WIEDERGEBURTEN

Posted in Release on March 29th, 2014 by D.K.

thisquietarmy war in letzter Zeit sehr fleissig, was das Veröffentlichen und Touren angeht. Eine Nebenerscheinung dieser scheinbaren Überarbeitung ist “Rebirths”, das neue Album des kanadischen Ein-Mann-Drone-Monsters.

rebirths cd

Über die letzten Jahre hat Eric Quach alias thisquietarmy einige Songs geschrieben, die einen sehr starken Wiedererkennungswert haben, Ohrwürmer sozusagen. Das geht nämlich bei experimenteller Musik. Live kommen diese Tracks natürlich auch sehr gut an und wurden daher das ein oder andere Mal gespielt. Resultat ist, dass sich diese Tracks durch das wiederholte Livespiel verändert haben. Anlass genug für Quach, sich ins Heimstudio zu setzen und die Songs in den neuen Versionen nochmal neu einzuspielen.

Aphorismes MMXIV
Ursprünglich auf der Split/Kollaborationsplatte mit Year Of No Light via Consouling Sounds erschienen, nimmt sich thisquietarmy in dieser Version Zeit für das Wesentliche. Auf über 13 Minuten breitet sich eine Dronemelodie aus, die von Drummachine und noisigen Gitarren untermalt wird. Gleichwertig gut, wie das Original. Und überhaupt einer der hervorstechendsten Tracks des Künstlers.

The Pacific Theater MMXIV
Im Original auf “Vessels” via Aurora Borealis erschienen. In der neuen Version noisiger mit großem Fokus auf die Wirkung der wuchtigen Drumsounds. Noisig und rockig zugleich. Hier mag man sich nicht entscheiden, welche Version besser gefallen möchte.

Revival MMXIV
Auf “Resurgence” via Denovali Records schon eine Besonderheit, weil hier ein Basslauf samt fetzigen Drums den Song in eine Art New-Wave-Drone verwandelt. Auch in der neuen Version darf dieses markante Merkmal nicht fehlen. Der Song fällt einfach generell aus dem Rahmen, so auch hier.

The Black Sea MMXIV
Ebenfalls aus dem Vessels Repertoire und ähnlich hervorstechend wie der Opener dieses Albums, zelebriert thisquietarmy auf “The Black Sea” seine Noise-Drone-Landschaften auf über 13 Minuten und unterstreicht, dass er zu den wichtigsten Künstlern dieses Genres gehört. Die neue Version ist eindeutig rauher und ungehaltener. Ein Fest.

Stealth Drone I (Bonus Track)
Auf der japanischen CD Version des Albums via Tokyo Jupiter Records gibt es noch den obligatorischen Bonustrack. Keine Neuaufnahme,  dafür aber sehr passend als Abschluss des Albums, denn hier hat der Hörer Zeit wieder runterzukommen. Es brummt, vibriert, gleitet in den Ohren, einfach nur schön dronig.

“Rebirths” gibt es auf CD via Tokyo Jupiter Records und auf LP via thisquietarmy Records.

Natürlich ist thisquietarmy wieder auf Tour und hat die LP dabei. Hier findet ihr alle Informationen…

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KERRETTA AUF 7INCH

Posted in Release on March 29th, 2014 by D.K.

Die Frickel-Rocker aus Neuseeland melden sich zurück. Kerretta kündigen ihr neues Album mit der Vorabsingle “His Streets of Honey, Her Mouth of Gold” an, die via Golden Antenna Records erscheint.

Der Titeltrack lebt von den verspielten Gitarreneffektfrickeleien, die mittlerweile zum Wiedererkennungsmerkmal für Kerretta geworden sind. Der Track hat nur ein Ziel: Geradeaus, vorantreiben, rocken…

Die B-Seite “Denizen” gibt den Drums und dem voluminös klingenden Bass mehr Raum, treibt ähnlich voran und stellt mal wieder unter Beweis, dass Rock aus Neuseeland einfach anders ist, einfach besser.

Und während wir alle sehnsüchtig auf das neue Album der Landsmänner von Jakob warten, lohnt sich die Anschaffung dieser feinen 7inch allemal, denn Kerretta sind mindestens genau so beeindruckend.

