EIN LETZTER BLICK ZURÜCK

Posted in Musik on January 4th, 2013 by Redaktion

2012 hat sehr viele musikalische Perlen hervorgebracht, die natürlich auch in diesem Jahr weiter gehört werden sollen. Wir sind mal in uns gegangen und haben unsere fünf liebsten Veröffentlichungen für euch alphabetisch aufgelistet.

Die fünf Favoriten von C.C.
███████ – ( 0 2 )
Chelsea Wolfe – Unknown Rooms
Fear Falls Burning – Disorder of Roots
Hildur Guðnadóttir – Leyfðu Ljósinu
Nadja & N (23) – Vomos

Die fünf Favoriten von N
Ehnahre – Old Earth
Fear Falls Burning – Disorder Of Roots
Jon Porras – Orilla Oscura
Monarch! – Omens
Yodok – Yodok 1

Die fünf Favoriten von D.K.
Jodis – Black Curtain
Mamiffer & Locrian – Bless Them That Curse You
Jon Mueller & James Plotkin – Terminal Velocity
Radere – I`ll Make You Quiet
Year Of No Light & thisquietarmy – Self Titled

Die fünf Favoriten von M.H.
Amenra – V
BSON – Negative Black
Downfall Of Gaia – Suffocating In The Swarm Of Cranes
Graveyard – Lights Out
Jack White – Blunderbuss

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AGE OF DELAY COLLECTIVE

Posted in Musik on December 16th, 2012 by D.K.

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Musik zieht ihre Kreise, die man nicht stören sollte. Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass wir euch das Live-Band-Debut des Bersarin Quartetts in der Christuskirche Bochum präsentiert haben. Die eigentliche One-Man-Band ist damals erstmalig von Livedrums und Livegitarre/-bass unterstützt worden. Die Musiker selbst stammen von der Band Racquets, deren kreativen Instrumentalrock wir euch bereits hier vorgestellt haben. Hörbeispiele zu beiden oben genannten Kombinationen findet ihr auf unserer Compilation.

Mittlerweile haben die Jungs das sogenannte Age Of Delay Collective gegründet, das neben Racquets die beiden Soloprojekte Patkow und Exchampion beinhaltet.

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Exchampion ist das Soloprojekt von Drummer Benjamin, der sich hier an der Elektronik austobt. Und wie es zu erwarten ist, wenn ein Drummer solo unterwegs ist, gehts hier rhythmisch so richtig zur Sache. Synthiefeuerwerke vom feinsten mit Kopfwackelgarantie. Allein in diesem Jahr sind bereits drei EPs erschienen. Das Debüt “To Aurora” mischt Dubstep der Neuzeit und 80er Jahre Synthiesounds. “Attaboy Ben! Pt.1″ führt diesen Sound weiter aus und lässt in eigenständiger wirken. Auf “Attaboy Ben! Pt.2″ gibt eine weitere Steigerung. Hier hat der Exchampion Sound starken Wiedererkennungswert, nicht weil er zugänglich ist, sondern weil er so einzigartig zwischen verschiedenen Stilrichtungen springt und dadurch wie ein Soundsog eine sehr eigene Fusion hervorbringt. Bersarin Quartett Chef Thomas Bücker lässt sich einen Gastauftritt auf “Attaboy Ben! Pt.2″ nicht nehmen.

Patkow bewegt sich ebenfalls im elektronischen Bereich. Auf der “Heavitree” EP werden die Saiten scheinbar beiseite gelegt und der Elektronik der Vortritt gelassen. Wer aber genau hinhört, wird mit einer massiven Masse aus Beats, Gitarren, O-Tönen und elektronischen Sounds beschallt. Freunde von experimentellen Elektroniksounds mit greifbaren Strukturen kommen hier voll auf ihre Kosten.

Alle EPs gibt es zum kostenlosen Download auf Bandcamp. Wer an einer greifbaren Version der EPs interssiert ist, sollte unbedingt mal bei den Künstlern selbst anfragen.

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GEMEINSAM EINSAM

Posted in Musik, Release on December 1st, 2012 by D.K.

