LIVEBERICHT: KRAFTWERK IM K20

Posted in ontheroad on January 20th, 2013 by D.K.

Während andere Bands durch Städte touren, touren Kraftwerk in ihrer Heimatstadt Düsseldorf durch acht ihrer Alben. Und Location ist auch noch ein Museum, nicht irgendeins, sondern das K20 im Herzen der Altstadt. Da haben wir nicht lang überlegt und uns direkt mal Tickets gesichert. Unglaublicherweise waren die Konzerte innerhalb von Minuten ausverkauft. Wir haben noch Tickets für das “Techno Pop” Konzert ergattern können.

Im K20 angekommen sind wir zunächst positiv überrascht, was für eine gemischte Truppe an Zuschauern das Konzert besucht. Da wären auf der einen Seite die typischen D´dorf Schnösel und auf der anderen Seite die lässigen jüngeren Leute, die auch vom Outfit her nicht aus der musikalischen Welt zu stammen scheinen, in der sich Kraftwerk bewegen. Es ist verdammt voll und die Halle im K20 füllt sich schnell mit Menschen, die weiße 3D-Brillen tragen. Denn Kraftwerk sind heute 3D, also die Musiker sowieso, aber auch das was hinter ihnen an der Leinwand zu sehen ist. Wie versprochen wird zunächst das gesamte “Techno Pop” Album gespielt, das in den 80ern unter dem Namen “Electric Café” veröffentlicht wurde. “Boing Boom Tschak” und “Musique Non Stop” lassen Kindheitserinnerungen aufkommen. Vor dem Kassettenrecorder sitzend, auf WDR 1 läuft die Schlagerrally, der Finger liegt auf der roten Recordtaste um ja keine Sekunde zu verpassen, wenn die Sounds mit den lustigen Vocals anfangen…

Kraftwerk klingen massiv und die Beats klingen in den Liveversionen sehr modern. Die Halle tut alles, um den Sound perfekt zu transportieren. Stellt man sich seitwärts hin kann man dank der langgestreckten Architektur im hinteren teil der Halle die Beats als Ping-Pong-Hall hören, interessant. Das Album wird abgefeiert und anschließend geht es weiter mit Hits. Autobahn wird begleitet von einer Videoinstallation, in der alte deutsche Autos, wie der Käfer, der Kadett, die Ur-S-Klasse von Mercedes, ein VW-Bus etc. durch die Autobahnlandschaft der ursprünglichen Albumcovers von Autobahn fahren. Sehr cool. “Radioaktivität” geht mit der Zeit und aus Hiroshima wird Fukushima. “Das Model” darf natürlich auch nicht fehlen. Ralf Hütter singt alle Vocals live ein und klingt irgendwie besser als früher. Lustig anzuschauen, wie reifere Männer im Anzug plötzlich anfangen abzutanzen, während sie versuchen ihr Lieblingslied mit dem Smartphone mitzufilmen. Das ist die Magie von Musik. Da hat man doch keine Angst alt zu werden.

Wer die Chance hat diese Band mal live zu sehen, der sollte sie auf jeden Fall nutzen. Und wer denkt, was Kraftwerk mit experimenteller Musik aus den Bereichen wie Drone, Ambient und Shoegaze zu tun hat, der sollte sich mal durch die Kraftwerk Diskografie arbeiten und sich unbedingt die ersten beiden Alben von 1970 und 1972 anhören.

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EXPERIMENTAL EVENING SPEZIAL: B/B/S/ – AIDAN BAKER – SVARTE GREINER – ANDREA BELFI

Posted in ontheroad on January 11th, 2013 by D.K.

B/B/S/ live in bochum

Die Veröffentlichung von “Brick Mask”, dem ersten Album von B/B/S/ mit treibenden Drums und experimentellen Saitensounds, steht kurz bevor. Hinter B/B/S/ verbirgt sich ein Trio, das aus Aidan Baker (Nadja), Erik K Skodvin alias Svarte Greiner und Andrea Belfi besteht und eine impulsive Mischung aus Ambient, Drone, Shoegaze und Psychedelic bietet.

Wir freuen uns, euch dieses Trio in der Christuskirche Bochum präsentieren zu dürfen und haben uns natürlich was besonderes dafür ausgedacht. Denn wenn drei hochkarätige Musiker zusammen auf der Bühne stehen, die über eine beeindruckende Solodiskografie verfügen, dann stellt sich natürlich nicht die Frage, wer B/B/S/ supporten soll. Den Abend eröffnen alle drei Musiker mit ihren eigenen Solosets…

Christuskirche Bochum
B/B/S/ – AIDAN BAKER – SVARTE GREINER – ANDREA BELFI
Freitag
25. Januar 2013
19:30 Uhr
Tickets

Die Rezension zum neuen Album, das im Februar über Miasmah Recordings erscheint, findet ihr hier…

Mehr zu Aidan Baker…
Mehr zu Erik K Skodvin…
Mehr zu Andrea Belfi…

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EIN BUCHSTABE, EIN MANN, EINE GITARRE, EIN TRACK, DREI STÄDTE

Posted in ontheroad, Redaktion on December 23rd, 2012 by D.K.

Hellmut Neidhardt alias N hat auf seinen letzten Konzerten seinen neuen 40minütigen Mammuttrack “Oie Kirr” präsentiert. Es ist Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht. Ein Bericht über das, was man gesehen und gehört hat, und besonders über das, was man gefühlt hat, als man gesehen und gehört hat.

