COLARIS – RENEWAL

Posted in Release on March 22nd, 2012 by M.H.

Die Pirmasenser Brachialromantiker Colaris haben nachgelegt. Auf ihre 2011er EP “The Disclosure” folgte am 1. März mit “Renewal” ihre Premiere über die Langdistanz.

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Als erster Eindruck bleibt festzuhalten, dass sie ihrem Sound im Grundsatz treu geblieben sind. Wir hören instrumentalen Postrock, der positive Konnotationen zu den nationalen Genre-Koryphäen Long Distance Calling hervorruft. Gibt man “Renewal” jedoch Zeit, sich zu entfalten, offenbaren sich die Feinheiten. Am auffälligsten ist hierbei die dezente Verschiebung der Prioritäten. Weniger Brachialität, mehr Romantik, mehr Experimentalität. Die heftigeren Parts sind beileibe nicht gänzlich verschwunden, man merkt jedoch, dass diesmal das Augenmerk verstärkt auf Atmosphäre und Stimmungen gelegt wurde. Den ausgereiften Melodien und breitwandigen Soundscapes wird deutlich mehr Platz eingeräumt und manch ruhiger Part driftet gar in dezent-verhaltene Ambientgefilde. Abgerundet wird das Album durch eine glasklare Produktion, die dafür sorgt, dass dem aufmerksamen Hörer kein Detail entgeht.

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Bestellen könnt ihr “Renewal” im CD-Format auf der Colaris Bandcamp Seite, bei Revolvermann Records oder als Digipack über den Dunk!Records Shop. Wer die Jungs mal live erleben möchte, sollte sich am 13. April in Zweibrücken einfinden oder sich über unsere ONTEROAD Seite über Folgetermine auf dem Laufenden halten.

 

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SYNDROME & CHVE

Posted in Release on March 22nd, 2012 by D.K.

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Mathieu Vandekerckhove von Amenra ist seit einiger Zeit auch solo als Syndrome unterwegs und hat im letzten Jahr sein erstes Album „Floating Veins“ über Consouling Sounds veröffentlicht. Im Zuge dessen haben wir Mathieu auch zum Interview gebeten, das ihr hier nachlesen könnt. Nun steht die nächste Veröffentlichung bei Consouling an.

„Now And Forever“ besteht aus einem einzigen 28minütigen Song, der Syndrome von einer weiteren Seite zeigt. Während anfangs ambientlastige Flächen den Sound von Syndrome geprägt haben, ging es auf „Floating Veins“ mehr um klare Songstrukturen, die sich zwischen Ambient, Drone und doomigem Instrumentalrock bewegen. Auf „Now And Forever“ finden sich genau diese Merkmale gebündelt wieder, die Syndrome hier episch ausbreitet. Überraschenderweise entwickelt sich der Song zur Mitte hin zu einem Dark-Folk-Epos, in dem neben klaren Gitarrenmelodien auch der tiefe rauhe Gesang von Mathieu Vandekerckhove zu hören ist. Kurz gesellt sich auch Amenra Kollege und Vocalist Colin H. Van Eeckhout dazu, bevor der Song sich wieder vom Dark Folk Sound entfernt und sich zu einem Delayungetüm aufbäumt. Als weiterer Gastmusiker ist übrigens Josh Graham (A Storm Of Light und Neurosis) an den Tasten dabei. Wir möchten den Aufruf des Labels unterstützen und verbleiben mit den Worten: „Close your eyes and hear the beating heart of pure artistic freedom.”

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Der eben erwähnte Colin H. Van Eeckhout ist jetzt auch erstmalig Solo als CHVE unterwegs und veröffentlicht passend zur neuen Syndrome Platte seine Debütsingle “She never left” als Split 7inch mit Neurot-Label-Kollegen Nate Hall (U.S. Christmas) ebenfalls über Consouling. Akustikgitarre und Vocals im Stile der „Afterlife“ EP seiner Hauptband Amenra erwarten den Hörer. Schlicht, düster folkig, melancholisch, mit geradlinigem Sound, Lust auf mehr machend. Dazu passend Nate Halls “Dark Star” auf der anderen Seite der 7inch. Ebenfalls schlicht, hier aber mit mächtig viel Verzerrung im Akustiksound. Zwei Stühle auf denen die richtigen Personen samt Gitarre Platz genommen haben.

