Album“ ist als Vinyl über Daymare Records und als CD über Tearbridge Records als Japan-Only-Release erschienen. Im April wird das amerikanische Sargent House Label zwei internationale Boris Platten gleichzeitig rausbringen. Auf dem n e u e n „Heavy Rocks“ (gleicher Titel und gleiches Artwork wie 2002, aber komplett neues Album) und „Attention Please“ werden einige der Songs dieses Albums vertreten sein.

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LIVE: MOGWAI

Posted in ontheroad on March 20th, 2011 by D.K.

Montagabend, der erste Arbeitstag der Woche ist überstanden. War auch nicht sonderlich schwierig, denn die Vorfreude auf den Abend ist groß. Denn Mogwai spielen in der Live Music Hall in Köln.

mogwai "you´re lionel richie" live

Wir sind pünktlich zum Einlass um 20 Uhr da. Vor dem Eingang eine Schlange und in der Halle gut gefüllt. Es sind mindestens so viele Gäste da, wie in das Stollwerk reinpassen, aus dem das Konzert wegen der hohen Nachfrage verlegt wurde. Erst um 21 Uhr kommt RM Hubbert auf die Bühne. Der Schotte gibt seine instrumentalen Akustikgitarrenstücke zum Besten und untermalt sein Set mit sehr langen Erzählungen zur Entstehung seiner Songs. Eigentlich ganz nett der Typ und seine Musik, aber in einer vollen Halle die auf Mogwai wartet, irgendwie nicht so passend. Warten… ja, das müssen wir noch eine Weile.

Dann, kurz nach 22 Uhr, kommen die fünf Schotten (samt Kele-Okereke-Lookalike-Verstärkung an der Geige) auf die Bühne und fangen sofort mit “White Noise” an. Guter Einstiegssong, nicht zu laut, nicht zu leise. Dann direkt “Rano Pano” als Wachmacher. Leider zu leise, denn man kann den Song auch ohne Ohrstöpsel hören. Danach gehts etwas seichter weiter bis in der Mitte des Sets “San Pedro” wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Als “I´m Jim Morrison, I`m dead”  einsetzt kommt ein überraschendes “Ich-kenn-das-Lied-cool-dass-ihr-das-spielt-Klatschen”. Zu Recht, denn der staubtrockene Basseinsatz in der Hook geht unter die Haut. Highlight ist jedoch “You´re Lionel Richie”, für das der Geigenmann auf die Bühne kommt, um den Sound mit einer dritten Gitarre zu unterstützen. Viel direkter und viel droniger als auf der Platte walzt sich das Lied in die Ohren. Die Lichtshow ist bei diesem Lied besonders hell… ein Lichtblick im wahrsten Sinne des Wortes. Das eigentliche Set endet mit “Bat Cat”, aber natürlich kommen Mogwai für eine Zugabe auf die Bühne. Nachdem während des Sets der Band so einige Spielfehler unterlaufen sind und die Band die erste Zugabe schon zu Beginn verpatzt, sieht sich Stuart Braithwaite in der Pflicht eine Erklärung dazu abzugeben. Die Band habe letzte Nacht die aktuelle Exorzist DVD samt Bonusmaterial geguckt, wo ein echter Exorzismus mitgefilmt wurde. Stuarts Vermutung ist demnach, dass die Band nach dem Filmabend besessen sei und deswegen Fehler mache. Klingt logisch. Das Zugabeset endet mit “Christmas Steps”. Gute Wahl.

Nach gut 90 Minuten ist das Konzert vorbei, wir machen uns auf den Heimweg und nehmen den Lionel-Richie-Ohrwurm mit einem Lächeln mit nach Hause.

Mogwai

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COEXTINCTION RECORDINGS

Posted in Label on March 18th, 2011 by M.H.

Im November 2010 nahm das innovative Online-Label Coextinction Recordings in New York seine Arbeit auf. Mit “promote an artist- and fan-friendly community while trying to create a home for unique and special moments in music” wird das Konzept eindeutig proklamiert. Das klingt sympathisch und sollte Grund genug sein, der Webseite einen Besuch abzustatten.

