LOCRIAN & CHRISTOPH HEEMANN

Posted in Release on August 20th, 2012 by D.K.

Nach Mamiffer & Locrian folgt nun die nächste Kollaboration, die nicht verpasst werden darf. Diesmal haben sich Locrian mit dem deutschen Experimentalmusiker Christoph Heemann zusammengetan, der bereits in den 80er Jahren mit noisigen Sounds gearbeitet hat und in den letzen Jahren durch Zusammenarbeiten mit Andrew Chalk oder Jim O`Rourke in Erscheinung trat.

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Mit Christoph Heemann an der Elektronik und dem Synthesizer, Terence Hannum am selbigen und am Piano und Mikro, Steven Hess an allem worauf rhythmisch gehauen werden kann und Àndre Foisy an der Akustik- und E-Gitarre und den Effekten, sind vier epische Songs in Chicago und Berlin entstanden.

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Seite A

“Hecatomb” beginnt mit einer Art Fusion aus 70er Jahre Soundtrack mit posaunenähnlichen Sounds und Akustikgitarrensounds. Aus diesem Soundgebilde entwickelt sich dann langsam eine Art zähfliessende Soundwelle aus Percussion, Elektronik, Piano und Synthiesounds, um dann in einem Piano-Percussion-Moment zu münden. Es kommt einem alles sehr kurz vor und man hat das Gefühl, dass noch eine Ausbruch folgen muss, doch nach 12 Minuten entgleiten die Sounds einfach ins Nichts. Eine fulminante bedrohliche Soundwelle.

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“Loathe The Light” ist ebenfalls bedrohlich beängstigend und geht mit seinen Percussiondronesounds ganz tief in die Magengrube. Improvisierte noisige Sounds gesellen sich dazu. Hannums krächzend dämonische Stimme windet sich durch den Hintergrund und obwohl alle Elemente des Songs nach Freistil klingen, ist eine Ordnung vorhanden, die dem Track eine ganz eigenen Note verleiht.

Seite B

“Edgeless City” beginnt mit tiefen dumpfen Sounds, die genau wie der Beginn von Seite A an die 70er erinnern. Die tiefe Soundwolke entwickelt sich allmählich. Es kommen bassige Sounds hinzu, die eine Art Takt vermitteln. Höhere Töne erhallen und es entwickelt sich eine unterschwellige Dynamik. Alles scheint nicht greifbar, ist aber direkt vor einem. Nach 12 Minuten durchkreuzen rauhe Synthiesounds die Soundmasse. In den nächsten drei Minuten beruhigt sich die Masse und kommt dann nach einer Viertelstunde zum Stillstand.

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“The Drowned Forest” beginnt mit einem mönchsähnlichen “Aaaahhh-Gesang”. Immer und immer wieder. Es gesellt sich ein “Ooohhh-Gesang” hinzu. Die Vocals hallen und entwickeln in der stetigen Wiederholung eine eigene Ambientsoundfläche. Aus dem tiefsten Hintergrund gesellt sich ein subtiler Drone hinzu. Erst nach sechs Minuten ist eine offensichtliche Instrumentierung zu hören. Es brodelt, der Song ist bereit für die nächste Phase. Die Vocals steigern sich, die Gitarrenelektronikwand tut selbiges. Eine perfekte Vermengung. Dann kommt noch eine unter die Haut gehende Basssequenz hinzu, die den Song bildlich abheben lässt. Nach zwölfeinhalb Minuten bleibt nur noch leises Dröhnen. Ein Song für die Ewigkeit.

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Hörbeispiele gibt es diesmal nicht, denn es gibt keinen Grund, dieses Album nicht zu kaufen. Das Hörerlebnis muss direkt von der Platte in euren eigenen vier Wänden stattfinden.

Das selbstbetitelte Album erscheint über Handmade Birds in einer 500er Auflage. 250 Stück auf schwarzem 180er Vinyl und 250 Stück in der Farbe, die mit “classic black in transparent ocean trash vortex microplastic blue” beschrieben wird.

Übrigens, das von uns sehr geschätzte “The Clearing” Album von Locrian erscheint diesen Monat erstmalig in der CD Version. Mit dabei ist “Final Epoch”, ein zweites Album, das beiliegt und bisher nur auf Vinyl veröffentlichte Songs beinhaltet.

Mehr zu Locrian…

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DEEP LISTENING BAND – NEEDLE DROP JUNGLE

Posted in Release on August 12th, 2012 by D.K.

