AIDAN BAKER WITH SPECIAL GUEST & A-SUN AMISSA LIVE IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on January 31st, 2012 by D.K.

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Auch im neuen Jahr soll experimentelle Musik live erlebt werden und daher präsentieren wir euch am 17. Februar einen Konzertabend in der Christuskirche Bochum mit Aidan Baker aus Kanada und A-Sun Amissa aus England.

Aidan Baker dürfte regelmäßigen Lesern unseres Magazins ein Begriff sein. Der Kanadier ist eine Hälfte des Doom-Drone-Duos Nadja und auch solo unterwegs, um mit seiner Gitarre, einem Koffer voller Effekte und einem Cellobogen die Räume, in denen er auftritt, in atmosphärische Klangkörper zu verwandeln. 2010 ist Aidan Baker erstmalig in der Christuskirche aufgetreten (siehe Review) und hat damals eine 45minütige Improvisation präsentiert. Diesmal wird Aidan Baker nicht alleine auf der Bühne stehen, sondern passend zur Veröffentlichung seines neuen Albums “The Spectrum Of Distraction”, auf dem 18 Drummer vertreten sind, zusammen mit dem Drummer von Kodiak auf der Bühne stehen. Nach einer gemeinsamen Split von Nadja & Kodiak stehen nun erst- und einmalig Aidan von Nadja und Maik von Kodiak auf der Bühne, um zusammen zu improvisieren.

Unser Interview zum neuen 18-Drummer-Album von Aidan Baker findet ihr hier…

Als Support sind A-Sun Amissa aus Leeds dabei. Dieses Duo ist bisher noch unbekannt und besteht aus Mitgliedern der britischen Avantgarde-Dream-Pop-Ambient Band Glissando. Die Grundbesetzung besteht aus Richard Knox (Gitarre), der auch das britische Indie-Label Gizeh Records betreibt, und Angela Chan (Viola), live unterstützt durch Florence Fawcett (Cello). Was A-Sun Amissa mit ihren Instrumenten erzeugen, ist eine minimalistische Klangwelt, die sich zwischen Modern-Classic und Ambient bewegt und auch als Soundtrack für düstere bewegte Bilder dienen könnte.

In die Christuskirche Bochum kommen, hinsetzen, Augen schließen, der Musik lauschen und schauen, was vor dem inneren Auge alles passiert.

Datum : 17. Februar 2012
Uhrzeit : 20:00 Uhr
Ort : Christuskirche Bochum
VVK: hier

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DAS FEAR FALLS BURNING FINALE

Posted in Aktuell, ontheroad on January 22nd, 2012 by D.K.

Wer das musikalische Schaffen des belgischen Musikers Dirk Serries verfolgt, weiß, dass dieser Mann über gewisse Zeitspannen bestimmte musikalische Alter Egos in den Mittelpunkt seiner Kreativität gestellt hat. Begonnen hat alles mit VidnaObmana, dann kam im Zuge einer musikalische Weiterentwicklung Fear Falls Burning.

fear_falls_burning

Unter dem Fear Falls Burning Mantel hat Dirk Serries diverse Drone- und Ambientplatten im Alleingang aufgenommen, die sich auf geloopte Gitarrensounds konzentrieren. Im weiteren Kreativitätsverlauf kamen auch andere Musiker dazu, die das Spektrum des Projekts erweitert haben. Das letzte Studioalbum “Frenzy Of The Absolute” von 2008 beinhaltete dann auch Drums, Percussion und Sounds eines weiteren Gitarristen. Zuletzt erschien Ende 2010 die 7inch Single “Dead of Night”, auf der Dirk Serries von Martina Verhoeven
(3 Seconds Of Air) am Bass begleitet wurde. Nun steht für diesen Sommer die Veröffentlichung des letzten Fear Falls Burning Studioalbums “Disorder Of Roots” auf Tonefloat Records an. Zur Veröffentlichung des Albums wird das einzige und letzte Konzert von Fear Falls Burning am 2. Juni 2012 im Tilburger Paradox stattfinden. Dirk Serries wird hierbei vom Lineup des neuen Albums begleitet, das aus dem Drummer Tim Bertilsson (Switchblade), dem Bassisten Frank Kimenai (Anaphylactic Shock) und dem Sänger Michiel Eikenaar (Nihill, Anaphylactic Shock) besteht.

