DENOVALI SWINGFEST MOMENTAUFNAHMEN

Posted in Kunst, ontheroad, Redaktion on November 6th, 2011 by C.C.

sunn o))) moog_hurter_denovali swingfest_2011

Es hat zwar etwas gedauert, aber unsere Momentaufnahmen vom Denovali Swingfest 2011 sind jetzt auf unserer PHOTOS Seite.

Hier gehts zu den Fotos vom Freitag… Samstag… und Sonntag…

 

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LIVEBERICHT: DENOVALI LABEL EVENING II

Posted in ontheroad on November 5th, 2011 by D.K.

sankt_otten © All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Denovali Records sind ja bekannt für eine große Bandbreite experimenteller Bands und das konnte man vorletzten Freitag auch auf dem zweiten Denovali Label Evening erleben, als Sankt Otten zusammen mit Blueneck auftraten.

sankt_otten_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Sankt Otten eröffnen den Abend mit ihrer „Gottes Synthesizer Show“ ganz in rot – rotes Hemd, roter Tisch und rot beleuchtete Bühne bzw. Altarsockel. Die beiden Sankt Ottener brauchen nicht mehr als Elektrodrums, etwas Elektronik aus dem Rechner und eine Gitarre, um ihre Sounds in den Kirchenraum zu tragen. Sie könnten sich auch das Blade Runner Telekolleg Synthie Score Ensemble nennen, denn genau das sind die Assoziationen, die einem durch den Kopf schwirren, beim Hören der Musik. Die erste Hälfte des Sets ist sehr dynamisch mit großem Drumeinsatz… Actionszenen aus einem futuristischen 70er oder 80er Jahre Film. Stephan Otten hat auf jeden Fall sehr coole Moves drauf, wenn er mit seinen Drumsticks auf die polygonalen Elektrodrumflächen trommelt. Die zweite Hälfte wird zunehmend ruhiger und sphärischer und die Bilder im Kopf zeigen Szenen aus dem All oder Luftaufnahmen aus alten Tierdokus. Sankt Otten fühlen sich in der Synthiesoundwelt pudelwohl, das ist den beiden auf der Bühne anzusehen und es macht Spass zuzuschauen.

blueneck_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Nach einer kurzen Umbaupause stehen Blueneck auf der Bühne. Fünf Briten gezeichnet von drei Wochen Europatour, die an diesem Abend zu Ende geht. Doch als die ersten Töne erklingen, sind die Musiker vollkommen aufmerksam bei der Sache. Sänger Duncan Attwood legt die Melancholie in den Raum, das Keyboard untermalt die Stimmung und dann, irgendwann kurz bevor man überhaupt daran denken könnte, dass die Musik zu melancholisch oder schnulzig sein könnte, holen die restlichen Musiker den Hörer ab und geleiten einen in eine treibende Instrumentalwelt. Eine gelungene Mischung, die live viel besser zündelt als auf Platte. Die alten und neuen Songs passen live perfekt zusammen und zeigen die große Bandbreite der Band, die sich zwischen experimentellem Alternativ Rock und treibendem Postrock bewegt. Gitarrist und Riese der Band, Rich Sadler, verkündet mehrfach, dass er beeindruckt ist von der Kirche und sein Jeden-Sonntag-In-Die-Kirche-Kindheitstrauma an diesem Abend geheilt worden sei. Blueneck sind generell gut drauf auf der Bühne und legen sich für die letzte Show der Tour ins Zeug. Ergebnis ist großer Jubel, Standing Ovations und ein sehr gut besuchter Merchstand. Selbst die Band liegt sich am Ende des Sets in den Armen. Sänger Duncan beschreibt mir nachher noch seine überwältigenden Gefühle während der Zugabe, als er merkte, dass der nächste Ton, den er auf der Gitarre spielen würde, der letzte der Tour sei. Was würden wir Hörer nur machen, ohne diese Vollblutmusiker…

blueneck_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

Die restlichen Momentaufnahmen von Cristobal Marquez alias Tobalo folgen bald auf unserer PHOTOS Seite.

blueneck_© All rights reserved by Cristóbal Márquez (www.tobalo.de)

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LIVEBERICHT: THE ASCENT OF EVEREST

Posted in ontheroad on October 19th, 2011 by D.K.

the ascent of everest live in oberhausen

Montag, der wohl unpassendste Tag, um sich abends nach dem ersten Arbeitstag der Woche zu motivieren ein Konzert zu besuchen. Zum Glück schaff ich es, denn The Ascent Of Everest haben in Oberhausen im Druckluft gespielt und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Im Druckluft angekommen bestätigt sich die Montagstheorie, denn die handverlesene Anzahl an Besuchern ist schon schade.

