TERMINAL SOUND SYSTEM

Posted in Musik on June 26th, 2011 by N UND D.K.

Mit Terminal Sound System haben sich Denovali Records eine weitere australische Band ins Repertoire geholt. Hinter Terminal Sound System verbirgt sich das Ein-Mann-Projekt von Skye Klein aus Melbourne, das schon seit 2001 besteht. Die Diskografie diese Projektes umfasst schon sieben Veröffentlichungen auf CD und Vinyl sowie eine Video-EP. Denovali Records haben gleich zwei Alben auf einmal veröffentlicht und präsentieren die Band ertsmals dem europäischen Publikum. Einmal mit der Vinylversion des letzten Albums “Constructing Towers” und dem neuen Album “Heavy Weather” auf CD und Vinyl.

terminal sound system - constructing towers

“Constructing Towers” ist das erste Denovali Album von Terminal Sound System, das bereits 2008 in Australien veröffentlicht wurde und jetzt erstmalig auf Vinyl erscheint, sozusagen das Europa Debüt der Band. Auf “Constructing Towers” präsentiert Skye Klein seinen Klangkosmos, der vor allem instrumental (wenn nicht grad irgendwas geflüstert oder durch den Vocoder gejagt wird) ist und sich zwischen Dub, Trip-Hop, und Drum’n'Bass bewegt. Zumindest ist das am Anfang des Albums so. Der Titeltrack treibt mit seinem recht schnellen Beat voran und wird im Hintergrund von langsamen Soundflächen untermalt. Der Beat steht hier eindeutig im Vordergrund und wird in verschiedensten Variationen immer weiter ausgebaut. Dann kommt der Bruch mit “Alaska” an vierter Stelle. Mit Gitarrenriff und fetten Bässen ein überraschender Rocksong, der aber nach vier Minuten an Tempo verliert und sich in einen epischen Drum’n'Bass Song verwandelt. Hier also der Hinweis, dass Terminal Sound System klangtechnisch nicht festgelegt ist. “Wolves” mit derbem Orgelgedröhne und langsamen, aber kraftvollen Drums der Verschnauffpunkt vor der zweiten Hälfte des Albums. Elektroimprovisation in “Sunshine”, die hin und wieder in diverse Stilrichtingen ausbricht, “Firefly Butoh” sowas wie elektronischer Darkjazz, “Duchamp Falls” dann eindeutig darkjazzig. Sax, Kontrabass, Orgel und Jazzdrums. “Theme For Broken Home” klingt mit seinen wabernden Gitarren und Keyboardtönen wie ein Theme für einen Lynchfilm. Der Abschluss mit “Zodiac” dann nach einer sich immer weiter aufbauenden Soundwand aus Gefiepe, Keyboards, Drums und postrockigen Gitarreneinsätzen stark an die Schotten von Mogwai erinnernd. Was für eine Soundreise. (D.K.)

terminal sound system - heavy weather

So wie das Cover von “Heavy Weather” mit seiner filmsequenzartig herumlaufenden Bilderfolge, die erst auf dem zweiten Blick verrät, dass es eigentlich ein einziges, extrem langes ist. …und vergleichbar zu diesem einzigen, zwischen ferner Landschaft vor fast-nur-Himmel und näherer Umwelt wechselnden Bild, bildet die aus neun Stücken bestehende Veröffentlichung eigentlich einen durchgehenden Strom, besser Sog aus weitgehend instrumental gehaltener… ja; was? Musik, klar: das Rückgrat möglicherweise dunkle elektronische Soundscapes über treibender, teils breakbeatartiger, teils rockiger Rhythmik (die wiederum in beiden Fällen eine eher natürlichere Soundästethik bevorzugt), dazu immer auch wieder vereinzelte turmhohe Riffs (wie im Opener „Lords Of The Living, Masters Of The Dead“, die zumindest mich auch mal an A Storm Of Light erinnern); selbst in den ruhigeren Momenten immer zumindest mit der Andeutung einer Sprunghaftigkeit, fertig zum Ausbruch. Dazu chorartige Sequenzen, teils mit leicht vocoderhaftem Sound und alles unter einem Himmel, der allein schon über seine Farbe Bedrohung ausdrückt. Und über allem der unstete Schub nach vor. Alles andere als Chill-Out, viel mehr ein Elektronik/Rock/Club/Ambient-par-force-Ritt; Destination Horizont. End-Titles inklusive… Und: für „Heavy Weather“ gilt viel mehr als für andere, für die dieser Vergleich gern herangezogen wird: hier wird ein Film erzählt; musikalisch. (N)

