LIVEBERICHT: RUSSIAN CIRCLES & BORIS

Samstagabend von der einen Ecke des Ruhrpotts zur anderen nach Dortmund in das FZW zum Boris & Russian Circles Konzert, das dauert schon ganz schön lang. Im FZW angekommen spielt die Vorband Saade schon ihren letzten Song. Saade kannte ich vorher nicht, aber ein Blick auf die Bühne verrät, dass ein Teil des Gitarre-Drum-Duos der Tourmanager von Bands wie Boris oder Mono ist. Klein ist die Welt.

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Als erster Headliner treten Russian Circles um kurz nach Acht auf. Das große Drumset (erheblich größer als das dahinter stehende von Boris) steht mittig am vorderen Bühnenrand. Rechts davon der Bassist und links der Gitarrist. Mike Sullivan an der Gitarre ist die treibende Kraft auf der Bühne. Er legt die ersten Loops, die unglaublich präzise sind und die Band nach nur knapp 2 Minuten wie eine Drei-Gitarren-Combo klingen lassen. Der drahtige Dave Turncrantz wirkt hinter seinen großen Drums etwas verloren, doch dass er diese unter Kontrolle hat beweisen die ersten Druckwellen, die schon beim ersten Song das erste Ohnmachtsopfer fordern. Links stehend sieht man dank vorgerückten Drums so gut wie nichts von Bassist Brian Cook und zu hören ist er zu Beginn auch nicht, weil irgendwas am Sound nicht klappt. Trotzdem haben sich die drei schnell warm gespielt und präsentieren ihren instrumentalen Postrock-Meets-Metal-Sound, der nicht umsonst viele Anhänger gefunden hat. Mike rast mit seinen Fingerkuppen über die Gitarrensaiten, Dave haut alles an Rhythmus raus was machbar ist und Brian legt fette Basslinien in den Hintergrund. Rock´n`Roll!

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Das Gute an Clubabenden, bei denen im Anschluss eine Party stattfindet, ist die Tatsache, dass alles sehr stark nach Zeitplan geht. Und so ist die Bühne auch schnell für Headliner Nummer 2 hergerichtet. Boris betreten die Bühne und als kleine Überraschung ist der japanische Kultgitarrist Michio Kurihara als vierter Mann dabei. Alle in Schwarz gekleidet, alle cool wie sonstwas. Es geht los mit “Riot Sugar” , “8” und “Statement”, die vier Japaner rocken, leider ist der Gesang nicht wirklich gut zu hören (vorne zumindest), aber die Show ist trotzdem gut. Atsuo hampelt sich mit seiner Mangafigurfrisur einen an den Drums ab und zieht dabei die skurillsten Grimassen (von wegen Japaner beherrschen sich immer), Wata dagegen spielt ihre Gitarre konzentriert und bewegt nur die Augen und ihren Oberkörper.
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“Attention Please” als einziger Beitrag vom neuen, gleichnamigen Album, dann “Window Shopping” vom neuen Heavy Rocks, nicht heavy, sondern cool Bass und Drums lastig, fast schon sowas wie ein gerockter Dancesong (und immer wieder die Frage im Kopf, möchte man wissen was da auf japanisch gesungen wird?). Takeshi wandert auf seinem zweihälsigen Bass-Gitarre-Instrument hin und her, Michio bearbeitet seinen Gitarrensound mit verschiedenen Effekten und legt Soundlandschaften in den Hintergrund. Kurz vor Ende dann mit “1970” und “Pink” sowas wie Boris-Hits und als Abschluss das epische “Aileron” in der Heavy Rocks Version. Die künstliche Nebelwand verschwindet, die Lichter gehen an.
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One Response to “LIVEBERICHT: RUSSIAN CIRCLES & BORIS”

  1. asd Says:

    “Atsuo hampelt sich mit seiner Mangafigurfrisur einen an den Drums ab”
    ein bisschen sehr abgedroschen, nicht?

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