LIVEBERICHT: NEUROSIS & UFOMAMMUT

Posted in ontheroad on July 31st, 2011 by D.K.

Manche Bands lassen einen immer am langen Arm verhungern, wenn es ums Warten auf neue Platten und Konzerte geht, so auch die Avantgarde-Post-Core-Metal-Doom-Sludge-Rocker von Neurosis. Um so größer ist dann die Freude, wenn die Durststrecke ein Ende hat. Zwar ist das neue Album noch nicht im Kasten, aber die Songs sind geschrieben und die kleine Europatour wird zum Warmspielen und Präsentieren des neuen Materials genutzt. Das FZW in Dortmund ist der Ort des Geschehens. Dort angekommen erwartet uns schon die erste nicht überraschende Tatsache, dass “nur” Ufomammut als Support dabei sind und nicht wie die FZW-Homepage versprach auch Amenra. Egal, dank funktionierendem Netzwerk der Fan-Band-Gemeinde war man ja darauf vorbereitet.

Die Halle füllt sich schnell, nachdem die drei Italiener von Ufomammut den Abend eröffnen. Der Bandname ist hier Programm. Das Ufo steht für das sphärisch-psychedelische und das Mammut für das schwerfällig-doomige im Sound der Band und das stellen die drei eindrucksvoll unter Beweis. Effektverzierte Basstöne, rockige Drums und eine derbe verzerrte Gitarre, die auch ungespielt vor sich her dröhnt. Feine Sache.

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Es folgt eine lange Umbauphase, in der neben der Crew auch immer wieder die Neurosis Bandmitglieder auf der Bühne auftauchen, um an ihren Instrumenten rumzuprobieren. Dann folgt lange nichts und dann doch noch mal ein Soundcheck für Mikros und PA. Und das Ganze streckt sich und streckt sich bis dann plötzlich Neurosis auf die Bühne kommen, kein Spannungsbogen, auf einmal stehen die Fünf da. Wir stehen in der ersten Reihe vor Scott Kelly und die Soundwand des ersten Songs überrollt einen wie eine innere Walze. Die Videoshow im Hintergrund gewohnt düster. Was aber schon am Anfang auffällt und sich durch den ganzen Abend zieht ist, dass vorne die Vocals nicht gut zu hören sind und die Lichtshow irgendwie keine Lichtshow ist, sondern die Band sehr oft in zu hellem Licht steht. Die beiden Frontmänner Scott Kelly und Steve von Till sind schon verdammt eindrucksvoll düster blickende Gestalten. Von Till steht kaum still, verdreht seinen Körper, bangt ständig mit seiner Glatze hin und her. Kelly dagegen steht meist breitbeinig mit der Gitarre so tief wie möglich hängend da. Die restlichen Bandmitglieder halten sich dezent im Hintergrund. Die Setlist überspannt wie gewohnt eine größere Schaffensphase der Band und so dürfen Songs wie “Given To The Rising”, “A Season In The Sky” oder “Belief” nicht fehlen. Aber auch der neue Song “At The Well” ist dabei, der stilistisch da anknüpft, wo das letzte Album aufgehört hat. Je länger das Konzert andauert, desto unruhiger wird die Band. Von Till wackelt immer unkontrollierter, Kelly kickt mit einer Kopfnuss sein Mikro von der Bühne und Noah Landis zerlegt seinen Keyboardständer. Als Abschluss gibt es wie vor drei Jahren in Köln “Through Silver In Blood” mit imposantem Gruppengetrommel. Als wir die Halle verlassen und an die frische Luft kommen, meldet sich auch der Kreislauf, der die Show gar nicht gut fand… aber das gehört nun mal dazu.

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MOMENTAUFNAHMEN

Posted in Redaktion on July 31st, 2011 by D.K.

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Wir haben unsere Konzertfotoseite mit Aufnahmen von Boris und Red Sparowes aktualisiert. Schaut mal rein.