Die Premiere – Christuskirche Bochum

N spielt an diesem Abend mit Dirk Serries in der Christuskirche Bochum. N eröffnet den Abend. Die ersten Töne von “Oie Kirr” erklingen, sie erklingen wie eine Ansage, wie eine Warnung, eine Warnung vor einem Tsunami, eine Warnung, die zu spät kommt, denn es bricht eine gewaltig schallende Noisewand über einen ein und verschwindet sofort wieder um dann sofort wiederzukehren. Was folgt ist eine Flut an Sounds, die durch den ganzen Raum gleiten. Die Klänge kommen von oben, von unten und von den Seiten. Je nach Höhe der Töne. Augen schließen und den Alltag von der Musik ausspülen lassen.

Die Geduldsprobe – Emokeller in Essen

N Emokeller

Von der Kirche geht es in den Keller, denn der Emokeller ist wirklich einer. Niedrige Decken, kahle kalte Wände und ein Raum, der grad mal 20 Quadratmeter Platz bietet für Musiker, Gäste und natürlich die Musik selbst. N spielt an diesem Abend mit O. Zwei Knappe Bandnamen, die besonders auf dem Konzertplakat fein ausschauen. Das Set selbst zeigt, dass der N-Sound in diesem Keller keine Chance hat sich zu entfalten. Ist N zu laut oder zu leise, keine Ahnung, aber der Raum macht mit dem Sound was Tischtennisprofis mit PingPong-Bällen machen. So wird “Oie Kirr” an diesem Abend auch nur halb so lang, wie eigentlich angedacht.

Die dunkle Macht – Kino im Dortmunder U

N Dortmunder U

Aus dem Keller ins Kino. Seitdem das Dortmunder U zu einer Kultur- und Kunststätte mutiert ist, gibt es dort auch ein Kino, ein Kino mit roten Wänden und schwarzen Sitzen. N ist an diesem Abend Teil eines Festivals und steht mit Svarte Greiner und Marsen Jules auf der Bühne, beziehungsweise eröffnet den Abend. Das Kino ist komplett abgedunkelt, nur die Leuchtröhren von N lassen erahnen was auf der Bühne passiert. Eigentlich muss man hier auch nichts sehen. “Oie Kirr” fühlt sich im Kino sehr sehr gut an. Alle einzelnen Sounds sind klar hör- und spürbar, die massiven wellenartigen Sounds wirken genau wie in der Christuskirche Bochum, hören sich aber vollkommen anders an. Hier hat wohl der Kinoarchitekt sehr gut mitgedacht.

“Oie Kirr” ist ein lebendiger Song, der nicht nur verschiedene Variationen durchlebt, weil N ihn immer verschieden spielt, sondern weil er sich Klangräume zu eigen macht und dank seiner epischen Länge viel Zeit hat sich im Raum und im Geist des Hörers zu entfalten.

Und weil das ganze Gequatsche nur halb so schön ist, ohne das Stück gehört zu haben, könnt ihr hier exklusiv den ersten Teil des Tracks aus der Christuskirche Bochum Sesssion im Stream hören. Viel Spass!

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LIVETIPP: SCOTT KELLY & N

Posted in Aktuell, ontheroad on December 9th, 2012 by D.K.

scott_Kelly_N.jpg

Für alle, die es auf unserer ONTHEROAD-Seite übersehen haben könnten:

Am Dienstag ist es soweit. Scott Kelly ist endlich wieder zu Besuch in der Dortmunder Pauluskirche. Wer die letzten beiden Male dabei war, muss hier sicherlich nicht überzeugt werden. Alle anderen sollten eigentlich auch nicht überzeugt werden müssen… Der Abend wird von N eröffnet. Es wartet also ein Abend mit massiven Gitarrendrones und massiven Vocals auf euch.

Dienstag zeitig Feierabend machen und ab nach Dortmund, geht früh los.

Tickets gibt es auch im Vorverkauf und zwar genau hier…

scott kelly in der pauluskirche dortmund

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LIVEBERICHT: DENOVALI SWINGFEST 2012

Posted in Denovali Swingfest 2012, ontheroad on October 11th, 2012 by D.K.

Letztes Wochenende hat endlich wieder das Denovali Swingfest stattgefunden. Auch dieses Jahr in der Weststadthalle in Essen. Auch dieses Jahr waren wir natürlich dabei und möchten unsere Impressionen mit euch teilen.

Freitag – Penispanik

Freitag haben wir das gleiche Problem, wie viele andere auch: Arbeit. So kommen wir erst an, während Philip Jeck spielt. Ein älterer Herr sitzt an einem Tisch, der überfüllt ist mit Spielzeug, das Musik erzeugen kann. Ein kleiner tragbarer Plattenspieler, Smartphone, Synthesizer und diverses andere Zeug und irgendwie kommt alles zum Einsatz. Gegen Ende des Sets ist die Soundwolke etwas zu dicht, aber was solls, im großen Ganzen echt beachtlich. Oneirogen alias Mario Diaz de Leon ist als nächster dran. Auch er hat einen Tisch mit Effekten, doch hier gehts in eine andere Richtung. Der New Yorker baut verdammt fette Elektronikwände auf und untermalt das ganze mit live eingespielten Gitarrensounds. Dabei kreuzen sich Metal und Elektronik in einer Weise, die hundert Prozent unter die Haut geht.