Ach ja, Kerretta sind auf Tour. Auf keinen Fall verpassen:

12.04. Karlsruhe (GER), Dude Festival @ Jubez
13.04. Freiburg (GER), KTS
14.04. Detmold (GER), Alte Pauline
15.04. Bochum (GER), Trompete
16.04. Zwolle (NL), Eureka
17.04. Köln (GER), AZ
18.04. Berlin (GER), Scherer 8
19.04. Hannover (GER), Stumpf
20.04. Zottegem (B), Dunk! Festival
22.04. Brussels (B), DNA
23.04. Aarau (CH), Kiff
24.04. Chemnitz (GER), AC 17
26.04. Mainz (GER), Haus Mainusch

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ERIC THIELEMANS

Posted in Release on March 9th, 2014 by D.K.

Miasmah Records. Düstere Sounds. Einblicke in die dunklen Seelen von Musikern. Halt! Jetzt kommt “Sprang”, das neue Album des belgischen Percussionisten Eric Thielemans und alles ist anders?

“Sprang” ist in der Diskografie des Labels wie ein Funke, ein Schimmern, ein kleines Lächeln, denn hier geht es vor allem um Spass am Trommeln. Trommeln auf Allem was die Percussion- und Drumwelt so hergibt. Klimpern, stossen, schlagen, streichen, reiben… All das – und nicht mehr – ist dabei und macht dieses Album zu etwas Besonderem, weil eben die typischen Instrumente fehlen, beziehungsweise klanglich ersetzt werden. Die Platte wird von Minute zu Minute experimenteller und undurchsichtiger und lässt dann doch durchschimmern, warum sie es in den Miasmah Kosmos geschafft hat.

Thielemans ist übrigens kein Neuzugang in der Miasmah Familie, denn er hat bereits die Drums für das Debüt Album von Kreng beigesteuert.

“Sprang” erscheint im April.

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PLURALS UND DAS BIENENGEDRÖHNE

Posted in Release on March 9th, 2014 by D.K.

Die britischen Plurals haben im letzten Jahr ihren Bekanntheitsgrad erhöht, nachdem sie mit Aidan Baker zusammen eine Latitudes Session eingespielt haben. Jetzt folgt mit “Bugenès Melissae” ihr neues Album, das über Oaken Palace Records erschienen ist. Wer mit dem Label noch nicht vertraut sein sollte, kann hier was zu den Beweggründen nachlesen…

“Bugenès Melissae” ist Bienen und Hummeln gewidmet und alle Gewinne aus dem Verkauf gehen an die Organisation Bumblebee Conservation Trust. Das Album kommt in einer Auflage von 500 knallorangen 12inch Platten und beinhaltet zwei epische Tracks, die die Band von verschiedenen Seiten zeigen. Experimentell, krautrockig, dronig, spacig, rockig… Im Prinzip machen Plurals das, was am meisten Spass macht: Ins Studio gehen, spielen und gucken was daraus wird. Das Ergebnis sind zwei epische, warme und optimistische Aufnahmen, die auch gerne mal sinnbildlich für einen ereignisreichen Arbeitstag einer Biene oder Hummel verstanden werden können.

Die ersten 100 Exemplare kommen mit einem Paket extra bienenfreundlichen Oaken Palace Blumensamen. Einkaufen könnt ihr hier…

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THE GREAT SAUNITES & ATTILIO NOVELLINO

Posted in Release on March 2nd, 2014 by D.K.

The Great Saunites und Attilio Novellino haben wir euch vor einiger Zeit vorgestellt. Jetzt haben sich die beiden italienischen Acts zusammengetan und eine gemeinsame 12inch veröffentlicht.

“Radicalisme Mècanique” nennt sich das 12minütige Ergebnis. Ein sich auftürmendes experimentelles Stück, mit trockenen Drums, brodelndem Bass, umgeben von einer Soundwolke, aus der immer wieder neue Klänge hervorschauen. Das Ganze gemastert von James Plotkin. Mehr nicht. Mehr braucht es auch nicht.