Coextinction Records operiert aus dem in Park Slope, Brooklyn ansässigen Translator Audio Studio heraus und bietet sämtliche Veröffentlichungen ausschließlich über coextinction.com zum digitalen Download an. Die Betreiber des Labels, die Musiker Dave Curran (Unsane, Players Club) und James Paradise (Fresh Kills, Players Club), sowie die Produzenten Andrew Schneider und Chris Spencer, haben kein Interesse an Full-Length-Alben oder längerfristigen Kontrakten mit Bands, sondern beschränken sich bewusst auf einmalige kreative Projekte.

Bisher erschienen sind Projektarbeiten von Unsane, Goes Cube, Shrinebuilder, Pigs und zuletzt, am 15. März, zwei neue Songs von Julie Christmas. Für 2011 sind u.a. Veröffentlichungen von The Brought Low, Big Business, Totimoshi, Rosetta und City Of Ships geplant. Es empfiehlt sich somit, Coextinction Recordings im Auge zu behalten.

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OWWL

Posted in Musik on March 18th, 2011 by N

owwl_werkzeuge

Die Besonderheit von “Tree Speaks To Stone; Stone Speaks To Water” von OWWL aus Bonn liegt darin, dass es die Erwartungen nicht erfüllt; zumindest nicht die nahe liegenden: Stefan Otto (Harmonium) und Mick Schulz (Feedback-Gitarre), legen ein Drone-Album vor.

Soweit… und/aber: legen damit mal eben eine weitere Möglichkeit vor für “ein eigener Stil und wie man ihn erreichen kann”. OWWL outen sich dabei als Minimalisten, konzentriert auf die zwei Klangquellen und, soweit ich das beurteilen kann, zumindest weitestgehend fokussiert auf das, was ohne Overdubs spielbar ist. Setzen auf einen extrem archaischen Sound, der (gefühlt) die Naturassoziationen des Titels perfekt widerspiegelt und als rauer, bröckelig korrodierter Klangstrom alle vier Stücke bestimmt und zu einem sehr homogenen Ganzen verschmilzt. Einem sehr präsenten ganzen zudem; körperhaft windend, fernab bekannter sphärischer entwürfe des Genres. Der Ton scheint fast lebendig; wie ein Tier, dass, in irgendeiner weise verwundet, seinen schmerz herausschreit.

Definitiv keine Hintergrundmusik, selbst bei geringer Lautstärke entwickelt “Tree Speaks To Stone; Stone Speaks To Water” eine Präsenz, die Aufmerksamkeit (oder eben Flucht) geradezu erzwingt. Durch den Verzicht auf erkennbare Melodien und den stellenweise fast atonalen Charakter (positiv gemeint), der dennoch nie auch nur in die Nähe von Noise gerät und die soundlichen Eigenheiten der beiden Instrumente bis ins Extrem miteinander verwebt, wird die das ganze Album beherrschende Atmosphäre einer archaisch-rituellen Bedrohung nur noch verschärft; auch der abrupte Schluss von “IIII” passt zu dem kompromisslosen Konzept perfekt. Beschwörende Schamanen, die Beiden, davon bin ich überzeugt. Sehr empfohlen für alle, die ein Ohr für Drone jenseits von Produktions-Überzuckerung haben. Und für die anderen, zum freihören. Hoffentlich auch einmal live zu hören…

owwl

Cover aus gefalteter, superschwerer pappe mit dem Foto eines Gefiedergewirrs… sagte ich: Schamanen? + transparenter Papiereinleger. Hörproben und Bestellmöglichkeiten findet ihr hier.

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LIVE: TONEFLOAT FESTIVAL

Posted in ontheroad on March 16th, 2011 by N

Das 100ste Release und wieder eine Tonefloat Nacht, diesmal Tilburg, Paradox.

The_Sleep_of_Reason

Profane Parkplatzprobleme bzw. mein Unglauben über Parkplätze, die, egal wann man kommt, immer für den ganzen Tag bezahlt werden müssen und mal eben die Kleinigkeit von 15 Euro kosten, lassen mich so lange suchen (und letztendlich zumindest einen Platz für die Hälfte finden, was immer noch jenseits von gut und böse ist), dass wir den Auftakt durch Sand Snowman verpassen. Wie ich später erfahre, hatte sich dieser für den Auftritt hier im Paradox ein weiteres Mal auf das ganz minimalistische konzentriert; Akustik-Gitarre + Looper; ohne die Vielfältigkeit der Instrumentierung seiner Platten. Irgendwie hätte ich ganz gerne mal eine Platte in diesem Stil…, hat was, das konnte ich bereits einmal zuvor erleben.

