MESSEBASSE

Posted in Release on May 30th, 2011 by N

Das Versprechen von Noise: …und dann doch völlig jenseits davon. Vincent Vigier (Bariton-Gitarre, Abmischung und Manipulationen; auch: Douleurfantome / Creature), Azusa Kurokawa („Gesang“, Zeichnungen), Fabrice Richard (Bass, Sampler, FX) mit einer halbstündigen Kollaboration auf Bassesfrequences. Und: einem Meisterwerk spannungsgeladenen Ambient…

Messebasse_Ame

Mit fast so viel Stille und Leerraum wie Musik. Die so entsprechend das entscheidende Mehr an Raum zur Verfügung hat, das dafür verantwortlich ist, die einzelnen Töne diese Dreidimensionalität entwickeln zu lassen, die vielen meterdick zugeschichteten Genrevertretern fehlt. Mit einer Ruhe in sich selbst, die trotz ihrer Unaufgeregtheit nicht vorbeifließt, sondern ein extrem einnehmendes Wesen hat. Mit gezielt gesetzten (möglicherweise aber auch „nur“ so wirkenden) Motiven, die trotzdem immer wieder neu überraschen. Und mit einer Gesamtstimmung, die (Ent)Spannung und fast optimistische Erwartung weit vor gewollte Düsternis setzt und es trotzdem schaffen kann, nur durch eine leichte Korrosion der Oberflächen, auch eingeschworene Hörer aus dem grauschwarzen Bereich zu begeistern.

Neben der Abmischung an sich, die viele Details bewusst stärker nach hinten stellt und so die Möglichkeit gewinnt, den Hörraum intensiv zu strukturieren, sind es wohl die Soundauswahl und die unglaubliche Ruhe beim Spiel, die Messebasse zu diesem perfekten Release geführt haben.

Messebasse_Ame

Im Bassesfrequences Umschlagcover als „blauer Brief“ mit doppelseitig illustrierten Inlay mit den Zeichnungen von Azusa Kurokawa. Und wer erwartet hätte, den digitalen Noise zu hören zu bekommen (und wenn auch nur partiell), für den Vincent Vigier als Douleurfantome durchaus ein Faible hat, der wird mit einer Ruhe und Gelassenheit überrascht, die die von seinem anderen alter ego Creature noch weit übertrifft. Gleitflug über der Unwirklichkeit.

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LIVE: KODIAK & N

Posted in ontheroad on May 30th, 2011 by D.K.

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Es ist schon was länger her, genauer gesagt war es Ostermontag, als Kodiak & N direkt nach Abschluss der gemeinsamen Aufnahmen in der Tonmeisterei Oldenburg ins Ruhrgebiet zurückgekommen sind, um das gemeinsame Material live im AZ Mühlheim zu präsentieren. Aber auch wenn es so lange her ist, sind die Erinnerungen an den Abend noch vor dem inneren Auge und Ohr ungetrübt.

kodiak&n

Die Bühne bestand nur aus Verstärkerbergen, hinter denen die einzige Lichtquelle schimmerte, davor haben sich die vier Musiker in der Dunkelheit platziert. Die perfekten räumlichen Begebenheiten für das was kommen sollte. Kodiak & N beginnen subtil und bauen ihren Sound langsam und bedächtig auf. Wenn Pink Floyd eine Doomband wären, dann würden sie so klingen… N übernimmt die Rolle des Leadgitarristen (wenn man das so sagen kann, ohne gleich an Slash zu denken), Seppo und Thommy untermalen den N-Sound mit ihren Saiteninstrumenten und Maik, mittig platziert, setzt Drumakzente. Dann irgendwann der Ausbruch des typischen Kodiak-Doom-Sounds. Alle spielen sich die Seele aus dem Leib. N steht Kodiak gut, das ist sowas von klar. Dann der zweite Song, ungewöhnlich riffig und melodiös, aber auch aggressiv. Hier dann wieder eher der Doom der 70er als Vorbild. Obwohl der Song von Anfang an sehr direkt ist, schafft es die Band auch hier innerhalb von 20 Minuten eine atemberaubende Spannung aufzubauen. Der Sound ist zwar nicht durchgehend optimal an diesem Abend, aber trotzdem kann das Vierergespann überzeugen. Krasser Abschluss eines Osterwochenendes.Wir warten gespannt auf die Veröffentlichung des Albums, das bei Denovali Records erscheinen wird.

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Im Herbst folgt dann die erste gemeinsame Tour von Kodiak & N.

