A NEW WAVE OF JAZZ

Posted in Label, Release on August 3rd, 2014 by D.K.

A New Wave Of Jazz, so nennt sich das nun zweite Unterlabel von Tonefloat, das unter der künstlerischen Leitung von Dirk Serries geführt wird. Abgesehen von der Frage, ob man noch ein Unterlabel benötigt, klingt das Ganze doch sehr interessant. Dirk Serries als Dronevater mit Hang zum Blues begibt sich in die Hände des Jazz.

New Wave Of Jazz ist mit zwei Veröffentlichungen gestartet. Auf der einen Seite Yodok III, auf der anderen Seite The Void Of Expansion, zwei 12inch Alben in exakt der gleichen Aufmachung. Grauer, matter Karton mit eingestanztem Labeldruck, ein schwarzer Aufkleber, der den Griff zur Platte versperrt und angerissen werden muss. Die Platte schwarz mit weißen Labels und Schreibmaschinendruck. Das soweit die Gemeinsamkeit der physischen Produkte. Auch das hörbare Produkt weist Gemeinsamkeiten auf, denn auf beiden Platten sind Dirk Serries und Tomas Järmyr vertreten.

Yodok III landet als erstes auf dem Plattenteller. Als Fortführung der beiden ersten Yodok Platten, werden hier Tomas Järmyr an den Drums und Kristoffer Lo an der Tuba durch Dirk Serries unterstützt, der die Einladung der beiden Künstler nicht ausschlagen konnte, ein gemeinsames Album aufzunehmen und gemeinsame Shows zu spielen. Die Platte beginnt überraschend Dirk Serries-lastig. Die Gitarre baut eine filigrane Wand aus Drones auf, so wie man es von Microphonics oder Fear Falls Burning gewohnt ist. Die Drums gesellen sich ebenfalls filigran dazu und erst nach 11 Minuten kann man die Tuba wahrnehmen. Dann geht alles sehr schnell, was das Zusammenspiel angeht. Die drei Instrumente winden sich, verwirbeln sich, gelegentliche Aufschreie einzelner Instrumente sind zu vernehmen, alles auf dem Weg zu einem Höhepunkt, der sich anmeldet, der der Spannung den Vortritt lässt, ein Höhepunkt, der schüchtern ist, ein Höhepunkt, der nie kommen wird, weil der Song nach 23 Minuten verstummt, ein Höhepunkt, der nie da war und trotzdem stattfindet.

The Void Of Expansion ist aus der Yodok III Vereinigung entstanden. Kein Nebenprodukt, sondern mehr eine logische Mutation. Gitarre und Drums mit einem Ziel, das wohl beiden Musikern bei Einspielung des Albums nicht bekannt war. Dort wo Yodok III musikalisch aufeinander zugehen, gehen hier die beiden Instrumente scheinbar ein Battle ein. Serries treibt aus seiner Gitarre die noisigsten Drones seiner Karriere hervor und Järmyr steht dem Ganzen in keinster Weise nach und trommelt scheinbar um sein Leben. Dass man hier automatisch an den haarigen lauten Typen aus der Puppensendung denken muss, ist vorprogrammiert.

 

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DREI SCHWERGEWICHTE VON CONSOULING SOUNDS

Posted in Label on July 27th, 2013 by D.K.

Das kleine belgische Label Consouling Sounds arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich daran, Musik unter die Leute zu bringen, die nicht für die Massen gedacht ist. In letzter Zeit ist das ein oder andere massive Release erschienen. Drei davon wollen wir euch ans Herz legen.

ADORAN

Adoran sind Aidan Baker und Dorian Williamson. Aidan Baker legt überraschenderweise seine Gitarre zur Seite und setzt sich an die Drums, um die Basssounds von Northumbria-Mann Dorian Williamson zu begleiten. Das Ergebnis ist ein Album, das aus zwei halbstündigen Tracks besteht. Das sieht nicht nur von der Zeitspanne massiv aus, sondern klingt auch genau so. Fies schleichende Doomsounds. Der Bass übernimmt die Rolle von Gitarre und Bass und rollt wie eine Geröllmasse durch die Tracks. Aidan Bakers Drums geben den Tracks einen leichtfüssigen Akzent, denn Baker akzentuiert die verschiedenen Songstrukturen so, als würde er Gitarre und nicht Drums spielen…

SANNHET

Sannhet ist ein amerikanisches Trio, das auf seinem Debut “Known Flood” alle Genre der experimentellen schwerfälligen Musik durchwandert. Wo andere Bands mal den einen mit dem anderen Stil kombinieren, legen Sannhet so gut wie jeden Stil neben- und aufeinander, ohne an eigenem Sound einbüßen zu müssen. Im einen Moment entspannt man sich bei Ambient und Post-Rock, im nächsten bricht ein Black Metal oder Doomgewitter über einen ein. Genial!

