THE WIND-UP ROBOTS KILLED MY CAT VS CONDRE SCR

Posted in Musik on February 5th, 2012 by D.K.

Viele Leser deuten unseren Namen falsch und denken, wir seien ein reines Post-Rock Magazin, sind wir aber nicht… Das soll aber nicht heißen, dass wir nicht über Post-Rock Bands schreiben. Heute nehmen wir uns gleich zwei deutsche Bands zur Brust, die genau solche Musik machen und neue Alben im Gepäck haben.

whiskers and guts

THE WIND-UP ROBOTS KILLED MY CAT – WHISKERS AND GUTS

The Wind-Up Robots Killed My Cat
ist ein instrumentales Quartett aus Würzburg und setzt das Thema Post-Rock ganz nach dem Bandnamen mit einer Prise Humor und einer gewissen Leichtigkeit um, so dass der Höreinstieg im Opener “Images Of Broken Light” nicht schwer fällt. Die Grundinstrumentierung wird durch etwas Elektronik ergänzt und der Songaufbau bleibt stetig spannend. Einziger Hänger ist der zweite Track “At Least Nothing Changed”, der mir zu fröhlich rüberkommt. Aber das legt sich schnell und spätestens bei “Minka” und dem epischen “Spectre Of The Gun Inferno” sind die Lauscher gespitzt und nach vorne gerichtet (um mal beim Katzenthema zu bleiben).

“Whiskers and Guts” ist über Miyagi Records auf CD und Vinyl (Daumen hoch) erschienen.

you are genius

CONDRE SCR – YOU ARE GENIUS

Condre Scr aus Berlin veröffentlichen Ende Februar ihr neues Album “You Are Genius”, auf dem sie sich auf instrumentale, leicht melancholische Post-Rock-Songs konzentrieren. Gitarre, Bass, Drums und ein wenig Piano/Keybord reichen, um die acht Songs des Album atmosphärisch und warm zu gestalten. Leider klingen die schottischen Übergötter des Post-Rock oftmals zu sehr durch, aber die Songs, in denen Condre Scr den eingängigen Weg verlassen und etwas experimenteller musizieren wie in “The Excellent Cook” oder “Jerome” (nein, kein Cover), zeigen das wahre Potential der Berliner. Auch hier lohnt sich das Warten bis zum Schluß, denn das zähe, schwerfließende “Kong Me” ist der heimliche Höhepunkt der Platte. Das Mastering der Platte stammt aus den Händen der Tonmeisterei Oldenburg, was schon ein Garant für einen fetten direkten Sound ist.

“You Are Genius” erscheint über Oxide Tones als Download und auf CD. Diese verbirgt sich in einem genialen und zugleich simplen Hochglanz-Pappschuber.

So, jetzt seid ihr gefragt. Am besten beide Platten kaufen und selbst den Vergleich wagen. Ich kann mich nicht entscheiden…

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ANCRE

Posted in Musik on February 5th, 2012 by D.K.

Ancre ist ein französisches Trio, das mit Bass, Gitarre und Drums auf seinem Debüt “Nacre” mit einfachen Mitteln auf sich aufmerksam macht. Vier Songs auf einer transparenten 12inch Platte zeigen, dass einfach nur drauf losrocken nicht unbedingt immer mit den Floskeln “kennt man schon” oder “können andere auch” abgetan werden muss.

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Die drei Musiker von Ancre, die sonst in anderen Bands wie Sed Non Satiata oder Mihaï Edrisch aktiv sind, haben ihre ganz eigene Mischung für ihren Instrumentalrock gefunden, die sich Eigenschaften von Math-, Post- und Doomrock zu eigen macht. Dank des gelungenen Masterings sitzt der Sound immer präzise und druckvoll direkt am Anschlag. Energetisch treiben die vier Songs voran, die sich thematisch an den Band- und Plattennamen orientieren. Hier steht die See im Mittelpunkt und so dürfen Perlmutt, Dreimaster und Narwale nicht fehlen. Die perfekte Grundlage, um sich einen Film zum Sound auszudenken, der vor dem inneren Auge läuft.

Wie oben schon erwähnt ist “Nacre” als einseitiges transparentes 12inch Vinyl erschienen. Auf der B-Seite ziert ein Aufdruck die Platte und das Artwork in Form einer dicken Pappe kommt in einer Klarsichthülle aus der Vinylschmiede von Adagio830 und Echo Canyon Records. Hört mal rein – und dann bei Bis Aufs Messer bestellen.

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JOZEF VAN WISSEM & JIM JARMUSCH

Posted in Musik on February 4th, 2012 by D.K.

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Jim Jarmusch, der Mann, der Bill Murray und Tilda Swinton mit Sunn O))), Boris und Earth im Film zusammengeführt hat, traut sich jetzt erstmalig auch als Musiker, ein Full Length Album zu veröffentlichen. Zusammen mit dem niederländischen Lautespieler Jozef van Wissem hat er “Concerning The Entrance Into Eternity” aufgenommen, nachdem Jarmusch bereits auf der letzten Platte von van Wissem zu Gast war und anscheinend musikalisches Blut geleckt hat.

