INTERVIEW: BERSARIN QUARTETT

Posted in INTERVIEWS, Release on April 23rd, 2012 by D.K.

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Das Bersarin Quartett ist zurück mit seinem zweiten Album, das einfach nur auf “II” hört. Genau da, wo das erste Album aufgehört hat, macht auch das neue weiter und entführt den Hörer in die melancholische Elektro-Ambient-Welt von Thomas Bücker, der uns für ein kleines Interview passend zur Veröffentlichung ein paar Fragen beantwortet hat.

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Hallo Thomas, nun ist es endlich soweit. Nachdem du deine Fans ein paar Jahre hast warten lassen, steht nun „II“ kurz vor der Veröffentlichung. Was ist seit dem ersten Album passiert?

Eigentlich nicht so viel. Man bastelt weiter vor sich hin … und nach ein paar Jahren ist wieder ein neues Album fertig. Das klingt recht trivial — aber so ist es nun mal … !

Zwischen dem ersten und dem zweiten Album hatte ich das Glück zwei tolle Musiker gefunden zu haben mit denen sich das Bersarin-Quartett-Projekt sehr gut für Live-Konzerte umsetzen lässt — das ist wohl die größte Veränderung. (oder Ergänzung): “Bersarin Quartett — jetzt auch live!”

Konstant geblieben ist allerdings, dass ich weiterhin die Musik alleine produziere. Ich könnte mir den Kompositionsprozess auch nur schwer anders vorstellen.

Kannst du uns was zu der Herangehensweise erzählen, wie deine Songs entstehen? Sammelst du Ideen, improvisierst du, wie genau sieht das Songwriting aus?

Der Arbeitsprozess zu einem fertigen finalen Track kann ganz unterschiedlich ablaufen.

Es kann mit einem Loop beginnen, den ich viele Stunden höre und den Rest drum-rum-bastel. Oder mit einer konkreten Melodie auf dem Keyboard — oder mit Field-Recordings, Film-Atmos … einem Akkord; einer Sampling-Session am Flügel der Stadtbibliothek … oder aufgenommene Sounds im Proberaum – alles an Klängen sammeln und hoffen, dass man es für den richtigen Moment wiederfindet. Ein „Schema F“ gibt es hier eigentlich nicht.

Was für Instrumente hast du auf „II“ genau benutzt?

Im Großen und Ganzen: Meinen Computer und einen Haufen Plug-Ins. (das ist ganz schön traurig entmystifizierend, nicht wahr? — entschuldige bitte!)

Wie würdest du „II“ beschreiben, wenn du Werbung machen solltest für das Album?

»”II” — der Soundtrack, der keinen Film braucht.« — habe ich in einem Review gelesen. Das gefiel mir eigentlich ganz gut!

bersarin quartett live

Du hast ja im letzten Jahr, wie bereits angesprochen, erstmalig auf dem Denovali Label Evening als Band gespielt, als zwei Jungs von den Racquets dich am Bass und an den Drums unterstützt haben. Inwieweit hat das deine Arbeit am neuen Album beeinflusst?

Ich muss gestehen, dass ich beim Album-Produzieren nicht in erster Linie an die Live-Umsetzung denke.

Jetzt wo das “II”-Album fertig ist, versuchen wir drei nun uns gemeinsam an der Live-Umsetzung … — und es ist durchaus Absicht, dass Bersarin Quartett-Konzerte anders rüberkommen als auf dem Album. Meiner Meinung nach ist diese Herangehensweise weitaus spannender als das Album 1:1 für ein Live-Konzert umsetzen zu wollen.

