AIDAN BAKER LÄSST DIE FRAUEN SINGEN

Posted in INTERVIEWS, Release on April 12th, 2013 by D.K.

Aidan Baker ist ein fleißiger Musiker, der mittlerweile eine Diskografie im dreistelligen Bereich hat. Was bei anderen Musikern in der Belanglosigkeit endet, führt bei Aidan Baker zu stetigen Weiterentwicklungen in dessen Soundkosmos. Letztes Jahr überraschte Baker mit einem Album, auf dem gleich ein Dutzend bekannter Drummer spielte, dann wenig später ließ er mehrere Gitarristen seine Stücke einspielen und nun steht mit “Already Drowning” ein Album vor der Veröffentlichung, auf dem jeder Track von jeweils einer Sängerin (ein Track auch im Duett zweier Vocalistinnen) eingesungen wurde.

Thematisch geht es bei “Already Drowning” um die verschiedensten Mythen & Sagen rund um weibliche Fabelwesen aus dem Wasser. Das Artwork ziert eine Meerjungfrau (“Der seltene Fang” von Ernst Herter, fotografiert von Aidan Baker), die Songs zieren die Stimmen der Sängerinnen, die die Lyriks von Aidan Baker vortragen und teilweise auch in ihre eigenen Sprachen übersetzt haben. Musikalisch fällt die Platte schon allein wegen der opulenten Instrumentierung aus dem bekannten Schema. Baker spielt natürlich das Meiste selbst, Streich- und Blasinstrumente sind von Gastmusikern beigesteuert und Leah Buckareff von Nadja legt ein paar Akkordiontöne nieder. Die Platte folgt stilistisch keiner bestimmten Linie, sondern hat eher eine alles zusammenhaltende Atmosphere, ähnlich wie “Laughing Stock” von Talk Talk, das eine überraschende Reise zwischen Slowcore und Post-Rock bietet. Eigentlich ist alles zwischen Jazz, Blues und Drone auf “Already Drowning” vertreten.

already drowning

Wir haben mit Aidan Baker über seine Gastsängerinnen gesprochen und ihn gefragt, ob er sich noch daran erinnert, wie er mit den Damen zusammengekommen ist:

Clara Engel – “Already Drowning” – Bluesig und jazzig zugleich.
Clara and I first met 5 or 6 years ago when we worked together briefly at a bookstore in Toronto. We have since played a number of shows together in Toronto. Clara also sang and played guitar on my piece “Liminoid” performed and recorded live at The Music Gallery in Toronto in 2009.

Jessica Bailiff – “30 Days/30 Nights” – Streicher und treibende Gitarren- und Drumsounds.
I have listened to Jessica’s music for a number of years, as well as her partner Boduf Songs (with whom I collaborated for the Infinite Light Ltd. project), although I have yet to meet either of them in person. I got in touch with her through a mutual friend at Brainwashed.com to ask whether she would be interested in contributing to Already Drowning.

Maude Oswald & Valérie Niederoest – “Mélusine” – Unheimlich doppelstimmiger Sirenengesang mit improvisierter Instrumentierung.
I met Maude and Valérie after seeing their band Toboggan play in Berlin in 2009 and I really liked their music. I particularly liked the way they sang together, so asked them to do a duet on Already Drowning.

Joanna Kupnicka – “Mein Zwilling, Mein Verlorener” – Akustikgitarre und deutsche Lyrics. Folkig und ein bisschen skurril.
I wanted one of the songs on Already Drowning to be in German to represent my current home of Berlin and my identity as an ex-pat Berliner. Joanna was recommended to me by our mutual friend Stefan, co-owner of the Berlin record shop Bis Auf’s Messer. Joanna’s vocals with her band The Cold Hand have a bit of a Berliner cabaret feel, so that added (to my mind, at least) a bit of a historical connection to the Berlin music scene, beyond just the German-language lyrics.

Geneviève Castrée – “Tout Juste Sous La Surface, Je Guette” – Die perfekte Melange aus erhabenen Melodien und eigenwilligem französischsprachigem Gesang. Ein heimliches Highlight mit ergreifendem Refrain.
I first met Geneviève when she and her partner Phil Elvrum (Mount Eerie) came to see Nadja play in Seattle in 2009. Geneviève gave us a copy of her Ô Paon album “Courses” which I liked a lot. I also wanted to have a song on Already Drowning in French to reflect my Canadian background (Geneviève is also Canadian, although she lives in the US at the moment). This may not be readily apparent, but the lyrics of this song take some imagery from the Margaret Atwood poem ‘This Is A Photography Of Me’ which is something of a classic Canadian poem that everyone has to study in school. This poem also deals with drowning, which is something of a recurring theme within Canadian literature…so this song has a lot to do with Canadian identity…

Liz Hysen – “Ice” – Artrockiges Epos , mit einer einnehmenden Klimax.
I have known Liz the longest of all the singers on this album. We first met some time in the late 90s when the band I was playing with at that time (short-lived and long relegated to obscurity) opened for Liz’s band Picastro. We have since played a lot of shows together, toured together a few times in Europe, and released a semi-collaborative split album “Fool, Redeemer” (Broken Spine) together in 2011. Many times when we were touring together, I would play guitar in the band, but I had never had Liz sing on my music, so that was something I felt was missing from our musical relationship.

Carla Bozulich – “Lorelei” – Wie ein Selbstgespräch in einer Bar, in der ein schmierige Mariachiband im Hintergrund sitzt und Songs probt. Rauh und verwegen.
I discovered Carla’s band The Geraldine Fibbers in the early 90s and have since followed her work with her various projects. Carla’s contributions to Already Drowning were done via filesharing and we didn’t meet in person until 2010 when Evangelista performed in Berlin. She lived in Berlin for awhile last year, so we were able to play collaboratively together in person a few times, including one live performance opening for the Italian band Father Murphy.

Already Drowning erscheint über Gizeh Records und ist auf Vinyl, CD oder als Download vorbestellbar.

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INTERVIEW: OAKEN PALACE RECORDS

Posted in INTERVIEWS on January 14th, 2013 by D.K.

Oaken Palace Records ist ein neues Label, das experimentelle Musik mit Umweltschutz vereint und kurz vor der Veröffentlichung seiner ersten Platte steht. Da uns dieses Konzept sehr zusagt, haben wir Labelgründer Sven zum Gespräch gebeten, der inmitten aller Vorbereitungen steckt, das Label mit Sitz in England zu vermarkten.

Dein Label bezeichnest du als „The Green Record Label“, weil alle Gewinne für den Umweltschutz eingesetzt werden. Erzähl uns doch mal bitte wie das Ganze funktioniert?

Gerne, das Ganze funktioniert wie folgt: Nachdem sich eine Band bereit erklärt hat, ein Album über Oaken Palace Records zu veröffentlichen, bitte ich sie im nächsten Schritt, sich für ein Tier zu entscheiden, das auf der Roten Liste gefährdeter Arten aufgeführt ist. Diese Liste wird auf jährlicher Basis von der „International Union for Conservation of Nature and Natural Resources“ (kurz IUCN) veröffentlicht und ist weltweit als die umfangreichste Quelle für den aktuellen Stand des Gefährdung von Tieren und Pflanzen anerkannt.

Die Band widmet ihr Release dem ausgewählten Tier und ich begebe mich daraufhin auf die Suche nach Organisationen und Stiftungen, die sich dem Schutz der jeweiligen Spezies oder ihres Lebensraums verpflichtet haben. Von meiner Liste geeigneter Organisationen wählt die Band dann diejenige aus, die ihr am meisten zusagt. Ich versuche bei der Auswahl so spezifisch wie möglich zu sein, das heißt ich bevorzuge generell Organisationen, die zum Schutz der jeweiligen Spezies gegründet wurden, um sicherzugehen, dass die Spenden auch dort ankommen, wo sie ankommen sollen.

Schließlich werden die Platten produziert und exklusiv über den Oaken Palace Online Shop und die Bands vertrieben. So versuche ich sicherzustellen, dass wirklich alle Gewinne, also alles, was über die Deckung meiner Kosten hinausgeht, dem Tier- und Umweltschutz zu Gute kommen. Die Bands erhalten normalerweise 10% der gepressten Auflage, um ihrerseits Kosten für die Aufnahme und andere Posten zu decken.

Oaken Palace Records wird nicht gefördert und ich bezahle die Produktion der Releases komplett aus meiner eigenen Tasche. Ich hoffe daher, dass das Label auch von den Fans dieselbe positive Resonanz erfährt, die ich momentan schon von den Künstlern bekomme!

Wie kamst du dazu ein Label zu gründen? Heutzutage sterben die ganzen Indie Label fast wie am Laufband aus.

Es war schon immer mein Traum, ein eigenes Label zu gründen. Einerseits finde ich es natürlich etwas besorgniserregend zu sehen, dass selbst relativ große und bekannte Label wie Hydra Head Records heutzutage kaum noch am Markt bestehen können. Andererseits bin ich aber bereit, dieses Risiko einzugehen, da ich denke, dass sich Oaken Palace Records durch seinen speziellen Fokus auf Tier- und Naturschutz von bestehenden Labels abhebt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meine Ideale und Ziele hinsichtlich des Erhalts unserer Natur mit vielen Fans von Drone, Psychedelic, und anderen experimentellen Genres teile. Selten trifft man so viele Leute mit einem starken Umweltbewusstsein und alternativen Weltanschauungen wie auf Konzerten und Festivals wie zum Beispiel dem Roadburn – und genau diese Menschen will ich mit meinem Label ansprechen. Ich will damit zum Denken anregen, Aufmerksamkeit erregen und letztendlich auch Vorbild für andere Labels sein. Es müssen ja nicht gleich 100% der Gewinne sein, die gespendet werden – selbst 10% würden schon einen großen Unterschied machen.

Du hast dich bisher auf Drone und Psychedelic Releases spezialisiert. Wo siehst du die Verbindung zwischen Drone und Psychedelic zur Natur?

Aidan Baker, der mit seiner neuen Band Caudal sowie mit Nadja ebenfalls zwei Alben auf Oaken Palace Records veröffentlichen wird, hat vor kurzem in einer sehr persönlichen Reflektion auf sein Dasein als Künstler geschrieben: „I need to create and listen to music to maintain my emotional health“. Ich empfinde genauso – Musik ist ein Zugang zu unseren Emotionen und kann einen starken Effekt auf unser Wohlbefinden haben. Drone und Psychedelic sind für mich persönlich zwei Genres, die einen besonders intensiven Kontakt mit unserer Gefühlswelt ermöglichen und uns helfen können, unsere egoistischen Interessen zu transzendieren.

Was bedeutet Oaken Palace?

Oaken Palace bedeutet frei übersetzt „eichener Palast“ oder „Palast aus Eichen“. Ich gebe zu, dass dieser Ausdruck nicht von mir stammt – er ist mir in Agalloch‘s „She Painted Fire Across The Skyline“ aufgefallen und hat mich emotional stark angesprochen. Die Formulierung reflektiert für mich die Schönheit der Natur und vermittelt Respekt vor unserer Umwelt. Anstatt die Natur als etwas zu begreifen, das „gebändigt“ werden muss und uns zu „dienen“ hat, sollten wir dankbar dafür sein, auf einem Planeten zu leben, der uns mit allem versorgen kann, was wir wirklich zum Leben brauchen, wenn wir es nur richtig anstellen.

Wie kamst du in Kontakt mit Eric Quach und wie kam es dazu, dass er sich für die Parallel Lines Platte für den Eisbären entschieden hat?

Nachdem ich mich entschieden hatte, Oaken Palace Records zu gründen, habe ich eine Reihe von Bands und Künstlern kontaktiert, um zunächst einmal ein wenig Feedback zu meiner Idee zu bekommen und auszutesten, ob solch ein Konzept überhaupt funktionieren kann – schließlich bekommen die Bands zumindest finanziell wenig bis gar nichts. Da ich ein großer Fan von thisquietarmy bin, war auch Eric auf meiner Liste. Er war von Anfang an sehr interessiert und hat sich dann auch vergangenen November bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich am Release des Parallel Lines-Albums interessiert wäre – natürlich habe ich sofort zugesagt!