“Constructing Towers” und “Heavy Weather” von Terminal Sound System sind (wie oben zu sehen) in verschiedenen Vinyl-Farbvariationen über die Denovali Mailorder erhältlich. Letzteres Album ist auch auf CD erschienen. Beide Alben sind für Freunde digitaler Musik seit dieser Woche auch im neuen Denovali MP3 Store erhältlich. Dort könnt ihr auch eine kostenlose Tour EP herunterladen, auf der jeweils ein Song der beiden Alben vertreten ist. Zusätzlich gibt es einen unveröffentlichten Track und die Videos zu “Constructing Towers” dazu.

Die restlichen Veröffentlichungen von Terminal Sound System könnt ihr im Stream auf Bandcamp anhören und für kleine Beträge runterladen.

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JEFRE CANTU-LEDESMA – SHINING SKULL BREATH

Posted in Release on June 26th, 2011 by N

Jefre Cantu-Ledesmas neues / altes Album „Shining Skull Breath“, wiederveröffentlicht auf Students Of Decay als LP + Download; mit zwei Bonus Stücken, remastered by James Plotkin.

Jefre_Cantu_Ledesma_Shining_Skull_Breath

Jefre Cantu-Ledesma hat schon 2007 bewiesen, dass er in der Lage ist, Texturen zu erschaffen und zu verweben, die den perfekten Grad zwischen White- (und andersfarbigen) Noise und Wohlklang wandeln und Kompositionen extremer Dichte ausfüllen, die trotzdem ganz weite Räume öffnen. Und dies bei jeder Lautstärke (wobei, ehrlicherweise, ein laut hören durchaus Kraft kosten kann, die jedoch, paradoxerweise, auf andere Weise durch die Musik gleichzeitig wieder zurückgegeben wird…).

Die (nun) 10 Stücke auf „Shining Skull Breath“ sind im direkten Vergleich soundlich vielleicht nicht ganz so offensiv; eher geheimnisvoller, etwas düsterer, obwohl gerade diese Einordnung etwas mit Vorsicht zu gebrauchen ist: hat doch die Musik von Jefre Cantu-Ledesma (soweit ich sie bisher kennengelernt habe) eigentlich immer eine Aura, die eben nicht in der grauschwarzen Zone angesiedelt ist, sondern auf einem Gleißen beruht, einem alles überstahlenden Licht, dass besonders die massiven Stücke bestimmt, aber auch in den nicht ganz so offensiven Tracks wie hier in „The Last Time I Saw Your Face I Thought It Was A Dying Star“ mit seinen Gitarren-Horizonten das zentrale Stimmungselement bildet. Und (vermutet) der Grund für den soghaften Charakter ist.

Nichts mehr zu sagen: perfekt.

jefre cantu-ledesma

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B.SON – DOWNLOAD UND NEWS

Posted in ontheroad, Release on June 24th, 2011 by M.H.

Die Mannheimer Black Shape Of Nexus melden sich mit erfreulichen Nachrichten und einem speziellen Bonus für ihre Fans zurück.

B.SON haben angekündigt, dass sie sich im Dezember ins Studio zurückziehen werden, um ihr neues Album einzuspielen, für dessen Veröffentlichung über Exile On Mainstream Records der Frühsommer 2012 angepeilt wird. Die Wartezeit bis dahin verkürzt uns “Live In Mannheim”, ein längst vergriffenes, 60-minütiges Live-Tape, auf dem die Band in eindrucksvoller Manier der hohen Schule des schleppend monströsen Doom/Sludge frönt. Kostenlos bereitgestellt wird das Tondokument auf bandcamp.com.

Der nächste Livetermin liegt glücklicherweise auch nicht in allzu großer Ferne, so dass die Band bereits am 23. Juli beim Konzert mit Wall und Kodiak+N im JUZ Mannheim ihren neuen Bassisten Stef (ex Diavolo Rosso, Ghost Of Wem) vorstellen kann.

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BORIS IM DOPPELPACK

Posted in Release on June 24th, 2011 by N

Boris_Attention_Please

„Attention Please“ ist nun das zweite neue Album 2011 und hier geht es fast nur noch um Wata: als alleinige Sängerin, als Coverikone und Star des 27-seitigen Bookletts (CD) bzw. Postergirl (LP). Als Asia-Abendkleid-Gothic mit Schleierschal und „Action-Mike“ im Anschlag. Und wenn das Album nicht unter Boris firmieren würde, sondern als Watas erstes Solo-Album beworben würde, ich würde es glauben…

Hier findet ihr die “New Album” Review.