Generell wegen der Beeinflussung: Alle drei machen noch ganz andere Musik in anderen Projekten. Patrick Brakowsky (Gitarre und Bass beim Bersarin Quartett) hat sein eigenes Elektronika-Projekt “Patkow”. Benjamin Kövener (Drummer) hat seine Spielwiese als “Ex-Champion” … und gemeinsam spielen beide noch in ihrer 4-köpfigen “Racquets”-Band, während ich mich weiterhin bei meinem “Jean-Michel”-Projekt mit zeitgenössischer Clubmusik austobe… — dass man sich da untereinander und gegenseitig musikalisch inspiriert und beeinflusst … das passiert sicherlich ganz automatisch, wenn auch unbewusst.

Wie seid ihr drei Musiker eigentlich zusammengekommen?

Das ist wohl das tolle einer etwas kleineren Stadt wie Münster … man läuft sich einfach über den Weg. Auf Parties, im Club… im Rewe. — und auf einmal steht man in einem Proberaum und versucht einfach mal ein paar Sachen …

Lass uns mal über die Songtitel sprechen. Im Gegensatz zu deinen Albumtiteln erzählen die Songtitel immer eine kleine Geschichte. Wie kommst du auf die Titel? Was ist zuerst da, Titel oder Lied?

… das ist unterschiedlich. mal ist die Musik eher da.
… mal bin ich tatsächlich inspiriert von einer Textzeile oder einem Wort…

Vor einiger Zeit habe ich auf einem Last.fm-Profil von einer lieben Person (die sehr viel Bersarin Quartett-Musik hört!) ein Gedicht von Georg Trakl gelesen. Daraufhin habe ich mich
mehr mit seinen Gedichten beschäftigt. Trakls Gedichte strotzen nur so vor bildgewaltiger, klangmalerischer Melancholie. Das gefällt mir sehr. Viele seiner Textzeilen sind Inspirationsquelle für meine „Bersarin Quartett“-Tracks.

„Einsame wandeln still im Sternensaal“ – vor allem diese Textzeile hat für mich eine gewisse zeitlose, lautmalerische Sprengkraft. Dieser Text war zum Beispiel schon eher da als die fertige Musik …

Bei “Alles ist ein Wunder” – als Gegenbeispiel – gab es zuerst die Musik und ich bin auf diese Textzeile des Kybernetikers Heinz v. Förster zufällig beim Hören gestoßen. Das passte meiner Meinung nach perfekt zueinander, da dieser Track in sich viele Makro- und Mikrosounds beinhaltet.

Was für Musik hörst du zurzeit? Hast du einen Tipp für unsere Leser?

Zurzeit: Andy Stott, Demdike Stare… unheimlich düstere, fett, überkomprimiert-dunkle, technoide Soundwände — eigentlich gibt es dafür noch gar keine passende Genrebezeichnung. Das fasziniert mich.

Desweiteren die akutellen Alben von Jacaszek und Pjusk – sehr atmosphärisch-dynamischer Ambient. Tolle Sound-Ästetik.

Steht eine neue Tour an?

Nein. dieses Jahr wohl nicht mehr, aber bestimmt vereinzelte Shows.

Am 31.05. zum Beispiel möchten wir gerne einmal wieder in Münster spielen — es wird in der Blackbox (im Cubanova) stattfinden.

Wohlmöglich spielen wir auch auf dem “Denovali Swingfest” (Essen) im Oktober oder das Krake-Festival (Berlin) im August … (ist aber noch “to be confirmed”, wie es so schön im Show-Business heißt … )

Vielen Dank für den kleinen Einblick in den Bersarin Quartett Kosmos.

“II” ist auf Vinyl, CD und als Download über Denovali Records erhältlich. Der MP3 Shop von Denovali hat übrigens noch eine kleine Bersarin Quartett Überraschung zu bieten.

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FEAR FALLS BURNING UND DAS CHAOS DES URSPRUNGS

Posted in Release on April 11th, 2012 by D.K.