SYNDROME

Wer das Label kennt, der weiß auch, dass hier die Heimat von Amenra Gitarristen Mathieu Vandekerckhove ist. Sein Projekt Syndrome hat es dem Label angetan. Zu Recht, denn seine eingängigen Solostücke aus dem Bereich Ambient und Doom sind Ohrwurmkandidaten. Auf dem selbstbetitelten Album hat das Label alle Demos des Künstlers vereint. Hier ist die Entstehungsgeschichte des Projektes festgehalten. Die Songs vom Debüt sind hier viel rauher und direkter und oben drauf kommen noch ein paar Stücke, die die doomige Experimentierfreude des Belgiers zeigen. Ein Muss für alle Fans der Church of Ra Familie.

Shoppen könnt ihr hier…

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LABEL: EMPIRIC RECORDS

Posted in Label on June 30th, 2013 by D.K.

Als Droehnhaus vor einiger Zeit Geschichte wurde, waren wir in der Redaktion schon etwas angeschlagen, denn es gab und gibt nicht so viele deutsche Label, die mit großer Passion experimentelle Musik auf Vinyl veröffentlichen.

empiric records

Nun hat sich Labelgründer Alwin Lorenz ein neues Label aufgebaut: Empiric Records tritt das Erbe von Droehnhaus an und macht genau da weiter, wo das alte Label aufgehört hat. Wie es sich in dieser modernen schnelllebigen Zeit gehört, sind die Vinylveröffentlichungen jetzt auch digital erhältlich.

Drei Releases gibt es mittlerweile, die sich allesamt lohnen, egal ob digital oder als echter Tonträger.

Die erste Veröffentlichung ist “Kindspechlechleber” von Aalfang mit Pferdekopf. Genauso verwirrend wie der Titel ist auch das, was auf den Rillen der Platte zu hören ist. Abstrakte Sounds treffen auf Field Recordings. Nervige Kinderstimmen, verstörende Sounds und abgefahrene Tracknamen versprühen hier ihren ganz eigenen Charme. Mirko Uhlig zeigt hier eindrucksvoll, wie verworren ein Soundkosmos sein kann. Extremst lohnenswert ist die beiliegende CD mit Neubearbeitungen der Vinyltracks. Mehr Ambient, mehr Drone, mehr Musik als auf der schwarzen Scheibe. Wer sich nicht traut, diese Reise entgeltlich zu belohnen, der kann zurzeit auch kostenlos digital reinschnuppern.

Zweites Release ist “Nr2” von EAU-DC. Das Duo hat sein Debüt über Droehnhaus veröffentlicht und damit einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nun legen die beiden nach und bieten auf der Nummer 2 eine Reise durch alle möglichen Variationen elektronischer Musik. Dabei bleibt nichts auf der Strecke: Dubstep, Ambient, Electronica, Jazz und wer weiß was sonst noch die beiden inspiriert hat. Wer auf experimentelle Musik mit ausgeklügelten Beats steht, ist hier genau richtig.

Die dritte Platte ist eine alte Bekannte. Im Juli erscheint die zweite Auflage von “Prora”, dem wohl rauhsten Album von N. Es ist die erste Neuauflage eines N Soloalbums, um so schöner, dass es genau dieses Album ist. Prora geht mit seinen beiden epischen Tracks unter die Haut wie kein anderes Dronealbum. Die Neuauflage kommt mit einem 12seitigen Booklet raus, das weitere Fotografien von Prora beinhaltet, dem Ort, der N zu diesem Album inspiriert hat. “Prora” ist auch das erste N Album, das digital erhältlich ist. Unser Tipp: Lasst die Finger von der digitalen Version und legt euch die Platte zu. Die Sounds entfalten ihren Geist nur analog auf dem Plattenspieler. Ihr habt keinen? Diese Platte ist ein Grund einen zu kaufen.

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CYCLIC LAW SETZT AUF DARK AMBIENT

Posted in Label, Release on May 30th, 2013 by D.K.

Dark Ambient – irgendwann zwischen den 70er und 80er Jahren entstanden, wandelnd zwischen Industrial und Ambient Sounds – ist mir schon immer unheimlich gewesen. Dann irgendwann traf ich beim Musikhören auf Lustmord und Vidna Obmana (Dirk Serries) und irgendwie kam dann auch das Interesse an mehr. Das Unheimliche ist geblieben, aber das gehört scheinbar dazu.

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Das kanadische Label Cyclic Law hat sich auf solche Sounds spezialisiert und in letzter Zeit einige Besonderheiten auf den Markt gebracht.

Vestigial – Solar/Aeon

Zwei EPs aus den Jahren 2007 und 2009, die erstmalig als Reissue auf einer CD wiederveröffentlicht wurden. Vestigal ist ein italienisches Dark Ambient Projekt, das sich auf noisige Klanglandschaften und unheimlich verfremdete Vocals spezialisiert hat. Das ist keine Musik, die im Hintergrund laufen kann, denn ständig wird man von neuen Soundcollagen überrascht. Mal ist es Mönchsgesang, mal amerikanische Politiker, die den Sound prägen, dann wiederum überrascht die Platte mit fast schon eingängigen Soundlandschaften. Die CD ist in einem A5 Digipack erhältlich.