a dead forest index @ denovali swingfest 2012

heirs @ denovali swingfest 2012

Es folgt klassische Instrumentierung. Das Duo A Dead Forest Index mit Gitarre und Drums ist stilistisch zwischen Folk, Indie und Rock unterwegs. Besonders die kreativen Drums wissen zu überzeugen. Der Sänger windet sich mit spannend ausschauenden Posen um sein Mikro, singt mal ohne, mal mit Effekten. Sogar eine Art Hit wird gespielt, denn als die Band einen Song vom Swingfest Sampler spielt jubelt die Menge. Als nächstes ist die Band dran, auf die wir uns an diesem Tag am meisten gefreut haben, die Heirs aus Australien. Überraschenderweise nur zu dritt, denn der Thereminehühne und der zweite Gitarrist fehlen. Soundtechnisch ist das Trio noch rauher als in der Quintettformation. Die drei schließen an diesem Abend ihre Europatour ab und sind sehr spielfreudig. Besonders Gitarrist Brent scheint wie von einer Hornisse gestochen. Die Mitte des Bühnenbilds ziert ein großer leuchtender Penis, im Hintergrund läuft Lava über die Leinwand. Heirs sind massiv. Nach noch nicht mal 40 Minuten wird das Bühnenbild zerlegt und die Heirs verschwinden. Schade. Der Abschluss des Abends gehört A Winged Victory For The Sullen. Leider ist das, woran wir uns am meisten erinnern, der zickige Gitarrist, der lieber seinen Soundtechniker anschnauzt als auf der Bühne mit Gitarrensounds zu überzeugen. Na ja, der Cellosound ist fett.

Samstag – Schnurrbartparade

An diesem Tag gibts keinen Grund zu spät zu kommen oder überhaupt nicht zu kommen, so sind wir und viele andere Leute schon zu Beginn da. Es geht los mit The Pirate Ship Quintet, die ja schon letztes Jahr dabei sein sollten. Das Quintett weiß zu überzeugen und bietet den Hörern seine Interpretation von Post-Rock. Guter Einstieg. Eric Quach alias Thisquietarmy, umhüllt von rotem Licht, dröhnt das Publikum mit verdammt lauten Drones zu. Besonders “Aphorismes” von der gemeinsamen Platte mit Year Of No Light presst sich ins Gedächtnis. Year Of No Light sind dann auch als nächstes dran und setzen dem bisherigen Eindruck ein I-Tüpfelchen auf. Allein dieses Bild auf der Bühne, mit sieben Franzosen, von denen die meisten einen dunklen Schnurrbart tragen, ist auch ohne Musik beeindruckend. Vom ersten bis zum letzen Ton ist hier alles perfekt. Der Sound ist trocken und bombastisch. Allein die perfekte Aufteilung unter den Musikern und der zeitweilige Einsatz zweier Drumsets macht diesen Auftritt zum absoluten Highlight.

thisquietarmy @ denovali swingfest 2012

year of no light @ denovali swingfest 2012

Greg Haines muss im Anschluss die Gemüter wieder beruhigen, um die Aufmerksamkeit für sich beanspruchen zu können. Das tut er auch mit einem langen ersten Part, in dem er nur am Piano spielt. Erst zum Ende hin werden Effekte vom Rechner aus benutzt, um die Sounds des Flügels zu verfremden. Es folgen die beiden Publikumslieblinge Blueneck und Bersarin Quartett. Blueneck überraschen die Gäste und Veranstalter mit einer ungeplanten Kollaboration mit Carlos Cipa am Flügel, Bersarin Quartett überrascht mit Lichtlosigkeit. Kein Bühnenlicht, denn die Musik ist der Soundtrack zu einem imaginären Film im Kopf des Zuhörers. In unseren Köpfen dröhnen immer noch Year Of No Light. Als Betthupferl gibt es noch ein Elektronik-Jazz-Techno-Set vom Moritz von Oswald Trio. Leider nicht unsere Baustelle.

Sonntag – Fingerperfektion

Sonntag um 13 Uhr wieder am Start zu sein ist nicht Jedermanns Sache. Diejenigen, die es schaffen, werden mit einem Set von N belohnt. N spielt erstmalig nicht nur über seine Gitarrenamps, sondern auch über ein Bassamp. Das Resultat sind dichte noisige Gitarrendrones, die allesamt auf der Bühne entstehen, denn N benutzt nichts vorgefertigtes, sondern baut die Sounds mit den Fingern an der Gitarre und den Füßen an den Effekten live auf. N ist laut, sehr laut, das ist schön. Als Abschluss gibt es eine laute Version von “Suedfall”, dem Song von unserer HOME Compilation. Switchblade sind in den Startlöchern und spielen direkt nach N. Auf der Leinwand ist Zerstörung zu sehen und das Duo legt einen Soundtrack aus doomigen Gitarrensounds und vertrackten Drums darüber. Auch ein Gastsänger darf nicht fehlen, denn es gibt auch was vom neuen Album zu hören. Ein düsterer Soundsog.

N @ denovali swingfest 2012

switchblade @ denovali swingfest 2012

Um nach diesen beiden Acts mit handgemachter Musik als Laptopkünstler zu überzeugen, muss eine fette Soundwand her, und so taucht Saffronkeira aus Italien die Halle in seine elektronischen Beats. Er überzeugt besonders an den Stellen, an denen Ambientsounds den Hintergrund zu den langsamen Beats bilden. Wir gehen was essen, kommen wieder und werden von Freunden darauf aufmerksam gemacht, dass das was derzeit läuft uns eventuell nicht zusagen würde. Und ja es stimmt, Kammerflimmer Kollektief mit ihrer Art von Jazz sind nicht so ganz unser Fall. Carlos Cipa, der sich schon bei Blueneck gezeigt hat, kann dagegen mit seinen kurzen klassisch angehauchten Klavierstücken doch schon überzeugen. Allein die Geschwindigkeit, mit der seine Finger über die Tasten gleiten, ist zum Hut ziehen. Leider ist dann für uns auch schon Schluss und wir machen uns auf den Heimweg.