Mit “Disorder Of Roots” schließt sich der Kreis für Fear Falls Burning. Nach sieben Jahren des Schaffens beendet Dirk Serries sein Alter Ego und lässt die Angst sprichwörtlich brennend fallen, denn mit diesem Album setzt Serries ein letztes helles Zeichen unter sein Dronesynonym. Dabei hat er sich in den letzten zwei Jahren die Hilfe diverser Musiker ins Studio geholt, um vier Monumente für das Album zu kreieren.

fear falls burning - disorder of roots - artwork

THE ROOTS REBELLION
Der Titel sagt es schon, denn das Album beginnt so, wie Fear Falls Burning begonnen hat, als Dronegewitter aus der Gitarre. Ein Sound legt sich über den nächsten, im Hintergrund entsteht ein vibrierender Sound, der als eine Art Rhythmus den Song trägt. Dann ein Bruch. Die Drums von Phil Petrocelli und der Bass von Frank Kimenai gesellen sich zur Gitarre von Dirk Serries und wandeln den Song komplett um. Das Ende hat begonnen.

VIRTUE OF THE VICIOUS
Drums von Tim Bertilsson setzen ein, die Gitarre baut eine hallende Atmosphäre auf und der Bass von Frank Kimenai fügt sich episodenhaft ein. Der Song wiegt sich ein, indem die Drums und der Bass immer wieder aussetzen und somit einen ganz eigenen Rhythmus erzeugen. Währenddessen fügt sich der Bluesdrone von Serries immer weiter in den Sound ein. Ein fast schon zugängliches Stück Fear Falls Burning.

CHORUS OF DISSOLUTION
Dieser 20-Minüter lässt sich eindeutig Zeit, Zeit, die es braucht um diese Droneoper zu erzählen, die hier vorgetragen wird. An den Drums sitzt diesmal Magnus Lindberg, der hier druckvoll und akzentuiert spielt. Frank Kimenai am Bass fügt sich vorsichtig dem Sound bei, während Dirk Serries seiner Gitarre wieder die feinsten bluesigen Drones und Orgeltöne (oh ja, wie ich diesen Sound liebe, wenn die Gitarre wie eine alte Hammond Orgel röhrt) entlockt, die sich zum Ende hin in eine Ambientlandschaft wandeln und ohne Drums und Bass vor sich hin fließen. Das Ende naht.

I PROVOKE DISORDER
“Ich verursache das Chaos” gesteht uns der Titel des letzten Tracks. Alles fängt mit dem Trio Serries/Bertilsson/Kimenai an. Noch zurückhaltender im Rhythmus und in der Gestaltung von Klanglandschaften. Serries baut keine Loops auf, sondern konzentriert sich auf minimalistische Bluesdrones, die stark an sein anderes Alter Ego Microphonics erinnern. Die Stimmung ist düster und bedrückt, aus dem Hintergrund heraus nähern sich dann endlich die vermissten Droneflächen und nach fünf Minuten setzten überraschend die Vocals von Michiel Eikenaar ein. Die ersten und letzten Vocals in einem Fear Falls Burning Song. Stellt euch ein Biest vor den Toren zur Hölle vor, das in Ketten liegt. Die dickste Kette schnürrt ihm die Kehle zu, aber das Biest will nicht aufhören von sinkenden Schiffen, zerstörerischen Feuern, Gräbern und Tod zu erzählen. Grässlich schön, so klingen die Vocals. Die Dronelandschaften nehmen Überhand und legen sich über den restlichen Sound, um zu Ende hin zu verebben. Das wars. Alles ist gesagt, alles liegt in Flammen, alles zerfällt zu Asche.

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Fear Falls Burning ist tot, lang lebe Microphonics (so suggeriert zumindest der kleine Beisatz im Kleingedruckten des Artworks).

“Disorder Of Roots” ist über Tonefloat Records erschienen und auf Doppel-10-Inch und CD erhältlich.

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TALES OF THE BODILESS

Posted in Aktuell, Kunst, KURZ GESAGT, ontheroad on April 11th, 2012 by D.K.

tales of the bodiless

Was?
Wer?
Wo?