Insgesamt waren die Antworten auf meine Anfragen sehr positiv, was für mich eine weitere Besonderheit der Underground-Szene deutlich macht: Den Künstlern geht es nicht um Geld, sondern um Musik. Kreativität und Eigensinnigkeit wird nicht dem kommerziellen Erfolg geopfert, sondern fließt in Projekte, die einem höheren Zweck dienen.

polarbear by constantly consuming

Eric und die anderen Bandmitglieder haben sich für Eisbären entschieden, da sie als Kanadier eine besondere Verbindung zu diesem Tier haben. Zusätzlich ist wohl kaum ein anderes Tier so stark vom aktuellen Klimawandel betroffen wie der Eisbär, was ihn als ersten Vertreter in einer hoffentlich langen Reihe von schützenswerten Spezies geradezu prädestiniert.

Wie kann der Käufer einer Platte sicher sein, dass die Gewinne des Labels gespendet werden? Es ist gut vorstellbar, dass es Leute gibt, die das Konzept gut finden aber der Sache sehr skeptisch gegenüberstehen.

Das ist eine sehr gute und berechtigte Frage. Mir liegt es sehr am Herzen, die Verwendung der Gewinne so transparent wie möglich zu gestalten. Zunächst einmal befinde ich mich zur Zeit im Prozess, Oaken Palace Records als gemeinnützige Organisation in England anerkennen zu lassen. Dies unterliegt strengen gesetzlichen Vorlagen und wäre damit ein erstes Qualitätssiegel, auf das Käufer der Releases vertrauen können. Darüber hinaus werde ich die Empfänger der Spenden bitten, mir eine Bestätigung zu senden, die ich dann natürlich auf der Label-Homepage veröffentlichen werde. Ich denke auch darüber nach, einen detaillierten Geschäftsabschluss am Ende jedes Jahres auf meiner Homepage zu veröffentlichen.

Natürlich hängt die Höhe der Spenden stark davon ab, wie viele Platten verkauft werden. Im Optimalfall, wenn also die komplette Auflage verkauft wird, werden aber circa zwei Drittel des Kaufpreises einer jeden Platte gespendet werden. Es liegt also vor allem an den Fans, dieses Projekt so erfolgreich wie möglich zu machen.

Was ist mit der Umweltfreundlichkeit bezogen auf die Produktion der Platten?

Die Platten werden von einer englischen Firma produziert, die nach dem weltweit anerkannten Gold Standard für CO2-neutrale Produktionsprozesse zertifiziert ist und darüber hinaus den Vorgaben des ISO 14001-Standards zum umweltfreundlichen Management folgt. Natürlich ist das Material, aus dem die Platten hergestellt werden, immer noch ein Kunststoff, aber die Produktion erfolgt so umweltfreundlich wie möglich.

parallel lines testpressing

Zusätzlich werden alle Plattenhüllen aus 100% nachhaltigem oder sogar 100% recyceltem Papier hergestellt – je nachdem, ob das Artwork eine Fertigung aus dem etwas raueren, recycelten Material zulässt. In jedem Fall hinterlassen wir damit keinen negativen ökologischen Fußabdruck. Zu guter Letzt werden alle Druckfarben aus ungiftigen, natürlichen Ressourcen gewonnen. Der Besitzer eines Release von Oaken Palace Records kann sich also sicher sein, dass er ein Album in den Händen hält, das den höchsten Umweltstandards entspricht.

Was ist dein Lieblingstier, das unbedingt „besungen“ werden muss?

Mein Lieblingstier ist der Orang-Utan. Ich bin immer wieder begeistert von der Friedlichkeit und Intelligenz dieser Waldbewohner und gleichzeitig äußerst besorgt über ihre Zukunft. Selbst nach optimistischen Schätzungen gibt es nur noch circa 47.000 Orang-Utans weltweit und ihr Lebensraum wird nach wie vor systematisch zerstört. Daher bin ich schon seit Jahren Fördermitglied des BOS („Borneo Orang-Utan Survival“) Deutschland, einer großartigen kleinen Organisation, die verwaiste und verletzte Orang-Utans wieder aufpäppelt und auf die Auswilderung in geschützten Regenwaldgebieten vorbereitet.

Ich selbst habe keinen Einfluss darauf, welches Tier von den teilnehmenden Bands ausgewählt wird, aber ich plane, bald T-Shirts mit dem Oaken Palace Label-Logo drucken zu lassen (natürlich aus 100% ökologischer Baumwolle) und die Gewinne aus deren Verkauf an BOS Deutschland zu spenden.

Was sind die weiteren Pläne für das Label? Gibt es vielleicht Künstler, die du gerne bei dir im Rooster hättest?

Ich bin nun erst einmal sehr gespannt, wie das Label von den Fans angenommen wird. Wenn alles gut läuft, werden nach dem Release des Albums von Parallel Lines noch vier weitere Releases in diesem Jahr folgen, nämlich von Caudal, Nadja, Sylvester Anfang II und Plurals. Das gibt mir einiges zu tun, da ich neben der Arbeit für Oaken Palace Records natürlich auch noch irgendwie Geld verdienen muss. Daher nehme ich zurzeit keine weiteren Bands an, auch wenn es an Interessensbekundungen nicht mangelt.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen teilnehmenden Bands für ihr Vertrauen und ihre Großzügigkeit zu bedanken. Ebenso bin ich euch sehr dankbar für eure Unterstützung. Nun freue ich mich auf den ersten Release auf Oaken Palace Records und hoffe, dass er den Fans genauso gut gefällt wie mir selbst!

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RE-INTER-VIEW: BOLT – INKLUSIVE SONGPREMIERE

Posted in INTERVIEWS, Release on June 10th, 2012 by D.K.

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Vor ein paar Monaten haben wir euch das deutsche Bassduo [BOLT] vorgestellt, das uns mit seinem massiven Demo überzeugt hat. Nun steht das erste Album vor der Veröffentlichung. Aentitainment Records hat vier Songs auf 100 12inch Platten verewigt und in ein handgemachtes Artwork mit minimalistisch aufwendigem Design, inklusive handgebeiztem “Holz-Bolt”, gepackt.

[BOLT] haben ihr zweites Album auf “(02)” getauft und nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch schwerfällige Dronelandschaften, geprägt durch den Einsatz der beiden Hauptinstrumente: zwei Bässe.
Das Album beginnt mit dem 11-minütigen “[03]“, minimalistisch gestrickt und genau deswegen so wirkungsvoll. Die Bässe dröhnen mit ihrer sehr präsenten Verzerrung direkt am Anschlag. Im Hintergrund legt sich eine noisige Gitarrenwolke nieder (gleich mehr dazu) und spätestens nach fünf Minuten hat sich der Song ins Hörergedächtsnis gegraben. Das kurze “[09]” täuscht dem Hörer zunächst ein Riff, eine Melodie vor, um dann lässig vor sich herzudröhnen, herrlich. Schade, Seite A ist vorbei. Die B Seite schnell auflegen und abwarten, was passiert. Synthiesounds? Was ist denn hier los? Man will doch Bässe hören… aber hört euch einfach mal den exklusiven Stream von “[02]” an…

Den Abschluss macht “[05]” was auch schon auf dem Demo zu finden war und für das Album neu aufgenommen wurde. Wie der Opener legen die Bässe hier eine Lage auf die nächste Lage und bauen ein epischen Dronewerk auf, das überraschend endet.

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Wir haben uns mit Thomas, der einen Hälfte von [BOLT], unterhalten und ein paar Infos zum neuen Album eingeholt:

Was ist die Geschichte hinter eurer Platte? Wo ist sie entstanden? Wie ist sie entstanden? Wie habt ihr aufgenommen?

Die Geschichte fängt schon bei unserer Demo-EP ( 0 1 ) an, die wir bei Chris (Aentitainment Records) im Home-Studio eingespielt haben. Das Ergebnis war schon ein guter Schritt in die richtige Richtung und so entstand schnell die Idee, dass Ganze weiterzuführen. Chris hat uns dann in sein Label aufgenommen und wir haben umgehend mit den Aufnahmen zu ( 0 2 ) begonnen. Die Songs standen soweit schon im Großen und Ganzen, doch wir haben sie hier und da nochmal überarbeitet und an den Sounds gebastelt. Alle Songs, die auf ( 0 1 ) und ( 0 2 ) zu hören sind, haben wir bei Andi im Wohnzimmer geschrieben und Demo-mäßig aufgenommen, um die Riff- und Songideen festzuhalten. Seit Januar haben wir nun auch einen Proberaum, in dem nun neue Sachen entstehen. Aufnehmen werden wir wohl weiterhin bei Chris, aber evtl. auch mal in einem richtigen Studio, wenn es die finanzielle Situation zulässt.

Eure Songs haben ja genau wie auf dem Demo keinen Namen, sondern nur Nummern. Was ist der Hintergrund?

Das Grundkonzept ist, dass es bei uns keine Worte und somit Ausdrücke und Bedeutungen gibt – wir heißen ja auch eigentlich nicht [ B O L T ], sondern schlicht ███████. Und da es weder Gesang noch Sprachsamples gibt, verbinden wir selber mit den Liedern keine Worte oder dergleichen. Daher tragen die Songs einfach durchnummerierte Ziffern in eckigen Klammern und die Platten das Gleiche in runden Klammern. Es ist der Versuch, die Musik ganz und gar für sich stehen zu lassen.

Warum nur vier Songs und warum gerade die Vier?

Unsere Lieder sind ja meist recht lang und da von Anfang an klar war, dass wir eine Schallplatte und keine CD-Version herstellen lassen wollen, waren wir stark an die mögliche Spielzeit gebunden. Auf eine CD hätten wir evtl. noch 2, 3 Stücke mehr gepackt, aber so wie es jetzt ist, finden wir es rund und stimmig. Die Songauswahl haben wir erst Band-intern und dann noch in Rücksprache mit Chris gemacht, wobei wir uns da recht schnell einig waren.

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Auf der Platte sind mehr als nur zwei Bässe zu hören? Hattet ihr Gäste?

Mehr als zwei Bässe sind bei unseren aufgenommen Songs meist zu hören, denn wir spielen verschiedene Riffs doppelt und dreifach ein – darüber hinaus gibt es ein paar Overdubs und Soundsamples. Um den Gesamtsound aber hier und da noch zu verfeinern, haben wir 3 Freunde eingeladen und mit ihnen an den Songs geschraubt – Katrin am Piano bei [ 0 5 ] war ja schon auf der Demo-Version zu hören, Dominik (normalerweise Sänger und Gitarrist bei Domingo) ist ein guter Freund von uns und wir wollten seine Keyboard-Ideen gerne einbinden und haben an [ 0 2 ] viel rumprobiert und Seppo (ex-Kodiak Gitarrist) haben wir irgendwann mal kennengelernt und dann war schnell klar, dass wir ihn und sein Songwriting gerne mit unserem Gedröhne kombinieren würden, woraus dann [ 0 3 ] entstand. So ist ( 0 2 ) zwar ganz klar eine Bass-lastige Platte geworden, jedoch gibt es hier und da dann auch mal höhere Frequenzen und andere Sounds zu hören.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den anderen Musikern?

Katrin und Dominik kennen wir schon länger und die Idee zur Zusammenarbeit kam uns schon beim Schreiben der Songs. Dann haben wir mit den beiden am jeweiligen Stück gearbeitet und das Ganze eingespielt. Seppo haben wir einfach mal angefragt und da ihm unsere Demo-EP sehr gut gefallen hat, war er sofort dabei und hat seine Gitarre samt Effektpedale eingepackt. Diese Art von Song-bezogener Zusammenarbeit gefällt uns sehr gut, denn so bleiben wir beide die Grundbesetzung der Band und trotzdem hat man Variationsmöglichkeiten bei Sound und Arrangement.

Was gibt es denn zum beeindruckend minimalistischen Artwork zu berichten?

Das Ganze fügt sich natürlich in das Grundkonzept der Band – keine überflüssigen Worte, Bildchen oder so. Wir haben 1, 2 Ideen durchgespielt und dann entschieden, dass es so wie es nun daherkommt aussehen und recht viel D.I.Y.-Sachen beinhalten soll. Wir haben gebastelt, gesammelt, gesägt, gefärbt und und und. Wenn man die Schallplatte in der Hand hat, dann wird sich zeigen, was wir an Eigenarbeit reingesteckt haben und hoffentlich gefällt es dem Käufer dann auch so gut wie uns. Es war auf jeden Fall sehr viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Generell werden wir wohl auch bei kommenden Platten D.I.Y.-Dinge einfließen lassen, nur haben wir jetzt auch Erfahrungswerte und wissen, was wie schwer und kompliziert ist. Wir finden es aber schon wichtig, dass man bei kleinen Auflagen die Möglichkeit nutzt und jeder einzelnen Schallplatte etwas Eigenes und Einmaliges gibt.