Das Album geht im Vergleich zu „New Album“ eindeutig wieder zurück zu einem homogeneren Band-Sound, bezieht sich diesmal möglicherweise mehr auf Shoegazerhaltungen, lässt dabei den Hard-Rock außen vor, scheut sich auch nicht, im Titelstück, Minimal-Dance-Rhythmik in das Zentrum zu stellen.

Besonders interessant wird es dann natürlich bei den gefürchteten Überschneidungen, die Boris bei Multi-Veröffentlichungen offensichtlich besonders mögen: „Party Boy, auf „New Album“ im Vergleich eins der zurückhaltenderen Stücke erhält auf „Attention Please“ durch die verzerrte Basslinie ein ganz neues Rückgrat und wirkt dadurch entschlackt-fokussierter und auch noch „rockiger“ (im positiven Sinne…). Gleiches gilt für „Hope“: auch hier wird das Streichergewand der „New Album“ Version deutlich heruntergefahren, die Gitarren etwas ruppiger gemixt und fertig ist ein Track zwischen Pop und Shoegaze …gleiches gilt nahezu auch für das ebenfalls auf beiden Platten befindliche „Spoon“.

Insgesamt also eine Platte, die die Rock / Drone / Experimental Adepten nicht zufrieden stellen wird, die aber auch für diese deutlich besser zu ertragen sein sollte als „New Album“. Und für alle anderen möglicherweise einfach ein gutes Album einer guten Band…?
Boris_Heavy_Rocks_2011

Boris beziehen sich auf Album Nummer 3 “Heavy Rocks” ganz explizit auf ihr 2002 Album „Heavy Rocks“ und zeigen das rein äußerlich durch ein identisches Cover Artwork, in der 2011er Version (im Gegensatz zum orangenen 2002er Vorgänger) ganz in lila (und wieder mit den schicken Klarlack-Aufdruckungen; erst recht schick bei der Doppel-LP-Version). Natürlich (obwohl: in Bezug auf Boris sollte dieses „natürlich“ ggf. besser mit einem Fragezeichen versehen werden) ist dieses aktuelle „Heavy Rocks“ keine Neueinspielung der alten Tracks, sondern ein wirklich neues Album (mit der kleinen Einschränkung, dass sowohl „Tu, La La“ als auch „Jackson Head“ bereits auf „New Album“ veröffentlicht wurden…).

Boris wollen mit „Heavy Rocks“ (angeblich) auch ihren Status als Band in Bezug auf Heavy-Musik wiederherstellen / erneuern / bestätigen: die Platte ist heavy, keine Frage, aber wer aus solchen Äußerungen heraus erwartet, ein Album extremer Härte, möglicherweise nihilistischer Düsternis und / oder voll ohren- (wenn nicht menschen-)verachtenden Noise zu bekommen, der ist besser gleich gewarnt: der metallige Opener, „Riot Sugar“, das über 12 Minuten lange, zwischen Fast-Stille und brutalem Noise pendelnde (und dabei auch noch höchst melodiöse) Center-Piece „Missing Pieces“ und das ebenso die 12 Minuten brechende, tiefe Bass / Gitarren-Doombögen schiebende „Aileron“ erfüllen solche Erwartungen vielleicht am ehesten; die weiteren Stücke setzen mehr auf einen kompakten Bandsound mit guter Härte, auch mal punkig, jedoch zum Teil durchaus auch ganz ohne Hard-Rock / Metal-Appeal: „Jackson Head“, auf „New Album“ synthgetriebener Elektrokracher, (hier im nahezu gleichen Arrangement was die Abfolge der Parts betrifft) als rockig / punkiger (von der Haltung, nicht dem Sound) Semi-Hit; auch „Tu, La La“ streift alle Verzuckerungen der „New Album“ Version ab und reinkarniert shoegazerlastig mit Chorgesang über ruppigeren Gitarren…

Auf der Doppel-LP „Missing Pieces“ und „Czechoslovakia“ in erweiterten Versionen, was beiden gut, im Fall von „Czechoslovakia“ sogar sehr gut steht. Leider kann dafür die Pressqualität bei den sehr stillen Parts von „Missing Pieces“ nicht wirklich mithalten, während das Artwork auf der Vinyl Version natürlich erst den Raum eingeräumt bekommt, der dieser Art von Gestaltung zusteht.

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DIRGE

Posted in Release on June 23rd, 2011 by D.K.

