LIVEBERICHT: DENOVALI LABEL EVENING III

Teil III der Denovali Label Evening Reihe in der Christuskirche Bochum hat sich diesmal mit den Nordlichtern des europäischen und nordamerikanischen Kontinents beschäftigt und so trafen die Kanadier von Thisquietarmy und Aun auf die Norweger von The Samuel Jackson Five.

thisquietarmy @ denovali label evening 3

THISQUIETARMY
Eric Quach alias Thisquietarmy eröffnet den Abend mit einer geballten Ladung Dronesounds. Fast schon verloren sieht er aus, vor seinem Meer an Effektgeräten, die er um sich aufgebaut hat. Doch das, was er aus seiner Gitarre zaubert, klingt alles andere als verloren. Die Drones sind genauso brachial dronig wie melodiös und nehmen die Zuhörer schnell ein, die begleitenden elektronischen Drums drücken einen in die Kirchenbank. Dann nach fast einer halben Stunde eine Verschnauffphase, in der Quach die Effekte und Verzerrung zurückfährt um eine Ambientfläche aufzubauen, aus der er mit einem seiner griffigeren postrockigen Songs ausbricht und die Zuschauer nochmals davon überzeugt, dass er zur Topliga der kanadischen Experimental-Rocker gehört. Im Gespräch nach dem Konzert beschreibt Eric Quach, dass ihm bewusst ist, dass sich ruhigere Töne besser entfalten würden in der Kirche, er aber nach der langen Anreise so erschöpft war, dass er sich inmitten der lauteren noisigen Dronesounds wohler gefühlt habe.

aun @ denovali label evening 3

AUN
Das Dreigespann um Martin Dumais hat seinen eigenen Altar mit Rechnern und Effekten vor dem Kirchenaltar aufgebaut und präsentiert sich elektronisch ambientlastig. Aun mischen Vocals, Saiteninstrumente und Sounds aus der Konserve miteinander und erzeugen eine kaum greifbare Klanglandschaft. Die Songs verschmelzen ineinander und verwandeln sich live in fast schon andere Tracks, die mit improvisierten Einschüben ein großes Klanggebilde ergeben. Der Kirchenraum bietet sich hier als idealer Klangträger an und so gleiten die Aun-Sounds 45 Minuten lang durch die Christuskirche.

samuel jackson 5 @ denovali label evening 3

THE SAMUEL JACKSON FIVE
Die fünf Norweger von The Samuel Jackson Five haben soundtechnisch so rein gar nichts mit Drone und Ambient am Hut, sondern sind mehr im instrumentalen Rock mit Hang zum Post-Rock unterwegs und so holen sie schon im ersten Song die Zuhörer aus den sphärischen Gefilden ab und nehmen sie mit auf eine treibende Rock-Reise. Zum Glück konzentrieren sich The Samuel Jackson Five nicht rein auf Post-Rock-Rezepte, sondern fügen ihrem Sound verschieden Akzente ein. So heult das Theremin zwischendurch auf oder die Gitarren werden folkig gespielt oder Elektronik wird eingestreut. Die Band hat Spaß am Spielen und ist ständig in Bewegung. Der Drummer nimmt seine Drums auseinander und schmeißt Percussioninstrumente den Altarsockel runter, um damit Sounds zu erzeugen. Und gesungen wird auch noch zwischendurch. Und obwohl die Band nicht so laut spielt, wie sie eigentlich wollte, kommt der vollgepackte Sound der Norweger gut rüber, bei Band und Zuschauer. Eine Zugabe, zwei Zugaben, drei Zugaben…

Alle drei Bands haben derzeit aktuelle Platten auf Denovali Records veröffentlicht und zeigen mal wieder die große Bandbreite des Labels.

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