BERICHT: ONLY LOVERS LEFT ALIVE PREMIERE

Posted in Kunst, Musikfilm, Release on December 22nd, 2013 by D.K.

Zu Weihnachten kommt Only Lovers Left Alive ins Kino. Sehr passend, denn der neue Film von Jim Jarmusch erzählt die Geschichte von drei Vampiren, die unter uns Menschen leben und uns als Zombies sehen. Einzig unseren Wissenschaftlern und Musikern gilt ihr Respekt.

only lovers left alive

Anfang Dezember feierte der Film seine Weltpremiere in Köln, wo er auch in Teilen produziert wurde. Zur Feier des Tages gab es neben dem Film auch einen anschließenden Konzertabend mit Künstlern des Soundtracks. So kam es dann auch, dass Filmfreaks auf Musikfreaks trafen, was das Erlebnis nochmal interessanter machte. Ja ja, Vorurteile, aber es stimmt ja wirklich, manchmal. Filmstudenten und die, die sich für welche halten, sind manchmal doch etwas auffälliger in ihrer Ausdrucksweise. Wahrscheinlich sagen die das Gleiche über uns Liebhaber experimenteller Musik. Doch da kommt Jarmusch ins Spiel. In seinem Vampirfilm geht es halt nicht nur um den Film, sondern auch um die Liebe zur experimentellen Musik und darum, dass ein guter Musiker nicht unbedingt ein Weltstar sein muss. Jim Jarmusch hat ja vor einiger Zeit “Blut geleckt”, als er begann für Soundtracks zur Gitarre zu greifen und dann letztendlich sogar zusammen mit Josef van Wissem Platten aufgenommen hat (siehe Review). Für OLLA hat Jarmusch seine Band aus dem “The Limits Of Control” Soundtrack wiederbelebt und von Bad Rabbit in Sqürl umbenannt. Experimentelle folkige Dronesounds stehen hier im Mittelpunkt und werden auch im Film mehr als zelebriert.

Ich wette, dass die mürrischen Sounds und das Gelächter im Publikum nicht von Musikfans kamen, aber wer weiß… Jarmusch setzt in OLLA einfach mal alles um, worauf er grad Lust hat. Vampire, Musik und Wortwitz.

Nachdem der Film gezeigt wurde, wurden die Gäste in einen benachbarten Club geführt. Grablichter leiteten uns zum Ort des Geschehens. In der Konzertvenue gab es als Überraschung einen Auszug aus dem bald erscheinenden Soundtrack auf schwarzem 180 Gramm Vinyl mit schwarzem Cover ohne Text (Spoiler: direkter Bezug zu einer Filmszene). Der Laden ist natürlich voll, denn die Premiere ist ausverkauft. Jozef van Wissem eröffnet den Abend mit seiner Laute, was ein ziemlich skurriles Bild ergibt, denn er und seine Laute kommen nicht gegen die gefühlt 500 quatschenden Premieregäste an (da wären wir wieder beim Thema Film- vs. Musikfan). White Hills sind lauter, gequatscht wird trotzdem. Sind wohl alle gekommen, weil Sqürl mit Jim Jarmusch spielen werden…

Ein sehr skurriler Abend, passend zur Welt, die von Jim Jarmusch präsentiert wurde.

Ein Kinobesuch und Kauf des Soundtracks lohnt sich auf jeden Fall.

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FILMTIPP: 22 MEI

Posted in Kunst, Musikfilm on December 10th, 2011 by D.K.

Koen Mortiers “22 Mei” (oder “22. Mai” in der deutschen Fassung) ist ein fast 90minütiges Monument des Gewissens, das in sich bewegenden Bildern verewigt ist und von der Musik von Mike Gallagher alias M.G.R. untermalt wird.

22. MAI

In den ersten sechs Minuten des Films ist zu sehen, wie ein Mann morgens im Feinrippunterhemd aufwacht, sich ein langweiliges Butterbrot schmiert, seine Wohnung in tristen Einheitsbreihochhausviertel verlässt, zur Arbeit fährt, seinen Job als Sicherheitsmann im öden Einkaufszentrum macht, indem er am Eingang steht und Löcher in die Luft starrt, und plötzlich das Einkaufszentrum in die Luft fliegt. Das wars, alle tot, jetzt wird der Film interessant…

Nachdem Koen Mortier für seinen hochgelobten Film “Ex-Drummer” Isis-Songs benutzt hatte, bat er diesmal Mike Gallagher, Gitarrist von Isis, einen Score zu seinem Film zu schreiben. Das Resultat ist ein minimalistisch intensives Album, das größtenteils nur aus clean gespielten Gitarrenthemen besteht, die die gezeigten Bilder Mortiers in ihrer Wirkung verstärken. Da im Film eher die Bilder als die Worte regieren, nimmt die Musik eine große Rolle ein und macht den Film grad für unsere Leserschaft so interessant.