Auf “Concerning The Entrance Into Eternity” kommen klassische Lautentöne von Jozef van Wissem mit E-Gitarrensounds von Jim Jarmusch zusammen. Grundgerüst ist immer der auf der Laute gespielte Song, der untermalt wird von Gedröhne und Feedback aus der Gitarre von Jarmusch. Hier trifft Handwerk auf Freistil und das ist genau der Grund, warum dieses Album so interessant ist. Jim Jarmusches Berühmtheit hilft natürlich die Aufmerksamkeit auf diese Platte zu lenken, doch unabhängig davon ist diese Fusion aus noisigem Gitarrengedröhne und klassischen Lautenmelodien mutig, selten und ungewöhnlich gut. Besonders da, wo Jim Jarmusch mit seiner Gitarre weiter in den Vordergrund kommt, wie bei “The Sun of the Natural World is Pure Fire”, geht das Zusammenspiel der beiden Saitenspieler unter die Haut. Auf dem letzetn Stück der Platte überlässt Jim Jarmusch van Wissem die Instrumentierung und gibt sich als Redner…

Das Album erscheint über das amerikanische Label Important Records auf CD (mit Bonustrack) und LP und ist auch im Shop von Jozef van Wissem erhältlich.

jozef van wissem & jim jarmusch

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RADERE

Posted in Musik on January 29th, 2012 by D.K.

Carl Ritger aus Boulder (Colorado) ist der Mann hinter Radere. Boulder heißt übersetzt Felsblock und liegt am Fuße der Rocky Mountains. Und es ist die Geburtsstätte von “I`ll Make You Quiet”, dem neuen Album von Radere, das auch sowas wie ein Felsblock am Fuße der experimentellen Gitarrenmusik ist.

radere artwork

Alles fängt an mit dem Titeltrack “I`ll Make You Quiet”, der genau das hält was er verspricht. Der Sound setzt ein und entwickelt sich aus einer Ambientvorlage in ein noisiges Gewitter, das aber nicht kakophonisch daherkommt, sondern mit einer hintergründigen Melodie aufwartet und fesselt. Ich bin ruhig, ich lausche… Versprechen gehalten. “Sometimes, I Can’t Make Full Sentences” ist direkter und greifbarer als der Opener. Der Sound wandert immer zwischen Elektro und Gitarrentönen, verbindet sie, löst sie. “…So I Left” steigt sofort mit einer Felsenwand von Sound ein, Gitarrenklänge wie eine besessene Kirchenorgel kommen und gehen wie Ebbe und Flut, bis am Ende nur das schräge Zwitschern von Vögeln(?) bleibt. “Good Evening, Ghosts (Version)” brodelt vor sich hin; dumpfe Sounds, die sich im Hintergrund halten, und die stetige Erwartungshaltung, wieder von einer Noiseeruption überrollt zu werden. Doch es bleibt nur beim Brodeln, kein Ausbruch, Spannung kann er halten dieser Herr Ritger. “Stay Away” als Abschluss tritt soundlich dann wieder in den Vordergrund der Boxen/Kopfhörer. Field Recordings, Drones, Ambientflächen, noisige Einschübe… Dieses Album ist wirklich ein Felsblock von Platte, die sich im Gehör festsetzt.

Erschienen ist das Album bisher nur als Download über die Bandcampseite des Onlinemagazins Future Sequence, das bisher nur zwei kostenlose Ambientcompilations veröffentlicht hatte, auf denen auch Radere vertreten ist. “I`ll Make You Quiet” von Radere ist das erste Album eines Solokünstlers, das über Future Sequence erscheint. Nicht nur wegen des genialen Masterings von Jannick Schou und des erhabenen Artworks (in diversen Größen auch als Wallpaper erhältlich) eine Pressung auf Vinyl wert.

Auf der Bandcamp Seite von Radere gibt es übrigens viele weitere Sounds zu entdecken, viele kosten auch nur eine Spende eurer Wahl.

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LIVEBERICHT: DER SONNTAG VOM DENOVALI SWINGFEST 2011

Posted in Musik on October 5th, 2011 by D.K.