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SOFY MAJOR

Posted in Release on May 24th, 2011 by M.H.

Bei den Franzosen Sofy Major regiert die Vielfalt. Das Quartett fühlt sich in seiner selbst gewählten Nische sichtlich wohl und füllt diese mit einer Mixtur aus Screamo, Post-Hardcore, Doom, Noise und Sludge. Eingängiges oder gar Hits darf man auf dem Full-Length-Debüt “Permission To Engage” allerdings nicht erwarten, stattdessen ist der Hörer gefordert, sich einzulassen auf die Musik der Band und die zehn Songs auf sich wirken zu lassen.

Die Shouts von Sänger Mathieu Moulin sind überwiegend aggressiv, nichtsdestotrotz variabel gehalten und auch der vereinzelte Einsatz von cleanem Gesang, gesprochenen Passagen und Sprachsamples sorgt für Variation. In Kombination mit der kreativen, ebenfalls auf Abwechslungsreichtum ausgerichteten Saitenfraktion, sorgt dies dafür, dass man hier auch bei Hördurchgang Nummer 20 noch Neues, Spannendes entdecken kann.

Erschienen ist “Permission To Engage” im Oktober 2010 über Basement Apes Industries/Odio Sonoro/Atropine Records/Prototype Records/Bigoût Records. Beziehen könnt ihr das Werk am besten direkt über die Band, wobei ihr die Wahl zwischen farbiger 2xLP und CD habt.

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FYSISK FORMAT

Posted in Label, Release on May 22nd, 2011 by D.K.

Fysisk Format ist das Label des kleinen Independent-Plattenladens Tiger, der in Oslo zu finden ist. Seit 2008 veröffentlicht das kleine Label liebevoll aufgemachte Platten in verschiedenen “Physikalischen Formaten” und unterstützt damit eher unbekannte Bands aus der alternativen Musikszene Norwegens. Wir möchten euch an dieser Stelle zwei aktuelle Platten aus dem Sortiment des Labels vorstellen.

misty_range

Misty Range ist ein norwegisches Duo, das sich auf seinem selbstbetitelten Debüt stilistisch nicht festlegen lassen möchte, denn was die beiden präsentieren, ist eine energievolle Mischung aus Alternative, Indie, Psychedelic und derbem Rock n Roll. Gepaart mit subtilen Vocals, die sich zwischen Pink Floyd und Beck bewegen, erzeugen Misty Range eine ganz eigene Aura. Hier trifft modernes Songwriting auf traditionelle Rockschule und führt den Hörer durch 44 Minuten voller Soundideen. Das Artwork mit seiner Pink Floyd Anlehnung und den modernen Zeichnungen trifft den musikalischen Geist bildlich perfekt. Bei der Umsetzung dieser Klangreise wird das Duo von Musikern von Serena Maneesh unterstützt. Ein gelungener Einstand.

le corbeau

Le Corbeau ist ein norwegisches Sextett, das mit “Moth On The Headlight” seinen dritten Longplayer präsentiert. Auch diese Herrschaften (und Dame) lassen sich nicht mit einer einzigen Stilrichtung kategorisieren. Rauhe Gitarrensounds treffen auf gelegentliche Saxophoneinschübe, die Drums und der Bass tragen die Rhythmen trocken und bedächtig durch die Songs. Mal männliche, mal weibliche Vocals oder beides zusammen so cool vorgetragen, dass man als Hörer gleich Bilder aus Filmen im Kopf hat, in denen coole Typen in fetten Karren durch die Gegend fahren. Leicht jazziger Indiesound könnte die Seele dieser Musik vielleicht am treffensten beschreiben. Besonders die langen Instrumentalpassagen entwickeln eine einnehmende Wirkung. Wer die weniger experimentierfreudigen Sonic Youth und schwerfällige Gitarrenbands der 90er mag, der ist hier genau richtig. “Moth On The Headlight” erscheint Anfang Juni.

