[ B O L T ] + EWALDT

Posted in Tapes on June 10th, 2014 by D.K.

[ B O L T ] haben sich in letzter Zeit auf die Kollaboration mit anderen Musikern konzentriert, was zu so einigen höhrenswerten Ergebnissen geführt hat. Eines ist das Kollaborationstape mit dem Elektrokünstler Ewaldt.

Ein Tape, zwei Bässe, Elektronik, drei Titel, 40 Minuten massiver Lauschangriff. Es geht seicht und zugänglich los, wie bei einem poppigen Jesu Track. Verzerrte flächige Basssounds und ein uninspirierter Beat. Wer aber diese paar Minuten durchhält (oder ein paar mehr), wird belohnt mit einem Track, der auf einmal beginnt zu atmen. Die Bässe klingen wie Orgeln und der Beat passt sich dem Saitensound an und bekommt eine eigene Note. Track II ist die Fortsetzung des Ersten (trennen muss man hier eigentlich nicht). Der Beat mutiert zu einer Art Soundsog, der alle Sounds anzieht, um sie im nächsten Moment wieder loszulassen. Genial. Track III gibt den Saiteninstrumenten Raum zur Entfaltung. Erst nach 10 Minuten kommt ein hörbarer Beat hinzu und die Elektronik klingt zunächst wie weiblicher Gesang (irritierend schön). Ab der dreizehnten Minute wird es wieder “jesu-ig”. Hier aber im Gengensatz zu den ersten Minuten des Tapes kriecht der Sound von Bass und tribalähnlichen Drums direkt ins Ohr und ins Unterbewusstsein. Es wird lauter und noisiger und noch lauter und noisiger. Gut so!

Ein Tape, das in keiner Sammlung fehlen darf, in der Drone, Noise und Elektronik nebeneinander steht.

Das Tape gibt es bei Wolves & Vibrancy Records.

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AIDAN BAKER & JAKOB THIESEN – TAPE & WOHNZIMMERKONZERT

Posted in Aktuell, ontheroad, Tapes on January 26th, 2014 by D.K.

“CNTNTL” nennt sich das dritte Album der beiden kanadischen Freunde Aidan Baker & Jakob Thiesen. Nach einer experimentellen CD namens “À Bout De Souffle” und einem sehr “rockigen” Vinyl namens “Mépris” folgt nun ein Tape mit zwei 15minütigen Stücken, die schon wieder in eine andere Richtung gehen.

Es gibt ja so Tage, an denen man nicht weiß, welche Musik zur derzeitigen Laune passt. Man ist demotiviert und hofft auf etwas, was dem entgegenwirken kann. Mir hat “CNTNTL” geholfen, so einen Tag positiv zu sehen. Tape in den Walkman (ja ich hab noch einen von der Marke mit den vier Buchstaben) gelegt, in die Bahn gesetzt und zur Arbeit gefahren. Was die beiden Kanadier hier machen ist nämlich ein hoch explosives Gemisch aus Elektronik und krautigem Spacerock, mal experimenteller und noisiger, mal sowas von auf dem Punkt gebracht, dass das Hören der Musik eine sehr motivierende Wirkung zeigt. Aidans Gitarre schleicht, quietscht und singt, Jakobs Drums treiben, pumpen und strukturieren die Stücke. Perfekt. Scheinbar im Blindflug aufgenommen, ist dieses Album die perfekte Fusion der beiden ersten Alben.

Das Tape erscheint über Broken Spine Productions in einer Auflage von 100 Stück und wird zunächst nur auf der gemeinsamen Tour der beiden Musiker verkauft, die Ende Januar beginnt. Apropos Tour: Für alle, die am 8. Februar nichts vorhaben, sei das Wohnzimmerkonzert im holländischen Goor zu empfehlen. Hier spielen Aidan und Jakob auf engstem Raum im typisch niederländischen Einfamilienhaus. Wer kommen mag, sollte sich hier anmelden…

Update: Das Tour-Line-Up ist geändert worden. Alle aktuellen Infos sind hier zu finden.

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OIKOS

Posted in Release, Tapes on May 26th, 2013 by D.K.