ZU GAST BEI “ROCKAWAY BEACH”

Posted in Aktuell, Redaktion on July 27th, 2011 by D.K.

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Am kommenden Donnerstag, den 28. Juli 2011, sind wir zu Gast bei “CT das Radio” in der Sendung “Rockaway Beach”.

Schaltet einfach mal zwischen 21-22 Uhr die Kiste an und lasst euch überraschen.

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NEUE OMEGA MASSIF IM SEPTEMBER

Posted in Release on July 25th, 2011 by M.H.

Das neue Omega Massif Album, welches wohl das am sehnsüchtigsten erwartete im Bereich des instrumentalen Doom/Sludge/Postcore sein dürfte, wird am 16. September bei Denovali Records erscheinen. “Karpatia”, Nachfolger des Debüts “Geisterstadt”, wird aus sechs Songs bestehen, von denen das Würzburger Quartett einen vorab als Stream bereitgestellt hat.

Der neue Song “Ursus Arctos” und das erneut überaus stimmige Cover-Artwork lassen fraglos auf ein weiteres Meisterstück aus dem Hause Omega Massif hoffen. Die Preorder startet Mitte August und bereits kommenden Sonntag wird ein weiterer Song online gestellt. Wir warten gespannt!

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SIGNALSUNDERTESTS

Posted in Musik on July 24th, 2011 by D.K.

Signalsundertests ist nicht nur der Bandname des britischen Duos, das aus Ricky Graham und John King besteht, sondern auch sowas wie das Motto der Band, die entstanden ist, nachdem sich die beiden Soundtüftler zusammengetan haben, um neue Gerätschaften für Liveperformances zu testen.

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Aus diesem Soundgetüftel (wörtlich zu nehmen, wenn man ein Blick auf die Seite von Ricky Graham wirft) ist das gemeinsame Album “Mecca” entstanden, das das Schaffen der beiden auf einer CD vereint. Der Titelsong mit seinen orientalisch anmutenden Elektrosounds und den stark verfremdeten Gitarrensounds bringt alle Vorraussetzungen für einen Ohrwurm mit. Die restlichen Songs bewegen sich mit surrenden Elektrotönen und subtilen Beats zwischen Ambient und experimenteller Elektroimprovisation. Selbst ein Ausflug in Hip-Hop-Gefilde wie bei “Pushpull” erstaunt einen wenig. Abgerundet wird das Album durch den Livetrack “#339900″, der die Livequalität der Signalsundertests-Sounds unter Beweis stellt. Als Abschluss “Glisten” mit weiblichen Vocals und einem sphärischen Soundgerüst.

Wer sich für elektronische Musik oder experimentelle Sounds interessiert, sollte sich diese Platte nicht entgehen lassen. Zumal sie ja auch sehr günstig über die Bandcamp Seite von Signalsundertests bestellt werden kann.

Im September zusammen mit N und Premonition Factory auf Tour.

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BLACK MOON EMPIRE

Posted in Release on July 24th, 2011 by D.K.

Hinter Black Moon Empire verbirgt sich eine Split-Kollaboration der beiden Postrockbands Collapse Under The Empire aus Hamburg und Mooncake aus Moskau. Die Split ist nach dem gemeinsam eingespielten Song benannt, der die Splitplatte eröffnet.

black moon empire

Mooncake ist ein Quartett aus Moskau, das mit Gitarre, Bass, Drums, Keyboard und Cello melancholisch treibenden Post-Rock erschafft und in Russland zu einer der bekannteren Instrumentalbands gehört. Neben dem gemeinsamen Song mit C.U.T.E., sind noch “Turquoise” und “Novorossiysk 1968″ auf der Split vertreten, die die Band von ihrer ruhigeren epischen Seite zeigt.
Die heimischen Collapse Under The Empire zeigen sich mit ihren beiden eigenen Beiträgen “Spark” und “T.S.D.” aggressiver (also immer noch im Postrockrahmen bleibend) und bieten somit einen passenden Kontrast.

