LIVE: DIE ISLÄNDERIN UND DER JAPANER

Es gibt Konzertabende, die von Anfang an einen ganz besonderen Charme versprühen. Dienstag war so ein Abend. Im Rahmen des 16. International Symposium on Electronic Art sind die Isländerin Hildur Guðnadóttir und der Japaner Keiichiro Shibuyas zusammen aufgetreten. Vor dem Konzert standen wir im Foyer und haben uns die verschiedenen Leute angeschaut, die zu diesem Konzertabend erschienen waren. Da waren zum einen die nerdigen Festivalbesucher, mit Badge und Laptop bewaffnet, dann die etwas älteren Leute, die sich wohl keine einzige Veranstaltung im Konzerthaus entgehen lassen, und jede Menge Besucher, die wie alternative Rocker aussahen. Interessante Mischung.

hildur & halldorophon

Nachdem der Gong uns in den Konzertsaal bittet, gibt es erstmal einige einführende englische Worte von Stefan, dem ISEA Mitarbeiter, der die beiden Musiker und das Abendprogramm vorstellt.

Hildur Guðnadóttir beginnt den Abend mit einem improvisierten Stück, das sie auf dem Halldorophon spielt, ein Instrument das nach seinem Erfinder Halldór Úlfarsson (auch anwesend) benannt ist. Das Instrument ist eine Art Cello mit integrierter Feedbacktechnologie. Hildur spielt das Halldorophon nur mit den Fingern und erzeugt dabei verschiedene Feedbacktöne durch halten der Saiten. Für das restliche Soloset wechselt Hildur dann zu ihrem klassischen Cello, hinter dem sie sich sichtlich wohler fühlt. Auch hier bleibt aber die Technik nicht aus, denn Hildur Guðnadóttir loopt mit Hilfe eines Laptops bestimmte gespielte Melodien und erweitert somit den Livesound ihres Cellos. Neben Songs ihrer beiden Alben spielt und singt sie auch eine 700 Jahre alte Hymne, die der Legende nach ein sterbender Wikinger auf dem Schlachtfeld geschrieben hat.

hildur & cello

Nach einer kleinen Pause spielt Keiichiro Shibuyas ein sehr experimentelles und jazziges Set am Flügel. Dabei werden die Flügeltöne durch den Rechner gejagt und in verschiedenster Weise im Hintergrund wiedergegeben, gepaart mit elektronischen Sounds ergibt es ein teilweise sehr verstörendes Gesamtbild. Aber das ist ja eine Frage des Gustos.

Anschließend spielen die beiden Musiker einen gemeinsamen Konzertabschluss. Abwechselnd tragen beide von Hildur Guðnadóttir und  Keiichiro Shibuyas geschriebene Songs vor. Hildur wechselt zum Schluß wieder an das Halldorophon und spielt es diesmal mit dem Cellobogen. Nachdem sich die beiden in feinster Klassikkonzertmanier vor dem Publikum verbeugen, gehen sie von der Bühne und hinterlassen die Erinnerung an einen eher ungewöhnlichen Abend, sowohl für uns Rocker, als auch für den gewöhnlichen Konzerthausbesucher.

hildur & keiichiro

Weitere Bilder vom Konzert findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

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One Response to “LIVE: DIE ISLÄNDERIN UND DER JAPANER”

  1. HILDUR GUDNADOTTIR – LEYFDU LJOSINU | THEPOSTROCK Says:

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