Die Platte ist auf gelbem Vinyl mit schwarzem Siebdruck als Co-Release der beiden italienischen Label Manza Nera und Discreet Records erhältlich. Sucht euch ein Label aus und schafft euch diese Platte an.

Mehr zu The Great Saunites…
Mehr zu Attilio Novellino…

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THISQUIETARMY & SYNDROME

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

Manchmal denkt man sich aus, wie es klingen würde, wenn zwei geschätzte Solokünstler sich zusammentun würden. In diesem Fall hat sich der Wunschgedanke bewahrheitet, zumindest was die Künstler angeht: Consouling Sounds veröffentlichen die Kollaboration von thisquietarmy & Syndrome.

“The Lonely Planet” heißt das gemeinsame Werk der beiden Experimentalmusiker und überrascht mit einer sehr minimalistischen Zusammenkunft, die genau daraus auch ihre Kraft schöpft. Wo sonst Melodien bei Syndrome auftauchen oder die Drummachine bei thisquietarmy den Takt angibt, ist auf diesem Album der Fokus auf dem Auftürmen von minimalistischen Gitarrensounds.

Der Opener “The Cold Valley” tastet sich langsam heran. Ein seichtes Treiben im Ambienttal. “A River That Never Ends” setzt die Reise fort und tatsächlich lassen die Songtitel Bilder im Kopf entstehen. Der Fluss hat seine Tücken, Strömungen, kleine Wasserfälle, Stellen an denen Boote zerschellen können. Es brodelt, es gibt eine Gefahr, eine unsichtbare Gefahr, die sich nie zeigt, deren Anwesenheit aber zu spüren ist. “A Black Breath Blows In The Sky” führt nicht nur im Titel den Fokus von der Ebene in den Himmel. Ein stark hallender Feedbackloop eröffnet den Track und wird von einem Klangteppich aus dem Hintergrund ummantelt. Ein pulsierendes Soundungetüm. Als Bonus gibt es noch den gemeinsamen Liveauftritt (mit interessantem Publikumsgequatsche), der die Zusammenarbeit für dieses Album iniziiert hat.

Ein sehr gelungenes Album, das mal wieder zeigt, dass Kollaborationen das Spektrum von Künstlern erweitern und der Fanschar immer wieder neue Ansichten aus dem experimentellen Klangkosmos bieten.

Das Album gibt es als Preorder zusammen mit der Split-Vinyl von Syndrome & Black Mare im Consouling Sounds Shop zu kaufen.

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ADRIAN ANIOL – OBSCURA

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

Adrian Aniol ist ein polnischer Soundtüftler, der sich auf düstere Inszenierungen konzentriert und mit “Obscura” einen Soundtrack geschrieben hat, der dem Hörer so einiges abverlangt.

obscura

Das Theaterstück ist mir nicht bekannt, für das Aniol “Obscura” geschrieben hat, und ehrlich gesagt wäre mir auch mulmig dabei, das Stück zu besuchen, denn der Score verspricht nichts Gutes. 22 kurze Stücke geben dem Hörer das Gefühl des Kontrollverlustes. Denn Aniol spielt mit Gegensätzen von Schönheit und Hässlichkeit, von Melodie und Dissonanz, von Kälte und Wärme.

Neben gewöhnlichen Streichinstrumenten kommt hier auch das Daxophon zum Einsatz. Ein skurril aussehendes und klingendes Instrument, das ebenfalls mit einem Bogen gespielt wird. Aniol paart Dark Ambient Landschaften mit Sounds von Streichinstrumenten und schafft eine Art Klangreise, in der der Ambientsound die Konstante ist, die Hauptrolle sozusagen, und die anderen Instrumente wie Nebenrollen im Verlauf auftauchen und wieder verschwinden. Was bleibt ist der düstere verstörende Eindruck dieses Albums.

Eine sehr zu empfehlende Klangreise.

Mehr zu Adrian Aniol…

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N (22) – GOOR

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

N, Idee Nummer 22, Titel Goor, vier Tracks auf jeweils einer Seite einer 12inch Vinyl, für 100 Musikliebhaber, Drones für die Ewigkeit. So ungefähr lässt sich das neue N Album kurz umschreiben. Aber dabei wollen wir es natürlich nicht belassen. N (22) – “Goor” ist, nach einer langen Durststrecke, das erste Soloalbum des Dronemusikers seit “Gager” und eine Art Dokumentation einer musikalischen Weiterentwicklung.