Nachdem wir Sonntagfrüh verdammt lang gepennt haben, machen wir uns gegen 13 Uhr auf zum letzten Denovali Swingfest Tag.

fragments de la nuit @ denovali swingfest 2011

Les Fragments de la Nuit arrangieren sich gerade auf der Bühne. Von der Instrumentierung vielleicht das ungewöhnlichste Ensemble des Festes, denn Cello, Flügel und zwei Violinen sieht man hier nicht so oft. So ist dann auch das Set der Franzosen sehr klassisch, kann aber wahrscheinlich gerade deswegen auch besonders überzeugen. Am Ende springen die auf dem Boden hockenden Leute auf, um unter Jubel zu applaudieren, überraschend.

kodiak+N @ denovali swingfest 2011

Zwei Schilder vor der Bühne lassen die Gäste wissen, dass auch der Veranstalter die Idee mit den Stühlen vor der Bühne nicht so klasse findet. Coole Sache. Auch cool ist der Soundcheck von Kodiak+N. Die Jungs machen ihre Späßchen und als N alias Hellmut von der Bühne verschwindet und alle schon fertig sind und auf ihn warten, wird er mit großen Beifall Star-like begrüßt, als er wieder auftaucht. Die Kollaboration Kodiak+N ist für das letztjährige Swingfest ins Leben gerufen worden und aus einer Idee ist mittlerweile ein Album geworden, dass die Vier am Sonntag live präsentiert haben. Experimenteller Doom vom Feinsten. Auch wenn die Bandmitglieder sich auf der Bühne selbst nicht gegenseitig hören können (was zu lustigen Gesichtsfragezeichen führt), ist das Set überwältigend. Wer die Möglichkeit hat, die Band auf ihrer derzeitigen Tour zu sehen, sollte sich das nicht entgehen lassen.

her name is calla @ denovali swingfest 2011

Her Name is Calla, auch Swingfest erprobt, setzen auf eine gute Mischung aus Melancholie und Energieausbruch. Die Songauswahl ist gut und kann überzeugen und obwohl ich eigentlich nur mal reinhören wollte, um dann nach hinten zu gehen, bleib ich bis zum Schluss vorne stehen.

tim_hecker soundcheck @ denovali swingfest 2011

Am Sonntag sind die One-Man-Bands in der Unterzahl, dafür ist aber Tim Hecker einer von diesen. Ein sympathischer Kanadier, dieser Herr Hecker. Er baut sein Set auf, das vom Bühnenrand aus wie folgt aussieht: ein Laptop mit überklebtem Leuchtapfel, ganz viele Geräte, aus denen fette Kabel rausragen, und ein Ding mit Tasten, aus dem derbe Basssounds erdröhnen. So derbe, dass Hecker selbst schmunzeln muss, nachdem er die Sounds in der Halle ausprobiert. Leider sind die Denovali Jungs so nett, den Künstlern alle Wünsche zu erfüllen, und so findet das Set von Tim Hecker in völliger Dunkelheit statt. Einzig der Laptopmonitor lässt Heckers Silhouette erscheinen. Schade. Also bleibt einzig und allein die Musik und die ist berauschend. Flächen von Noise- und Ambientsounds gepaart mit extrem unterschwelligen Beats und alles bei einer krassen Lautstärke, die durch den ganzen Körper fließt. Der Mann versteht sein Handwerk.

hauschka @ denovali swingfest 2011

Und weil wir schon bei One-Man-Bands sind folgt Hauschka kurz danach. Wenn man seine Musik auf Platte und den Begriff „Prepared Piano“ hört, denkt man sich so einiges, aber wenn man live sieht, was er da macht, der Hauschka aus D’dorf, dann ist das schon wirklich beeindruckend. Dank einer Videokamera, die das Innenleben des Flügels filmt, ist zu sehen, was Hauschka da macht. Da liegen Rasseln, Kronkorken, Stäbchen, Ebows und Ketten im Flügel und verfremden so den Sound, dass man gar nicht darauf käme, dass das was zu hören ist auf einem klassischen Flügel vorgetragen wird. Auch ein Beutel voller Ping-Pong-Bälle wird im Flügel entleert. Witzig anzusehen und interessant anzuhören. Hauschka muss man live gesehen haben.

Kurz nach 21 Uhr sorgen dann Hidden Orchestra für Stimmung mit ihrem Set bestehend aus zwei Drummern, einem Gitarristen und einer Dame an Elektronik und Violine. Sehr beatlastig und gut gelaunt triphoppen sich die vier Briten durch ihre Stunde Swingfest und besonders Poppy sieht mit ihren Moves hinter der Elektronik aus wie eine hippe DJane in einer angesagten Disco. Ich hab da keinen Bock drauf, denn ich möchte mich seelisch auf Sunn o))) vorbereiten, die ganz sicher nicht gut gelaunt sein werden.

Nach Hidden Orchestra müssen alle Gäste den Saal verlassen, damit Sunn o))) die Bühne umbauen können, um ihren Soundcheck zu machen. Also eher um auszuloten, wie laut sie maximal spielen können, ohne dass die Trommelfelle der Swingfestgemeinschaft zerstört werden.