Black Moon Empire ist eine gelungene Zusammenkunft zweier Bands aus dem gleichen stilistischen Lager und zeigt, wie vielfältig instrumentaler Postrock umgesetzt werden kann. Die CD erscheint Ende Juli über Oxide Tones, einem deutschen Label, das sich auf Postrockveröffentlichungen konzentriert.

 

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LIVEBERICHT: RUSSIAN CIRCLES & BORIS

Posted in ontheroad on July 24th, 2011 by D.K.

Samstagabend von der einen Ecke des Ruhrpotts zur anderen nach Dortmund in das FZW zum Boris & Russian Circles Konzert, das dauert schon ganz schön lang. Im FZW angekommen spielt die Vorband Saade schon ihren letzten Song. Saade kannte ich vorher nicht, aber ein Blick auf die Bühne verrät, dass ein Teil des Gitarre-Drum-Duos der Tourmanager von Bands wie Boris oder Mono ist. Klein ist die Welt.

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Als erster Headliner treten Russian Circles um kurz nach Acht auf. Das große Drumset (erheblich größer als das dahinter stehende von Boris) steht mittig am vorderen Bühnenrand. Rechts davon der Bassist und links der Gitarrist. Mike Sullivan an der Gitarre ist die treibende Kraft auf der Bühne. Er legt die ersten Loops, die unglaublich präzise sind und die Band nach nur knapp 2 Minuten wie eine Drei-Gitarren-Combo klingen lassen. Der drahtige Dave Turncrantz wirkt hinter seinen großen Drums etwas verloren, doch dass er diese unter Kontrolle hat beweisen die ersten Druckwellen, die schon beim ersten Song das erste Ohnmachtsopfer fordern. Links stehend sieht man dank vorgerückten Drums so gut wie nichts von Bassist Brian Cook und zu hören ist er zu Beginn auch nicht, weil irgendwas am Sound nicht klappt. Trotzdem haben sich die drei schnell warm gespielt und präsentieren ihren instrumentalen Postrock-Meets-Metal-Sound, der nicht umsonst viele Anhänger gefunden hat. Mike rast mit seinen Fingerkuppen über die Gitarrensaiten, Dave haut alles an Rhythmus raus was machbar ist und Brian legt fette Basslinien in den Hintergrund. Rock´n`Roll!

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Das Gute an Clubabenden, bei denen im Anschluss eine Party stattfindet, ist die Tatsache, dass alles sehr stark nach Zeitplan geht. Und so ist die Bühne auch schnell für Headliner Nummer 2 hergerichtet. Boris betreten die Bühne und als kleine Überraschung ist der japanische Kultgitarrist Michio Kurihara als vierter Mann dabei. Alle in Schwarz gekleidet, alle cool wie sonstwas. Es geht los mit “Riot Sugar” , “8″ und “Statement”, die vier Japaner rocken, leider ist der Gesang nicht wirklich gut zu hören (vorne zumindest), aber die Show ist trotzdem gut. Atsuo hampelt sich mit seiner Mangafigurfrisur einen an den Drums ab und zieht dabei die skurillsten Grimassen (von wegen Japaner beherrschen sich immer), Wata dagegen spielt ihre Gitarre konzentriert und bewegt nur die Augen und ihren Oberkörper.
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“Attention Please” als einziger Beitrag vom neuen, gleichnamigen Album, dann “Window Shopping” vom neuen Heavy Rocks, nicht heavy, sondern cool Bass und Drums lastig, fast schon sowas wie ein gerockter Dancesong (und immer wieder die Frage im Kopf, möchte man wissen was da auf japanisch gesungen wird?). Takeshi wandert auf seinem zweihälsigen Bass-Gitarre-Instrument hin und her, Michio bearbeitet seinen Gitarrensound mit verschiedenen Effekten und legt Soundlandschaften in den Hintergrund. Kurz vor Ende dann mit “1970″ und “Pink” sowas wie Boris-Hits und als Abschluss das epische “Aileron” in der Heavy Rocks Version. Die künstliche Nebelwand verschwindet, die Lichter gehen an.
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CONTEMPORARY NOISE SEXTET – GHOSTWRITER´S JOKE