Dirge aus Frankreich gibt es in verschiedenen Konstellationen seit 1994. Vor vier Jahren hat die Band ihr bisher kreativstes Album “Wings Of Lead Over Dormant Seas” veröffentlicht und schien danach verschwunden zu sein. Vor zwei Monaten ist das fünfte Album der Band “Elysium Magnetic Fields” über Division Records erschienen.

dirge_elysian_magnetic_fields

Das Label nennt Dirge “the french veteran of neurotic posthardcore” und liegt damit gar nicht so falsch. Der Sound der Band ist irgendwo zwischen Rosetta und Neurosis anzusiedeln und überzeugt durch aufwendige Songarrangements, kraftvolle Vocals und dem gezielt dezenten Einsatz von Elektronik. Auf “Elysium Magnetic Fields” vereinen Dirge acht Tracks von denen vier um die 10-Minuten-Marke liegen und wie in “Cocoon” oder dem Titeltrack die Vielfältigkeit der Band am besten wiedergeben. Eine Reise durch die rostige Landschaft des Cover Künstlers Axel Kriloff, der seit Längerem seine mit Rost angefertigten Gemälde für Dirge Artworks zur Vefügung stellt. Die Reise führt durch Doom, Sludge, Ambient und Hardcore und vereint die einzelnen Stile zum typischen Dirgesound, wie er beispielsweise im 12minüter “Apogee” zu hören ist.

Division Records hat das Album in Zusammenarbeit mit dem bandeigenen Label Blight Records auf CD und Doppel-LP veröffentlicht. Die Vinylversion ist nicht nur wegen des besser zur Geltung kommenden Artworks, sondern auch wegen eines zusätzlichen Tracks sehr empfehlenswert.
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BEKO DSL

Posted in Label on June 23rd, 2011 by D.K.

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Wäre es nicht eine gute Sache, wenn es ein Label gäbe, das jeden Montag eine digitale Single, Compilation oder ein digitales Album veröffentlicht, und das Ganze noch umsonst?

Das französische Beko Digital Single Label aus Brest macht genau das. Jeden Montag erscheint eine Platte von eher unbekannten, aber äußerst interessanten Musikern und Bands aus Frankreich und dem Rest der Welt. Das Label ist mittlerweile schon etwas über 90 Wochen aktiv, das bedeutet: Zeit nehmen und durchhören. Wir sind auch noch dabei…

“Beko 71 – Maps and Diagrams & Estela Lamat” ist auf jeden Fall ein Highlight, bei dem die Ambientstücke von Tim Martin alias Maps and Diagrams auf die Spoken Words der chilenischen Schriftstellerin Estela Lamat treffen.

beko 71

beko 31

“Beko 31 – Pink Priest”, das Ambientprojekt des Amerikaners, der auch unter dem Namen Gremlynz bekannt ist, zeigt hier auf zwei Songs, wie überzeugend düsteres minimalistisches Gedröhne sein kann.

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UNSER MIXTAPE AUF BYTE.FM VERPASST…?

Posted in Redaktion on June 23rd, 2011 by Redaktion

 

Wer unser Mixtape in der Sendung “Blog&Roll” auf Byte.FM verpasst hat, der hat jetzt die Chance sich das Ganze nochmal im Stream anzuhören.

Mountain Witch – Severance
Skafandr – Endless Catastrophe
Bersarin Quartett – Es kann nicht ewig Winter sein
Fear Falls Burning – Dead Of Night
Lento – Dyad
Nadja – Sky Burial (Live – Christuskirche Bochum)
Dale Cooper Quartet and the Dictaphones – Aucun Cave
N (13) – Prora Stadt

Viel Spass beim Lauschen!

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FOTOS VOM DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad, Redaktion on June 22nd, 2011 by D.K.

dale cooper quartet - christophe @ christuskirche bochum

Hier sind die Fotos vom Denovali Label Evening:

N
Bersarin Quartett
Dale Cooper Quartet & the Dictaphones

Dank an die Fotografen Cosima und Cristóbal.

Den Livebericht findet ihr hier.

denovali label evening

 

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DRONE ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Release, Sampler on June 22nd, 2011 by D.K.

