MARIO DIAZ DE LEON

Mario Diaz de Leon aus New York ist ein Musiker, der sich weder auf ein bestimmtes Instrument noch auf ein bestimmtes Genre festlegt. Und so kommt es, dass er neben klassischen Kompositionen für Orchester auch experimentelle Sounds erzeugt, die ihre Wurzeln sowohl im Metal als auch in der elektronischen Musik haben.

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Anfang des Jahres ist das Album “Hypnos” über Shinkoyo erschienen, auf dem Diaz de Leon verschiedenste Sounds derartig verfremdet, dass am Ende etwas zu hören ist, was sowohl befremdlich ist aber auch anziehend wirkt. Auf der einen Seite ist ein echtes Instrument, das gespielt wird, dessen Sounds in einen Rechner gejagt werden, dort in einzelne Bestandteile aufgebröselt werden, um anschließend auf der anderen Seite wieder zusammengesetzt durch die Lausprecher zu schallen. Das Ergebnis ist dieses betörende Album.

“Oneirogen” eröffnet das Album und lässt den Hörer erstmal staunen. Man erahnt echte Instrumente, aber vor allem hört man rhythmische Sounds (ohne Beats) zu denen man auch tanzen könnte. Gäbe es einen Beat, könnte das Ganze auch in einer Disco laufen. Verwirrend schön. “Consumed” dagegen ist weniger schleierhaft und prescht mit Metalgitarren auf den Hörer ein. Auch hier durchfährt der Gitarrensound diverse Metamorphosen, aber er ist trotzdem sehr präsent und vollkommen überwältigend. “Hypnocaust” stampft sich mit verzerrten Sounds seinen Weg. “Cinerum” besteht aus rauschenden Field-Recordings und Saxophonsounds… zumindest anfangs, denn plötzlich verwandelt der Song sich in eine Ambientlandschaft a la Angelo Badalamenti, die allmählich mit bedrohlichen Sounds untermalt wird. “Faithless” schafft mal wieder Beats ohne Beats und verwischt unaufhaltsam zu einer Noisenummer. “Kukulkan” lässt wieder Raum für erkennbare Gitarrensounds und zeigt, dass Black-Metal-Gitarrenklänge auch geeignet sind, um einen Song orchestral aufzubauen. Mit gut 10 Minuten breiten sich hier die Sounds schwerfällig aus und Gipfeln in einer Klangwand aus Gitarren und Elektronik. “Dissolution” wiegt den Hörer mit gleitenden Elektroniksounds, wie der Albumtitel “Hypnos” es besagt, fast in den Schlaf…

“Hypnos” ist das erste Album von Mario Diaz de Leon, auf dem er diese experimetelle  Seite seines Schaffens zeigt, die er ab sofort unter dem Namen Oneirogen (benannt nach dem Opener des Albums) fortführen wird. Als nächstes steht die Vinyl-Veröffentlichung von “Hypnos” über Denovali Records und der erste europäische Liveauftritt auf dem Denovali Swingfest an.

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2 Responses to “MARIO DIAZ DE LEON”

  1. Nemoflow Says:

    Ein Wahnsinns-Album!

  2. D.K. Says:

    ja, so kann man das auch zusammenfassen 😉

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