Alle, die jetzt schon die Preorder für Syndrome und CHVE nutzen, haben die Chance an ein Extra-Booklet von Syndrome zu kommen und mit einer Zeichnung von Colin H. Van Eeckhout auf dem 7inch Cover beglückt zu werden.

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SIMON BALESTRAZZI

Posted in Release on March 22nd, 2012 by D.K.

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Simon Balestrazzi aus Parma nennt sich selbst „post-musician, sound designer and sound engineer“ und ist seit den 80er Jahren in der experimentellen Musikszene Italiens unterwegs. „The Sky Is Full Of Kites“ nennt sich sein neues Album, das Anfang des Jahres über das italienische Label Boring Machines erschienen ist, das wir euch an dieser Stelle mal nahe legen möchten.

Kalt und klar sind die Sounds, die einem in „Under Pressure“ entgegenkommen. Undefinierbares Geflirre, Summen und Brummen lullt den Hörer ein. Field Recordings und Instrumente werden hier durch den Rechner gejagt, ihres Körpers beraubt und schließlich als Geistersound auf Platte gepresst. Für Freunde experimenteller Musik leicht zugänglich, für alle anderen eine kleine Herausforderung. „Persistence Of Memory“ und der Titelsong „The Sky Is Full Of Kites “ breiten sich flächendeckend aus, fiese Sounds graben sich unterschwellig ins Ohr. Das Artwork betrachtet, das zu jedem Song ein eigenes Motiv bietet, beginnt sich vor dem inneren Auge zu bewegen. Ein  Parallelwelten-Score, für eine Welt in der es kalt, düster und voller fliegender Drachen ist. Willkommen im Kosmos des Herrn Balestrazzi.

„The Sky Is Full Of Kites” ist als Digipack-CD erschienen und hier beziehbar.

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LOCRIAN & MAMIFFER

Posted in Release on March 11th, 2012 by D.K.

Locrian & Mamiffer - Bless Them That Curse You

Ein großer tibetischer Tempel, in der Mitte sitzen ein paar betende Mönche. Ihr Gebetsgesang legt sich hallend in den Raum, als sich plötzlich aus allen Ecken des Tempels dämonenhaftes Geschrei dazugesellt… So könnte man die ersten zwei Minuten des gemeinsamen Albums von Locrian & Mamiffer am besten beschreiben.

“Bless Them That Curse You” beginnt also schon passend zum Titel mit der Gegenüberstellung von Segen und Fluch, zumindest im Kopfkino zu “In Fulminic Blaze”, das im weiteren Verlauf mit akustischer Gitarre, Piano, diversen Soundflächen und kraftvollen Drums weiter überzeugen kann und genau im Moment als man denkt, der Song hätte seinen Höhepunkt erreicht, legen die sieben Musiker noch eine Schippe drauf.

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Im Anschluss folgt der Titeltrack “Bless Them That Curse You”, der überraschender Weise sehr zurückhaltend minimalistisch ausfällt. Was ihn um so interessanter macht, denn im Noise-Drone-Geflecht, das Locrian & Mamiffer aufbauen, sind so viele einzelne Sounds integriert, dass besonders das Hören über Kopfhörer hier Entdeckungspotenzial en masse birgt. “Corpus Luteum” setzt den Fokus auf die Gegenüberstellung von Klavier und Soundflächen, also Klassik und Moderne oder besser Segen und Fluch. “Second Burial” ist das experimentellste Stück der Platte und bietet dem Hörer eine spannende Gegenüberstellung von Freigeist und Konzept. Improvisation und Komposition in einem Song vereint. “Lechatelierite” nimmt wieder jegliche entstandene Spannung raus und lässt den Hörer mit dem Klavier alleine, fast zumindest, denn im Hintergrund treiben Field Recordings ihr Unwesen. Das 19minütige “Metis – Amaranthine – The Emperor” greift die Stimmung von “Lechatelierite” auf und setzt mit langsamen druckvollen Tastentönen ein. Das Klavier legt eine melancholische Note und Faith Collocia setzt mit den Vocals ein. Der Gesang ist so langsam und filigran vorgetragen, dass er direkt unter die Haut geht. Allmählich gesellen sich auch weitere Sounds zum Gesang und dem Klavier. Verzerrter wortloser Gesang im Hintergrund, Gitarren und Drums (die seit dem Opener verstummt waren) stimmen sich ein, bis nach neun Minuten ein Noisegewitter ausbricht und wohl den zweiten Part “Amaranthine” vom ersten trennt. Basslastige Elektronik und Feedbackgitarren nehmen den Song ein. Der letzte Teil “The Emperor” wird von Aaron Turners Gewaltvocals und Steven Hess Drums eingeleitet. Aaron schreit sich die Seele aus dem Leib, Steven beweist mal wieder, dass er ein Größe im improvisierten Trommelspiel ist, und Locrian & Mamiffer setzen sich selbst ein Denkmal.