the ascent of everest live in oberhausen

The Ascent Of Everest lassen sich Zeit und kommen gegen 21:30 Uhr auf die Bühne, die sich sehr schnell füllt, denn die Band besteht heute aus sieben Musikern. Zwei Gitarren, Bass, Cello, Violine, Drums und Percussion. Das Set beginnt mit einem lauten dynamischen Song, der von tiefen Cellotönen und kraftvollen Drums getragen wird. Gelungener Einstieg, der die Müdigkeit des Tages schnell vergehen lässt. Im Hintergrund laufen Videoprojektionen, die ich mir aber gar nicht genau anschaue, denn auf der Bühne passiert so viel, das man sich nicht entgehen lassen möchte. Die Cellistin sitzt in der Mitte der Bühne und wird umrahmt von den restlichen stehenden Musikern (außer dem Drummer). Der Sänger und Gitarrist haucht den Songs, die sich irgendwo zwischen GYBE und Sigur Ros einreihen lassen, die individuelle Seele ein, wenn er mit seiner tiefen Klangfarbe in der Stimme die Vocals beisteuert. Überhaupt ist der Einklang von Vocals, klassischen und rockigen Instrumenten erstaunlich präzise und klingt live noch intensiver als auf Platte. Das Set ist geschickt abwechslungsreich, mal dynamisch-explosiv, mal experimentell-ruhig, und es werden ein paar neue Songs präsentiert, die teils melancholischer, teils aggresiver sind als das bisherige Material. Das Konzert dauert weit über eine Stunde und The Ascent Of Everest können vollkommen überzeugen. Wenn der Aufstieg auf den Everest sich so anfühlt wie die live gespielte Musik dieser Band, dann sollte man echt mal überlegen mit dem Bergsteigen anzufangen…

the ascent of everest live in oberhausen

Wer die Chance hat einen der verbleibenden Termine wahrzunehmen, sollte unbedingt hingehen. Die restlichen Daten findet ihr hier auf unserer ONTHEROAD Seite.

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LIVETIPP: HAUSCHKA BEI URBAN URTYP

Posted in Aktuell, ontheroad on October 10th, 2011 by D.K.

hauschka

Das Urban Urtyp Kollektiv holt Hauschka in die Christuskirche Bochum und das solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Kommenden Sonntag lädt Urban Urtyp zu einer weiteren Ausgabe von “Konzerte aus dem Zentrum der Stadt” ein. Was Hauschka auf Platte präsentiert, lässt sich mit Elektro-Klassik-Ambient beschreiben, lässt aber nicht erahnen, was dieser sympathische Herr aus Düsseldorf da eigentlich macht. Dafür muss man Hauschka und sein “Prepared Piano” live gesehen haben. Denn Hauschkas Sounds entstehen analog auf einem Flügel, dessen Innenleben mit diversem Krimskrams befüllt, besteckt und beklebt wird. Die daraus resultierenden Sounds klingen verblüffend anders, kreativ, experimentell… einfach fernab dessen, was ein normaler Flügel an Sounds hergibt. Wer wissen möchte, was Hauschka so alles benutzt, um den Flügel zu preparieren, und wie das ganze in einer Kirche klingt, der sollte sich folgende Daten in den Kalender schreiben:

Urban Urtyp: Hauschka
16.10.2011
19 Uhr
10 Euro
Christuskirche Bochum

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LIVEBERICHT: DER SAMSTAG VOM DENOVALI SWINGFEST 2011

Posted in ontheroad on October 4th, 2011 by D.K.

Der Freitag hat schon die Messlatte hoch angesetzt, also ist die Vorfreude auf Tag Zwo sehr groß gewesen. Also auf in die Weststadthalle, unserem Drei-Tage-Ersatzwohnzimmer.

Petrels aus England eröffnet den Denovali Swingfest Samstag. Eingesprungen für Crëvecœur und uns nicht bekannt, lassen wir uns überraschen. Nach den ersten Tönen, die aus seinem Laptop schallen und die live auf der Bühne manipuliert werden, ist klar, der kann was. Als Petrels dann „Concrete“ spielt, springt der Funke endgültig über. Ein englischer Männerchor im Loop, untermalt mit Ambientflächen, die sich langsam steigern. Genial.

Nadja @ Denovali Swingfest 2011

Dann kommt wieder ein skurriler Moment, als vor dem Nadja Auftritt einige Leute sich Stühle schnappen und direkt vor der Bühne drei Stuhlreihen aufbauen. Drone-Doom im Sitzen, so so, na ja! Nadja betreten die Bühne und platzieren sich in ihrer typischen Haltung um den Effektgerätetisch. Aidan zum Publikum, Leah dem Publikum abgewandt. Nadja bauen ihre Sounds langsam auf und füllen die Halle mit ihrem speziellen Doomsound aus. Laut sind sie und sie werden immer lauter. Der Abschluß mit „Bungled and Botched“ ist mein Gänsehautmoment des Festivals. Um eine eingängige Melodie herum bauen Nadja ein Gewitter aus Drones und Noiseelementen auf, das wirklich beeindruckend ist. Danach hab ich keine Lust, mir die gut gelaunten Polen von Contemporary Noise Sextet anzuschauen und leg mich auf die Wiese vor der Halle. Waren gut, ist nach dem Konzert überall zu hören.

contemporary noise sextet @ denovali swingfest 2011

Dale Cooper Quartet and The Dictaphones sind als nächste dran. Die vier Franzosen, also genauer gesagt die drei Franzosen und ihr irischer Gastsänger, machen es sich auf der Bühne gemütlich und rücken ganz nah zum Publikum hin. Sounds und Beats aus dem Kasten werden mit zwei Gitarren untermalt, Christophe bearbeitet seine Gitarre eher experimentell mit Werkzeug, Cellobogen und sonst was, Yannick dagegen sorgt für die Struktur der Songs. Düstere improvisierte Musik zwischen Jazz und Rock. Die Vocals im 80er Wavestil passen gut zur Musik und machen die Vorfreude auf das bald erscheinende zweite Album noch größer.

dale cooper quartet @ denovali swingfest 2011

Jefre Cantu-Ledesma und Paul Clipson (nur in Form seines Videos anwesend) gestalten den Abend zur Primetime mit einer gelungenen Mischung aus Noise und Ambient und den besten Visuals des Festivals. Clipsons Film zeigt Stillleben, in denen Licht und Schatten eine große Rolle spielen. Das Set ist kurz, aber in Erinnerung bleibend.