In letzter Zeit sind gleich zwei Drone Compilations erschienen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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CANADIAN DRONES, VOLUME ONE

Zunächst einmal verwundert hier, dass eine Kompilation vorliegt, deren Kurator das kanadische Label [Walnut+Locust] ist, die Veröffentlichung selbst aber vom israelischen Sub-Label 0bpm herausgebracht worden ist. Aber, warum nicht? Vertreten sind vierzehn Künstler. Die bekannteren sind Thisquietarmy, Aun, .cut. featuring gibet und die beiden Nadja-Mitglieder Aidan Baker, der mit einer “Minimal Version” seines Silent Ballet Volume XV Kompilation Songs “Turn Tail” vertreten ist, und Leah Buckareff, die einen ihrer seltenen Bass-Solo-Songs namens “Bass Drone #7″ beisteuert. Aber auch die unbekannteren Namen, oder gerade diese, machen diese Kompilation interessant. “Deutsche Luftpost” von Pier-Emmanuel Tremblay sticht besonders hervor, weil seine musikalische Idee ungewöhnlich ist… während ein unruhiger O-Ton eines von seinen Gefühlen überwältigten Kriegsberichterstatters zu hören ist, ist im Hintergrund ein ruhiger Klaviersound zu hören, der in Kombination mit der aufgewühlten Stimme des Reporters interessante Hörerlebnisse hervorruft. Während die meisten vertretenen Künstler aus Vancouver oder Montreal stammen, fällt der Noise-Drone Künstler Beneath These Idle Tides auf, der aus Calgary, nordöstlich von Vancouver, stammt und mit seiner Mischung aus Weißem Rauschen und tiefen Dronemelodien eine ebenfalls überzeugende Mischung liefert. Hier gibt es viel zu entdecken.

“Canadian Drones, Volume One” ist direkt über 0bpm beziehungsweise dem Hauptlabel House Of The Last Light (etwas undurchsichtig das Ganze…) beziehbar. Einfach eine Mail an house_of_the_last at yahoo.com schicken und der Rest ergibt sich schon…

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MAGNETIC FIELDS & ZERO DIMENSION PLANES

Das belgische Consouling Sounds Label hat sich mit seiner Kompilation zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Herangehensweisen von zwölf Ambient und Drone Künstlern zu präsentieren, die sich zwischen Sounds mit wenig Variation bis hin zu heraufbeschwörten beklemmenden Rhythmen bewegen. Die Platte wird von [Multer] eröffnet. Auf “Amsterdam 2 Uhr Nachts” ist das minimalistische Zusammenspiel von Gitarre und Orgel zu hören. Es brodelt, der Sound wächst und kurz vor dem Höhepunkt, den man erwartet, erlischt der Sound in einem O-Ton von den Straßen Amsterdams (?). Blyndhæð dann als Kontrast mit einem Sound, der eher gefühlt als gehört werden kann, Minimalismus in seiner extremsten Ausführung. Distant Fires Burning beginnen mit einem twinpeakschen Basssound und mutieren zu einem Elektrogewitter. Mirko Uhlig an fünfter Stelle. Wer ihn kennt, der weiß, dass Uhlig von zurückhaltend-ruhig bis grenzwertig-noisig klingen kann. “Soot Pony” klingt nach Kirchenorgeldrone, einnehmende, berauschend langanhaltende Töne und dann Field Recordings von Rädern auf Kies, lauten stolprigen Schritten… Ein Film ensteht vor dem inneren Auge. N, mit Projekt Nr. 16 namens “Dangast” an siebter Stelle, zeigt, was eine Gitarre für Sounds erzeugen kann, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt nach Anspielen der Saiten der Hörer den Sound zu hören bekommt. Schwingende Sounds gleiten durch die Gehörgänge und lassen kaum erahnen, welches Instrument hier gespielt wird. Genau so verhält es sich mit den Drones von Premonition Factory, die ebenfalls nicht erahnen lassen, dass hier alles auf live eingespielten Keyboards entstanden ist. Tzesne als Abschluss dieser Zusammenstellung mit wummernden Sounds, man kommt sich vor wie in einem dunklen Raum, hinter dessen Wänden die Sounds von “Lived Things Heard Things” zu hören sind.

“Magnetic Fields & Zero Dimension Planes” kommt in einem zusammengefaltetem A3 Artwork von .vorst ontwerp und kann direkt über Consouling Sounds bestellt werden.

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PREMONITION FACTORY

Posted in Release on June 20th, 2011 by D.K.

Premonition Factory ist der in Antwerpen ansässige Niederländer Sjaak Overgaauw. Mit “The Sense Of Time” hat der Gründer des Antwerp Live Looping Festivals sein zweites Album veröffentlicht.