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Kommen wir zu den personellen und technischen Details, um allen denen, die bis zu diesem Zeitpunkt Zweifel haben, ob sich eine Investition in Locrian & Mamiffer lohnt, diese Zweifel endgültig zu nehmen. Locrian sind in der altbekannten Studiobesetzung der letzen eigenen Platten mit Terence Hannum, Andre Foisy und Steven Hess und Mamiffer als Viergespann Faith Coloccia, Aaron Turner, Travis Rommereim, Alex Barnett vertreten. Das Werk dieses siebenköpfigen Ungetüms hat Greg Norman festgehalten und Randall Dunn hat sich mal wieder eindrucksvoll um den letzten Mix gekümmert. “Bless Them That Curse You” ist in Kooperation von Sige Records mit Profound Lore, Land of Decay und Utech Records auf allen Formaten, die der Hörer braucht, erschienen. Wer jetzt noch nicht auf der Suche nach seiner Tape-, CD- oder Vinyl-Kopie von “Bless Them That Curse You” ist, ist selbst Schuld.

Die Portraits stammen alle von Rik Garrett.

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WHITE HILLS – FRYING ON THIS ROCK

Posted in Release on March 10th, 2012 by M.H.

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Die ausgeprägte Produktivität des New Yorker Spacerock-Duos White Hills beschert uns mit schöner Regelmäßigkeit amtliche Genre-Leckerbissen. So fügen Dave W., der Herr an der Gitarre, und Ego Sensation, die Dame am Bass, ihrem umfangreichen Backkatalog auch 2012 einen weiteren logischen Baustein hinzu. “Frying On This Rock” nennt sich das gute Stück und bereits die ersten Takte des eröffnenden “Pads Of Light” machen unmissverständlich klar, wer hier am Werk ist. Der markante Gitarrensound und die manisch-hypnotischen, eher gesprochenen als gesungenen Vocals, lassen keinen Zweifel aufkommen.

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Auf den straighten Einstieg folgt mit “Robot Stomp” der erste schwere Brocken. Der Fast-12-Minüter kommt gänzlich ohne Gesang aus, basiert auf einem einzigen, simplen Riff, das sich gefühlt unendlich wiederholt, minimal variiert und mit allerlei psychedelischen Versatzstücken ausgeschmückt wird. Nach dieser ausufernden Space-Jam nimmt uns der eingängige, treibende, ohne Umschweife ins Ohr gehende Psych-Fuzz-Rocksong “You Dream You See” übergangslos in Empfang und gönnt uns eine kurze Verschnaufpause, bevor das knapp 9-minütige “Song Of Everything”, welches mit einem ruhigen Mittelteil überrascht, uns mitnimmt auf eine weitere Reise in ferne Sphären. Unversehens erwartet uns mit “I Write A Thousand Letters (Pulp On Bone)” bereits die finale Viertelstunde, in der die White Hills nochmals sämtliche Register ziehen und einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzen.

Die Simplizität, die rockende Spielfreude einerseits, sowie die experimentellen, psychedelischen Jam-Abfahrten als Gegenpol, machen die Besonderheit dieser Band aus. Obwohl die beiden diesmal, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, mit ausgearbeiteten Songs ins Studio gegangen sind, besticht “Frying On This Rock” vor allem durch seine Energie und Frische.