Otto A Totland und Erik K Skodvin kennen sich schon seit einer Ewigkeit, wie dem Foto aus ihrer ersten gemeinsamen 7inch zu entnehmen ist. Zusammen sind die beiden das experimentelle Duo Deaf Center, alleine hat Erik K Skodvin schon ein Album unter seinem Namen veröffentlicht und ist sonst alias Svarte Greiner unterwegs. Otto A Totland dagegen hatte sich bisher noch nicht solo ausgedrückt. Auf “Harmony From The Past” präsentieren sich beide Musiker auf jeweils einer Seite.

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Die A Seite gehört Otto A Totland. Drei kurze Klavierstücke mit großem Herzen erwarten hier den Hörer. Minimalistisch wirkungsvoll setzt Totland dem Zuhörer Melodien ins Ohr, die unter die Haut gehen. Die Kürze der Tracks verlangt nach mehrfachem Neuansetzen der Nadel. Die Aufnahmen klingen persönlich, intim wie ein Geheimnis, das einem zugeflüstert wird.

Auf Seite B betritt Erik K Skodvin Neuland und präsentiert dem Hörer einen Track, der nicht nur auf der Gitarre, sondern auch an den Drums entstanden ist. Viel experimenteller als die Gegenseite, aber genau so ergreifend und intim.

Im Kleingedruckten des Inlays steht eine Widmung für ein verstorbenes Greiner Familienmitglied, was das Klangerlebnis um ein weiteres intensiviert. Schön, dass die beiden kleinen Jungen mit den miteinander verkabelten Gameboys immer noch miteinander verkabelt sind…

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“Harmony From The Past” ist der dritte Teil einer siebenteiligen 7inch Reihe von Sonic Pieces. Die Platte ist in einem handgemachten dicken Kartoncover in schwarz mit aufklappbarem gelben Inlay. Der Musik entsprechend gelungen. Leider ist die Platte bei Sonic Pieces  schon ausverkauft, lässt sich aber sicherlich in dem ein oder anderen gut sortierten Online Shop finden.

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VON TILL, KELLY, WINO UND TOWNES VAN ZANDT

Posted in Musik on July 29th, 2012 by D.K.

Als vor über 44 Jahren Townes Van Zandts erstes Album erschien, hätte der texanische Singer-Songwriter, genau wie andere Musiker aus der gleichen Ecke, ein großer Star werden können. 44 Jahre später ist Townes Van Zandt eine Kultfigur der amerikanischen Folk-Blues Szene und Stars sind nur wenige seiner Songs geworden, die von diesen anderen Musikern gecovert wurden.

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In Livesets von Scott Kelly, Steve Von Till und Wino haben Townes Van Zandt Cover ebenfalls immer Platz gefunden. Grund genug, eine Platte mit all diesen Covern der drei Musiker zusammenzustellen. “Songs Of Townes Van Zandt” vereint neun Cover der drei Musiker. Steve Von Till eröffnet das Album mit “If I Needed You”, einem dieser Songs der in der Vergangenheit als Cover bekannt wurde. Von Till interpretiert den Song in reinster Schlichtheit mit Akustikgitarre und tiefst melancholischer Stimme. Scott Kellys erste Interpretation ist die von “St. John, The Gambler”, ebenfalls nur mit Akustikgitarre vorgetragen. Das folkige “Black Crow Blues” von Steve Von Till zeigt den Musiker von einer seiner weichsten Seiten, ohne die unverwechselbare Härte in seiner Stimme vermissen zu lassen. “Lungs” von Kelly ist der erste Song des Coveralbums, in dem Akustik- und E-Gitarre zusammentreffen. Scott Kelly überzeugt mit einer Brüchigkeit in der Stimme, die sich in der schroffen verzerrten E-Gitarre wiederfindet. Erst an fünfter Stelle gibt Wino Ton von sich. “Rake” klingt auch ohne texanischen Akzent irgendwie texanisch. Winos Stimme und Gitarre stampfen voran. “Snake Song” von Steve Von Till überrascht mit Elektronik und subtilem Beat. Die Gitarre wird hier durch die Effekte gejagt und liefert eine experimentell-folkige Klanglandschaft. Winos “Nothin” klagt an und braucht nicht viele Soundvariationen, um seine Message zu liefern. Genau so “Tecumseh Valley” von Kelly. Das Album wird von “A Song For” von Wino abgeschlossen. Mit leicht gedoppelter Stimme gibt Wino die Worte Van Zandts wieder und lässt den Hörer über die Lyrik des verstorbenen Musikers nachdenken.

