LIVE: GOD IS AN ASTRONAUT

Mitte Mai im westlichen Ruhrgebiet – man erwartet Sonnenschein und überfüllte Biergärten – Oberhausen hingegen empfängt uns mit einstelligen Temperaturen und Schmuddelwetter. Sehr pünktlich, gegen sieben Uhr, finden wir uns vor dem Zentrum Altenberg ein, wo am heutigen Abend God Is An Astronaut auf ihrer aktuellen Tour durch Europa eine Zwischenstation einlegen. Zunächst müssen wir allerdings noch eine gute Dreiviertelstunde Wartezeit überbrücken, da in der Halle noch der Soundcheck läuft. Das Publikum ist bunt gemischt, alle Altersklassen scheinen vertreten, und die Stimmung ist, möglicherweise auch aufgrund des morgigen Feiertags, sehr entspannt.

xjunius_01.JPG

Natürlich sind God Is An Astronaut nicht alleine unterwegs, sondern haben noch zwei Support Bands mit im Boot. Den Anfang machen Junius aus Boston, Massachusetts, die ihr Set ungewöhnlicherweise auf dem Hallenboden vor der Bühne aufgebaut haben. Wie wir später erfahren, liegt dies darin begründet, dass die Band als letzte in Oberhausen eingetroffen ist und die Bühne zu diesem Zeitpunkt bereits mit Equipment überladen war. Die Band lässt sich davon jedoch in keiner Weise beeindrucken, sondern macht sich ganz im Gegenteil diesen ungewohnten Umstand zu nutze. Da man den Musikern nur wenige Zentimeter entfernt auf Augenhöhe gegenüber steht, entfaltet der Auftritt, trotz der nicht geringen Besucherzahl, eine sehr intime Atmosphäre. Zudem unterstreicht die einfache aber effektive Lichtshow sehr gelungen den kraftvollen Sound und die düster-erhabenen Melodien des Quartetts. Insgesamt hinterlassen Junius einen absolut sympathischen, bodenständigen Eindruck und werden von den Gästen zu Recht mit entsprechend euphorischem Applaus verabschiedet.

Als zweite Band des Abends betreten die Iren Butterfly Explosion die Bühne und präsentieren dem Publikum die Songs ihres Debütalbums “Lost Trails”, welches von God Is An Astronaut produziert wurde. Das Material in der Schnittmenge aus Postrock und Shoegaze wird engagiert dargeboten, allerdings mangelt es an einer eigenständigen Note, was dazu führt, dass das ganze insgesamt eher unspektakulär klingt und zu wenig Wiedererkennungswert besitzt.

xgiaa_01.JPG

Nach einer kurzen Umbaupause ist es dann soweit: Die Hauptband betritt die Bühne und startet ohne große Umschweife in ein energiegeladenes, musikalisch äußerst professionell dargebotenes Set. Die Band wirkt perfekt aufeinander abgestimmt und scheint sich blind zu verstehen. Die Songauswahl ist ausgewogen, es gibt sowohl Songs vom aktuellen Album “Age Of The Fifth Sun”, als auch ältere Stücke zu hören. Neben dem Zusammenspiel des Trios, weiss auch die aufwendige visuelle Untermalung zu überzeugen, die bei Konzerten dieser Größenordnung keinesfalls an der Tagesordnung steht. Kritisch anzumerken ist, dass doch ein sehr großer Anteil der Musik aus der Konserve kommt, was zwangsläufig zu wenig Spontanität führt und dass die übertriebenen Rockstar Posen teilweise ein wenig befremdlich wirken. Diese beiden Kritikpunkte schmälern den positiven Gesamteindruck allerdings nur minimal, sodass wir uns nach einer kurzen Zugabe zufrieden auf den Heimweg begeben.

Mehr Fotos von Junius und God Is An Astronaut findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

Tags: , , , , , , , ,

One Response to “LIVE: GOD IS AN ASTRONAUT”

  1. Quakeeee Says:

    sehr gutes review^^
    stimme in allen punkten überein. junius war klasse, butterfly explosion eher langweilig und god is an astronaut liefert sehr gut ab wobei deine kritikpunkte auch stimmen

Leave a Reply