Ankunft also in der Pause vor March, die, gekleidet im Stil eines Nachtkluborchesters, ihr Album “March” präsentieren. Im Focus der Gesang von Maarten Scherrenburg, unterstützt von einem ganzen Arsenal von Akustikgitarren und einer ganz selbstverständlichen Verbindung von vordergründig “akustisch” geprägter Musik und ganz von hinten anschleichender Elektronik; kaum zu glauben (wenn Mann und Frau es nicht selbst gehört hat) wie gut z.B. das Live-Schlagzeug durch einen Backing-Track vom iPod(!) ersetzt werden konnte, wenn der Schlagzeuger zum Vibraphon (oder war es ein Xylophon?) wechselte…

Astralasia, eine ganz andere Baustelle, Impro-Focus (bei diesem Auftritt zumindest), Free-Floating; für viele im Publikum wohl auch zu free, zwar keine Flucht der Audience, aber ein immer stärker ansteigender Level von Hintergrundgerede; hier ging die Musik an vielen vorbei. Möglicherweise auch, weil es dann doch ein wenig konturlos blieb (hier und heute abend).

Ron_Geesin

Umbaupause, 1 1/2 Stunden, die Möglichkeit einheimische Spezialitäten zu testen und dann Bühne frei für Ron Geesin, ebenfalls mit neuem Album (“roncycle1: the journey of a melody”) auf Tonefloat. Und dieser zeigte eine echte Achterbahnfahrt aus Ernsthaftigkeit (eher die Flügelstücke), Ironie (eher die Banjostücke) und ebenso ironisch überhöhter Selbstdarstellung (im übertriebenen Posieren vor der Liga der ernsthaften Fotografen in der ersten Reihe); gut!

The Sleep Of Reason, Dirk Serries und Jon Attwood (Yellow6), hatten ihren lang erwarteten Trilogie-Release immer noch nicht dabei, spielten aber im Gegenzug ein Doppel-Les-Paul-Konzert mit gleichermassen körperlichen wie intimen Sound. Direkter, weniger sphärisch als die Soundsnippets auf der früheren(?) Website, die Spannung auf die Platte wächst. Gemessen am Publikumszuspruch sicherlich einer der Acts, auf den hier viele gespannt waren…

Und zum Abschluss eines Abends voll guter Musik und tatsächlich eingehaltenen Ablaufzeiten (und das ohne erkennbare Hektik oder Stress), The Use Of Ashes, die neben ihrer Musik insbesondere durch ihre skurrile Bühnenshow faszinierten; irgendwie in einer anderen Zeit oder Fantasy-Parallelwelt verhaftet. Allein Maarten Scherrenburg (auch bei March), der dritte im Bunde, hatte seine The Use Of Ashes-Bühnenkleidung wohl nicht dabei und fiel damit aus dem Rahmen, aus dem üblicherweise die ganze Band fällt (und damit wieder zurück ins hier und jetzt?)…

Und noch ein paar Worte zu dem Tonefloat-Buch plus 2 x 10inch: Alles, was im Netz davon zu sehen ist, kann die Wirklichkeit nicht im entferntesten erreichen: wirklich fantastisch und weit mehr, als irgendeine Zusammenstellung der Labelgeschichte, eher: ein Zeugnis der Liebe zur Musik.

Und, nochmal das Konzert: viele bekannte Gesichter im Publikum des vollen Paradox, übrigens auch von Seiten der Künstler… solcher, die extra für diesen Abend angereist waren; als Publikum…

The_Use_Of_Ashes

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UP IN SMOKE – VOLUME II

Posted in ontheroad, Release on March 13th, 2011 by M.H.

Bei Freunden zeitloser Rockmusik genießt das US-Label TEE PEE RECORDS seit jeher einen exzellenten Ruf, zeichnen sie sich doch ein ums andere Mal durch außerordentlich hochwertige Veröffentlichungen aus. Im April werden sie nun vier ihrer Aushängeschilder gemeinsam auf Tour schicken. Unter dem stilvollen Banner “UP IN SMOKE – VOLUME II” werden sich The Atomic Bitchwax, Mirror Queen, Naam und Quest For Fire allabendlich die Ehre geben.

