GENERAL LEE
Posted in Musik, Release on November 28th, 2010 by M.H.
Die Franzosen General Lee haben sich mit ihrem Sludge/Post-Metal klar in der Tradition von Bands wie Cult of Luna positioniert. Die Parallelen zu den Schweden, mit denen sie in der Vergangenheit auch schon mal gemeinsam auf Tour waren, sind nicht zu überhören. Jedoch sorgen sie speziell auf ihrem aktuellen Album “Roads”, das diesen Monat beim französischen Label HipHipHip erschienen ist, für die nötige Portion Eigenständigkeit, indem sie verstärkt balladeske Elemente und erstmals cleane, melodische Vocals in ihren Sound einbauen.
Den ruhigen Momenten, die auch auf dem Erstling “Hannibal Ante Portas” bereits ihren festen Platz hatten, wurde noch mehr Raum gewährt, was dem Sextett bestens zu Gesicht steht. Am deutlichsten offenbart sich diese dezente Neuausrichtung in dem Song “Hunted (Ashes By The Dawn)”, der Erinnerungen an das “Afterlife” Experiment von Amenra weckt.
Bisher haben General Lee für die nächsten Monate nur Konzerte in Frankreich und Belgien angekündigt. Sobald Termine für den deutschsprachigen Raum feststehen, werdet ihr sie bei uns finden. Bis dahin solltet ihr die beiden Alben der Band mal antesten. Hörproben liefern wie üblich MySpace und LastFM.

“W.E.N.” wurde im April veröffentlicht und ist am einfachsten direkt über den Flyingdeadman
“Infinite Regress” wird dominiert von einem episch-atmosphärischen, von abwechslungsreicher Gitarrenarbeit getragenen Mix aus Postrock, Doom und Sludge, wobei mit dem geschickten Aufbau von Spannungsbögen und der steten Steigerung der Intensität innerhalb der Songs, auf ein bewährtes Stilmittel des erstgenannten Genres zurückgegriffen wird. Eine eigenständige musikalische Note kreiert die Band, indem sie zwei Extreme in ihren Sound integriert. Zum einen sorgen Metal-/Hardcore-Zitate an den entsprechenden Stellen für die nötige Brachialität, wohingegen der Einsatz einer Posaune den Hörer in den ruhigen Passagen teilweise gar in verrauchte Jazz-Bars zu entführen scheint. Zudem agiert die Band über weite Strecken rein instrumental und setzt den Schreigesang nur sehr sparsam dosiert im Hintergrund ein. Insgesamt merkt man deutlich, dass bei Radare erfahrene und fähige Musiker am Werk sind und man darf auf zukünftige Veröffentlichungen mit Recht gespannt sein.





















