[BOLT]

Posted in Demo on December 4th, 2011 by D.K.

[Bolt] oder genauer gesagt der Act, der als Bandnamen einfach nur einen fetten schwarzen Balken trägt, ist ein mysteriöses Duo aus Bochum, das mit zwei Bässen und ein bisschen Piano ein Demo aufgenommen hat, das genauso monumental daher kommt, wie die alten Fabrikhallen im Ruhrpott selbst.

BOLT

Das Demo beginnt mit “[8]” eher unscheinbar und setzt dem Hörer erst mal Field Recordings vor von zwitschernden Vögeln, dann setzen die Saiteninstrumente ein. Im Vordergrund eine freundlichere Melodie und im Hintergrund das tiefe düstere Brodeln von Basssaiten, das zum Ende hin in den Vordergrund ausbricht. Dann kommt “[1]” (die Songtitel unterstreichen das Mysteriöse des Bandnamens) direkt mit einem fetten langsamen Basslauf. [Bolt] haben Zeit und geben auch dem Hörer das Gefühl weiter. Der zweite Bass rollt über den ersten und beide gehen eine Liaison ein, die den Raum, in dem man grad die Musik hört, in Schwingungen zu versetzen scheint. Druckvoller Minimalismus steht hier im Augenmerk der beiden Musiker. Die restlichen Stücke unterstreichen diesen Eindruck. Highlight ist “[4]” (sogar an vierter Stelle auf dem Demo), das mit elektronisch verfremdeten Sounds beginnt, bevor die Bässe sich ihren Weg freiwalzen. Hört selbst…

Das Demo gibt es kostenlos auf Bandcamp und im nächsten Jahr folgt das Debüt auf Aentitainment Records.

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WERNER KITZMÜLLER

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

Das Jahr geht so langsam vorbei, draußen tobt das schlechte Wetter, da ist einem nach etwas warmer Musik und genau hier kommt der Österreicher Werner Kitzmüller mit seinem ersten Full Length Album “Evasion” ins Spiel, das im November über Valeot Records erschienen ist.

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Kitzmüller macht Singer-Songwriter Musik, aber keine gewöhnliche und das muss beim Opener “Motte” erstmal klargestellt werden. Eher elektronisch als klassisch, eher experimentell als strukturiert, mit verfremdeten Vocals. Dann kommt “Meter”, einer von drei deutschsprachigen Songs, und hier zeigt sich was Kitzmüller ausmacht: seine Stimme. Mit seiner Baritonstimme klingt er wie ein alter Mann, der das Leben schon hinter sich hat und jetzt davon dichtet. Dabei ist Werner Kitzmüller ein junger Typ, der auf Facebook mit “a scheyna mann” kommentiert wird, dem man diese Stimme nie zutrauen würde. Und diese Stimme geht unter die Haut, dazu die dezente Gitarreninstrumentierung mit dazwischen gestreuten Sounds. “Good” und “Stalker” dann auf Englisch, genauso ergreifend aber grundsätzlich in einer anderen Stimmung, die allein durch die andere Sprache entsteht. Gitarre, Klavier, Streichinstrumente, Glockenspiel und ganz viel anderes Zeug, mit dem man Sounds machen kann, erschaffen das Klangbild dieser Platte, was in Kombination mit Werner Kitzmüllers Stimme ein einzigartiges Klangerlebnis ergibt. Höhepunkt der englischsprachigen Songs ist “Purple”, denn hier lässt sich Kitzmüller Zeit für Gesang und Instrumentierung. Deutschsprachiges Highlight ist der letzte Song “Salz”, der nur von Kitzmüller so gesungen werden kann, wie er gesungen wird, genial, überzeugend, bleibend.

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Lauscht Werner Kitzmüller und ihr werdet verstehen wovon ich schreibe.

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COVER DER WOCHE

Posted in Serie on December 3rd, 2011 by D.K.

jairus sheep

Die britische Post-Hardcore Band Jairus hat sich vor ein paar Monaten an Sheep von Pink Floyds “Animals” herangetraut. Dabei haben Jairus nicht nur das Original gecovert, sondern sich auch Andy Jackson für das Mastering rangeholt, der wiederum für Pink Floyds “The Final Cut” als Engineer tätig war. Das Ergebnis…hört selbst!

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MORE HOPE FOR JAPAN

Posted in Aktuell on December 3rd, 2011 by D.K.