Als Resumee können wir uns einfach nur verneigen vor dem, was Denovali Records und alle fleißigen Helfer auf die Beine gestellt haben. Gerne wieder, im nächsten Jahr, dann hoffentlich wieder 100% unseren Geschmack treffend, wie die Jahre zuvor.

Wie fandet ihr das Festival? Schreibt uns einen Kommentar!

PS: Die restlichen Momentaufnahmen werden wir in den nächsten Tagen online stellen…

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EXPERIMENTAL EVENING VII: THE SLEEP OF REASON & N

Posted in Aktuell, ontheroad on October 1st, 2012 by D.K.

the sleep of reason & N

ACHTUNG!!! WICHTIGE SET-ÄNDERUNG:

Soeben (02.11., 11 Uhr) musste Jon Attwood aus familiären Gründen seine Teilnahme für den 3.11. absagen und ist nach England zurückgereist. Aufgrund dieser kurzfristigen Änderung wird Dirk Serries ein exklusives und einmaliges Solo Set spielen, das unabhängig von seinen Projekten The Sleep Of Reason,  Fear Falls Burning und Microphonics zu betrachten ist. Wir hoffen diese einzigartige Alternative sagt euch zu.

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Am Samstag, den 3. November, stehen drei Musiker auf der Bühne, beziehungsweise vor dem Altar der Christuskirche Bochum, die eines gemeinsam haben: Alle drei erzeugen Ihre Sounds allein mit einer Gitarre und einer Reihe von Effektgeräten.

N

Den Abend eröffnet N mit einem Drone-Noise-Set. Seine Gitarrensounds ähneln in vielen Momenten den Sounds einer Kirchenorgel, sie legen sich übereinander, der Kirchenraum trägt die Töne, lässt sie hallen, verstärkt sie… wer sich in die Kirche setzt und die Sounds auf sich wirken lässt, ist nach wenigen Sekunden dem Sog von N ausgesetzt.

The_Sleep_Of_Reason.jpg

Änderung: Aufgrund der Absage von Jon Attwood (siehe oben) wird Dirk Serries ein exklusives Solo Set spielen.

Die anderen beiden angesprochenen Musiker sind Jon Attwood und Dirk Serries, die sich zum gemeinsamen Projekt The Sleep Of Reason zusammengetan haben. Zur Veröffentlichung ihrer auf 200 Stück limitierten 3LP Albumsammlung auf Tonefloat Records, sind sie Ende Oktober und November auf Europatour. Dirk Serries hat mit seinem Projekt Fear Falls Burning bleibende Akzente in der Droneszene gesetzt. Jon Attwood ist seit vielen Jahren solo unterwegs und hat schon unzählige Alben veröffentlicht, auf denen er mal experimenteller, mal konventioneller mit seiner Gitarre musiziert. Das gemeinsame Projekt The Sleep Of Reason ist eine auf Platte(n) festgehaltene Dokumentation des gemeinsamen Gitarrenspiels der beiden Musiker. Wer sich durch die Platten durchhört wird Zeuge davon, wie die Sounds der beiden Gitarristen von Mal zu Mal besser aufeinander abgestimmt sind und am Ende eine perfekte Fusion aus bluesigen und experiementellen Sounds ergeben.

Wo:
Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Wann:
3. November 2012, 20:00 Uhr Beginn, 19:30 Uhr Einlass
Tickets:
Gibt es hier… und an der Abendkasse

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RACQUETS KOMMEN

Posted in ontheroad on September 29th, 2012 by D.K.

Die Racquets werden im Oktober eine kleine Deutschlandtour antreten, die wir euch wärmstens empfehlen.

[youtube]http://youtu.be/eQkJAr72uU4[/youtube]

Alle Tourdaten findet ihr auf unserer ONTHEROAD Seite.

Mehr zu den Racquets gibt es hier zu lesen und hier zu hören.

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER UND DIE JAPANER

Posted in ontheroad on September 29th, 2012 by D.K.

Wenn Aidan Baker für ein Konzert nach Köln kommt, dann ist es uns auch egal ob Montag ist, wir fahren hin. So geschehen am letzten Montag. Denn der Stadtgarten Köln ist der Austragungsort einer Konzertreihe namens “Broken Sound”

Chikashi Miyama eröffnet den Abend mit seinem selbstgebauten Synthesizer, der auf Bewegungen reagiert und ähnlich einem Theremin Geräusche von sich gibt. Wo das Theremin eher dazu geeignet ist, das Star Trek Theme nachzuspielen, gehts bei Chikashi Miyama mehr um fiese Noisetöne. Diese werden erzeugt, indem der Musiker sich mit seinen Händen über den Synthesizer beugt und rumfuchtelt. Ehrlich gesagt hab ich keine blassen Schimmer, was er da gemacht hat. Es sah skurril aus und hörte sich ziemlich abgefahren an.

aidan baker

Aidan Baker hat eine eigene kleine Bühne aufgebaut bekommen, die links von der normalen Bühne des Stadtgartenkonzertsaals steht. Ein quadratischer Tisch, auf dem die Effektgerätschaften ruhen, ziert das Bühnenbild. Aidan greift sich seine Gitarre und beginnt eine elektronische Klangwand aufzubauen. Die Gitarre scheint gar nicht da zu sein, nur die Regler der Effekte sind hier klanggebend. Aber so sieht es ja oft aus bei Aidan Baker und doch erzeugt er alle Sounds auf seiner Gitarre. Bottleneck, Tonband, Cellobogen… alles kommt zum Einsatz, um einen 40minütigen Song in den Montagabend zu entsenden. Der Sound ist filigran und steigert sich nicht durch Masse, sondern durch eine geschickte Verpflechtung von Klängen. Ein Ohrgasmus.