Goor

Das aus vier Songs bestehende Album tritt das Erbe des N Klassikers “Prora” an und beschäftigt sich mit den N Stücken, die die Grenzen von Noise, Ambient und Drone aufbrechen und alles miteinander vermengen und zu etwas umformen, was sonst niemand so hinbekommt.

Goor
Der Titeltrack, benannt nach einem Ort in den Niederlanden, der für N und manch einen Anderen für Freundschaft steht, beginnt mit nichts geringerem als einem massiven Drone. Keine Einführung, kein Herantasten. Stellt euch vor, ihr wollt in eine Kirche eintreten und macht das Tor auf, während in der Kirche zehn Orgeln den selben Ton spielen. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Nadel Seite A ertönen lässt. 23 Minuten Gedröhne, fast, denn nach einer Viertelstunde überrascht N mit etwas sehr Seltenem. Hörbar angespielte Saiten.

Wehle
Der zweieiige Zwillingsbruder von Goor hält sich ebenfalls nicht zurück, was die Klanglandschaft angeht. Im Hintergrund baut sich hier überraschenderweise eine Art Black-Metal-Gitarrensoundflechte auf, die in Verbindung mit dem Hauptgedröhne des Tracks eine Leichtigkeit einbringt, die den Song schweben lässt.

Blauort
Blauort gibt dem Hörer die Möglichkeit, die Ohren vom vorherigen Rauschen zu entspannen. 10 Minuten glasklare Drones. Entspannen und von den Sounds treiben lassen.

Suedfall
Suedfall ist als Abschluss des Albums perfekt platziert. Denn hier arbeitet N mit melodischen Drones und vibrierenden Sounds, die von tiefem Gedröhne in ein lautes verzerrtes Getose münden, um dann zum Schluss seicht auszuklingen. Da wo N sonst an Wiedererkennungsmelodien spart, ist hier ein Sound zu hören, der nicht nur unter die Haut geht, in die Seele, sondern auch potentiellen Ohrwurmcharakter hat. Natürlich nicht im Sinne eines Popsongs. Einer der besten Tracks als Abschluss des vielleicht besten N Albums seit “Prora”.

Die Tracks sind allesamt aus dem bisherigen Liverepertoire von N und wurden am Stück ohne weitere Bearbeitung (außer dem Mastering von Fear Falls Burning) im Studio neu aufgenommen. “Goor” ist auf Doppelvinyl und digital via Denovali Records erhältlich. Wer vor dem Preis der Platte zurückschreckt, sollte bedenken, dass es sich hierbei um eine limitierte Auflage von 100 Stück handelt. Das Artwork ist wie bei allen anderen N Releases auf hochwertiger, dicker rauher Pappe gedruckt.

N ist übrigens im März zusammen mit [ B O L T ] auf Tour, um u.a. die gemeinsamen Tracks des Kollaborationsalbums live zu präsentieren, das im November auf Midira Records in einer 100er Auflage erschienen und fast ausverkauft ist.

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Otto A Totland – Pinô

Posted in Release on January 26th, 2014 by C.C.

Sonic Pieces hätten für die Veröffentlichung von “Pinô” keinen besseren Zeitpunkt wählen können als den Januar. Die kalte Luft riecht nach Schnee, kahle Bäume strecken ihre Äste in den milchigen Himmel und der Boden ist gefroren. Der Hörer jedoch sitzt im Innern, umgeben von Wärme und weichem Licht – und der Musik von Otto A Totland.

Totland dürfte den meisten als eine Hälfte von Deaf Center bekannt sein, dem Duo, in dem er mit Erik K Skodvin dunkle Ambient Drones erzeugt. In seinem Solodebut fehlen diese düsteren und unheimlichen Töne, sie werden ersetzt durch eine allgegenwärtige Melancholie, die sich mehr oder minder offensichtlich entfaltet. Wie Bodennebel an einem Januarmorgen. Vordergründiger ist jedoch die Wärme seiner Musik, eine Zartheit, die in den Anschlägen der Tasten beginnt und sich in den Melodien wiederfindet.