TheSenseOfTime

Premontion Factory spielt auf “The Sense Of Time” mit den verschiedenen Gemütszuständen, die Ambientmusik beim Hörer hervorrufen kann. “Darkest Hour Pt.1″ eröffnet das Album und wie schon der Titel verspricht, ist die Stimmung düster. Was Sjaak hier aus seinen Keyboards zaubert, sind zäh fließende Soundflächen. “Chasing the Unknown” klingt dank hellerer Töne und deutlicherem Synthiesound freundlicher und hoffnungsvoller. Bei “Electric” dann der erste subtile Beat und auch hier, dem Titel entsprechend, ein eher elektronischer als organischer Sound. Der Titelsong fängt mit einem Elektrosound an, der als Beat die Grundlage für weitere Soundflächen legt, die Overgaauw übereinander schichtet und ein düsteres aber zugleich optimistisch anmutendes Klangfeld aufbaut. Den Sinn für Zeit, den Sinn für Timing hat Premonition Factory allemal. “The Darkest Hour Pt.2″ dann überraschend undüster, aber um so melancholischer. Ein minimalistischer Höhepunkt. Hier greift das folgende “Desolate” die entstandene Stimmung auf und dröhnt mit seinen Keyboardsounds wie eine Gitarre fies vor sich hin. “Magic Box” dann wieder freundlicher um zu “Mediate” überzugehen, das erstmalig mit eindeutig hörbaren Tastentönen und hellen Klangflächen den Hörer mit einem positiven Gefühl entlässt. Trotz der verschiedenen aufeinander treffenden Stimmungen ist Sjaak Overgaauw ein sehr homogenes Ambientalbum gelungen, das in sich stimmig ist. Sehr empfehlenswert.

premonition_factory

“The Sense Of Time” ist zwischen März und Dezember 2010 auf Basis von live eingespielten Keyboardsessions entstanden und direkt über Premontion Factorys Homepage beziehungsweise seine Bandcamp Seite erhältlich.

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NEUE KERRETTA SINGLE

Posted in Release on June 20th, 2011 by D.K.

Kerretta
Das neuseeländische Instrumentaltrio Kerretta steht kurz vor der Veröffentlichung seines nächsten Albums. Als kleinen Vorgeschmack gibt es die neue Single “A Ways To Uprise” diese Woche als kostenlosen Download bei Golden Antenna Records. Reinhören lohnt sich!!!

Mehr zu Kerretta…

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A POOR MAN´S MEMORY

Posted in Release on June 19th, 2011 by D.K.

Schaut man sich das Cover von “Fathers & Sons” von A Poor Man´s Memory an, so kommen einem diverse Assoziationen in den Sinn, wonach die Musik klingen könnte… seichte Indiesounds, eingängiger Alternative… Doch kaum auf den Playknopf gedrückt wird klar, dass hier ein ganz anderer Wind weht.

apoormanstheory

Das Trio aus Dresden drischt hier mit einer Wucht in die Saiten und auf das Schlagzeug ein und lässt den Opener “Apollo” für sich sprechen. Was einen auf dieser Platte erwartet, ist instrumentaler Rock, der sich zwischen Postrock, Mathrock und Progrock bewegt und die Elemente dieser Stile so gelungen kombiniert, dass über die ganzen 63 Minuten Laufzeit ständig eine überzeugende Spannung gehalten wird. Egal ob leise oder laut, A Poor Man´s Memory schaffen es mit einfachen musikalischen Mitteln den Hörer bei Laune zu halten. Absolutes Highlight ist das Viertelstündige “1953″, das so eine Energie entfaltet, dass einem die 15 Minuten fast schon zu kurz vorkommen.

Die Produktion der Platte überzeugt ebenfalls mit einer klaren Direktheit. Rechts, links und mittig schallt jeweils ein Instrument aus den Boxen und unterstreicht damit den Gesamteindruck von “Fathers & Sons”.

“Fathers & Sons” ist genau wie das Debüt von A Poor Man´s Memory beim Dresdener Label Mikrokleinstgarten erschienen und als wirklich schickes CD-Digipack und als Doppel-Vinyl erhältlich. Ihr könnt euch das Album vorab auf der Bandcamp Seite des Trios im Stream anhören.
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LIVEBERICHT: N, BERSARIN QUARTETT & DALE COOPER QUARTET

Posted in ontheroad on June 14th, 2011 by D.K.

Letzten Freitag hat der erste Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum stattgefunden und zum einen die Zeit bis zum diesjährigen Denovali Swingfest verkürzt und zum anderen eindrucksvoll bewiesen, was im Herbst erwartet werden kann.