Ach ja, wo wir bei Ohrgasmus sind. Als nächstes treten Contagious Orgasm auf der gegenüberliegenden Seite des Raums auf, also noch eine Bühne. Aber was kann denn schon nach Aidan Baker mithalten…

Wer sich jetzt ärgert, dass er Aidan Baker verpasst hat, dem sei ein Blick auf unsere ONTHEROAD Seite empfohlen.

Mehr Fotos von Aidan Baker gibt es hier…

aidan baker

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EXPERIMENTAL EVENING VI: MAMIFFER & MENACE RUINE

Posted in Aktuell, ontheroad on September 26th, 2012 by D.K.

mamiffer & menace ruine

Im Rahmen des Experimental Evening in der Christuskirche Bochum präsentieren wir euch am 26. Oktober die amerikanische Avantgarde-Drone-Ambient Band Mamiffer und das kanadische Experimentalduo Menace Ruine .

Bestehend aus den beiden Hauptmitgliedern Faith Coloccia und ihrem Ehemann und Ex-Isis Frontmann Aaron Turner werden Mamiffer die Christuskirche Bochum in ihre Soundwelt tauchen, die aus Gitarrenklängen, Klavier und Field Recordings besteht. Das von Musikkritikern hoch gelobte letzte Album “Mare Decendrii” ist das beste Beispiel für die große Bandbreite der Band, auf dem neben den Hauptakteuren viele Gastmusiker verschiedenster musikalischer Herkunft vertreten sind. Egal ob Gitarren Soundwände aufbauen oder das Klavier eine klassische melancholische Melodie aufbaut, egal ob Faith ihre filigranen Vocals über die Sounds legt, oder asiatische Gesänge und Field Recordings sich ihren Weg bahnen, der Sound von Mamiffer ist immer einzigartig. Oder anders gesagt: Sie klingen orchestral und fühlen sich dronig an. Welcher andere Ort, wenn nicht ein Kirchenraum, kann hier die passende Herberge sein für diesen Sound.

Mehr zu Mamiffer…

Eine experimentierfreudige Band kommt selten allein. Als zweiter Act sind die beiden kanadischen Experimentalmusiker von Menace Ruine dabei, deren neues Album “Alight In Ashes” in der Vinylversion über Sige Records, dem gemeinsamen Label von Faith Coloccia und Aaron Turner, erscheinen wird. Die beiden klingen elektronisch, verzerrt, mittelalterlich, mysteriös…

Mehr zu Menace Ruine…

Ort: Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Datum: 26. Oktober 2012
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Tickets: hier

Event Seite auf Last.FM

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THE BUTCHERETTES KOMMEN

Posted in Aktuell, ontheroad on June 23rd, 2012 by D.K.

the_butcherettes.jpg

The Mars Volta sind derzeit auf Europa-Tour und haben The Butcherettes als Support im Gepäck. Die Band setzt sich aus Frontfrau und Gitarristin Teri Gender Bender und Lia Braswell an den Drums zusammen und ist schon allein wegen der sehr extrovertierten Bühnenpräsenz von Teri Gender Bender einen frühen Besuch der The Mars Volta Shows wert. Für das letzte Album “Sin Sin Sin”, das sich gnadenlos durch Rock, Punk, Pop und Elektrosounds bewegt, haben die beiden Damen Omar Rodriguez Lopez nicht nur für die Produktion ins Studio geholt, sondern ihn noch als Bassisten verpflichten können. Genau dieser Aufgabe wird er auch auf der Tour nachgehen. Neugierig? Ab zu den Shows…

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Die Termine findet ihr auf unserer ONTHEROAD Seite…

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LIVEBERICHT: FEAR FALLS BURNING

Posted in Aktuell, ontheroad on June 4th, 2012 by D.K.

fear falls burning @ paradox tilburg

Vor ein paar Jahren traf ich beim Musikentdecken irgendwie auf Fear Falls Burnings „The Amplifier Drone“. Eine Platte mit einem perfekten Titel, der genau das auf den Punkt bringt, was sich auf der Platte wiederfindet. Gitarrendrones vom Feinsten. Schnell war mir klar, dass ich mich intensiver mit der Arbeit von Dirk Serries alias Fear Falls Burning befassen muss und besonders mit dem, was sich Drone schimpft. Als dann „Frenzy of The Absolute“ über Conspiracy Records veröffentlicht wurde, wurde ich Fan von diesem sympathischen belgischen Musiker, der bereits in den späten 80ern mit VidnaObmana ein Musikkapitel eröffnet hatte, das er Anfang diese Jahrhunderts abgeschlossen hat.