Seit mehr als 15 Jahren schon paaren sich bei The Atomic Bitchwax 60er Jahre Psychedelia und 70er Jahre Gitarrenriffs mit experimentellem Prog Rock. Die New Jersey Institution, aktuell repräsentiert durch die Szene-Veteranen Chris Kosnik (Bass, Gesang), Finn Ryan (Gitarre, Gesang) und Bob Pantella (Schlagzeug), steht in jeder Hinsicht für ein hohes Maß an Aktivität und Tatendrang, was sich an ausgedehnten Tourneen und der Anzahl der bisherigen Veröffentlichungen festmachen lässt. Nach drei Longplayern und zwei EPs folgt im nächsten Monat der sechste Streich in Form des Albums “The Local Fuzz”, einem über 40-minütigen kraftstrotzenden, nahezu instrumentalen Song-Monster, das mit nicht weniger als 50 Riffs und einer enormen stilistischen Bandbreite aufwartet. Durch seinen Abwechslungsreichtum besitzt “The Local Fuzz” indes weniger klassischen Songcharakter, als vielmehr akutes Jam-Session Flair.

Auch die New Yorker Stoner Kreisor, die mittlerweile unter dem Namen Mirror Queen firmieren, können, neben Tourneen im Vorprogramm von UFO und Uli John Roth, bereits auf die Veröffentlichung dreier Alben zurückblicken. Die beiden Originalmitglieder Kenny Kreisor (Flying V, Gesang) und Jeremy O’Brien (Schlagzeug) haben sich mit Dave McGauley am Bass und Steve Austin an der zweiten Gitarre verstärkt, um mit ihnen das neue Album “From Earth Below” einzuspielen, das im April das Licht der Welt erblicken wird. Auf Gesang verzichtet die Band nur partiell, wodurch sich seine Effektivität jedoch ganz natürlich erhöht. Mirror Queen reichern ihren zeitgenössischen Stoner Sound mit reichlich 70er Jahre Einflüssen an. Namentlich genannt werden in diesem Zusammenhang Größen wie Deep Purple, Hawkwind oder Captain Beyond, wobei von letztgenannten auch gleich noch ein Song (“Mermerization Eclipse”) gecovert wurde.

Dritte Band im Bunde sind die New Yorker Psychedelic Rocker Naam, die in der Besetzung Ryan Lugar (Gitarre, Gesang), John Preston Bundy (Bass, Gesang) und Eli Popazito (Percussion) die Nummern ihres noch immer aktuellen Debüt Albums präsentieren werden. Genauer vorgestellt hatten wir euch das Trio bereits an dieser Stelle.

Abgerundet wird das Lineup durch die aus Toronto stammenden Quest For Fire, bei denen spaciger Garagenrock auf bluesige Elemente, poppige Melodien auf erdige Hardrock Riffs treffen. Die Kompositionen der 2007 gegründeten Band, bei denen eine gewaltige Intensität unter einer vordergründig eher ruhigen Oberfläche lauert, verlangen geradezu nach einer adäquaten Live-Umsetzung.

Diese exquisite Band Auswahl solltet ihr euch nach Möglichkeiten nicht entgehen lassen. Hier findet ihr wie üblich die detaillierten Tourdaten.

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BLOOD CEREMONY

Posted in Release on March 11th, 2011 by M.H.

Die aus Toronto stammenden Blood Ceremony stehen für die Art Hardrock, wie er Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre populär war, angereichert mit mächtigen Prog- und Doom-Reminiszenzen und dargeboten in der klassischen Gitarre/Schlagzeug/Bass/Gesang-Aufstellung. Das herausragende Element des Quartetts stellt Sängerin Alia O’Brien dar, die den Sound mit ihrer kraftvollen und doch unaufdringlichen Stimme dominiert, hier und da psychedelische Orgelteppiche legt und mit ihren Flötensolos, die unweigerlich Erinnerungen an Ian Anderson und Jethro Tull wachrufen, außergewöhnliche Kontrastpunkte setzt. Die Atmosphäre okkulter Horrorfilme, die Blood Ceremony als eine Inspirationsquelle anführen, ist allgegenwärtig und ein weiteres Detail, das die Nähe zu musikalisch ähnlich ausgerichteten Bands wie Jex Thoth offenbart.