Die Swingfestveteranen von Omega Massif legen wie erwartet ein trockenes, lautes Doom-Sludge-Brett hin und präsentieren neben den gewohnten Songs wie „Unter Null“ auch neue Songs von „Karpatia“. Die erste Reihe füllt sich schnell mit langhaarigen Kopfwacklern und der Rest in der Halle steht auch nicht still. Kultaktion bei Omega Massif Swingfestauftritten sind natürlich auch die prolligen Zwischenrufe, die auch dieses Jahr nicht fehlen dürfen.

omega massif @ denovali swingfest 2011

Der Samstagabend wird von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble beendet. Die Band mit den meisten Bandmitgliedern des Swingfestes sieht auf der Bühne schon ziemlich beeindruckend aus. Das Darkjazzset wird mit zwei Projektionen untermalt, die Schwarzweißausschnitte von Filmen zeigen. Besonders die Songs, in denen auch gesungen wird, hinterlassen einen Wow-Eindruck. Posaune, Cello, Gitarre und Elektronik schaffen eine ganz eigene Atmosphäre. Die Niederländer überzeugen dieses Jahr auf jeden Fall mehr als im Jahr zuvor und entlassen uns zufrieden in die Nacht.

Fazit zum Samstag: Obwohl ich Nadja schon öfter gesehen habe, ist das kanadische Duo der absolute Höhepunkt des Tages, weil Lautstärke, Sound und Licht hier ein wirklich optimales Gesamterlebnis geboten haben. An dieser Stelle noch ein Riesenlob an Christoph von „The ´79 Sound”, der für den Swingfestsound zuständig war.

kilimanjaro darkjazz ensemble @ denovali swingfest 2011

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LIVEBERICHT: DER FREITAG VOM DENOVALI SWINGFEST 2011

Posted in ontheroad on October 3rd, 2011 by D.K.

Und das war’s dann auch schon wieder… ein Jahr Vorfreude, drei Tage, 21 Acts später ist alles vorbei und es hat sich so was von gelohnt. Aber fangen wir langsam an mit dem Rückblick von Freitag.

Wir lassen uns Freitag Zeit und kommen erst an während September Malevolence, der Opener des diesjährigen Denovali Swingfest, spielen. Das letzte Mal, als wir die Schweden gesehen haben, standen sie vor ihrem Hiatus und waren auch dementsprechend schwach überzeugend. Um so überraschender ist der Auftritt beim Swingfest. Energetischer und mitreißender Alternative Rock als Warmmacher für den ersten Festivaltag. Austragungsort ist die frisch renovierte Weststadthalle in Essen, die mit dem Swingfest eine kleine Wiedereinweihung erlebt.

AUN

Als zweites treten Aun aus Kanada auf. Das Duo präsentiert als erstes das Motto des diesjährigen Swingfestes und zeigt sich experimentell-elektronisch mit einer Art Elektro-Noise-Wand, gepaart mit Gitarrensounds und Visuals. Es folgt Subheim aus Griechenland. Das One-Man-Projekt von Kostas Katsikas überzeugt durch seine Ambient- und Elektrosounds, die verfeinert durch Ethnoklänge und rhythmische Tribals das Publikum zum Mitwackeln animieren. Einziger Kritikpunkt ist die wirklich minimale Beleuchtung, die bei der nächsten Band fast gar nicht vorhanden ist. Die Rede ist vom Bersarin Quartett, das an diesem Abend seinen dritten Auftritt in der neuen Bandkonstellation hat (Premiere war der Auftritt in der Christuskirche Bochum beim ersten Denovali Label Evening). Aus dem Dunkel der Bühne schimmert ein Laptop, irgendwo sind auch ein Drummer und ein Bassist neben Bandkopf Thomas auf der Bühne. Der Sound zwischen experimentell-elektronisch und dynamisch-treibend, wenn der Bass und die Drums im Vordergrund stehen. Dem Publikum gefällt es.

Lento

Mittlerweile ist auch schon Abend und es haben ein paar Leute mehr in die Halle gefunden. Das ist gut so, denn Lento stehen als Nächstes an und wer die verpasst hat, hat verpasst zu sehen wie es aussieht, wenn Ziehaufmännchen anspruchsvollen Metal machen. Nach einem Chor-Intro aus der Konserve kommen die vier Italiener auf die Bühne und legen ein Set hin, das sich gewaschen hat. Es wird gestampft, geposed, gehüpft und so derbe hart auf Saiten und Fell gespielt, dass einem fast die Worte fehlen um seinem Nachbarn zu sagen, wie gut das gerade ist, was man dort auf der Bühne sieht. Zum Schluss dieses Doom-Core-Metal-Sets ist das Adrenalin des einen Gitarristen so am kochen, dass er beim Herumschleudern seines Equipments fast noch die erste Reihe vor der Bühne k.o. schlägt. Nach dem Konzert stellt sich uns nur eine Frage: Wie kommen wir nach dem Ding nur in die richtige Stimmung für Bohren & der Club of Gore? Das Publikum ist wie jedes Jahr beim Swingfest cool und wild gemischt. Doch vor dem Bohren Konzert passiert was Uncooles. Eine Reihe von Leuten schnappt sich die am Rand stehenden Stühle und platziert diese direkt vor der Bühne. Während eines Festivals auf dem Boden hocken und liegen ist cool, auf Stühlen sitzen aber ist dekadent. Fehlten ja nur noch die Handtücher wie bei Strandliegen.