fear falls burning @ paradox tilburg

Am 2. Juni stand dann der Tag an, den man als Fan immer verdrängt hatte, aber trotzdem kommen sah. Das Ende von Fear Falls Burning. Der Jazzclub Paradox in Tilburg öffnete seine Tore, um die Fangemeinde ein letztes Mal Fear Falls Burning live erleben zu lassen. Grund genug eine kleine Reise aus dem Ruhrgebiet anzutreten. In Tilburg angekommen standen wir kurz vor Einlass vor dem Gebäude, das das Paradox beherbergt. Grau und glatt und unscheinbar. Doch nach dem Einlass zeigt sich das wahre Gesicht des Clubs. Ein dunkler gemütlicher kleiner Club mit kleiner verkanteter Bühne, die zu einem Drittel von einem Flügel eingenommen wird. Doch der Flügel spielt heute keine Rolle, sondern das, was daneben aufgebaut ist. Eine „Fear Falls Burning Schaltzentrale“ mit Amp, zwei Koffern voller Effekte, einem Hocker und einer Les Paul, rechts daneben ein Bass ohne Effekte und ganz rechts am Bühnenrand die Drums.

fear falls burning @ paradox tilburg

Langsam füllt sich der Club und viele bekannte Gesichter sind zu sehen. Darunter die Bandkollegen von 3 Seconds of Air und die Chefetagen von Tonefloat und Conspiracy Records. Zeit sich ein schönes Sitzplätzchen zu suchen. Eine Ambientwolke untermalt die Wartezeit, dann um kurz nach neun kommt eine Kunstnebelwolke hinzu und taucht den Club in ein kaltes Grau. Das Licht wird gedimmt und Dirk Serries kommt auf die Bühne und setzt sich vor seine Effektarmaturen und beginnt das Set mit einem typischen Fear falls Burning Drone. Schicht für Schicht steigert sich der Gitarrensound, Ebowschwingungen werden auf die Saiten übertragen, Picking paart sich mit Feedback. Tim Bertilsson setzt sich an die Drums, die auch zuvor ohne sein Beisein durch die Gitarrendrones stetig vibriert haben. Bedächtig und zurückhaltend baut er sein Drumming in den Sound ein. Eine weitere Zeit später steigt Frank Kimenai am Bass ein und die Rhythmusfraktion setzt voll ein. Aus dem filigranen Drumspiel wird ein lautes dynamisches Rhythmusmonster a la Switchblade (der Hauptband von Herrn Bertilsson), das von Kimenai am Bass unterstützt wird. Leider vergeht die Zeit doch ziemlich schnell und das Set kommt beim letzten Lied des neuen Albums an, was auch den Abschluss des Abends besiegeln soll. Der Nihill Sänger Michiel Eikenaar gesellt sich zu den drei Musikern und windet sich zunächst im Fluss der Drones um sein Mikro, bis er dann mit seinen beeindruckenden Black-Metal-Vocals einsetzt. Ab diesem Zeitpunkt steigern sich die vier Musiker immer weiter in ihre Musik. Dirk Serries verdichtet die Gitarrenflächen, Frank Kimenai konzentriert sich, die Bassdosis immer zum rechten Zeitpunkt zu setzen, Bertilsson spielt seine Drums mit seinem speziellen „Lufttakt“, bei dem nicht alle Schläge das Trommelfell erreichen, und Eikenaar schreit sich die Seele aus dem Leib. Dirk Serries steht auf und lässt die letzten Gitarrenklänge verklingen, die restlichen Musiker stellen sich zu ihm. Fear Falls Burning ist zu Grabe getragen.

Zum Glück bleiben die Erinnerung und die Musik.

fear falls burning @ paradox tilburg

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SUM OF R IM RUHRPOTT

Posted in ontheroad on June 2nd, 2012 by D.K.

Sum Of R aus der Schweiz haben sich letzten Samstag auf dem Weg von Bern nach Bochum gemacht, um im Rahmen unseres Experimental Evenings als Headliner in der Christuskirche Bochum zu spielen. Kopf der Band ist Reto Mäder, den wir euch schon mit seinen anderen Projekten Ural Umbo und Pendulum Nisum vorgestellt haben. Zweite Hälfte des aktuellen Sum Of R Lineups ist die Gitarristin Julia Wolf.

reto mäder (sum of r) @ christuskiche bochum

Die beiden Musiker bauen ihr Set direkt vor dem Altarsockel auf, das aus einem kleinen Drumset, alten Amps, Effektgeräten und natürlich der Gitarre von Julia und dem Bass von Reto besteht. Die ersten Probetöne im Kirchenraum zeigen, wie druckvoll das neue Set ist, das sich komplett von den bisherigen Veröffentlichungen auf Utech und Hinterzimmer Records unterscheidet. Es ist warm draußen, es ist Pfingstferienzeit und im Fernsehen läuft der größte Gesangswettbewerb der Welt. In der Christuskirche Bochum eröffnet Clem Leek den Abend mit einem klassischen Set am Flügel, Simon Scott als zweiter Headliner des Abends legt eine Fläche aus Field Recordings und Drones im Kirchenraum aus und dann folgen Sum Of R.