Auf ihrem zweiten Album “Living With The Ancients” erleben wir eine Band, deren Kompositionen reifer und variabler klingen als zuvor. Speziell in der Gitarrenarbeit ist der Black Sabbath Einfluss bei Weitem nicht mehr so übermächtig, wie auf dem selbstbetitelten Debüt. Doch überzeugt euch selbst von der Weiterentwicklung dieser vielversprechenden, jungen Band – “Living With The Ancients” erscheint nächste Woche auf Lee Dorian’s Rise Above Records.

Solltet ihr Mitte April im niederländischen Tilburg weilen, sind die Kanadier ein Pflichttermin auf dem Roadburn Festival. Ansonsten bieten sich auf der anstehenden Europatour der Band noch viele weitere Optionen. Die genauen Daten findet ihr ONTHEROAD.

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LIVE: NADJA & N

Posted in ontheroad on March 9th, 2011 by D.K.

Inmitten des Karnevalwochenendes stand letzten Freitag das gemeinsame Konzert von Nadja und N an. Ein Drone-Doom-Abend in der Christuskirche Bochum. Es haben sich zwar nicht viele Leute gegen das Karnevalfeiern entschieden, aber die Gäste, die da waren, wurden Teil eines ganz besonderen Abends.

N @ christuskirche bochum

Kurz nach acht gehen die Raumlichter aus und die Bühne leuchtet in einem dezenten Rotlicht auf. Die Bühne ist der Altarsockel, auf dessen rechter Seite sich N zwischen seinen Amps und seinen Effektgeräten positioniert hat. Der rechte Fuß von N ruht auf einem Volumepedal, er spielt die Gitarre an und tritt dann auf das Pedal. Die Tonwand, die dabei entsteht, beschallt sofort den ganzen Kirchenraum. N baut seine Songs mit verschiedenen Flächen solcher Soundwände auf und erschafft dabei Klänge, die an eine verzerrte Kirchenorgel erinnern. Im Kirchenraum wirken die Songs von N noch erhabener, für manchen Besucher sogar bedrohlich. Hier wird nicht Karneval gefeiert, hier werden schwerfällige Töne zelebriert. Nach knapp 45 Minuten und einer lauten Soundcollage beendet N sein Set, verlässt die Bühne und lässt den Sound ausklingen.

nadja @ christuskirche bochum

Nach einer kurzen Pause kommen Nadja auf die Bühne. Aidan Baker und Leah Buckareff haben sich für die goldene Mitte vor dem Altarsockel als Bühne entschieden. Auf einem kleinen Holztisch sind die Effektgerätschaften platziert. Links steht Aidan mit seiner Gitarre zum Publikum gewandt, rechts Leah am Bass mit dem Rücken zu den Zuhörern. Das typische Bühnenbild für das Duo aus Kanada. Auch Nadja konzentrieren sich an diesem Abend mehr auf die lauten Töne und setzen sofort ein mit verzerrter Gitarre, wuchtigem Bassound und Drummachine. Nadja spielen nicht über Amps, sondern direkt über das Soundboard. Der Sound ist wuchtig und so laut wie es der Kirchenraum erlaubt. Die beiden Musiker greifen zu Cellobögen und bauen das noisige Intro von “Sky Burial” auf. Tiefe Basstöne treffen auf höhere Gitarrensounds, die Kirche gibt dem Sound noch eine leicht hallende Note, die Drummachine setzt ein und Nadja bauen ihr Soundgebirge vor dem Altar aus. Fast schon überfließend geht das Duo in “Bungled & Botched” über. Ungewöhnlich laut und direkt ist die Version dieses Titels an diesem Abend. Die lauten Töne verhallen nach einer guten Viertelstunde und Nadja beenden “Bungled & Botched” mit einem ruhigen Part, der von einem Basssound getragen wird, den Aidan mit Tonbandaufnahmen und experimentellen Sounds begleitet. Nach knapp 50 Minuten ist das Set beendet und das Publikum bedankt sich mit lautem langanhaltendem Klatschen bei den beiden Kanadiern.

