STEFAN WESOLOWSKI – KOMPLETA

Posted in Musik on May 25th, 2015 by D.K.

Stefan Wesolowski hat uns mit seinem Album “Liebestod” den Kopf verdreht. Lest euch gerne nochmal durch, was uns dazu durch den Kopf ging. Das Album gibt es mittlerweile auch auf der Bandcamp Seite des polnischen Künstlers.

Jetzt haben sich die Franzosen von Ici d’ailleurs das erste Wesolowski Album “Kompleta” vorgenommen und es im Rahmen der “Mind Travels Serie” neu veröffentlicht.

“Kompleta” zeigt eine andere Facette Wesolowskis, der hier auf 30 Minuten im Alter von 21 Jahren, mit Hilfe weiterer Musiker, eine unheimliche Soundreise darbietet. Alles beginnt ganz harmlos mit Streichersounds. Doch es bleibt nicht dabei. In Begleitung von Maja Siemińska setzt Wesolowski mit einer Art Gebetsgesang ein, auf Polnisch. Eindringlich und zutraulich zugleich. Es macht einem trotzdem Angst, nicht zu wissen was sie da singen. Beschwörung, Befreiung, Böswilligkeit oder doch irgendwas anderes… unheimlich gut. Die Streichersounds werden im Verlauf der Platte durch Michal Jacaszeks Elektrosounds untermalt und gegen Ende wird es immer elektronischer. Eine experimentelle Psalmplatte vom Feinsten.

Ici d’ailleurs bietet das Album in drei Formaten an, wovon sich eigentlich nur eines lohnt: Vinyl. Alleine das Artwork in der 12inch Größe sollte Grund genug sein. Passt übrigens wie die Faust aufs Auge. Kirchenraum mit Gerüst gleich alte Psalme mit moderner Untermalung.

Eine weitere Reissue aus der “Mind Travels Serie”, die es in sich hat. Aidan Bakers “The Sea Swells A Bit” hier mal als weiterer Kaufhinweis.

Hier könnt ihr euch das Album anhören. Noch mit dem Originalartwork:

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ANDREA BELFIS STILLLEBEN

Posted in Musik on November 2nd, 2014 by D.K.

“Natura Morta” nennt sich das neue Album von Andrea Belfi, das diese Woche auf Miasmah erscheint. Eine altrosafarbene Hülle (CD/LP) trägt einen dunklen Siebdruck, eine Fotografie von geschnittenen liegenden Blumen, Stillleben oder wie der italienische Begriff es treffender umschreibt “Tote Natur”.

Musikalisch gesehen klingt das Album alles andere als nach toter Natur oder Stillleben. Belfis Hauptwerkzeug, die Drums, kommt hier zur vollen Geltung. Im Gegnesatz zum Vorgängeralbum, auf dem es um das Verfremden von auf den Drums entstandenen Sounds ging, setzt Belfi hier auf cleane direkte Drumsounds. Kompletiert werden die Songs durch sehr akzentuierte Elektronik, die im Prinzip nur das Drumspiel unterlegt. Das Album ist unterteilt in sechs Tracks, klingt aber wie aus einem Guss. Referenzen gibt es sicherlich viele, aber am besten hört man sich die Platte einfach nur an und lässt sie wirken ohne, gleich Vergleiche zu anderen Minimalmusikern zu ziehen. Richtig einordnen lässt sich die Platte eh nicht.

Die Aufnahmen zum Album sind im EMS Studio in Stockholm, im ZKM Museum in Karlsruhe und im Berliner Funkhaus entstanden. Das Mastern hat, wie bei so vielen Miasmah Platten, Nils Frahm übernommen. Ihr könnt die Platte direkt über das Schwesterlabel Sonic Pieces beziehen. Ob CD oder LP? Sieht beides geil aus und kostet gleich viel (bzw. wenig). Eure Wahl.

 

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MINOT

Posted in Musik on August 3rd, 2014 by D.K.

“Equal / Opposite” nennt sich das Debüt des amerikanischen Trios, dessen Mitglieder aus verschiedenen Bands stammen (u.a. From Monument To Masses). Die Rede ist von Minot. Das Album ist als Co-Release von Mylene Sheath und Golden Antenna Records erschienen und weiß durch seinen intensiven instrumentalen Charme zu überzeugen.

