DRONE ZUSAMMENKÜNFTE

In letzter Zeit sind gleich zwei Drone Compilations erschienen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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CANADIAN DRONES, VOLUME ONE

Zunächst einmal verwundert hier, dass eine Kompilation vorliegt, deren Kurator das kanadische Label [Walnut+Locust] ist, die Veröffentlichung selbst aber vom israelischen Sub-Label 0bpm herausgebracht worden ist. Aber, warum nicht? Vertreten sind vierzehn Künstler. Die bekannteren sind Thisquietarmy, Aun, .cut. featuring gibet und die beiden Nadja-Mitglieder Aidan Baker, der mit einer “Minimal Version” seines Silent Ballet Volume XV Kompilation Songs “Turn Tail” vertreten ist, und Leah Buckareff, die einen ihrer seltenen Bass-Solo-Songs namens “Bass Drone #7” beisteuert. Aber auch die unbekannteren Namen, oder gerade diese, machen diese Kompilation interessant. “Deutsche Luftpost” von Pier-Emmanuel Tremblay sticht besonders hervor, weil seine musikalische Idee ungewöhnlich ist… während ein unruhiger O-Ton eines von seinen Gefühlen überwältigten Kriegsberichterstatters zu hören ist, ist im Hintergrund ein ruhiger Klaviersound zu hören, der in Kombination mit der aufgewühlten Stimme des Reporters interessante Hörerlebnisse hervorruft. Während die meisten vertretenen Künstler aus Vancouver oder Montreal stammen, fällt der Noise-Drone Künstler Beneath These Idle Tides auf, der aus Calgary, nordöstlich von Vancouver, stammt und mit seiner Mischung aus Weißem Rauschen und tiefen Dronemelodien eine ebenfalls überzeugende Mischung liefert. Hier gibt es viel zu entdecken.

“Canadian Drones, Volume One” ist direkt über 0bpm beziehungsweise dem Hauptlabel House Of The Last Light (etwas undurchsichtig das Ganze…) beziehbar. Einfach eine Mail an house_of_the_last at yahoo.com schicken und der Rest ergibt sich schon…

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MAGNETIC FIELDS & ZERO DIMENSION PLANES

Das belgische Consouling Sounds Label hat sich mit seiner Kompilation zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Herangehensweisen von zwölf Ambient und Drone Künstlern zu präsentieren, die sich zwischen Sounds mit wenig Variation bis hin zu heraufbeschwörten beklemmenden Rhythmen bewegen. Die Platte wird von [Multer] eröffnet. Auf “Amsterdam 2 Uhr Nachts” ist das minimalistische Zusammenspiel von Gitarre und Orgel zu hören. Es brodelt, der Sound wächst und kurz vor dem Höhepunkt, den man erwartet, erlischt der Sound in einem O-Ton von den Straßen Amsterdams (?). Blyndhæð dann als Kontrast mit einem Sound, der eher gefühlt als gehört werden kann, Minimalismus in seiner extremsten Ausführung. Distant Fires Burning beginnen mit einem twinpeakschen Basssound und mutieren zu einem Elektrogewitter. Mirko Uhlig an fünfter Stelle. Wer ihn kennt, der weiß, dass Uhlig von zurückhaltend-ruhig bis grenzwertig-noisig klingen kann. “Soot Pony” klingt nach Kirchenorgeldrone, einnehmende, berauschend langanhaltende Töne und dann Field Recordings von Rädern auf Kies, lauten stolprigen Schritten… Ein Film ensteht vor dem inneren Auge. N, mit Projekt Nr. 16 namens “Dangast” an siebter Stelle, zeigt, was eine Gitarre für Sounds erzeugen kann, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt nach Anspielen der Saiten der Hörer den Sound zu hören bekommt. Schwingende Sounds gleiten durch die Gehörgänge und lassen kaum erahnen, welches Instrument hier gespielt wird. Genau so verhält es sich mit den Drones von Premonition Factory, die ebenfalls nicht erahnen lassen, dass hier alles auf live eingespielten Keyboards entstanden ist. Tzesne als Abschluss dieser Zusammenstellung mit wummernden Sounds, man kommt sich vor wie in einem dunklen Raum, hinter dessen Wänden die Sounds von “Lived Things Heard Things” zu hören sind.

“Magnetic Fields & Zero Dimension Planes” kommt in einem zusammengefaltetem A3 Artwork von .vorst ontwerp und kann direkt über Consouling Sounds bestellt werden.

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