Mehr Bilder vom Abend gibt es auf unserer PHOTOS Seite.

nadja @ christuskirche bochum

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DRONEBURG

Posted in ontheroad on March 9th, 2011 by D.K.

droneburg

Am letzten Aprilwochenende, 29. und 30.04.2011, verwandelt sich Hamburg für zwei Tage in die Hochburg für Drone und Doom. Das Droneburg Festival findet zum ersten Mal statt und bietet den Besuchern eine große Bandbreite an schwerfälliger und langsamer Musik (im positivsten Sinne).

Das Festival findet an vier Ortschaften in Hamburg statt. Mit dabei sind unter anderem N aus Dortmund, Kodiak aus dem Ruhrpott, Blckwvs aus Münster und Seconds In Formaldehyde aus Thüringen. Das Festival hat auch ein paar unbekanntere Bands im Lineup wie Head Of The Taurus, die mit ihrer Single “Calamity/Perdition” auf Droehnhaus bereits die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.

Neben der Livemusik werden zwei Filme vorgeführt und – besonders interessant und außergewöhnlich – Vorträge rund ums Festivalthema gehalten. Wenn das kein Grund für einen Aufenthalt in Hamburg ist…

Das bisherige Lineup, die genauen Locations und Weiteres zum Droneburg Festival findet ihr hier.

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LIVE: AIDAN BAKER & RIVULETS

Posted in ontheroad on March 9th, 2011 by N UND D.K.

Freitagabend, Feierabend, ab nach Dortmund ins Subrosa, denn
Aidan Baker
und Rivulets treten dort auf. Die letzten Konzerte in der Umgebung des Subrosa waren echt gut, wie Scott Kelly in der Pauluskirche oder Dirk Serries und N im Keller des Künstlerhauses. Erwartungen also groß.

aidan baker

Im Subrosa angekommen wird schnell klar, das hier ist ein ganz normaler Freitagabend im Subrosa. Freier Eintritt, Lonely Hearts Club Party, Stammgäste und Aidan Baker und Rivulets und ein paar Fans der beiden sind auch mit dabei. Merchstand ist ein abgedeckter Fußballkicker, Aidan sitzt in der Ecke und schaut sich das Ganze mit einem vom Bart verdeckten Grinsen an. Irgendwann, nach vielen schmachtvollen Balladen aus dem Off, darf er dann auch auf die Bühne. Das bemerken allerdings nicht viele der Gäste. Aidan Baker hat grad angefangen einen Loop als Hintergrunduntermalung aufzubauen, da hört man zwei hochsympathische Frauen laut und gehaltvoll quatschen: „und schmeckt es dir?“- „ja, aber es ist heiß“…

Okay, unsere einzige Chance ist es, uns zwei Barhocker zu schnappen, uns direkt vor Aidan zu setzen und uns auf die Musik zu konzentrieren. Aidan Baker hat an diesem Abend eine zwölfsaitige Akustikgitarre dabei, die er mit einem tragbaren Tonabnehmer an sein Effektboard angeschlossen hat. Er spielt Stücke von seiner neuen Drone-Folk Platte „Only Stories“, aber auch altbekannte Lieder aus seinem Songs-Mit-Vocals-Oeuvre. Baker schafft die Gradwanderung zwischen folkig und dronig-experimentell, so dass die Songs die ganze Zeit unter Spannung stehen, genau wie die Akustikgitarre, die sich immer wieder mit Feedbackeinschüben meldet, was das Konzert aber nicht negativ beeinflusst. Höhepunkt ist dann das Loopauftürmen gegen Ende des Sets. Aidan Baker baut mit dem Cellobogen, mit einem Bottleneck und diversen Effekten eine Soundwand auf, die nach einigen Minuten im zufriedenen Geklatsche der wenigen anwesenden Fans verstummt.

aidan baker

Also: eigentlich ein wirklich schönes Konzert; oder besser: das hätte ein wirklich schönes Konzert sein können, wenn die Umgebung (und hier ist einfach mal gemeint: die anderen Anwesenden) es zugelassen hätten. Es scheint nicht wirklich zu funktionieren, Konzerte mit freiem Eintritt anzubieten, die Gefahr, dass (zu viele) Leute dieses Angebot dann nur als (wenn überhaupt) willkommene Tapete begreifen und ansonsten normales Kneipenverhalten an den Tag legen (d.h. quatschen bis wer auch immer kommt), die ist mehr als realistisch. Und das besonders dann, wenn die Bühnenlautstärke nicht so richtig Bühne sein darf (wegen der Nachbarn, ganz genau…).

