LOCRIAN KEHREN ZURÜCK UM ZU ZERSTÖREN

Locrian melden sich mit “Return to Anihilation” zurück, dem ersten Album, das das Trio für Relapse Records aufgenommen hat. Wie erwartet gleicht hier fast Nichts dem zuvor veröffentlichten Material. Der Klangkosmos dieser Ausnahmeband wird hier ein weiteres Mal erweitert und die drei Musiker trauen sich sogar in musikalische Ecken, in denen sie sich bisher nicht getummelt haben.

Eternal Return
Der Opener ist eine wahrhafte Überraschung, denn Locrian gehen hier erstaunlich forsch und direkt vor. Fast schon rockig mit einer starken Prise 80er Synthiewavesounds. Zweieinhalb Minuten pure Energie und Spielfreude. Betörend.

A Visitation From the Wrath of Heaven
Das erste Epos des Albums baut sich auf einem Synthiegepoche auf. Gitarren legen Landschaften in den Hintergrund, die Drums tun selbiges. Dann irgendwann kreischt Terence Hannum wie aus dem Nichts und leitet damit das große Finale des Tracks ein. Massiv.

Two Moons
Akustikgitarre und ein allgegenwärtiger Synthiedrone sind hier klanggebend. Steve Hess untermalt das Ganze mit filigranen Drumsounds. Einnehmend.

Return to Annihilation
Der Anfang des Tracks könnte auch als Metal-Folk durchgehen. Der Track treibt zunächst stetig voran, die Vocals sind clean und alles scheint harmlos. Doch dies geschieht, um dann in einer Art alles fressende Masse aus Noise und Dronesounds überzugehen, die sich zum Ende hin in eine Art Black-Metal-Rock-Finale wandelt. Zerstörerisch.

Exiting the Hall of Vapor and Light
Drei Musiker, eine Idee und der Rest ist Locrian-Magie. Dieses fast schon balladesk anmutende Stück geht mit seiner nie kommenden Steigerung unter die Haut und dank des nicht stattfindenden Ausbruchs bleibt dem Hörer nichts weiter als diese beklemmende Spannung. Unheimlich.

Panorama of Mirrors
Geniale Black Metal Tracks müssen nicht immer nur aus Schrammelgitarren und schnellen Drums bestehen. Das beweist dieses Stück. Hess baut hier seinen ganz eigenen Rhythmus auf, der im Prinzip aus Pausen entsteht. Foisys Gitarre setzt Hallwände auf und Hannum schreit und klimpert was das Zeug hält. Düster.

Obsolete Elegies
Das zweite Epos der Platte birgt eine kleine Überraschung in sich, denn die Gitarrensounds, die hier ertönen, sollten jedem Locrian Fan bekannt vorkommen. “Obsolete Elegies” ist der dritte Teil der beiden Elegy-Tracks vom 2009er Album “Drenched Lands”. Nachdem der bekannte Teil sich im Ohr verankert hat mutiert der Track aus einer Seventies-Synthie-Klangfläche zu einer unheimlichen Klangwand, die sowohl durch eingängige Gitarrenarpeggios als auch durch Noiseschwaden besticht. Langsam verhallen die Sounds und Streichersounds beruhigen die Gemüter. Aber auch nur um dem finalen Part des Tracks eine Bühne zu bieten. Gitarrentapping, knallharte Drums, Geschrei und alles was dazu gehört um dem Hörer ein letztes Mal zu beweisen, dass dieses Album, dass diese Band in Erinnerung bleiben sollte. Erhaben.

 

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