Vielen Dank Thomas, für diesen kleinen Einblick Hinter die Kulissen der [BOLT]-Fabrik… ehm █████-Fabrik.

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INTERVIEW: BERSARIN QUARTETT

Posted in INTERVIEWS, Release on April 23rd, 2012 by D.K.

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Das Bersarin Quartett ist zurück mit seinem zweiten Album, das einfach nur auf “II” hört. Genau da, wo das erste Album aufgehört hat, macht auch das neue weiter und entführt den Hörer in die melancholische Elektro-Ambient-Welt von Thomas Bücker, der uns für ein kleines Interview passend zur Veröffentlichung ein paar Fragen beantwortet hat.

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Hallo Thomas, nun ist es endlich soweit. Nachdem du deine Fans ein paar Jahre hast warten lassen, steht nun „II“ kurz vor der Veröffentlichung. Was ist seit dem ersten Album passiert?

Eigentlich nicht so viel. Man bastelt weiter vor sich hin … und nach ein paar Jahren ist wieder ein neues Album fertig. Das klingt recht trivial — aber so ist es nun mal … !

Zwischen dem ersten und dem zweiten Album hatte ich das Glück zwei tolle Musiker gefunden zu haben mit denen sich das Bersarin-Quartett-Projekt sehr gut für Live-Konzerte umsetzen lässt — das ist wohl die größte Veränderung. (oder Ergänzung): “Bersarin Quartett — jetzt auch live!”

Konstant geblieben ist allerdings, dass ich weiterhin die Musik alleine produziere. Ich könnte mir den Kompositionsprozess auch nur schwer anders vorstellen.

Kannst du uns was zu der Herangehensweise erzählen, wie deine Songs entstehen? Sammelst du Ideen, improvisierst du, wie genau sieht das Songwriting aus?

Der Arbeitsprozess zu einem fertigen finalen Track kann ganz unterschiedlich ablaufen.

Es kann mit einem Loop beginnen, den ich viele Stunden höre und den Rest drum-rum-bastel. Oder mit einer konkreten Melodie auf dem Keyboard — oder mit Field-Recordings, Film-Atmos … einem Akkord; einer Sampling-Session am Flügel der Stadtbibliothek … oder aufgenommene Sounds im Proberaum – alles an Klängen sammeln und hoffen, dass man es für den richtigen Moment wiederfindet. Ein „Schema F“ gibt es hier eigentlich nicht.

Was für Instrumente hast du auf „II“ genau benutzt?

Im Großen und Ganzen: Meinen Computer und einen Haufen Plug-Ins. (das ist ganz schön traurig entmystifizierend, nicht wahr? — entschuldige bitte!)

Wie würdest du „II“ beschreiben, wenn du Werbung machen solltest für das Album?

»”II” — der Soundtrack, der keinen Film braucht.« — habe ich in einem Review gelesen. Das gefiel mir eigentlich ganz gut!

bersarin quartett live

Du hast ja im letzten Jahr, wie bereits angesprochen, erstmalig auf dem Denovali Label Evening als Band gespielt, als zwei Jungs von den Racquets dich am Bass und an den Drums unterstützt haben. Inwieweit hat das deine Arbeit am neuen Album beeinflusst?

Ich muss gestehen, dass ich beim Album-Produzieren nicht in erster Linie an die Live-Umsetzung denke.

Jetzt wo das “II”-Album fertig ist, versuchen wir drei nun uns gemeinsam an der Live-Umsetzung … — und es ist durchaus Absicht, dass Bersarin Quartett-Konzerte anders rüberkommen als auf dem Album. Meiner Meinung nach ist diese Herangehensweise weitaus spannender als das Album 1:1 für ein Live-Konzert umsetzen zu wollen.

Generell wegen der Beeinflussung: Alle drei machen noch ganz andere Musik in anderen Projekten. Patrick Brakowsky (Gitarre und Bass beim Bersarin Quartett) hat sein eigenes Elektronika-Projekt “Patkow”. Benjamin Kövener (Drummer) hat seine Spielwiese als “Ex-Champion” … und gemeinsam spielen beide noch in ihrer 4-köpfigen “Racquets”-Band, während ich mich weiterhin bei meinem “Jean-Michel”-Projekt mit zeitgenössischer Clubmusik austobe… — dass man sich da untereinander und gegenseitig musikalisch inspiriert und beeinflusst … das passiert sicherlich ganz automatisch, wenn auch unbewusst.

Wie seid ihr drei Musiker eigentlich zusammengekommen?

Das ist wohl das tolle einer etwas kleineren Stadt wie Münster … man läuft sich einfach über den Weg. Auf Parties, im Club… im Rewe. — und auf einmal steht man in einem Proberaum und versucht einfach mal ein paar Sachen …

Lass uns mal über die Songtitel sprechen. Im Gegensatz zu deinen Albumtiteln erzählen die Songtitel immer eine kleine Geschichte. Wie kommst du auf die Titel? Was ist zuerst da, Titel oder Lied?

… das ist unterschiedlich. mal ist die Musik eher da.
… mal bin ich tatsächlich inspiriert von einer Textzeile oder einem Wort…

Vor einiger Zeit habe ich auf einem Last.fm-Profil von einer lieben Person (die sehr viel Bersarin Quartett-Musik hört!) ein Gedicht von Georg Trakl gelesen. Daraufhin habe ich mich
mehr mit seinen Gedichten beschäftigt. Trakls Gedichte strotzen nur so vor bildgewaltiger, klangmalerischer Melancholie. Das gefällt mir sehr. Viele seiner Textzeilen sind Inspirationsquelle für meine „Bersarin Quartett“-Tracks.

„Einsame wandeln still im Sternensaal“ – vor allem diese Textzeile hat für mich eine gewisse zeitlose, lautmalerische Sprengkraft. Dieser Text war zum Beispiel schon eher da als die fertige Musik …

Bei “Alles ist ein Wunder” – als Gegenbeispiel – gab es zuerst die Musik und ich bin auf diese Textzeile des Kybernetikers Heinz v. Förster zufällig beim Hören gestoßen. Das passte meiner Meinung nach perfekt zueinander, da dieser Track in sich viele Makro- und Mikrosounds beinhaltet.

Was für Musik hörst du zurzeit? Hast du einen Tipp für unsere Leser?

Zurzeit: Andy Stott, Demdike Stare… unheimlich düstere, fett, überkomprimiert-dunkle, technoide Soundwände — eigentlich gibt es dafür noch gar keine passende Genrebezeichnung. Das fasziniert mich.

Desweiteren die akutellen Alben von Jacaszek und Pjusk – sehr atmosphärisch-dynamischer Ambient. Tolle Sound-Ästetik.

Steht eine neue Tour an?

Nein. dieses Jahr wohl nicht mehr, aber bestimmt vereinzelte Shows.

Am 31.05. zum Beispiel möchten wir gerne einmal wieder in Münster spielen — es wird in der Blackbox (im Cubanova) stattfinden.

Wohlmöglich spielen wir auch auf dem “Denovali Swingfest” (Essen) im Oktober oder das Krake-Festival (Berlin) im August … (ist aber noch “to be confirmed”, wie es so schön im Show-Business heißt … )

Vielen Dank für den kleinen Einblick in den Bersarin Quartett Kosmos.

“II” ist auf Vinyl, CD und als Download über Denovali Records erhältlich. Der MP3 Shop von Denovali hat übrigens noch eine kleine Bersarin Quartett Überraschung zu bieten.

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RE-INTER-VIEW: AIDAN BAKER – THE SPECTRUM OF DISTRACTION

Posted in INTERVIEWS, Kunst, Release on December 10th, 2011 by D.K.

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Aidan Baker hat uns dieses Jahr nicht nur mehrfach mit Konzerten, sondern auch mit einigen Soloplatten beglückt, was im nächsten Jahr nicht anders sein soll. Im Januar veröffentlichen Robotic Empire das Doppelalbum “The Spectrum Of Distraction”. Darauf vertreten sind 96 Tracks, an denen 18 Drummer beteiligt sind. Schon alleine diese Info ist etwas, wo man zweimal hinschaut, um zu realisieren das es stimmt, was die Augen da gelesen haben.

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Kommen wir zu den Details dieses zweistündigen Werks, für das Aidan Baker befreundete Drummer aus aller Welt gefragt hat, ob sie Interesse hätten, ihm Drum- und Percussiontracks zu schicken, die er für sein Album verwenden kann. An dieser Stelle ist ein munteres Namedropping sicherlich angebracht. So finden sich neben den Drumkünsten von Aidan Baker selbst noch folgende 17 Drummer auf den beiden Platten wieder:

Richard Baker (ARC), Andrew Crawshaw (The Silent Ones), Alessandro Curvaia (Shora), Bruno Dorella (OvO), David Dunnett (Man Meets Bear), Thor Harris (Swans), Steven Hess (Locrian, Ural Umbo), Kevin Micka (Animal Hospital), Mac McNeilly (The Jesus Lizard), Ted Parsons (Godflesh, Jesu, Killing Joke), Phil Petrocelli (Jesu), Simon Scott (Slowdive), Geoff Summers (Batillus), Jakob Thiesen (Nadja, Whisper Room), Brandon Miguel Valdivia (Picastro), Victor Cirone (Solokünstler) und Hamish Walker (Kerretta).

Aidan Baker hat den erhaltenen Tracks seine Gitarren- und Bassspuren hinzugefügt und hatte am Ende genug Material für weitaus mehr als zwei Alben. Hier kommt das Xenochrony-Verfahren ins Spiel, das Frank Zappa geprägt hat. Dabei werden instrumentale Parts aus einem Track in einem anderen verarbeitet und so hat Aidan Baker seine Sets in 96 Versatzstücke aufgeteilt und auf zwei CDs verewigt. Der Hörer kann selbst entscheiden, ob er die beiden Platten durchhört oder auf “Shuffle” oder “Random” klickt oder die beiden Platten in digitaler Form zusammenmischt. Egal für welche Hörart man sich entscheidet, die Klangreise ist höhrenswert. Viele Gitarrenparts klingen typisch Baker-isch, die meisten Songs jedoch zeigen Aidan Baker von ganz neuen Seiten. Mal mit jazzigem Bass, mal mit eingängig postrockigen Gitarrenmelodien, mal mit Metalriffs, mal psychedelisch, mal bluesig, mal synthiekrautrockig, ja sogar poppig klingt er auch mal zwischendurch. Und das Gute ist, man kann sich seine Lieblingspassagen des Albums als Song-Mutanten selbst zusammenstellen, indem man die Tracks einprogrammiert, die einem besonders gut gefallen. Die Tracks sind zwischen 10 Sekunden und 7 Minuten lang und von James Plotkin so abgemischt, dass die Übergänge sauber ineinander greifen (vorausgesetzt die Heimanlage macht das ganze mit, ansonsten funktioniert es in digitaler Form auf alle Fälle).

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Bei so einer Albumidee sind bei uns Fragen aufgekommen. Grund genug mit Aidan Baker ein kleines Interview zu führen:

Aidan, tell us about the very beginning of the idea creating „The Spectrum of Distraction“ with recordings from 18 different drummers.

I wanted to try something big — a large scale project — that would take advantage, challenge, and/or make fun of technology (ipods, random/shuffle feature) and the way people now listen to music.

When did you decide to split the tracks and how did you approach to split them?

Some times there were obvious beginning/end points within the tracks — other times the edits were quite random. This also depended on what the various drummers gave me to work with; sometimes I received just short loops, while others sent more flowing tracks that were more shapeable into songs.

Can you give us your own definition about „Xenochrony“?

Random juxtaposition of independently recorded tracks. I had initially intended The Spectrum of Distraction to strictly adhere to this, but as I received material from the various drummers, I thought it would be more interesting (or perhaps just listenable) to approach randomness within the album/songs itself, rather than the instrumentation.

