GÜNTER SCHICKERT & PHAROAH CROMIUM – OXTLR

Günter Schickert ist einer von diesen Außenseitern der deutschen Musik, der immer sein Ding gemacht hat, doch erst jetzt, mit 65 Jahren, langsam wahrgenommen wird. Als Gitarrist nahm er zu Beginn der siebziger Jahre seine Stücke mit zwei Tonbandgeräten in seinem Schlafzimmer auf und veröffentlichte damals zwei Alben. Eine Band, in der er damals spielte, zerbrach, bevor sie ins Studio gehen konnten. Schließlich führten seine immensen Erfahrungen, die er mit der Aufnahme seiner eigenen Musik gemacht hatte, zu einer Existenz als viel gefragter Tonmensch und Produzent, der mehr im Verborgenen arbeitete.

Doch in den vergangenen Jahren werden seine alten Platten wieder veröffentlicht und er gerät mehr und mehr ins Rampenlicht. Schickert sagt selber, er schaue nicht zurück, sondern will Neues machen, Neues erkunden. So auch mit OXTLR, ein CD-Doppelalbum, das er allein unter der Mitwirkung von Pharoah Chromium eingespielt hat.

Seine gewaltige Erfahrung als Klangtüftler an der Gitarre ist diesem Album anzumerken. Doch sind die minimalistischen Gitarrenfiguren, über die er in den siebziger Jahren improvisierte, verschwunden, und verschachtelte Walls-of-Noises stehen im Vordergrund. Trotzdem, hier wird nicht gefriemelt bis die Finger bluten, sondern improvisiert, sich selber zugehört, verändert, und ergänzt, reduziert, bis ein zarter Glanz zum Vorschein kommt. Das Brachiale liegt ihm nicht. Schickert ist Klangbastler, dem es auf Fassetten ankommt in den dichten Strukturen, die er mit seiner elektrischen Gitarre aufbaut. Nicht selten klingt OXTLR wie Hubschraubergeräusche, die von weit her übers Meer heran wehen und die Weite des Meeres noch weiter erscheinen lässt.

Das Album ist bei Grautag Records erschienen.

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