Posted in Release on July 24th, 2011 by N

Nicht wenige Bands, besonders aus der Grauzone Experiment / Downtempo / Drone / Listening usw. schmücken sich gern mit „Jazz“ Attributen; musikalisch, indem bestimmte Motive aus dem „echten“ Jazz entlehnt werden (die dann zwar noch an Jazz erinnern, als typischer Basslauf, als typische Rhythmik, aber im eigentlichen Sinne nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun haben und so eher den Hintergrund für, gern repetetiv hypnotische, durchkomponierte Stücke bilden. Oder als Teil des Namens; die ganzen Herr/Frau-XY Trios, Quartetts… Auch diese Art der Namengebung hat ihren Ursprung im Jazz; der Leader und sein Pack…

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…das Contemporary Noise Sextet kommt aus Polen und wenn Musik auch immer internationaler geworden ist; in diesem Fall gibt die Herkunft Hinweise: Polen, eins der Länder mit grosser Tradition im Modern Jazz. Und, um mit der Vorrede (endlich) auf den Punkt zu kommen: das hier tut nicht so, das ist Jazz. Mit der Besetzung Schlagzeug, Bass, Piano (Bartek Kaspa, der Bandleader), Gitarre, Trompete und Tenor-Saxophon werden Motive vorgestellt, im weiteren in ihre Einzelteile zerlegt, wieder aufgegriffen; Soli (auch längere) eingefügt, ganze Stücke (in Bezug auf die Solospots) einem Instrument gewidmet. Kenner wissen, was das heisst; für die ohne Jazz-Background: Bläser-Riffs als Träger der Struktur, auch als Klammer für das Ensemblespiel um die Hauptmotive, dazwischen, fast wie ein Staffellauf, das Hin- und Herreichen der Führungsrolle.

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Für mich, der Jazz auch nur ansatzweise kennt, die größte Überraschung wie spannend das Contemporary Noise Sextet diese Stücke gestaltet; fernab von instrumentaler Großmannssucht (dabei aber, keine Frage, extrem flüssig und, ja, im besten Sinne „cool“ gespielt). Nicht wenigen Anteil daran hat, neben der Arbeit der Rhythmusgruppe, die von Seiten der linken Hand des Pianos zusätzliche Unterstützung erhält, der souveräne Umgang mit der Dynamik (in Lautstärke und im Sinn von „in welcher Reihenfolge wird ein Motiv von welchem Instrument gespielt“…). Und, natürlich, die durchweg treibenden Themen der Stücke mit den fast „songdienlich“ eingebetteten Soli; im Grunde „gönnt“ sich das Contemporary Noise Sextett nur im über 9 Minuten langen „Norman’s Mother“ einen Ausflug in ganz freie Formen (und findet auch wieder lässig auf die Spur zurück). Sehr homogen und trotzdem frei; cool bei körperlich warmen Sound.

Über Denovali Records erschienen und hier erhältlich.

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING

Posted in Video on July 23rd, 2011 by M.H.

Knapp anderthalb Monate liegt der Denovali Label Evening mittlerweile bereits zurück. Als wohlige Erinnerung für die, die da waren und als Anregung für diejenigen Musikfreunde, die es bisher noch nicht zu einer Veranstaltung in die ehrwürdigen Mauern der Christuskirche Bochum geschafft haben, haben wir einige Impressionen in Bild und Ton hochgeladen.

Weiteres Material, sowohl vom 10. Juni, als auch von den vorherigen Konzertabenden, findet ihr auf  vimeo.com und auf youtube.com.

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EMMA RUTH RUNDLE

Posted in Musik on July 23rd, 2011 by D.K.

