LIVE: NADJA & N

Inmitten des Karnevalwochenendes stand letzten Freitag das gemeinsame Konzert von Nadja und N an. Ein Drone-Doom-Abend in der Christuskirche Bochum. Es haben sich zwar nicht viele Leute gegen das Karnevalfeiern entschieden, aber die Gäste, die da waren, wurden Teil eines ganz besonderen Abends.

N @ christuskirche bochum

Kurz nach acht gehen die Raumlichter aus und die Bühne leuchtet in einem dezenten Rotlicht auf. Die Bühne ist der Altarsockel, auf dessen rechter Seite sich N zwischen seinen Amps und seinen Effektgeräten positioniert hat. Der rechte Fuß von N ruht auf einem Volumepedal, er spielt die Gitarre an und tritt dann auf das Pedal. Die Tonwand, die dabei entsteht, beschallt sofort den ganzen Kirchenraum. N baut seine Songs mit verschiedenen Flächen solcher Soundwände auf und erschafft dabei Klänge, die an eine verzerrte Kirchenorgel erinnern. Im Kirchenraum wirken die Songs von N noch erhabener, für manchen Besucher sogar bedrohlich. Hier wird nicht Karneval gefeiert, hier werden schwerfällige Töne zelebriert. Nach knapp 45 Minuten und einer lauten Soundcollage beendet N sein Set, verlässt die Bühne und lässt den Sound ausklingen.

nadja @ christuskirche bochum

Nach einer kurzen Pause kommen Nadja auf die Bühne. Aidan Baker und Leah Buckareff haben sich für die goldene Mitte vor dem Altarsockel als Bühne entschieden. Auf einem kleinen Holztisch sind die Effektgerätschaften platziert. Links steht Aidan mit seiner Gitarre zum Publikum gewandt, rechts Leah am Bass mit dem Rücken zu den Zuhörern. Das typische Bühnenbild für das Duo aus Kanada. Auch Nadja konzentrieren sich an diesem Abend mehr auf die lauten Töne und setzen sofort ein mit verzerrter Gitarre, wuchtigem Bassound und Drummachine. Nadja spielen nicht über Amps, sondern direkt über das Soundboard. Der Sound ist wuchtig und so laut wie es der Kirchenraum erlaubt. Die beiden Musiker greifen zu Cellobögen und bauen das noisige Intro von “Sky Burial” auf. Tiefe Basstöne treffen auf höhere Gitarrensounds, die Kirche gibt dem Sound noch eine leicht hallende Note, die Drummachine setzt ein und Nadja bauen ihr Soundgebirge vor dem Altar aus. Fast schon überfließend geht das Duo in “Bungled & Botched” über. Ungewöhnlich laut und direkt ist die Version dieses Titels an diesem Abend. Die lauten Töne verhallen nach einer guten Viertelstunde und Nadja beenden “Bungled & Botched” mit einem ruhigen Part, der von einem Basssound getragen wird, den Aidan mit Tonbandaufnahmen und experimentellen Sounds begleitet. Nach knapp 50 Minuten ist das Set beendet und das Publikum bedankt sich mit lautem langanhaltendem Klatschen bei den beiden Kanadiern.

Mehr Bilder vom Abend gibt es auf unserer PHOTOS Seite.

nadja @ christuskirche bochum

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