Neugierig geworden? Das solltet ihr auch. Der Score von M.G.R. ist als Album bereits Ende 2010 über Conspiracy Records erschienen. Die deutsche DVD und Blu-Ray Fassung des Films ist seit ein paar Wochen im gut sortierten Videohandel erhältlich. Sehr zu empfehlen ist die limitierte 3-Disc-Collector´s-Edition mit DVD, Blu-Ray und Soundtrack-CD in einem Paket.

MGR

 

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NADJA & AIDAN BAKER AUDIOVISUELL

Posted in Musikfilm, Release on December 30th, 2010 by N

„Field of Drones“ gehört schon lange zu meinen Lieblings-
stücken beziehungsweise Veröffentlichungen von Aidan Baker. Erschienen 2004 als CDr im handbemalten Wellpappecover, beinhaltet der Release einen 77.05 Minuten Ausschnitt(!) eines fast dreistündigen Konzerts von 2003 in Killaloe in Kanada, nachts unter freiem Himmel mit Hilfe eines ganzen Feldes von Lautsprechern eingespielt. Und eigentlich passiert auf dieser Cdr relativ wenig; Sound und Harmonie packen aber sofort und, ganz nebenbei, auch die Vorstellung dieses drei-Stunden-Konzerts in der Nacht inmitten eines Feldes von Lautsprechern, also mitten im Sound, hat etwas so verlockendes, dass ich mir schon lange gewünscht habe die Chance zu bekommen, die vollen drei Stunden hören zu können.

nadja_aidan_baker_white_nights_drone_fields_dom

Die vorliegende 2CD/2DVD Veröffentlichung auf Beta-Lactam Ring Records beinhaltet nun das hier „Drone Fields“ genannte „Field of Drones“ in voller Länge, als DVD Mix mit begleitendem Film, entwickelt aus den Ideen sechs unterschiedlicher Film- und Videoartists und kapitelbezogen mit der Musik verwoben. Die sich, über die drei Stunden und mit dem erstmals auf Tonträger hörbaren Beitrag von Gastmusiker Neil Wiernik (Laptop), tatsächlich noch einmal neu erschließt. Als verführerisch drein blickender Ewigkeitsausschnitt… mit Dynamik und Entwicklung… zu einem einnehmenden Ende.

Unendlichkeit: dieses Thema besetzen Nadja ja seit mindestens der „Thaumogenesis“. Und so basiert auch die Nadja vorbehaltene DVD „White Nights“ auf einem ebenso überlangen Konzert wie die „Drone Fields“. Ursprünglich im Rahmen einer nachtlangen Performance in einem Parkhaus 2007 in Toronto gespielt, wird auch „White Nights“ auf diesem Release durch Beiträge sechs unterschiedlicher Video-Artists begleitet. Und wenn auch im laufe der 2.45 Stunden immer wieder bekannte Teile bekannter Nadja-Tracks aufzutauchen scheinen, über allem steht die Kraft eines unverrückbar erscheinenden Nadja-Monolithen. Der sich dennoch immer wieder wandelt, niederlegt, neu erhebt… perfekt.

Der zweite Teil der Deluxe Version, die beiden Audio-CDs, beinhaltet die Dokumentation eines Moskau-Auftritts von Aidan Baker (solo) und Nadja. Nadja eröffnen „DOM“ mit „Breakpoint (Version)“, das in der tat eine Version des gleichnamigen Stücks auf „Truth becomes Death“ sein könnte, um im Anschluss eine Kurzfassung von „Thaumogenesis (Version)“ zu spielen, die zwar atmosphärisch und spielerisch überzeugt, jedoch wie alle Live-Versionen dieses Stücks, die ich bisher gehört habe nicht an die übermächtige Wucht der Studioversion heranreicht. Zum Abschluss „Long Dark Twenties“ und Nadja im distorto-Song Format. Gut.

nadja_artwork

Aidan Bakers „DOM“ startet mit einer loop-basierten Improvisation, die gleichzeitig düster und ausladend in Richtung Hörer greift und dabei in ihrem ersten Teil deutlich mehr Präsenz zeigt, als Aidan Bakers Trademarksound sonst; packend und zwingend. Der Livesound überhaupt deutlich dreidimensionaler als bei der Nadja Aufnahme, fast als säße man im Konzert. Dazu im Anschluss „The Sea Swells A Bit“ von der gleichnamigen CD und „Bond of Blood“ von der „Gathering Blue“.

Und wie immer ist die Darbietung bei Beta-Lactam Ring Records über alle Zweifel erhaben: bedruckter, massiver Pappschuber als Außenhülle, ebensolcher Aufklappschuber für die CDs/DVDs, signierte Karte, Booklet. und die vier digital-Scheiben…Wer von euch sparen möchte, kann sich auch die einfache Version anschaffen. Diese beinhaltet nur die beiden DVDs und ist auch über Broken Spine Productions erhältlich, dem eigenen Label/Shop von Aidan Baker und Leah Buckareff.

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FILMTIPP: WALHALLA RISING

Posted in Aktuell, Musikfilm on November 17th, 2010 by D.K.