Ach ja, Droneburg II Festivalbesucher bekommen die Karten zu einem speziellen Kurs…

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FABIO ORSI – THE NEW YEAR IS OVER

Posted in Release on April 9th, 2012 by D.K.

fabio_orsi by tobalo (all rights reserved)

Der italienische Experimentalmusiker Fabio Orsi scheint ein Faible für Tripleplatten zu haben, denn mit “The New Year Is Over” steht nun seine zweite Dreierveröffentlichung an. Natürlich nicht ohne Grund hat Fabio die neun Stücke, die auf diesem Album verewigt sind, auf drei einzelne CDs pressen lassen.

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CD 1
Der erste Teil ist dem zweigeteilten Titelstück gewidmet. “The New Year Is Over (Yep)” ist ein hynotisches Epos, das auf die Wirkung von einem sonarähnlichen Beat und einem von Hall und Delay dominierten Gitarrensound setzt. Ganz unsachlich gesagt: Genial. “The New Year Is Over (Nope)” dagegen setzt mehr auf ein agressiveres Auftreten und prescht mit druckvollen Drums (die wirklich nicht schlecht klingen, obwohl sie aus der Konserve stammen) und einer Gitarrenmelodie, die den Song in ein Prog-Psychedelic-Post-Rock-Stück verwandelt, fast schon tanzbar. Ergänzt wird dieses Set durch “Glüh” und “Endlisch”, zwei Songs, die einfach nur von ihrem gewaltigen Gitarreneffektflow leben.

CD 2
Das 20minütige “Permanent Mark” beginnt mit einem musikalischen Atmen, denn der Sound klingt wirklich wie ein Aus- und Einatmen. Hohe Ambientsounds treffen auf tiefe Drones. Fabio Orsi lässt sich Zeit, lässt seinem Song Raum zum Atmen, was beim Hörer einen ähnlichen Effekt hervorruft. Meditative Entspannung. Dass dann schnell zehn Minuten um sind und man kaum merkt, dass der Song sich immer weiter steigert, ist da schon miteinprogrammiert. Zum musikalischen Atmen gesellt sich eine filigrane Noisefläche, die immer weiter in den Vordergrund rückt. “Dust In One Hand, Love In The Other” brodelt in den Tiefen und klingt in den Höhen wie der abstrakte Gesang eines Kirchenchors. Wie eine Welle bewegt sich der Sound und bietet dem Hörer 16 Minuten lang eine Reise durch Orsis Ambient-Noise-Drone-Welt.

CD 3
Der dritte Teil ist ganz dem dreigeteilten “The Lonesome Era” gewidmet, das die elektronische Seite Orsis präsentiert. “Part 1″ beginnt mit einem elektronischen Beat und einem geloopten Rauschen, das immer lauter wird. “Part 2″ ist basslastig und geprägt durch einen subtilen Synthiesound, der sich genau wie das Rauschen im ersten Teil stetig steigert. “Part 3″ ist der zurückhaltenste, steigert sich aber ebenfalls immer weiter von einem dumpfen Elektonikgedonner in ein helles Synthiegewitter, dem sich noch ein pulsierender Beat unterfügt.

Ein gelungener Überblick über das derzeitige Oeuvre von Fabio Orsi.

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“The New Year Is Over” ist über das italienische Label Silentes erschienen und dort oder direkt über Fabio Orsi erhältlich. Das Artwork besteht aus einer dicken zweigefaltenen Pappe, auf der sechs Fotografien von Fabio abgedruckt sind.

Apropos Fotos, das Portrait von Fabio Orsi stammt von Cristobal Marquez alias Tobalo.

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OWWL – DARK PLACES

Posted in Release on April 8th, 2012 by D.K.

