HOME – FREE DOWNLOAD COMPILATION

Posted in Redaktion, Release, Sampler on December 30th, 2011 by D.K.

Das Jahr geht so langsam zu Ende und wir wollen uns bei euch Lesern mit einer Download Compilation für das Besuchen unserer Seite bedanken. Auf “Home” haben wir die verschiedensten Künstler aus Deutschland vereint, über die wir an dieser Stelle berichtet haben. Neben bereits veröffentlichten Songs findet ihr sowohl Livetracks von Veranstaltungen, die wir euch präsentiert haben, als auch bisher unveröffentlichte Tracks auf der Compilation.

Wir freuen uns auf euren Besuch im nächsten Jahr und wünschen euch einen guten Start in 2012. Und denkt daran, die hier präsentierte Musik zu fördern: Kauft Musik und Merch bei den Musikern und bei den Labels direkt und besucht die Konzerte dieser Künstler, egal bei welchem Wetter und bei welcher Laune. Label, Veranstalter und Künstler werden euch sehr dankbar dafür sein.

Eure Redaktion

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HOME – A THEPOSTROCK.DE COMPILATION VOLUME 1: GERMAN ARTISTS

LAUTER

Racquets – Begrudging
Vom selbstveröffentlichten Album „No Time For Beggars“

A Poor Man`s Memory – A Matter Of The Hand, Not The Heart
Vom Album „Fathers & Sons“ auf Mikrokleinstgarten erschienen

Ira – Hydrophobia
Vom Album „These Are The Arms“ auf Golden Antenna erschienen

Obelyskkh – Dust Of Angels
Vom Album „Mount Nysa“ auf Droehnhaus erschienen

Kokomo – Go, Mordecai
Vom Album „If Wolves“ auf Dunk Records und I.Corrupt Records erschienen

Horse? – Sleepwalk
Vom selbstveröffentlichten Album „I“

Tephra – Tempel
Vom Album „Tempel“ auf Golden Antenna erschienen

Mountain Witch – Severance
Vom Album „Mountain Witch“ auf Droehnhaus erschienen

Radare – Morast
Vom Album „Infinite Regress“ erschienen auf Shark Men Records und Tokyo Jupiter Records

LEISER

Seconds in Formaldehyde – A Safer Haven (previously unreleased)
Vom nächsten Album, das 2012 erscheinen wird

Sankt Otten – Ein Lied für hoffnungsvolle Tage (previously unreleased)
Vom nächsten Album, das 2012 auf Denovali erscheinen wird

Owwl – 60.885833, 101.894444 (previously unreleased)
Vom Album „Everything Darker Than Everything Else“, das 2012 auf Utech Records erscheinen wird

Bersarin Quartett – Geschichten von Interesse (previously unreleased)
Live Version vom ersten Auftritt als Trio beim Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum (das Original ist auf dem selbstbetitelten Album auf Denovali und Lidar Records erschienen)

[Bolt] – 04
Vom selbstveröffentlichten Demo „[ ]“

Kodiak – Pathfinder (previously unreleased)
Bisher unveröffentlichter Remix vom Material des ersten Albums, das auf Denovali erschienen ist

N (21) – Suedfall (previously unreleased)
Live Version vom Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum

Download

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INDIGNANT SENILITY

Posted in Release on December 27th, 2011 by N

Die Büchse der Pandora. Es gibt bestimmt nicht zu viele Platten, die beim Hören fast Angst erzeugen können. Und es ist eigentlich auch schwer vorzustellen, wie eine solche Musik sein sollte, die eben das kann. Gerade die, die mit diesem Ziel antritt, ist ja oft nichts als eine mehr oder weniger offensichtliche Ode in Düsternis, basierend auf ebensolchen, bekannten Versatzstücken. Und löst gerade bei denen, die derartiges gewohnt sind, sowieso viel eher wohlige als ängstliche Schauer aus. Wohlfühlmusik, nur eben ein bisschen anders.