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Drei Musiker, jeweils drei Interpretationen, allesamt nah am Original, aber originell und überzeugend vorgetragen. Wer sich dann nochmal die Soloplatten von Wino, Scott Kelly und Steve Von Till anhört, wird raushören wie wichtig die Musik von Townes Van Zandt für diese drei Musiker ist. Für manch einen war und ist er eben doch ein großer Star.

“Songs Of Townes Van Zandt” ist über My Proud Mountain auf CD, Vinyl und als Download erschienen.

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SLEEP MAPS AUF DEM SEZIERTISCH

Posted in Musik, Release on July 22nd, 2012 by D.K.

Über das Debütalbum “Fiction Makes The Future” von Sleep Maps haben wir euch bereits an dieser Stelle berichtet. Nun steht eine Remix EP zum kostenlosen Download bereit.

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Auf “The Stars Against Men” haben sich The Post Riot Era den Opener “Men Against The Stars” vorgenommen. Besonderheit ist hier, dass die zehn Remixe der EP allesamt aus dem Soundmaterial eines einzigen Songs bestehen. Für die Remixe sind keine weiteren Soundquellen genutzt worden als das Originalmaterial.

Das Ergebnis ist eine beeindruckende Vielfalt an Sounds, die sich zwischen Ambient, Elektronik und Post-Metal bewegen. Mal bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt, mal einfach nur umgesetzt versprüht diese EP ihren ganz eigenen Charme. Dem ein oder anderen dürften die zehn Manipulationen sicherlich besser gefallen als das opulente Original.

Die EP gibt es als kostenlosen Download auf der Bandcamp Seite von Sleep Maps und wer schon mal da vorbeischaut, kann sich auch gleich die neue Single “Horror In The Telescope” runterladen.

 

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EVAN CAMINITI TRÄUMT NICHT

Posted in Musik on July 21st, 2012 by D.K.

Kaum hat er sein letztes Soloalbum veröffentlicht, bringt Evan Caminiti sein nächstes Album raus. Auf “Dreamless Sleep” öffnet Caminiti die Tür in eine psychedelische Welt voller Gitarren und Synthiedrones.

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Schon bevor man die Musik hört, beschäftigt einen das ungewöhnliche Artwork. Da wo Evan Caminiti sonst mystische Zeichnungen oder Landschaften auf die Cover seiner Alben und die von Barn Owl zaubert, ist jetzt eine Fotografie zu sehen. Diese zeigt im 70er Jahre Stil und mit starker Farbprägung von dunklen Schatten bedeckte Pfeiler, hinter denen ein purpurner Himmel schimmert und eine nicht erkennbare, verhüllte Figur im Mittelpunkt steht. Eigentlich ist auch genau das zu hören auf “Dreamless Sleep”. Sounds, die geprägt sind von 70er Jahre Klängen, mit dunklen Seiten, aber auch mit sphärischen Passagen. Kosmisch, psychedelisch und mit einer großen Prise düsterer Dronegitarren versehen. Die sieben Songs bewegen sich zwischen vier und sieben Minuten, sind getrennt und klingen trotzdem wie eine große Einheit. Wer das Album zum ersten Mal hört, sollte die Platte unbedingt im Anschluss sofort wieder hören. Die Songs klingen beim zweiten Durchhören, durch die Art wie sie sich während der Albumlaufzeit entwickeln, erstaunlich anders oder werden anders wahrgenommen. Ein Klangerlebnis oder Klanggefühl, das man schlecht beschreiben kann, aber auf jeden Fall mal erleben sollte. Warum sollte man hierbei nicht träumen können?

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“Dreamless Sleep” erscheint im August über Thrill Jockey Records.

 

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MACHINEFABRIEK – STROOMTOON

Posted in Musik on July 11th, 2012 by D.K.