BUDCOG @ Denovali Swingfest

Bohren spielen wie erwartet nicht nur düsteren Jazz, sondern auch im düsteren vernebelten Raum. Die Stimmungsfrage hat sich schnell erledigt, denn nach den ersten Tönen ist man sofort in der Bohrenwelt, in der es um Zerstören von Engeln, Bier, Wurst und unsympathische Mütter in viel zu großen Autos geht. „Beileid“ von der aktuellen EP ist mein Highlight des Sets. Bohren sind der perfekte Übergang zum Abschluß des Abends, den Thomas Köner mit seiner Video- und Soundpräsentation gestaltet und allen gebliebenen Gästen schon mal die Alpträume vorbereitet und vorträumt.

Fazit zum Freitag: Lento haben umrahmt von ruhigeren Konzerten stark überzeugen können. Als Abschluss noch die Setlist mit den letzten Spuren der lentoischen Verwüstung.

Lento Setlist Denovali Swingfest

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WIR PRÄSENTIEREN DEN ZWEITEN DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad, Redaktion on October 1st, 2011 by D.K.

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Nachdem wir euch im Juni den ersten Denovali Label Evening (siehe Review) zusammen mit der Christuskirche Bochum und Denovali Records präsentiert haben, folgt am 28.10.2011 die Fortsetzung. Knapp einen Monat nach dem grandiosen Denovali Swingfest präsentieren wir euch den Denovali Label Evening mit Blueneck und Sankt Otten.

Sankt_Otten

Sankt Otten haben vor wenigen Wochen ihr neues Album “Gottes Synthesizer” veröffentlicht, mit dem sie den Hörer auf eine Reise durch Synthielandschaften nehmen, die mal modern aber auch mal so richtig wie aus den 70ern gebeamt klingen. Live mit Elektrodrums und mit Ebow gespielter Gitarre ein Erlebnis für sich.

Unser Interview mit Sankt Otten findet ihr hier…

Blueneck

Blueneck haben diesen Monat ihr drittes Album “Repetitions” veröffentlicht. Während ihr erstes Album noch stark auf instrumentale Stücke mit gelegentlichen Vocaleinschüben fokussiert war und das Zweitwerk “The Fallen Host” mit seiner Mischung aus epischen Instrumentalparts und Alternativpassagen mit Gesang, setzt das Drittwerk vor allem auf die Dramaturgie von Gesang und Piano mit anschließendem Instrumentalausbruch. Ideale Voraussetzungen, um den Kirchenraum der Christuskirche Bochum zu beschallen.

Review zum neuen Album ist hier…

Veranstaltung: Denovali Label Evening
Bands: Blueneck und Sankt Otten
Datum: Freitag, 28.10.2011
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Ort: Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
VVK: 12 Euro (hier)
AK: 13 Euro

Last FM Konzertseite

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LIVEBERICHT: KYUSS LIVES!

Posted in ontheroad on August 6th, 2011 by D.K.

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Kyuss, die Desertrocklegende aus den 90er Jahren, wiedervereint zu Kyuss Lives, um durch die Welt zu touren und die Musikgemeinde daran zu erinnern, wer den tiefgestimmten Bluesmetalsound salonfähig gemacht hat. Ich weiß noch genau, wie ich auf Kyuss gestoßen bin: Es war eine Sendung namens “Wah Wah” auf dem ersten deutschen Musiksender, der ebenfalls in den Neunzigern ins Leben gerufen wurde. Da lief dann dieses braunstichige, mysteriöse Video von “Demon Cleaner”, in dem eine tiefe Soundwalze auf den filigranen Gesang von John Garcia traf. Ab in den Plattenladen, damals noch ein gut sortierter Teil im bergischen Elektonikmarkt, und sofort “Sky Valley” gekauft. Nach dem ersten Hören war klar, dass “Demon Cleaner” nicht der repräsentativste Song der Band war, denn markantes Merkmal des Kyusssounds waren nicht nur die basslastigen Saiteninstrumentklänge, sondern auch Garcias Reibeisenstimme. Ein Album später war plötzlich Schluss und was einem blieb, waren vier Alben und eine sehr gelungene Raritätenbestofplatte. Viele, viele Jahre später spielten dann Brant Bjork und Nick Olivieri ihre Solosets in der Bochumer Matrix und überraschten das Publikum mit einer gemeinsamen Zugabe, bei der sie Kyusssongs im neuen Gewand präsentierten. Da ging mir durch den Kopf, dass die Herrschaften doch eigentlich mal wieder mit dem Herrn Garcia musizieren könnten, wenn sie schon Kyuss Material anspielen. Nochmal viele, viele Jahre später ist aus dem Wunschdenken Realität geworden und die drei haben sich zusammen mit Gitarrist Bruno Fevery zusammengetan. Und nun nach dem Lebensbericht zum Livebericht.