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Indignant Senility aka Pat Maherr ist da ein definitiv anderes Kaliber. Ich weis nicht, mit welcher Absicht Indignant Senility auf „Consecration Of The Whipstain“ angetreten ist oder ob es da überhaupt eine vorangestellte Absicht im gewohnten Sinne gab; was von der ersten Sekunde des Starts von „Waking Extirpation“ in hervorragender Masteringqualität aus den Rillen des qualitativ hervorragenden Vinyls quillt, ist so etwas wie der Gesang (nicht Geschrei, hier herrscht kein „Noise“) der Dämonen, die in immer engeren Kreisen um dein Versteck streichen; kalt und unbarmherzig in ihrer Konsequenz, wenn nicht noch schlimmer. Im Ernst, ich kann mich nicht erinnern, ein solches Unwesen aus Musik in dieser Eindrücklichkeit zuvor gehört zu haben. Wie genau Pat Maherr das zustande gebracht hat (irgendwo war zu lesen, dass alle Sounds direkt durch Gitarrenverstärker geschickt wurden; die raue, mittenbetonte Ästhetik spricht in jedem Fall dafür) ist dabei eigentlich völlig nebensächlich, wichtig ist allein dieses Pandämonium aus sich windenden, geradezu gequält schreienden Flächen; diese Musik und ein Film, der, ebenfalls ohne die bekannten Klischees, einen gleichermaßen visuellen Horror vermitteln könnte; diese Kombination wäre (mindestens knapp vor) tödlich (zumindest für die meisten unter uns…).
„Color Absolution“, das zweite der jeweils eine Seite langen Stücke dieses 4-Trackers, zieht sich ein wenig von der Rolle der offensiven Bedrohung zurück; in den inneren Bewegungen langsamer, lässt es auch (wenn auch nur im Vergleich zu dem Terror zuvor) „harmonischere“ Wendungen zu; als wenn der Vampir so etwas wie Mitgefühl zeigen würde, fast gegen seinen eigenen Willen… bis die Geräuschinterventionen wieder von einem Handeln zeugen, das sich (zum Glück!) seiner Identifizierbarkeit entzieht.
„No One (Elapsed)“ kontrolliert und konzentriert sich tatsächlich noch weiter, der Gesang der Dämonen wird einem einzigen von ihnen überlassen aber auch dieser weis die Möglichkeit zu schätzen, dir falsche Fährten vorzuspielen. „I Work For The Whip“: nach all dem nihilistischen Muskelspiel; ein Blick zurück? Der Dämon geht? Vielleicht sogar das. Die Warnung aber bleibt. Und wieder, wie schon drei mal zuvor, das beiläufige wie unverhoffte aus…

Braunrot, wie geronnenes Blut gefärbtes Vinyl in einem rotbraun geronnenen Cover… Auf der Rückseite der verschwommene Schatten eines Hakens… Musik für Zenobiten? Und: macht es einen Unterschied? Würde es das? In jedem Fall: Musik, die Dinge berührt, bei denen man(n und Frau) nicht sicher sein können, ob sie berührt werden sollten. Und deshalb eine Platte für den richtigen Moment… Wenn die Tür offen ist…

Auf Type Records erschienen.

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LIVE VIDEO: FABIO ORSI & N IM FKT BOCHUM

Posted in Video on December 18th, 2011 by M.H.

Wir haben noch ein paar finstere, (un-)bewegte Bilder unseres letzten Konzertabends aus dem FKT Bochum nachzureichen. Der Ausschnitt aus dem Impro-Set von Fabio Orsi & N liefert euch eine Ahnung eines beeindruckenden audiovisuellen Erlebnisses…aber schaut und hört einfach selbst!

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SIGNALSUNDERTESTS – NASCENT

Posted in Release on December 18th, 2011 by D.K.

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“Nascent” nennt sich das neue Album von Ricky Grahams Signalsundertests. Knapp noch im Dezember veröffentlicht, versucht der Brite mit seinem neuen Album auf den Olymp der 2011er Veröffentlichungen im experimentellen Bereich zu steigen. Was heißt versucht… er macht es.

“Nascent”, in der Pressemitteilung als Ambientalbum angekündigt, ist viel mehr als nur das. Der Opener und Titeltrack des Albums zeigt, dass es auf “Nascent” nicht um Ambientflächen geht, denn was hier zu hören ist, sind cleane Gitarrenmelodien, die filigran verfremdet werden, wodurch ein Gerüst aus Ambientsounds entsteht. “Selah I” ist der erste von sechs gleichnamigen Songs auf dieser Veröffentlichung, die sich zwischen die anderen Songs reihen, die sowohl als Bindeglieder als auch eigenständige Tracks verstanden werden können. “Axon” überrascht mit krautig progrockigen Gitarrenthemen, die Hand in Hand mit experimentellen Soundflächen gehen. Nach dem dronigen “Selah II” überrascht “Keep Me (143)” mit rhythmischen Triphopsounds und weiblichem Gesang. Und während man darüber nachdenkt, ob das hier reinpasst oder nicht, löst sich der Song in dronige Gitarrenflächen auf und verschmilzt mit den bisher gehörten Sounds des Albums. “Quiet Arcs” dann wieder mit sich steigernden Klangschwaden und Wah-Wah-Gitarre, die auch in einem derben Rocksong gut platziert wäre. Prog-Ambient könnte man den Sound nennen, wenn man dem Kind denn einen Namen geben müsste. Auf jeden Fall verwandeln sich die “Quiet Arcs” in wütende Noisewände mit Gitarrengeheule, bis dann der nächste Selah Teil die Stimmung wieder beruhigt. “Axon Reprise” macht da weiter wo “Axon” aufgehört hat, nur dass die Reprise Version viel lebendiger ist und sich in ein erhabenes Gewitter aus hellen Sounds entwickelt, das sich in leises Geknirsche auflöst. “Kapelle” fließt vor sich hin und nimmt Elektrosounds und Gitarrenklänge mit, die auf dem Weg des Flusses liegen. “Selah” bäumt sich zum sechsten und letzten Mal auf und bereitet den Weg für “Ebb and Flow”, das wie der Titel verspricht Ambientebbe gegen Droneflut antreten lässt und sogar ein schüchterner Beat schleicht sich wieder ein.