Was there a special release of Frank Zappa that inspired you to use the xenochrony-technique?

“Rubber Shirt” on Sheik Yerbouti is a specific example of xenochrony that I always liked. I more specifically took inspiration from Shut Up ‘N’ Play Yer Guitar, though, which is an album made up of guitar solos edited out from other songs and performances. I’ve never really been a big fan of Zappa’s songs and silly lyrics, but I do like his instrumental work.

How did you write your guitar and bass parts. Did you first listen to the received Drumtracks or did you already have sounds that fitted with the drumparts?

I listened to the drum tracks and recorded parts along with them. Again depending on what I received from the drummer in question, this could either be abstract, improvisational material or more structured song-like material.

Which Drumtrack was the most difficult to play guitar and bass to it?

Perhaps Brandon Valdivia’s or Victor Cirone’s drums. Both their contributions were quite dense and free-form in a sort of abstract jazz kind of way, which made finding patterns or specific rhythms to play along to challenging.

What about the artwork of Matt Smith. Which information did you give to Matt for creating the artwork?

The only information I gave Matt was that the song titles took their names from the “Choose Your Own Adventure” book series. I don’t know if these were published in Europe, but they were a children’s book series that had alternate storylines and endings, depending on which pages you chose to read. Matt was also a fan of these books and familiar with their fairly specific design and aesthetic, so used that as something of a template for his artwork.

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“The Spectrum Of Distraction” erscheint Mitte Januar über Robotic Empire und wird einen Downloadcode für die kompletten uneditierten Sessions/Songs beinhalten.

Und um nochmal auf den Anfang des Artikels zurückzukommen, auch im nächsten Jahr geht Aidan Baker auf Tour. Wir präsentieren euch die Show am 17. Februar in der Christuskirche Bochum, bei der Aidan Baker einen Special Guest auf der Bühne haben wird…

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INTERVIEW: SYNDROME

Posted in INTERVIEWS, Release on September 4th, 2011 by D.K.

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Syndrome ist das Soloprojekt des Amenra-Gitarristen Mathieu Vandekerckhove. Mit “Floating Veins” hat er vor ein paar Wochen sein Debüt über das belgische Label Consouling Sounds veröffentlicht. Die fünf darauf enthaltenen Instrumantalstücke bewegen sich zwischen Ambient, Drone, Doom und Postrock. Gitarrenwände, Gitarrenlandschaften und unter die Haut gehende Spannungsbögen treffen auf energetische Drums und im Titeltrack sogar auf fabelwesenartige weibliche Vocals. Das Mastering hat Billy Anderson übernommen, der schon für Neurosis an den Reglern stand.

Wir haben Mathieu ein paar Fragen zu seiner Soloarbeit gestellt und ein paar aufschlußreiche Antworten bekommen, aber lest selbst:

Tell us a little bit about the incitement behind Syndrome. How did this project of yours begin?

Syndrome started out very naturally. About 7 years ago I started experimenting with recording music at home. I wasn’t planning to ever release this at all. I did it just for myself. It had a soothing effect on me, like meditation. It allowed me to transfer negative energy into positive energy.

„Floating Veins“ found a home at Consouling Sounds. How did you meet up with the label guys?

Colin (Amenra) put me in touch with Consouling Sounds. I already knew the label from the Aidan Baker/Nadja releases. Consouling Sounds feels like the perfect label for Syndrome. My music fits in really well with the rest of the artist roster and the people who run it work hard. I’m truly overjoyed about them signing me.

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There is a change of musical approach between „Project 1“ (DVD) and „Floating Veins“. The music moves from improvised Ambient to more complex arranged songs. How did this change happen?

I made Project 1 in cooperation with my girlfriend Tine Guns, who is a video artist. She showed me the images and those inspired me. For Floating Veins I deliberately opted to have separate songs instead of one track, as each song is a different memory for me.

Your artwork and your visuals are strongly connected to nature. What is the connection to the music?

Nature to me means equilibrium, freedom, beauty, inspiration… these are things I want the audience to experience through the artwork and visuals.

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Is there a single track on „Floating Veins“ that has a bigger significance than the others? If so, which song is it and why?

Each and every one of the songs means a great deal to me, but if I had to pick one, I’d choose Wolf. I wrote that song after my son Wolf was born. I tried to turn the feeling I was experiencing at the time and the moment itself into a song.

You recorded the album last year at home in Gent. How did you work out the songs? Did you collect different ideas, or did you already have a concept in mind?

There wasn’t really pre planned concept or idea. I consider Syndrome to be kind of like my photo album, but instead of pictures I use music from different moments, different feelings… For the album it took me over a year to collect all the different pieces. What I’m feeling when I’m writing a song guides me. Each song represents a different memory.

Will you come to Germany to play live?

I hope so. If they book me.

Your record is very short and leaves the listener curious and hungry for more! Are there any near future plans for a follow up release?

Definitely, there’ll be a new album out on Consouling Sounds next year and at the beginning of November 2011 I’m planning to do a week of touring Europe (first week of november) with Sequences and Monotonos.

I’m also working on Syndrome Collective, which is a theatrical performance in which we experiment with light, sound, video and screens. The premier for this will be on December 2nd at the Next festival in the city theatre of Kortrijk.

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INTERVIEW: SANKT OTTEN

Posted in INTERVIEWS on August 1st, 2011 by D.K.

Mit “Gottes Synthesizer” steht seit einigen Tagen das neue Sankt Otten Album in den Plattenläden kaufbereit. Was den Hörer erwartet ist eine Reise durch die Welt von Synthiesounds, die mal kurios, mal schwerfällig, mal munter, mal altbacken klingen und den musikalischen Horizont von Denovali Records mal wieder erweitern. Wir haben uns auch auf die für unsere Verhältnisse fremde Musik eingelassen und sind positiv überrascht. Grund genug Stephan Otten (Drummer und Soundtüftler des Duos) mal ein paar Fragen zu stellen, die uns beschäftigt haben.

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Seitdem ihr 2009 bei Denovali Records unter Vertrag seid, habt ihr jährlich neue Veröffentlichungen rausgebracht. Ziemlich viel für eure Verhältnisse. Wie kommt es dazu?
Bei den Denovali-Jungs etwas rauszubringen, macht ja auch besonders viel Spaß. Was Artwork etc. angeht, lassen die sich ja nicht lumpen. Da kann man es ja selbst kaum abwarten ein neues Album in Händen zu halten. Das letzte Album MORGEN WIEDER LUSTIG ist ja doch schon fast 2 Jahre alt. Da wollten wir schnellstens mal einen Longplayer nachlegen. Dieses mal auch als Vinyl Doppel-Album im Klappcover. Ein Traum!

„Gottes Synthesizer“ widmet sich, wie der Titel auch verspricht, sehr stark dem Synthiesound. Was hat eure Arbeit so geprägt, dass ihr euch so stark auf dieses Kultinstrument der 70er und 80er konzentriert habt?
Wir haben uns in letzter Zeit viel mit den Pioneeren der deutschen elektronischen Musik beschäftigt. Das ist ein wunderbares Terrain, bei dem man viel Neues entdecken kann.
Wir treffen uns regelmäßig bei einem Freund in seinem klassisch eingerichteten, holzvertäfeltem Partykeller und lauschen Schallplatten. Der hat eine große Krautrock-Plattensammlung und da gibt es immer viel zu hören und auch zu lachen. Das sich Treffen zum gemeinsamen Musikhören ist ja auch etwas aus der Mode geraten. Wir lassen hier die 70er in jeder Hinsicht wieder aufleben.

Was für Künstler würdet ihr unseren Lesern empfehlen, die sich bisher noch nie mit Synthiesounds beschäftigt haben und durch euch auf den Geschmack gekommen sind?
Also, ich würde zur vorsichtigen Kontaktaufnahme ASHRA’s NEW AGE OF EARTH (1976) oder HARALD GROSSKOPF’s SYNTHESIST (1980) empfehlen. Man braucht schon etwas Zeit sich hierauf einzulassen, aber es lohnt sich wirklich. Mein Tipp, unbedingt mit Kopfhörer antesten. Wirkt auch ohne Drogen!

Nach dem ersten Hören der Platte habe ich mich in eine Filmkulisse der 70er gebeamt gefühlt. Was für ein Fantasiefilm lief in euren Köpfen, als das Album entstand?
Mir kommt da der Sci-Fi-Klassiker WESTWORLD in den Sinn. Ein technische Welt, die sich verselbstständigt und dann außer Kontrolle gerät. Das könnte passen, aber zum Glück haben wir unsere Computer noch im Griff.

Wie geht ihr generell vor, wenn ihr Songs schreibt. Bringt ihr beide eure eigenen Ideen mit ins Studio oder entstehen die Songs aus gemeinsamen Sessions?
Ich bereite meistens grobe Songgerüste aus Schlagzeug und Melodielinien vor und suche dann stundenlang passende Synthklänge hierzu zusammen. Oli verfeinert diese Basis dann und spielt Gitarren hierzu ein.

Wie kommt ihr auf den Titel „Gottes Synthesizer“? In Kombination mit eurem Bandnamen klingt das schon sehr… verdächtig!
Wir haben ein Faible für Songtitel mit klerikalem Anstrich (Es ist nicht alles Gott was glänzt / Wir sind Deine Propheten / Auf Sünde folgt Strafe), was bei dem Bandnamen ja naheliegend ist. Was aber in keiner Weise mit einer besonderen Sympathie mit der christlichen Kirche zu tun hat. Oli jobt nebenbei als Hausmeister in einer Kirche, so etwas muss ja Folgen haben …

Wenn wir schon beim Thema sind: Was erwartet die Besucher unseres zweiten „Denovali Label Evening“ in der Christuskirche Bochum, bei dem ihr mit dabei seid?
Wir freuen und schon besonders, dass wir zu diesem Abend in die Christuskirche eingeladen wurden. Es gibt wohl kaum eine bessere Location für ein Sankt Otten Konzert.
Wir waren beim letzten Denovali Abend mit Bersarin Quartett, N und Dale Cooper zum ersten Mail dort, und waren hin und weg von der Kirche.
Wir werden uns für diesen Abend ein besonderes Set überlegen. Es wird auch eines der ersten Konzerte sein, bei dem Stücke vom neuen Album gespielt werden.
Wir werden dort mit Blueneck spielen. Schön, die dann auch mal wieder live zu sehen.

Wer von euch denkt sich die Songtitel aus? Fallen euch die Wortspiele ein nachdem ihr den jeweiligen Song geschrieben?
Die Titel stammen von mir. Manchmal gibt es den Titel schon vorher, aber es kommt auch vor, dass wir erst nur einen Arbeitstitel haben, der dann später verfeinert wird.

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Das Artwork eurer neuen Platte ist im Vergleich zu euren anderen Releases weniger distanziert und sachlich geradlinig. Das grimmig schauende Kind nimmt ja förmlich Kontakt auf mit dem Betrachter. Was ist der Hintergrund zu diesem Artworkwandel?
Wir haben da keine festgefahrene Richtung bei unseren Artworks. Auf das Titelbild des Albums bin ich durch Zufall im Netz gestoßen. Es ist vom spanischen Maler Salustiano. Der malt fast ausschließlich rot gekleidete Menschen auf knallrotem Hintergrund. Ich habe mich sofort in seine Bilder verliebt und gedacht, dass die perfekt zu unserer Musik passen würden. Wir sind wirklich stolz, dass das geklappt hat. Das Artwork ist eine herrliche Symbiose aus einer unschuldigen Niedlichkeit und einer leichten Bedrohlichkeit, und das passt wirklich gut zur Musik.

Wie haben Salustiano und Sankt Otten eigentlich zusammengefunden?
Nach längere Recherche konnte ich Ihn persönlich kontaktieren und er war sofort von der Idee angetan, Bilder von sich für ein Album-Artwork herzugeben.