Emma Ruth Rundle spielt Gitarre und singt im Duo The Nocturnes, sie spielt Gitarre bei den Red Sparowes und gestaltet Artworks für Bands wie Windmills By The Ocean. Viel beschäftigt, könnte man meinen. Da entspannt man sich doch am besten, zwischen den Live Shows mit den Red Sparowes, wenn man im kleinen Tourvan durch Europa fährt. Nicht Emma.

Emma Ruth Rudle

Emma Ruth Rundle hat die Zeit im Tourvan genutzt, um ihr erstes Soloalbum “Electric Guitar: One” einzuspielen. Mit einer kleinen E-Gitarre für unterwegs hat sie sechs Songs aufgenommen, die, wie der Titel ja auch verspricht, nur aus Gitarrensound bestehen. Die Platte bewegt sich stetig zwischen Ambient, Prog Rock und irgendwas was sowohl als eingängig, aber auch zugleich avantgardistisch bezeichnet werden kann. Sich in die Gehörgänge festsetzende Melodien treffen auf sphärische Soundflächen und der Musik ist anzuhören, dass sie zwischen den Red Sparowes Konzerten geschrieben wurde. Für das endgültige Abmischen hat sich Emma die Hilfe von Bandkollegen Bryant Clifford Meyer (Isis, Taiga, Windmills By The Ocean) hinzugeholt.

“Electric Guitar: One” ist in Eigenregie erschienen und in einer streng limitierten Auflage auf CD und LP hier erhältlich. Wer vorab reinhören möchte, kann dies auf Emmas Bandcamp Seite machen.

Emma Ruth Rudle - Electric Guitar:One

 

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LIVEBERICHT: RED SPAROWES

Posted in ontheroad on July 23rd, 2011 by D.K.

Red Sparowes waren endlich wieder auf Tour und auch endlich wieder im Gebäude 9 in Köln. Diese Kombination weckt nette Erinnerungen an das Konzert, das die Herrschaften vor ein paar Jahren am gleichen Ort gegeben haben. Damals haben Tephra den Abend würdig eröffnet, für dieses Mal stand keine Vorband an.

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Erste Überraschung am Abend ist die recht übersichtliche Zahl an Besuchern (hier mal der Wink mit dem Zaunpfahl an alle, die kommen wollten aber zu faul waren…). Zweite Überraschung ist die dann doch vorhandene Vorband, die eigentlich keine ist, sondern nur Dreifünftel der Red Sparowes. Genauer gesagt, die neue Gitarristin Emma Ruth Rundle, begleitet von Bryant Clifford Meyer an der Gitarre und Greg Burns an der Steel Guitar. Die drei geben einen epischen Song zum Besten, der vor allem durch seine eingängigen Melodien und den Gesang von Emma überzeugt. Das wars. Die drei verschwinden wieder hinter der Bühne.

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Dann kurze Zeit später kommen alle fünf Red Sparowes auf die Bühne und das Bandset beginnt. Druckvolle Drums, drei Gitarren, Steel Guitar und/oder Bass blasen die Luft aus der Halle und Luft ist an diesem warmen, schwülen Tag wünschenswert, aber egal, der Sound lässt vergessen, dass man auch atmen soll. Ich spare mir mal, die ellenlangen Titel der gespielten Songs zu nennen, auf alle Fälle sind die treibenden rockigen Songs aus dem ganzen Repertoire der Band vertreten, ruhig wird es während des Sets nur zwischendurch, wenn zwischen den gewohnten Tönen Imrovisationen eingebaut werden, die weitere Spannungsbögen in den Sound miteinbringen. Was nicht fehlen darf, ist die visuelle Untermalung in Form von Videoprojektionen. Diese fangen polemisch an und durchwandern während des Konzertes Wissenschaften, Kunst, Momentaufnahmen und sonstige eindrucksvoll auf Film festgehaltene Situationen. Immer passend zum dargebotenen Sound. Sogar eine Zugabe von zwei Songs gibt es, die mit einer Dankesrede von Bryant Clifford Meyer eingeleitet wird. Sehr sympathisch, der Ex-Isis-Keyboarder-Gitarrist. Sehr sympathisch diese Red Sparowes.