Karten können hier reserviert werden und liegen dann an der Kasse abholbereit. Jeder Besucher des Konzertes erhält eine 7inch Single, auf der weitere Songs aus der Albumsession vertreten sein werden.

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DIE LETZTEN MOMENTAUFNAHMEN 2011

Posted in ontheroad, Redaktion on January 8th, 2012 by D.K.

barn owl live

Wir haben nochmal unsere Konzertfotos vom letzten Jahr durchgeschaut und die letzten fehlenden Momentaufnahmen von Barn Owl in Köln, Fabio Orsi und N in Bochum und Kodiak+N in Duisburg auf unsere Fotoseite gestellt. Viel Spass beim Betrachten und Erinnern!

Großer Dank an dieser Stelle an die Fotografen Constantly Consuming und Tobalo.

LIVEBERICHT: FABIO ORSI & N

Posted in ontheroad on December 3rd, 2011 by D.K.

Letzten Samstag hat der November nochmal seine letzten Kräfte mobilisiert und einen fiesen kalten Wind durch das Ruhrgebiet gejagt. Genau die richtige Zeit, ein paar warme Drones und Ambientsounds auf die Hörerschaft loszulassen.

N @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Nach Thisquietarmy und Aidan Baker im Mai durften jetzt Fabio Orsi und N die Räumlichkeiten des FKT in Bochum beschallen. N beginnt den Abend mit einem 25minütigen Gitarren-Monolithen, der mit einem Arpeggio anfängt, das mit langen Pausen voller Stille wiederholt wird, bevor sich eine kleine Melodie und schallende Drones dazugesellen, die das Stück atmosphärisch erweitern. Doch das ist nicht die letzte Steigerung und so entwickelt das Stück zum Ende hin einen fast doomigen Sound, der scheinbar unaufhaltsam durch die Marshallröhre dröhnt. Die Melodien treten in den Hintergrund, verschwinden und was bleibt sind verzerrte Dronewellen. Laut und genial betörend klingt es und als man denkt, man könne diesem Sound ewig zuhören, legt N die Gitarre beiseite, kniet sich zu seinen Effekten und lässt das Stück ausfaden.

Fabio Orsi @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Nach einer kleinen Pause setzt Fabio Orsi die Reise fort, die N begonnen hat. Während N seine Sounds an der Gitarre mit Hilfe von Effekten aufbaut, benutzt Fabio Orsi fünf vorgefertigte Loops, die er durch zwei Rechner jagt und mit Hilfe von Effektgeräten live zusammenführt und verfremdet. Das Ergebnis ist ein elektronisches Ambientgewitter, das aufgrund bestimmter Soundabfolgen eine Art Beat entwickelt, der sich immer weiter steigert. Die Sounds gehen unter die Haut und mit jeder Steigerung und Erweiterung des Songs gerät man tiefer in die Soundwelt von Fabio Orsi. Die Gäste haben entweder die Augen geschlossen oder sitzen grinsend auf ihren Stühlen und lassen sich von den lauten Tönen tragen. Auch Fabio spielt etwas über 25 Minuten bevor das Stück wieder an Dichte abnimmt und in Field Recordings endet. Was die Gäste zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: der Abend geht weiter.

Fabio Orsi & N @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Vor der Show haben beide Musiker das Angebot, eine gemeinsame Improvisation zu spielen, mit großem Interesse angenommen. Nach einer weiteren Pause gehen beide auf die Bühne, flüstern sich was zu und beginnen ein gemeinsames Set, basierend auf einer Harmonie aus Field Recordings von Fabio und Ambientsounds aus der Gitarre von N. Das Stück verdichtet sich und die gemeinsam eingebrachten Sounds, die geloopt werden, vereinen sich zu einem fließenden Ambientsound. Nach circa 15 Minuten setzt Fabio an, den Song wieder ausklingen zu lassen, N dagegen steigert seine Gitarrenparts und nachdem Fabio alles ausklingen lässt und N sich wieder in eine Art Soundgeflecht verwoben hat, entscheidet sich Fabio das zu tun, was alle anderen im Raum auch machen: N zuhören. N wird zum Ende hin noch lauter und noisiger als in seinem Soloset, bevor die ehemaligen Büroräumlichkeiten, in denen das FKT wohnt, wieder ihre Ruhe finden.