“open” eröffnet das Album als zaghafte Annäherung, die aus sanften Anschlägen und im Raum verklingenden Tönen besteht. Dem von Pausen getragenen Stück schließt sich “steps” nahtlos an, das tatsächlich den Eindruck forscher Schritte vermittelt. Eine Kaskade von Tönen, voller Zuversicht. Was folgt sind Geschichten, die der Norweger mit Hilfe seines Pianos erzählt, und Gefühle, die er in Musik kleidet. Die Stücke folgen einem eigenen Spannungsbogen: mal spielt Totland eine aufstrebende, fast beschwingte Melodie wie im titelgebenden “pinô”, dann wiederum nimmt er das Tempo zurück wie im zögerlich vorgetragenen “seveen”. Er nutzt Pausen, um Tönen Gewicht zu geben, fügt Zäsuren ein, überrascht mit Dissonanzen und spielt sprudelnde Arpeggios. In “solêr” bildet die Melodie einen Dialog, der zwischen Trauer und Trost wechselt. “north way” beschwört Bilder einer norwegischen Landschaft herauf, schroff und sanft zugleich. “jonas” bildet einen Bruch in der Gesamtheit des Albums, der dumpfe Klang steht im Kontrast zu der hüpfenden Melodie, die an ein Karussell oder eine Spieluhr denken lässt. “closer” hingegen vereint erneut  Melancholie und Hoffnung und bildet einen wunderbaren Abschluss des Albums. Die letzten verklingenden Töne entlassen den Hörer mit positiven Assoziationen.

[vimeo]http://vimeo.com/79382464[/vimeo]

Mir fällt es schwer, einzelne Favoriten herauszupicken, denn das Album wirkt am besten in seiner Gesamtheit. Die im Berliner Durton Studio von Nils Frahm entstandene Aufnahme zeichnet sich obendrein durch eine intime Atmosphäre aus. Man hört die Anschläge der Tasten, das Treten der Pedale und wie Hämmerchen gegen Saiten schlagen, was teilweise einen perkussiven, fast hypnotischen Effekt hat. Hinzu kommen vereinzelt Hintergundgeräusche.

Dieses sehr persönliche Album von Otto A Totland, das Sonic Pieces im gewohnten Textilcover herausbringt, limitiert auf 450 CDs und 350LPs, ist im labeleigenen Shop jedoch schon ausverkauft. Wer nicht auf die digitale Variante ausweichen möchte, sollte schnell auf die Jagd gehen.

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LIEBESTOD

Posted in Release on December 22nd, 2013 by D.K.

Wagner würde sich bestimmt freuen, wenn er ein Highlander oder Vampir wäre, noch leben würde und mitbekäme, dass das neue Album des polnischen Experimentalmusikers und Komponisten Stefan Wesolowski mit “Liebestod” betitelt wurde.

Als letzte Rezension des Jahres wollen wir euch dieses Album, das über Important Records erscheint, ans Herz legen. Auf “Liebestod” bringt Wesolowski Sounds zusammen, die zusammen gehören. Field Recordings treffen auf Elektronik, Elektronik trifft auf Klassik und alles vereint sich zu dieser unter die Haut gehenden Symbiose. “Ostinato” fängt den Hörer mit sich wiederholenden Streichermotiven auf. Es gesellen sich immer mehr Instrumente dazu, die aber nichts Neues miteinbringen, sondern stringent die Vielfältigkeit des Minimalistischen zelebrieren. Man möchte zum Ende hin einfach wieder die 1 drücken, anstatt das Album weiterzuhören. Aber das Weiterhören lohnt sich. Klavier, knisternde Field Recordings (was auch immer das ist), Streicher, Bläser – auch “What The Thunder Said” hinterlässt Gänsehaut. Die Aufnahmen an sich sind auch sehr liebevoll, denn man kann sogar das Luftschnappen der Bläser hören. “Route” überrascht mit einem elektronischen Beat, der als Untermalung für die Brassklänge dient, und sobald das Klavier im gleichen Takt einsetzt, wirkt der Beat plötzlich nicht mehr elektronisch, sondern wie ein Teil des Klassikensembles. Der Titeltrack hat eine unheimliche Aura, die durch einen sehr präsenten Streichersound und gesprochene Vocals (deutsch – aber mit sehr coolem Akzent) getragen wird. “Tacet” hat von der ersten Sekunde an eine Stimmung, die dem Hörer sagt: “Es ist ernst – hör zu – schlimmes könnte passieren”. Das Klavier klingt wie von Geisterhand gespielt, eine Noisewand aus – weiß der Geier was – baut sich auf, Hörner sorgen für den Bass. Keine Hoffnung. Der Liebestod ist die Lösung? “Hand im Haar” schließt das Sounderlebnis ab und wendet nochmal die Stimmung. Fast erschöpft wirken die Instrumente in dem Track, aber es schimmert Hoffnung durch den Sound.

