DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. II: GATES

Sie werden nicht mehr produziert und gelten bei Liebhabern trotz ihrer eher bescheidenen Klangqualität als kleine Schmuckstücke unter den Tonträgern: Tapes.

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Land Of Decay, das Label der beiden Locrian Gründer André Foisy and Terence Hannum, hat sich auf Tape-Veröffentlichungen spezialisiert und im Juni das neue Album von Gates, dem Projekt des kanadischen Musikers Bryan W Bray, veröffentlicht.

“Eintraum” besteht aus jeweils drei Songs, die auf beiden Seiten der Cassette vertreten sind. 30 Minuten Material pro Seite. Wer jetzt denkt, dass 30 Minuten etwas kurz sind für ein Album, der sollte gewarnt sein. Dieses Album frisst Kerben ins Gehirn, gräbt sich in die Ohren, einmal im Kopf ist hier für den Hörer kein Entkommen. “Glimpse of Overlapping Dimensions” eröffnet das Album mit noisigen Soundwänden. Nicht klar definierbar, was für Instrumente diese Sounds erzeugen, lauscht man der Klangwand und wird immer weiter dem Rausch dieses Rauschens ausgesetzt. “Forest Passageway, Hallway to the Void” fiept erst minutenlang, bevor eine Black-Metal-Gitarrenwand über einen herfällt. Unglaublich wie dieses Instrument alleine noch bedrohlicher klingt als eine ganze Black-Metal-Band. “Birds Plunging Through the Wall of the Ocean” setzt dann noch den letzten Akzent mit einem überatmosphärischen Sound. Auf der einen Seite denkt man es sei zu schade, so gute Musik nur auf Tape zu veröffentlichen, andererseits hat aber genau das Tape vielleicht die unberechenbare Klangqualität, die dieses Ambient-Black-Metal-Drone-Ungetüm von Album braucht.

Das Tape ist limitiert auf 100 Stück und hier erhältlich.

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