FURZE UND DIE REISE IN DIE VERGANGENHEIT

Furze

Furze ist eigentlich eine norwegische Black-Metal-Band oder besser gesagt, der Norweger Woe J. Reaper und heisst “Goldener Stachel”, um mal lustige Übersetzungs- und Interpretationsversuche abzukürzen. Im letzten Jahrzehnt sind bereits vier Alben auf den Markt gekommen und nun haben sich die Herrschaften des norwegischen Labels Fysisk Format dieser Formation angenommen. Das Ergebnis ist das Album “Psych Minus Space Control”, das überraschenderweise alles andere als Black-Metal ist.

Einen Überbegriff zu finden, mit dem man dieses Album beschreiben kann, fällt schwer, denn hier ist ein Tanz mit den Gebrüdern Doom, Stoner, Psych, Metal, Okkult und Kraut auf Platte gepresst worden. Einzig die Liebe zu alten Sounds der Rockgeschichte scheint hier die Quersumme zu sein. So lässt sich auch die Herangehensweise bei den Aufnahmen erklären, denn Furze haben so gut es ging alles analog aufgenommen und sogar alte Aufnahmen aus den 90ern für die Platte verwendet. Das Ergebnis ist eine verdammt rauh klingende Platte, die wirklich den Anschein erweckt, aus vergangenen Zeiten zu stammen. Dabei erinnert der nicht so in die Tiefe gehende Gitarrensound am stärksten an die Black-Metal-Herkunft.

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“Occult Soul, Witch Mind” eröffnet die Platte und doomrockt elf Minuten vor sich hin. Abgesehen von einigen Schreiern gesangslos, was ebenfalls eine Neuentwicklung in der Bandgeschichte ist. “Psych Mooz Space Control” wird mit einer einsamen Gitarre eröffnet, die wie in einer Probensession daherkommt, bis dann der Song mit allen restlichen Instrumenten einsetzt und sich in ein Psych-Metal-Opus verwandelt. Immer wieder schimmert der Black-Metal durch. “Reaper Subconscious Guide” klingt anfangs wie ein Score zu einem 70er Horrorklassiker und setzt dann mit einer vor sich herrollenden leicht angespaceten Rocknummer ein. “Triad Of Lucifer” wechselt innerhalb der ersten drei Minuten sowohl das Tempo als auch die Stilrichtung… Dann gibts auch noch eine Punk-Black-Metal Abschlussnummer mit “When Always Ready”. Da muss ich einfach mal die Sachlichkeit bei Seite legen und urteile: Voll crazy abgefahren!

Fysisk Format bietet die Platte als CD und “Die Hard Fan”-Vinyl Version an.

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