Ricky Graham hat mit “Nascent” geschafft, was wenige schaffen: er hat dem Sound seine ganz eigene Wiedererkennungsnote verpasst und zeitgenössische Elektrosounds mit altmodischen Gitarrenthemen vereint. Der Weg auf den Olymp ist hier nicht weit… Ein Album das nicht nur Drone und Ambient Fans gefallen dürfte, sondern auch Freunden von Pink Floyd oder King Crimson.

“Nascent” ist in Eigenregie produziert und veröffentlicht worden und über die Bandcamp Seite von Signalsundertests bestellbar. Auch als Bundle mit dem Debüt “Mecca”, das zwar elektronischer und beatorientierte ist als “Nascent”, aber als Pendant trotzdem gut zum neuen Album passt… und der Preis ist ja auch verlockend.

cky graham

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AUN – PHANTOM GHOST

Posted in Release on December 17th, 2011 by N

Aun, das kanadische Duo um Martin Dumais und Julie Leblanc, im Auftrag der Soundforschung. Schwerpunkt diesmal: Ambient-Shoegaze. Mit hundertfach verschachtelten Gitarren, mit Einsprengseln von fragmentiertem Gesang. Der zwar nicht (um einen denkbaren verwandtschaftlichen Bezug zu nennen) wie bei Elisabeth Frazer von den Cocteau Twins eine Fantasiesprache entwickelt und sich so der Greifbarkeit entzieht, der aber, eben durch die Art seines pointierten Einsatzes und der gleichzeitigen Fokussierung auf einzelne Textmotive in vergleichbarer Weise Instrument wird.

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Schon im Sinne der unmöglich/unwirklichen Greifbarkeit ist „Phantom Ghost“ damit der passende Titel. Und gewinnt im Laufe der Platte in diesem Sinne sogar noch auf einer weiteren Ebene an Bedeutung: Stücke wie „Out Of Mind“ nutzen songähnliche Strukturen und erweitern so ihre Zugänglichkeit (auf einer ihrer Ebenen) für viele; die darauf möglicherweise aufbauende Erwartung, ein Album lang Shoegaze-Pop-Ätherik zu erhalten, wird jedoch (wie ich finde zum Glück) durch die im Laufe der Platte immer unwirklicher erscheinenden Stücke durchkreuzt; dass ein Stück wie (das auch noch ungelistete!) Achte erst in seinen letzten Sekunden einen packenden und wieder einmal die Konsumierbarkeit erleichternden Rhythmus entwickelt, nur um ihn quasi sofort wieder auszublenden, passt unter der Headline des Titels damit wie perfekt.

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Ein Album, das scheinbar immer einen Schritt vor den Hörern ist. Der Versuch es einzuholen, ist mehr als lohnenswert…

Als CD und hochwertiges Vinyl bei Denovali Records erschienen.

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RACQUETS

Posted in Release on December 16th, 2011 by D.K.

racquets

Die Racquets aus Münster sind schon lange da gewesen, nur war es so, dass das nur wenige wussten. Das soll und muss sich jetzt ändern und deswegen gibt es gleich zwei Veröffentlichungen zu besprechen. Das Quartett um Hengst (dicke Saiten), Patkow (dünne Saiten und Tasten), Finkenberg (ebenfalls dünne Saiten) und Kövi (Trommelarbeit) macht keinen Post-Rock, macht keinen Jazz, macht kein Indie, macht kein Dub, macht kein Synthie, macht kein Math, aber dann doch irgendwie, aber so gemischt, dass daraus der racquetische Sound entsteht.

capital ideas by racquets

Die erste Veröffentlichung, die wir euch vorstellen wollen, ist “Capital Ideas by…”. Ein 37minütiges Set, das eine Studiosession dokumentiert, in der Racquets neun Songs am Stück eingespielt haben. Die Songs entwickeln als zusammenhängende Einheit eine ganz besondere Dynamik und füllen die 37 Minuten mit Spannungsbögen, Rhythmen, Breaks und Improvisationen, so dass es eine Freude für die Ohren ist. Das ganze Erlebnis gibt es als kostenlosen Download über das Netlabel Digital Kunstrasen.