Die drei Musiker an Bass, Gitarre und Drums geben hier viel, wenn nicht schon alles was sie geben können, um den Sound auf ein Maximum zu bringen, was die Dichte und Dynamik angeht. So einen Sound habe ich zuletzt in den Neunzigern gehört, als Grunge und Co angesagt waren. Man könnte jetzt weit ausholen und die Platte im Detail beschreiben, aber hört euch einfach den Opener “Allostatic Load” an, denn dieser rotzig-noisige Song umfasst die ganze Aura des Albums.

Wenn euch dieser Track gefällt, dann gibt es nur eine Option: Platte kaufen. Es lohnt sich.

Das Album ist hier erhältlich.

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JON PORRAS TEILT DAS LICHT

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Mit seiner Band Barn Owl hat sich Jon Porras zuletzt in elektronische Gebiete gewagt. Auf “Light Divide” traut er sich einen weiteren Schritt und veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das so garnicht auf Gitarrensounds setzt.

Auf fünf etwas längeren Stücken präsentiert Porras einen Sound, der zwischen Ambient und Dark Ambient schwebt. Der Opener “Apeiron” wird von einem unterschwelligen Beat getragen und spielt mit tiefen und hohen Tönen. “Recollection” führt den Sound fort um in eine Art seichtem Drone zu münden. “Divide” und “New Monument” sind umgeben von einer Art positiver Soundwolke, die die Tracks nicht so düster rüberkommen lässt. “Pleiades” ist das pulsierenste Stück der Platte und gibt eine Dynamik an den Hörer weiter, die optimistisch stimmt.

Im großen Ganzen ist man als Jon Porras Fan enttäuscht, wenn man die Platte zum ersten Mal hört. Wer aber Zeit investiert und sich darauf einstellt, dass Porras neue Wege geht, der dürfte auch an dieser Platte Gefallen finden.

Das Album erscheint Ende März auf CD und Vinyl via Thrill Jockey.

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VIDEO: DUARA

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Duara aus der Schweiz klingen so staubtrocken, dass man denken könnte Steve Albini hätte seine Finger im Spiel.

Auf ihrem Album “Laetten Habits” spielen sich die drei Musiker mit Bass, Gitarre und Drums die Seele aus dem Leib. Sehr schön anzuhören. Da bleibt kein Kopf still. Passend zum aktuellen Album gibt es jetzt auch ein kreatives Video.

YouTube Preview Image

Das Album ist über Ikarus Records erhältlich und

Anhören und kaufen.

 

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EQUALS MACHEN GUTE LAUNE

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Hier der erste Eindruck zum energetischen neuen Album der gutgelaunten Texaner von Equals, das im Mai erscheint.

Passend zum heutigen sonnigen Tag!

 

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GIORGOS GRIGORAKOS

Posted in Musik on October 27th, 2013 by D.K.

Giorgos Grigorakos ist ein Athener Musiker, der sich auf das Musizieren mit analogen Synthesizern spezialisiert hat. “Somewhere In A Field” heisst sein neues Album, das über das Athener Label Somehow Ecstatic Records erschienen ist.

giorgos grigorakos

“Mindfield” eröffnet das Klangerlebnis. Aus einer Field Recordings Wolke entfacht plötzlich ein Noiseorchester, wie es sonst nur die Großen der Szene hinbekommen. “Afusia” überrascht mit theatralischem Frauengesang und dann geht es in den restlichen Tracks nur noch darum, sich auf die Sounds des Griechen einzulassen. Was Giorgos Grigorakos ausmacht, ist das unterschwellige Aufbauen von Melodien, die sich aus Noisewolken hervorheben. Dank der Verwendung von altmodischen Synthesizern, die stark an alte Telefonzentralen erinnern, sind die Sounds des Albums alle von Grund auf warm und passen perfekt in diesen merkwürdigen Herbst, der da draussen gerade tobt.

Das Label hat in aufwendiger Handarbeit die 100 Cover gestaltet und durchnummeriert und niemand Geringeres als Taylor Deupree mit dem Mastering beauftragt. 10 Euro inklusive weltweitem Versand sollten dann noch an dieser Stelle der letzte Grund sein, euch zu überzeugen, diese Platte zu kaufen.