hidden orchestra @ denovali swingfest 2011

Eigentlich sollten Sunn o))) um 22 Uhr spielen, aber das ist der Zeitpunkt, als der Saal für den Soundcheck geräumt wird. Um Mitternacht dürfen wir dann alle wieder rein. Der Saal steht im Nebel. Sehr schwaches blaues Licht lässt die Amptürme auf der Bühne erahnen. Das Konzert beginnt mit einem typischen Greg Anderson und Stephen O´Malley Droneduell. Im Hintergrund ist noch eine Gestalt an einem Moog Rogue (keine Ahnung wer das war). Natürlich alle in Kutten. Die Arme heben sich bedrohlich im Nebel, um dann in imposanten Posen gen Gitarrensaiten versenkt zu werden. Es dröhnt, es dröhnt laut, gesundheitlich bedenklich laut, aber das muss so sein bei Sunn o))), denn sie wollen eher gespürt als gehört werden. Das ganze Gedröhne dauert eine Stunde, bis dann überraschend Attila Csihar auftaucht und in einem leiseren Gedröhne seine Drone-Predigt in akzentreichem Englisch und mit verschiedenen Stimmen vorträgt. Währenddessen verschwinden Greg und Stephen und kommen eine halbe Stunde später wieder, um Attilas Predigt zu beenden und nochmal eine halbe Stunde noch lauter als am Anfang zu spielen. Zwei Stunden Drone-Oper als großes Finale für das diesjährige Denovali Swingfest. Das geht nach drei Tagen Festival, wo man fast gar nichs verpassen wollte, verdammt in die Knochen. Respekt vor allen, die bis zum Ende durchgehalten haben.

Fazit zum Sonntag: Tim Heckers Sounds haben eine so starke Wirkung gezeigt, körperlich und seelisch, dass der Kanadier mein Highlight des Tages ist. Da müssen sich Sunn o))) leider mit dem zweiten Platz begnügen. Aber ganz knapp.

after sunn o))) @ denovali swingfest 2011

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KODIAK & N – RN/XE

Posted in Musik on August 13th, 2011 by D.K.

Letztes Jahr haben sich die drei Musiker von Kodiak mit dem Ambientdronegitarristen N zusammengetan, um einen gemeinsamen Auftritt für das letztjährige Denovali Swingfest einzuproben. Wir haben die Vier kurz nach den ersten Proben zum Interview gebeten, das ihr hier findet. Dann folgte der Auftritt, der nicht nur beim Publikum gut ankam, sondern auch bei der neuformierten Band Kodiak & N. Es folgten neue Proben und im April der Gang in die Tonmeisterei nach Oldenburg.

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Jetzt ist das gemeinsame Werk namens “Rn/Xe” fertig. Das Album besteht aus zwei epischen, fast 20minütigen Songs, die jeweils eine Vinylseite einnehmen. Es beginnt mit “Radon”, benannt nach einem Edelgas, wie das Cover der Platte verrät. Gedröhne stimmt den Hörer ein, lullt die Ohren mit Noiseflächen ein, verdunkelt die Gedanken. Man merkt gar nicht, dass das Ganze fast die Hälfte des Songs andauert, dann werden die Vier fast still, nur ein leises Dröhnen ist zu hören, das in einen doomigen Ausbruch mündet. Die Drumsounds preschen hervor, die Saiteninstrumente kreischen, dröhnen, feedbacken, aber alles mit Struktur, was dem Song den besonderen Reiz verleiht. Kurz vor Ende dann wieder die Auflösung des Gewitters in ein fettes Gitarren- und Bassgröhlen.
Der zweite nach einem Edelgas benannte Song “Xenon” dagegen kommt schon zu Beginn zur Sache. Mit eindeutigen Gitarrenakkorden in Anlehnung an Doomsounds aus vergangenen Zeiten. Wer einen Vergleich mit anderen Bands braucht, soll sich die alten Black Sabbath vorstellen, gepaart mit Amenra, Neurosis und Sunn O))). Das gilt zumindest für die erste Hälfte. Denn nach einem gelungenen Bruch wird der Song still und baut sich wieder langsam auf mit delayverzierten Gitarrenmelodien und marschierenden Drums, umhüllt von Gedröhne, das immer lauter wird, und nach einigen Minuten so unerwartet ineinander verflochten im Einklang endet. Begeisternd.

Gut, dass die Vier zusammengefunden haben, denn was hier präsentiert wird sind keine Edelgase sondern Edelmetal vom Feinsten.

“Rn/Xe” ist als schwarzes und schwarzweißes Vinyl über Denovali Records vorbestellbar.Kodiak + N

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SIGNALSUNDERTESTS

Posted in Musik on July 24th, 2011 by D.K.

Signalsundertests ist nicht nur der Bandname des britischen Duos, das aus Ricky Graham und John King besteht, sondern auch sowas wie das Motto der Band, die entstanden ist, nachdem sich die beiden Soundtüftler zusammengetan haben, um neue Gerätschaften für Liveperformances zu testen.

mecca

Aus diesem Soundgetüftel (wörtlich zu nehmen, wenn man ein Blick auf die Seite von Ricky Graham wirft) ist das gemeinsame Album “Mecca” entstanden, das das Schaffen der beiden auf einer CD vereint. Der Titelsong mit seinen orientalisch anmutenden Elektrosounds und den stark verfremdeten Gitarrensounds bringt alle Vorraussetzungen für einen Ohrwurm mit. Die restlichen Songs bewegen sich mit surrenden Elektrotönen und subtilen Beats zwischen Ambient und experimenteller Elektroimprovisation. Selbst ein Ausflug in Hip-Hop-Gefilde wie bei “Pushpull” erstaunt einen wenig. Abgerundet wird das Album durch den Livetrack “#339900″, der die Livequalität der Signalsundertests-Sounds unter Beweis stellt. Als Abschluss “Glisten” mit weiblichen Vocals und einem sphärischen Soundgerüst.

