HOUSE OF LOW CULTURE – POISONED SOIL

Posted in Release on January 1st, 2012 by D.K.

“Poisoned Soil” nennt sich das lang erwartete neue Album von House Of Low Culture. Aaron Turner hat mit der musikalischen Unterstützung von Faith Coloccia (Mamiffer) und B.R.A.D. (Burning Witch, Asva) ein Album aufgenommen, das wie eine Dämonenbeschwörung den Hörer in eine andere Welt entführt.

HOLC_Poisoned_Soil.jpg

Alles beginnt mit einem Tinituston in “Spoiled Fruits Of The Kingdom”, der langsam verschwindet und Mönchchor-ähnlichen Vocals Platz macht. Mönche, die nicht zu Gott beten, das ist klar. Dann fast Stille, bevor die Gitarre als erstes erkennbares Instrument, fast nach der Hälfte des viertelstündigen Openers, erklingt. Verzerrte Vocals, die nicht als Sprache erkennbar sind, dezente Drums und der Hörer weiß, die erzählte Geschichte kann nicht gut enden. “The Ladder That Leads To Nowhere” steigt direkt ein mit einem Gitarren- und Chorpart, um sofort wieder abzubrechen und den Song wieder zu etwas Unvorhersehbaren zu machen. Auch hier nimmt das experimentelle Noise-Drone-Drama seinen fünfzehnminütigen Lauf. Grausam schön. “Inappropriate Body” schließt die Geschichte ab und beginnt mit Sounds, die eher skuril klingen und auch als Untermalung für eine fiese Tom & Jerry Jagd dienen könnten. Dann nach vier Minuten ein Gedröhne, nach fünf Minuten ein Gänsehaut-Gekreische, dann Aarons choraler Gesang, Stille, Noise, Field Recordings und alles endet wie ein Score zu einem düsteren Historienfilm… Turner lässt sich und dem Hörer Zeit das Gehörte zu erleben und zu verarbeiten. Wovon auch immer Aaron Turner besessen zu sein scheint, am Ende ist auch der Hörer infiziert.

aaron_turner

Für die Aufnahmen und das Mixing hat sich Aaron Turner Randall Dunn ins Studio geholt, das Mastering hat James Plotkin übernommen und beim Artwork (von Turner selbst) hat Faith Coloccia mitgeholfen. Das Cover ist übrigens hochwertig bedruckt und hat in der Mitte einen transparenten Hochglanzquader.

“Poisoned Soil” ist bisher über das belgische Sub Rosa Label auf CD erschienen und wird bald über Taiga Records auch auf Vinyl gepresst.

Tags: , , , , , ,

SANKT OTTEN – SÄNGER UND SÜNDER

Posted in Release on January 1st, 2012 by D.K.

Sankt Otten Photography: Tobalo.de

Das letzte Jahr hat mit geschenkter Musik aufgehört, dann kann das neue Jahr mit geschenkter Musik anfangen. Die Jungs von Sankt Otten und ihr Label Denovali Records haben die EP “Sänger und Sünder” zusammengestellt, die es im MP3 Shop des Labels als kostenlosen Download gibt.

Sankt Otten Sänger und Sünder Artwork

Auf “Sänger und Sünder” sind sieben Remixe und Cover vereint, die Sankt Otten zwischen 2007 und 2011 aufgenommen haben. Die Compilation startet mit “Slow Oscillations”, einem Cover der amerikanischen Synthierockkollegen von Zombi. Schon allein beim Lesen spitzt man die Ohren, denn wenn eine Synthieband eine andere Synthieband covert, kann alles passieren… Sankt Otten nehmen einfach die treibenden Drums aus dem Original und lassen den Song synthiemäßig treiben. Steht dem Song sehr gut. “Sehnen” dann das erste Cover von A Flock Of Seagulls. Kenn ich nicht, aber egal, denn was mich viel mehr beschäftigt ist die Tatsache, dass hier plötzlich jemand singt. Die deutschen Gastvocals von Carsten Sandkämper sind gelassen cool und wirken fast wie ein Gegenpol zur Instrumentierung. Dass das Stück von 2007 stammt, ist dem Song nicht anzuhören. Schon allein weil sich Sankt Otten an Slayers “Raining Blood” herantrauen, ist “Blutregen” das absolute Highlight (ohne den Rest gehört zu haben). Keine Angst, die Ottens covern nur Instrumental und versuchen sich nicht in der arayaschen Dichtung. Es folgen zwei Cover von The Cramps und King Crimson, die wunderbar in die Sankt Otten Soundwelt infiltriert werden. Anschließend wird wieder geremixt, diesmal Pendikels “Heulsuse” alias “Heulsusenalarm”, auch hier mit Vocals. Als Abschluss gibt es einen Remix von Max Richters “Infra 2″, der “Blutregen” dann doch noch den Rang abläuft.

“Sänger und Sünder” gibt es über Denovali oder Sankt Ottens Bandcamp Seite.

Das oben abgebildete Portrait von Sankt Otten stammt von Cristobal Marquez alias Tobalo und ist der zweite Teil einer Musikerserie. Mehr zur Serie gibt es hier zu lesen.

PS: Der Denovali MP3 Shop hat übrigens noch zwei andere neue kostenlose Leckerbissen im Angebot.

Tags: , , , , , , ,