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AIDAN BAKER & THISQUIETARMY – ORANGE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Vor knapp fünf Jahren haben sich zwei Freunde entschieden, ein gemeinsames Album aufzunehmen und haben daraufhin angefangen, sich verschiedene Soundideen zuzuschicken, denn der eine lebte in Toronto und der andere in Montreal… Die Sprache ist von Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy, die 2006 über TQA Records eine limitierte halbstündige CD-R EP Namens “Orange” veröffentlicht haben. Fünf Jahre später haben sich die beiden Musiker entschieden, die Aufnahmen nochmal zu sichten und “Orange” in einer Extended Version neu zu veröffentlichen. Aidan Baker und Thisquietarmy haben die alten Aufnahmen überarbeitet und das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Orange” ist durch vier weitere Songs ergänzt worden und hat mittlerweile klassische Albumlänge erreicht.
orange_lp version orange milk records

“Orange” ist ein Drone-Shoegaze-Noise-Statement der beiden wohl bekanntesten experimentellen Gitarrenkünstler Kanadas. Zwar ist die Herangehensweise von Aidan Baker und Thisquietarmy die gleiche, denn beide erschaffen ihre Sounds allein durch Beihilfe von Gitarre und Effektgerätschaften, aber das Ergebnis kann unterschiedlicher nicht sein und passt trotzdem zusammen. So treffen schwellende Ambientteppiche auf befremdliches Gequietsche oder Melodien auf Gedröhne. Die acht Songs der Platte sind sowohl als Einzeltracks anspielbar als auch als ein zusammenhängender Song. Hier passiert ständig was Neues, der Hörer wird hier gefordert. Zwischendurch driften die Sounds in Synthiegefilde, was “Orange” sehr gut steht.

Neben der Musik ist das witzige Wortspiel zwischen Albumtitel und Songtitel lobenswert. So trifft “Orange” beispielsweise auf “Agent” und “Clockwork” und ehrt damit zwei großartige Filme, oder “Crush” mit seinen eingängigen Gitarrenmelodien, passenderweise in Erinnerung an die glorreichen Zeiten einer amerikanischen Alternativband mit glatzköpfigem Sänger.

orange_cd version lunasylum records

Alles in allem kann man nur sagen, dass es wirklich mal Zeit wurde, dass dieses Album endlich auf echter langhaltender CD und auf noch länger haltendem Vinyl erscheint. “Orange” ist auf CD über das neugegründete Sublabel von Consouling Sounds – Lunasylum – erschienen. Die Vinyl Version, mit anderem Artwork,  ist über Orange Milk Records (wo sonst!) erhältlich.

Aidan Baker und Thisquietarmy gehen anlässlich der Neuveröffentlichung von “Orange” auf Europatour und wir präsentieren euch in Zusammenarbeit mit dem FKT das erste Konzert der Tour in Bochum (bei gutem Wetter Open Air).

aidan baker & thisquietarmy live in bochum 27.05.

Mehr Infos zum Konzert gibt es hier.

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PULSEVE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Pulseve

Pulseve ist ein Instrumental-Duo aus dem italienischen Torino, das allein durch Einsatz von Bass und Drums überzeugen kann. Mit “Magnet” liefern Pulseve ihre Debüt EP und holen in knapp 20 Minuten und vier Songs alles aus ihren Instrumenten. In feinster Math-Rock Manier werden vertrackte Bass und Drum Rhythmen aufgebaut, die mit melodiösen Prog-Rock Basseinlagen ergänzt werden. Was Bassist Maurizio da aus seinem 5-Saiten-Bass zaubert, ist an der ein oder anderen Stelle echt erstaunlich und klingt nicht immer wie ein Bass. Hörenswert.

“Magnet” ist kostenlos auf Bandcamp erhältlich und wartet darauf, aus den Lautsprechern zu schallen. Mehr gibt es hier nicht zu sagen.
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O

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

O

Einfach nur O nennt sich eine junge Band aus Aachen und Umgebung und lässt den Hörer über die Bedeutung dieses Buchstabens grübeln. O machen Postrock und zwar intelligenten Postrock (mit Screamo/Hardcorewurzeln), der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. O nehmen sich Zeit für ihre Songs, lassen die Musik atmen, geben dem Sound, nicht nur durch die Produktion mit viel Hall, Raum zum Sein. Sowas können nicht viele Bands dieser Stilrichtung. Vielleicht steht das O für einen Zyklus, in dem sich die Musik zwischen bedrohlicher Stille und erlösenden Ausbrüchen immer wieder bewegt?

Überzeugt euch einfach selbst von O und hört euch zwei der Songs vom “The Sea Of Trees” Demo Tape hier an. Wer sich das Tape zulegen möchte, kann dies hier im Ghost Bag Records Shop tun. Wir sind gespannt auf das erste Album.
O tape

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WO IST BEHLE?