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Zweites Release ist “No Time For Beggars”, das Racquets in Eigenregie veröffentlicht haben. Diesmal nicht zusammenhängend, sondern als 6-Track-Silberling. Auch hier gilt das Gleiche, wie bei “Capital Ideas by…”, denn auch hier fährt die Band ihr musikalisches Repertoire auf und nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch die instrumentalen Genres. Die erste Hälfte ist besonders verspielt (wie beim Opener “Hurt”), die zweite Hälfte lässt sich mehr Zeit für Klangideen und mit “Begrudging” gibt es ein fulminantes episches Finale. Auch hier wieder der Daumen hoch…

Beide Alben wirken nacheinander gehört, wie eine kleine Einheit, daher unsere Empfehlung: “Capital Ideas by…” runterladen und “No Time For Beggars” direkt bei der Band für 7 Euro (zzgl. Versand) bestellen und dann selber auf Klangreise gehen.

 

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LOCRIAN – THE CLEARING

Posted in Release on December 14th, 2011 by T.H.

Was mich an Locrian fesselt, ist leidlich zu beschreiben. Man kann ihnen eigentlich nur Unrecht bereiten, sobald man versucht, das kurz zuvor Erlebte in eigene Worte zu fassen. Entdeckt habe ich sie mit “The Crystal World” und dort war es sicherlich die perfekte Vertonung eines von Intensität und steigender Spannung geprägten Aufbegehrens gegen etwas Unbestimmtes, etwas alles Verschlingendes. Etwas, das schließlich doch gewinnt und jeglichen Widerstand in einem wunderschönen, gewaltlosen Akt erstickt und ewigem Stillstand beendet.

locrian the clearing

“The Clearing” von Locrian ist wie ein Echo dieses letzten Moments und des vorangegangenen Kampfes. Ein Gefühl aus vergangenen Tagen, verzerrt und idealisiert, doch hinter diesem Schleier von abgrundtiefer Gleichgültigkeit geprägt. Etwas, das einem erst zum Ende der Reise wieder bewusst wird und gedankenlos zurücklässt. Das große Finale des Vorgängers fehlt, die Vocals unterstützen subtiler und die erhabenen, sich über den Drone erhebenden Momente wirken vorhersehbarer gestreut. Choraler Gesang übertönt die zunächst ruhigen Passagen, während das erschütternde Gekreische immer noch bedrohlich und aus einer völlig anderen Dimension zu kommen scheint.
Doch dieses Mal ist es anders, denn man ist bereits verloren. Es existiert nur die Suggestion, dass die alte Welt noch zu greifen, ein Aufbegehren noch von Nutzen sei. Die Hoffnung, ein letztes Mal alles zum Guten wenden oder stattdessen mit sich in den Abgrund reissen zu können. Und dann wartet man 17 unendliche Minuten auf den herbeigesehnten Moment, bis dieser niemals eintrifft.

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Währenddessen alternativ von meinem zweiten, inneren Auge aus betrachtet:
Vor mir am Lagerfeuer sitzt ein in sich gekehrter Mönch mit mongolischem Antlitz (ohne Kapuze), der mir bei leisem Kehlgesang versucht unmissverständlich zu versichern, dass ich weder im Himmel noch in der Hölle bin. Zunächst stelle ich mir selbst noch die unbestimmte Frage, weshalb ich hierhin geführt wurde, bis ich plötzlich anfange mich schemenhaft zu erinnern und dabei merke, wie meine Zunge schwerer und meine Hände und Beine immer tauber werden. In dem Moment, als ich ein letztes Mal den Kopf anhebe, um mein Gegenüber fragend anzublicken und dabei in seine klaren, leblosen Augen schaue, erstarre ich krächzend und mit offenem Mund, während er nur weiter singt und singt und singt…

“The Clearing” ist als Vinyl inklusive Download über Fan Death Records erschienen und direkt über Locrians Shop erhältlich.

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COLARIS

Posted in Release on December 12th, 2011 by M.H.

Die 2009 gegründeten Rheinland-Pfälzer Colaris haben sich dem instrumentalen Postrock verschrieben, scheuen jedoch auch zeitweise Ausflüge in heftigere sludgige Gefilde nicht, die für eine angenehme Portion Eigenständigkeit sorgen. Seine Spannung und Dynamik bezieht der Sound des Pirmasenser Trios überdies aus dem bewährten leise-laut-leise-Spiel, wobei die Band hier eine erfreulich erfrischende Variabilität an den Tag legt. Die relative Wuchtigkeit auf der einen und die melodiöse Fragilität auf der anderen Seite paaren sich mit einer dezenten Prise experimenteller Verspieltheit und führen im Ergebnis zur angestrebten “Brachialromantik” (O-Ton Colaris).