Das Album wurde im alten Rathaus von Danzig aufgenommen. Mit Holz verkleidete Wände und hohe Decken werden ein Teil des Sounderlebnisses, werden ein Teil der Musik. An dieser Stelle kann ich nur sagen: Kaufen!

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AIDAN BAKER UND DIE GEREMIXTEN NYMPHEN

Posted in Release on December 22nd, 2013 by D.K.

Anfang des Jahres ist “Already Drowning” über Gizeh Records erschienen. Ein Album auf dem Aidan Baker Songs vereint hat, für die er sich weibliche Stimmunterstützung eingeholt hat. Unser Interview zu jedem einzelnen Song könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Jetzt gibt es mit “Tout Juste Sous La Surface, Je Guette & Selected Remixes from Already Drowning” eine digitale EP als Ergänzung, die schon im nicht grad kurzen Titel alle notwendigen Informationen enthält. Neben einem Track des Albums gibt es vier Remixe von Tracks des Albums. Der Titeltrack des Albums ist von thisquietarmy überarbeitet worden und kommt zunächst reduziert aufs Nötigste durch die Boxen, um nach hinten raus breitbeinig zu überraschen. “30 Days / 30 Nights (A.R.C. Soundtracks Remix)”, minimiert auf die klassischen Parts des Tracks gepaart mit tiefen Basssounds und sich wiederholenden Phrasen, ist betörend magisch. Schneider TM macht aus “Melusine” eine Art Elektroloop mit Nymphengesang oben drauf. Der “AB Heartbeats Remix” von “Ice” stammt aus der Feder des Hauptkünstlers und hat wirklich einen Beat und ist fast schon ein tanzbarer Track.

Die digitale EP gibt es für einen kleinen Beitrag via Gizeh Records.

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BERICHT: ONLY LOVERS LEFT ALIVE PREMIERE

Posted in Kunst, Musikfilm, Release on December 22nd, 2013 by D.K.

Zu Weihnachten kommt Only Lovers Left Alive ins Kino. Sehr passend, denn der neue Film von Jim Jarmusch erzählt die Geschichte von drei Vampiren, die unter uns Menschen leben und uns als Zombies sehen. Einzig unseren Wissenschaftlern und Musikern gilt ihr Respekt.

only lovers left alive

Anfang Dezember feierte der Film seine Weltpremiere in Köln, wo er auch in Teilen produziert wurde. Zur Feier des Tages gab es neben dem Film auch einen anschließenden Konzertabend mit Künstlern des Soundtracks. So kam es dann auch, dass Filmfreaks auf Musikfreaks trafen, was das Erlebnis nochmal interessanter machte. Ja ja, Vorurteile, aber es stimmt ja wirklich, manchmal. Filmstudenten und die, die sich für welche halten, sind manchmal doch etwas auffälliger in ihrer Ausdrucksweise. Wahrscheinlich sagen die das Gleiche über uns Liebhaber experimenteller Musik. Doch da kommt Jarmusch ins Spiel. In seinem Vampirfilm geht es halt nicht nur um den Film, sondern auch um die Liebe zur experimentellen Musik und darum, dass ein guter Musiker nicht unbedingt ein Weltstar sein muss. Jim Jarmusch hat ja vor einiger Zeit “Blut geleckt”, als er begann für Soundtracks zur Gitarre zu greifen und dann letztendlich sogar zusammen mit Josef van Wissem Platten aufgenommen hat (siehe Review). Für OLLA hat Jarmusch seine Band aus dem “The Limits Of Control” Soundtrack wiederbelebt und von Bad Rabbit in Sqürl umbenannt. Experimentelle folkige Dronesounds stehen hier im Mittelpunkt und werden auch im Film mehr als zelebriert.