“Diese Soundwand hat mich live umgehauen” (Zitat Gast zu N)

N eröffnet den Abend um kurz nach Acht mit seinem Drone-Ambient-Set. N hat sich am rechten Bühnenrand vor dem Altarsockel platziert und fängt an, die Hörer mit leisen, lang anhaltenden Tönen in seine Welt zu entführen. Der Sound wird lauter und allmählich wächst der Sound durch Loops und andere Effekte. Die Herangehensweise von N wirkt an diesem Abend sehr orchestral. Der Sound wächst immer weiter an und nach einer Viertelstunde brechen erst die Dronesounds über die Kirche herein, die man schon die ganze Zeit erwartet. Auch hier wächst die Soundwand weiter an, in deren Hintergrund immer wieder eine Art Melodie durchschimmert. Dann endet nach 23 Minuten der erste Song mit einem leisen Dröhnen, was direkt zum zweiten Stück führt, das von der aktuellen Denovali Platte “Gager” stammt. Auch hier wieder das Anwachsen des Sounds zu einem den ganzen Kirchenraum einnehmenden Gedröhne. Der perfekte Einstieg für diesen Abend.
N

“Das sind ja nur drei” (Zitat mehrerer Gäste zum Bersarin Quartett)

Um kurz nach Neun kommen dann Bersarin Quartett auf die Bühne. Heute nicht nur als Soloprojekt von Thomas Bücker, sondern erstmalig als dreiköpfige Band mit Drummer und Bassist von der Münsteraner Band Racquets. Die Drei sind auf dem Altarsockel platziert und gut sichtbar, hörbar sind sie auf alle Fälle. Denn der fette Bass, das noch fettere Drumset und die Elektronikabteilung von Bücker verstehen sich gut mit der Akustik der Kirche. Leider ist der Anteil der echten Instrumente im Vergleich zur Elektronik geringer, dafür wirken die Momente, in denen die Drums voll zum Einsatz kommen oder der Bass den Rhythmus angibt, um so eindrucksvoller. Im großen Ganzen überzeugt das Bersarin Quartett bei seiner Livepremiere als Band vollkommen. Standing Ovations und lauter Jubel sprechen da ganz für sich.

bersarin quartett

“Wer von denen ist denn Dale Cooper ?” (Zitat Gast zum Dale Cooper Quartet)

Es ist schon kurz vor Elf. Das Licht in der Kirche wird gedimmt. Nur ein warmes gelbes Licht erhellt die Fläche vor dem Altarsockel, wo sich die vier Franzosen von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones platziert haben. Zwei Gitarristen, ein Cellist und ein Mann an der Elektronik. Das Cello setzt ein, aus der Elektronikecke knallt ein subtiler, aber sehr eindringlicher Bassloop in die Kirche und sofort ist klar, dass hier was Besonderes folgt. Nichts mit stimmungsvoller Melancholie wie bei Bersarin, sondern düstere Soundtrackatmosphäre à la Film Noir. Die Gitarren untermalen den bassigen Sound, die eine eher klassisch bluesig gespielt, die andere experimentell-freestylig, teils mit Schraubenzieher und Cellobogen. Zwischen den Songs werden Cheap Radio Sounds im 60er Jahre Stil eingebaut. Die Franzosen überzeugen durch ein Set, das sich vollkommen von den Studioaufnahmen unterscheidet, viel düsterer und weniger jazzig ist und vom improvisierten Gitarrenspiel in Verbindung mit den vorgegebenen Elektroniksounds lebt. Behutsam bauen Dale Cooper Spannungsbögen auf, die erst kurz vor Schluss aufgelöst werden, und um Mitternacht mit einer erneuten 60er Radio Einlage enden. Nicht alle Gäste haben durchgehalten, aber die, die geblieben sind, sehen zufrieden aus.

dale cooper quartet and the dictaphones

Update: Mehr Denovali Label Evening Fotos von tobalo.de und constantly-consuming.com findet ihr in unserer PHOTOS Rubrik.

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BARN OWL – SHADOWLAND

Posted in Release on June 13th, 2011 by N

Gleich die ersten Töne des Orgel Ostinatos von „Void And Devotion“ greifen zu und ein Losreißen gelingt erst am Ende der rund 24 Minuten dieser 3-Track EP (45 UpM) von Barn Owl.

barn_owl_shadowland

Tiefer, warmer, körperlicher Klang über die gesamte Laufzeit (angeblich wurde aus Soundgründen alles über Röhrenstacks geschickt, egal ob Gitarre oder Keys…) und schon “Void and Devotion” setzt auf die hypnotische Kraft von Statik und Verdichtung, auf das Versprechen eines Höhepunkts, der nie kommt (und, ehrlicherweise, auch nicht gebracht wird) und den man trotz allem selbst dann noch erwartet, wenn das Stück bereits in den allerletzten Tönen liegt.