Seit Januar 2011 ist ihre aktuelle, selbst produzierte 4-Track-EP “The Disclosure” als CD, limitierte Tape-Edition und als Download erhältlich. Das Full-Length-Debut steht in Form von acht neuen Songs, die erneut im SU2 Studio Illingen aufgenommen wurden, ebenfalls bereits in den Startlöchern und wartet auf seine Veröffentlichung Anfang 2012. Solltet ihr im Raum Karlsruhe wohnen, guckt ihr euch die Jungs am besten direkt live am 16. Dezember im Jubez an.

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LUBOMYR MELNYK

Posted in Release on December 11th, 2011 by D.K.

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Lubomyr Melnyk ist ein kanadischer Pianist mit ukrainischen Wurzeln (und um das mal ganz international zu gestalten: geboren ist er in München), der in den späten 70ern eine eigene Art des Pianospielens entwickelt hat. Die sogenannte “Continuous Music” zeichnet sich durch schnelles Tastenspiel und sich wiederholende Klangfolgen aus. Melnyk hält angeblich den Rekord für das Spielen der meisten Noten innerhalb einer Stunde.

Mit “The Voice Of Trees” veröffentlichen die Schweizer von Hinterzimmer Records eine Aufnahmen aus dem Jahr 1983, die es bisher nur als CD-R Release gab. Das zweigeteilte “Continuous Music for 2 Pianos and 3 Tubas” ist für eine Tanzaufführung in Lyon geschrieben worden und weil Melnyk niemanden finden konnte, der das Stück so spielen kann wie er, hat er den ersten Teil auf Tape aufgenommen und den zweiten Teil dann live darüber gespielt. Die Tubaparts hat Melvyn Poore beigesteuert, die ebenfalls getaped wurden. Das Ergebnis ist ein Fluss aus schnell gespielten Pianomelodien, die von tiefen Tubaklängen untermalt werden. Man kann sich nicht entscheiden, ob das Gehörte minimalistisch genannt werden kann oder nicht, denn was Melnyk da am Piano zaubert ist zwar musikalisch reduziert, technisch jedoch an der obersten Grenze des live Umsetzbaren. Wer sich die Platte anhört wird staunen. Übrigens hört man dem Album nicht an, dass die Aufnahmen fast 30 Jahre alt sind.

Hinterzimmer Records haben dieses Stück Musikgeschichte in eine schöne Hülle aus dicker naturfarbener Pappe gepackt und sich für das Artwork und Layout die Hilfe von Keith Utech (Utech Records) von Daniel Menche geholt.

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PORTRAITS

Posted in Release on December 11th, 2011 by D.K.

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Ein unscheinbarer Bandname, ein unscheinbares Cover von einem weißen Punkt auf einem Stück Stoff. Das, was aber hinter dem selbstbetitelten Debüt von Portraits steckt, ist eine Supergroup bestehend aus Jefre Cantu-Ledesma und Maxwell Croy vom Root Strata Label, Evan Caminiti und Jon Porras von Barn Owl, Lisa McGee von Higuma, Gregg Kowalsky und Marielle Jakobsons von Date Palms, Steven Dye und Tony Cross (die bei Tarentel mitgespielt haben) und Michel Elrod, der bei Barn Owl und Date Palms Tambura gespielt hat.

Portaits vereinen auf drei Songs in 40 Minuten ihr musikalisches Können und zelebrieren den psychedelischen Flächendrone. Denn der 20minütige Opener “D” breitet sich so schmeichelhaft fließend aus, dass es eine Freude ist, den Musikern bei ihrer minimalistischen Herangehensweise zuzuhören. Portraits brauchen keine klassischen Songstrukturen um zu überzeugen, sondern umhüllen den Hörer mit gleitenden Klängen aus verschiedenen Instrumenten, die sich zu einem gemeinsamen Surren vereinen. “SA” setzt genau da an, nutzt aber diesmal die Vocals der Beteiligten um eine Soundfläche zu erzeugen. Das Finale mit dem 12minütigen “Gong” setzt auf dunklere Töne

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Das Debüt von Portraits erscheint Ende Januar als Vinyl über das amerikanische Label Important Records.

Hier schonmal ein Livemitschnitt, für den ersten Eindruck.

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XELA

Posted in Release on December 11th, 2011 by D.K.

Xela ist J.P. Twells, Musiker und Mann hinter Type Records. Mit “Exorcism” steht nun sein letztes Album unter dem Alias Xela zum kostenloses Download bereit, was uns freut aber auch traurig stimmt.