Die Platte erscheint am 20. März in edler Aufmachung als CD und LP auf Thrill Jockey. Eure Preorder könnt ihr hier platzieren. Ende März bietet sich zudem die Möglichkeit, die Band live in Augen- und Ohrenschein zu nehmen – die genauen Termine findet ihr ONTHEROAD.

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JON PORRAS – BLACK MESA

Posted in Release on March 9th, 2012 by D.K.

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Jon Porras veröffentlicht ein Jahr nach seinem letzten Soloalbum “Undercurrent” im April das zweite Album unter seinem Namen. “Black Mesa” erzählt die wortlose Geschichte eines Wüstenwanderers, der auf der Suche nach dem Tafelberg “Black Mesa” ist, der auf dem Cover abgebildet ist und ein Tor zu einer Parallelwelt darstellt.

Mit diesem Hintergrundwissen kann man sich vor dem inneren Auge seinen ganz eigenen Film vorstellen. Mit „Into Midnight“ beginnt die Reise entschlossen mit Bassdrum und einer klaren Gitarrenmelodie, es folgt ein introvertierter nachdenklicher Zwischenpart, in dem Jon Porras ein Slo-Mo-Solo zum Besten gibt, um anschließend wieder mit einem Arpeggio samt Percussionrhythmus die Reise fortzusetzen. „Blue Crescent Vision“ ist fast so was wie eine Hymne für den Moment, in dem der Wanderer erlebt, wie die Nacht in der Wüste zum Tag wird. Auch hier bringt Porras eine klare episodenhafte Struktur in den Song. Das fünfminütige „Candlelight Mirage“ führt unseren Wanderer in die nächste Nacht, in der er wohl von einer Illusion verführt wird. Porras mischt ambientlastige Soundflächen im Hintergrund (in denen auch Vocals versteckt sind, so scheint es mir zumindest) mit kraftvollen Gitarrenmelodien. „Desert Flight“ klingt offen, fast schon hoffnungsvoll, wie der nächste Tag des Wanderers in der Wüste. Dann der Bruch mit einer von Tremolo getragenen Gitarrenbridge, tiefe Saiten brodeln, die hohen Saiten heulen. Es bahnt sich was an. Dann in „Embers At Dusk“ die Ruhe vor dem Sturm, mit dronigen Momenten und sphärisch gleitenden Klängen. Der Wüstenwanderer steht endlich vor seinem Ziel, dem Tafelberg „Black Mesa“, der nicht nur ein Berg, sondern auch ein Tor zu einem Paralleluniversum ist. Porras fährt nochmal alle Geschütze auf, um in „Into The Black Mesa“ den Höhepunkt der Reise zu thematisieren. Hier kommt nicht nur Gitarre und Percussion zum Einsatz, auch Tastentöne gesellen sich dazu und geben dem Song noch mehr Charakter, heben ihn weiter hervor. Nach einem Break im Song setzt die Bassdrum ein, ein Gitarrenarpeggio gesellt sich dazu, dann folgt eine erhabene Gitarrenmelodie. Der Wanderer schreitet durch das von Wolken umgebene Tor in die Parallelwelt. „Beyond The Veil“ schwebt vor sich her, eine Gitarrenfläche legt sich über die Nächste. Ein Tremologewitter braut sich zusammen, um dann wieder zu verschwinden und dem bluesigen Sound der Gitarre das Ende zu überlassen. Was hat der Wanderer hinter den Wolken gefunden? Erfüllung oder Ernüchterung?

Im Vergleich zum Vorgänger „Undercurrent“ ist „Black Mesa“ innerhalb der einzelnen Songs episodenhaft aufgeteilt und lebt weniger von Improvisationen, als mehr von Spannungen und Brüchen innerhalb der Tracks. Jon Porras klingt auf seinem Zweitwerk unter eigenem Namen wie ein Schüler von Dylan Carlson (Earth) und Neil Young (in seinen wilderen Momenten), aber ohne die beiden Herrschaften zu kopieren. Ein Hörgenuss für Fans von Dark Americana, Drone, Blues und natürlich Barn Owl.

“Black Mesa” erscheint im April über Thrill Jockey.