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Keith Utech entgeht so gut wie gar nichts, was düster und experimentell ist, und so verwundert es kaum, dass das zweite Album des Bonner Duos Owwl auf Utech Records erschienen ist. Auf “Dark Places” entführen die beiden Musiker den Hörer in eine düstere Welt und zeigen ihm düstere Orte, denn jeder Liedtitel besteht aus Koordinaten eines bestimmten Ortes.

Mit “44° 25’ 39” N, 26° 5’ 15” E” beginnt die Reise in Rumänien. Owwl, bestehend aus Mick Schulz an der Gitarre und Stefan Otto am Harmonium, erzeugen eine Klanglandschaft, die die Schönheit des Minimalistischen zeigt. Für den einen Feedback und Geräusch, für den anderen etwas, was unter die Haut und in die Seele geht. Ein minimalistischer Drone, der eine Viertelstunde lang den Hörer in die richtige Stimmung versetzt. “29° 15’ 0” S, 70° 44’ 0” W” führt uns nach Chile und ist soundtechnisch genau da anzusiedeln, wo der Opener angefangen hat. “60° 53’ 9” N, 101° 53’ 40” E” setzt über nach Russland. Erst jetzt kommen weitere Differenzierungen in den Sound, ohne das Minimalistische aus den Augen zu verlieren. Das 20minütige “31° 18’ 55,1” N, 35° 21’ 13,5” E” leitet uns nach Mexiko und ist der heimliche Höhepunkt der Platte. Die Gitarre und das Harmonium lösen sich langsam aus ihrer Fusion und geben dem Hörer auch durch eine hallreichere Klangkulisse mehr soundliche Anhaltspunkte. Die Gitarre wummert im Vordergrund, das Harmonium gleitet im Hintergrund und es bahnt sich eine subtile Steigerung an, nur um nach 17 Minuten wieder langsam abzuflachen. Dieser Sound zeigt Wirkung. Das letzte Stück “39° 14’ 8” N, 20° 28’ 55” E” führt uns zurück nach Europa, nach Griechenland. Pulsieren und Gedröhne ist zu hören, mehr Ambient als Drone, zunächst, denn es bahnt sich etwas an, das immer stärker aus dem Hintergrund nach vorne schreitet. Doch der Sound bleibt unnahbar, wie ein Geist. Dieses Gefühl, die Erwartung, dass etwas passieren wird… unbeschreiblich… passiert was? Wer also rausfinden möchte, was passiert und was so düster ist an diesen fünf Orten, hat mit “Dark Places” den passenden Soundtrack vorliegen.

“Dark Places” ist direkt über die Band erhältlich. Wer also Lust hat, seine Seele in dieses minimalistisch mysteriöse Dronewerk zu tauchen, sollte sich unbedingt eins der 300 Exemplare bestellen. Das Mysteriöse wird übrigens noch durch das Kleingedruckte im Booklet unterstrichen, wo es heißt, das Album sei im Mai 2012 live eingespielt worden.

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Owwl sind übrigens auch auf unserer kostenlosen Download Compilation vertreten.

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PAN & ME

Posted in Release on April 7th, 2012 by D.K.

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Christophe Mevel aus Brest liebt Musik, deswegen ist er nicht nur der Mann hinter dem französischen Label Diesel Combustile, sondern auch Musiker in Bands wie Dale Cooper Quartet und Tank, über die wir bereits berichtet haben. Sein persönlichstes Musikprojekt dürfte aber Pan & Me sein, wo er sich fast im Alleingang verwirklicht und seine Liebe für experimentelle Sounds auslebt.

2011 ist das Debüt “Paal – The Original Motion Picture Soundtrack From The Film” als limitierte CD-R über Diesel Combustile erschienen. Dank der Aufmerksamkeit der beiden Jungs von Denovali Records, was das Wiederveröffentlichen guter Alben angeht,  steht jetzt “Paal” (ohne den Soundtrackbeisatz… ) als hochwertiges Vinyl im Plattenladen.