Rutger Zuydervelt aus den Niederlanden ist Machinefabriek. Seit fast einem Jahrzehnt beschäftigt er sich nunmehr mit elektronischen Sounds, Field Recordings und manipulierten Gitarrenklängen und erfindet sich dabei immer wieder aufs Neue,  sowohl solo als auch in diversen Zusammenarbeiten mit anderen namhaften Experimentalmusikern.

stroomtoon

An dieser Stelle wollen wir euch sein aktuelles Album “Stroomtoon” vorstellen, das Machinefabriek mit Hilfe von einem Korg Monotron, Field Recordings, Radiosounds, Effektgeräten und einem analogen Tongenerator aufgenommen hat. Das Ergebnis sind fünf elektronische Songs, die mit ihrer anziehenden Kälte direkt überzeugen. Das 18-minütige “Eén” eröffnet das Album wie eine Art schleichender Sirenensound, lullt den Hörer unterschwellig ein und taucht ihn immer weiter in diese von Elektronik umgebene Welt. “Twee” zirpt vor sich her und legt die Grundlage für ein Elektroriff, das wie ein sehr schweres Metal klingt, das unter Wasser gegen etwas anderes schweres trifft. “Drie” dagegen klingt wie ein Sonar, das den Rhythmus vorgibt, während Field Recordings seinen Weg kreuzen. “Vier” konzentriert sich auf den Ton. Der Ton als Welle. Der Ton als Träger, von Informationen und Gefühlen und von Strom. Der Stromton halt. Ein minimalistisches Kraftstück und Highlight des Albums. “Vijf” setzt Akzente, ist basslastig, klingt bedrohlich und erhaben und überrascht zum Ende mit einem Beat. “Stroomtoon” ist die perfekte Demonstration minimalistischer Elektroniksounds mit großer Wirkung.

“Stroomtoon” ist über das französische Label Nuun Records erschienen und auch als Download über die Bandcamp Seite von Machinefabriek erhältlich. Investiert in eines der beiden Formate, es lohnt sich.

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SIMON SCOTT IM NIEDERMOOR

Posted in Musik on May 20th, 2012 by D.K.

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Simon Scott aus dem englischen Cambridge ist Sound Artist und Sound Ökologe. Klingt zunächst merkwürdig, erklärt sich aber, wenn man seine Arbeit zu seinem neuen Album “Below Sea Level” genauer betrachtet. Seine Musikkarriere hat er als Drummer der 90er Shoegazer Band Slowdive begonnen, bevor er vor ein paar Jahren Solo durchstartete. Neben zwei Alben, die über Erik Skodvins Miasmah Recordings erschienen sind, einer Kollaboration mit Jasper TX alias Dag Rosenquist, über die wir hier berichtet haben, und einigen weiteren Releases, steht nun das erste Album für Taylor Deuprees 12k Label an.

“Below Sea Level” ist nicht nur ein Album, sondern eher ein Dokument von Simon Scotts Arbeit und Kindheitserlebnissen. Im Mittelpunkt steht das Niedermoorgebiet Fenland, das in der Nähe von Cambridge liegt und in Scotts Kindheit Ziel vieler Familienausflüge war. Fasziniert von den ewigen Weiten und der Natur diese Gebietes, das unterhalb des Meeresspiegels liegt, hat das Niedermoor ihn sein ganzes Leben lang fasziniert. Bepackt mit Hydrophonen und selbst zusammengestellten Aufnahmegerätschaften ist Simon Scott aufgebrochen, um die Klangwelt des Niedermoors in Form von Field Recordings festzuhalten.

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Das Ergebnis hat Simon Scott auf “Below Sea Level” auf den sieben Stücken “Sealevel 1 – 7″ verewigt. Ein filigranes Zusammenspiel von Natur und Technik trifft hier zusammen. Hier verschmelzen Field Recordings mit elektronischen Sounds und Gitarrenklängen. Während Scott in den ersten beiden Songs dem Hörer noch das Auseinanderhalten der einzelnen Sounds leicht macht und die Gitarre klar erkennbar ist, verschwimmt in den darauffolgenden Songs die Trennschärfe. Elektronische Sounds summen, Vögel geben Laut, Wasser plätschert. Scott achtet auf ein ausgewogenes Gleichgewicht der Sounds und umhüllt den Hörer mit ineinander fließenden Sounds. Klare Gitarrenmelodien kehren zurück, Saitenpicking trifft auf eine Wolke aus Field Recordings. Am Ende bleiben die Field Recordings, die das Album eröffnet haben und auch abschließen.

