N & MIRKO UHLIG

nuhlig gerontology

Nachdem sich N (Hellmut Neidhardt) und Mirko Uhlig brüderlich den Platz auf einer 7inch (gibt es bei ExOvo Records) geteilt haben, folgt endlich die erste Gemeinschaftsarbeit “Gerontology”.

Die auf Denovali Records erscheinende Kollaboration der beiden nordrheinwestfälischen Musiker vereint fünf minimalistische, filigrane Stücke, die trotz ihres introvertierten Charakters sehr einnehmend sind. Grundlage von G1 bis G7 sind von N eingespielte Gitarrenparts, die Mirko Uhlig im Nachhinein überarbeitet hat. Fragil bauen sich die Töne auf, zurückhaltende Elektronik untermalt die Gitarre. Was schon leise ist, wird noch leiser, die Hand am Lautstärkeregler und der Gedanke daran, wie diese Platte gehört werden möchte. G6&7 sind zusammengefasst und der passende Abschluß für diese Platte. Hier tritt Uhligs Überarbeitung weiter in den Vordergrund, ohne jedoch Überhand zu gewinnen. Dieses Lied hat mit gut neun Minuten viel Zeit zum Wachsen. Das ist auch das einzige Manko an Gerontology, denn mit knapp 20 Minuten ist die Platte sehr kurz und G2,3 und 4 hätten Potenzial zum lang sein. Trotzdem ein musikalisches Zusammentreffen, das in der guten Ambientsammlung nicht fehlen darf. Soviel zur Musik.

Edward_Hopper___Rooms_By_The_Sea

Da wäre noch das mysteriöse Gegenspiel von Artwork und Albumtitel. Hier trifft der in voller Blütenpracht stehende Kirschbaum auf die Gerontologie, die Wissenschaft vom Altern. Witz oder Bedeutung? Möge jeder selbst entscheiden.
Und dann noch Mirko Uhligs Aussage, er sei beim Überarbeiten der N Gitarrenparts von zwei Edward Hopper Bildern inspiriert worden. Die beiden Spätwerke “Rooms By The Sea” und “People In The Sun” wirken ruhig, strahlen eine gewisse Wärme aus und haben eine mysteriöse Atmosphäre. Das trifft ja auch auf die Musik zu. Gut gemacht.

Edward_Hopper___People_In_The_Sun

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