julia wolf (sum of r) @ christuskiche bochum

Reto sitzt vor seinen Effekten, spielt ein Thema auf den hohen Saiten seines Basses ein, loopt das Ganze, steht auf und setzt sich an sein Drumset und die Magie von Sum Of R nimmt ihren Lauf. Reto und Julia bauen einen rhythmisch druckvollen Song auf Basis der Bassmelodie auf und tauchen den Kirchenraum in ihren hypnotischen Doomsound ein. Die Drums hallen im Raum nach, die Gitarre flirrt von der einen Seite des Raums auf die andere. Die Spielweise der Band gleicht live einem Ritual. Am Anfang ist immer der Bass, der die Grundlage legt und geloopt wird und dann mit Drums und energetischen Giatrrenklängen untermalt wird. Ein Ritual, das von den Gästen entweder mit rhythmischen Nicken oder voller Konzentration verfolgt wird. Zum Schluß wird es noisig laut und die Drums und die Gitarre preschen durch alle Ecken des Kirchenraums in die Hörgänge. Das Licht geht aus, es ist düster, es ist bedrohlich, man ist der Gewalt der Musik ausgestzt. Der Kirchenraum, die Geborgenheit der Kirche scheint verloren… dann verstummt die Musik, das Licht geht an, das Set ist vorbei, Sum Of R verbeugen sich. Wir sind zurück in der Realität.

sum of r @ fzw dortmund

Sonntag reisen Sum Of R in die Nachbarschaft nach Dortmund. Sie sind kurzfristig als Support für Wolves In The Throne Room gebucht worden. Aus der Kirche geht es also in den Club des FZW. WITTR ziehen allein wegen ihres finalen Albums eine Menge Leute nach Dortmund und so ist der Club gut gefüllt. Sum Of R haben sich mittig direkt am Bühnenrand aufgebaut. Ein ganz kleiner Kreis Interessierter bildet sich mit kleinem Abstand zur Bühne, als die beiden das Set beginnen. Der Bass bohrt sich durch die Bühne in den Raum, die Gitarre klingt rauh und leicht hallend verzerrt, wie es ja Black Metal Fans gefallen dürfte. Spätestens nachdem Reto den Regler seines Basses runtergedreht, den Ausschalter betätigt, seinen Bass abgestellt und sich an die Drums gesetzt hat, um dem Sound eine Wucht von Rhythmus zu verpassen, haben Sum Of R einige neue Freunde im Publikum. Der Kreis vor der Bühne wird immer größer und das Gequatsche im Hintergrund lässt nach, was aber auch egal ist, weil Sum Of R so laut spielen, dass kein anderer Sound Platz findet im Ohr. Je länger Reto und Julia spielen, desto gewaltiger klingt das, was auf der Bühne passiert. Mittlerweile haben sich auch vier Langhaarige vor der Bühne gefunden, die gemeinsam zum Sound of Sum Of R die Haare tanzen lassen. Sum Of R verbeugen sich…

Zwei überzeugende Abende mit Sum Of R, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und nur fürs Protokoll: das Set war an beiden Abenden identisch.

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LIVEBERICHT: HALFPLUGGEDFESTIVAL – STATION ROTTSTR5 GALERIE

Posted in ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

Letzte Woche hat das Halfplugged Festival seinen Einstand in Bochum gefeiert. Rund um die neubelebte Rottstraße in Bochum, die in und um Bochum durch ihre Erotikmeile, ein altes gruseliges Hotel und diverse negative Mediennachrichten einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, fanden verschiedene Aktionen statt. Konzerte, DJ-Sets und ein Workshop haben an diversen neugenutzten Ortschaften auf der Rottstraße neue Akzente gesetzt.

Die Rottstraße 5 mit ihrer Galerie und dem Theater ist schon seit einiger Zeit kulturell aktiv und hat im Rahmen des Halfplugged Festivals die interessanteste Station geboten. [Bolt], N und Petrels auf einer Bühne. Die Räumlichkeiten bestehen aus Tonnengewölben, denn es handelt sich hier um eine aktiv genutzte Eisenbahnbrücke. Als wir ankommen spielt eine Band, die noch irgendwie ins Line-Up gerutscht ist. Irgend so ein komisches Zeug, während zwei Personen ihren Ausdruckstanz zum besten geben. Okay… wir warten draußen.

bolt @ halfplugged festival

[BOLT]

Dann ist es endlich soweit. [Bolt] betreten die Bühne. Zwei Musiker aus Bochum und Herne mit zwei Bässen, einem Haufen Effekten und ein bisschen Elektronik aus dem Rechner. Als die beiden ihr Set beginnen wird schnell klar, dass das Tonnengewölbe, das den Raum bildet, ein sehr intensiver Klangträger ist. Die Bässe drücken sich durch die Luft und der Sound wandert förmlich durch die Location. Sehr interessantes Soundgefühl. Das Duo ist live sehr viel intensiver als auf dem Demo, das bisher erschienen ist. Drone vom Feinsten.

Wer [Bolt] verpasst hat oder nochmal sehen möchte, kann dies am 26. Mai in der Christuskirche Bochum tun. Hier treten die beiden im Rahmen des Experimental Evening V auf.

N @ halfplugged festival

N

Hellmut Neidhardt alias N betritt die Bühne, arrangiert sich um seine Effektwiese herum und beginnt sein Set mit einem noisigen Drone. Was N hier aus seiner Gitarre zaubert ist Musik für die Seele, die dank der Architektur auch schnell den Weg in den Körper findet, denn die filigranen Sounds schleichen von allen Seiten des Tonnengwölbes durch Füße, Hände, Magen und sonst wo direkt in einen. Entscheidet man sich für einen Seite des Raums, anstatt in der Mitte zu stehen, wird man mit einer konzentrierten Ladung an Sounds beschallt. Unglaubliche Raumeffekte. Dass dann auch noch jede halbe Stunde Züge über unseren Köpfen brettern und zusätzlich Sounds liefern, ist ein netter passender Nebeneffekt. Das zweite Stück von N beginnt mit einem Arpeggio und verwandelt sich in den darauffolgenden 20 Minuten in ein Meer und Gewitter von dronig-noisigen Sounds. Am Ende ist ist die Hörerseele rein.