Ich wette, dass die mürrischen Sounds und das Gelächter im Publikum nicht von Musikfans kamen, aber wer weiß… Jarmusch setzt in OLLA einfach mal alles um, worauf er grad Lust hat. Vampire, Musik und Wortwitz.

Nachdem der Film gezeigt wurde, wurden die Gäste in einen benachbarten Club geführt. Grablichter leiteten uns zum Ort des Geschehens. In der Konzertvenue gab es als Überraschung einen Auszug aus dem bald erscheinenden Soundtrack auf schwarzem 180 Gramm Vinyl mit schwarzem Cover ohne Text (Spoiler: direkter Bezug zu einer Filmszene). Der Laden ist natürlich voll, denn die Premiere ist ausverkauft. Jozef van Wissem eröffnet den Abend mit seiner Laute, was ein ziemlich skurriles Bild ergibt, denn er und seine Laute kommen nicht gegen die gefühlt 500 quatschenden Premieregäste an (da wären wir wieder beim Thema Film- vs. Musikfan). White Hills sind lauter, gequatscht wird trotzdem. Sind wohl alle gekommen, weil Sqürl mit Jim Jarmusch spielen werden…

Ein sehr skurriler Abend, passend zur Welt, die von Jim Jarmusch präsentiert wurde.

Ein Kinobesuch und Kauf des Soundtracks lohnt sich auf jeden Fall.

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OIKOS – VIGILIA

Posted in Release on December 15th, 2013 by D.K.

Die zum Ein-Mann-Projekt geschrumpfte Band Oikos aus Spanien meldet sich endlich wieder zurück. Nach zwei sehr ansprechenden und vielseitigen Alben via Utech Records und Land Of Decay, kommt jetzt “Vigilia” über das einheimische Label Knockturne Records.

Oikos sind experimentell und verbinden analoge und digitale Sounds so, dass sich ein warmer neuer Sound daraus entpuppt. Auf “Vigilia” liegt der Fokus auf verfremdeten Akustikgitarrensounds, die auf dem Medium Tape ihren Charme besonders gut entfalten können. Drei Tracks angefangen beim Titeltrack, der zunächst mit arabischen O-Tönen überrascht und sich dann zu einem Soundwandmonster entwickelt. 15 Minuten einfach nur Liebe zum Detail. “Perdition (Austral Road)” setzt die Reise fort, kommt aber bei knapp fünf Minuten schneller auf den Punkt. Besonders sympathisch sind die kleinen Fehler im Gitarrenspiel, die einfach mit in die Loops reinlaufen und den Sound nicht unnahbar klingen lassen, wie bei überproduzierten Platten. “Trails End” überrascht mit minimalistischen Ambientflächen, die aber genauso angenehm warm im Ohr verweilen wie der Rest des Tapes.

So gegen Ende des Jahres kann man dann auch mutig sein und sagen, dass das eines der besten Tapes des Jahres ist. Ist übrigens limitiert auf 100 Stück und im Shop von Knockturne Records gibt es sehr schöne Bundles mit anderen Releases.

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RAFAEL ANTON IRISARRI

Posted in Release on December 1st, 2013 by D.K.

Rafael Anton Irisarri ist einer dieser experimentellen Musiker, die lange Pausen zwischen den Veröffentlichungen einlegen. In der Zwischenzeit geschehen viele andere musikalische Dinge und dann, wenn man schon fast vergessen hatte, dass es ihn gibt, steht ganz unverhofft eine neue Platte zum Kauf bereit.