Eigentlich muss zu More Hope For Japan nicht viel gesagt werden, außer: 37 Künstler aus dem Ambient-  Drone-  Postrock- und Alternative-Bereich, 37 Tracks, 4 CD Set oder Download. Der Erlös dieses Projektes von Oxide Tones kommt den Erdbebenopfern Japans zu Gute.

Bestellmöglichkeit und mehr Infos zum Projekt gibt es hier…

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FALL OF MAN

Posted in Release on December 3rd, 2011 by D.K.

Der Sündenfall musikalisch interpretiert von drei genauso talentierten wie mysteriösen Gestalten der Benelux-Experimental-Gitarren-Szene vereint auf einer CD, die in einem grauen quadratischen Briefumschlag vom belgischen Label Consouling Sounds kommt.

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Den Anfang macht Amenra Gitarrist Mathieu Vandekerckhove alias Syndrome mit dem 12minütigen “Moon When Wolves Run Together”. Das Stück beginnt mit einem Black-Metal-Gitarrensound, der sich hallend ausbreitet, bevor dann nach der Hälfte der Zeit eine unerwartete Wende kommt und der Song sich zu einem ruhigen cleanen Gitarrenstück wandelt.

Mathieu__© William Lacalmontie

Monotonos ist der zweite im Bunde. “All Seemed So Clear, Yet Now So Distorted” nimmt den Hörer auf eine Klangreise mit, die ganz minimalistisch aus clean gespielten Gitarrenmelodien besteht. Langsam gesellen sich Melodien zueinander, werden geloopt und trotz 13minütiger Laufzeit möchte man ewig zuhören.

Roger__© William Lacalmontie

“Shattered Gleam” von Sequences ist das geheimnisvollste Stück der Platte. Subtil brodelnde Ambientsounds schleichen vier Minuten lang durch die Lautsprecher, bis dann neue gleitende Sounds hinzukommen und sich immer weiter verweben. Den Ursprung dieser Sounds versucht man vergebens rauszuhören, dann nach neun Minuten setzt eine Gitarre ein. Auch hier nur gestreckte gleitende Sounds.

Niels__© William Lacalmontie

Zu guter Letzt ein gemeinsames Stück der drei Protagonisten dieser Split. Wie erwartet klingt “Layered” wie eine Mischung der drei Solostücke. Die drei lassen sich Zeit für ihre Klangideen und hinterlassen einen fast 16minütigen Höhepunkt dieser einzigartigen Veröffentlichung.

“Fall Of Man” ist anlässlich der gemeinsamen Tour der drei Musiker entstanden und ist auf 200 Stück limitiert. Im Briefumschlag finden sich kleine quadratische Papptafeln, auf denen alle Credits hochwertig verewigt sind, die eine Investition in diese Veröffentlichung noch lohnenswerter machen.

Die Musikerportraits sind übrigens alle vom französischen Fotografen William Lacalmontie.

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LIVEBERICHT: FABIO ORSI & N

Posted in ontheroad on December 3rd, 2011 by D.K.

Letzten Samstag hat der November nochmal seine letzten Kräfte mobilisiert und einen fiesen kalten Wind durch das Ruhrgebiet gejagt. Genau die richtige Zeit, ein paar warme Drones und Ambientsounds auf die Hörerschaft loszulassen.

N @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Nach Thisquietarmy und Aidan Baker im Mai durften jetzt Fabio Orsi und N die Räumlichkeiten des FKT in Bochum beschallen. N beginnt den Abend mit einem 25minütigen Gitarren-Monolithen, der mit einem Arpeggio anfängt, das mit langen Pausen voller Stille wiederholt wird, bevor sich eine kleine Melodie und schallende Drones dazugesellen, die das Stück atmosphärisch erweitern. Doch das ist nicht die letzte Steigerung und so entwickelt das Stück zum Ende hin einen fast doomigen Sound, der scheinbar unaufhaltsam durch die Marshallröhre dröhnt. Die Melodien treten in den Hintergrund, verschwinden und was bleibt sind verzerrte Dronewellen. Laut und genial betörend klingt es und als man denkt, man könne diesem Sound ewig zuhören, legt N die Gitarre beiseite, kniet sich zu seinen Effekten und lässt das Stück ausfaden.