Posted in Release on May 15th, 2011 by D.K.

fabio_orsi_wo_ist_behle

Das fragt sich Fabio Orsi auf seinem neuen Album mit dem selben Titel. “Wo ist Behle?” besteht aus fünf Stücken, in denen Orsi mit Hilfe von Gitarre, Synthesizer und Effektgeräten sich mal wieder neu erfindet. Alles fängt an mit einem subtilen Dröhnen in “Loipe 1″, dann ein ebenfalls subtiler Beat und alles wird allmählich lauter. Nach knapp 5 Minuten setzt ein Synthiethema ein und alle Elemente werden noch lauter und einnehmender. Wie eine Welle, die sich vor einem aufbaut, und dann einen wie eine Umarmung umgibt. Ein sehr beeindruckender Effekt. Auf dem Cover der Platte ein verfremdetes Bild eines Riesenrads, wahrscheinlich aus Berlin, wo Fabio Orsi zurzeit lebt und dieses Album aufgenommen hat. Hört man die Musik, mit den sich wiederholenden Elementen, so dreht sich das Riesenrad vor dem inneren Auge. Auch ein netter Effekt. “Loipe 2″ dann als kurzes Synthie-Intermezzo mit quietschenden Sounds im Hintergrund, die sich in eine Melodie verwandeln. “Loipe 3″ nimmt sich dann wieder Zeit. Ambientsounds treffen auf sich wiederholende Synthieelemente, die wie ein dezenter Beat funktionieren. Auch hier legt Fabio Orsi einen Sound über den nächsten und lässt einen Klangsog entstehen, dem man sich nicht widersetzen möchte. “Loipe 4″ mit seinem bienenartigen Gebrumme und den hellen Klängen im Hintergrund wirkt im Vergleich zu den anderen Songs am positivsten. “Loipe 5″ ist der experimentellste Song des Albums und fällt etwas aus dem Rahmen. Ein Beat, der wegzulaufen scheint, aber sich immer wieder fängt, und verzerrte Gitarren, die auch zum ersten Mal auf dieser Platte nach Gitarren klingen … sicherlich eine Mutprobe für das ein oder andere Ohr.

“Wo ist Behle?” ist über das italienische Label Boring Machines erschienen und in einem hochwertigem Digipack, gedruckt auf dicker rauher Pappe, erhältlich.

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THE PATTERN THEORY

Posted in Release on May 15th, 2011 by D.K.

The Pattern Theory sind Carl Schilde, Lukas Creswell-Rost & James Yates. Das Instrumental-Rock-Trio aus Leeds ist vor ein paar Jahren nach Berlin umgezogen und hat seine Debüt-EP kräftig betourt und sich irgendwann in ein altes Bürogebäude in Ostberlin verzogen, um sein erstes Album aufzunehmen.

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Das selbstbetitelte The Pattern Theory Album ist nun fertig, auf dem sich eine reife Band präsentiert, die ihrem Namen alle Ehre macht. Denn die Songs scheinen wirklich auf einer Rastertheorie zu basieren, die als Basis für weitere Ausschmückungen verschiedenster musikalischer Ideen dient. Schon der Opener “Pyramid Schemes” verbindet in der ersten Hälfte gleich drei verschiedene Melodieraster mit verschiedenen Tempi zu einem Song. Wer aber diese Irritation erstmal überwunden hat, wird in eine Welt aus Math- und Postrock gepaart mit experimentellem jazzigen Geist entführt. “Ideas Of Fun” ist auch wieder ein Titel, der den Songinhalt passend verbalisiert… ja, es macht Spass, den Herrschaften zuzuhören. Bass, Gitarre und Drums sind die Hauptinstrumente und werden ergänzt durch Elektronik, Glockenspiel und sonstige Spielereien. So baut das Trio Songs wie “Bell Curves” oder “Names For Places” behutsam auf, Steigerungen geschehen unterschwellig, keiner der Songs bricht unerwartet aus. So halten The Pattern Theory eine Spannung aufrecht, die nie abbricht oder ausbricht. Das Album endet mit dem fast achtminütigen “Adaptive Expectations”, in dem die Band ihre Sound-, Tempo- und Stimmungsideen wohlklingend abstimmt und einen wunderbar gleitenden Abschluß schafft.

Das Debütalbum von The Pattern Theory ist über das Wiener Label Valeot Records auf CD erschienen. Wer sich die Platte erstmal im Stream anhören möchte, kann dies hier tun.

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SKAFANDR

Posted in Release on May 14th, 2011 by M.H.