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“Exorcism” umfasst drei zusammenhängende Tracks, die Xela bereits zwischen 2008 und 2009 mit Hilfe von Field Recordings, Effektgeräten und einem Synthesizer aufgenommen hat. Die Field Recordings stammen aus einer alten gefluteten Kalksteinbergbaumine in seiner alten Heimat Walsall in England. Das Album steigert sich von teil zu Teil und so entwickelt sich aus einem Naturgeräuschekonstrukt eine Ambientlandschaft und aus ihr bricht dann eine Synthiemelodie, die sich immer weiter steigert, um dann am Ende wieder in Field Recordings aufzugehen. J.P. Twells treibt sich sein Alter Ego Xela aus und wir dürfen dabei sein, zum Glück.

Wem “Exorcism” gefällt, der sollte sich unbedingt das Alben-Tritychon anschaffen, das Xela über Dekorder Records auf Vinyl und über Digitalis Limited auf Tape veröffentlicht hat. Wo es beim aktuellen Album darum geht, etwas auszutreiben und die Assoziation eher negativ ist, behandelt die Serie einen ganz anderen Aspekt. Das Dreigespann umfasst die Alben “The Illuminated”, “The Divine” und “The Sublime” mit jeweils zwei ausschweifend langen Tracks. Xela kombiniert Field Recordings mit seiner Stimme, verfremdet alles mit Hilfe von Effekten und jagt es durch den Rechner, um dem Hörer jeweils 20-25minütige experimentelle Ambient- und Drone-Epen zu präsentieren.

Aber hier erstmal der Link zum neuen Album: “Xela – Exorcism”

xela dekorder vinyl

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RIVULETS

Posted in Release on December 11th, 2011 by D.K.

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Rivulets ist der amerikanische Singer-Songwriter Nathan Amundson, der passend zur Jahreszeit sein neues Album “We´re Fucked” veröffentlicht hat.

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“We´re Fucked” ist das vierte Full-Length-Album von Rivulets und beinhaltet 13 Balladen oder balladeske Songs. Die Musik wird wie im Opener “Interstate” meist von Akustikgitarre und der zerbrechlich klingenden Stimme von Nathan getragen. Die Vocals werden so intensiv vorgetragen, dass keine Zweifel bestehen, dass hier jemand seine Seele auf der Zunge trägt. “No Talking” zeigt die zweite Seite des Albums. Rivulets als Band mit Gitarre, Bass und Drums. Zuerst steht das Wort und dann wird alles untermalt mit einem instrumentalen druckvollen Ende. Sehr gelungene Songstruktur. “The Road” hat den wohl eingängigste Refrain des Albums und auch wenn die Texte dieses Albums eher in die Richtung Herz- und Weltschmerz gehen, kommt so gut wie nie das Gefühl auf, dass hier jemand Schnulzen vorträgt. Der Albumtitel ist ein Dokument dafür, wie sich Nathan Amundson während der Aufnahmen gefühlt hat, und es freut einen, dass es nicht “We´re Happy” heisst. “Sheep Among Wolves” ist mit seinen sechseinhalb Minuten der längste Beitrag der Platte, mit Akustikgitarre, Percussion und Bass wird der Hörer hier sicher durch das Wolfsrudel geführt. “Change in Your Heart” ist nach ein paar Durchläufen mein kleiner Favorit. Tiefe, leicht verzerrte Gitarre, Amundsons leidende Stimme und ein kleines instrumentales episches Ende. Manchmal reichen auch zweieinhalb Minuten um alles auszudrücken.

“We´re Fucked” ist Ende November über Important Records erschienen.

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RE-INTER-VIEW: AIDAN BAKER – THE SPECTRUM OF DISTRACTION

Posted in INTERVIEWS, Kunst, Release on December 10th, 2011 by D.K.

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Aidan Baker hat uns dieses Jahr nicht nur mehrfach mit Konzerten, sondern auch mit einigen Soloplatten beglückt, was im nächsten Jahr nicht anders sein soll. Im Januar veröffentlichen Robotic Empire das Doppelalbum “The Spectrum Of Distraction”. Darauf vertreten sind 96 Tracks, an denen 18 Drummer beteiligt sind. Schon alleine diese Info ist etwas, wo man zweimal hinschaut, um zu realisieren das es stimmt, was die Augen da gelesen haben.

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Kommen wir zu den Details dieses zweistündigen Werks, für das Aidan Baker befreundete Drummer aus aller Welt gefragt hat, ob sie Interesse hätten, ihm Drum- und Percussiontracks zu schicken, die er für sein Album verwenden kann. An dieser Stelle ist ein munteres Namedropping sicherlich angebracht. So finden sich neben den Drumkünsten von Aidan Baker selbst noch folgende 17 Drummer auf den beiden Platten wieder:

Richard Baker (ARC), Andrew Crawshaw (The Silent Ones), Alessandro Curvaia (Shora), Bruno Dorella (OvO), David Dunnett (Man Meets Bear), Thor Harris (Swans), Steven Hess (Locrian, Ural Umbo), Kevin Micka (Animal Hospital), Mac McNeilly (The Jesus Lizard), Ted Parsons (Godflesh, Jesu, Killing Joke), Phil Petrocelli (Jesu), Simon Scott (Slowdive), Geoff Summers (Batillus), Jakob Thiesen (Nadja, Whisper Room), Brandon Miguel Valdivia (Picastro), Victor Cirone (Solokünstler) und Hamish Walker (Kerretta).