Wer sich für elektronische Musik oder experimentelle Sounds interessiert, sollte sich diese Platte nicht entgehen lassen. Zumal sie ja auch sehr günstig über die Bandcamp Seite von Signalsundertests bestellt werden kann.

Im September zusammen mit N und Premonition Factory auf Tour.

signalsundertests

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EMMA RUTH RUNDLE

Posted in Musik on July 23rd, 2011 by D.K.

Emma Ruth Rundle spielt Gitarre und singt im Duo The Nocturnes, sie spielt Gitarre bei den Red Sparowes und gestaltet Artworks für Bands wie Windmills By The Ocean. Viel beschäftigt, könnte man meinen. Da entspannt man sich doch am besten, zwischen den Live Shows mit den Red Sparowes, wenn man im kleinen Tourvan durch Europa fährt. Nicht Emma.

Emma Ruth Rudle

Emma Ruth Rundle hat die Zeit im Tourvan genutzt, um ihr erstes Soloalbum “Electric Guitar: One” einzuspielen. Mit einer kleinen E-Gitarre für unterwegs hat sie sechs Songs aufgenommen, die, wie der Titel ja auch verspricht, nur aus Gitarrensound bestehen. Die Platte bewegt sich stetig zwischen Ambient, Prog Rock und irgendwas was sowohl als eingängig, aber auch zugleich avantgardistisch bezeichnet werden kann. Sich in die Gehörgänge festsetzende Melodien treffen auf sphärische Soundflächen und der Musik ist anzuhören, dass sie zwischen den Red Sparowes Konzerten geschrieben wurde. Für das endgültige Abmischen hat sich Emma die Hilfe von Bandkollegen Bryant Clifford Meyer (Isis, Taiga, Windmills By The Ocean) hinzugeholt.

“Electric Guitar: One” ist in Eigenregie erschienen und in einer streng limitierten Auflage auf CD und LP hier erhältlich. Wer vorab reinhören möchte, kann dies auf Emmas Bandcamp Seite machen.

Emma Ruth Rudle - Electric Guitar:One

 

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TERMINAL SOUND SYSTEM

Posted in Musik on June 26th, 2011 by N UND D.K.

Mit Terminal Sound System haben sich Denovali Records eine weitere australische Band ins Repertoire geholt. Hinter Terminal Sound System verbirgt sich das Ein-Mann-Projekt von Skye Klein aus Melbourne, das schon seit 2001 besteht. Die Diskografie diese Projektes umfasst schon sieben Veröffentlichungen auf CD und Vinyl sowie eine Video-EP. Denovali Records haben gleich zwei Alben auf einmal veröffentlicht und präsentieren die Band ertsmals dem europäischen Publikum. Einmal mit der Vinylversion des letzten Albums “Constructing Towers” und dem neuen Album “Heavy Weather” auf CD und Vinyl.

terminal sound system - constructing towers

“Constructing Towers” ist das erste Denovali Album von Terminal Sound System, das bereits 2008 in Australien veröffentlicht wurde und jetzt erstmalig auf Vinyl erscheint, sozusagen das Europa Debüt der Band. Auf “Constructing Towers” präsentiert Skye Klein seinen Klangkosmos, der vor allem instrumental (wenn nicht grad irgendwas geflüstert oder durch den Vocoder gejagt wird) ist und sich zwischen Dub, Trip-Hop, und Drum’n'Bass bewegt. Zumindest ist das am Anfang des Albums so. Der Titeltrack treibt mit seinem recht schnellen Beat voran und wird im Hintergrund von langsamen Soundflächen untermalt. Der Beat steht hier eindeutig im Vordergrund und wird in verschiedensten Variationen immer weiter ausgebaut. Dann kommt der Bruch mit “Alaska” an vierter Stelle. Mit Gitarrenriff und fetten Bässen ein überraschender Rocksong, der aber nach vier Minuten an Tempo verliert und sich in einen epischen Drum’n'Bass Song verwandelt. Hier also der Hinweis, dass Terminal Sound System klangtechnisch nicht festgelegt ist. “Wolves” mit derbem Orgelgedröhne und langsamen, aber kraftvollen Drums der Verschnauffpunkt vor der zweiten Hälfte des Albums. Elektroimprovisation in “Sunshine”, die hin und wieder in diverse Stilrichtingen ausbricht, “Firefly Butoh” sowas wie elektronischer Darkjazz, “Duchamp Falls” dann eindeutig darkjazzig. Sax, Kontrabass, Orgel und Jazzdrums. “Theme For Broken Home” klingt mit seinen wabernden Gitarren und Keyboardtönen wie ein Theme für einen Lynchfilm. Der Abschluss mit “Zodiac” dann nach einer sich immer weiter aufbauenden Soundwand aus Gefiepe, Keyboards, Drums und postrockigen Gitarreneinsätzen stark an die Schotten von Mogwai erinnernd. Was für eine Soundreise. (D.K.)