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Mehr zu Jon Porras…

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WHIRR

Posted in Release on March 8th, 2012 by D.K.

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Busse und Straßenbahnen fahren nicht. Warnstreik im Pott. Die sonst so grauen tristen leeren Gassen meiner Großstadt sind belebt, überall Menschen. Alles ist in Bewegung und ich bin mitten drin und durch die Kopfhörer lass ich mich von Whirr beschallen. Der perfekte Soundtrack für diesen Tag.

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Whirr (ehemals Whirl) aus Californien veröffentlichen Mitte März ihr Album “Pipe Dreams” über Tee Pee Records. Das Label, das sonst eher derbe Rockbands unter Vertrag hat, geht mit Whirr neue Wege, denn Whirr machen shoegazigen Dream-Pop-Rock. Whirr vermengen Shoegaze der 90er mit sphärischen Vocals und erschaffen dadurch eine fast ungreifbare Aura, die die Band leichtfüssig durch eine knappe halbe Stunde auf “Pipe Dreams” trägt. “Reverse” eröffnet das Album melancholisch, die Single “Junebouvier” treibt rockig vor sich hin. Die Instrumente sind zwar shoegaze-like verzerrt verschwommen, trotzdem sind alle Elemente klar hörbar und besonders die druckvollen Drums halten den Sound zusammen. Die weiblichen Vocals klingen grundsätzlich so, als ob sie in einem großen leeren Raum aufgenommen wurden und das Mikro im angrenzenten Raum stand. Diese verschiedenen Ebenen im Sound geben Whirr eine besondere eigene Note. Mit “Formulas And Frequencies” bewist die Band, dass sie auch akustisch überzeugen kann. “Wait” kurz vor Ende, zeigt die Band von ihrer druckvollsten Seite. “Reverie” als Abschluss, als kleiner Bruder des Openers “Reverse”, ist fast schon ein Ambientsong. Wortlose Vocals, schillernde Gitarren, langsame Bassläufe, keine Drums… dieser Song könnte ewig so weiterlaufen. Musik für gute Laune ohne Kitsch, aber mit Atmosphäre und Charakter.

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PHARAOH OVERLORD

Posted in Release on March 8th, 2012 by D.K.

Die finnischen Pharaoh Overlord gibt es schon seit 1999 und ich kannte sie bisher nicht, bin aber froh sie jetzt endlich kennengelernt zu haben. Das instrumentale Trio, das seine Musik selbst als “Hypno-Improv-Stoner-Rock” beschreibt, liegt mit seiner Beschreibung schon goldrichtig, wobei viel mehr hinter dieser Fassade steckt.

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Sige Records haben das neue Album “Lunar Jetman” auf 530 Vinylplatten verewigt und das gute Stück hat es in sich. Schon der Opener “Rodent” lässt den Hörer bei den ersten Tönen nicht still stehen. Ein fetter Bass beginnt und legt die Grundlage für eine Art Bass-Gitarre-Eletronik-Drums-Mantra, das sich immer weiter steigert. Dabei klingt die Band nicht altbacken psychedelisch, sondern modern und frisch. In “Palmyra Cali” spielt sich die Band mit ihren eingängigen dreckigen Sounds noch weiter ein. Man merkt den Musikern an, dass sie Spass hatten das Album einzuspielen. Eine Idee steht, darauf baut eine weitere auf, dann die nächste und so verwundert es nicht, dass der Song nach fast 12 Minuten ausgeblendet wird und er ging im Studio garantiert noch eine Weile weiter… “Cardinal” bietet eine klein Verschnaufpause mit seichteren Tönen, aber nur um “Black Horse” den Weg zu ebnen. Hier könnte wirklich die Geschichte einer Zähmung eines schwarzen Gauls erzählt werden. Die ersten fünf Minuten bricht ein improvisiertes Jazzgewitter ein. Das Pferd wehrt sich, das Lasso muss sitzen. Wie ein Knoten im Sound, der gelöst werden muss, bricht nach fünf Minuten der Impropart auf und wandelt sich schlagartig in eine treibende Rocknummer. Das Pferd scheint gezähmt und der Reiter sitzt auf seinem Rücken. Der Song ändert zwischendurch sein Tempo, also die Saiteninstrumente werden langsam und die Drums bleiben gleich… geiles Hörerlebnis und ein Zeichen dafür, dass das Pferdchen wohl seine Wildheit noch nicht abgelegt hat. Die letzte halbe Stunde der Platte gehört dem zweigeteilten “Cave Of Hair”, das eine Reise durch die Klangideen der Band par excellence bietet. Besonders der zweite Teil, in dem ein trockenes Gitarrenarpeggio eine Konstante bietet, um die herum eine Psych-Doom-Postrock-Stoner-Landschaft aufgebaut wird. Diese Finnen haben es drauf.