Voll ist es vor dem FZW, als wir ankommen. Eine Schlange gemischt aus Jung und Alt, Rockern und Metaltypen. Die Halle ist schnell gefüllt und um 21 Uhr geht das Licht aus und ein Orchester aus der Tube leitet das Ende des jahrelangen Wartens ein. Brant Bjork betritt als erster die Bühne und beginnt das Set hinter den Drums. Die restlichen Kyuss-Söhne kommen auf die Bühne. Nick Olivieri ist kurzfristig ausgefallen und wird durch Scott Reeder ersetzt, der ja nicht weniger Kyuss ist als Nick und mit seinem leuchtenden Bass barfuss vor seinen fetten Amps steht. John Garcia im dunkelroten Hemd, mit Zopf und Sonnenbrille, also genau das Bild, das man erwartet hat. Bruno Fevery als einziger Nicht-Alt-Kyuss-Mann fügt sich gut ins Gesamtbild ein. Das Set ist schwer “Sky Valley”-lastig, “Gardenia” walzt als zweiter Song durch die Reihen, die halbe Halle tobt. Endlich mal die Phrase “Get back… Motherfuckaahhhh…” live hören. Nachdem sich die Band warmgespielt hat, nehmen die Songs einen eigenen Flow an, der auch geprägt ist von Feverys Gitarrenstil. Schon alleine weil er nicht wie Josh Homme durch Bassamps spielt, entwickelt der Sound seiner Gitarre einen eigen Charme. “Freedom Run” beispielsweise groovt verdammt cool und Garcia holt alles aus seiner Stimme raus. Brant Bjork, wie immer gut gelaunt und bis über beide Ohren grinsend, spielt mit Publikum und Drumset und könnte so energetisch wie er da abgeht einen kleinen trommelnden Hasen einer Batteriefirma als Maskottchen ablösen. Sie genießen es wieder zusammenzuspielen und gefeiert zu werden. “One Inch Man” bringt so gut wie alle zum Toben. Einer der Höhepunkte ist auch “El Rodeo” mit seinem fiesen Gedröhne und den eindringlichen “Rodeooooooohhhhhh” Vocals. Wenn man da so steht und die Bässe durch sich fliessen lässt, ist es nicht verwunderlich, dass ich heute auf Drone und Doom Bands stehe. Der junge Mann mit der Karottenhose, der die ganze Zeit stocksteif vor mir steht, wird auch irgendwann vom Groove der Band mitgerissen und fängt an, unkontrolliert mit dem Kopf zu wackeln. Kyuss kriegen sie alle. Und es sind wirklich Kyuss, der Namenszusatz ist hier überflüssig. Das Ganze geht mit Zugabe bis um 23 Uhr, bis der Zirkus die Stadt wieder verlässt. Yeah!

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LIVEBERICHT: NEUROSIS & UFOMAMMUT

Posted in ontheroad on July 31st, 2011 by D.K.

Manche Bands lassen einen immer am langen Arm verhungern, wenn es ums Warten auf neue Platten und Konzerte geht, so auch die Avantgarde-Post-Core-Metal-Doom-Sludge-Rocker von Neurosis. Um so größer ist dann die Freude, wenn die Durststrecke ein Ende hat. Zwar ist das neue Album noch nicht im Kasten, aber die Songs sind geschrieben und die kleine Europatour wird zum Warmspielen und Präsentieren des neuen Materials genutzt. Das FZW in Dortmund ist der Ort des Geschehens. Dort angekommen erwartet uns schon die erste nicht überraschende Tatsache, dass “nur” Ufomammut als Support dabei sind und nicht wie die FZW-Homepage versprach auch Amenra. Egal, dank funktionierendem Netzwerk der Fan-Band-Gemeinde war man ja darauf vorbereitet.

Die Halle füllt sich schnell, nachdem die drei Italiener von Ufomammut den Abend eröffnen. Der Bandname ist hier Programm. Das Ufo steht für das sphärisch-psychedelische und das Mammut für das schwerfällig-doomige im Sound der Band und das stellen die drei eindrucksvoll unter Beweis. Effektverzierte Basstöne, rockige Drums und eine derbe verzerrte Gitarre, die auch ungespielt vor sich her dröhnt. Feine Sache.

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Es folgt eine lange Umbauphase, in der neben der Crew auch immer wieder die Neurosis Bandmitglieder auf der Bühne auftauchen, um an ihren Instrumenten rumzuprobieren. Dann folgt lange nichts und dann doch noch mal ein Soundcheck für Mikros und PA. Und das Ganze streckt sich und streckt sich bis dann plötzlich Neurosis auf die Bühne kommen, kein Spannungsbogen, auf einmal stehen die Fünf da. Wir stehen in der ersten Reihe vor Scott Kelly und die Soundwand des ersten Songs überrollt einen wie eine innere Walze. Die Videoshow im Hintergrund gewohnt düster. Was aber schon am Anfang auffällt und sich durch den ganzen Abend zieht ist, dass vorne die Vocals nicht gut zu hören sind und die Lichtshow irgendwie keine Lichtshow ist, sondern die Band sehr oft in zu hellem Licht steht. Die beiden Frontmänner Scott Kelly und Steve von Till sind schon verdammt eindrucksvoll düster blickende Gestalten. Von Till steht kaum still, verdreht seinen Körper, bangt ständig mit seiner Glatze hin und her. Kelly dagegen steht meist breitbeinig mit der Gitarre so tief wie möglich hängend da. Die restlichen Bandmitglieder halten sich dezent im Hintergrund. Die Setlist überspannt wie gewohnt eine größere Schaffensphase der Band und so dürfen Songs wie “Given To The Rising”, “A Season In The Sky” oder “Belief” nicht fehlen. Aber auch der neue Song “At The Well” ist dabei, der stilistisch da anknüpft, wo das letzte Album aufgehört hat. Je länger das Konzert andauert, desto unruhiger wird die Band. Von Till wackelt immer unkontrollierter, Kelly kickt mit einer Kopfnuss sein Mikro von der Bühne und Noah Landis zerlegt seinen Keyboardständer. Als Abschluss gibt es wie vor drei Jahren in Köln “Through Silver In Blood” mit imposantem Gruppengetrommel. Als wir die Halle verlassen und an die frische Luft kommen, meldet sich auch der Kreislauf, der die Show gar nicht gut fand… aber das gehört nun mal dazu.

