BARN OWL VELOREN IM BLENDLICHT?

…so nennt sich zumindest der zweite Longplayer von Barn Owl, der bei Thrill Jockey erscheint. “Lost In The Glare” ist das fünfte Album des Duos aus San Francisco und nach den ersten Hörgängen wird klar, dass Barn Owl ihren musikalischen Weg gefunden haben. Denn was hier präsentiert wird, darf sich niemand entgehen lassen, der auf experimentelle Gitarrenklänge steht.

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Barn Owl nehmen auf “Lost In The Glare” den Hörer mit auf eine Reise durch diese unwirkliche Landschaft, die auf dem Cover der Platte zu sehen ist, natürlich alles aus der Vogelperspektive, denn die dröhnenden, surrenden und gleitenden Gitarrensounds versetzen einen innerlich in einen Schwebezustand. “Pale Star” als Dark-Americana-Folk-Einstieg mit klassisch gespielter Gitarre auf der einen Seite und sphärisch kreischender Gitarre auf der anderen Seite, immer lauter werdend mit zunehmenden bassigem Gedröhne, aus Rückkopplungen entstehend, in eine Art Hallvocals aufgehend. “Turiya” überraschend mit derbe langsamer, aber druckvoller Drumsuntermalung von Jacob Felix Heule. Auch mit Drums gelingt Barn Owl das Schweben, unfassbar. “Devotion I” taucht zu Beginn in eine düstere Welt ein, aus der Tiefe ertönen die Gitarren, wie in einer Höhle, dann kommt der Sound immer näher und die Stimmung hellt auf, aber die Reise ist nicht vorbei, denn Teil II erwartet einen noch als Albumabschluss. “The Darkest Night Since 1683” hält was der Titel verspricht, denn Barn Owl tauchen den Hörer nach einem kurzen, harmlosen Intro in ein massives Dronegewitter a la Sunn o))) und Gong mit dem Unterschied, dass die Auflösung zum Ende hin versöhnlicher klingt als bei O`Malley und Anderson. “Temple Of The Winds” dann im vollkommenen Kontrast mit einer bittersüssen Melodie, die unter die Haut geht und den Finger zur Repeattaste zieht. “Midnight Tide” und “Light Echoes” bauen bedächtig intime Atmosphären auf, aus denen dann beide Gitarren mit Eboweinsatz herausbrechen, Gänsehaut. Als Abschluss “Devotion II”, mit Drums und immer lauter werdenden Gitarren geht hier die Reise aus dem ersten Part weiter. Aus der Höhle ins Licht. Verloren im Blendlicht sind Barn Owl keinesfalls. Vielmehr sind sie das Blendlicht (im positiven Sinne) in der düsteren Landschaft, in das der Hörer wie in einen Sog gezogen wird. Schnell wieder auf Play drücken…

“Lost In The Glare” erscheint Anfang September über Thrill Jockey.

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3 Responses to “BARN OWL VELOREN IM BLENDLICHT?”

  1. caballero Says:

    5/8 der platte sind mir bekannt und ja, sie ist absolut klasse!

  2. Nemoflow Says:

    Bei weitem ihr bisher bestes Album! Favorite Tracks: “The Darkest Night Since 1683″ and “Light Echoes”.

  3. caballero Says:

    die oben genannten songs fehlen mir noch und das sind die favorites,das wird ja immer besser!

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