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Die CD wird begleitet von einem Buch, in dem ein Essay von Simon Scott enthalten ist. Hier wird das Fenland vorgestellt und eine Abhandlung zum Thema “Field Recordings” bietet interessante Ansichten. Fotos des Niedermoors und Skizzen und Notizen von Simon Scott sind auch mit enthalten und ein Skizzendruck und ein Extradownloadcode für ein Liveset runden das ganze Paket nochmal ab.

“Below Sea Level” erscheint Ende Mai über 12k.

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HILDUR GUDNADOTTIR – LEYFDU LJOSINU

Posted in Musik on May 6th, 2012 by D.K.

“Leyfdu Ljosinu” nennt sich das neue Album von Hildur Guðnadóttir, das diese Tage über Touch erscheint. Hinter dem Zungenbrecher verbirgt sich der isländische Satz, der im Englischen “Allow The Light” bedeutet.

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Was die Isländerin dem Licht erlaubt, ist auf dem 40minütigen Album eindrucksvoll zu hören. Das Album besteht aus einem kurzen “Prelude” und dem 35minütigen Titeltrack. Aufgenommen wurde das Ganze diesen Januar im Music Research Center der Universität von York. Drei Mikrofone haben live festgehalten, was Hildur mit ihrer Stimme, ihrem Cello und eine kleinen Auswahl an Effektgeräten gemacht hat.

Das Ergebnis ist eine mystische Klangreise, die mit schwerfälligen Cellotönen eröffnet wird. Langsam streicht der Cellobogen über die Saiten und entlockt diesem großen Instrument noch größere Klänge, die zugleich weich und schwer klingen. Basssound in seiner filigransten Erscheinung. Der Titeltrack fängt erstaunlich Cellolos an. Hildur setzt nämlich nur ihre Stimme ein. Mal mit echten isländischen Wörtern, mal nur mit dadaistischen Klängen, die allmählich durch die Effekte gejagt werden und übereinandergelegt oder geloopt werden. Es baut sich ein Klangkörper aus Hildurs Stimme auf und man kommt sich vor wie in der Odysee, in der man ja vor den Klängen der betörenden Sirenen gewarnt wurde. Egal, die Anziehungskraft ist so stark, da kann man sich nicht fernhalten. Es vergehen etliche Minuten und langsam schleicht sich der Cellosound ein. Lange schleichende Tönen verwandeln sich in schnellerere fast schon aggressive Klänge. Hildur spielt und spielt und spielt und es klingt immer unaufhaltsamer, bis dann überraschend Schluss ist. Das sind verdammt kurze 35 Minuten…

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Touch beliefert euch ab kommender Woche mit zwei Formaten von “Leyfdu Ljosinu”. Klassisch auf CD und als Multichannel Version auf einem 2GB USB-Stick im handgemachten Pappcover. Schön, wie Musik aus alten Instrumenten wie dem Cello, den Weg auf eines der modernsten Klangdatenmedien findet. Viel ansprechender als ein simpler MP3 Download. Egal ob CD oder Stick, besorgt euch diese Platte!

Mehr zu Hildur…

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MARRIAGES – KITSUNE

Posted in Musik on May 2nd, 2012 by D.K.