„Shadowland“, das Titelstück, schließt strukturell, harmonisch und vom Gestus fast nahtlos an „Void And Devotion“ an; ein mit sich selbst verflochtenes Piano-Gitarren-Arpeggio, leicht transparenter als die sich verdichtende Orgel im ersten Song. In der Wirkung aber genauso hintergründig verlockend, erst recht in der Reibung mit dem in die Untiefen ziehenden Gitarrenmotiv im letzten Drittel. Fast verhängnisvoll sehnsüchtig, faszinierend. „Infinite Reach“ ist dann frei von dieser klaustrophobischen Intimität, verschiebt schwebende Akkorde in einen Zustand zwischen Erleichterung und Misstrauen und dieser Andeutung ausbrechender Kraft, die so sexy wirkt. Die paar verlorenen Einsprenksel am Ende sind dann fast so etwas wie ein Augenzwinkern…, vielleicht.

Barn Owl

“Shadowland” erscheint diesen Monat über Thrill Jockey Records und ist ausschließlich auf Vinyl erhältlich. 750 Stück Transparent und weitere 750 Stück Schwarz. Das Artwork stammt aus der Feder von Evan Caminiti.

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on June 13th, 2011 by D.K.

Das FKT in Bochum ist eine Gruppe von bildenden Künstlern, die seit einiger Zeit in einem alten Versicherungsgebäude eine neue Heimat gefunden hat und dort arbeitet und mit diversen Aktionen jegliche Art Kunst an die Leute bringt. Ende Mai stand das erste Konzert im FKT an, mit Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy.

thisquietarmy @ fkt bochum

Ein langer Flur mit vielen Türen, hinter denen sich Ateliers befinden, und in einem dieser Räume steht ein Verstärker, liegen Effektgeräte auf dem Boden und zwei Gitarren ruhen auf zwei Stühlen. Der restliche Raum ist, bis auf ein altes Sofa, ein Waschbecken und einen gruseligen Stromkasten, leer. Eric Quach eröffnet den Abend mit seinem Thisquietarmy Set, das mit Projektionen vom Beamer begleitet wird. Diese sind auch so gut wie die einzige Lichtquelle auf der Bühne. Thisquietarmy möchte an diesem Abend so gar nicht leise sein. Der Sound ist laut, die großen Glasscheiben im Raum knarren. Schnell haben alle Gäste in den Raum gefunden. Sitzen, stehen, liegen und lauschen den Tönen. Quach baut seine Gitarrensounds auf. Sitzt, steht, kniet beim Spielen und ist ständig in Bewegung. Zu den geloopten Sounds kommen Drummachinebeats hinzu und es wird nochmals lauter, dann nach über einer halben Stunde entspannt sich der Sound und Thisquietarmy bewegt sich in Ambientgefilden und gibt dem Hörer Gelegenheit das Gehörte positiv zu verarbeiten.

aidan baker @ fkt bochum

Gut zehn Minuten später greift Aidan Baker zu seiner Gitarre. Baker beginnt sein Set sehr ruhig und minimalistisch und erst nach einigen Minuten bekommen die Gäste, die sich nicht im Raum befinden, mit, dass das Konzert begonnen hat. Aidan Baker improvisiert an diesem Abend, probiert Vieles aus, baut manche Ideen mit Loops aus und experimentiert mit diversen Anspielarten. Was dabei aus der Box erklingt ist eine Wolke aus filigranen Sounds, die durch den Raum gleitet, sogar im Flur des alten Bürogebäudes entwickeln die Sounds ihre ganz eigene durchdringende Dynamik. Baker sitzt im Dunkeln, die einzigen Lichtquellen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Raums, dazwischen liegende, sitzende und stehende Hörer. Nach 40 Minuten legt Aidan Baker seine Gitarre zur Seite und verfremdet die letzten Gitarrentöne knieend vor seinen Effektgeräten und lässt somit das Set elektronisch enden, mit einem Sound, der eher an Synthie als an Drone erinnert.

Mehr Konzertfotos vom FKT Fotografen Cristóbal Márquez findet ihr hier. Mehr zu seiner Fotoarbeit findet ihr auf Tobalo.de

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