Havan – Yajna

Havan ist das Soloprojekt von Frederic Arbour, der auch die treibende Kraft hinter diesem Label ist. “Yajna” ist ein halbstündiges Stück, das während eines Live Rituals (was auch immer das war) entstanden ist. Die Instrumentierung aus analogen Synthesizern, Gitarren, Gongs, Glocken, Stimmen und elektronischer Violine hat eine Soundmasse hervorgebracht, die wie Lava duch die Lautsprecher fließt. Zunächst zäh und düster, dann allmählich heller und hoffnungsvoller, um dann wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Massiv.

Lamia Vox – Sigillum Diaboli

Lamia Vox aus Russland spielt mit diabolischen Mustern und spricht zumindest mit Artwork und Songtitel eine einheitliche Sprache. Die Sounds dieser Platte sind vielseitig, vielleicht auch etwas zu vielseitig, denn man bekommt überhaupt kein Gefühl dafür, welche Richtung dieses Album einschlägt. Synthiesounds, Tribaldrums, verfremdete Stimmen, mal minimalistisch, dann wieder opulent. “Witches Night” überrascht dann mit Industrial Sounds. Der Titeltrack mit seinen orchestralen Sounds in Kontrast zu “Evil Comes From The North”, wo Angelo Badalamenti auf Brian Eno zu treffen scheint. Ungewöhnlich.

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LABEL: FRATTO9 UNDER THE SKY RECORDS

Posted in Label, Release on October 21st, 2012 by D.K.

Es gibt nichts schöneres für uns als Label zu entdecken, von denen wir nie zuvor was gehört haben. So verhält es sich auch mit dem italienischen Label Fratto9 Under The Sky Records, das sich dieses Jahr der sogenannten “micRo c9sM9s series” gewidmet hat. Die drei Alben, die bisher in diesem Rahmen veröffentlicht worden sind, wollen wir euch hier vorstellen.

Alberto Boccardi – Self Titled

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Alberto Boccardi ist studierter Luft- und Raumfahrttechniker, Komponist von Theater- und Tanzstücken und experimenteller Solomusiker. Diese selbstbetitelte Veröffentlichung ist sein erstes Soloalbum. In knapp einer halben Stunde präsentiert sich Boccardi mit einer Mischung aus elektronischen Tönen und sphärischen Soundcollagen. Überraschender Einsatz von weiblichen Vocals ab dem zweiten Song “Desolate Red Fingers” gibt dem Sound eine jazzige Note. “Unexpected Places, We Saw” überwältigt mit seinen Bass- und Gitarrenloops, die von elektronischen Soundstößen untermalt werden. “Clocking The Time” setzt dann der Platte den letzten Akzent durch Einsatz eines Saxophons. Drone, Ambient, Jazz, Electronic… gelungene Fusion, die von Guiseppe Ielasi gemastert wurde.

Luca Sigurtà – Bliss

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Luca Sigurtà besitzt das seltene Talent, minimalistische Musik groß aufzuziehen. Es ist keine Stille, es ist kein Lärm was den Sound auf “Bliss” ausmacht, der auch von Guiseppe Ielasi gemischt wurde. Zwischen Drone und Angelo Badalamenti soll er sich laut Label bewegen. Diese Beschreibung trifft ganz gut, was hier passiert. Die Songs haben allesamt keine Namen, nicht mal eine Art von Tracklist taucht in den Credits auf. Es reicht hier vollkommen aus, dass die Anzeige des CD-Players den Silberling in fünf Stücke unterteilt. Das, was an dritte Stelle passiert, klingt sehr mächtig. Wie ein Synthiedrone in den Tiefen einer Höhle breitet sich ein Soundteppich aus.

Terrapin – Killing HF Harlow

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Terrapin sind Giovanni Lami und Shaun McAlpine, die sich für eine gemeinsame improvisierte Session in ein Studio zurückgezogen haben. “Killing HF Harlow” ist das Ergebnis, das aus einer Auswahl dieser Session ohne weitere Überarbeitung zusammengestellt wurde. Natürlich darf auch hier nicht das Mastering von Iealasi fehlen. Thematisch richtet sich das Album gegen die Verhaltensforschung von Harry Harlow und Vivisektion. Soundlich findet hier eine Fusion aus Field Recordings und elektronischen Sounds statt. Lami ist als ursprünglicher Photograph in der gleichen Weise daran interessiert Soundmomente zu verewigen. McAlpine dagegen ist als ursprünglicher Gitarrist an der homogenen Gestaltung von elektronischer Musik interessiert. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Die beiden haben ein kleine Auswahl getroffen, die sich auch hervorragend dazu eignet das Album mehrfach hintereinander zu hören und die Songreihenfolge zu variieren.

Am besten gleich alle drei Alben im Paket bestellen und zwar genau hier…

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SUMMER OF DRONES

Posted in Label, Release on July 21st, 2012 by D.K.