WalhallaRising

Wer sich jetzt fragt, warum wir hier einen historischen Schlachtenfilm vorstellen, in dem sich ein paar Wikinger bekriegen, dem sei gesagt, dass Walhalla Rising genau das nicht ist. Regiesseur Nicolas Winding Refn nimmt den Zuschauer mit auf die mysteriöse Reise des noch mysteriöseren Kriegers ohne Namen, gespielt von Mads Mikkelsen, und bietet dem Zuschauer neben der beeindruckend langsam und minimalistisch erzählten Geschichte ein passendes Hörerlebnis. Der Score der beiden Dänen Peter-Peter (The Bleeder Group) und Peter Kyed (Svartbag) mit seinen Ambient und Drone Kompositionen ist genau wie der Film, langsam und minimalistisch. Diese Kombination ist einzigartig und verleiht dem Film und der Musik neue Facetten und beeinflußt die Wahrnehmung beider Medien auf eine kaum beschreibbare geheimnisvolle Art.

Kauft euch die DVD oder Bluray, zündet eine Kerze an, macht das Licht aus und stellt den Volumepegel des Fernsehers auf Laut und lasst euch auf eine 89minütige Wikingerdronereise mitnehmen.

WalhallaRising

Einen Score zum Film gibt es bisher noch nicht zu kaufen, abwarten.

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DEAD MEADOW

Posted in Musikfilm, Release on February 20th, 2010 by M.H.

Die Psychedelic Stoner Dead Meadow, gegründet 1998 in Washington DC und mittlerweile in Los Angeles ansässig, veröffentlichen am 23. März 2010 via Xemu Records ihren lang erwarteten Konzertfilm “Three Kings”, inklusive eines begleitenden Soundtrack Albums. Unter der Regie von Artificial Army entstanden, dokumentiert der Film die letzte Show der “Old Growth” Tour in Los Angeles, erweitert um Filmsequenzen, in denen die titelgebenden “Three Kings” porträtiert werden. Verkörpert werden die drei Könige natürlich von der Band selbst.

Das Soundtrack Album, erhältlich sowohl auf CD als auch auf Vinyl, bietet neben Live Material fünf neue, von Bassist Steve Kille produzierte Studio Aufnahmen.

Als Vorgeschmack bietet euch die Band über ihre MySpace Seite bis zum Album Release wöchentlich einen Track zum kostenlosen Download an. Die Songs “Babbling Flower” und “I’m Gone” sind bereits zu haben, zwei weitere werden noch folgen.

Die Preorder, wahlweise im DVD/LP oder DVD/CD Paket, ist bereits möglich!

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BLOOD INTO WINE

Posted in Musikfilm on February 13th, 2010 by D.K.

blood into wine

Nächste Woche startet “Blood Into Wine” in ausgewählten amerikanischen Kinos. Der Dokumentarfilm zeigt auf humoristische Art wie Maynard James Keenan, neben seiner Haupttätigkeit als Sänger von Tool und Puscifer, seiner Leidenschaft dem Weinanbau nachgeht.

Bereits jetzt könnt ihr auf der offiziellen Filmseite die DVD vorbestellen, die sich allein wegen der Extras lohnt, denn es wird von “never before seen concert footage” geschrieben.

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DER MUSIKFILM TIPP

Posted in Musikfilm on October 24th, 2009 by M.H.

SLOW SOUTHERN STEEL nennt sich die Dokumentation, die im kommenden Jahr auf dem Little Rock Film Festival uraufgeführt werden wird. Veröffentlicht via I’m Better Than Everyone Records liefert sie einen Einblick in die Welt des US Südstaaten Metal/Doom, zeigt Live Performances von Bands wie Deadbird, Eyehategod, Kylesa und Rwake, sowie sehr persönliche Interviews mit Protagonisten der Szene, beispielsweise Phil Anselmo.

Regie führen Rwake Sänger CT (“I knew there were things I could get out of these bands that other film makers could not.”) und David Lipke, ausführender Produzent ist Karim Khan (I’m Better Than Everyone Records).

Hier findet ihr einen zweiminütigen Trailer, der einen guten ersten Eindruck vermittelt, und hier ein Interview, das stonerrock.com im März 2009 mit CT und Karim Khan geführt hat.

Eine Veröffentlichung auf DVD ist für 2011 geplant. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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DER MUSIKFILM TIPP

Posted in Musikfilm on September 18th, 2009 by M.H.

“SUCH HAWKS SUCH HOUNDS – Scenes from the American Hard Rock Underground” – der Untertitel, dieser nach einem Dead Meadow Song benannten Dokumentation, fasst ihren Inhalt bereits perfekt zusammen. Solltet ihr euch für die Entstehung und Geschichte der amerikanischen Stoner Rock/Post Rock/Doom Szene interessieren, liefert euch diese DVD einen kurzweiligen und informativen Überblick von den frühen 70’ern bis heute. Regisseur John Srebalus lässt zum einen viele Protagonisten wie Al Cisneros (“The first time anyone’s gotten the Sleep story right.”) oder Scott Reeder zu Wort kommen, oft genug spricht aber auch die Musik von Sleep, Kyuss oder Earthless, in Form vieler Live Ausschnitte, für sich selbst.

Alle weiteren Informationen findet ihr hier.

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