petrels @ halfplugged festival

PETRELS

Eigentlicher Headliner ist Petrels, der mit einem Elektronikset versuchen muss, den bisherigen Eindruck der beiden vorherigen Acts zu toppen. Petrels präsentiert Songs aus seinem Debütalbum, die er in einer einzigen Klangmasse präsentiert. Anfänglich noch als Noisewolke, dann immer filigraner. Petrels steht nicht still, sein Körper ist die ganze Zeit in Bewegung, er lebt seine Sounds auf der Bühne. Nach der Mitte des Sets wird der Sound experimenteller und erst als ein Beat einsetzt, ist im Publikum zu sehen, dass die Zuhörer genau auf sowas bei Petrels gewartet haben, etwas woran man sich festhalten kann, mitwippen oder mitstampfen kann. Bei den extrovertierteren Zuhören äußerst sich das Ganze in Ausdruckstanz. Womit sich der Kreis schließt.

Gelungener Abend, mit einem sehr überzeugenden Auftritt von N, der den Headliner etwas im Schatten stehen lässt.

Mehr Fotos vom Halfplugged Festival findet ihr hier…

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MOMENTAUFNAHMEN AUS BOCHUM

Posted in Aktuell, ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

petrels live @ halfplugged festival

Auf unserer PHOTOS Seite könnt ihr euch ein paar Impressionen vom Denovali Label Evening III und vom Halfplugged Festival anschauen. Mit dabei sind Thisquietarmy, Aun, The Samuel Jackson Five, Bolt, N und Petrels.

Viel Spass!

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LIVEBERICHT: DENOVALI LABEL EVENING III

Posted in ontheroad on May 6th, 2012 by D.K.

Teil III der Denovali Label Evening Reihe in der Christuskirche Bochum hat sich diesmal mit den Nordlichtern des europäischen und nordamerikanischen Kontinents beschäftigt und so trafen die Kanadier von Thisquietarmy und Aun auf die Norweger von The Samuel Jackson Five.

thisquietarmy @ denovali label evening 3

THISQUIETARMY
Eric Quach alias Thisquietarmy eröffnet den Abend mit einer geballten Ladung Dronesounds. Fast schon verloren sieht er aus, vor seinem Meer an Effektgeräten, die er um sich aufgebaut hat. Doch das, was er aus seiner Gitarre zaubert, klingt alles andere als verloren. Die Drones sind genauso brachial dronig wie melodiös und nehmen die Zuhörer schnell ein, die begleitenden elektronischen Drums drücken einen in die Kirchenbank. Dann nach fast einer halben Stunde eine Verschnauffphase, in der Quach die Effekte und Verzerrung zurückfährt um eine Ambientfläche aufzubauen, aus der er mit einem seiner griffigeren postrockigen Songs ausbricht und die Zuschauer nochmals davon überzeugt, dass er zur Topliga der kanadischen Experimental-Rocker gehört. Im Gespräch nach dem Konzert beschreibt Eric Quach, dass ihm bewusst ist, dass sich ruhigere Töne besser entfalten würden in der Kirche, er aber nach der langen Anreise so erschöpft war, dass er sich inmitten der lauteren noisigen Dronesounds wohler gefühlt habe.

aun @ denovali label evening 3

AUN
Das Dreigespann um Martin Dumais hat seinen eigenen Altar mit Rechnern und Effekten vor dem Kirchenaltar aufgebaut und präsentiert sich elektronisch ambientlastig. Aun mischen Vocals, Saiteninstrumente und Sounds aus der Konserve miteinander und erzeugen eine kaum greifbare Klanglandschaft. Die Songs verschmelzen ineinander und verwandeln sich live in fast schon andere Tracks, die mit improvisierten Einschüben ein großes Klanggebilde ergeben. Der Kirchenraum bietet sich hier als idealer Klangträger an und so gleiten die Aun-Sounds 45 Minuten lang durch die Christuskirche.

samuel jackson 5 @ denovali label evening 3

THE SAMUEL JACKSON FIVE
Die fünf Norweger von The Samuel Jackson Five haben soundtechnisch so rein gar nichts mit Drone und Ambient am Hut, sondern sind mehr im instrumentalen Rock mit Hang zum Post-Rock unterwegs und so holen sie schon im ersten Song die Zuhörer aus den sphärischen Gefilden ab und nehmen sie mit auf eine treibende Rock-Reise. Zum Glück konzentrieren sich The Samuel Jackson Five nicht rein auf Post-Rock-Rezepte, sondern fügen ihrem Sound verschieden Akzente ein. So heult das Theremin zwischendurch auf oder die Gitarren werden folkig gespielt oder Elektronik wird eingestreut. Die Band hat Spaß am Spielen und ist ständig in Bewegung. Der Drummer nimmt seine Drums auseinander und schmeißt Percussioninstrumente den Altarsockel runter, um damit Sounds zu erzeugen. Und gesungen wird auch noch zwischendurch. Und obwohl die Band nicht so laut spielt, wie sie eigentlich wollte, kommt der vollgepackte Sound der Norweger gut rüber, bei Band und Zuschauer. Eine Zugabe, zwei Zugaben, drei Zugaben…

Alle drei Bands haben derzeit aktuelle Platten auf Denovali Records veröffentlicht und zeigen mal wieder die große Bandbreite des Labels.

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