Skafandr haben sich 1998 in St. Petersburg gegründet und spielen laut Selbstauskunft “Metal-Dub”. Verzichtet man auf Neologismen, kann man ihre Musik wohl am ehesten dem instrumentalen, leicht proggigen Stoner Rock zuordnen. In ihrer Heimat ist die Band seit einigen Jahren schon ziemlich populär, spielt ca. 40 Konzerte pro Jahr und hat über die eigene Plattenfirma “Metal Dub Sound System” bisher drei Longplayer herausgebracht. Darüber hinaus haben Eugeniy Rybnikov, Yuriy Vitel und Kirill Soloviyov ihr musikalisches Talent und ihre Vielseitigkeit auch schon durch ihr Mitwirken am Soundtrack des Videospiels “Stalingrad” unter Beweis stellen können.

Ihr neuster Streich ist eine 7inch, die auf auf den Namen “Escape From The Past” hört. Der titelgebende Song auf Seite A ist ein schnörkellos treibender Rocker, der nach vorne und ohne Umschweife direkt ins Ohr geht. Die B-Seite “Endless Catastrophy” hingegen ist nicht ganz so straight und wählt eine etwas vertracktere Rhythmik. Beiden Tracks gemein ist die saubere, glasklare Produktion und der markante, mit viel Hall versehene Gitarrensound, der in den legendären Finnvox Studios in Helsinki zusammengebastelt wurde. Erschienen ist das gute Stück ausschließlich auf Vinyl (200 x rot, 300 x schwarz) über das stets geschmackssichere deutsche Independent Label Droenhaus, auf deren Seite ihr vorab schonmal ein Ohr riskieren könnt.

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EVAN CAMINITI & JON PORRAS

Posted in ontheroad, Release on May 13th, 2011 by D.K.

Evan Caminiti und Jon Porras sind zusammen Barn Owl und veröffentlichen schon seit den Anfängen ihrer Band immer wieder Soloplatten, die den Barn Owl Soundkosmos immer weiter ergänzen.

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Mit “When California Falls Into The Sea” liefert Evan Caminiti seine fünfte Soloveröffentlichung und zeigt sich diesmal von einer neuen Seite. Während er auf seinen bisherigen Soloplatten und mit Barn Owl das Epische zelebriert hat, konzentriert er sich auf der neuen Platte auf die Aura von Gitarrenmelodien. Hier geht es nicht um das Halten von Tönen und um brodelnde Drones, sondern um die Wirkung von hallenden Akkorden und Melodien. Schon der Einstieg mit “Heavy Whisper” zeigt die Richtung an. Zuerst eine Gitarre, dann legt sich eine zweite über den Sound der ersten. Es hallt, die Gitarren wirken weit weg, schaffen imaginären Raum. Wie eine Parallelwelt im morriconischen Universum. Wir lauschen dem Rockjenseits. Wie schon der Titel des Albums andeutet, baut Caminiti hier keine Feierstimmung auf, sondern taucht den Hörer in seine bedrohlich wirkende Welt. Doch der Sound klingt wie in “Rising” oder “Woven Into The Moon” nicht verzweifelt und hoffnungslos, sondern hält eine spannende Stimmung, die die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder einfordert. Mit “Burning A Hole In The Sky” setzt Caminiti Akzente und lässt seine Gitarre in den Hall reinheulen und reindröhnen, um als Abschluß mit “Fog As My Blanket” den Hörer in die Stille zu entlassen.

“When California Falls Into The Sea” ist über Handmade Birds, dem Label von Pyramids Frontmann R. Loren, erschienen. Die LP ist auf 500 Exemplare limitiert und von James Plotkin gemastert.

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Jon Porras war bisher Solo unter seinem Alter Ego Elm unterwegs. Auf “Undercurrent” präsentiert sich Jon Porras auch von einer anderen Seite. Während die Elm-Platten sich auf eine Mischung aus Dark Folk und Drone konzentrieren, widmet sich “Undercurrent” vor Allem der Vielfältigkeit des Sounds einer verzerrten Gitarre. “Grey Dunes” als epischer 10minütiger Einstieg ins Album setzt Maßstäbe. Der Gitarrensound wächst von Minute zu Minute und bohrt sich durch die Ohren ins Langzeitgedächtnis.”Seascape” gleitet auf einem Teppich aus extrem kurzen Delays, die wie ein minimalistischer Rhythmus fungieren. “For ARH” erinnert mit seiner hallenden Räumlichkeit an die Atmosphäre von Evan Caminitis Platte. Einen Überraschungsmoment bietet “Calm” … so vielseitig, so melodiös, so gitarrenuntypisch und so kurz … da möchte man direkt nochmal die Nadel zurücksetzen, um rauszuhören, was Porras da mit seinem Instrument gezaubert hat. “Peering” ist mit seinen hellen dröhnenden Sounds der optimistischste Song der Platte und schärft nochmal die Aufmerksamkeit. “Gaze” endet überraschend mit einer unverzerrt gespielten Gitarre und lässt das Album ausklingen, als ob zuvor kein Droneinferno über den Hörer eingebrochen wäre.