Ein Abend, drei beeindruckende Sets.

Die Fotos sind von FKT-Mitglied und Profifotograf Cristobal Marquez. Mehr zu seiner Arbeit auf tobalo.de

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LIVEBERICHT: BARN OWL IN KÖLN

Posted in ontheroad on November 28th, 2011 by D.K.

barn_owl_evan

Montag vor einer Woche. Krass kalt. Köln. Irgendeine Seitenstraße am Ring. Hier steht die Christuskirche. Ein alter evangelischer Kirchenturm und ein unspektakulärer Neubau als Kirchenraum. Der äußere Eindruck bestätigt sich im Innenraum. Ein spartanischer Betonklotz, der eher einer Fabrikhalle ähnelt, als einem Kirchenraum. Ein großes Kreuz an der Wand gegenüber dem Eingang deutet den Altar an. Davor zwei Gitarrenverstärker, Effektgeräte, zwei in Koffer ruhende Gitarren. Das ist die Bühne für das bevorstehende Barn Owl Konzert. Um die angedeutete Bühne sind ein paar Stühle drapiert. Wir nehmen Platz. Krass kalt, immer noch.

barn_owl_jon

Jon Porras und Evan Caminiti betreten ganz in schwarz gekleidet die Bühne, greifen zu ihren Gitarren und beginnen ihr Set. Das Gitarrenspiel wird von diversen Videoprojektionen begleitet, die bis auf einen schwach leuchtenden blauen Strahler die einzige Lichtquelle sind. Die Kälte entschwindet aus dem Körper, denn was Barn Owl da aus ihren Gitarren zaubern klingt so warm, dass es einem ein warmes Gefühl vermittelt. Magisch. Das Set beginnt leise und bluesig-folkig und wird immer experimenteller, droniger und schwerfälliger. Earth und Sunn O))) Fans im Publikum dürften sich gleichermaßen gefreut haben. Besonders das laute Gedröhne entfaltet seine Wirkung in dem hohen klobigen Kirchenraum am besten. Das Publikum, das vor dem Konzert auffällig viel zu bequatschen hatte, schweigt nun bedächtig. Augen schließen und die Dronesounds in sich fließen lassen, oder Projektionen anschauen und die Gitarrensounds zu einem Soundtrack werden lassen. Egal wie man Barn Owl wahrnimmt, die Wirkung ist berauschend. Am Ende wird noch begeistert der Merchstand leergekauft.

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STEPHAN MATHIEU

Posted in ontheroad, Release on November 19th, 2011 by D.K.

stephan mathieu_live

Stephan Mathieu aus Saarbrücken ist Musiker, der Ambientsound erschafft, genauer gesagt Musikkünstler, der Audio-Installationen kreiert, denn er benutzt für seine Sounds alte Instrumente, die er unkonventionell spielt, oder alte Widergabegeräte wie das Grammofon, um damit Sounds zu verfremden.

stephan mathieu_grammofone

Letzteres hat Stephan Mathieu letzten Donnerstag live in der Aula der Kunsthochschule für Medien live vorgeführt. Stephan Mathieu umgeben von vier Grammofonen und einem Laptop sowie einem kleinen Mischpult. Was folgt klingt so surreal, wie es auch ausgesehen hat. Mathieu begibt sich in wohl überlegten langsamen Bewegungsabläufen zu den Grammofonen, legt dort alte 78RPM Platten aus den 1910er, 20ern und 30ern auf, dreht an der Kurbel und lässt die Sounds der Platten durch seinen Rechner laufen, wo sie mit Hilfe von Spektralanalyse und Konvolution transformiert werden. Und auch wenn man überhaupt keinen Schimmer davon hat, was er da mit den Sounds macht, zählt das Ergebnis und das sind warme, minimalistische Ambientflüsse. Anstatt eine kratzige Bluesplatte oder ein Klassikkonzert von Händel zu hören, ertönt sowas wie die Seele dieser Musik. Stephan Mathieu führt zwei Stücke auf, die Bewegungsabläufe sitzen, sein Gesicht strahlt Konzentration aus, die Aula ist still und als das Set zu Ende ist, ist sekundenlang nichts zu hören, bis die Zuhörer aus ihrer Traumwelt gleiten, um den Künstler mit Jubel einen Dank für dieses Erlebnis auszusprechen.