Wer immer noch der Meinung ist, keinen Plattenspieler besitzen zu müssen, kann sich das Album auch auf CD über Ektro Records zulegen.

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MARRIAGES KOMMEN

Posted in Aktuell, KURZ GESAGT on March 7th, 2012 by D.K.

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Bei den Marriages sprechen die Fakten für sich: Dave Clifford, Greg Burns and Emma Ruth Rundle, besser bekannt als Dreifünftel der Red Sparowes, haben sich zusammengetan und sich mit Toshi Kasai (Produzent von Melvins und Shrinebuilder) ins Aufnahmestudio verzogen, um ihr Album “Kitsune” einzuspielen, das im Mai über Sargent House erscheinen wird.

Hört selbst…

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VALEOT RECORDS FÜR DIE SEELE

Posted in Label, Release on March 4th, 2012 by D.K.

Nachdem das Wiener Label Valeot Records im letzten Jahr eine Reihe an jazzig-experimentellen Platten veröffentlicht hat, startet das neue Jahr gleich mit zwei Ambient-Noise-Alben, die das Spektrum des Labels nochmals erweitern und gemeinsam am 9. März erscheinen.

ATTILIO NOVELLINO – THROUGH GLASS

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Der Italiener Attilio Novellino widmet sich auf seinem Album “Through Glass” der Wirkung von Licht, wenn es durch Glass gefiltert wird. Für Novellino ist dies eine Metapher für seinen Sound, der genau wie das Licht durch Glas in verschiedenster Weise verändert werden kann. Und so nimmt Novellino den Hörer auf eine Reise durch Field Recordings, Gitarrensoundflächen, unaufdringliche Bassläufe, Klavierklänge und viele andere verfremdete Sounds, die wie eine reinigende Welle durch die Seele des Hörers rauschen. Wer sich Zeit nimmt und sich auf die Sounds einlässt, wird verstehen was ich meine. Besonders das Erschaffen verschiedener Soundebenen, die die Klänge mal direkt am Ohr des Hörers, mal fernab in den Tiefen der Lautsprecher platzieren, macht dieses Album zu einem genialen Klangerlebnis. Ich wage mich auch nicht, einen einzelnen Song hier herauszustellen. Es rauscht, es wummert, es fließt… dieses Album muss in euer Musikregal.

KUTIN – IVORY

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Hinter Kutin verbirgt sich der Wiener Soundtüftler Peter Kutin, der auf Ivory seine Gitarrensounds in Echtzeit durch seinen Rechner jagt, um mit verschiedenen Effekten und Field Recordings sphärische Klanglandschaften zu erschaffen. “Ivory” ist entstanden, als Kutin an Scores für alte Stummfilme des österreichischen Filmarchivs gearbeitet hat. Kutins Stärke ist, dass er beim Soundtüfteln nie die eigentliche Wirkungskraft von Gitarrensounds vergisst und nur so weit verfremdet, dass die Gitarre fast immer als das, wonach sie klingen sollte, rauszuhören ist. Die Momente, in denen dann die Elektronik die Überhand gewinnt, sind dennoch nicht weniger eindrucksvoll. Am eindrucksvollsten ist “Ivory”, wenn die filigranen Sounds von unverstärkten Gitarrensaiten durch die Elektronik fließen und zu etwas Schimmernden verwandelt werden. “Sombre” und “Lonesome Monster”, die beiden letzten der sieben Songs, lassen sich Zeit, geben dem Hörer Zeit, sich einzulassen, sich gehen zu lassen, die Seele baumeln zu lassen…

Mag es Zufall sein oder nicht, dass diese beiden Platten als Zwillinge veröffentlicht werden, ich kann euch nur empfehlen, Platz für zwei Alben zu schaffen im Plattenregal und hier zu bestellen.