Oikos ist ein spanisches Duo bestehend aus David San Martín und Rafael Femiano, das sich auf experimentelle Synthie- und Dronesounds konzentriert. Wobei das Festlegen auf eine bestimmte Stilrichtung hier fehl am Platz ist.

oikos

“Ecotono” nennt sich das Debüt von Oikos, das 2011 über Utech Records erschienen und mittlerweile nur noch als Download erhältlich ist. Darauf präsentieren sich die beiden Musiker zunächst laut und dronig und zelebrieren mit unterschwelligen Delayrhythmen den Sound, der dieses Duo ausmacht. Die Besonderheit von Oikos ist der Effektreichtum trotz minimalen Effekteinsatzes. Langsam schleichen sich die Drones aus dem Sound von “Ecotono” und die zweite Hälfte des Albums wird zunehmend synthielastiger. Eine Soundreise mit viel Charakter und Liebe zum Handwerk. Den letzten Schliff hat das Album noch durch die saubere und direkte Art des Masterings von James Plotkin erhalten. Wer das Album nicht nur digital genießen möchte, sollte sich mal bei Merzbild informieren, ob noch die Tape Version erhältlich ist.

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Mit “Solve Et Coagvla” ist nun der Nachfolger erschienen. Diesmal über Land Of Decay, dem Label der beiden Locrian Gründungsmitglieder Terence Hannum und André Foisy. Das auf limitierte Tapes spezialisierte Label hat dieses Album auf einem C60 Tape verewigt und bietet der Musik den passenden Tonträger. Denn der Nachfolger von “Ecotono” ist viel direkter und rauher im Sound, was auf Kassette besonders gut rüber kommt. Seite A ist mit drei Tracks bestückt, die stilistisch der ersten Hälfte von “Ecotono” ähneln und vor allem durch Drones und gigantische Gitarrenparts überzeugen. Auf “Omniscience” lässt es sich sogar Foisy selbst nicht nehmen, die Gitarrenparts beizusteuern.

Auf Seite B widmen sich Oikos auf den beiden Tracks “Altered” und “Vimana” den eher ausufernden Soundideen und lassen sich Zeit, um eine bedrohliche Klanglandschaft aus Gitarren und Effekten gedeihen zu lassen. Massiv schön.

Ein Album, das sich ins Gedächtnis einbrennt.

Bestellen könnt ihr das Tape direkt über den Land Of Decay Shop.

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WYRM

Posted in Tapes on March 10th, 2013 by D.K.

Wyrm nennt sich das experimentelle Doom Drone Projekt des Texaners Bryan Ferguson. “The Fates” nennt sich die neueste Veröffentlichung, die über Industrial Culture auf Tape veröffentlicht wurde.

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Gruseldrone oder Black-Metal-Ambient könnte man das nennen, was hier auf “The Fates” zu hören ist. Der Titeltrack beginnt mit einer vollkommen dumpfen Drummachineuntermalung, über die sich dann eine dronige Black-Metal-Gitarre legt und einen Sound erzeugt, der in den Harmonien stark an 70er Jahre Horrorsoundtracks erinnert. “Orbweaver” setzt das fort, was der Opener angefangen hat. “Judgement” legt zunächst eine fast schon rauschende, verzerrte Gitarrenfläche hin, die durch Orgelsounds (oder was auch immer da durchschimmert) eine Art Songstruktur erhält. “The Son Of Orphans” setzt dann dem ganzen einen Höhepunkt, indem das Noisegewitter der Gitarre die Überhand gewinnt. Verstörend unterhaltsam dieser mysteriöse Wyrmklangkosmos.

Wer sich für okkulte gruselige Gitarrensounds interessiert, sollte sich eines der 25 Tapes zulegen.

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DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. II: GATES

Posted in Serie, Tapes on August 5th, 2012 by D.K.

Sie werden nicht mehr produziert und gelten bei Liebhabern trotz ihrer eher bescheidenen Klangqualität als kleine Schmuckstücke unter den Tonträgern: Tapes.

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Land Of Decay, das Label der beiden Locrian Gründer André Foisy and Terence Hannum, hat sich auf Tape-Veröffentlichungen spezialisiert und im Juni das neue Album von Gates, dem Projekt des kanadischen Musikers Bryan W Bray, veröffentlicht.