Habt ihr Salustiano gesagt wie das Album heißen wird und was ihr euch so vorstellt, oder hat er euch von sich aus Arbeiten gegeben, unter denen ihr was ausgesucht habt?
Ich habe ihm Musik von uns geschickt, die er mochte. Wir hatten dann aus einem Ausstellungskatalog von ihm ein paar Bilder ausgewählt. Er hat uns dann Fotos der Bilder geschickt. Die Öl-Gemälde sind im Original gerne mal 3-4 Meter groß und in den Museen und Galerien der Welt verteilt. Der Albumtitel stand damals aber noch nicht fest. Wir haben ihm dann später alle Artworks zur Freigabe geschickt, die dann alle ohne Probleme abgesegnet wurden. Vor ein paar Tagen hatte sich bei mir der Macher des spanischen Jean Michel Jarre Fanclubs gemeldet. Der ist zufällig ein Bekannter von Salustiano. Da schließt sich der Kreis wieder!

Wo führt es Sankt Otten als nächstes hin?
Das können wir erst sagen, wenn das nächste Album fertig ist. Wir machen da keinen Masterplan im Voraus. Es gibt ein paar Ideen, ein komplettes, beat-freies Ambient-Album zu machen, oder auch Kooperationen mit Helden des Krautrock sind angedacht. Verraten wird da aber noch nichts. Wir werden in den nächsten Tagen ein Häuschen mieten, Sessions machen, ein paar Fragmente für Zukünftiges zusammentragen.

Wir sind gespannt. Danke Stefan!

“Gottes Synthesizer” ist in wirklich beeindruckenden Farben auf Vinyl und natürlich auch auf CD über Denovali Records erhältlich.

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INTERVIEW: MOUNTAIN WITCH

Posted in INTERVIEWS, Release on June 5th, 2011 by Redaktion

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Die Berghexe jetzt zu dritt. Und verpackt ihre rau-kehligen Zaubersprüche mit einer Klammer archaischen Ambients, eingespielt auf einem Harmonium in einer alten Hütte im Bergwald; Musik, die verhindern soll, dass die Geräusche von draußen die Ohren der drinnen erreichen; Schutzzauber? Coolerweise lässt sich die Hexe davon kaum beeindrucken und mischt mit lakonischer Haltung ihre knochentrockenen Ingredienzien zu ebensolchen Veitztänzen: rhythmisch vertrackt ohne den Groove zu verlieren, gerade so, dass es immer wieder neu klingt; anders. Die Saiteninstrumente extrem nah, bröckelig rauer Sound, genau so aufgenommen, wie es aus den Verstärkern kommt “recorded on cheap equipment but fine instruments”, dieser Back-Cover Hinweis passt. Wobei hier nichts “cheap” klingt, sondern einfach dreckig. Die Arrangements mit Tief-Riffing auf Einzelsaiten und sexy Stops und doch wieder “go”, dann gern auch schneller. (Text: N)

Die selbstbetitelte Mountain Witch 12inch EP ist über Droehnhaus erschienen und im Droehnhaus Shop erhältlich.

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Wir haben uns mit Gitarrist René Sitte über Musik, Film und Natur unterhalten…aber lest selbst:

Eure neue Platte ist genau wie die Erste bei Droehnhaus erschienen. Wie haben Mountain Witch und Droehnhaus zusammengefunden?

Das ist eine ganz klassische Geschichte. 2009 hat uns Alwin über unsere Myspaceseite kontaktiert und gefragt ob wir nicht bei ihm eine 7″ rausbringen wollen. Meine Antwort war, dass unsere Songs länger sind als auf eine 7″ raufpasst und somit kam Anfang 2010 die 12″ “Scythe & Dead Horse” dabei heraus.

Was hat sich bei euch zwischen den beiden Droehnhaus Platten getan? Ihr seid experimenteller und instrumental geworden. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Das Experimentelle sollte eigentlich schon immer Bestandteil der Band sein, nur hat man das auf der ersten LP noch nicht richtig umsetzen können. Instrumental sind wir geworden weil Roggmann als Schlagzeuger nicht mehr singen wollte, was ich auch nur unterstützen kann. Das geht immer zu Lasten des Spielens.

Die neue “selftitled” Ep sollte eine Hommage an die 70ies sein. Das ist uns hoffentlich auch gelungen. Mit dem Intro und dem Outro ist sie eine “runde” abgeschlossene Sache geworden.

Die erste LP sehen wir mittlerweile eher als Demo an. Für die Zukunft wollen wir drei Songs davon noch einmal in besser Qualität aufnehmen. Man darf also gespannt sein. Das neue Material wird wieder eine ecke “doomiger” und mehr “wizard”.

Heißt das, dass ihr eine Full-Length Platte plant, auf der auch alte Songs vertreten sein werden?

Im Moment reden wir darüber unser aktuelles Liveset in Studioquallität aufzunehmen. Das beinhaltet auch drei Songs von der ersten LP. Wir kriegen immer wieder die Rückmeldung das wir live noch mal eine andere Nummer sind als auf Platte. Da steht aber noch nichts 100% fest. Außerdem sind die Songs zu schade um sie für alle Ewigkeit in dem Proberaumsound zu belassen.

Eure Musik ist ganz offensichtlich im psychedelischen Doom der 60er/70er verwurzelt. Welche Bands aus dieser Zeit würdet ihr als eure Haupteinflüsse bezeichnen?

Aus dieser Zeit ist das wohl, wie bei fast allen, Black Sabbath. Ansonsten sind wir sehr viel mehr von Kraut und experimenteller Synthmusik aus dieser Zeit beeinflusst bzw. dann eher von “neueren” Bands. Ein Prise Black Metal darf natürlich auch nicht fehlen.

Welches Black Sabbath Album ist denn eurer Meinung nach das Beste?

Die ersten vier Alben – ganz klare Sache.
(Anmerkung der Redaktion: Yeah!)

Auf eurer aktuellen EP finden sich einige Passagen, die ohne Weiteres auch als Film-Soundtrack verwendet werden könnten. Zudem benennt ihr auf eurer Internetseite „old and forgotten movies“ aIs eine Inspirationsquelle. Welche Filme haben euch denn konkret beeinflusst?

Mich persönlich haben vor allem die Filme von Ingmar Bergman aus der Zeit ’57-’69 beeinflusst. Auf jeden Fall muss man aber auch noch Tarkowski nennen.

Dann noch die üblichen Verdächtigen aus den 70ies: Jess Franco, Jean Rollin etc.

Was für ein imaginärer Film ist denn die neue Platte?

Das Ziel ist erreicht, wenn jeder Hörer sich seinen eigenen kleinen Film im Kopf zusammenbastelt während die Ep läuft. Als Beispiel könnte das ein Bergfilm sein mit Kinski in der Hauptrolle und als Regisseur war Tarkowski zugange.

Ihr kommt aus Hamburg. Welche Bands aus der Hamburger Stoner/Doom Underground Szene könnt ihr uns empfehlen?

Ich beantworte das lieber auf die deutsche Szene bezogen.

Man sollte sich Orcus Chylde aus Aschaffenburg anhören sowie Obelyskkh, die bald ihre erste LP bei Droehnhaus rausbringen. Unsere Kumpels Kodiak sowieso und ich fand auf dem DRONEBURG Festival hier in Hamburg auch die Blckwvs richtig gut. In Göttingen gibt’s die Jungs von Head of the Taurus.

Was hört ihr zurzeit für Musik?

Bei mir läuft grad Ruth White, der Stalker Soundtrack und die letzten Ramesses Scheiben.

Bei Roggmann grad viel Surf und Darkthrone. Nicht zu vergessen die unzähligen Libraryscheiben.

Tobert wie immer Wolf Eyes, Eagle Twin & Yob.

„Wald tut gut!“ steht auf dem Coverrücken. Wie kommt eine Band aus Hamburg auf so ein Motto?

Roggmann und ich sind im Wald aufgewachsen. Das ist in einem verwurzelt. Wir sind gerne in der Natur und genießen die Orte, wo kaum noch ein Mensch anzutreffen ist. Wenn Du in einer Großstadt wohnst, bist Du über jede Minute froh, in der Du Deine Ruhe hast. “Wald tut gut”

Eure neue EP endet mit einem ruhigen von Harmoniumsound getragenem Stück. Ein mutiges Ende! Wie kam es dazu?

Das Harmonium und das Mellotron sind zwei Instrumente mit sehr eigenem Charakter und viel Charme. In den 60ies und 70ies wussten die Leute diese Instrumente zu schätzen. Heute benutzt das kaum noch wer.

Das musste also auf die Platte rauf. Nichts kann besser eine Geschichte erzählen, wie das Mellotron. Wir haben viel über diese Idee mit dem langen Intro & Outro gesprochen. Es sollte wie ein Buch mit Anfang, Kapiteln und einem Ende sein. Roggmann hat das dann letztlich umgesetzt und mit Samples verfeinert.

Euer neuer Bassist kommt ja von einer ganz anderen Ecke (Turbostaat), wie kam es dazu und hat er was an eurem Songwriting verändert?

Christian Smukal von Rückkopplung hat Tobert irgendwann vor nem halben Jahr ein Foto von meinem Matamp und dem Sunn Amp gezeigt und von unserer Band erzählt. Einen Tag später habe ich mich Tobert getroffen, weil er unbedingt ein Mountain Witch Shirt für die Turbostaattour haben wollte.

Kurze Zeit später, nachdem man gemerkt hat, wie gut man menschlich miteinander auskommt, haben wir ihn gefragt, ob er nicht den Bass bei uns übernehmen möchte. So kam er in die Band und es ist eine Bereicherung in allen Belangen. Er hat das gleiche Faible für alte Verstärker und Instrumente und es ist schon fast unheimlich wie gut das alles harmoniert.

Unser Songwriting hat sich dahingehend verändert, als dass wir uns nun mit Riffs ergänzen und ich nicht mehr ganz alleine damit bin. Arrangieren tun wir alle drei.

Was dürfen wir als Nächstes von Mountain Witch erwarten?

Hoffentlich gute Musik die sich etwas von der aktuellen Masse der aufkommenden Bands aus diesem Bereich abhebt.

Ansonsten wie weiter oben schon gesagt sprechen wir grad über das Aufnehmen des Livesets, was auch einige Songs beinhaltet, die wir bis dato noch nicht aufgenommen haben.

Vielen Dank für das Interview und die Unterstützung. Viel Erfolg Euch weiterhin.

Dito!

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INTERVIEW: ABSENT WITHOUT LEAVE

Posted in INTERVIEWS, Release on January 16th, 2011 by D.K.

Mit “Faded Photographs” liefert der Athener George Mastrokostas alias Absent Without Leave sein bisher ambitioniertestes Album, mit acht ausgefeilten Instrumentalstücken, die sich mal postrockig, mal shoegazig oder zurückhaltend ambientig ins Unterbewusstsein schleichen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Für die Fertigstellung des neuen Albums “Faded Photographs” hat sich Absent Without Leave die Hilfe einiger befreundeter Musiker eingeholt. Genauer gesagt wirken zehn weitere Musiker aus insgesamt acht Ländern mit, unter anderem Port-Royal aus Italien, Alexandr Vatagin (Tupolev) aus Wien und Olafur Josephsson (Stafreann Hakon) aus Reykjavik. Port-Royal durften sogar letzte Hand anlegen und sind fürs Mastering verantwortlich.

Das Album ist über Sound in Silence, dem eigenen Label von Mastrokostas, auf CD erschienen und in einer Auflage von 500 Stück, in einem sehenswerten 4-Panel-Digipack mit individuellen Covern, hier erhältlich. Hörproben gibt es auf Soundcloud.

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Wir haben uns  mit George Mastrokostas unterhalten und Interessantes zu den Arbeiten an “Faded Photographs” und einigen weiteren Themen erfahren:

How did you come up with the idea to record an album with the help of different other musicians?
I know all the guys who contributed to the album for years now and with about half of them we had collaborated again in the past for releases or gigs. I always wanted to collaborate with them again, or for the first time with some of them, so when I started working on my new album I thought it was a good idea to call all of them to contribute something to it. It was a pleasant surprise for me that all of them liked this idea and were willing to help me with this album.

Most of your previous releases are written and arranged by yourself. How did you work this time?
This time I recorded the first ideas for each track and then I sent them to the other musicians, telling them how I imagine the track and what I want them to add on it or just letting free to add whatever they like. After they recorded their parts, they sent me back the files and I added the final touches and did the mixing of the album. It was a really creative process to work this way and the contribution of each musician is so valuable for the final result. Each one has added his trademark sound on the tracks he plays without disturbing the overall sound of the album that is still Absent Without Leave and this is because we all have the same aesthetics.

