FEAR FALLS BURNING UND DAS CHAOS DES URSPRUNGS

Mit “Disorder Of Roots” schließt sich der Kreis für Fear Falls Burning. Nach sieben Jahren des Schaffens beendet Dirk Serries sein Alter Ego und lässt die Angst sprichwörtlich brennend fallen, denn mit diesem Album setzt Serries ein letztes helles Zeichen unter sein Dronesynonym. Dabei hat er sich in den letzten zwei Jahren die Hilfe diverser Musiker ins Studio geholt, um vier Monumente für das Album zu kreieren.

fear falls burning - disorder of roots - artwork

THE ROOTS REBELLION
Der Titel sagt es schon, denn das Album beginnt so, wie Fear Falls Burning begonnen hat, als Dronegewitter aus der Gitarre. Ein Sound legt sich über den nächsten, im Hintergrund entsteht ein vibrierender Sound, der als eine Art Rhythmus den Song trägt. Dann ein Bruch. Die Drums von Phil Petrocelli und der Bass von Frank Kimenai gesellen sich zur Gitarre von Dirk Serries und wandeln den Song komplett um. Das Ende hat begonnen.

VIRTUE OF THE VICIOUS
Drums von Tim Bertilsson setzen ein, die Gitarre baut eine hallende Atmosphäre auf und der Bass von Frank Kimenai fügt sich episodenhaft ein. Der Song wiegt sich ein, indem die Drums und der Bass immer wieder aussetzen und somit einen ganz eigenen Rhythmus erzeugen. Währenddessen fügt sich der Bluesdrone von Serries immer weiter in den Sound ein. Ein fast schon zugängliches Stück Fear Falls Burning.

CHORUS OF DISSOLUTION
Dieser 20-Minüter lässt sich eindeutig Zeit, Zeit, die es braucht um diese Droneoper zu erzählen, die hier vorgetragen wird. An den Drums sitzt diesmal Magnus Lindberg, der hier druckvoll und akzentuiert spielt. Frank Kimenai am Bass fügt sich vorsichtig dem Sound bei, während Dirk Serries seiner Gitarre wieder die feinsten bluesigen Drones und Orgeltöne (oh ja, wie ich diesen Sound liebe, wenn die Gitarre wie eine alte Hammond Orgel röhrt) entlockt, die sich zum Ende hin in eine Ambientlandschaft wandeln und ohne Drums und Bass vor sich hin fließen. Das Ende naht.

I PROVOKE DISORDER
“Ich verursache das Chaos” gesteht uns der Titel des letzten Tracks. Alles fängt mit dem Trio Serries/Bertilsson/Kimenai an. Noch zurückhaltender im Rhythmus und in der Gestaltung von Klanglandschaften. Serries baut keine Loops auf, sondern konzentriert sich auf minimalistische Bluesdrones, die stark an sein anderes Alter Ego Microphonics erinnern. Die Stimmung ist düster und bedrückt, aus dem Hintergrund heraus nähern sich dann endlich die vermissten Droneflächen und nach fünf Minuten setzten überraschend die Vocals von Michiel Eikenaar ein. Die ersten und letzten Vocals in einem Fear Falls Burning Song. Stellt euch ein Biest vor den Toren zur Hölle vor, das in Ketten liegt. Die dickste Kette schnürrt ihm die Kehle zu, aber das Biest will nicht aufhören von sinkenden Schiffen, zerstörerischen Feuern, Gräbern und Tod zu erzählen. Grässlich schön, so klingen die Vocals. Die Dronelandschaften nehmen Überhand und legen sich über den restlichen Sound, um zu Ende hin zu verebben. Das wars. Alles ist gesagt, alles liegt in Flammen, alles zerfällt zu Asche.

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Fear Falls Burning ist tot, lang lebe Microphonics (so suggeriert zumindest der kleine Beisatz im Kleingedruckten des Artworks).

“Disorder Of Roots” ist über Tonefloat Records erschienen und auf Doppel-10-Inch und CD erhältlich.

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