LIVE: HER NAME IS CALLA & BIRDS OF PASSAGE

Es ist ja schon wieder Freitag… fällt mir grad ein. In letzter Zeit gehen wir immer freitags auf gute Konzerte. Diesmal auch?

Her Name Is Calla und Birds Of Passage aus dem Hause Denovali Records stehen heute an. Das Druckluft in Oberhausen ist Austragungsort, netter Laden mit leichtem Industriecharme. Nette Leute haben sich zusammengefunden, eher jünger als alt, um den Konzertabend zu erleben.

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Kurz nach Neun geht es los mit Birds Of Passage alias Alicia Merz. Die Australierin ist zum ersten Mal in Deutschland, in Europa, überhaupt auf Tour, um ihr Album „Without The World“ zu supporten. Diese Tatsache ist ihr auch anzusehen, denn eine gewisse Anspannung kann sie nicht verbergen. Doch mit den ersten Tönen auf dem Keyboard versetzt sich Alicia Merz in ihre eigene musikalische Fantasiewelt. Vorbei die Anspannung, der ruhige Gesang setzt ein und legt sich mit seinem weichen Sound wie ein weiteres Instrument über das Keyboard. Schnell fühlt man sich in die fragil anmutende Welt von Birds of Passage versetzt. Das aber nur bis ein Song endet. Alicia ist zwischen den Songs immer wieder nervös und macht Sachen, die sympathisch tollpatschig sind. Gegen Ende des Sets kann Alicia dann auch selbst drüber lachen.

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Kurze Umbaupause und dann geht es auch weiter mit Her Name Is Calla. Calla sind heute nur zu viert, Sophie an der Geige ist aus familiären Gründen kurzfristig nicht dabei. Eine Herausforderung für die Band, die Songs auch ohne Streichinstrument zu präsentieren, und eine interessante Variation für alle Fans der Band, die sie bisher als Quintett kannten. Die Band ist auf jeden Fall hochmotiviert und energiegeladen. Je länger sie spielen, desto lockerer werden sie. Heute sind alle lauten langen Songs dabei; „Condor and River“, „The Union“ und „Motherfucker“ mit besonders noisigen Parts hauen einen fast um. „Nylon“, „New England“ und „Pour More Oil“ dagegen gehen voll unter die Haut. Die Band ist sehr gesprächig und Sänger Tom unternimmt einige Kontaktversuche mit dem Publikum, lässt sogar das Publikum wählen, was als Nächstes gespielt werden soll. Aber irgendwie sind wir doch alle ganz zufrieden mit dem Set, so dass kein Wunsch geäußert wird. Her Name Is Calla sind eindeutig eine Live-Band, die Songs wirken lebendig, gerade bei den lauten Songs ist die improvisierte Spielfreudigkeit groß. Laut und überzeugend ist auch „Mew“, einer der drei Songs der neuen 10inch Tour EP, die Denovali Records für die aktuelle Tour gepresst haben, den die Band auch an diesem Abend live präsentiert. Zum Ende des Konzertes fordert Sänger Tom die Gäste auf, nach der Show noch zu bleiben und mit der Band ein Bierchen zu trinken. Wer der Einladung gefolgt ist, hat vier sympathische Engländer erleben können. Calla sind cool und – ja – es stimmt schon wieder… freitags gehen wir immer auf gute Konzerte.

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