 

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[BOLT] – REKONSTRUIERT

Posted in Musik on June 16th, 2013 by D.K.

[BOLT] haben sich in den letzten Jahren einen Namen als Bass-Doom-Drone-Duo gemacht. Die beiden erschaffen auf ihren acht Saiten massive Klanglandschaften, die mal noisig und mal dronig sind und immer den Doomgeist mit sich tragen.

Nun haben die beiden sich getraut ihre Songs vom Debütalbum und vom Demo in fremde Hände zu geben: “(Reassembled)” heißt das Ergebnis. Hier haben sich sechs Musiker sechs verschiedene Tracks von [BOLT] vorgenommen und diese teilweise bis zur Unkenntlichkeit mutieren lassen.

Den Anfang macht der Labelkollege Pechuga de Pollodiabolo, der aus “[07]” einen elektronischen Track konstruiert hat, der von minimalen Beats und Klavier/Synthie getragen wird, während zunächst nur im Hintergrund die Originalbässe zu hören sind. Klingt leichtfüssiger als das Original und könnte locker auch als Mogwai Track durchgehen.

Ewaldts “[01]” Interpretation ist ein mächtiges Stück Elektro-Drones. Ewaldt bricht und biegt die Sounds der Bässe zurecht und untermalt das Ganze mit einem eingängigen Beat. Faszinierend, wie tanzbar und doomig zugleich das klingt. Definitiv ein kleiner Höhepunkt.

Split-Release-Kollege Petrels aus England darf natürlich auch nicht fehlen. Petrels filtert die Basssounds von “[04]” so, dass ein waschechter Petrels Song entsteht. Aus einem anfänglichen Soundgeflirre bricht irgendwann eine massive Noisewand aus, die es in sich hat. Nice!

Damscray verfremdet “[03]” zu einer Art Dark-Ambient-Tribal-Metal-Track. Kurz und bündig.

Der Remix von Tissika ist der einzige Track dieses Remixalbums, der sich nur der Originalsounds bedient und das opulente “[02]” in einen epischen Ambientdrone wandelt. Hier brummt es nur so vor Bassflächen, keine Beats, keine Elektrosounds, nur Gedröhne.

Den Abschluss macht Asmo mit seiner Version von “[08]”, die zunächst pulsierend startet und dann mit hallenden Beats durch eine Art Elektro-Ambient-Nebel schreitet.

Ein sehr gelungenes Remixalbum, dass die [BOLT] Songs von einer neuen Seite zeigt. Wer mag kann sogar tanzen. In meinem Fall reicht einfaches Kopfnicken. Die Remix-CD erscheint via Aentitainment Records.

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EIN LETZTER BLICK ZURÜCK

Posted in Musik on January 4th, 2013 by Redaktion

2012 hat sehr viele musikalische Perlen hervorgebracht, die natürlich auch in diesem Jahr weiter gehört werden sollen. Wir sind mal in uns gegangen und haben unsere fünf liebsten Veröffentlichungen für euch alphabetisch aufgelistet.

Die fünf Favoriten von C.C.
███████ – ( 0 2 )
Chelsea Wolfe – Unknown Rooms
Fear Falls Burning – Disorder of Roots
Hildur Guðnadóttir – Leyfðu Ljósinu
Nadja & N (23) – Vomos

Die fünf Favoriten von N
Ehnahre – Old Earth
Fear Falls Burning – Disorder Of Roots
Jon Porras – Orilla Oscura
Monarch! – Omens
Yodok – Yodok 1

Die fünf Favoriten von D.K.
Jodis – Black Curtain
Mamiffer & Locrian – Bless Them That Curse You
Jon Mueller & James Plotkin – Terminal Velocity
Radere – I`ll Make You Quiet
Year Of No Light & thisquietarmy – Self Titled

Die fünf Favoriten von M.H.
Amenra – V
BSON – Negative Black
Downfall Of Gaia – Suffocating In The Swarm Of Cranes
Graveyard – Lights Out
Jack White – Blunderbuss

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AGE OF DELAY COLLECTIVE

Posted in Musik on December 16th, 2012 by D.K.