“The Unintentional Sea” ist das erste Album seit dem 2010er Album “The North Bend” und beschäftigt sich mit einer Naturbegebenheit seiner Heimat, die es so nicht nochmal gibt. Der Salton Sea ist im letzten Jahrhundert in Folge eines Dammbruches entstanden und ist heute für seinen sehr hohen Salzgehalt und seine Abflusslosigkeit bekannt. Auf der einen Seite steht die Rückeroberung der Natur durch die Natur und auf der anderen Seite die allmähliche Zerstörung derselben.

Dieses unheimliche Verhältnis hat sich Irisarri als Thema für sein Album genommen und fünf Momente gezaubert, die sich in den Grenzgebieten von Dark Ambient, Drone, Electronic und Modern Classic bewegen und das Thema musikalisch aufgreifen. Auf der einen Seite sind Field Recordings, auf der anderen elektronische Sounds. Auf der einen Seite sind Instrumente, auf der anderen Seite die Verfremdung ihrer Sounds.

“Fear and Trembling” fängt mit einem Knistern an, wie ein Lagerfeuer, und langsam schleicht sich ein basslastiger Drone ein, der sich dann zu einem elektronischen Gewitter aufbaut. “Her Rituals” und “The Witness” setzen das Sounderlebnis fort und tauchen den Hörer in diese unwirkliche Welt ein, die Irisarri geschaffen hat. “Daybreak Comes Soon” breitet sich in 10 Minuten episch aus, wie der See, der zu seiner Entstehungszeit ganze Ortschaften verschlungen hat. “Lesser Than The Sum Of Its Parts” überrascht mit Cellosounds, die aber auch nur aufblitzen, um dann vom Effektesturm Irisarris verschlungen zu werden. Der Song droht auszubrechen, keine Mastering kann ihn aufhalten, alles wird lauter, dann Stille…

Ein weiteres Schmuckstück aus der Room40 Diskografie. Wer eine Platte mit Autogramm möchte, sollte sein Vinyl über die Bandcamp Seite von Irisarri bestellen.

 

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SUM OF R UND DIE WASSERLICHTER

Posted in Release on December 1st, 2013 by D.K.

Reto Mäder und Julia Wolf sind SUM OF R und SUM OF R müssen gehört werden.

Blicken wir kurz zurück auf den Mai letzten Jahres als SUM OF R ihre erste Tour in der aktuellen Besetzung angetreten sind und in der Christuskirche Bochum das Material von “Lights On Water” erstmalig dem deutschen Publikum präsentiert haben. Die Erinnerung an diesen Abend ist nicht verblasst und das Verlangen nach dem Studiomaterial auch nicht.

Jetzt ist es soweit und Utech Records veröffentlichen Mitte Dezember “Lights On Water” auf Vinyl (300 Stück) und CD (500 Stück).

“Rays And Light Segments” und “Not Today and Maybe Not Tomorrow But Soon and For The Rest of Your Life” bauen sich rund um ein auf dem Bass von Reto Mäder eingespieltes Thema auf. Es dient als Rhythmuselement, als Melodie, als Gerüst für alles was die beiden Musiker darauf aufbauend mit Gitarre, Drums und Elektronik hinzufügen. Songs wie “Birds Were Falling From The Sky” bieten dem Hörer Entspannungspausen, nur Klavier und verstörende O-Töne, um dann mit “In Mirror Arms” einen Bastard aus Black Metal und fiesem Rock zu überstehen. “Nobody Wants to Trade Uncommons for Uncommons” baut sich wieder rund um den Bass auf. Der Hörer wird von der Bassmelodie eingelullt, um dann mit den Drums und der Gitarre eine fette Ohrfeige verpasst zu bekommen.

“Vela” ist böse. Sehr böse. Eine Art Ambient Black Metal Intermezzo. Eine Schönheit mit Hang zur Hässlichkeit. Der Rausschmeißer “March Out of Step When Crossing a Bridge” greift wieder das Bassthema vom Beginn auf, um ihm eine weitere Facette zu verleihen.

Keine Ahnung was das für Lichter auf dem Wasser sein sollen, ich vemute mal es sind schwarze Lichter auf schwarzem Wasser. Das passt zum unheimlichen Cover und erst Recht zur unheimlich guten Musik.

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