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LIVEBERICHT: RUSSIAN CIRCLES & BORIS

Posted in ontheroad on July 24th, 2011 by D.K.

Samstagabend von der einen Ecke des Ruhrpotts zur anderen nach Dortmund in das FZW zum Boris & Russian Circles Konzert, das dauert schon ganz schön lang. Im FZW angekommen spielt die Vorband Saade schon ihren letzten Song. Saade kannte ich vorher nicht, aber ein Blick auf die Bühne verrät, dass ein Teil des Gitarre-Drum-Duos der Tourmanager von Bands wie Boris oder Mono ist. Klein ist die Welt.

russian circlesrussian circles

Als erster Headliner treten Russian Circles um kurz nach Acht auf. Das große Drumset (erheblich größer als das dahinter stehende von Boris) steht mittig am vorderen Bühnenrand. Rechts davon der Bassist und links der Gitarrist. Mike Sullivan an der Gitarre ist die treibende Kraft auf der Bühne. Er legt die ersten Loops, die unglaublich präzise sind und die Band nach nur knapp 2 Minuten wie eine Drei-Gitarren-Combo klingen lassen. Der drahtige Dave Turncrantz wirkt hinter seinen großen Drums etwas verloren, doch dass er diese unter Kontrolle hat beweisen die ersten Druckwellen, die schon beim ersten Song das erste Ohnmachtsopfer fordern. Links stehend sieht man dank vorgerückten Drums so gut wie nichts von Bassist Brian Cook und zu hören ist er zu Beginn auch nicht, weil irgendwas am Sound nicht klappt. Trotzdem haben sich die drei schnell warm gespielt und präsentieren ihren instrumentalen Postrock-Meets-Metal-Sound, der nicht umsonst viele Anhänger gefunden hat. Mike rast mit seinen Fingerkuppen über die Gitarrensaiten, Dave haut alles an Rhythmus raus was machbar ist und Brian legt fette Basslinien in den Hintergrund. Rock´n`Roll!

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Das Gute an Clubabenden, bei denen im Anschluss eine Party stattfindet, ist die Tatsache, dass alles sehr stark nach Zeitplan geht. Und so ist die Bühne auch schnell für Headliner Nummer 2 hergerichtet. Boris betreten die Bühne und als kleine Überraschung ist der japanische Kultgitarrist Michio Kurihara als vierter Mann dabei. Alle in Schwarz gekleidet, alle cool wie sonstwas. Es geht los mit “Riot Sugar” , “8″ und “Statement”, die vier Japaner rocken, leider ist der Gesang nicht wirklich gut zu hören (vorne zumindest), aber die Show ist trotzdem gut. Atsuo hampelt sich mit seiner Mangafigurfrisur einen an den Drums ab und zieht dabei die skurillsten Grimassen (von wegen Japaner beherrschen sich immer), Wata dagegen spielt ihre Gitarre konzentriert und bewegt nur die Augen und ihren Oberkörper.
boris

“Attention Please” als einziger Beitrag vom neuen, gleichnamigen Album, dann “Window Shopping” vom neuen Heavy Rocks, nicht heavy, sondern cool Bass und Drums lastig, fast schon sowas wie ein gerockter Dancesong (und immer wieder die Frage im Kopf, möchte man wissen was da auf japanisch gesungen wird?). Takeshi wandert auf seinem zweihälsigen Bass-Gitarre-Instrument hin und her, Michio bearbeitet seinen Gitarrensound mit verschiedenen Effekten und legt Soundlandschaften in den Hintergrund. Kurz vor Ende dann mit “1970″ und “Pink” sowas wie Boris-Hits und als Abschluss das epische “Aileron” in der Heavy Rocks Version. Die künstliche Nebelwand verschwindet, die Lichter gehen an.
boris

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LIVEBERICHT: RED SPAROWES

Posted in ontheroad on July 23rd, 2011 by D.K.

Red Sparowes waren endlich wieder auf Tour und auch endlich wieder im Gebäude 9 in Köln. Diese Kombination weckt nette Erinnerungen an das Konzert, das die Herrschaften vor ein paar Jahren am gleichen Ort gegeben haben. Damals haben Tephra den Abend würdig eröffnet, für dieses Mal stand keine Vorband an.