terminal sound system - heavy weather

So wie das Cover von “Heavy Weather” mit seiner filmsequenzartig herumlaufenden Bilderfolge, die erst auf dem zweiten Blick verrät, dass es eigentlich ein einziges, extrem langes ist. …und vergleichbar zu diesem einzigen, zwischen ferner Landschaft vor fast-nur-Himmel und näherer Umwelt wechselnden Bild, bildet die aus neun Stücken bestehende Veröffentlichung eigentlich einen durchgehenden Strom, besser Sog aus weitgehend instrumental gehaltener… ja; was? Musik, klar: das Rückgrat möglicherweise dunkle elektronische Soundscapes über treibender, teils breakbeatartiger, teils rockiger Rhythmik (die wiederum in beiden Fällen eine eher natürlichere Soundästethik bevorzugt), dazu immer auch wieder vereinzelte turmhohe Riffs (wie im Opener „Lords Of The Living, Masters Of The Dead“, die zumindest mich auch mal an A Storm Of Light erinnern); selbst in den ruhigeren Momenten immer zumindest mit der Andeutung einer Sprunghaftigkeit, fertig zum Ausbruch. Dazu chorartige Sequenzen, teils mit leicht vocoderhaftem Sound und alles unter einem Himmel, der allein schon über seine Farbe Bedrohung ausdrückt. Und über allem der unstete Schub nach vor. Alles andere als Chill-Out, viel mehr ein Elektronik/Rock/Club/Ambient-par-force-Ritt; Destination Horizont. End-Titles inklusive… Und: für „Heavy Weather“ gilt viel mehr als für andere, für die dieser Vergleich gern herangezogen wird: hier wird ein Film erzählt; musikalisch. (N)

“Constructing Towers” und “Heavy Weather” von Terminal Sound System sind (wie oben zu sehen) in verschiedenen Vinyl-Farbvariationen über die Denovali Mailorder erhältlich. Letzteres Album ist auch auf CD erschienen. Beide Alben sind für Freunde digitaler Musik seit dieser Woche auch im neuen Denovali MP3 Store erhältlich. Dort könnt ihr auch eine kostenlose Tour EP herunterladen, auf der jeweils ein Song der beiden Alben vertreten ist. Zusätzlich gibt es einen unveröffentlichten Track und die Videos zu “Constructing Towers” dazu.

Die restlichen Veröffentlichungen von Terminal Sound System könnt ihr im Stream auf Bandcamp anhören und für kleine Beträge runterladen.

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PLEQ

Posted in Musik on April 17th, 2011 by N

Extrem subtile Veröffentlichung,  Abstraktion und Konkretheit, Askese und Wärme, Ton und Geräusch, Instrumente und Nichtinstrumente…das ist das was Bartosz Dziadosz alias Pleq aus Polen hier erschafft.

pleq

“Absorbed By Resonance” stellt sich selbst an keiner Stelle in den Vordergrund, drängt sich nicht auf; betont die eigene Anwesenheit mehr durch die Stille, die das Ganze ausstrahlt, umgibt, vermittelt, als durch die schon fast zurückhaltend subtile Musik selbst; Musik wie Mikromelodien in einem leicht abgedunkelten Raum. Erstaunlich dabei die Momente, in denen Pleq die Lautstärke anzieht: zuerst fast wie ein kleines Versehen, eine Nachlässigkeit in der Abmischung der Lautstärke zwischen den verschiedenen Tracks wirkend; in der Auswirkung aufgrund der fragilen Gesamtstimmung aber fast brutal beim Hörer ankommend (dabei jedoch stets kurz vor zu viel gekonnt abgefedert, keine Angst), ein hintergründiger Ansatz, Hörgewohnheit zu konterkarieren…