Auf Platte genauso berauschend wie in der Live Performance. Wer neugierig geworden ist, sollte sich unbedingt folgende Veröffentlichungen anschaffen:

stephan mathieu_a_static_place

“A Static Place” auf 12K Records und

stephan mathieu_remain

das Schwesterrelease “Remain” auf Line Records.

stephan mathieu_to_describe_georg_washinton_bridge

Sowie “To Describe George Washington Bridge” als 10inch Vinyl auf Dekorder Records.

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ZWEI EXKLUSIVE BARN OWL KONZERTE

Posted in Aktuell, ontheroad on November 17th, 2011 by D.K.

Barn_Owl Live Termine November 2011

Nächste Woche kommen Barn Owl für zwei Konzerte nach Deutschland. Offenbar hat es den beiden Gitarristen im Mai in der Christuskirche Bochum so gut gefallen, dass sie sich wieder eine Christuskirche ausgesucht haben, diesmal in Köln auf der Herwarthstrasse. Und wenn Barn Owl schon mal kommen, dann darf auch Berlin nicht fehlen, hier in der Kantine am Berghain.

Was einen bei einer Barn Owl Show erwartet, könnt ihr hier in unserem Livebericht zum Konzert in der Christuskirche Bochum nachlesen… wie die neue Platte “Lost In The Glare” klingt, könnt ihr hier lesen… und dann Tickets für die Shows kaufen!

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DENOVALI LABEL EVENING MOMENTAUFNAHMEN

Posted in ontheroad on November 12th, 2011 by D.K.

Blueneck____All_rights_reserved_by_Cristobal_Marquez.jpg

Auf unserer PHOTOS Seite findet ihr jetzt auch die Momentaufnahmen vom zweiten Denovali Label Evening mit Sankt Otten und Blueneck. Die Fotos sind alle von Cristobal Marquez, dessen sonstige Fotografien vom 19.11.-27.11. in der Ausstellung “AL 08” im FKT Bochum zu sehen sind.

Sankt Otten Fotos…
Blueneck Fotos…

Sankt_Otten____All_rights_reserved_by_Cristobal_Marquez.jpg

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LIVETIPP: TAPE MEASURE KID

Posted in Aktuell, ontheroad on November 9th, 2011 by D.K.

tape measure kid

Neugierig…?

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DENOVALI SWINGFEST MOMENTAUFNAHMEN

Posted in Kunst, ontheroad, Redaktion on November 6th, 2011 by C.C.

sunn o))) moog_hurter_denovali swingfest_2011

Es hat zwar etwas gedauert, aber unsere Momentaufnahmen vom Denovali Swingfest 2011 sind jetzt auf unserer PHOTOS Seite.

Hier gehts zu den Fotos vom Freitag… Samstag… und Sonntag…

 

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LIVEBERICHT: DENOVALI LABEL EVENING II

Posted in ontheroad on November 5th, 2011 by D.K.

sankt_otten © All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Denovali Records sind ja bekannt für eine große Bandbreite experimenteller Bands und das konnte man vorletzten Freitag auch auf dem zweiten Denovali Label Evening erleben, als Sankt Otten zusammen mit Blueneck auftraten.