Eric Quach, diesmal in der Thisquietarmy Inkarnation als Label, hat die drei Veröffentlichungen seiner Briefumschlagserie unter dem Motto “Summer Of Drones” zusammengefasst und liefert drei Alben für diesen verregneten Sommer.

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Aidan Baker & Leah Buckareff

Das erste Release kommt von Aidan Baker und Leah Buckareff, zusammen als Nadja unterwegs, hier mal als sie selbst und auf experimentellen Pfaden unterwegs. Auf “Breathing Heavy Breathing” widmet sich Aidan Baker den Sounds von Drums und zerstückelt in noisiger Art das, was eigentlich Rhythmus sein sollte, und kreiert mit “Heavy Breathing” ein schillerndes Klangfeld. Leah Buckareff greift auf “Breathing Heavy” nicht zum Bass, sondern zum Akkordion und entlockt diesem minimalistische Dronesounds. Zwei Songs, die sich mit jeweils 20 Minuten Zeit lassen, Zeit brauchen, Zeit genießen und dann als Abschluss zum dritten Song “Breathing Heavy Breathing” verschmelzen.

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Northumbria

Northumbria sind die beiden kanadischen Musiker Jim Field und Dorian Williamson. Auf ihrem ersten Album präsentieren sich die beiden mit gewaltigen verzerrten Soundwänden. Die Aufnahmen zum Album sind in Northumberland im Chorraum einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert entstanden. Die Aufnahmen sind alle live entstanden und nur durch den Masterfeinschliff von James Plotkin optimiert worden. Das Ergebnis sind fünf eindringliche Dronesongs. Bass, Gitarre und der Hall des Kirchenraums gehen hier eine Hochzeit ein, der man unbedingt beiwohnen sollte, auch wenn’s nur zu Hause vor der heimischen Soundanlage ist. Ein Debüt, das jedem Ambient, Drone, Doom und Post-Rock Fan gefallen dürfte.

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loveliescrushing

Und noch ein Duo. Scott Cortez und Melissa Arpin-Duimstra alias loveliescrushing sind mittlerweile seit fast zwei Jahrzenten in der experimentellen Musikszene aktiv und sicherlich auch ein Grund, warum die vier oben genannten Musiker solche Musik machen, wie sie oben beschrieben ist. Nachdem dieses Jahr schon eine Platte mit alten Aufnahmen erschienen ist, haben Thisquietarmy Records die Ehre, nach fast fünf Jahren ein neues loveliescrushing Album zu veröffentlichen. “Pt. I – Broken Aureate Echo” eröffnet das Album mit hallenden Ambientfeldern. Der Raum, in dem die Musik sich entfaltet, fühlt sich weitläufig an und man hat das Gefühl sich fallen lassen zu können. “Pt. II – She Is Above The Clouds” und “Pt. III – A Bird Flew To The Sun” setzt auf die Magie von Melissas Stimme, die genau wie die Gitarrensounds hallend durch den Raum gleitet und eine Fusion eingeht mit dem Instrumentensound. Die Vocals brauchen keine Worte um sich auszudrücken, der Klang der Stimme reicht hier vollkommen aus.

Also, wer seinen Sommer in Drone und Ambientsounds tauchen möchte, sollte sich unbedingt diese drei Alben anschaffen. Neben der Musik gibt es auch sehr liebevoll gestaltete Artworks und hochwertige Fotografien.

Reinhören und kaufen könnt ihr an dieser Stelle.

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DIGITALIS RECORDINGS

Posted in Label on July 8th, 2012 by D.K.

Digitalis Recordings aus Tulsa ist mittlerweile eines der wichtigsten amerikanischen Label für experimentelle Musik aus den Bereichen Ambient, Drone, Synthie, Kosmische und Noise. Gegründet wurde das Label 2003 von Brad Rose und Eden Hemming Rose (Ehepaar und Bandkollegen diverser Bands), das seit der Gründung diverse Inkarnationen als Plattenfirma und Musikmagazin durchgemacht und diverse Sublabels ins Leben gerufen hat.

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Nach fast 10 Jahren haben die Labelbetreiber jetzt die Labelseite komplett überarbeitet und zum Launch die kostenlose Compilation “Born Again For The First Time” mit 23 bisher unveröffentlichten Songs ihrer Künstler online gestellt.

Also, hört rein!

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VALEOT RECORDS FÜR DIE SEELE

Posted in Label, Release on March 4th, 2012 by D.K.

Nachdem das Wiener Label Valeot Records im letzten Jahr eine Reihe an jazzig-experimentellen Platten veröffentlicht hat, startet das neue Jahr gleich mit zwei Ambient-Noise-Alben, die das Spektrum des Labels nochmals erweitern und gemeinsam am 9. März erscheinen.