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Erste Überraschung am Abend ist die recht übersichtliche Zahl an Besuchern (hier mal der Wink mit dem Zaunpfahl an alle, die kommen wollten aber zu faul waren…). Zweite Überraschung ist die dann doch vorhandene Vorband, die eigentlich keine ist, sondern nur Dreifünftel der Red Sparowes. Genauer gesagt, die neue Gitarristin Emma Ruth Rundle, begleitet von Bryant Clifford Meyer an der Gitarre und Greg Burns an der Steel Guitar. Die drei geben einen epischen Song zum Besten, der vor allem durch seine eingängigen Melodien und den Gesang von Emma überzeugt. Das wars. Die drei verschwinden wieder hinter der Bühne.

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Dann kurze Zeit später kommen alle fünf Red Sparowes auf die Bühne und das Bandset beginnt. Druckvolle Drums, drei Gitarren, Steel Guitar und/oder Bass blasen die Luft aus der Halle und Luft ist an diesem warmen, schwülen Tag wünschenswert, aber egal, der Sound lässt vergessen, dass man auch atmen soll. Ich spare mir mal, die ellenlangen Titel der gespielten Songs zu nennen, auf alle Fälle sind die treibenden rockigen Songs aus dem ganzen Repertoire der Band vertreten, ruhig wird es während des Sets nur zwischendurch, wenn zwischen den gewohnten Tönen Imrovisationen eingebaut werden, die weitere Spannungsbögen in den Sound miteinbringen. Was nicht fehlen darf, ist die visuelle Untermalung in Form von Videoprojektionen. Diese fangen polemisch an und durchwandern während des Konzertes Wissenschaften, Kunst, Momentaufnahmen und sonstige eindrucksvoll auf Film festgehaltene Situationen. Immer passend zum dargebotenen Sound. Sogar eine Zugabe von zwei Songs gibt es, die mit einer Dankesrede von Bryant Clifford Meyer eingeleitet wird. Sehr sympathisch, der Ex-Isis-Keyboarder-Gitarrist. Sehr sympathisch diese Red Sparowes.

redsparowes

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B.SON – DOWNLOAD UND NEWS

Posted in ontheroad, Release on June 24th, 2011 by M.H.

Die Mannheimer Black Shape Of Nexus melden sich mit erfreulichen Nachrichten und einem speziellen Bonus für ihre Fans zurück.

B.SON haben angekündigt, dass sie sich im Dezember ins Studio zurückziehen werden, um ihr neues Album einzuspielen, für dessen Veröffentlichung über Exile On Mainstream Records der Frühsommer 2012 angepeilt wird. Die Wartezeit bis dahin verkürzt uns “Live In Mannheim”, ein längst vergriffenes, 60-minütiges Live-Tape, auf dem die Band in eindrucksvoller Manier der hohen Schule des schleppend monströsen Doom/Sludge frönt. Kostenlos bereitgestellt wird das Tondokument auf bandcamp.com.

Der nächste Livetermin liegt glücklicherweise auch nicht in allzu großer Ferne, so dass die Band bereits am 23. Juli beim Konzert mit Wall und Kodiak+N im JUZ Mannheim ihren neuen Bassisten Stef (ex Diavolo Rosso, Ghost Of Wem) vorstellen kann.

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FOTOS VOM DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad, Redaktion on June 22nd, 2011 by D.K.

dale cooper quartet - christophe @ christuskirche bochum

Hier sind die Fotos vom Denovali Label Evening:

N
Bersarin Quartett
Dale Cooper Quartet & the Dictaphones

Dank an die Fotografen Cosima und Cristóbal.

Den Livebericht findet ihr hier.

denovali label evening

 

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LIVEBERICHT: N, BERSARIN QUARTETT & DALE COOPER QUARTET

Posted in ontheroad on June 14th, 2011 by D.K.

Letzten Freitag hat der erste Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum stattgefunden und zum einen die Zeit bis zum diesjährigen Denovali Swingfest verkürzt und zum anderen eindrucksvoll bewiesen, was im Herbst erwartet werden kann.

“Diese Soundwand hat mich live umgehauen” (Zitat Gast zu N)

N eröffnet den Abend um kurz nach Acht mit seinem Drone-Ambient-Set. N hat sich am rechten Bühnenrand vor dem Altarsockel platziert und fängt an, die Hörer mit leisen, lang anhaltenden Tönen in seine Welt zu entführen. Der Sound wird lauter und allmählich wächst der Sound durch Loops und andere Effekte. Die Herangehensweise von N wirkt an diesem Abend sehr orchestral. Der Sound wächst immer weiter an und nach einer Viertelstunde brechen erst die Dronesounds über die Kirche herein, die man schon die ganze Zeit erwartet. Auch hier wächst die Soundwand weiter an, in deren Hintergrund immer wieder eine Art Melodie durchschimmert. Dann endet nach 23 Minuten der erste Song mit einem leisen Dröhnen, was direkt zum zweiten Stück führt, das von der aktuellen Denovali Platte “Gager” stammt. Auch hier wieder das Anwachsen des Sounds zu einem den ganzen Kirchenraum einnehmenden Gedröhne. Der perfekte Einstieg für diesen Abend.
N

“Das sind ja nur drei” (Zitat mehrerer Gäste zum Bersarin Quartett)

