MIKA VAINIO / KEVIN DRUMM / AXEL DÖRNER / LUCIO CAPECE

Namedropping oder was soll die Überschrift, wird sich der ein oder andere denken. Doch diese vier Herrschaften aus der experimentellen Musikszene haben sich für ihr erstes gemeinsames Album “Venexia” zusammengetan und sich einfach keinen Bandnamen gegegeben.

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Mika Vainio und Kevin Drumm an der Elektronik, Axel Dörner an der Trompete und am Rechner und Lucio Capece am Sopransaxophon und an der Bassklarinette. Das klingt beim Lesen nach einer Dark Jazz Formation. Doch weit gefehlt. “Venexia” setzt da an, wo für den einen Musik aufhört und für den anderen Musik erst interessant wird. Auf 140 Gramm Vinyl und jeweils 20 Minuten durchwandern die vier Musiker die Twilight Zone experimenteller Musik. Field Recordings, Surren, Rauschen und Fiepen eröffnen die Platte, bis sich langanhaltende Blasinstrumentesounds und elektronische Flächen dazugesellen und sich das Ganze zu einer Noisewand auftürmt, um in einer Kakophonie von fiesem Gefiepe zu münden. Seite A endet wie Seite B anfängt, subtil und minimalistisch. Dann dröhnt ein Basssound, womit auch immer er erzeugt wird, wahrscheinlich wird grad das Saxophon durch einen Rechner gejagt. Fakt ist: was da ertönt, das geht unter die Haut. Kaum, dass man sich von den Noiseparts der ersten Seite erholt hat, folgen schon die nächsten noch extremeren Noiseattacken. Dann flackert ein seichter Elektrobeat auf, auf den Blasinstrumente und Elektrosounds aufbauen, um im Nichts zu verschwinden. Aus dem Nichts dröhnt es wieder düster vor sich hin. Anhaltende Töne fließen durch die Lautsprecher, zäh und bedächtig. Schrille Sounds, wie ein Schwarm nervöser Spatzen, gesellen sich dazu. Alles wird lauter, alles fließt und am Ende bleiben die Spatzen(?).

Avantgarde Elektro Jazz vom Feinsten aus dem Hause Pan.

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