sankt_otten_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Sankt Otten eröffnen den Abend mit ihrer „Gottes Synthesizer Show“ ganz in rot – rotes Hemd, roter Tisch und rot beleuchtete Bühne bzw. Altarsockel. Die beiden Sankt Ottener brauchen nicht mehr als Elektrodrums, etwas Elektronik aus dem Rechner und eine Gitarre, um ihre Sounds in den Kirchenraum zu tragen. Sie könnten sich auch das Blade Runner Telekolleg Synthie Score Ensemble nennen, denn genau das sind die Assoziationen, die einem durch den Kopf schwirren, beim Hören der Musik. Die erste Hälfte des Sets ist sehr dynamisch mit großem Drumeinsatz… Actionszenen aus einem futuristischen 70er oder 80er Jahre Film. Stephan Otten hat auf jeden Fall sehr coole Moves drauf, wenn er mit seinen Drumsticks auf die polygonalen Elektrodrumflächen trommelt. Die zweite Hälfte wird zunehmend ruhiger und sphärischer und die Bilder im Kopf zeigen Szenen aus dem All oder Luftaufnahmen aus alten Tierdokus. Sankt Otten fühlen sich in der Synthiesoundwelt pudelwohl, das ist den beiden auf der Bühne anzusehen und es macht Spass zuzuschauen.

blueneck_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Nach einer kurzen Umbaupause stehen Blueneck auf der Bühne. Fünf Briten gezeichnet von drei Wochen Europatour, die an diesem Abend zu Ende geht. Doch als die ersten Töne erklingen, sind die Musiker vollkommen aufmerksam bei der Sache. Sänger Duncan Attwood legt die Melancholie in den Raum, das Keyboard untermalt die Stimmung und dann, irgendwann kurz bevor man überhaupt daran denken könnte, dass die Musik zu melancholisch oder schnulzig sein könnte, holen die restlichen Musiker den Hörer ab und geleiten einen in eine treibende Instrumentalwelt. Eine gelungene Mischung, die live viel besser zündelt als auf Platte. Die alten und neuen Songs passen live perfekt zusammen und zeigen die große Bandbreite der Band, die sich zwischen experimentellem Alternativ Rock und treibendem Postrock bewegt. Gitarrist und Riese der Band, Rich Sadler, verkündet mehrfach, dass er beeindruckt ist von der Kirche und sein Jeden-Sonntag-In-Die-Kirche-Kindheitstrauma an diesem Abend geheilt worden sei. Blueneck sind generell gut drauf auf der Bühne und legen sich für die letzte Show der Tour ins Zeug. Ergebnis ist großer Jubel, Standing Ovations und ein sehr gut besuchter Merchstand. Selbst die Band liegt sich am Ende des Sets in den Armen. Sänger Duncan beschreibt mir nachher noch seine überwältigenden Gefühle während der Zugabe, als er merkte, dass der nächste Ton, den er auf der Gitarre spielen würde, der letzte der Tour sei. Was würden wir Hörer nur machen, ohne diese Vollblutmusiker…

blueneck_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Die restlichen Momentaufnahmen von Cristobal Marquez alias Tobalo folgen bald auf unserer PHOTOS Seite.

blueneck_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

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LIVEBERICHT: THE ASCENT OF EVEREST

Posted in ontheroad on October 19th, 2011 by D.K.

the ascent of everest live in oberhausen

Montag, der wohl unpassendste Tag, um sich abends nach dem ersten Arbeitstag der Woche zu motivieren ein Konzert zu besuchen. Zum Glück schaff ich es, denn The Ascent Of Everest haben in Oberhausen im Druckluft gespielt und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Im Druckluft angekommen bestätigt sich die Montagstheorie, denn die handverlesene Anzahl an Besuchern ist schon schade.