Als die Aufnahmen zu “Needle Drop Jungle” entstanden sind, waren die drei Beteiligten 221 Jahre alt. Das mal als kleines hochachtungsvolles Vorwort. Die Deep Listening Band, bestehend aus Pauline Oliveros, Stuart Dempster und dem mittlerweile verstorbenen David Gamper, hat im Januar 2011 mehrere hundert Minuten an Material eingespielt. Anlässlich des diesjährigen achtzigsten Geburtstags von Pauline Oliveros haben Important Records neben einem Oliveros Boxset zwei Alben mit den Aufnahmen der Deep Listening Band veröffentlicht und da es genug Material gibt, das gehört werden muss, folgt jetzt “Needle Drop Jungle” via Taiga Records.

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Die Aufnahmen von “Needle Drop Jungle” sind alle in der “Town Hall Seattle” entstanden. Das Gebäude besticht durch hohe Decken und der Fusion von Tonnen- und Kuppelgewölbe. Genug Raum für die Entfaltung von Klängen. Genau das ist auch das Ziel der Deep Listening Band. Mit Klavier, Akkordion, Posaune, Klangmuscheln und diversen anderen Hilfsmitteln entsteht in “Landgrove” eine raumfüllende Klangwolke. Aus allen Seiten der Lautsprecher ertönen die verschiedensten minimalistischen Sounds, die im Kopf des Hörers zu einem Ambientsong zusammengeführt werden können. “Jungle Howl” schleicht sich zunächst mit filigranen Sounds in die Ohren um dann mit einer Art Posaunendrone auszubrechen, während sich im Hintergrund eine Rhythmusfläche aufbaut. Besonders dann, wenn die Posaune klar erkennbar ist, erinnert der Sound an Horrorscores aus den Siebzigern. Gegen Ende spielen sich die drei Musiker aufeinander ein und gleiten mit ihren Sounds minutenlang durch die Town Hall. “Friday Mighty” ist völlig losgelöst von Songverpflichtungen. Hier steht die kontrollierte Improvisation im Mittelpunkt. Ein kleiner Ausbruch. “Tomorrow´s Power” fließt. Akkordion, Posaune gleiten ineinander. Man kann es sich förmlich vorstellen, wie die Sounds allmählich den ganzen Raum füllen und von einer Seite des Raums auf die andere Seite rüberhallen. Erhabene Drones.

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Vier Songs, alle über 15 Minuten lang, auf vier Vinylseiten verteilt und mit einem passenden Artwork versehen. Denn genau wie das Wasser, das beim Abfliessen gefriert und aus einem Eiszapfen ein Eiskunstwerk enstehen lässt, erzeugen hier die einzelnen Instrumente in der Fusion mit dem Raum ein Klangkunstwerk.

Die Deep Listening Band ist Bestandteil des von Pauline Oliveros ins Leben gerufenen Deep Listening Institute. Wer sich informieren möchte sollte an dieser Stelle anfangen.

“Needle Drop Jungle” ist über den Taiga Records Shop erhältlich.

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SONG SPOT SONNTAG: ONE TO ONENESS

Posted in Serie on August 12th, 2012 by D.K.

 

Ides Of Gemini haben vor einigen Wochen ihr erstes Album “Constantinople” über Neurot Recordings (CD) und Sige Records (Vinyl) veröffentlicht. “One To Oneness” zeigt die Besonderheit dieses Trios, das aus Jason Bennett an der Gitarre, Sera Timms am Bass und Vocals und Kelly Johnston an den Drums und Backingvocals besteht. Während die Gitarre im gewaltigen Refrain des Songs an Black-Metal-Sounds erinnert, gehen die Okkultrockvocals von Timms, die auch Frontfrau bei Black Math Horseman ist, unter die Haut. Die Marschdrums und hallenden Backigvocals geben dem Song dann noch den letzten Schliff. Hier reichen drei Musiker aus, um eine ganz eigenständige Fusion aus Okkultrock und Black Metal zu schaffen. Mysteriös schön.

Wem “One To Oneness” gefällt, der sollte sich unbedingt “Constantinople” zulegen. Die Vinylversion von Sige Records kommt mit handgedruckten Covern.

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DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. II: GATES

Posted in Serie, Tapes on August 5th, 2012 by D.K.

Sie werden nicht mehr produziert und gelten bei Liebhabern trotz ihrer eher bescheidenen Klangqualität als kleine Schmuckstücke unter den Tonträgern: Tapes.

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Land Of Decay, das Label der beiden Locrian Gründer André Foisy and Terence Hannum, hat sich auf Tape-Veröffentlichungen spezialisiert und im Juni das neue Album von Gates, dem Projekt des kanadischen Musikers Bryan W Bray, veröffentlicht.