Aidan Baker hat den erhaltenen Tracks seine Gitarren- und Bassspuren hinzugefügt und hatte am Ende genug Material für weitaus mehr als zwei Alben. Hier kommt das Xenochrony-Verfahren ins Spiel, das Frank Zappa geprägt hat. Dabei werden instrumentale Parts aus einem Track in einem anderen verarbeitet und so hat Aidan Baker seine Sets in 96 Versatzstücke aufgeteilt und auf zwei CDs verewigt. Der Hörer kann selbst entscheiden, ob er die beiden Platten durchhört oder auf “Shuffle” oder “Random” klickt oder die beiden Platten in digitaler Form zusammenmischt. Egal für welche Hörart man sich entscheidet, die Klangreise ist höhrenswert. Viele Gitarrenparts klingen typisch Baker-isch, die meisten Songs jedoch zeigen Aidan Baker von ganz neuen Seiten. Mal mit jazzigem Bass, mal mit eingängig postrockigen Gitarrenmelodien, mal mit Metalriffs, mal psychedelisch, mal bluesig, mal synthiekrautrockig, ja sogar poppig klingt er auch mal zwischendurch. Und das Gute ist, man kann sich seine Lieblingspassagen des Albums als Song-Mutanten selbst zusammenstellen, indem man die Tracks einprogrammiert, die einem besonders gut gefallen. Die Tracks sind zwischen 10 Sekunden und 7 Minuten lang und von James Plotkin so abgemischt, dass die Übergänge sauber ineinander greifen (vorausgesetzt die Heimanlage macht das ganze mit, ansonsten funktioniert es in digitaler Form auf alle Fälle).

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Bei so einer Albumidee sind bei uns Fragen aufgekommen. Grund genug mit Aidan Baker ein kleines Interview zu führen:

Aidan, tell us about the very beginning of the idea creating „The Spectrum of Distraction“ with recordings from 18 different drummers.

I wanted to try something big — a large scale project — that would take advantage, challenge, and/or make fun of technology (ipods, random/shuffle feature) and the way people now listen to music.

When did you decide to split the tracks and how did you approach to split them?

Some times there were obvious beginning/end points within the tracks — other times the edits were quite random. This also depended on what the various drummers gave me to work with; sometimes I received just short loops, while others sent more flowing tracks that were more shapeable into songs.

Can you give us your own definition about „Xenochrony“?

Random juxtaposition of independently recorded tracks. I had initially intended The Spectrum of Distraction to strictly adhere to this, but as I received material from the various drummers, I thought it would be more interesting (or perhaps just listenable) to approach randomness within the album/songs itself, rather than the instrumentation.

Was there a special release of Frank Zappa that inspired you to use the xenochrony-technique?

“Rubber Shirt” on Sheik Yerbouti is a specific example of xenochrony that I always liked. I more specifically took inspiration from Shut Up ‘N’ Play Yer Guitar, though, which is an album made up of guitar solos edited out from other songs and performances. I’ve never really been a big fan of Zappa’s songs and silly lyrics, but I do like his instrumental work.

How did you write your guitar and bass parts. Did you first listen to the received Drumtracks or did you already have sounds that fitted with the drumparts?

I listened to the drum tracks and recorded parts along with them. Again depending on what I received from the drummer in question, this could either be abstract, improvisational material or more structured song-like material.

Which Drumtrack was the most difficult to play guitar and bass to it?

Perhaps Brandon Valdivia’s or Victor Cirone’s drums. Both their contributions were quite dense and free-form in a sort of abstract jazz kind of way, which made finding patterns or specific rhythms to play along to challenging.

What about the artwork of Matt Smith. Which information did you give to Matt for creating the artwork?

The only information I gave Matt was that the song titles took their names from the “Choose Your Own Adventure” book series. I don’t know if these were published in Europe, but they were a children’s book series that had alternate storylines and endings, depending on which pages you chose to read. Matt was also a fan of these books and familiar with their fairly specific design and aesthetic, so used that as something of a template for his artwork.

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“The Spectrum Of Distraction” erscheint Mitte Januar über Robotic Empire und wird einen Downloadcode für die kompletten uneditierten Sessions/Songs beinhalten.

