CANYONS OF STATIC UND DER AUFBRUCH INS POSITIVE

Postrock international, Station USA; dieses mal mit Canyons Of Static. Vom ersten Ton an der Eindruck eines lässigen, hörbar aus Indierockquellen gespeisten Postrocks; sehr organisch, fast weich; im Fluss nicht so kantig wie viele europäische Vertreter der „Branche“, aber auch in keiner Weise dem psychedelischen Nirvana mancher US-Kollegen verhaftet…

Canyons_of_Static__Farewell_Shadows

Um einen zweiten Gitarristen ergänzt, treten Canyons Of Static auf dieser vierten Veröffentlichung als Quartett auf, wobei das Keyboard trotz des zusätzlichen Gitarristen weniger Flächenaufgaben übernimmt, sondern sich vielmehr mit den Gitarren in Appreggios verwebt und den Melodieaufbau unterstützt, ohne jedoch wirklich in den Vordergrund zu treten. Und fast scheint es, als hätten Canyons Of Static der „Farewell Shadows EP“ eine thematisch und atmosphärisch sorgfältig abgestimmte und abgewogene Melodiesammlung zugrunde gelegt; eine mit dem Ziel zu unterstützen, aufzugreifen und nach vorn zu treiben, zu einem Aufbruch ins Positive. Heisst: Schwermut und Düsternis sind das Ding von Canyons Of Static nicht, auch die härteren Passagen atmen diesen Ethos einer positiven Kraft. Und selbst in den Momenten, in denen Fieldrecordings zur atmosphärischen Steigerung eingesetzt werden, wie ein Funkverkehr am Rande des Hörbaren, ein Stilmittel, das in vergleichbaren Fällen quasi ad hoc eine irgendwie bedrohliche Stimmung evoziert, hält die alles überstrahlende Melodieführung das Schiff auf Kurs.

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Passend zum Gesamtgestus ein ebenso organischer Sound mit dem richtigen Mass für Trennung und Verbindung, was die Ortbarkeit der einzelnen Instrumente betrifft. …wobei das ganze mit wenig bis keinen Overdubs ausgekommen zu sein scheint, von irgendwelchen elektronischen Spielereien (außer den zwei bis drei Fieldrecordings) ganz zu schweigen… Basic und geerdet, fast puristisch, dabei aber ohne Dogma.

Das Ganze gibt es bei Oxide-Tones zu kaufen.

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