Wie kann man den Sound von Pan & Me am besten beschreiben? Das frag ich mich schon die ganze Zeit. Mevel vermischt Elektrosounds mit klassischen Instrumenten wie Viola oder Klavier und mischt dem ganzen noch Field Recordings, Gitarren und Saxophon unter. Den Anfang macht “The Lighthouse At Two Lights”, das zunächst mit Streichersounds startet, sich dann aber in ein fast unaufhaltsames Elektronikstück entwickelt. Das kurze “Unalaska” mit Klaviersounds, die sowohl clean als auch schräg klingen. “The Everlasting Fog” mit Saxsamples und coolem Beat, erinnert stark an Mevels Band mit dem Agentennamen aus Twin Peaks. “Bush Leaf Dreaming” ist wunderschön experimentell. Irgendwas wird mit einem Cellobogen bespielt und quietscht vor sich hin, Saiten erklingen und verschwinden wieder, Tastentöne erklingen und verschwinden. Der Song könnte als Horror-Folk durchgehen. Gelungen. “53° 18′ N 167°52′ W” holt den Hörer wieder aus den Tiefen und Abgründen, der zuvor gehörten Sounds und pulsiert mit einem Beat, in dem Streichersamples eine Melodie aufbauen und Instrumenten- und Meeresrauschen eine Soundlandschaft bilden. “The Clearing” wird dominiert von orchestralen Samples und sphärischen Gitarren und schließt das knapp 36minütige Album ab.

Wer auf Dark Jazz, Trip Hop, Drone und Ambient steht, wird hier sicherlich ganz viel Spaß beim Hören haben. “Paal” von Pan & Me ist über Denovali auf Vinyl und CD und auch als Download erhältlich.

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FLARES

Posted in Release on April 7th, 2012 by D.K.

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Flares ist eine fünfköpfige Band aus Saarbrücken, die grob gesagt instrumentalen Rock macht und mit “Kingdom Come” ihr erstes Album liefert. Nach einem Debütdemo präsentiert das Quintett auf “Kingdom Come” seinen individuellen Sound, der am besten als Prog-Post-Rock zu beschreiben ist.

Der Opener “Doubt As A Layer” kommt zunächst einfach postrockig rüber, entwickelt sich aber zu einem beachtlichen siebenminütigen Epos, mit gelungen Bassläufen und einer abwechslungsreichen Struktur. Auf “Terpentine” gesellen sich die Gastvocals von Kim Clayton Weiler dazu, die dem Sound der Band eine weitere besondere Note geben. “Pitchblack” zeigt eindeutig, dass diese Band nicht im Postrock, sondern eher im Progrock anzusiedeln ist. Dezente Synthiesounds verwandeln den Song fast in einen Psychedelictrack, wenn da nicht immer wieder der Bass und die Gitarren den Song zurückholen würden in die Prog-Post-Rock-Welt. “Malory´s Last Ascentt(ion)” mit fast schon doomigem Anfang wandelt die Atmosphäre kurz um, um dann den Song wieder eine andere Richtung einschlagen zu lassen. Was Flares ausmacht ist, dass die Fünf sich Zeit lassen ihre Ideen auszuleben. “A Coast To Be Sensed” schließt den Kreis und die Saarbrücker Band lehnt sich zunächst zurück und baut eine seichte Nummer auf, in der auch Akustikgitarren Platz finden. Wunderschön altmodisch klingt der Song, der sich immer weiter steigert, sich dann wieder zurücknimmt, um im letzten Part mit Ebow bespielten Gitarrensaiten den Hörer in eine Soundlandschaft einzuwiegen, um dann wiederum für die Schlussszene noch mal auszuholen. Ein Album, das es verdient hat, in eurem Plattenregal zu stehen.

Das saubere Mastering stammt von niemand geringerem als James Plotkin und das Artwork, in dessen Motiv es viel zu entdecken gibt, ist das Werk von Helder Pedro. So ist also dafür gesorgt, dass die Platte nicht nur gut klingt, sondern auch gut aussieht. “Kingdom Come” ist direkt über die Band beziehbar.