the ascent of everest live in oberhausen

The Ascent Of Everest lassen sich Zeit und kommen gegen 21:30 Uhr auf die Bühne, die sich sehr schnell füllt, denn die Band besteht heute aus sieben Musikern. Zwei Gitarren, Bass, Cello, Violine, Drums und Percussion. Das Set beginnt mit einem lauten dynamischen Song, der von tiefen Cellotönen und kraftvollen Drums getragen wird. Gelungener Einstieg, der die Müdigkeit des Tages schnell vergehen lässt. Im Hintergrund laufen Videoprojektionen, die ich mir aber gar nicht genau anschaue, denn auf der Bühne passiert so viel, das man sich nicht entgehen lassen möchte. Die Cellistin sitzt in der Mitte der Bühne und wird umrahmt von den restlichen stehenden Musikern (außer dem Drummer). Der Sänger und Gitarrist haucht den Songs, die sich irgendwo zwischen GYBE und Sigur Ros einreihen lassen, die individuelle Seele ein, wenn er mit seiner tiefen Klangfarbe in der Stimme die Vocals beisteuert. Überhaupt ist der Einklang von Vocals, klassischen und rockigen Instrumenten erstaunlich präzise und klingt live noch intensiver als auf Platte. Das Set ist geschickt abwechslungsreich, mal dynamisch-explosiv, mal experimentell-ruhig, und es werden ein paar neue Songs präsentiert, die teils melancholischer, teils aggresiver sind als das bisherige Material. Das Konzert dauert weit über eine Stunde und The Ascent Of Everest können vollkommen überzeugen. Wenn der Aufstieg auf den Everest sich so anfühlt wie die live gespielte Musik dieser Band, dann sollte man echt mal überlegen mit dem Bergsteigen anzufangen…

the ascent of everest live in oberhausen

Wer die Chance hat einen der verbleibenden Termine wahrzunehmen, sollte unbedingt hingehen. Die restlichen Daten findet ihr hier auf unserer ONTHEROAD Seite.

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LIVETIPP: HAUSCHKA BEI URBAN URTYP

Posted in Aktuell, ontheroad on October 10th, 2011 by D.K.

hauschka

Das Urban Urtyp Kollektiv holt Hauschka in die Christuskirche Bochum und das solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Kommenden Sonntag lädt Urban Urtyp zu einer weiteren Ausgabe von “Konzerte aus dem Zentrum der Stadt” ein. Was Hauschka auf Platte präsentiert, lässt sich mit Elektro-Klassik-Ambient beschreiben, lässt aber nicht erahnen, was dieser sympathische Herr aus Düsseldorf da eigentlich macht. Dafür muss man Hauschka und sein “Prepared Piano” live gesehen haben. Denn Hauschkas Sounds entstehen analog auf einem Flügel, dessen Innenleben mit diversem Krimskrams befüllt, besteckt und beklebt wird. Die daraus resultierenden Sounds klingen verblüffend anders, kreativ, experimentell… einfach fernab dessen, was ein normaler Flügel an Sounds hergibt. Wer wissen möchte, was Hauschka so alles benutzt, um den Flügel zu preparieren, und wie das ganze in einer Kirche klingt, der sollte sich folgende Daten in den Kalender schreiben:

Urban Urtyp: Hauschka
16.10.2011
19 Uhr
10 Euro
Christuskirche Bochum

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LIVEBERICHT: DER SAMSTAG VOM DENOVALI SWINGFEST 2011

Posted in ontheroad on October 4th, 2011 by D.K.

Der Freitag hat schon die Messlatte hoch angesetzt, also ist die Vorfreude auf Tag Zwo sehr groß gewesen. Also auf in die Weststadthalle, unserem Drei-Tage-Ersatzwohnzimmer.

Petrels aus England eröffnet den Denovali Swingfest Samstag. Eingesprungen für Crëvecœur und uns nicht bekannt, lassen wir uns überraschen. Nach den ersten Tönen, die aus seinem Laptop schallen und die live auf der Bühne manipuliert werden, ist klar, der kann was. Als Petrels dann „Concrete“ spielt, springt der Funke endgültig über. Ein englischer Männerchor im Loop, untermalt mit Ambientflächen, die sich langsam steigern. Genial.