ATTILIO NOVELLINO – THROUGH GLASS

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Der Italiener Attilio Novellino widmet sich auf seinem Album “Through Glass” der Wirkung von Licht, wenn es durch Glass gefiltert wird. Für Novellino ist dies eine Metapher für seinen Sound, der genau wie das Licht durch Glas in verschiedenster Weise verändert werden kann. Und so nimmt Novellino den Hörer auf eine Reise durch Field Recordings, Gitarrensoundflächen, unaufdringliche Bassläufe, Klavierklänge und viele andere verfremdete Sounds, die wie eine reinigende Welle durch die Seele des Hörers rauschen. Wer sich Zeit nimmt und sich auf die Sounds einlässt, wird verstehen was ich meine. Besonders das Erschaffen verschiedener Soundebenen, die die Klänge mal direkt am Ohr des Hörers, mal fernab in den Tiefen der Lautsprecher platzieren, macht dieses Album zu einem genialen Klangerlebnis. Ich wage mich auch nicht, einen einzelnen Song hier herauszustellen. Es rauscht, es wummert, es fließt… dieses Album muss in euer Musikregal.

KUTIN – IVORY

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Hinter Kutin verbirgt sich der Wiener Soundtüftler Peter Kutin, der auf Ivory seine Gitarrensounds in Echtzeit durch seinen Rechner jagt, um mit verschiedenen Effekten und Field Recordings sphärische Klanglandschaften zu erschaffen. “Ivory” ist entstanden, als Kutin an Scores für alte Stummfilme des österreichischen Filmarchivs gearbeitet hat. Kutins Stärke ist, dass er beim Soundtüfteln nie die eigentliche Wirkungskraft von Gitarrensounds vergisst und nur so weit verfremdet, dass die Gitarre fast immer als das, wonach sie klingen sollte, rauszuhören ist. Die Momente, in denen dann die Elektronik die Überhand gewinnt, sind dennoch nicht weniger eindrucksvoll. Am eindrucksvollsten ist “Ivory”, wenn die filigranen Sounds von unverstärkten Gitarrensaiten durch die Elektronik fließen und zu etwas Schimmernden verwandelt werden. “Sombre” und “Lonesome Monster”, die beiden letzten der sieben Songs, lassen sich Zeit, geben dem Hörer Zeit, sich einzulassen, sich gehen zu lassen, die Seele baumeln zu lassen…

Mag es Zufall sein oder nicht, dass diese beiden Platten als Zwillinge veröffentlicht werden, ich kann euch nur empfehlen, Platz für zwei Alben zu schaffen im Plattenregal und hier zu bestellen.

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ESCAPARTIST RECORDS SPEZIAL

Posted in Label on November 6th, 2011 by D.K. und M.H.

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Das Freiburger Label Escapartist Records bietet diesen November seine bisher erschienenen Alben zum kostenlosen Download an. Das freut uns sehr, denn im Repertoire sind gleich zwei Platten, die wir euch letztes Jahr in unserer PLATTEN Rubrik vorgestellt haben.

AFFORMANCE – A GLIMPSE TO THE DAYS THAT PASS

“A Glimpse To The Days That Pass” von der Athener Band Afformance ist nicht nur ihr Debütalbum sondern auch eine Art Sammlung ihrer gesamten Schaffensphase als Band. Auf dem Album sind acht instrumentale Tracks vertreten, welche die Band von 2004 bis 2008 in Griechenland, den Niederlanden und in der Schweiz aufgenommen hat. Stilistisch sind Afformance im Post-Rock anzusiedeln, den sie aber mit rotzigen Metallriffs und vielen anderen Einflüssen zu individualisieren wissen. Der Song “A Tide Before The Flickering Sun” baut sich beispielsweise in knapp 10 Minuten mit seinen sich aufschichtenden Melodien zu einem Ohrwurm auf. Bei “Do” dagegen überrascht der einsetzende weibliche Gesang, der sich genau wie die Sounds der Instrumente bis zum Ende hin steigert. Im großen Ganzen bietet das Album abwechslungsreichen Post-Rock und ist schon alleine wegen seinem einzigartigen Artwork eine Anschaffung wert. Jedes der 500 Exemplare ist ein Unikat, das die Band in Handarbeit koloriert hat.

THREE STEPS TO THE OCEAN – UNTIL TODAY BECOMES YESTERDAY

Die Mailänder Three Steps To The Ocean lassen sich Zeit auf ihrem ersten Album “Until Today Becomes Yesterday”. Von den sechs rein instrumentalen Kompositionen überschreiten vier die Sieben-Minuten-Marke und beziehen ihre Spannung und Dynamik aus dem bewährten Wechselspiel zwischen lauten und leisen Momenten. Die geschickt integrierten Synthesizer Sounds unterstreichen zudem die melancholisch-dramatische Stimmung der Songs. Außerdem versteht es das Quartett perfekt, an den entscheidenden Stellen die nötige doomige Härte in ihren Postrock einfließen zu lassen, was dazu führt, dass über die gesamte Albumlänge keinerlei Monotonie aufkommt.

Falls euch die Platten gefallen, kauft bitte auch ein physisches Exemplar oder spendet was für den Download!!!

Hier geht es zur Bandcamp Seite…

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BASSES FREQUENCES ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Label, Release on October 22nd, 2011 by D.K.