Pleq_absorbed_by_resonance

Loops (aus Samples? Selbst eingespielt? Gitarren?), aufgenommene und / oder gesamplete Geräusche, und zurückhaltende Elektronik bilden die Zutaten, aus denen Pleq vordergründig loopartig statische, in Wirklichkeit höchst lebendige, sich selbst im Detail immer wieder variierende Miniaturen schafft; dies ist, für den der Vergleiche mag, so etwas wie eine Fortsetzung des typischen Mille-Plateaux Sounds; mit der Betonung auf Fortsetzung: die Klangästhetik mit einem Focus auf Wärme und Geschlossenheit; als kleine Haken gesetzte Störgeräusche; extrem zurückhaltende Rhythmik, weit mehr Ambient als bewegt. Ein Zusammenklang aus Geräusch und Ton; auch dann, wenn dieser in seiner Umkehrung der Gewichtung eigentlich paradox zusammengesetzt ist; immer unter dem Deckmantel, die durchgehende Stille nicht zu brechen, die subtile Atmosphäre nicht zu stören; z.b. beim sechsten Track, der einen geräuschhaften Loop in den Vordergrund stellt, wie der Klang einer Auslaufrille einer alten Vinylplatte und erst ganz weit dahinter die Musik, ebenfalls geloopt, eine warme, sich drehende Fläche und einige wenige, bis vorn durchbrechende Sprengsel aus hochfrequenter Elektronik.

Sehr schöne Veröffentlichung, die gerade auch wegen der ihr eigenen Charakteristik schnell übersehen werden könnte; eigentlich ein Fall für ein Vinyl-Release, wobei: das Artwork dieser Digitalversion des japanischen Labels Matter ist durchaus gelungen; auf seine Art.

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BLOCK! ANTONIUS BLOCK!

Posted in Musik on April 10th, 2011 by D.K.

Block! Antonius Block! ist ein Trio aus Mailand und hat mit seinem Dabütalbum “The Tyranny Of Small Decisions” einen Platz in der Bandriege des italienischen Independet Labels Frohike Records gefunden.

block! antonius block!

Das Trio zeigt sich auf der Platte spielfreudig und energiegeladen. Mit Einsatz von Bass, Gitarre, Drums und einigen weiteren Elementen, wie gelegentlichen Vocals, präsentiert sich die Band mit bissig bis provokativ kritischen Songtiteln wie “Business Class Fall”, einem aus drei roten Dreiecken bestehenden Bandlogo und hangemachtem Artwork, samt Motto “With your hands you can change the world”.

block! antonius block! artwork

Die Platte ist staubtrocken produziert und lässt auch ohne Vocals und Songtitel erahnen, dass die Band sehr direkt unterwegs ist. Der Sound ordnet sich irgendwo zischen Post-Hardcore und Post-Rock ein. Hier überzeugt kein innovatives Songwriting, sondern die musikalische Präsenz der Band. Der fast viertelstündige Abschlusssong “Metaphysics Of Action Illustrated” mit einem polemischen Bill Hicks O-Ton am Ende, ist auch gleichzeitig der Höhepunkt des 43minütigen Debüts von Block! Antonius Block!.

block! antonius block! artwork

Das Album ist in einer aufwendig handgemachten Auflage von 300 Pappmaschee-Exemplaren bei Frohike Records erschienen

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OWWL

Posted in Musik on March 18th, 2011 by N

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Die Besonderheit von “Tree Speaks To Stone; Stone Speaks To Water” von OWWL aus Bonn liegt darin, dass es die Erwartungen nicht erfüllt; zumindest nicht die nahe liegenden: Stefan Otto (Harmonium) und Mick Schulz (Feedback-Gitarre), legen ein Drone-Album vor.

Soweit… und/aber: legen damit mal eben eine weitere Möglichkeit vor für “ein eigener Stil und wie man ihn erreichen kann”. OWWL outen sich dabei als Minimalisten, konzentriert auf die zwei Klangquellen und, soweit ich das beurteilen kann, zumindest weitestgehend fokussiert auf das, was ohne Overdubs spielbar ist. Setzen auf einen extrem archaischen Sound, der (gefühlt) die Naturassoziationen des Titels perfekt widerspiegelt und als rauer, bröckelig korrodierter Klangstrom alle vier Stücke bestimmt und zu einem sehr homogenen Ganzen verschmilzt. Einem sehr präsenten ganzen zudem; körperhaft windend, fernab bekannter sphärischer entwürfe des Genres. Der Ton scheint fast lebendig; wie ein Tier, dass, in irgendeiner weise verwundet, seinen schmerz herausschreit.

Definitiv keine Hintergrundmusik, selbst bei geringer Lautstärke entwickelt “Tree Speaks To Stone; Stone Speaks To Water” eine Präsenz, die Aufmerksamkeit (oder eben Flucht) geradezu erzwingt. Durch den Verzicht auf erkennbare Melodien und den stellenweise fast atonalen Charakter (positiv gemeint), der dennoch nie auch nur in die Nähe von Noise gerät und die soundlichen Eigenheiten der beiden Instrumente bis ins Extrem miteinander verwebt, wird die das ganze Album beherrschende Atmosphäre einer archaisch-rituellen Bedrohung nur noch verschärft; auch der abrupte Schluss von “IIII” passt zu dem kompromisslosen Konzept perfekt. Beschwörende Schamanen, die Beiden, davon bin ich überzeugt. Sehr empfohlen für alle, die ein Ohr für Drone jenseits von Produktions-Überzuckerung haben. Und für die anderen, zum freihören. Hoffentlich auch einmal live zu hören…

owwl

Cover aus gefalteter, superschwerer pappe mit dem Foto eines Gefiedergewirrs… sagte ich: Schamanen? + transparenter Papiereinleger. Hörproben und Bestellmöglichkeiten findet ihr hier.