The album is mastered by Port-Royal. What did the guys say to you after listening to the completed tracks?
Port-Royal are really good friends and great musicians too so it’s always a pleasure to work with them. Though they didn’t had so much free time because their tour and other jobs they were still so kind to accept not only to play on two tracks of Faded Photographs but also to do the mastering of it. They enjoyed the completed tracks and I think they are absolutely satisfied with the final result as all the other musicians too.

Tell us a little bit about being an alternative musician in Greece.
It’s not very easy to be an alternative musician of shoegaze/post-rock/ambient in Greece as the people who like that kind of music here are very few and even fewer are the independent record labels, venues, magazines etc.
That’s the main reason I always work with foreign labels for my releases.

Is there any Greek band or musician, you like to introduce to our readers?
You should check Coti K., in my opinion one of the best composers and producers in Greece.
I really enjoyed his latest album called Onda.

Obviously, you are a very creative person, what´s up next?
Sometime in next months I will release a new ep which will be out exclusively on 12” vinyl by Three:Four Records.

Hopefully soon I will record some music as my contribution to the next Wixel album, called Musical Soup, including many other artists like Peter Broderick (Efterklang), Boris Snauwaert (Haruki), Pieter Van Dessel (Plastic Operator) and more. Moreover sometime in 2011 I will start working on a collaboration ep, that has been a thought for years now, with my friend Anne of Building Castles Out Of Matchsticks and I’m also planning some more eps (solo, collaborations, splits…) so any offers from labels for future releases are always welcomed.

What about touring? Will you come to Germany?
I’m planning to book a tour around Europe in April-May so I hope that I will manage to come to Germany too. If anyone is interested in booking an Absent Without Leave show or can help out in any way, please get in touch at geezertek@yahoo.gr

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INTERVIEW: CECILIA::EYES

Posted in INTERVIEWS on December 19th, 2010 by D.K.

Für instrumentale Musik war das so langsam auslaufende Jahr mal wieder ein Gutes. Natürlich sind es sehr viele Bands und es kommen noch mehr dazu. Grund genug, sich eine der unbekannteren Bands mal zur Brust zu nehmen, um sie euch ans Herz zu legen, denn Cecilia::Eyes aus Belgien sind es nicht Wert, in der Postrockmasse unterzugehen.

cecilia::eyes

Cecilia::Eyes haben sich 2004 erstmals zusammengefunden und bereits 2005 ihre erste EP “Echoes From The Attic” veröffentlicht. 2007 folgte das erste Album “Mountain Tops Are Sometimes Closer To The Moon” und dieses Jahr der Nachfolger “Here Dead We Lie”. Alle drei Platten sind über das Brüsseler Label Depot214 erschienen und auch dort erhältlich.

“Here Dead We Lie” vereint alle Stärken der ersten beiden Veröffentlichungen zu einem homogenen langsam gespielten Album, das mit kleinen Noiseausbrüchen und Vocaleinlagen zu überraschen weiß. Wir haben die beiden Gitarristen Christophe und Gauthier und den Bassmann Pascal zum aktuellen Album und zum zurückliegenden und kommenden Jahr befragt:

This year is quiet over. Your album “Here dead we lie” is out since april and you were on the road to promote it. Tell us a little bit about your experience as instrumental band in 2010.
Christophe:
It was a really exciting year. We discovered many bands on the road, we made our first major trip abroad “as a band” and we received very positive reviews about our second album “Here Dead We Lie”.
But I think what is mostly very encouraging is to realize that we are becoming known to the four corners of the globe with an unconventional and rather dark album.

“Here dead we lie” has a very unique aura and pace. What about the writing process? Did you collect different ideas, or did you just improvise together in the studio?
Gauthier:
We did found interesting to have a global theme (the war and all its consequences), it makes everything (the songs, the packaging, the artwork…) more consistent, and gives the entire work a more powerful impact. We decided from the start of the composition work to have this theme in mind and it was like background atmosphere that led the feelings we wanted to express through our tracks, a kind of rainy, dark, and helpless mood…

here dead we lie artwork

Is there any difference in your songwriting since your first EP back in 2005?
Pascal:
Things are more or less the same but i think we are now more conscious of the way we want to give to our music, and, of course, the arrival of Gauthier brings us a lot of new possibilities. For the tracks you can find on our first EP “Echoes from the attic”, it was the beginning of a new story for us. We have begun to play instrumental music because we don’t have any singer. But the result of our work satisfied us a lot and we decided to pursue in this way. “Mountaintops” is our true first album. It’s a real workteam. For “Here Dead we Lie”, our wish was to make something darker and this album is the first one composed at five. Each album is an important step in our history.

How did you come up with the idea using samples between your songs?
Gauthier:
I have always used my computer in my past musical project, it offers tons of possibilities. The fact that I came as the fifth member of the band brings me the possibility to try some things with cecilia::eyes, and everybody did like the results, it often creates interesting dark or sad atmosphere wich is really well fitting our music…

If you had to describe your music as a painting, what would it look like?
Christophe:
It would be a surrealist painting midway between Salvador Dali and Hieronymus Bosch (The Garden of Delights), with a touch of HR Giger, for the dark, sad and cold side of our work.

The postrock scene in Belgium is quiet unknown in Germany. Are there many people listening to music like yours? Any bands you like to recommend?
Pascal:
The postrock scene in Belgium is quite unknown… in Belgium too! But despite that, it’s a real scene with a lot of people that love this kind of music. People in the North part of belgium (Dutch speaking) are more open-minded and some events are really interesting like dunk!festival in Zottegem.

Gauthier: The pop rock scene in Belgium is huge, there are lots of bands and some are well known (dEUs, Ghinzu, Arid, Girls in Hawaï, Sharko, K’s Choice…) Regarding the post rock scene it is even more difficult to cross the frontiers and we try to do that with the second album…

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Any plans for 2011? Maybe a tour through Germany?
Pascal:
It will be a real pleasure to play in Germany but it’s also difficult because music is not our work, only a passion! We are all working during the week and have family and so, have to manage correctly our travel.

Gauthier: Do not hesitate to contact us for a gig, we always try to answer and to be the most available as possible, even if, as Pascal said, it is not easy for a non professional band like us.

Christophe: We are currently working on the compositions of the next album (planned for 2012). We’ll play in Brussels on 15.01.2011 for the second time with iLiKETRAiNS (UK) and we’ll be at DUNK!FESTIVAL on 24.04.2011 (Belgium) with EF, Caspian, Her Name is Calla, …

We would be delighted to come to Germany!

Thanks for all & have a tremendous holiday!!!

Thank you, too.

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KODIAK+N INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on October 6th, 2010 by D.K. und M.H.

denovali swingfest 2010Mit großer Spannung erwarten wir den Auftritt von Gitarrist Hellmut Neidhardt, alias N, aus Dortmund und den ebenfalls aus dem Ruhrgebiet stammenden Kodiak, die am kommenden Sonntag auf dem Denovali Swingfest eine interessante Allianz eingehen und der geneigten Öffentlichkeit erstmalig das Ergebnis ihrer aktuellen Zusammenarbeit präsentieren werden. Vorab haben wir die vier zum Interview gebeten…

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Ihr habt grad eure ersten gemeinsamen Proben hinter euch. Wie ist es gelaufen?
K: Es läuft phantastisch. Die Chemie hat direkt gestimmt und wir mussten überhaupt nicht lange herumexperimentieren, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jeder in der Gruppe liefert das, was er am besten kann und es fügt sich wunderbar zusammen. Wir freuen uns riesig den passenden Counterpart für dieses Experiment gefunden zu haben.
N: Ich “kenne” Kodiak seit der ersten Platte; ich hatte da überhaupt keine Bedenken. Das passt und macht musikalisch Sinn.

Wollt ihr euch unseren Lesern, die euch noch nicht kennen, einmal gegenseitig vorstellen? Uns interessiert es aber natürlich auch wie, ihr den jeweils anderen musikalisch einschätzt.
K: Die Musik von N ist ein dicht gewobenes Geflecht aus meditativen Feedbacks und Live-Loops, die durch den Raum zu schwirren scheinen und dabei ständig variieren. Selten schafft eine Band ein so unfassbares Gefühl von Schwerelosigkeit und kraft zugleicht – und dabei handelt es sich hierbei nicht mal um eine Band, sondern nur um einen einzelnen Künstler. Wir haben N zuvor schon live erlebt und waren hin und weg.
N: Bei Kodiak ist es diese Mischung aus monolithischen Säulen und extrem dichten Atmosphären, die sofort packt. Das ganze dann in einem doch sehr eigenen, irgendwie körnig korrodierten Sound, das passt und ist einfach perfekt. Und wenn man sich die seitdem erschienenen, weiteren Veröffentlichungen von Kodiak anhört, überzeugt die Wandelbarkeit dieses (nur) auf den ersten Blick doch sehr fokussierten Konzepts.

Wie kam es eigentlich zur Entscheidung, gemeinsam aufzutreten?
K: Das ist eine gute Frage. Die konkrete Idee dazu kam wahrscheinlich von Denovali.

N: Die Idee stammt tatsächlich vom Label; meine neue VÖ, die N(9) “Gager” erscheint als mein erster Release auf Denovali und die Ansage, auf dem nächsten Swingfest zu spielen stand schon etwas länger. Mit Blick auf das Gesamtprogramm und die zu erwartende Festivalatmosphäre bin auch ich sehr zufrieden mit dem Konzept, Kodiak und mich zu einem gemeinsamen Auftritt zu bewegen. Und außerdem, mal sehen, was da noch so kommt…

N, wie ist es, zusammen mit drei aufeinander eingespielten Musikern zu spielen?
siehe nächste frage…

Kodiak, wie ist es, plötzlich ein weiteres “Bandmitglied” zu haben?
K: Es ist ein bisschen enger geworden im Proberaum. Und natürlich auch nochmal ein ganzes Stück lauter. Aber die Ampwand, die jetzt den Raum schmückt hat uns allen ein debiles Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Inwiefern hat sich der Prozess des Schreibens, bezogen auf eure Zusammenarbeit, geändert? Besonders für dich, N?
K: Bei Kodiak waren schon immer alle Bandmitglieder gleichermaßen an der Entstehung der Songs beteiligt. Das heißt niemand beansprucht das Songwriting für sich und wir gehen die Sachen immer gemeinsam im Proberaum an. Es war nicht schwierig, eine weitere Meinung in diesem Prozess zuzulassen. Und praktischerweise bieten unsere typischen Songstrukturen genügend Platz um eine weitere Gitarre aufzunehmen, ohne dass diese überflüssig klingt. Wir müssen uns also für unseren Teil überhaupt nicht verbiegen, sondern können einfach loslegen und die Gitarrenarbeit von Hellmuth fügt sich absolut organisch in den Sound ein und bereichert das Gesamtbild ungemein. Wir haben uns im Vorfeld ein wenig Gedanken gemacht, ob und wie unsere Arbeitsweiesen beim Schreiben zusammen funktionieren, oder ob wir uns dann gegenseitig im Weg stehen, aber es klappte alles erstaunlich gut. Wir waren uns auch unschlüssig, ob wir aufgrund der knapp bemessenen Zeit nicht einfach fertige Songs zusammenwürfeln sollten und die Parts dann nur gegenseitig begleiten würden. Aber dann haben wir genau das richtige gemacht und einfach drauflos gejammt. Das Feeling hat sofort gestimmt und uns absolut überzeugt. So war bereits nach der ersten Probe ein Großteil des Sets für das Swingfest geschrieben.
N: Erstaunlicherweise wenig. Wie schon beschrieben hatten wir zunächst gedacht, dass es vielleicht gut wäre, bestehendes Kodiak-Material zu bearbeiten, um schon einmal einen grob strukturierten Rahmen zu haben und diesen dann zu ergänzen und auszuarbeiten. Statt dessen haben wir eben zunächst ein bisschen improvisiert, in erster Linie, um uns gegenseitig ein wenig kennen zu lernen. Und da hat sich gezeigt, dass die Arbeitsweise von Kodiak und meine starke Ähnlichkeit besitzt. Ich hatte über die Tatsache, plötzlich mit drei weiteren Meinungen konfrontiert zu sein auch im Vorfeld bewusst nicht nachgedacht; unsere ersten persönlichen Kontakte bei einem Auftritt von mir bzw. einem von Kodiak waren gleich entspannt gewesen und ich habe daher Schwierigkeiten auf menschlicher Ebene sowieso nicht erwartet. Etwas anderes ist es natürlich, plötzlich noch 1-2 weitere Gitarren und einen Bass um sich zu haben, mit denen man sich harmonisch, soundlich und lautstärketechnisch auseinander setzen muss. Aber hier herrscht an keiner Stelle der Egotrip, unser Set bietet auch genügend Freiräume und wechselnde Verantwortung. Und, um auch das nicht zu vergessen: von früheren Bandsituationen kenne ich das Zusammenspiel mit dem Schlagzeug; ich muss dann nur etwas mit den Loops aufpassen…