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AR – WOLF NOTES

Posted in Release on July 17th, 2011 by N

AR sind Autumn Richardson und Richard Skelton und „Wolf Notes“ ist ihre Zusammenarbeit „für die Landschaft, Flora und Fauna von Ulpha in Cumbrien, Nord-England“. Wenn man dann (ebenfalls durch die Linernotes auf dem Cover) erfährt, dass Ulpha „der Hügel, der von den Wolfen besucht wird“ heisst, erschließt sich auch der Titel dieser LP auf Type Records, deren gleichermaßen reduziertes wie cinemascopisches Cover Artwork (vermutet) genau diese Landschaft zeigt.

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Die die beiden zu dieser Musik inspiriert hat? Fünf Titel, die im Namen eine Art Reise tragen, die sich jedoch allein um eben diesen Ort der Wölfe dreht und die dementsprechend keinen wirklichen Wandel in Form einzelner Stücke bezeichnen, sondern eher als Wegmarken entlang eines langen Pfades dienen. Will sagen: im Grunde genommen sind die „Wolf Notes“ ein einziges Stück aus melancholischen Streicherextrakten (Richard Skelton) und Autumn Richardson’s verträumt / verwehten (textlosen) Gesangsmotiven; beides immer wieder mit fast loopartigen Charakter; zwar, gegen Ende oder am Auftakt der einzelnen Tracks, auch mal fragmentarischer, jedoch irgendwann stets den Gipfel in Form sich verdichtender Streicher und geschichtet / bearbeitet wirkender (fast immer gleicher, aber nie langweiliger) Gesangslinien erreichend…

Ein Fall für die Esoterik-Polizei? Verhaftung wegen lulligem Schönklang? Es ist beiden hoch anzurechnen, dass sie es geschafft haben (und es ist eindrucksvoll zu hören wie), genau dies zu verhindern. Statt dessen ein Album faszinierend vielschichtiger Eintönigkeit; geheimnisvoll und nebelig. Meisterwerk. Punkt.

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SULATRON RECORDS

Posted in Label on July 11th, 2011 by M.H.

Independent Labels bedürfen ein Stück weit einer gewissen Spezialisierung, um den geneigten Musikfreund aufhorchen zu lassen. Sulatron Records warten mit einer ebensolchen Spezialisierung auf. Labelinhaber und -gründer Dave Schmidt konzentriert sein Programm auf Psychedelic-, Space-, (Neo-)Kraut- und Stonerrock. Wer also nicht auf gnadenlos experimentell, groovebetont und staubtrocken steht, sollte an dieser Stelle gar nicht erst weiterlesen, denn drei Bands aus dem prall gefüllten Label-Katalog möchten wir euch im Folgenden etwas näher bringen.

Beginnen wir mit Electric Orange aus Aachen, bei denen der Name Programm ist. Nichts anderes als psychedelisch, spacigen Krautrock der alten Schule erwartet und bekommt man. Ihr siebtes, im Februar 2010 erschienenes Album “Krautrock From Hell” ist eine fast 80-minütige Retro-Abfahrt, eine variantenreiche Jamsession, der man den Einsatz von originalem 60er/70er Instrument- und Tonequipment zweifelsohne anhört. Besonders groß geschrieben wird in der seit 1992 existierenden Band die Spontanität. Folglich entstanden auch diesmal viele der Songs erst kurz vor oder während der Aufnahmen im Studio. Abgerundet wird “Krautrock From Hell” durch stimmige Hörspielpassagen und experimentelle Soundeffekte.