Interessant dann der Gleichmut, mit dem Aidan Baker das hingenommen hat; während andere Künstler in einer solchen Situation auch schon mal gern den einen oder anderen bösen Blick ins Publikum werfen oder ihren Set ein wenig abkürzen, blieb Aidan Baker ganz auf seine Musik konzentriert, geradezu versunken, eins mit dem Drone…

Rivulets, auch ein Mann, eine (Elektro-)Gitarre, eine Stimme, dann mit deutlich extrovertierterer Bühnenhaltung; vielleicht auch ein bisschen genervt von dem bis auf ein paar Ausnahmen im groß gleichgültigen Publikum zuvor: Blickkontakt zum Publikum, Bewegung auf der Bühne statt sitzen… Aber, um ehrlich zu sein: an diesem Abend waren die Ignoranten in der Überzahl, und bevor diese es überhaupt bemerkt hatten, dass es da etwas jenseits von Konserve zu hören (und sehen) gab, war das Doppelkonzert auch schon zu Ende…

rivulets

Mehr Fotos von Aidan Baker im Subrosa findet ihr hier.

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NYC SUCKS COMPILATION

Posted in Sampler on March 3rd, 2011 by M.H.

Das amerikanische Online Magazin metalsucks.net hat Ende Februar mit “NYC SUCKS – VOLUME II” den zweiten Teil seiner Compilation Reihe zum kostenlosen Download bereitgestellt. Wer sich einen Überblick über die aktuelle New Yorker (Underground-) Metal-Szene verschaffen möchte, liegt mit dieser Zusammenstellung genau richtig, da sie ihr Augenmerk nicht auf eine bestimmte Spielart beschränkt.

Vielmehr liefert sie einen spannenden Stilmix, der von Sludge über Stoner bis Death Metal ein breites Spektrum harter Musik abdeckt. Made Out Of Babies, East Of The Wall, Naam und The Austerity Program sind nur einige wenige Namen neben vielen weiteren vertretenen Bands aus der Stadt, die niemals schläft. Als besonderes Extra gibt es zu jedem Beitrag informative digitale Liner Notes.

Hier die Download-Links:

VOLUME I + VOLUME II

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THIS IS HOW YOU WILL DISAPPEAR

Posted in Kunst on March 2nd, 2011 by D.K.

this is how you will disappear by seldon hunt

Die bildende Künstlerin und Theatererschafferin Gisèle Vienne hat mit “This Is How You Will Disappear” ein Theaterstück geschaffen, für das Stephen O`Malley (Sunn o))) ) und Peter Rehberg (PITA), gemeinsam besser bekannt als KTL, die Musik beisteuern. Peter Rehberg begleitet so gut wie jedes Projekt von Gisèle Vienne, O`Malley hat bereits für das Projekt Kindertotenlieder mit der Künstlerin zusammengearbeitet. Dieses gemeinsame Werk ist jedoch außergewöhnlich.

Das besondere dabei ist, dass die Inszenierung im wahrsten Sinne des Wortes lebendig ist. Das Bühnenbild ist ein Wald, der aus echten Bäumen und echtem Waldboden besteht, in dem sich neben den Schauspielern auch echte Vögel aufhalten. Passenderweise spielen Rehberg und O`Malley den experimentellen Drone-Score zur Theaterdarbietung live während der Aufführung.

Mit diesem Gesamtkunstwerk bestehend aus bildender Kunst, Musik und Theater, mit Texten von Dennis Cooper, erzählt Gisèle Vienne eine Geschichte, die sich mit der “Ambivalenz des Schönen und Unheimlichen” beschäftigt. Verstörende Bilder treffen auf verstörende Töne, versöhnliche Töne treffen auf ästhetische Tanzdarbietungen.

“This Is How You Will Disappear” ist zur Zeit auf Europatour und macht nächstes Wochenende halt in Hamburg bei Kampnagel. Wer sich auf diese künstlerische Zusammenkunft einlassen möchte und am Wochenende in der Hansestadt ist, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

rehberg_o malley by dennis cooper

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