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DALA SUN

Posted in Musik on April 6th, 2012 by D.K.

Dala Sun ist eine griechische Band aus der Hafenstadt Patra. Mit etwas über 214.000 Einwohnern ist Patra die drittgrößte Stadt Griechenlands und in ihrem Erscheinungsbild stark gekennzeichnet von der derzeitigen (Wirtschafts-)Krise des Landes. Aus dieser Situation heraus haben sich Dala Sun zusammengerissen und ihr neues Album “Gegenschein” in Eigenregie produziert und ebenfalls selbst die Produktion einer 12inch Vinyl Platte in die Hände genommen.

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Das Ergebnis ist ein Album, das sich zwischen Stoner, Sludge, Punk und dreckigem Rock n´Roll bewegt und nur so vor Energie strotzt. Schon allein das Cover, das ein typisches griechisches Bild der 70er zeigt, auf dem ein Mädchen auf einem Dorfporsche sitzt während im Hintergrund Godzilla gegen Ghidorah kämpft, ist cool genug, um sich diese Platte zu besorgen. “Sludge Machine” eröffnet die Platte mit rotzigem Stonerpunk, “Flying Midget” entwickelt sich altmodisch rockig und doomig, während “Overdosed” einfach nur rockt. Die Songtitel sind schlicht aber auch irgendwie passend. “Guilty for Murder” nimmt zum ersten Mal Tempo raus und setzt mehr auf Atmosphäre und Stonerrhythmen und entwickelt sich zum Ende hin zu einer Soulrocknummer. In dieser Weise machen Dala Sun auch weiter und mit dem Titeltrack “Gegenschein” wird abschließend nochmal schwerfällig in Richtung Stonerdoom gerockt und Eindruck geschindet.

Obendrein gibt es die Platte auch noch als kostenlosen Download auf der Homepage der Band. Wer die Band unterstützen und die Vinylplatte kaufen möchte, der findet an dieser Stelle alle nötigen Infos.

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BERICHT: FIELD RECORDINGS WORKSHOP MIT FABIO ORSI

Posted in Redaktion on April 6th, 2012 by D.K.

Liebe Leser, als erstes möchten wir uns für die kleine Pause entschuldigen, aber es gab viel zu tun. Eine unserer Hauptbeschäftigungen am letzten Wochenende war der Field Recordings Workshop mit Fabio Orsi in Bochum.

field recordings workshop with fabio orsi

Freitagnachmittag ging es los mit der Einführung. Fabio Orsi hat etwas aus seinem Erfahrungsschatz erzählt, eigene Field Recordings präsentiert und ein bisschen was zur Geschichte dieser Art von Musik erzählt, die stark durch Musikethnologie geprägt ist. Allem voran die Folk Music Aufnahmen von Alan Lomax.

Danach ging es schon direkt an die ersten Aufnahmesession, die rund um die Jahrhunderthalle stattgefunden hat. Am Samstag folgte dann die zweite Aufnahmeaktion, diesmal rund um den Stadtkern. Die restliche Zeit bis Sonntagnachmittag galt dann dem Selektieren von Aufnahmen, dem Editieren und dem Mastern. Sonntagabend war das Werk vollbracht und wir konnten zusammen allen Aufnahmen lauschen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Ein Wochenende Bochum als Soundcollage verewigt. Wer neugierig geworden ist und wissen möchte, wie das ganze klingt, der darf sich auf die CD mit den Aufnahmen aller Teilnehmer (inklusive des Tracks von Fabio Orsi) freuen, die bald in einer limitierten Auflage erscheinen wird. Mehr Infos dazu demnächst…

An dieser Stelle wollen wir uns nochmal bei allen Teilnehmern, Fabio Orsi und Bochums Geräuschkulisse bedanken.

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