Und um nochmal auf den Anfang des Artikels zurückzukommen, auch im nächsten Jahr geht Aidan Baker auf Tour. Wir präsentieren euch die Show am 17. Februar in der Christuskirche Bochum, bei der Aidan Baker einen Special Guest auf der Bühne haben wird…

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FILMTIPP: 22 MEI

Posted in Kunst, Musikfilm on December 10th, 2011 by D.K.

Koen Mortiers “22 Mei” (oder “22. Mai” in der deutschen Fassung) ist ein fast 90minütiges Monument des Gewissens, das in sich bewegenden Bildern verewigt ist und von der Musik von Mike Gallagher alias M.G.R. untermalt wird.

22. MAI

In den ersten sechs Minuten des Films ist zu sehen, wie ein Mann morgens im Feinrippunterhemd aufwacht, sich ein langweiliges Butterbrot schmiert, seine Wohnung in tristen Einheitsbreihochhausviertel verlässt, zur Arbeit fährt, seinen Job als Sicherheitsmann im öden Einkaufszentrum macht, indem er am Eingang steht und Löcher in die Luft starrt, und plötzlich das Einkaufszentrum in die Luft fliegt. Das wars, alle tot, jetzt wird der Film interessant…

Nachdem Koen Mortier für seinen hochgelobten Film “Ex-Drummer” Isis-Songs benutzt hatte, bat er diesmal Mike Gallagher, Gitarrist von Isis, einen Score zu seinem Film zu schreiben. Das Resultat ist ein minimalistisch intensives Album, das größtenteils nur aus clean gespielten Gitarrenthemen besteht, die die gezeigten Bilder Mortiers in ihrer Wirkung verstärken. Da im Film eher die Bilder als die Worte regieren, nimmt die Musik eine große Rolle ein und macht den Film grad für unsere Leserschaft so interessant.

Neugierig geworden? Das solltet ihr auch. Der Score von M.G.R. ist als Album bereits Ende 2010 über Conspiracy Records erschienen. Die deutsche DVD und Blu-Ray Fassung des Films ist seit ein paar Wochen im gut sortierten Videohandel erhältlich. Sehr zu empfehlen ist die limitierte 3-Disc-Collector´s-Edition mit DVD, Blu-Ray und Soundtrack-CD in einem Paket.

MGR

 

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HEIRS AUF DER JAGD

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

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Nachdem die Heirs im letzten Jahr mit ihrem Zweitwerk “Fowl” auf Platte und live überzeugen konnten, folgt nun mit “Hunter” der Vorbote für das nächste Album.

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Es hat sich einiges getan bei den Heirs. Zum einen ist Studiomusiker und The Night Terrors Mitglied Miles Brown jetzt auch festes Mitglied in der Grundbesetzung der Heirs und setzt mit seinen Theremine Sounds unverkennbare Akzente in die Klangwelt der restlichen vier Australier. Desweiteren gehen Heirs einen Schritt weiter in ihrem Klangkosmos, der irgendwo zwischen Doom, Dark Wave und alternativem experimentellen Rock ist, und bringen die Leichtigkeit in ihre Schwerfälligkeit. Denn so genial schwerfällig “Hunter”, der Song zur gleichnamigen EP ist, so genial leichtfüssig entwickelt sich der Sound mit den eben angesprochenen Thereminesounds, die zwischendurch wie ein Frauen-Opern-Chor klingen, oder mit Elektronikeinschüben und treibenden Percussions. Der Rest ist das, was Heirs ausmacht: langsam rollender Bass, knüppelharte langsame Drums und noisige Gitarren. “Symptom” beginnt und man könnte denken, man höre grad Neurosis, denn so trocken brechen eigentlich nur Kelly und Von Till in die Hütte ein… nicht mehr, die Heirs können das auch. Natürlich bleibt der Song nicht so, sondern entwickelt sich zu einem unzähmbar rockenden Track, der zum Ende hin eher an Cave In erinnert, um hier nur mal zwei Größen der Szene zu nennen… Apropos Größen, “Never Land” ist der 13minütige Abschluss der EP und im Original von The Sisters Of Mercy. Wer das Original kennt, weiß, dass in der Instrumentierung nicht viel Variation steckt, was die Heirs als Grundlage nehmen um aus dem Song einen instrumentalen Monolithen zu kreieren, der im Bass- und Drumslauf statisch bleibt und sich nah am Original orientiert, während im Hintergrund die Gitarren und die Elektronik einen Noiseteppich ausbreiten. Berauschend.

“Hunter” ist als 10inch und CD auf Denovali Records erschienen und auch als MP3 Download erhältlich.

Unser letztjähriges Interview mit Heirs Gitarren- und Artworkmann Brent Stegemann könnt ihr hier finden…

 

 

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