Zweite Band im Bunde sind Tracker, die mit ihrer ersten Albumveröffentlichung “How I Became An Alien” eine knappe Stunde psychedelischen Stonerrock abliefern. Dabei sind sie keine Wüsten-, sondern vielmehr Alpensöhne aus der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Der treibende Opener “Tight Fit” offenbart anfangs eindeutige Parallelen zu alten Kyuss Großtaten und repräsentiert mit seinem betont ruhigen Ausklang durchaus den weiteren Verlauf von “How I Became An Alien”, der im Zeichen des steten Wechsels zwischen getragen, entspannt und rockend steht. Cool nölender Gesang zwischen ausufernden Instrumentalpassagen, staubiges Riffing und wummernder Bass sind die Grundzutaten, die um vereinzelte Sound Spielereien ergänzt werden. Auch Songs der nie offiziell veröffentlichten, selbst produzierten Debüt EP “man made noise” sind in überarbeiteter Form auf dem Album gelandet. Erschienen ist es im November 2010 in limitierter Vinyl Version (6 Songs) und auf CD (9 Songs), wobei jeder Platte auch die CD-Version beiliegt.

Abschließend möchten wir euch noch die Düsseldorfer Vibravoid ans Herz legen, die mit ihrem aktuellen, im Mai erschienenen Album “Minddrugs” erneut ihren Führungsanspruch unter den deutschen Vertretern des Psychedelic Rock reklamieren. Auf ihrem fünften Longplayer zelebrieren sie auf eine erfrischend unverstaubte und mitreißende Art einmal mehr die Sounds ihrer Helden aus den 60ern und 70ern. Hawkwind und Syd Barrett sind allgegenwärtig auf Vibravoids mal hypnotisch repetitiven, mal straight rockenden Acid-Space-Trips, wobei ihnen mit “Seefeel” gleich zum Einstieg gar ein kleiner Genre-Hit gelungen ist. Der Gesang hält sich insgesamt eher dezent im Hintergrund, wohingegen die Elektronik auch gerne mal die Hauptrolle spielt, wie im Mittelteil des absolut würdig interpretierten, auf 22 Minuten ausgedehnten “Set The Controls For The Heart Of The Sun”. Der Coversong, in dem die zuvor schleichend aufgebaute Spannung kulminiert, beschließt ein Album, das dem eingangs benannten Anspruch der Band durchaus gerecht wird.

Solltet ihr nun auf den Geschmack gekommen sein, empfehlen wir euch, unbedingt die Webseite des Labels zu besuchen, auf der es noch Unmengen weiterer Bands zu entdecken gibt. Zudem bietet sich Ende September gleich dreimal die Gelegenheit, eine Sulatron Records Label Night zu besuchen, bei der jeweils drei hauseigene Bands aufspielen werden.

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DIRK SERRIES – MICROPHONICS XIX

Posted in Release on July 9th, 2011 by D.K.

Live-Alben werden entweder gemocht und gesammelt oder ignoriert und für überflüssig gehalten. Ersteres trifft bei mir zu. Wenn dann auch noch ein Konzert auf Platte gepresst wird, bei dem man selbst dabei war, ist die Freude natürlich um so größer. So geschehen im Fall des Dortmunder Konzerts von Dirk Serries, das jetzt auf Tonefloat erschienen ist.

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Tonefloat veröffentlichen schon seit einiger Zeit ausgewählte Live-Sets von Dirk Serries und liefern jetzt mit “Microphonics XIX” das Set, das Serries am 11. Dezember 2010 im Künstlerhaus Dortmund gespielt hat. Dirk Serries ist dort im Rahmen des Mex-Festivals zusammen mit N im Keller des Gebäudes aufgetreten. Vor den beiden ist die kolumbianische Künstlerin Claudia Robles aufgetreten, die mit Hilfe ihrer Gehirnaktivitäten Sounds erzeugt hat (klingt nicht nur gelesen merkwürdig), und der argentinische Saxophonist Lucio Capece hat im Anschluss sehr experimentelle Sounds mit Hilfe seines Blasinstruments dargeboten. Mit diesen eher merkwürdigen Soundeindrücken als Grundlage, durfte man dann Dirk Serries und N lauschen, die ja im Vergleich zu den beiden anderen einfach nur Gitarre spielen.