Nadja @ Denovali Swingfest 2011

Dann kommt wieder ein skurriler Moment, als vor dem Nadja Auftritt einige Leute sich Stühle schnappen und direkt vor der Bühne drei Stuhlreihen aufbauen. Drone-Doom im Sitzen, so so, na ja! Nadja betreten die Bühne und platzieren sich in ihrer typischen Haltung um den Effektgerätetisch. Aidan zum Publikum, Leah dem Publikum abgewandt. Nadja bauen ihre Sounds langsam auf und füllen die Halle mit ihrem speziellen Doomsound aus. Laut sind sie und sie werden immer lauter. Der Abschluß mit „Bungled and Botched“ ist mein Gänsehautmoment des Festivals. Um eine eingängige Melodie herum bauen Nadja ein Gewitter aus Drones und Noiseelementen auf, das wirklich beeindruckend ist. Danach hab ich keine Lust, mir die gut gelaunten Polen von Contemporary Noise Sextet anzuschauen und leg mich auf die Wiese vor der Halle. Waren gut, ist nach dem Konzert überall zu hören.

contemporary noise sextet @ denovali swingfest 2011

Dale Cooper Quartet and The Dictaphones sind als nächste dran. Die vier Franzosen, also genauer gesagt die drei Franzosen und ihr irischer Gastsänger, machen es sich auf der Bühne gemütlich und rücken ganz nah zum Publikum hin. Sounds und Beats aus dem Kasten werden mit zwei Gitarren untermalt, Christophe bearbeitet seine Gitarre eher experimentell mit Werkzeug, Cellobogen und sonst was, Yannick dagegen sorgt für die Struktur der Songs. Düstere improvisierte Musik zwischen Jazz und Rock. Die Vocals im 80er Wavestil passen gut zur Musik und machen die Vorfreude auf das bald erscheinende zweite Album noch größer.

dale cooper quartet @ denovali swingfest 2011

Jefre Cantu-Ledesma und Paul Clipson (nur in Form seines Videos anwesend) gestalten den Abend zur Primetime mit einer gelungenen Mischung aus Noise und Ambient und den besten Visuals des Festivals. Clipsons Film zeigt Stillleben, in denen Licht und Schatten eine große Rolle spielen. Das Set ist kurz, aber in Erinnerung bleibend.

Die Swingfestveteranen von Omega Massif legen wie erwartet ein trockenes, lautes Doom-Sludge-Brett hin und präsentieren neben den gewohnten Songs wie „Unter Null“ auch neue Songs von „Karpatia“. Die erste Reihe füllt sich schnell mit langhaarigen Kopfwacklern und der Rest in der Halle steht auch nicht still. Kultaktion bei Omega Massif Swingfestauftritten sind natürlich auch die prolligen Zwischenrufe, die auch dieses Jahr nicht fehlen dürfen.

omega massif @ denovali swingfest 2011

Der Samstagabend wird von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble beendet. Die Band mit den meisten Bandmitgliedern des Swingfestes sieht auf der Bühne schon ziemlich beeindruckend aus. Das Darkjazzset wird mit zwei Projektionen untermalt, die Schwarzweißausschnitte von Filmen zeigen. Besonders die Songs, in denen auch gesungen wird, hinterlassen einen Wow-Eindruck. Posaune, Cello, Gitarre und Elektronik schaffen eine ganz eigene Atmosphäre. Die Niederländer überzeugen dieses Jahr auf jeden Fall mehr als im Jahr zuvor und entlassen uns zufrieden in die Nacht.

Fazit zum Samstag: Obwohl ich Nadja schon öfter gesehen habe, ist das kanadische Duo der absolute Höhepunkt des Tages, weil Lautstärke, Sound und Licht hier ein wirklich optimales Gesamterlebnis geboten haben. An dieser Stelle noch ein Riesenlob an Christoph von „The ´79 Sound”, der für den Swingfestsound zuständig war.

kilimanjaro darkjazz ensemble @ denovali swingfest 2011

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LIVEBERICHT: DER FREITAG VOM DENOVALI SWINGFEST 2011

Posted in ontheroad on October 3rd, 2011 by D.K.

Und das war’s dann auch schon wieder… ein Jahr Vorfreude, drei Tage, 21 Acts später ist alles vorbei und es hat sich so was von gelohnt. Aber fangen wir langsam an mit dem Rückblick von Freitag.