“Undercurrent” ist über Root Strata erschienen, dem Label von Jefre Cantu-Ledesma, und in einer Auflage von 500 LPs erhältlich.

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AS THE VALLEY OF DEATH BECOMES US, OUR SILVER MEMORIES FADE

Posted in Release on May 6th, 2011 by M.H.

Der epische Titel täuscht nicht – A Storm Of Light beschwören auf ihrem neuen Album ein weiteres Mal die (Post-)Apokalypse herauf. Sludge, Doom und Industrial verschmelzen zu futuristischen Songungetümen. Es groovt an allen Ecken und Enden, monströse Riffwände türmen sich vor dem geistigen Auge auf und Josh Grahams Gesang hat nichts von seiner hypnotischen Eindringlichkeit verloren. Wobei alle Wucht und Urgewalt die immer wieder eingestreuten experimentellen Ambientruhepausen nur umso reizvoller erscheinen lässt.

Mit “As The Valley Of Death Becomes Us, Our Silver Memories Fade” präsentiert uns Josh Graham zweifelsohne die Essenz seines musikalischen Schaffens, komprimiert auf einem Album, das sich darüber hinaus durch eine erhöhte Songorientierung auszeichnet. Unterstützt wird er dabei vom aktuellen ASOL Lineup, bestehend aus Domenic Seita (Bass), Billy Graves (Drums) und Joel Hamilton (Synthesizer). Dazu gesellt sich eine illustre Gästeliste, gespickt mit namhaften Künstlern wie Jarboe, Carla Kihlstedt, Kris Force, Matthias Bossi, Nerissa Campbell und als wohl bemerkenswerteste Persönlichkeit Soundgarden Gitarrist Kim Thayil, der “Missing” und “Black Wolves” mit seinen markanten Gitarrensoli eine ganz eigene Note verleiht.

“As The Valley Of Death Becomes Us, Our Silver Memories Fade” erscheint in Europa am 17. Mai über Burning World Records. Vorab wurden bereits drei Appetithäppchen online gestellt: “Missing” auf stereogum.com, “Callapse” auf profoundlorerecords.com und “Black Wolves” auf brooklynvegan.com.

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NOX

Posted in Release on May 1st, 2011 by D.K.

Instrumentalrock-Trios gibt es viele, aber es gibt nicht viele, die Rockmusik mit Streichinstrumenten, Kontrabass und Drums machen. Das genau ist es, was Nox aus Brüssel auszeichnet. Nox sind Catherine Graindorge an der Violine und der Viola, David Christophe am Bass und Kontrabass und Elie Rabinovitch an den Drums.

NOX_freaks

Wer bei dieser Zusammenstellung etwas klassisches oder jazziges erwartet irrt, denn dieses belgische Trio setzt auf treibende Sounds und sich steigernde Klangwände, die man eher im Postrock wiederfindet. Mit “Freaks” liefern Nox ihr zweites Album, das sich im Gegenzug zum Debüt mehr mit der Rockthematik befasst. In sieben Songs präsentiert sich das Trio innovativ und verspielt, ohne den Faden für klare Songstrukturen zu verlieren. Gelegentliche Gitarrenuntermalung, Samples und Gesangseinschübe bereichern den Sound von Nox. Der 10-minütige Opener “Electricity” führt den Hörer behutsam in die Klangwelt der Band ein. Es folgen fünf kürzere Songs, in denen die Band ihre Instrumente so kreativ spielt, dass nicht immer gleich erkennbar ist, ob da grad ein Streichinstrument zu hören ist oder ob da grad ein Bass oder eine Gitarre Sounds erzeugt. Der fast 11-minütige Titeltrack “Freaks” als Abschluss greift nochmal alle Elemente des Albums auf und nimmt den Hörer auf eine Reise durch eingängige Rockpassagen, aber auch durch experimentelle jazzige Einlagen mit.

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“Freaks” ist über Depot 214 Records erschienen und dort als Download oder hübsches Digipack erhältlich.

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