Das französische Label Basses Frequences veröffentlicht seit einigen Jahren schon experimentelle Musik von Künstlern wie Locrian, Nicholas Szcepanik, Celer oder Nadja. Aber vor allem die Kollaborationen, die auf dem kleinen Ein-Mann-Label erscheinen, haben es uns angetan. Im Folgenden wollen wir euch diese etwas näher vorstellen.

THISQUIETARMY & YELLOW 6

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Eric Quach (Thisquietarmy) und Jon Attwood (Yellow 6) haben sich 2009 nach einem kanadischen Festival, auf dem beide aufgetreten sind, in Erics Studio in Montreal verzogen und dort eine gemeinsame Session eingespielt und aufgenommen. Das Resultat ist zunächst ein paar Monate liegen geblieben, bevor es dann in die Hände von Fear Falls Burning (Dirk Serries) gegeben wurde, um für eine Vinylveröffentlichung gemastert zu werden. Das Resultat sind die beiden 12inch Platten “Death” und “Valley”, benannt nach der kalifornischen Wüste, die wohl auch der Ideenpool für die eingespielten Songs war. Im Gegensatz zu den Soloveröffentlichungen der beiden Gitarristen sind die sechs Songs auf diesen beiden Platten erstaunlich zurückhaltend und minimalistisch. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand versucht der Musik sein Label aufzudrücken. “Death” und “Valley” sind zwei beeindruckend intensive Dokumente einer winterlichen Session, in der beide Musiker erschöpft von vorherigen Ereignissen einfach nur zusammen gespielt und dabei einen gemeinsamen Soundfluss gefunden haben. Einfach die Nadel auf das Vinyl setzen, laut aufdrehen und eine Reise durch die Wüste antreten.

AIDAN BAKER & KEVIN MICKA

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Ebenfalls 2009 in Montreal entstanden ist die Kollaboration zwischen Aidan Baker (Nadja) und Kevin Micka (Animal Hospital). Auf “Green Figures” ist ein gemeinsamer Auftritt der beiden Musiker zu hören, den Eric Quach glücklicherweise aufgezeichnet hat. Denn die drei Songs aus Aidan Bakers bekannteren Alben “Green & Cold” und “Figures” erfahren durch die Livedrums Begleitung von Kevin Micka eine ganz neue Dynamik und Struktur. Die Songs werden langsam aufgebaut, die Drums fügen sich subtil ein und gehen mit Bakers Loops eine Fusion ein, so dass die Songs ganz neue Facetten erlangen. Eine Liveplatte, die definitiv nicht nur was für Aidan Baker Fans ist, sondern auch für alle die, die auf handgemachte, leicht experimentelle Shoegazersounds stehen.

Als nächste Veröffentlichung steht übrigens die Kollaboration von Yellow6 und Larkian an…

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SULATRON RECORDS

Posted in Label on July 11th, 2011 by M.H.

Independent Labels bedürfen ein Stück weit einer gewissen Spezialisierung, um den geneigten Musikfreund aufhorchen zu lassen. Sulatron Records warten mit einer ebensolchen Spezialisierung auf. Labelinhaber und -gründer Dave Schmidt konzentriert sein Programm auf Psychedelic-, Space-, (Neo-)Kraut- und Stonerrock. Wer also nicht auf gnadenlos experimentell, groovebetont und staubtrocken steht, sollte an dieser Stelle gar nicht erst weiterlesen, denn drei Bands aus dem prall gefüllten Label-Katalog möchten wir euch im Folgenden etwas näher bringen.

Beginnen wir mit Electric Orange aus Aachen, bei denen der Name Programm ist. Nichts anderes als psychedelisch, spacigen Krautrock der alten Schule erwartet und bekommt man. Ihr siebtes, im Februar 2010 erschienenes Album “Krautrock From Hell” ist eine fast 80-minütige Retro-Abfahrt, eine variantenreiche Jamsession, der man den Einsatz von originalem 60er/70er Instrument- und Tonequipment zweifelsohne anhört. Besonders groß geschrieben wird in der seit 1992 existierenden Band die Spontanität. Folglich entstanden auch diesmal viele der Songs erst kurz vor oder während der Aufnahmen im Studio. Abgerundet wird “Krautrock From Hell” durch stimmige Hörspielpassagen und experimentelle Soundeffekte.

Zweite Band im Bunde sind Tracker, die mit ihrer ersten Albumveröffentlichung “How I Became An Alien” eine knappe Stunde psychedelischen Stonerrock abliefern. Dabei sind sie keine Wüsten-, sondern vielmehr Alpensöhne aus der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Der treibende Opener “Tight Fit” offenbart anfangs eindeutige Parallelen zu alten Kyuss Großtaten und repräsentiert mit seinem betont ruhigen Ausklang durchaus den weiteren Verlauf von “How I Became An Alien”, der im Zeichen des steten Wechsels zwischen getragen, entspannt und rockend steht. Cool nölender Gesang zwischen ausufernden Instrumentalpassagen, staubiges Riffing und wummernder Bass sind die Grundzutaten, die um vereinzelte Sound Spielereien ergänzt werden. Auch Songs der nie offiziell veröffentlichten, selbst produzierten Debüt EP “man made noise” sind in überarbeiteter Form auf dem Album gelandet. Erschienen ist es im November 2010 in limitierter Vinyl Version (6 Songs) und auf CD (9 Songs), wobei jeder Platte auch die CD-Version beiliegt.