Um kurz nach Neun kommen dann Bersarin Quartett auf die Bühne. Heute nicht nur als Soloprojekt von Thomas Bücker, sondern erstmalig als dreiköpfige Band mit Drummer und Bassist von der Münsteraner Band Racquets. Die Drei sind auf dem Altarsockel platziert und gut sichtbar, hörbar sind sie auf alle Fälle. Denn der fette Bass, das noch fettere Drumset und die Elektronikabteilung von Bücker verstehen sich gut mit der Akustik der Kirche. Leider ist der Anteil der echten Instrumente im Vergleich zur Elektronik geringer, dafür wirken die Momente, in denen die Drums voll zum Einsatz kommen oder der Bass den Rhythmus angibt, um so eindrucksvoller. Im großen Ganzen überzeugt das Bersarin Quartett bei seiner Livepremiere als Band vollkommen. Standing Ovations und lauter Jubel sprechen da ganz für sich.

bersarin quartett

“Wer von denen ist denn Dale Cooper ?” (Zitat Gast zum Dale Cooper Quartet)

Es ist schon kurz vor Elf. Das Licht in der Kirche wird gedimmt. Nur ein warmes gelbes Licht erhellt die Fläche vor dem Altarsockel, wo sich die vier Franzosen von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones platziert haben. Zwei Gitarristen, ein Cellist und ein Mann an der Elektronik. Das Cello setzt ein, aus der Elektronikecke knallt ein subtiler, aber sehr eindringlicher Bassloop in die Kirche und sofort ist klar, dass hier was Besonderes folgt. Nichts mit stimmungsvoller Melancholie wie bei Bersarin, sondern düstere Soundtrackatmosphäre à la Film Noir. Die Gitarren untermalen den bassigen Sound, die eine eher klassisch bluesig gespielt, die andere experimentell-freestylig, teils mit Schraubenzieher und Cellobogen. Zwischen den Songs werden Cheap Radio Sounds im 60er Jahre Stil eingebaut. Die Franzosen überzeugen durch ein Set, das sich vollkommen von den Studioaufnahmen unterscheidet, viel düsterer und weniger jazzig ist und vom improvisierten Gitarrenspiel in Verbindung mit den vorgegebenen Elektroniksounds lebt. Behutsam bauen Dale Cooper Spannungsbögen auf, die erst kurz vor Schluss aufgelöst werden, und um Mitternacht mit einer erneuten 60er Radio Einlage enden. Nicht alle Gäste haben durchgehalten, aber die, die geblieben sind, sehen zufrieden aus.

dale cooper quartet and the dictaphones

Update: Mehr Denovali Label Evening Fotos von tobalo.de und constantly-consuming.com findet ihr in unserer PHOTOS Rubrik.

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on June 13th, 2011 by D.K.

Das FKT in Bochum ist eine Gruppe von bildenden Künstlern, die seit einiger Zeit in einem alten Versicherungsgebäude eine neue Heimat gefunden hat und dort arbeitet und mit diversen Aktionen jegliche Art Kunst an die Leute bringt. Ende Mai stand das erste Konzert im FKT an, mit Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy.

thisquietarmy @ fkt bochum

Ein langer Flur mit vielen Türen, hinter denen sich Ateliers befinden, und in einem dieser Räume steht ein Verstärker, liegen Effektgeräte auf dem Boden und zwei Gitarren ruhen auf zwei Stühlen. Der restliche Raum ist, bis auf ein altes Sofa, ein Waschbecken und einen gruseligen Stromkasten, leer. Eric Quach eröffnet den Abend mit seinem Thisquietarmy Set, das mit Projektionen vom Beamer begleitet wird. Diese sind auch so gut wie die einzige Lichtquelle auf der Bühne. Thisquietarmy möchte an diesem Abend so gar nicht leise sein. Der Sound ist laut, die großen Glasscheiben im Raum knarren. Schnell haben alle Gäste in den Raum gefunden. Sitzen, stehen, liegen und lauschen den Tönen. Quach baut seine Gitarrensounds auf. Sitzt, steht, kniet beim Spielen und ist ständig in Bewegung. Zu den geloopten Sounds kommen Drummachinebeats hinzu und es wird nochmals lauter, dann nach über einer halben Stunde entspannt sich der Sound und Thisquietarmy bewegt sich in Ambientgefilden und gibt dem Hörer Gelegenheit das Gehörte positiv zu verarbeiten.

aidan baker @ fkt bochum

Gut zehn Minuten später greift Aidan Baker zu seiner Gitarre. Baker beginnt sein Set sehr ruhig und minimalistisch und erst nach einigen Minuten bekommen die Gäste, die sich nicht im Raum befinden, mit, dass das Konzert begonnen hat. Aidan Baker improvisiert an diesem Abend, probiert Vieles aus, baut manche Ideen mit Loops aus und experimentiert mit diversen Anspielarten. Was dabei aus der Box erklingt ist eine Wolke aus filigranen Sounds, die durch den Raum gleitet, sogar im Flur des alten Bürogebäudes entwickeln die Sounds ihre ganz eigene durchdringende Dynamik. Baker sitzt im Dunkeln, die einzigen Lichtquellen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Raums, dazwischen liegende, sitzende und stehende Hörer. Nach 40 Minuten legt Aidan Baker seine Gitarre zur Seite und verfremdet die letzten Gitarrentöne knieend vor seinen Effektgeräten und lässt somit das Set elektronisch enden, mit einem Sound, der eher an Synthie als an Drone erinnert.

Mehr Konzertfotos vom FKT Fotografen Cristóbal Márquez findet ihr hier. Mehr zu seiner Fotoarbeit findet ihr auf Tobalo.de

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