LIVE: DENOVALI SWINGFEST SONNTAG

Am Sonntag startet das Denovali Swingfest pünktlich um 13:30 Uhr mit den Australiern von The Night Terrors. Zwei Keyboarder, ein Drummer und ein Riese am Bass und am Ätherophon, dem Kasten mit der Antenne dran, erzeugen erstklassige Synthie-Alternativerock-Sounds. Das Ätherophon gibt der Musik eine einzigartige Note und jeder Zuhörer staunt über die melodischen Töne, die Bassist Miles Brown damit erzeugen kann.

miles brown (the night terrors) playing the theremin @ denovali swingfest

Die drei Engländer von Iroha übernehmen die Bühne. Irgendwie wirken die drei Musiker uninspiriert und trotz fettem Sound a la Jesu und Bühnenshow mit Projektionen will der Funken nicht so richtig überspringen.
Was als nächstes ansteht klingt schon auf Papier großartig. Das Ruhrpott-Doom-Metal-Trio Kodiak und der Dortmunder Dronekünstler N in einer “one time collabo”. Schon beim Bühnenaufbau wird klar, wo es hingeht. Eine Wand aus Verstärkern nah am Bühnenrand, dazwischen ein Drumset, ein Hocker und ein aufgemalter Schlachtplan auf einem A3 Blatt. Dann ist es soweit, Nebel steigt auf, das Licht geht aus, nur Leuchtstäbe auf dem Bühnenboden lassen die Silhouetten der vier Musiker erahnen. N setzt ein und legt einen Droneteppich, der den drei Musikern von Kodiak als Grundlage für ihre Einsätze dient. Was folgt ist ein 50minütiges Lied, das mal leiser, mal lauter ist und in einem noisigen Doom und Drone Finale endet. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem einen Mal Kodiak + N.

N with Kodiak @ denovali swingfest

Blueneck aus Bristol sind als nächste dran. Mit ihrer Mischung aus epischen, postrockigen Instrumentalparts und gefühlvollen Vocalparts schaffen die Engländer es auch live sofort zu überzeugen. Mittlerweile sind mehr Leute da, denn zu Beginn des zweiten Swingfesttages ist es doch erstaunlich leer.
Weiter geht es mit den Frankfurter Instrumentalrockern von Daturah. Die Bühne in rotes Licht getaucht und künstlerische Projektionen an der Wand, das ist die visuelle Grundlage für den Post-Rock-Sound von Daturah. Die fünf Musiker bilden einen Kreis auf der Bühne und nehmen die Swingfestgäste mit auf eine Reise durch Soundlandschaften, die mal zum Augen schließen und mal zum Mitstampfen und Kopfwackeln animieren.

daturah @ denovali swingfest

Das rote Licht bleibt, aber nun stehen die Heirs aus Australien auf der Bühne. Die Vier sind allesamt in Schwarz gekleidet und haben alle schwarze Haare. Das perfekte Pendant zur Musik, denn der Sound der Heirs ist düster und schwerfällig und kriecht langsam unter die Haut. Der Bass von Laura Bradfield brummt und rattert bedrohlich, Damian Coward spielt sich an den Drums die Seele aus dem Leib und die Gitarren legen verstörende Noiseteppiche über das Ganze. Ach ja, Miles von The Night Terrors ist auch auf der Bühne und untermalt den Heirs-Sound mit seinen Ätherophonklängen. Die Projektionen hinter den Musikern zeigen zudem Schwarz-Weiss-Szenen einer okkulten Messe aus einem B-Movie, was die Show noch bedrohlicher wirken lässt. Die Heirs überzeugen, sehr.

heirs @ denovali swingfest

Im JZE laufen ein paar kleine Asiaten rum, die jeden begrüßen, der ihnen entgegenkommt. Sympathische Typen. Es sind die Japaner von Mouse On The Keys und deren Anhang, denn neben den Musikern sind auch die eigenen Soundtechniker mit angereist. Sicherlich hilfreich bei der nicht-englischen Verständigung. Die Bühne ist erstaunlich schnell umgebaut und Mouse On The Keys starten ihr unglaubliches Set. Zwei Pianisten und ein Drummer direkt am Bühnenrand platziert und ein vierter Mann an der Trompete geben Gas und zeigen dem Publikum, dass auch sowas wie Jazz rocken kann. Nach dem ersten Song greift sich einer der Musiker das Mikro, packt einen Zettel aus und sagt mit ulkigem Akzent “Hallo ihr Idioten. Wir sind Maus auf den Tasten!” Das Publikum ist begeistert und wackelt und tanzt zu den flotten Tönen, die die Japaner erzeugen. Definitiv der beste Jazzbeitrag des Swingfestes.

Als nächstes stehen traditionell Celeste als Swingfestabschluss an, doch die Uhrzeit ist auch am Sonntag nicht stehen geblieben und mit den Gedanken an Bett und Frühschicht, entscheiden wir uns, mit den Eindrücken der beiden Swingfest Tage die Heimreise anzutreten.

Danke Denovali Records, Danke Bands, Danke Fans und Danke an alle anderen Beteiligten.

Die restlichen Bilder vom Denovali Swingfest findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

Leave a Reply