Abschließend möchten wir euch noch die Düsseldorfer Vibravoid ans Herz legen, die mit ihrem aktuellen, im Mai erschienenen Album “Minddrugs” erneut ihren Führungsanspruch unter den deutschen Vertretern des Psychedelic Rock reklamieren. Auf ihrem fünften Longplayer zelebrieren sie auf eine erfrischend unverstaubte und mitreißende Art einmal mehr die Sounds ihrer Helden aus den 60ern und 70ern. Hawkwind und Syd Barrett sind allgegenwärtig auf Vibravoids mal hypnotisch repetitiven, mal straight rockenden Acid-Space-Trips, wobei ihnen mit “Seefeel” gleich zum Einstieg gar ein kleiner Genre-Hit gelungen ist. Der Gesang hält sich insgesamt eher dezent im Hintergrund, wohingegen die Elektronik auch gerne mal die Hauptrolle spielt, wie im Mittelteil des absolut würdig interpretierten, auf 22 Minuten ausgedehnten “Set The Controls For The Heart Of The Sun”. Der Coversong, in dem die zuvor schleichend aufgebaute Spannung kulminiert, beschließt ein Album, das dem eingangs benannten Anspruch der Band durchaus gerecht wird.

Solltet ihr nun auf den Geschmack gekommen sein, empfehlen wir euch, unbedingt die Webseite des Labels zu besuchen, auf der es noch Unmengen weiterer Bands zu entdecken gibt. Zudem bietet sich Ende September gleich dreimal die Gelegenheit, eine Sulatron Records Label Night zu besuchen, bei der jeweils drei hauseigene Bands aufspielen werden.

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KRENG – GRIMOIRE

Posted in Label, Release on July 7th, 2011 by D.K.

Kreng ist der belgische Musiker Pepijn Caudron, der mit “Grimoire” sein zweites Album über Miasmah Records liefert, das sich am besten als experimentelle, moderne Horror-Klassik Platte zusammenfassen lässt.

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Weder das Cover noch der Klang des Band- und Albumnamens vermögen hier Freundliches zu verheißen und das ist gut so. “Grimoire” mag die Dunkelheit. Diese Musik bleibt am besten in Erinnerung, wenn man sie nach Sonnenuntergang bei Kerzenlicht hört. Das Album beginnt mit dem subtilen “Karcist” und seinen brodelnden Basstönen, aus deren Gewaber Cellosaiten und Field Recordings herausblinzeln. Ein O-Ton aus einem Film bricht die Soundwand “You don´t belong here… look towards the light” als letzte Warnung für den Hörer, der sich hier in der Dunkelheit verirrt haben mag. Dann nimmt die Soundreise durch Ambient, moderne Klassik, Improvisation, Jazz und Filmmusik ihren Lauf. “Opkropper” mit Percussion (oder zumindest etwas nicht definierbarem, was Beats erzeugt), Cello und Klavier in düsterem Einklang. “Petit Grimoire” anfangs harmonisch, später kakophonisch. Überhaupt scheint bei Kreng das Motto zu gelten: gerne Harmonien, doch nur um sie zu stören und das ein oder andere Mal zu zerstören. “Ballet van de Bloedhoeren” als Highlight an sechster Stelle. Klassisches Cellospiel, das zwischendurch sekundenlang verstummt, und dann zu Ende hin ein Sog aus zähem, in Zeitlupe rückwärts laufendem Cellosound. Gänsehaut fördernd. “Satyriasis” gibt in sieben Minuten ein imaginäre Filmszene wieder, mit Spannungsbögen, die fast alle 20 Sekunden den Atem rauben, bis nach fünf Minuten ein freejazziges Cello, Drums und Field Recordings Poltern ausbricht. Dann das Schweigen in “Konker”, das sich allmählich in Streichersounds auflöst. “Watch the light, keep watching it”, sagt der O-Ton, und das Album endet in einem sekundenlangen immer lauter werdenden Sog aus Rückwärtssounds. Ist am Ende das Licht die Gefahr und der, der schon am Anfang das Album ausgeschaltet hat und nicht in der Dunkelheit geblieben ist, der Irrende? Ganz sicher.

Erik K. Skodvins (Deaf Center) Label Miasmah Recordings ist das perfekte Heim für Krengs Soundkosmos. Dort ist “Grimoire” auf CD und auf Vinyl erhältlich. Letzteres Format auf 400 Stück limitiert und in schwarzer Hülle mit silbernem Cover-Aufdruck.

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BEKO DSL

Posted in Label on June 23rd, 2011 by D.K.