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GENERAL LEE

Posted in Musik, Release on November 28th, 2010 by M.H.

Die Franzosen General Lee haben sich mit ihrem Sludge/Post-Metal klar in der Tradition von Bands wie Cult of Luna positioniert. Die Parallelen zu den Schweden, mit denen sie in der Vergangenheit auch schon mal gemeinsam auf Tour waren, sind nicht zu überhören. Jedoch sorgen sie speziell auf ihrem aktuellen Album “Roads”, das diesen Monat beim französischen Label HipHipHip erschienen ist, für die nötige Portion Eigenständigkeit, indem sie verstärkt balladeske Elemente und erstmals cleane, melodische Vocals in ihren Sound einbauen.

Den ruhigen Momenten, die auch auf dem Erstling “Hannibal Ante Portas” bereits ihren festen Platz hatten, wurde noch mehr Raum gewährt, was dem Sextett bestens zu Gesicht steht. Am deutlichsten offenbart sich diese dezente Neuausrichtung in dem Song “Hunted (Ashes By The Dawn)”, der Erinnerungen an das “Afterlife” Experiment von Amenra weckt.

Bisher haben General Lee für die nächsten Monate nur Konzerte in Frankreich und Belgien angekündigt. Sobald Termine für den deutschsprachigen Raum feststehen, werdet ihr sie bei uns finden. Bis dahin solltet ihr die beiden Alben der Band mal antesten. Hörproben liefern wie üblich MySpace und LastFM.

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FLYINGDEADMAN

Posted in Musik on July 31st, 2010 by M.H.

Das französische Quintet Flyingdeadman verbindet elektronische Soundscapes mit modernem, teils hartem Alternative Rock und bildet daraus seine ganz eigene musikalische Spielart, die die Band selbst sehr treffend als Trip-Rock bezeichnet. Die Songs ihres zweiten Albums “W.E.N.” sind größtenteils sehr ruhig gehalten, überraschen aber immer wieder mit rockigen, kraftvollen Ausbrüchen, die ihnen die nötige Portion Härte und Dynamik verpassen. Speziell in diesen Momenten können auch die zwei Bassisten glänzen und sorgen mit ihren Instrumenten für erheblichen Druck. Über der Musik schwebt der sehr gefühlvolle, melancholische Gesang, der die insgesamt eher düstere Atmosphäre noch unterstreicht.

“W.E.N.” wurde im April veröffentlicht und ist am einfachsten direkt über den Flyingdeadman Online Shop zu beziehen. Dort findet ihr auch ihr selbstbetiteltes Debütalbum und eine kleine Auswahl Merchandise.

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RADARE

Posted in Musik, ontheroad, Release on July 19th, 2010 by M.H.

Radare ist eine junge Band aus Wiesbaden, gegründet 2008 durch Mitglieder der aufgelösten Hardcore Band Actress. Mit “Infinite Regress” haben sie im März ihr selbst produziertes Debütalbum via Shark Men Records/I.Corrupt.Records vorgelegt, das es mit seinen vier überlangen Songs auf eine Gesamtspielzeit von knapp 44 Minuten bringt.

“Infinite Regress” wird dominiert von einem episch-atmosphärischen, von abwechslungsreicher Gitarrenarbeit getragenen Mix aus Postrock, Doom und Sludge, wobei mit dem geschickten Aufbau von Spannungsbögen und der steten Steigerung der Intensität innerhalb der Songs, auf ein bewährtes Stilmittel des erstgenannten Genres zurückgegriffen wird. Eine eigenständige musikalische Note kreiert die Band, indem sie zwei Extreme in ihren Sound integriert. Zum einen sorgen Metal-/Hardcore-Zitate an den entsprechenden Stellen für die nötige Brachialität, wohingegen der Einsatz einer Posaune den Hörer in den ruhigen Passagen teilweise gar in verrauchte Jazz-Bars zu entführen scheint. Zudem agiert die Band über weite Strecken rein instrumental und setzt den Schreigesang nur sehr sparsam dosiert im Hintergrund ein. Insgesamt merkt man deutlich, dass bei Radare erfahrene und fähige Musiker am Werk sind und man darf auf zukünftige Veröffentlichungen mit Recht gespannt sein.

Zwei Songs des Albums könnt ihr euch auf der MySpace Seite der Band als Stream anhören und eine der limitierten weißen Vinylscheiben oder die ebenfalls limitierte Japan-Import CD sichert ihr euch am besten direkt über den bandeigenen Online Shop. Wir empfehlen darüber hinaus den Besuch ihrer im Herbst anstehenden Tour mit East Of The Wall. Die genauen Termine findet ihr in unserer ONTHEROAD Rubrik.

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