Dirk Serries setzte mit den ersten Tönen ein und das vorher erlebte war sofort ausgeblendet (in den Tiefen des Langzeitgedächtnisses vergraben). Genau dieser Teil des Abends ist auf Platte verewigt. “Microphonics XIX” beginnt leise, mit E-Bow getragenen Sounds, dann setzen dezente Pickings ein und die Soundwand wächst langsam an. Die Aufnahmen von Serries geben den Sound des Abends gut wieder. Der notdürftig verputzet Kellerraum mit seinen mächtigen Rohren unter der Decke hat den Sound der Gitarre warm klingend und druckvoll weitergeleitet. Nach wenigen Minuten baut Serries eine geloopte Disharmonie in seinen Sound ein, die das sphärisch schwebende Soundgerüst immer wieder auf den Boden zurückholt, wie bei einem Flieger, der kurz vor dem Abflug den Schub zurücknimmt. Leider ist nach knapp 24 Minuten das Set zu Ende. Doch zum Glück bleibt nicht nur die Erinnerung, sondern auch “Microphonics XIX” auf Vinyl.

Die einseitig bespielte 12inch Platte ist in drei verschiedenen Farben direkt über den Tonefloat Shop erhältlich und genau wie alle anderen Microphonics Vinyl-Live-Sets auf 300 Exemplare limitiert. Und nicht nur für Live-Platten-Fans lohnenswert!

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AIDAN BAKER – STILL LIFE

Posted in Release on July 9th, 2011 by D.K.

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Stillleben sind auf dem Vier-Panelen-Digipack von “Still Life”, dem neuen Album von Aidan Baker, zu sehen. Momentaufnahmen aus Aidan Bakers Wohnung und Arbeitsstätte bieten interessante Einblicke in die Welt des stetig aktiven Musikers, der mit diesem Album noch viel interessantere neue Wege beschreitet.

Eigentlich sind Aidan Baker und seine Kramer Gitarre eine unzertrennliche Einheit, doch für “Still Life” hat er genau dieses Instrument beiseite gelegt. Bass, Drums und Piano sind hier die einzigen Instrument, die zum Einsatz kommen. Das Resultat ist ein darkjazziges Album, das geprägt ist von Improvisationen und einer einnehmenden Rhythmik. Auf vier Stücken, die miteinander verflochten sind, zeigt Baker, dass sein Sinn für Kompositionen auch jazzig umsetzbar ist. “Still Lives” stimmt den Hörer mit zurückhaltenden Drums und ruhigem Klavierspiel ein, das im Einklang mit dem Bass einen bedächtig fließenden Sound erzeugt. “Remembered Time” ist ähnlich aufgebaut, doch hier ist das Drumming aktiver, Bass und Piano lösen sich allmählich aus ihrer Einheit und die Variationen und Improvisationen nehmen zu. “Refuge From Oblivion” bricht die Struktur der Platte und wirkt mit seinen freejazzigen Klaviersounds wie ein unzähmbares Jazzstück, das im Verlauf durch die kraftvollen Drums an Struktur gewinnt. “Complex Iconographical Symbology” setzt da wieder an, wo das zweite Lied aufgehört hat, um hier nochmal eine rhythmische Steigerung im Drumming und Bassspiel miteinzubringen. 45 Minuten Jazzkosmos à la Aidan Baker. Ein Muss für jeden Aidan Baker Fan und Freund von Sounds wie denen von Bohren & der Club of Gore oder The Mount Fuji Doomjazz Corporation.

“Still Life” ist auf dem neuen Label Primary Numbers auf CD erschienen. Ihr könnt die CD oder die digitale Version des Albums direkt über Broken Spine Productions, dem Shop & Label von Aidan Baker und seiner Band Nadja, beziehen.
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