“Eintraum” besteht aus jeweils drei Songs, die auf beiden Seiten der Cassette vertreten sind. 30 Minuten Material pro Seite. Wer jetzt denkt, dass 30 Minuten etwas kurz sind für ein Album, der sollte gewarnt sein. Dieses Album frisst Kerben ins Gehirn, gräbt sich in die Ohren, einmal im Kopf ist hier für den Hörer kein Entkommen. “Glimpse of Overlapping Dimensions” eröffnet das Album mit noisigen Soundwänden. Nicht klar definierbar, was für Instrumente diese Sounds erzeugen, lauscht man der Klangwand und wird immer weiter dem Rausch dieses Rauschens ausgesetzt. “Forest Passageway, Hallway to the Void” fiept erst minutenlang, bevor eine Black-Metal-Gitarrenwand über einen herfällt. Unglaublich wie dieses Instrument alleine noch bedrohlicher klingt als eine ganze Black-Metal-Band. “Birds Plunging Through the Wall of the Ocean” setzt dann noch den letzten Akzent mit einem überatmosphärischen Sound. Auf der einen Seite denkt man es sei zu schade, so gute Musik nur auf Tape zu veröffentlichen, andererseits hat aber genau das Tape vielleicht die unberechenbare Klangqualität, die dieses Ambient-Black-Metal-Drone-Ungetüm von Album braucht.

Das Tape ist limitiert auf 100 Stück und hier erhältlich.

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SONG SPOT SONNTAG: ONZE

Posted in Serie on August 5th, 2012 by D.K.

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Ab sofort widmen wir uns in regelmäßigen Abständen Sonntags einem einzigen Song. Den Anfang macht “Onze” von L.T.D.M.S..

Oxide Tones haben vor einigen Wochen das Album “(« Insérer titre »)” von L.T.D.M.S. veröffentlicht. Vier Songs umfasst das Zweitwerk der Belgier und der krönende Abschluss der Platte ist “Onze”. Ein Song, der in seinen 14 Minuten Spielzeit mehrere Metamorphosen durchlebt. Mal Post-Rock, mal Kraut-Rock, mal Indie, mal Folk… Hört und urteilt selbst.

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NADJA & N – LIVE VEREINT AUF EINER PLATTE

Posted in Release on August 4th, 2012 by D.K.

Als im November 2010 Aidan Baker zum ersten Mal die Christuskirche Bochum besucht hat, dort allein mit einer Fender-Bass-Combo ein Soloset spielte und schon beim Soundcheck mit einem gelassenen Blick durch die Kirche wanderte, um die Klangqualität zu bestaunen, da war klar, es war eine Freundschaft zwischen einem Raum und einem Musiker entstanden. Und so ließ er sich auch nicht lange Zeit und spielte im März 2011 zusammen mit Leah Buckareff ein sehr intensives Nadja Set. Den Abend eröffnete N mit einem rauhen Droneset, das im Kirchenraum wie eine verzerrte Kirchenorgel ertönte. Zum Glück ist dieser Abend, zumindest fürs Ohr, festgehalten und verewigt worden.

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Teile dieses Abends sind nun auf “Vomos” gepresst worden, der ersten gemeinsamen Split von Nadja & N (23).
Seite A umfasst das epische “The Bungled & The Botched” in einer speziellen Version, in der die Spannungsbögen vertauscht sind. Im Gegensatz zum Original fängt diese Fassung mit bombastischen Bassdrones und noisigen Gitarrensounds an und wandelt sich dann allmählich in ein minimalistisches Klangexperiment zwischen Sound- und Kirchenraumeffekten. Seite B widmet sich dem N Set. Das erstmalig an diesem Abend in Bochum gespielte Stück “Baukum” gleitet zwischen Harmonie und Disharmonie und zwischen Klarheit und Verzerrtheit. Als Abschluss gibt es “Prora Stadt” in einer sehr noisig-dronigen Version, die auch an dem Konzertabend selbst alle Zweifler überzeugen konnte. Als Zugabe gibt es noch einen Nadja-Remix von “Baukum”, der als Download der Platte beiliegt. Hier haben sich Nadja Teile von “Baukum” vorgenommen und mit ergänzenden Basssounds und Drums einen komplett neuen Doom Track erschaffen.

N (23)

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“Vomos” erscheint in limitierter Auflage von 100 Stück auf schwarzem Vinyl in schwarzen Hüllen mit handgefertigten Siebdruckcovern (schwarz oder weiß) auf dicker grauer Pappe. Der beiliegende Downloadcode beinhaltet neben den Vinyl-Tracks, zusätzlich noch den oben beschriebenen Nadja-Remix von N.

Erscheinen wird die Platte über das mit uns verwandte, neue Label Midira Records. Die Preorder hat bereits begonnen…

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