JON PORRAS – BLACK MESA

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Jon Porras veröffentlicht ein Jahr nach seinem letzten Soloalbum “Undercurrent” im April das zweite Album unter seinem Namen. “Black Mesa” erzählt die wortlose Geschichte eines Wüstenwanderers, der auf der Suche nach dem Tafelberg “Black Mesa” ist, der auf dem Cover abgebildet ist und ein Tor zu einer Parallelwelt darstellt.

Mit diesem Hintergrundwissen kann man sich vor dem inneren Auge seinen ganz eigenen Film vorstellen. Mit „Into Midnight“ beginnt die Reise entschlossen mit Bassdrum und einer klaren Gitarrenmelodie, es folgt ein introvertierter nachdenklicher Zwischenpart, in dem Jon Porras ein Slo-Mo-Solo zum Besten gibt, um anschließend wieder mit einem Arpeggio samt Percussionrhythmus die Reise fortzusetzen. „Blue Crescent Vision“ ist fast so was wie eine Hymne für den Moment, in dem der Wanderer erlebt, wie die Nacht in der Wüste zum Tag wird. Auch hier bringt Porras eine klare episodenhafte Struktur in den Song. Das fünfminütige „Candlelight Mirage“ führt unseren Wanderer in die nächste Nacht, in der er wohl von einer Illusion verführt wird. Porras mischt ambientlastige Soundflächen im Hintergrund (in denen auch Vocals versteckt sind, so scheint es mir zumindest) mit kraftvollen Gitarrenmelodien. „Desert Flight“ klingt offen, fast schon hoffnungsvoll, wie der nächste Tag des Wanderers in der Wüste. Dann der Bruch mit einer von Tremolo getragenen Gitarrenbridge, tiefe Saiten brodeln, die hohen Saiten heulen. Es bahnt sich was an. Dann in „Embers At Dusk“ die Ruhe vor dem Sturm, mit dronigen Momenten und sphärisch gleitenden Klängen. Der Wüstenwanderer steht endlich vor seinem Ziel, dem Tafelberg „Black Mesa“, der nicht nur ein Berg, sondern auch ein Tor zu einem Paralleluniversum ist. Porras fährt nochmal alle Geschütze auf, um in „Into The Black Mesa“ den Höhepunkt der Reise zu thematisieren. Hier kommt nicht nur Gitarre und Percussion zum Einsatz, auch Tastentöne gesellen sich dazu und geben dem Song noch mehr Charakter, heben ihn weiter hervor. Nach einem Break im Song setzt die Bassdrum ein, ein Gitarrenarpeggio gesellt sich dazu, dann folgt eine erhabene Gitarrenmelodie. Der Wanderer schreitet durch das von Wolken umgebene Tor in die Parallelwelt. „Beyond The Veil“ schwebt vor sich her, eine Gitarrenfläche legt sich über die Nächste. Ein Tremologewitter braut sich zusammen, um dann wieder zu verschwinden und dem bluesigen Sound der Gitarre das Ende zu überlassen. Was hat der Wanderer hinter den Wolken gefunden? Erfüllung oder Ernüchterung?

Im Vergleich zum Vorgänger „Undercurrent“ ist „Black Mesa“ innerhalb der einzelnen Songs episodenhaft aufgeteilt und lebt weniger von Improvisationen, als mehr von Spannungen und Brüchen innerhalb der Tracks. Jon Porras klingt auf seinem Zweitwerk unter eigenem Namen wie ein Schüler von Dylan Carlson (Earth) und Neil Young (in seinen wilderen Momenten), aber ohne die beiden Herrschaften zu kopieren. Ein Hörgenuss für Fans von Dark Americana, Drone, Blues und natürlich Barn Owl.

“Black Mesa” erscheint im April über Thrill Jockey.

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