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Marriages nennt sich das Trio um die drei Red Sparowes Bandkollegen Emma Ruth Rundle, Greg Burns und David Clifford. Auf der Debüt EP “Kitsune” präsentiert sich die Band auf sechs zusammenhängenden Stücken, die die Stärken der einzelnen Bandmitglieder bündeln. Fetter Bass, druckvolle Drums und raumfüllende Gitarrensounds treffen hier auf die Stimme von Emma Ruth Rundle. Ohne Intro prescht “Ride In My Place” direkt nach vorne und ist dank seines treibenden Songaufbaus leider so schnell vorbei, dass man sich kaum auf den nächsten Song “Body of Shade” einstellen kann, der sphärischer und ruhiger, aber genau so überzeugend rüberkommt. Die drei Musiker klingen motiviert und voller Tatendrang. Kein Wunder, dass man da nicht auf das nächste Red Sparowes Album warten möchte, um zusammen zu spielen. “Ten Tiny Fingers” in der goldenen Mitte der Platte ist auch das heimliche Highlight von “Kitsune”. Der Song steigert sich in der Instrumentierung und den Vocals, um dann nach der Bridge überraschend nicht mit einem gesungenen Chorus weiterzumachen, sondern mit einem Gitarrenpart, der in einen doomigen Break mündet. Das ist anspruchsvoller Rock, so wie er sein muss, um nachhaltig überzeugen zu können. Weiter gehts mit dem experimentellen “Pelt”, in dem auch Elektrosounds nicht fehlen dürfen. Das instrumentale “White Shape” löst mit einem wirklich derben Bass “Pelt” ab und zeigt, dass die Band auch in der härteren Gangart voll überzeugen kann. “Part the Dark Again” lässt sich Zeit im Songaufbau und ist mit knapp sieben Minuten der längste Song der Platte. Schade, dass Emmas Stimme hier so stark verzerrt ist. Aber wir wollen ja nicht nörgeln. Diese Platte ist genial und bleibt schon nach dem ersten Hören im Gedächtnis.

Sargent House bietet “Kitsune” sowohl auf Vinyl als auch auf CD an. Hier geht es zum Shop.

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DALA SUN

Posted in Musik on April 6th, 2012 by D.K.

Dala Sun ist eine griechische Band aus der Hafenstadt Patra. Mit etwas über 214.000 Einwohnern ist Patra die drittgrößte Stadt Griechenlands und in ihrem Erscheinungsbild stark gekennzeichnet von der derzeitigen (Wirtschafts-)Krise des Landes. Aus dieser Situation heraus haben sich Dala Sun zusammengerissen und ihr neues Album “Gegenschein” in Eigenregie produziert und ebenfalls selbst die Produktion einer 12inch Vinyl Platte in die Hände genommen.

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Das Ergebnis ist ein Album, das sich zwischen Stoner, Sludge, Punk und dreckigem Rock n´Roll bewegt und nur so vor Energie strotzt. Schon allein das Cover, das ein typisches griechisches Bild der 70er zeigt, auf dem ein Mädchen auf einem Dorfporsche sitzt während im Hintergrund Godzilla gegen Ghidorah kämpft, ist cool genug, um sich diese Platte zu besorgen. “Sludge Machine” eröffnet die Platte mit rotzigem Stonerpunk, “Flying Midget” entwickelt sich altmodisch rockig und doomig, während “Overdosed” einfach nur rockt. Die Songtitel sind schlicht aber auch irgendwie passend. “Guilty for Murder” nimmt zum ersten Mal Tempo raus und setzt mehr auf Atmosphäre und Stonerrhythmen und entwickelt sich zum Ende hin zu einer Soulrocknummer. In dieser Weise machen Dala Sun auch weiter und mit dem Titeltrack “Gegenschein” wird abschließend nochmal schwerfällig in Richtung Stonerdoom gerockt und Eindruck geschindet.

Obendrein gibt es die Platte auch noch als kostenlosen Download auf der Homepage der Band. Wer die Band unterstützen und die Vinylplatte kaufen möchte, der findet an dieser Stelle alle nötigen Infos.

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THE WIND-UP ROBOTS KILLED MY CAT VS CONDRE SCR

Posted in Musik on February 5th, 2012 by D.K.