Woher nehmt ihr eure Inspiration? Sowohl auf euer bisheriges, als auch auf euer gemeinsames musikalisches Schaffen bezogen.
K: Es gibt keine alleinige Quelle für die Inspiration zu unseren Songs. Trotzdem basieren alle  unsere Stücke auf einer Grundidee, die wir entweder im Vorfeld recherchieren und zurechtlegen oder während des Songwriting entwickeln. Die Idee zu den beiden Songs “Beginning” und “End” auf unserer LP zum Beispiel war schon zu Beginn der Arbeit klar, während bei “MCCCXLIX – The Rising End” erst ein Teil der Musik feststand und wir dann den Hintergrund passend zum Sound gesucht haben.
N: Mein Konzept als N beruht auf dem Einfangen des Moments. Viele meiner Stücke sind entstanden (und entstehen weiterhin), indem ich meine Verstärker anschalte, die Aufnahme starte und ohne jede weitere Überlegung spiele. Ich überrasche mich da immer noch selbst, das gibt mir die Sicherheit, dass diese Vorgehensweise noch längst nicht ausgereizt ist. Die größte Schwierigkeit bereitet es da, eine möglicherweise soundlich schlechte Aufnahme in ihrer musikalischen Qualität zu wiederholen… Eine weitere Inspiration ist schlicht der Klang von Gitarre und Verstärker; trotz aller dazwischen geschalteter Effekte ist es gerade diese Klangästhetik, die auf mich inspirierend wirkt.


Ist es etwas Besonderes, ein Festival quasi vor der Haustür zu spielen?
K: Dass das Swingfest hier um die Ecke stattfindet macht die ganze Sache für uns vielleicht sogar leider ein wenig unspektakulärer. Normalerweise hat man vorher eine mehr oder weniger lange Fahrt, die bei uns immer sehr lustig abläuft und bei der einfach ein anderes Feeling aufkommt, als wenn man nur kurz sein Equipment in den Kofferraum packt und ein paar Meter fährt. Aber es macht auch vieles einfacher. So fühlen wir uns direkt heimischer, kennen die Location bereits und können ohne Stress zum Festival. Man muss einfach weniger im Vorfeld organisieren.
N: Sehe ich genau so, allerdings, als zweitägiges Festival ist das Swingfest natürlich schon ein eigenes Kaliber. Ich freue mich auch, dass wir am zweiten Tag spielen; so kann ich den ersten einfach als Zuhörer genießen und mich schon mal auf die Atmosphäre einlassen.

Werdet ihr das Swingfest Konzert aufnehmen oder plant ihr vielleicht, gemeinsame Studioaufnahmen zu veröffentlichen?
K: Das Swingfest werden wir nicht mitschneiden können, aber bei Kodiak hatten wir ja auf unseren Aufnahmen immer wieder Gäste dabei, die die Songs enorm bereichert haben. Wir wollten schon bei der Nadja Split eigentlich lieber eine Kollaboration, als eine Split mit getrennten Seiten für jede Band. Die Grundidee, dieses Konzept in Zukunft mit N in die Tat umzusetzen hat sich glaube ich bei jedem in der Band festgesetzt und wir werden mal sehen, ob wir das zustande bringen können. Es wäre sicherlich unglaublich dann im nächsten Jahr zu viert die Tonmeisterei zu entern.
N: Da muss ich nichts mehr zu sagen… Außer: eine gemeinsame Platte kann ich mir SEHR GUT vorstellen…

Verratet ihr uns zum Schluss, wie N + Kodiak zusammen klingen werden?
K+N: Nein. Aber wir denken jeder, der sich mit den beiden Projekten auskennt kann sich prima vorstellen, wie es zusammen passen wird.

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THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on September 30th, 2010 by D.K. und M.H.

Die Düsterjazzer von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble schließen den ersten Abend vom Denovali Swingfest mit einem Doppelset ab, bei dem sie auch Songs ihres Improvisations-Alter-Ego-Projektes The Mount Fuji Doomjazz Corporation spielen werden.

Begonnen hat alles im Jahr 2000, als Jason Köhnen und Gideon Kiers die Band gründeten, nachdem sie sich zusammengesetzt hatten um neue Soundtracks für alte Stummfilme zu schreiben. Mittlerweile ist die Band auf sieben Mitglieder angewachsen und hat bereits unter anderem zwei Studioalben, sowie zwei Alben unter ihrem Alter Ego veröffentlicht. Wir haben uns mit Jason, dem Mitbegründer, Bassisten und Pianisten der Band, über Themen wie Musik und Film unterhalten:

the kilimanjaro darkjazz ensemble

You are playing a double show as The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble and The Mount Fuji Doom Jazz Corporation the first time ever at the Denovali Swingfest. How did you decide to do such a unique performance?
Well, Denovali asked us if the joint performance was possible, as we will be releasing both projects on their label. And we thought it would be an interesting challenge to mix both sets together. Combining the improvisation sessions with the structured compositions. We are always open for doing something different.

Denovali Records re-released “Succubus” on Vinyl and your “Self Titled” debut album is about to be re-released on vinyl, too. What took you so long to immortalize your songs on wax?
Well the plans have been there for a while, its just never been a priority. I think finance might have been a bit of an issue as well, but we are really happy that Denovali is giving us the opportunity of re-releasing our music on vinyl in the best possible way.

succubus artwork

Would you like to tell us something about your musical and visual sources of inspiration?
This could be a long answer, but I’m going to try and keep it brief. Its quite difficult pin pointing exact inspiration as all of us are so diverse in our musical tastes that there is no definite answer.
This also goes for the music of TKDE as well. We’ve never sat down and said, lets make music sounding like this or like that, its been a natural process where we compose what feels/sounds right.
So, this is where the visual sources have become an important part of our concept. Gideon and myself originally started re-editing and re-composing soundtracks for old silent classics when we worked together at a Multimedia company back in 1999 / 2000. Its then when we decided to create a project where we would compose music based on visual inspiration rather than being inspired by other music.
Automatically the ‘new soundtracks’ we created had a dark jazzy feel because it moulded well with the films we were working on: Nosferatu and Metropolis.
When it comes to our personal musical influences, well this basically is pretty far off from our sound. Also there are too many styles, genres and groups to name that we all listen too, so I wont even start writing them, you might need some extra pages for this!

We have read that you appreciate the works of silent movie makers such as F. W. Murnau and Fritz Lang. How did this appreciation evolve and what are your favourite silent movies?
Gideon and me both did Art School and focused on visuals, so its been part of our study and interest for a long time. I think silent movies , because of the limitations of their time, have an incredible charm; be it the innocence of the acting, the look/feel of the film grain, there just some kind of magical quality to these old films, it nowadays seems quite alien.

You released an instrumental cover of the titletrack of the “Dark Night Of The Soul” project. Your version sounds way darker and more jazzy – like a reprise of the original version with vocals by David Lynch. What made you decide to pick up this song for a cover?
We’ve always been fans of Lynch since day one. I think everyone who knows Lynch loves him for similar reasons. His imagery is really influential and inspirational.
I bought the DNOTS book when it came out and was charmed by this track. It was basically just an impulsive thing to do.  No deeper explanation to it unfortunately.

Talking about David Lynch, for which of his movies would you like to write a score, if you had the chance?
The Elephant Man. That question is too easy!

Are there any future plans to write soundtracks for contemporary movies? If so, which genre would you prefer and which director would be your favourite to work with?
We would love to work with the Quay Brothers, also Lars Von Trier. This is maybe too much daydreaming, but basically working on any score would be tremendous. We’ve never been approached for a score unfortunately.

What’s up next? You are writing new songs for a The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble release. Any plans for a new The Mount Fuji Doom Jazz Corporation recording session, too?
The new TKDE album is in progress. We want to release it around February 2011, following the release with a European Tour. As for TMFDJC we have 2 releases planned. They should be released in December and February respectively.

the kilimanjaro darkjazz ensemble artwork

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HER NAME IS CALLA INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS, Release on August 26th, 2010 by D.K.

denovali swingfest 2010

Her Name Is Calla veröffentlichen im Oktober ihr erstes richtiges Full Length Album “The Quiet Lamb” über Denovali Records. Mit ihrer Mischung aus Alternative, Folk und experimentellem Rock haben sich die englischen Musiker in weit über sechs Jahren Bandbestehen einen festen Platz in der englischen Indieszene erspielt. Neben zahlreichen Liveauftritten in Europa hat die Band mehrere EPs und Singles veröffentlicht, unter anderem das Minialbum “The Heritage”, das zuerst bei Gizeh Records erschien und später von Denovali Records wiederveröffentlicht wurde.

her name is calla

Die Preorder zum neuen Her Name Is Calla Album “The Quiet Lamb” startet am 29. August.  Passender Anlass für uns, Sänger Tom Morris einige Fragen zur neuen Platte und einigen weiteren Themen zu stellen:

Your first real full length album „The Quiet Lamb“ is ready to be released. What took you so long?
Heh, I’m not sure really. We had a few set backs along the way. We had all sorts of problems: relocations, breakdowns, money problems, drink problems, label problems. All sorts of shit. Eventually we found ourselves in the good hands of Denovali and at a point in our lives where we thought we were ready to make the album that we’d dreamed about for so long. I think in general, we probably recorded parts of The Quiet Lamb about four or five times, but would scrap it and start over. All in all, I think it was about a year to record and mix. We record everything at our homes and do it all ourselves. We can’t afford studios or to pay people to record or mix for us.

We all have different opinions in the band as to whether this is actually our first album. Some members think that The Heritage is an album. It’s a weird subject for us.

The record sounds like you locked yourself in a homely room and started rehearsing your songs together, while you recorded everything. The sound has a very private atmosphere. Tell us something about the recording sessions.
The songs are certainly very private. I write the lyrics and most of the basic song structures before we flesh them out fully as a band. We’d normally record the bass, drums and guitar live at someone’s house, normally Adams. Then we’d all go away and separately record our vocals/violins/trombones etc. There were a few times we’d come together again to do communal vocal parts and things, but mostly we recorded separately at our homes. We use Dropbox, so everyone would put their parts in there so I could access them easily and add to the mixes. Some of the songs such as The Union had been around for two years. It was only now that we felt it was ready to record and release.

tom, her name is calla

The epic Song “Condor and River” accompanies your musical career from the beginning. It is the center piece of the new album and was released twice before. The new version sounds more aggressive, with much more intimate vocals. What is the reason for your constant connection with this song?
Well, it wasn’t really at the start of our career. That was just the first main release that people picked up on. We’d been together about three years before we released that. Then it appeared on a minor release that was a vinyl only split with our friends Maybeshewill. This is the first major release that it’s had really. It was always planned to be on this album, but we didn’t realise that there would be such a big gap between The Heritage and The Quiet Lamb.
The original recording was very rushed; we’d only just written it when we recorded it. So we weren’t totally sure on how to play it. It was great to finally rerecord it as we were fed up of hearing the original that was full of mistakes and terrible vocals! Plus, we now had the experience of playing it all these years and managed to hone it to a certain quality that we felt was agreeable with us. I feel that the arrangement and the performance is stronger, as well as the recording quality. It was definitely an important song for us to get right.