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THE EYE OF TIME – IN TON UND BILD

Posted in Release on March 4th, 2012 by D.K.

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Vor weit über einem Jahr haben wir euch zum ersten Mal von diesem Mammutwerk berichtet als es hieß, dass das gesamte Ouvre (sowohl bisher selbst- als auch unveröffentlichtes Material) von The Eye Of Time als Boxset über Denovali Records herausgebracht wird. Der Grundgedanke hinter dieser Veröffentlichung war, jedem instrumentalen Elektro-Noise-Industrial-Track von Mark Euvrie alias The Eye Of Time ein eigenes Bild zu widmen, welches das widergibt, was Euvrie beim Schreiben der Songs im Sinn hatte. Dafür musste Euvrie sich mit Thomas von Denovali zusammensetzen und ihm genauestens erklären, was die Songs für ihn bedeuten, also im wahrsten Sinne des Wortes sein Inneres nach außen kehren. Daraufhin hat Thomas für jeden der 20 Tracks eine eigene Grafik erstellt. Das brauchte natürlich seine Zeit. In der Zwischenzeit ist Euvrie auf dem Denovali Swingfest 2010 aufgetreten und hat die Erwartungshaltung auf das Dreifachalbum nochmals gesteigert. Seit Ende Februar ist das selbstbetitelte Werk nun endlich erhältlich.

Um euch ein Bild von der gegenseitigen Wirkung von Bild und Ton zu machen, hier drei Beispiele…

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Wer die restlichen Motive samt passendem Song sehen und hören möchte, sollte sich zur Denovali Mailorder begeben. The Eye Of Time “Self Titled” ist als 2xCD oder 3xLP samt 30seitigem Booklet erhältlich.

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MOMENTAUFNAHMEN VON TOBALO.DE

Posted in Kunst on March 3rd, 2012 by D.K.

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Auf unserer PHOTOS Seite könnt ihr euch ein paar Momentaufnahmen vom Konzertabend mit Aidan Baker, Maik von Kodiak und A-Sun Amissa in der Christuskirche Bochum anschauen. Die Fotos stammen alle aus der Linse von Cristobal Marquez.

ELFIN SADDLE

Posted in Release on March 3rd, 2012 by D.K.

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Um mal vorab klare Fakten und eine coole Überleitung vom Artwork zur Rezension zu schaffen: Elfin Saddle sind ganz schön schräge Vögel. Die kanadische Band um Emi Honda und Jordan McKenzie hat sowohl in der Instrumentierung als auch im Gesang eine liebenswerte Schrägheit inne, durch die das Folk-Noise-Pop-Indie-Sonstwas-Resultat einfach gemocht werden muss.

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Elfin Saddle, eigentlich die Bezeichnung für merkwürdig runzelig aussehende Pilze, spielen auf ihrem neuen Album “Devastates” mit so gut wie Allem was ihnen in die Hände gerät. Singende Säge, Dudelsack, Akkordion, Ukulele, Tuba und Cello dürfen hier neben den gängigen Instrumenten also nicht fehlen. Die Songs sind in sich verschachtelt aufgebaut und haben rhytmisch einzigartige Flüsse… schwierig zu beschreiben. Dann mitten in ihrer Verworrenheit lösen sich die Knoten und lassen die Songs dynamisch vor sich hertreiben, bis dann doch wieder ein Bruch kommt. Doch das ist nicht Schrägheit genug, denn die Vocals von Emi Honda und Jordan McKenzie geben dem Ganzen noch die letzte unverkennbare Note. Emi Honda singt klassisch asiatisch angehaucht, teilweise wirklich auf Japanisch, Jordan McKenzie singt wie ein leicht angetrunkener Farmer… ich möchte hier nochmal betonen, dass es echt schwierig ist den Sound zu beschreiben, weil er so genial schräg ist. Traut euch und geht das Hörerlebnis selbst ein.

“Devastates” erscheint Mitte März über Constellation Records als LP, CD im schicken Papppack und als Download.

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