AALFANG MIT PFERDEKOPF & DRONAEMENT

Das eingespielte Team: Mirko „Aalfang mit Pferdekopf“ Uhlig & Marcus „Dronaement“ Obst. Im „Hermit Heaven“. Vorhersehbarkeit ist woanders Zuhause, das gilt mit Blick auf die vorangegangenen Veröffentlichungen, besonders die Teamworks. Und es gilt wegen der Art und Weise der (interessanten) Brüche und (ebensolchen) soundlichen Collagen. Wenn beispielsweise nach 6 1/2 Minuten des bohrend droneartigen Eröffnungsstücks „Ein umgestürzter Hafen: hope is the canvas on that you tallow“ ein katzenmusikartiges Interludium auftaucht. Was das Stück nicht davon abhält, direkt danach wieder (ok; raue) Ambient-Fahrwasser aufzunehmen. Bis zum nächsten Break: gleicher Qualität, versteht sich. Und nicht ohne hintergründige Ergänzungen mannigfaltiger Art. Und gegen Ende der rund 24 Minuten ist der taube Streicher dann natürlich auch wieder da, zum dritten mal. Das Stück wird dadurch auf eine skurrile Art durch sich selbst karikiert; fast in Frage gestellt, bis der Collagencharakter und die surreale Atmosphäre akzeptiert sind. „The conductor is reeling“ verhält sich da bei vergleichbarer Länge etwas moderater, stellt das Fließen in den Vordergrund, zuerst dunkel, dann angeraut durch Signale von irgendwo, bis es sich zum Ende in einer Melodie fängt, deren Schicksal es aber bleibt, in ein Field-Recording abstürzen zu müssen. Einnehmend.

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„Dronabinol“ ist dann, wie der Name (im doppelten sinne) suggeriert, die erste Hilfe für all die, die es durchgehend dronig brauchen, während „Etnographische Kühe“, die Nummer 4, in den Lautäußerungen am Anfang nicht nur an vollständig andere Lebewesen erinnert, sondern auch nichts geringeres darstellt als einen weiteren Par-Force-Ritt durch die skurrile Fantasie der beiden Protagonisten: „Der zitronenfarbige Schnotthobel“ als König des Waldes… die Wertschätzung desselben dargebracht in Form einer Leichenschau… das hat schon Hörspielcharakter. den Abschluss bilden zwei wieder kürzere Stücke, wobei „Suchness/Suchmess“ als industriell/dronige Textur in rituelle Rhythmen aufsteigt bis das letzte Stück den Geiger des Anfangs noch einmal einlädt; zur Freude aller hat er diesmal sogar einen Verzerrer dabei; wir danken Gevatter Hall für seine Fürsorge im weiteren Verlauf und grübeln weiterhin über das Ende…

Mini-DVD-Cover plus Foto-Einleger… und das Coverartwork von Dagmar Flemming täuscht da eine Harmlosigkeit vor; da müsste eigentlich noch irgendwo eine Warnung stehen…

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