Fabio Orsi @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Nach einer kleinen Pause setzt Fabio Orsi die Reise fort, die N begonnen hat. Während N seine Sounds an der Gitarre mit Hilfe von Effekten aufbaut, benutzt Fabio Orsi fünf vorgefertigte Loops, die er durch zwei Rechner jagt und mit Hilfe von Effektgeräten live zusammenführt und verfremdet. Das Ergebnis ist ein elektronisches Ambientgewitter, das aufgrund bestimmter Soundabfolgen eine Art Beat entwickelt, der sich immer weiter steigert. Die Sounds gehen unter die Haut und mit jeder Steigerung und Erweiterung des Songs gerät man tiefer in die Soundwelt von Fabio Orsi. Die Gäste haben entweder die Augen geschlossen oder sitzen grinsend auf ihren Stühlen und lassen sich von den lauten Tönen tragen. Auch Fabio spielt etwas über 25 Minuten bevor das Stück wieder an Dichte abnimmt und in Field Recordings endet. Was die Gäste zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: der Abend geht weiter.

Fabio Orsi & N @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Vor der Show haben beide Musiker das Angebot, eine gemeinsame Improvisation zu spielen, mit großem Interesse angenommen. Nach einer weiteren Pause gehen beide auf die Bühne, flüstern sich was zu und beginnen ein gemeinsames Set, basierend auf einer Harmonie aus Field Recordings von Fabio und Ambientsounds aus der Gitarre von N. Das Stück verdichtet sich und die gemeinsam eingebrachten Sounds, die geloopt werden, vereinen sich zu einem fließenden Ambientsound. Nach circa 15 Minuten setzt Fabio an, den Song wieder ausklingen zu lassen, N dagegen steigert seine Gitarrenparts und nachdem Fabio alles ausklingen lässt und N sich wieder in eine Art Soundgeflecht verwoben hat, entscheidet sich Fabio das zu tun, was alle anderen im Raum auch machen: N zuhören. N wird zum Ende hin noch lauter und noisiger als in seinem Soloset, bevor die ehemaligen Büroräumlichkeiten, in denen das FKT wohnt, wieder ihre Ruhe finden.

Ein Abend, drei beeindruckende Sets.

Die Fotos sind von FKT-Mitglied und Profifotograf Cristobal Marquez. Mehr zu seiner Arbeit auf tobalo.de

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SEPTEMBER IM DEZEMBER

Posted in Release on December 2nd, 2011 by N

“Our Withers Unwrung” von September Malevolence: Völlig unabhängig von der Musik als Komposition: Der Gitarren-Bass-Schlagzeugsound ist so sehr so wie es bei einer solchen Band sein sollte, dass eine Steigerung kaum möglich scheint…

september_malevolence

Wer immer September Malevolence beim 2011er Denovali Swingfest erleben konnte und die melancholisch traurigen Stücke mit ihrem gleichzeitig kraftvollen und spröden Sound genossen hat; hier ist das Album dazu. Post-Rock ohne Langeweile und Vorhersehbarkeit; stattdessen mit Kraft und Melancholie und, ich muss mich wiederholen, einem wirklich perfekten Instrumentalklang. Das September Malevolence dabei nicht “nur” instrumental arbeiten (bereits seit ihrem zweiten Album nicht mehr), macht “Our Withers Unwrung” noch besser; dass sie sich dabei trotzdem lange Instrumentalpassagen erlauben, lässt ein Album entstehen, das eine lebendige Frische ausstrahlt, die Bands dieses Genre nur (noch?) selten zu schaffen in der Lage scheinen… Gut, sicherlich regiert auch bei September Malevolence das Apreggio, aber sie finden neue Wendungen und Architekturen, um daraus ihre Songs zu weben; neue Breaks und (besonders auch im entscheidenden “erst auf den zweiten Blick auffällige”) rhythmische Variationen. Und schaffen es auch noch, dabei wie aus einem Guss zu klingen… Schwer empfohlen, auch für die mit Rock ohne Post, nur mit Lust auf einen Sound, der Knochigkeit und Fleisch zusammenbringt; so wie es sein soll, also.

september_malevolence artwork

Das Album ist in der CD-Version auf A Tendervision Recording erschienen und wird demnächst von Denovali Records auf Vinyl gepresst.

PS: nach so viel Lob auf den Instrumentalklang; hier auch noch Lob für den (Chor) Gesang: hervorragend!

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