“Eintraum” besteht aus jeweils drei Songs, die auf beiden Seiten der Cassette vertreten sind. 30 Minuten Material pro Seite. Wer jetzt denkt, dass 30 Minuten etwas kurz sind für ein Album, der sollte gewarnt sein. Dieses Album frisst Kerben ins Gehirn, gräbt sich in die Ohren, einmal im Kopf ist hier für den Hörer kein Entkommen. “Glimpse of Overlapping Dimensions” eröffnet das Album mit noisigen Soundwänden. Nicht klar definierbar, was für Instrumente diese Sounds erzeugen, lauscht man der Klangwand und wird immer weiter dem Rausch dieses Rauschens ausgesetzt. “Forest Passageway, Hallway to the Void” fiept erst minutenlang, bevor eine Black-Metal-Gitarrenwand über einen herfällt. Unglaublich wie dieses Instrument alleine noch bedrohlicher klingt als eine ganze Black-Metal-Band. “Birds Plunging Through the Wall of the Ocean” setzt dann noch den letzten Akzent mit einem überatmosphärischen Sound. Auf der einen Seite denkt man es sei zu schade, so gute Musik nur auf Tape zu veröffentlichen, andererseits hat aber genau das Tape vielleicht die unberechenbare Klangqualität, die dieses Ambient-Black-Metal-Drone-Ungetüm von Album braucht.

Das Tape ist limitiert auf 100 Stück und hier erhältlich.

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N (20) – 59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W SULA SGEIR

Posted in Release, Tapes on May 7th, 2012 by D.K.

 

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Ein Novum für N. Hellmut Neidhardts Soundego geht neue Wege und zwar auf Tape. Nicht irgendeinem Tape, sondern dem zweiten Release der Querschalltapes Serie auf Inselkind Schallträger. In einer Auflage von 67 Stück, jedes Tape umgeben von 2 Kilo Stahl mit eingraviertem Artwork.

Mit “59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W – Sula Sgeir” wählt N mal wieder einen Ort als Releasenamen. Benannt nach einer kleinen abgelegenen und unbewohnten britischen Insel, die nicht mal einen Kilometer lang ist und aus Gneis besteht. Stellt euch vor es tobt ein Unwetter und riesge Wellen überschlagen sich auf der kleinen Insel und werden dabei durch ein Distortioneffektgerät gejagt. Genau so klingt diese Veröffentlichung. Verzerrte Soundwellen türmen sich auf und lösen sich auf, nur um im nächsten Moment zurückzukehren. Auch das ein Novum im Soundkosmos von N, der sonst Soundwände aufbaut, die ineinander übergehen. Hier entsteht durch das Ebbe und Flut Prinzip ein ganz eigener Rhytmus im Song, der ewig laufen kann, der ewig laufen sollte, denn dieser Sound ist gewaltig…

Dass das Tape nur 45 Sekunden dauert und eigentlich ein Tape ist, das ursprünglich für sich wiederholende Ansagetexte gedacht war, ist hier nur nebensächlich.

Das Tape ist direkt über Inselkind Schallträger erhältlich und seinen hohen Preis wert. Denn wie auch das erste Tape von Aidan Baker, ist auch dieses Tape von vier Stahlplatten umschlossen, die an den vier Enden miteinander verschraubt sind.

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Mehr zu N…

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DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. I: AIDAN BAKER

Posted in Serie, Tapes on October 13th, 2011 by D.K.

So manch einer möchte diesen Tonträger vergessen oder hat ihn schon vergessen, manch ein anderer ist nostalgisch und hat noch alle von früher und dann gibt es so manch einen, der das Ding am Leben erhält und darauf neue Musik veröffentlicht: Die Rede ist von der guten alten Kassette. Das haben wir zum Anlass genommen, euch ein paar ausgefallene Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Tonträgerart in einer kleinen Serie vorzustellen.

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Den Anfang macht das neue und allererste Tape in der Diskografie von Aidan Baker namens “Infinite Loop #1”. Es ist das erste Tape von Baker und die erste Veröffentlichung des jüngst gegründeten deutschen Labels Inselkind Schallträger. Das Besondere an diesem Tape ist nicht nur, dass es ein 60 Sekunden langes Endlostape ist, das den Loop von Aidan Baker ewig spielen könnte ohne stehen zu bleiben, sondern auch die Verpackung. Denn die Hülle besteht aus vier aufeinander geschraubten Metallplatten, zwischen denen die Kassette liegt. Das Paket bringt stolze 2 Kilogramm auf die Waage und benötigt fast soviel Zeit zum Öffnen, wie der Loop von Aidan Baker dauert. Der Track selbst ist ein filigranes Gitarrenstück, das mit wenig Effekten auskommt und sich geloopt wunderbar ins Gedächtnis einschweißt.

“Infinite Loop #1” von Aidan Baker ist in einer Auflage von 87 Stück mit auf dem Metall eingraviertem Artwork erschienen und direkt über das Label erhältlich.

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