Viele Leser deuten unseren Namen falsch und denken, wir seien ein reines Post-Rock Magazin, sind wir aber nicht… Das soll aber nicht heißen, dass wir nicht über Post-Rock Bands schreiben. Heute nehmen wir uns gleich zwei deutsche Bands zur Brust, die genau solche Musik machen und neue Alben im Gepäck haben.

whiskers and guts

THE WIND-UP ROBOTS KILLED MY CAT – WHISKERS AND GUTS

The Wind-Up Robots Killed My Cat
ist ein instrumentales Quartett aus Würzburg und setzt das Thema Post-Rock ganz nach dem Bandnamen mit einer Prise Humor und einer gewissen Leichtigkeit um, so dass der Höreinstieg im Opener “Images Of Broken Light” nicht schwer fällt. Die Grundinstrumentierung wird durch etwas Elektronik ergänzt und der Songaufbau bleibt stetig spannend. Einziger Hänger ist der zweite Track “At Least Nothing Changed”, der mir zu fröhlich rüberkommt. Aber das legt sich schnell und spätestens bei “Minka” und dem epischen “Spectre Of The Gun Inferno” sind die Lauscher gespitzt und nach vorne gerichtet (um mal beim Katzenthema zu bleiben).

“Whiskers and Guts” ist über Miyagi Records auf CD und Vinyl (Daumen hoch) erschienen.

you are genius

CONDRE SCR – YOU ARE GENIUS

Condre Scr aus Berlin veröffentlichen Ende Februar ihr neues Album “You Are Genius”, auf dem sie sich auf instrumentale, leicht melancholische Post-Rock-Songs konzentrieren. Gitarre, Bass, Drums und ein wenig Piano/Keybord reichen, um die acht Songs des Album atmosphärisch und warm zu gestalten. Leider klingen die schottischen Übergötter des Post-Rock oftmals zu sehr durch, aber die Songs, in denen Condre Scr den eingängigen Weg verlassen und etwas experimenteller musizieren wie in “The Excellent Cook” oder “Jerome” (nein, kein Cover), zeigen das wahre Potential der Berliner. Auch hier lohnt sich das Warten bis zum Schluß, denn das zähe, schwerfließende “Kong Me” ist der heimliche Höhepunkt der Platte. Das Mastering der Platte stammt aus den Händen der Tonmeisterei Oldenburg, was schon ein Garant für einen fetten direkten Sound ist.

“You Are Genius” erscheint über Oxide Tones als Download und auf CD. Diese verbirgt sich in einem genialen und zugleich simplen Hochglanz-Pappschuber.

So, jetzt seid ihr gefragt. Am besten beide Platten kaufen und selbst den Vergleich wagen. Ich kann mich nicht entscheiden…

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ANCRE

Posted in Musik on February 5th, 2012 by D.K.

Ancre ist ein französisches Trio, das mit Bass, Gitarre und Drums auf seinem Debüt “Nacre” mit einfachen Mitteln auf sich aufmerksam macht. Vier Songs auf einer transparenten 12inch Platte zeigen, dass einfach nur drauf losrocken nicht unbedingt immer mit den Floskeln “kennt man schon” oder “können andere auch” abgetan werden muss.

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Die drei Musiker von Ancre, die sonst in anderen Bands wie Sed Non Satiata oder Mihaï Edrisch aktiv sind, haben ihre ganz eigene Mischung für ihren Instrumentalrock gefunden, die sich Eigenschaften von Math-, Post- und Doomrock zu eigen macht. Dank des gelungenen Masterings sitzt der Sound immer präzise und druckvoll direkt am Anschlag. Energetisch treiben die vier Songs voran, die sich thematisch an den Band- und Plattennamen orientieren. Hier steht die See im Mittelpunkt und so dürfen Perlmutt, Dreimaster und Narwale nicht fehlen. Die perfekte Grundlage, um sich einen Film zum Sound auszudenken, der vor dem inneren Auge läuft.

Wie oben schon erwähnt ist “Nacre” als einseitiges transparentes 12inch Vinyl erschienen. Auf der B-Seite ziert ein Aufdruck die Platte und das Artwork in Form einer dicken Pappe kommt in einer Klarsichthülle aus der Vinylschmiede von Adagio830 und Echo Canyon Records. Hört mal rein – und dann bei Bis Aufs Messer bestellen.

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JOZEF VAN WISSEM & JIM JARMUSCH

Posted in Musik on February 4th, 2012 by D.K.

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Jim Jarmusch, der Mann, der Bill Murray und Tilda Swinton mit Sunn O))), Boris und Earth im Film zusammengeführt hat, traut sich jetzt erstmalig auch als Musiker, ein Full Length Album zu veröffentlichen. Zusammen mit dem niederländischen Lautespieler Jozef van Wissem hat er “Concerning The Entrance Into Eternity” aufgenommen, nachdem Jarmusch bereits auf der letzten Platte von van Wissem zu Gast war und anscheinend musikalisches Blut geleckt hat.