Wir lassen uns Freitag Zeit und kommen erst an während September Malevolence, der Opener des diesjährigen Denovali Swingfest, spielen. Das letzte Mal, als wir die Schweden gesehen haben, standen sie vor ihrem Hiatus und waren auch dementsprechend schwach überzeugend. Um so überraschender ist der Auftritt beim Swingfest. Energetischer und mitreißender Alternative Rock als Warmmacher für den ersten Festivaltag. Austragungsort ist die frisch renovierte Weststadthalle in Essen, die mit dem Swingfest eine kleine Wiedereinweihung erlebt.

AUN

Als zweites treten Aun aus Kanada auf. Das Duo präsentiert als erstes das Motto des diesjährigen Swingfestes und zeigt sich experimentell-elektronisch mit einer Art Elektro-Noise-Wand, gepaart mit Gitarrensounds und Visuals. Es folgt Subheim aus Griechenland. Das One-Man-Projekt von Kostas Katsikas überzeugt durch seine Ambient- und Elektrosounds, die verfeinert durch Ethnoklänge und rhythmische Tribals das Publikum zum Mitwackeln animieren. Einziger Kritikpunkt ist die wirklich minimale Beleuchtung, die bei der nächsten Band fast gar nicht vorhanden ist. Die Rede ist vom Bersarin Quartett, das an diesem Abend seinen dritten Auftritt in der neuen Bandkonstellation hat (Premiere war der Auftritt in der Christuskirche Bochum beim ersten Denovali Label Evening). Aus dem Dunkel der Bühne schimmert ein Laptop, irgendwo sind auch ein Drummer und ein Bassist neben Bandkopf Thomas auf der Bühne. Der Sound zwischen experimentell-elektronisch und dynamisch-treibend, wenn der Bass und die Drums im Vordergrund stehen. Dem Publikum gefällt es.

Lento

Mittlerweile ist auch schon Abend und es haben ein paar Leute mehr in die Halle gefunden. Das ist gut so, denn Lento stehen als Nächstes an und wer die verpasst hat, hat verpasst zu sehen wie es aussieht, wenn Ziehaufmännchen anspruchsvollen Metal machen. Nach einem Chor-Intro aus der Konserve kommen die vier Italiener auf die Bühne und legen ein Set hin, das sich gewaschen hat. Es wird gestampft, geposed, gehüpft und so derbe hart auf Saiten und Fell gespielt, dass einem fast die Worte fehlen um seinem Nachbarn zu sagen, wie gut das gerade ist, was man dort auf der Bühne sieht. Zum Schluss dieses Doom-Core-Metal-Sets ist das Adrenalin des einen Gitarristen so am kochen, dass er beim Herumschleudern seines Equipments fast noch die erste Reihe vor der Bühne k.o. schlägt. Nach dem Konzert stellt sich uns nur eine Frage: Wie kommen wir nach dem Ding nur in die richtige Stimmung für Bohren & der Club of Gore? Das Publikum ist wie jedes Jahr beim Swingfest cool und wild gemischt. Doch vor dem Bohren Konzert passiert was Uncooles. Eine Reihe von Leuten schnappt sich die am Rand stehenden Stühle und platziert diese direkt vor der Bühne. Während eines Festivals auf dem Boden hocken und liegen ist cool, auf Stühlen sitzen aber ist dekadent. Fehlten ja nur noch die Handtücher wie bei Strandliegen.

BUDCOG @ Denovali Swingfest

Bohren spielen wie erwartet nicht nur düsteren Jazz, sondern auch im düsteren vernebelten Raum. Die Stimmungsfrage hat sich schnell erledigt, denn nach den ersten Tönen ist man sofort in der Bohrenwelt, in der es um Zerstören von Engeln, Bier, Wurst und unsympathische Mütter in viel zu großen Autos geht. „Beileid“ von der aktuellen EP ist mein Highlight des Sets. Bohren sind der perfekte Übergang zum Abschluß des Abends, den Thomas Köner mit seiner Video- und Soundpräsentation gestaltet und allen gebliebenen Gästen schon mal die Alpträume vorbereitet und vorträumt.

Fazit zum Freitag: Lento haben umrahmt von ruhigeren Konzerten stark überzeugen können. Als Abschluss noch die Setlist mit den letzten Spuren der lentoischen Verwüstung.

Lento Setlist Denovali Swingfest

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