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Musik zieht ihre Kreise, die man nicht stören sollte. Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass wir euch das Live-Band-Debut des Bersarin Quartetts in der Christuskirche Bochum präsentiert haben. Die eigentliche One-Man-Band ist damals erstmalig von Livedrums und Livegitarre/-bass unterstützt worden. Die Musiker selbst stammen von der Band Racquets, deren kreativen Instrumentalrock wir euch bereits hier vorgestellt haben. Hörbeispiele zu beiden oben genannten Kombinationen findet ihr auf unserer Compilation.

Mittlerweile haben die Jungs das sogenannte Age Of Delay Collective gegründet, das neben Racquets die beiden Soloprojekte Patkow und Exchampion beinhaltet.

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Exchampion ist das Soloprojekt von Drummer Benjamin, der sich hier an der Elektronik austobt. Und wie es zu erwarten ist, wenn ein Drummer solo unterwegs ist, gehts hier rhythmisch so richtig zur Sache. Synthiefeuerwerke vom feinsten mit Kopfwackelgarantie. Allein in diesem Jahr sind bereits drei EPs erschienen. Das Debüt “To Aurora” mischt Dubstep der Neuzeit und 80er Jahre Synthiesounds. “Attaboy Ben! Pt.1” führt diesen Sound weiter aus und lässt in eigenständiger wirken. Auf “Attaboy Ben! Pt.2” gibt eine weitere Steigerung. Hier hat der Exchampion Sound starken Wiedererkennungswert, nicht weil er zugänglich ist, sondern weil er so einzigartig zwischen verschiedenen Stilrichtungen springt und dadurch wie ein Soundsog eine sehr eigene Fusion hervorbringt. Bersarin Quartett Chef Thomas Bücker lässt sich einen Gastauftritt auf “Attaboy Ben! Pt.2” nicht nehmen.

Patkow bewegt sich ebenfalls im elektronischen Bereich. Auf der “Heavitree” EP werden die Saiten scheinbar beiseite gelegt und der Elektronik der Vortritt gelassen. Wer aber genau hinhört, wird mit einer massiven Masse aus Beats, Gitarren, O-Tönen und elektronischen Sounds beschallt. Freunde von experimentellen Elektroniksounds mit greifbaren Strukturen kommen hier voll auf ihre Kosten.

Alle EPs gibt es zum kostenlosen Download auf Bandcamp. Wer an einer greifbaren Version der EPs interssiert ist, sollte unbedingt mal bei den Künstlern selbst anfragen.

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GEMEINSAM EINSAM

Posted in Musik, Release on December 1st, 2012 by D.K.

Otto A Totland und Erik K Skodvin kennen sich schon seit einer Ewigkeit, wie dem Foto aus ihrer ersten gemeinsamen 7inch zu entnehmen ist. Zusammen sind die beiden das experimentelle Duo Deaf Center, alleine hat Erik K Skodvin schon ein Album unter seinem Namen veröffentlicht und ist sonst alias Svarte Greiner unterwegs. Otto A Totland dagegen hatte sich bisher noch nicht solo ausgedrückt. Auf “Harmony From The Past” präsentieren sich beide Musiker auf jeweils einer Seite.

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Die A Seite gehört Otto A Totland. Drei kurze Klavierstücke mit großem Herzen erwarten hier den Hörer. Minimalistisch wirkungsvoll setzt Totland dem Zuhörer Melodien ins Ohr, die unter die Haut gehen. Die Kürze der Tracks verlangt nach mehrfachem Neuansetzen der Nadel. Die Aufnahmen klingen persönlich, intim wie ein Geheimnis, das einem zugeflüstert wird.

Auf Seite B betritt Erik K Skodvin Neuland und präsentiert dem Hörer einen Track, der nicht nur auf der Gitarre, sondern auch an den Drums entstanden ist. Viel experimenteller als die Gegenseite, aber genau so ergreifend und intim.

Im Kleingedruckten des Inlays steht eine Widmung für ein verstorbenes Greiner Familienmitglied, was das Klangerlebnis um ein weiteres intensiviert. Schön, dass die beiden kleinen Jungen mit den miteinander verkabelten Gameboys immer noch miteinander verkabelt sind…

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“Harmony From The Past” ist der dritte Teil einer siebenteiligen 7inch Reihe von Sonic Pieces. Die Platte ist in einem handgemachten dicken Kartoncover in schwarz mit aufklappbarem gelben Inlay. Der Musik entsprechend gelungen. Leider ist die Platte bei Sonic Pieces  schon ausverkauft, lässt sich aber sicherlich in dem ein oder anderen gut sortierten Online Shop finden.