Auf “Concerning The Entrance Into Eternity” kommen klassische Lautentöne von Jozef van Wissem mit E-Gitarrensounds von Jim Jarmusch zusammen. Grundgerüst ist immer der auf der Laute gespielte Song, der untermalt wird von Gedröhne und Feedback aus der Gitarre von Jarmusch. Hier trifft Handwerk auf Freistil und das ist genau der Grund, warum dieses Album so interessant ist. Jim Jarmusches Berühmtheit hilft natürlich die Aufmerksamkeit auf diese Platte zu lenken, doch unabhängig davon ist diese Fusion aus noisigem Gitarrengedröhne und klassischen Lautenmelodien mutig, selten und ungewöhnlich gut. Besonders da, wo Jim Jarmusch mit seiner Gitarre weiter in den Vordergrund kommt, wie bei “The Sun of the Natural World is Pure Fire”, geht das Zusammenspiel der beiden Saitenspieler unter die Haut. Auf dem letzetn Stück der Platte überlässt Jim Jarmusch van Wissem die Instrumentierung und gibt sich als Redner…

Das Album erscheint über das amerikanische Label Important Records auf CD (mit Bonustrack) und LP und ist auch im Shop von Jozef van Wissem erhältlich.

jozef van wissem & jim jarmusch

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RADERE

Posted in Musik on January 29th, 2012 by D.K.

Carl Ritger aus Boulder (Colorado) ist der Mann hinter Radere. Boulder heißt übersetzt Felsblock und liegt am Fuße der Rocky Mountains. Und es ist die Geburtsstätte von “I`ll Make You Quiet”, dem neuen Album von Radere, das auch sowas wie ein Felsblock am Fuße der experimentellen Gitarrenmusik ist.

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Alles fängt an mit dem Titeltrack “I`ll Make You Quiet”, der genau das hält was er verspricht. Der Sound setzt ein und entwickelt sich aus einer Ambientvorlage in ein noisiges Gewitter, das aber nicht kakophonisch daherkommt, sondern mit einer hintergründigen Melodie aufwartet und fesselt. Ich bin ruhig, ich lausche… Versprechen gehalten. “Sometimes, I Can’t Make Full Sentences” ist direkter und greifbarer als der Opener. Der Sound wandert immer zwischen Elektro und Gitarrentönen, verbindet sie, löst sie. “…So I Left” steigt sofort mit einer Felsenwand von Sound ein, Gitarrenklänge wie eine besessene Kirchenorgel kommen und gehen wie Ebbe und Flut, bis am Ende nur das schräge Zwitschern von Vögeln(?) bleibt. “Good Evening, Ghosts (Version)” brodelt vor sich hin; dumpfe Sounds, die sich im Hintergrund halten, und die stetige Erwartungshaltung, wieder von einer Noiseeruption überrollt zu werden. Doch es bleibt nur beim Brodeln, kein Ausbruch, Spannung kann er halten dieser Herr Ritger. “Stay Away” als Abschluss tritt soundlich dann wieder in den Vordergrund der Boxen/Kopfhörer. Field Recordings, Drones, Ambientflächen, noisige Einschübe… Dieses Album ist wirklich ein Felsblock von Platte, die sich im Gehör festsetzt.

Erschienen ist das Album bisher nur als Download über die Bandcampseite des Onlinemagazins Future Sequence, das bisher nur zwei kostenlose Ambientcompilations veröffentlicht hatte, auf denen auch Radere vertreten ist. “I`ll Make You Quiet” von Radere ist das erste Album eines Solokünstlers, das über Future Sequence erscheint. Nicht nur wegen des genialen Masterings von Jannick Schou und des erhabenen Artworks (in diversen Größen auch als Wallpaper erhältlich) eine Pressung auf Vinyl wert.

Auf der Bandcamp Seite von Radere gibt es übrigens viele weitere Sounds zu entdecken, viele kosten auch nur eine Spende eurer Wahl.

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