LIVE: BOHREN & DER CLUB OF GORE

Wenn Bohren & der Club of Gore in Mülheim spielen, so wie gestern, dann ist dies quasi ein Pflichttermin. Spät, aber nach angenehm kurzer Wartezeit öffnen sich im Ringlokschuppen die Türen zur dunklen, eingenebelten Halle. Die Stühle sind kaum warm gesessen, als das Licht endgütig aus geht.

bohren und der club of gore @ ringlokschuppen

Die vier Musiker betreten die Bühne und verschmelzen in ihren schwarzen Anzügen mit der Dunkelheit, sobald die Taschenlampen erlöschen. Das Zentrum der Bühne bildet die überdimensionale, beleuchtete Bassdrum, auf welcher der Bandname prangt und um die herum Spots aufgebaut sind. Im Wechselspiel der Farben werden mal die Konturen eines Gesichtes eingefangen, mal reflektiert eine Glatze. Meist tauchen Instrumente aus dem Dunkeln auf – der Hals eines fünfsaitigen Basses oder die Rundungen des Saxophons. Der Rest der Bühne ist genauso rabenschwarz wie der Humor der Musiker, der in den Ansagen von Christoph Clöser zum Tragen kommt. Richtungweisend auch die Begrüßung: „Guten Abend, Freunde der ereignisarmen Musik“.

Durch die eingeschränkten optischen Eindrücke kann die Musik sich noch besser entfalten, auch wenn das unruhige Publikum die Atmosphäre stört. Wo man sonst gerne weite Klanglandschaften oder massive Mauern bemüht, tut sich bei Bohren ein Abgrund auf, in den sich nur selten Sonnenstrahlen verirren. Die Musik wälzt sich träge, aber unaufhaltsam in die Ohren der Zuhörer. Die Drums kommen im Zeitlupentempo zum Einsatz, das Fender Rhodes sorgt für einen Soundteppich, auf dem der Bass Akzente setzt. Hinzu kommen die charakteristischen Klänge des Saxophons, das auch mal gegen einen zweiten Bass oder Tasten eingetauscht wird.

Nach der – wie immer angekündigten und abgesprochenen – Zugabe ist das Saallicht viel zu hell. Man braucht einen Moment, um wieder in der Wirklichkeit anzukommen.

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One Response to “LIVE: BOHREN & DER CLUB OF GORE”

  1. QUARTETTKARTE: BOHREN & DER CLUB OF GORE | THEPOSTROCK Says:

    […] ein Erlebnis vom Feinsten: Bericht aus Mülheim Bericht aus Dortmund Tags: bohren und der club of gore, denovali swingfest 2011, […]

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