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VON TILL, KELLY, WINO UND TOWNES VAN ZANDT

Posted in Musik on July 29th, 2012 by D.K.

Als vor über 44 Jahren Townes Van Zandts erstes Album erschien, hätte der texanische Singer-Songwriter, genau wie andere Musiker aus der gleichen Ecke, ein großer Star werden können. 44 Jahre später ist Townes Van Zandt eine Kultfigur der amerikanischen Folk-Blues Szene und Stars sind nur wenige seiner Songs geworden, die von diesen anderen Musikern gecovert wurden.

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In Livesets von Scott Kelly, Steve Von Till und Wino haben Townes Van Zandt Cover ebenfalls immer Platz gefunden. Grund genug, eine Platte mit all diesen Covern der drei Musiker zusammenzustellen. “Songs Of Townes Van Zandt” vereint neun Cover der drei Musiker. Steve Von Till eröffnet das Album mit “If I Needed You”, einem dieser Songs der in der Vergangenheit als Cover bekannt wurde. Von Till interpretiert den Song in reinster Schlichtheit mit Akustikgitarre und tiefst melancholischer Stimme. Scott Kellys erste Interpretation ist die von “St. John, The Gambler”, ebenfalls nur mit Akustikgitarre vorgetragen. Das folkige “Black Crow Blues” von Steve Von Till zeigt den Musiker von einer seiner weichsten Seiten, ohne die unverwechselbare Härte in seiner Stimme vermissen zu lassen. “Lungs” von Kelly ist der erste Song des Coveralbums, in dem Akustik- und E-Gitarre zusammentreffen. Scott Kelly überzeugt mit einer Brüchigkeit in der Stimme, die sich in der schroffen verzerrten E-Gitarre wiederfindet. Erst an fünfter Stelle gibt Wino Ton von sich. “Rake” klingt auch ohne texanischen Akzent irgendwie texanisch. Winos Stimme und Gitarre stampfen voran. “Snake Song” von Steve Von Till überrascht mit Elektronik und subtilem Beat. Die Gitarre wird hier durch die Effekte gejagt und liefert eine experimentell-folkige Klanglandschaft. Winos “Nothin” klagt an und braucht nicht viele Soundvariationen, um seine Message zu liefern. Genau so “Tecumseh Valley” von Kelly. Das Album wird von “A Song For” von Wino abgeschlossen. Mit leicht gedoppelter Stimme gibt Wino die Worte Van Zandts wieder und lässt den Hörer über die Lyrik des verstorbenen Musikers nachdenken.

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Drei Musiker, jeweils drei Interpretationen, allesamt nah am Original, aber originell und überzeugend vorgetragen. Wer sich dann nochmal die Soloplatten von Wino, Scott Kelly und Steve Von Till anhört, wird raushören wie wichtig die Musik von Townes Van Zandt für diese drei Musiker ist. Für manch einen war und ist er eben doch ein großer Star.

“Songs Of Townes Van Zandt” ist über My Proud Mountain auf CD, Vinyl und als Download erschienen.

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SLEEP MAPS AUF DEM SEZIERTISCH

Posted in Musik, Release on July 22nd, 2012 by D.K.

Über das Debütalbum “Fiction Makes The Future” von Sleep Maps haben wir euch bereits an dieser Stelle berichtet. Nun steht eine Remix EP zum kostenlosen Download bereit.

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Auf “The Stars Against Men” haben sich The Post Riot Era den Opener “Men Against The Stars” vorgenommen. Besonderheit ist hier, dass die zehn Remixe der EP allesamt aus dem Soundmaterial eines einzigen Songs bestehen. Für die Remixe sind keine weiteren Soundquellen genutzt worden als das Originalmaterial.

Das Ergebnis ist eine beeindruckende Vielfalt an Sounds, die sich zwischen Ambient, Elektronik und Post-Metal bewegen. Mal bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt, mal einfach nur umgesetzt versprüht diese EP ihren ganz eigenen Charme. Dem ein oder anderen dürften die zehn Manipulationen sicherlich besser gefallen als das opulente Original.