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Wäre es nicht eine gute Sache, wenn es ein Label gäbe, das jeden Montag eine digitale Single, Compilation oder ein digitales Album veröffentlicht, und das Ganze noch umsonst?

Das französische Beko Digital Single Label aus Brest macht genau das. Jeden Montag erscheint eine Platte von eher unbekannten, aber äußerst interessanten Musikern und Bands aus Frankreich und dem Rest der Welt. Das Label ist mittlerweile schon etwas über 90 Wochen aktiv, das bedeutet: Zeit nehmen und durchhören. Wir sind auch noch dabei…

“Beko 71 – Maps and Diagrams & Estela Lamat” ist auf jeden Fall ein Highlight, bei dem die Ambientstücke von Tim Martin alias Maps and Diagrams auf die Spoken Words der chilenischen Schriftstellerin Estela Lamat treffen.

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beko 31

“Beko 31 – Pink Priest”, das Ambientprojekt des Amerikaners, der auch unter dem Namen Gremlynz bekannt ist, zeigt hier auf zwei Songs, wie überzeugend düsteres minimalistisches Gedröhne sein kann.

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FYSISK FORMAT

Posted in Label, Release on May 22nd, 2011 by D.K.

Fysisk Format ist das Label des kleinen Independent-Plattenladens Tiger, der in Oslo zu finden ist. Seit 2008 veröffentlicht das kleine Label liebevoll aufgemachte Platten in verschiedenen “Physikalischen Formaten” und unterstützt damit eher unbekannte Bands aus der alternativen Musikszene Norwegens. Wir möchten euch an dieser Stelle zwei aktuelle Platten aus dem Sortiment des Labels vorstellen.

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Misty Range ist ein norwegisches Duo, das sich auf seinem selbstbetitelten Debüt stilistisch nicht festlegen lassen möchte, denn was die beiden präsentieren, ist eine energievolle Mischung aus Alternative, Indie, Psychedelic und derbem Rock n Roll. Gepaart mit subtilen Vocals, die sich zwischen Pink Floyd und Beck bewegen, erzeugen Misty Range eine ganz eigene Aura. Hier trifft modernes Songwriting auf traditionelle Rockschule und führt den Hörer durch 44 Minuten voller Soundideen. Das Artwork mit seiner Pink Floyd Anlehnung und den modernen Zeichnungen trifft den musikalischen Geist bildlich perfekt. Bei der Umsetzung dieser Klangreise wird das Duo von Musikern von Serena Maneesh unterstützt. Ein gelungener Einstand.

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Le Corbeau ist ein norwegisches Sextett, das mit “Moth On The Headlight” seinen dritten Longplayer präsentiert. Auch diese Herrschaften (und Dame) lassen sich nicht mit einer einzigen Stilrichtung kategorisieren. Rauhe Gitarrensounds treffen auf gelegentliche Saxophoneinschübe, die Drums und der Bass tragen die Rhythmen trocken und bedächtig durch die Songs. Mal männliche, mal weibliche Vocals oder beides zusammen so cool vorgetragen, dass man als Hörer gleich Bilder aus Filmen im Kopf hat, in denen coole Typen in fetten Karren durch die Gegend fahren. Leicht jazziger Indiesound könnte die Seele dieser Musik vielleicht am treffensten beschreiben. Besonders die langen Instrumentalpassagen entwickeln eine einnehmende Wirkung. Wer die weniger experimentierfreudigen Sonic Youth und schwerfällige Gitarrenbands der 90er mag, der ist hier genau richtig. “Moth On The Headlight” erscheint Anfang Juni.

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COEXTINCTION RECORDINGS

Posted in Label on March 18th, 2011 by M.H.

Im November 2010 nahm das innovative Online-Label Coextinction Recordings in New York seine Arbeit auf. Mit “promote an artist- and fan-friendly community while trying to create a home for unique and special moments in music” wird das Konzept eindeutig proklamiert. Das klingt sympathisch und sollte Grund genug sein, der Webseite einen Besuch abzustatten.

Coextinction Records operiert aus dem in Park Slope, Brooklyn ansässigen Translator Audio Studio heraus und bietet sämtliche Veröffentlichungen ausschließlich über coextinction.com zum digitalen Download an. Die Betreiber des Labels, die Musiker Dave Curran (Unsane, Players Club) und James Paradise (Fresh Kills, Players Club), sowie die Produzenten Andrew Schneider und Chris Spencer, haben kein Interesse an Full-Length-Alben oder längerfristigen Kontrakten mit Bands, sondern beschränken sich bewusst auf einmalige kreative Projekte.

Bisher erschienen sind Projektarbeiten von Unsane, Goes Cube, Shrinebuilder, Pigs und zuletzt, am 15. März, zwei neue Songs von Julie Christmas. Für 2011 sind u.a. Veröffentlichungen von The Brought Low, Big Business, Totimoshi, Rosetta und City Of Ships geplant. Es empfiehlt sich somit, Coextinction Recordings im Auge zu behalten.

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