There are also new versions of “Pour More Oil” and “A Blood Promise” on “The Quiet Lamb”. We saw you playing them live and we were hoping that you would put them on the album. Did you plan to release them on the album or was it a coincidental progress?
Both those songs were always meant to be on the album as well. Pour More Oil is a song that we really enjoy to play live and was one of the first songs that we finished during the mixing process. It now seems to be one of the songs that people really respond well to at shows, which is great. It’s nice to able to move onto newer material.

her name is calla

The album ends with the three parted “The Union” which moves from an alternative song to an instrumental noise monster until it happens to end up as a drifty trumpet leaded rock song, that could easily be on a Robert Rodriguez movie soundtrack. Must have been an amusing recording session with many merged ideas?
Yeah, on paper it sounds as a random mish mash of ideas, but it actually had a lot of thought put into it. We’d played around with the suite of songs for around two years and the Mexicana part was always supposed to be the final part of the album. We’d talked about closing the album that way for some time and wanted the album to show some clear steps forward from our previous record. It definitely puts a smile on our faces playing The Union, though it’s really quite hard to play. Into the West is actually the hardest to play musically. The drums are pounding non- stop and the bass riff is so difficult! But it is very rewarding for us to play the whole thing; very enjoyable.

It seems that everyone of you is doing backing vocals live and on your releases. How did this develop, did everyone sing by choice or were there some of you cautious?
No, I don’t think anyone had a problem with it really. No one in the band is particularly shy and there’s certainly nothing any of us could do in front of each other to be embarrassed by. We’ve seen each other at our worst moments.
We’ve always had a lot of harmonies in our songs and it’s good to add an extra dimension live. It’s important in Calla to be as versatile as possible. We all want to progress as musicians. We’re always willing to try something new and different to expand our sound.

the quiet lamb artwork

What about the album artwork? On the first look it seems to be a positive motive with bright colours and a figure and a white lamb, but there are also these little black crosses and the ripped out face. Who designed it and what is the connection with the record?
A friend of Adam’s designed the front cover. She’s called Hannah McCague and she also did the artwork for Moss Giant. We used both pieces as the artwork for our tour t-shirts as well. We were really pleased with the work that she did; it looks really unique. We actually had a different artist for every song on the album. Stephen Clark, who was the artist for The Heritage and Long Grass also appears. There were submissions by fans of the band also as well as Tinhead who did the artwork for the first Foals album. It was great to have lots of different interpretations of the songs.

What are your expectations for your first performance at the Denovali Swingfest?
It will be great to hang out with Timo and Thomas our label bosses again. They’re really fun guys and great supporters of our music. Also it will be nice to see Heirs again, we had a good time with those guys last time we played together. They’re a really great band. It will also be great to hang out with some of the other Denovali bands. There’s a lot of quality across the label.

Will you come to Germany again this year to play some club shows to support the new album?
I don’t think we’ll come this year unfortunately; unless someone invites us to play something particularly great. After Swingfest I don’t think we’ll play any more shows in Europe until next year. We’ll see.

her name is calla

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OMEGA MASSIF INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on July 2nd, 2010 by D.K. und M.H.

denovali swingfest 2010

Wie bereits in 2009, werden die Würzburger Instrumental-Doomrocker von Omega Massif auch in diesem Jahr das Lineup des Denovali Swingfest bereichern. Soeben zurückgekehrt vom Hellfest 2010, haben wir Gitarrist Andreas Schmittfull zur Arbeit am neuen Album und zu verschiedenen weiteren Themen befragt.

Wie weit fortgeschritten sind die Arbeiten an eurem neuen Album? Geht es soundtechnisch in Richtung der Split-Veröffentlichungen (mit Mt. Logan und Tephra) oder schlagt ihr neue Wege ein?
Wir haben 3 neue Songs für die kommende Platte quasi fertig, eins mit dem Titel "Karst" spielen wir seit zwei Shows live. Die Songs gehen grundlegend in die gleiche Richtung wie die alten Songs, wir steuern an manchen Stellen sogar wieder zurück zum Demo. Neues wird’s auch geben, leichte, gaaanz leichte BM-Einflüsse aber die gezielt und kurz eingesetzt.

Viele Instrumental Bands experimentieren mit Gesang. Gibt es Pläne, ein derartiges Experiment mal mit Omega Massif einzugehen oder schliesst ihr es grundsätzlich aus?
NEIN, keine Pläne. JA, wir schließen es grundsätzlich aus.

Für die Neuauflage von "Kalt" (E-vinyl, 2008) habt ihr James Plotkin die Überarbeitung der Songs anvertraut. Wie war die Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit bestand eigentlich darin, dass wir ihm das Material geschickt haben und meinten "mach mal". Wir sind sehr zufrieden!

Eure Zuneigung zu Felsen und Gebirgen ist unübersehbar. Kannst du uns ein bisschen was dazu erzählen, auch in Bezug auf die Bandgeschichte?
Gebirge sind grundsätzlich großartig und gewaltig. Wenn du einen Gipfel erklommen hast, merkst du, dass auf dieser Welt einige Dinge existieren, die es Wert sind, alle Strapazen, die tagtäglich auf einen warten, auf dich zu nehmen. Diese wundervolle aber auch gefährliche Landschaft bietet uns die Möglichkeit, die Musik, die wir machen wollen, umzusetzen. Für die Hörer demnach ein Kopfkino für zu Hause, wenn die Reise in die Alpen oder in sonst ein Gebirge gerade nicht möglich ist.

Welche Bands oder Musikstile haben euren Sound entscheidend beeinflusst?
Na ja, das ist sehr unterschiedlich. Da sind natürlich Klassiker wie Black Sabbath, Rainbow. Twisted Sister und Dio, auf der anderen Seite auch neuere Geschichten wie Neurosis und co. Aber auch Bands wie Sigur Rós und Konsorten haben uns langsam aber sicher in diese, unsere Richtung geführt.

Welche Musik hört ihr aktuell privat?
Christof hört eigentlich nur Twisted Sister. Boris kennt gar keine andere Band als Manowar. Michael mag Watain, High on Fire, Wolves in the Throne Room, Celeste. Ich selber höre momentan (wie eigentlich immer) viel Iron Maiden, Snuff aber vor allem Mumford and Sons und The Tallest Man on Earth.

Was sind eure Eindrücke vom letztjährigen Denovali Swingfest und was erwartet ihr dieses Jahr?
Das Denovali Swingfest war eigentlich super. Wir hatten leider einige technische Probleme, unsere blaue Lampe ging kurz vor dem Gig kaputt, mein Amp funktionierte nicht richtig, aber alles in allem war es wirklich ein gelungenes Fest. Dieses Jahr hoffen wir, dass wir den Menschen und uns eine Show ohne jegliche Problemchen liefern können. Wir freuen uns, denn das Lineup ist nochmal gigantischer als im letzten Jahr!

Wie schauen die sonstigen Tourpläne aus für dieses Jahr?
Dieses Jahr machen wir noch ein paar Festivals (Fluff und co.) und ein paar Wochenendgigs. Eine kleine Dreitages-Minitour kommt Ende August (Bremen Hamburg Kopenhagen). Das war es eigentlich, wir müssen ja auch noch ein paar Songs für das neue Album 2011 schreiben!

Übrigens ist heute der offizielle Veröffentlichungstermin für die Neuauflage des Debütalbums "Geisterstadt", dessen Erstauflage schon lange vergriffen ist. Denovali Records haben das Artwork für die Vinyl Version etwas überarbeiten lassen und bieten die Platte in zwei limitierten Farbvarianten an. Die CD Version dagegen kommt mit komplett neuem Artwork und einem Bonussilberling, auf dem die vier Songs vom "Kalt" Demo verewigt sind. Verantwortlich für das Artwork ist in beiden Fällen wie immer Oliver Hummel. Wer sich nicht entscheiden kann, kauft am besten gleich beides.

Falls immer noch Kaufzweifel bestehen und ihr euch das Album erstmal anhören möchtet, dann könnt ihr "Geisterstadt" hier runterladen.


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INTERVIEW MIT THRONERECORDS

Posted in INTERVIEWS on March 26th, 2010 by D.K. und M.H.

thronerecords logo

Für unser erstes Interview haben wir uns UG, den Gründer und Chef des spanischen Independent Labels Thronerecords ausgesucht. Wir haben ihn zu seiner Arbeit als Labelbetreiber und seiner Affinität zum Vinyl befragt und er stand uns Rede und Antwort. Im Folgenden könnt ihr seine sympathischen Ansichten und Ausführungen lesen.

thronerecords warehouse

what was the reason for you to start a record label?
I used to run in the 90′s another different label before Throne. I felt really boxed in within a couple of musical styles, while personally I liked quite a lot of different bands and music styles, you know. So, I decided to pack the other label off, and started Throne Records in the beginning of the 2000′s, with a clear focus on attitude / intention instead of purely musical style. Along these years I’ve released some of the fastest bands in the world, as well as some of the slower ones! Also, some others non-related with speeds at all. So you can see the whole point. Therefore, the main reason why I started Throne up, was to release records I would buy myself if I wasn’t running a label.

do you sign bands that you like personally? if not, what music do you listen to privately?
99.9% of the priority when releasing a band is that I like them quite a lot on a personal level. As Throne is a one-man project, it all relies on my own personal taste, that’s it. Very rarely I helped out friends even though I was not that much into their stuff. I don’t count this as a mistake, because it feels good to help out people you respect, you know… but since some years ago I’ve seen there are enough labels and resources around which enable every single band to release something, so I decided to focus only on what I really like, you know… When at home or going to live shows, I listen to all the types of music you can imagine when seeing my releases’ catalog, and many other styles I really like which I don’t/can’t release due to lack of funds, resources, or knowledge. The list would be endless, believe me. My father was a local musician, while my mother was a local actress, so I was exposed to a lot of different stuff while I grew up…

do you have a favourite release on thronerecords?
Hahaha… who do you love most; mammy or daddy? Actually, yes, I have a favourite Throne release; always the next one!

if you were free to choose, which band would you sign for thronerecords?
I actually release most of the bands I’d like to! I’m really fullfilled and satisfied with the bands I’m releasing, honestly. That suits perfectly for a small underground/DIY label like Throne.

our personal evaluation is that there are currently more vinyl sales than a few years ago. what’s your personal view about vinyl purchases?
Well, as some of you may know, I decided to stop releasing CD format a couple of years ago, more or less. Instead, I tried to focus on the only music format I’ve always liked, always trusted in. I grew up in the 70′s and 80′s with my father’s vinyls and my own ones, never liked tapes back at the time (when I was a teenager I felt stupid to pay the same amount for a vinyl than for a pro-cassette release, I always thought vinyl was THE format). I’m not against CDs at all, it’s just that I personally only buy vinyl, therefore I started to distribute more and more vinyls despite of cds, and ended up releasing vinyl only as a natural progression. I think CDs sell quite more units seeing it from a global point of view (I mean, counting all commercial type of music). But vinyl gained more and more recognition within underground styles. Yes. I think it’s very positive because bands and labels will have to focus more on the release itself, whereas artworks, the whole sleeve format, analog sound, etc etc. It’s a victory for the true lovers of music, from my point of view. Of course, there are also shitty vinyl releases with no effort whatsoever in the artwork, package, sound quality, etc. But when a label and a band cares about all these aspects, you’ve got an unbeatable format there: vinyl!

what was your first self bought record?
I was 9 years old, and I remember this as if it was 1 year ago, believe me. I saved all the christmas money and bought Motörhead’s “no sleep ’til Hammersmith”. It was 1983.

what are your plans for the near future?
Well, this year 2010 seems to be one of the funniest and more hectic ones, if not the most since I started the label! You know, these sort of chances that happens very rarely. Like a snowball. I’m counting the days now for the SUMA “ashes” 2×12″ and CONAN “horseback battle hammer” 12″ get delivered from the pressing plant. Besides that; from May til the end of the summer, I should release the following if everything’s OK:

LUDICRA “the tenant” 2×12″
LOOKING FOR AN ANSWER “buscando una respuesta” 12″ (this is the first and last repress ever of this old Throne’s title, in order to celebrate their first album for Relapse Records)
JARBOE “mahakali” 2×12″
NADJA “skin turns to glass” 2×12″

Afterwards, with no time schedule set:
NEKROS debut 12″ (great swedish bands with the main head behind Tyrant and Arcana)
GRIEF “torso” 2×12″ (official repress)
GRIEF “miserably ever after” 2×12″ (official repress)
TARANTULA HAWK a couple of vinyls with unreleased stuff.

That’s it, more or less.

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