Die EP gibt es als kostenlosen Download auf der Bandcamp Seite von Sleep Maps und wer schon mal da vorbeischaut, kann sich auch gleich die neue Single “Horror In The Telescope” runterladen.

 

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EVAN CAMINITI TRÄUMT NICHT

Posted in Musik on July 21st, 2012 by D.K.

Kaum hat er sein letztes Soloalbum veröffentlicht, bringt Evan Caminiti sein nächstes Album raus. Auf “Dreamless Sleep” öffnet Caminiti die Tür in eine psychedelische Welt voller Gitarren und Synthiedrones.

dreamless sleep

Schon bevor man die Musik hört, beschäftigt einen das ungewöhnliche Artwork. Da wo Evan Caminiti sonst mystische Zeichnungen oder Landschaften auf die Cover seiner Alben und die von Barn Owl zaubert, ist jetzt eine Fotografie zu sehen. Diese zeigt im 70er Jahre Stil und mit starker Farbprägung von dunklen Schatten bedeckte Pfeiler, hinter denen ein purpurner Himmel schimmert und eine nicht erkennbare, verhüllte Figur im Mittelpunkt steht. Eigentlich ist auch genau das zu hören auf “Dreamless Sleep”. Sounds, die geprägt sind von 70er Jahre Klängen, mit dunklen Seiten, aber auch mit sphärischen Passagen. Kosmisch, psychedelisch und mit einer großen Prise düsterer Dronegitarren versehen. Die sieben Songs bewegen sich zwischen vier und sieben Minuten, sind getrennt und klingen trotzdem wie eine große Einheit. Wer das Album zum ersten Mal hört, sollte die Platte unbedingt im Anschluss sofort wieder hören. Die Songs klingen beim zweiten Durchhören, durch die Art wie sie sich während der Albumlaufzeit entwickeln, erstaunlich anders oder werden anders wahrgenommen. Ein Klangerlebnis oder Klanggefühl, das man schlecht beschreiben kann, aber auf jeden Fall mal erleben sollte. Warum sollte man hierbei nicht träumen können?

evan caminiti

“Dreamless Sleep” erscheint im August über Thrill Jockey Records.

 

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MACHINEFABRIEK – STROOMTOON

Posted in Musik on July 11th, 2012 by D.K.

Rutger Zuydervelt aus den Niederlanden ist Machinefabriek. Seit fast einem Jahrzehnt beschäftigt er sich nunmehr mit elektronischen Sounds, Field Recordings und manipulierten Gitarrenklängen und erfindet sich dabei immer wieder aufs Neue,  sowohl solo als auch in diversen Zusammenarbeiten mit anderen namhaften Experimentalmusikern.

stroomtoon

An dieser Stelle wollen wir euch sein aktuelles Album “Stroomtoon” vorstellen, das Machinefabriek mit Hilfe von einem Korg Monotron, Field Recordings, Radiosounds, Effektgeräten und einem analogen Tongenerator aufgenommen hat. Das Ergebnis sind fünf elektronische Songs, die mit ihrer anziehenden Kälte direkt überzeugen. Das 18-minütige “Eén” eröffnet das Album wie eine Art schleichender Sirenensound, lullt den Hörer unterschwellig ein und taucht ihn immer weiter in diese von Elektronik umgebene Welt. “Twee” zirpt vor sich her und legt die Grundlage für ein Elektroriff, das wie ein sehr schweres Metal klingt, das unter Wasser gegen etwas anderes schweres trifft. “Drie” dagegen klingt wie ein Sonar, das den Rhythmus vorgibt, während Field Recordings seinen Weg kreuzen. “Vier” konzentriert sich auf den Ton. Der Ton als Welle. Der Ton als Träger, von Informationen und Gefühlen und von Strom. Der Stromton halt. Ein minimalistisches Kraftstück und Highlight des Albums. “Vijf” setzt Akzente, ist basslastig, klingt bedrohlich und erhaben und überrascht zum Ende mit einem Beat. “Stroomtoon” ist die perfekte Demonstration minimalistischer Elektroniksounds mit großer Wirkung.

“Stroomtoon” ist über das französische Label Nuun Records erschienen und auch als Download über die Bandcamp Seite von Machinefabriek erhältlich. Investiert in eines der beiden Formate, es lohnt sich.

Machinefabriek_Michel Mees

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