NADJA GEHEN ES RUHIG AN

Nach dem massiven, lauten und vor allem rhythmischen “Dagdrøm” folgt nun “Flipper” von Nadja und auch hier geht das Duo wieder neue Wege. Nadja lassen es sich nicht nehmen, ein Album auf Oaken Palace Records einem bestimmten Tier zu widmen. Der Titel verrät hier schon um welches Säugetier es sich dabei handelt.

Ich gebe zu, dass die Assoziation mit dem Wort “Flipper” nicht gerade mit der von Drone und Doom übereinstimmt und so ist der erste Lauschangriff auf die neue Nadja Platte vorgeprägt. “Drown” nennt sich der 10minütige Opener. Gleitender Bass, dezente Drums, minimalistischer Gitarreneinsatz und Aidans fast schon geflüsterte Vocals, veranlassen den Hörer genau hinzuhören, lauter zu machen, sich zu konzentrieren. Das Ende ist ein Crescendo aus klassischen Streichersounds und doomigen Gitarrenwänden. Sehr schön. Die Streichinstrumente werden übrigens von Angela Chan (A-Sun Amissa) und Peter Broderick bedient. “Song For The Sea” beginnt wieder ruhig und überrascht mit einem Refrain, der wie eine Welle aus Vocals, Streichern und den restlichen Instrumenten durch die Lautsprecher gleitet. Man erwartet wieder eine Art Crescendo, doch diesmal ebbt der Song in einer langen Improvisation aus. “Wrapped In Plastic” fängt griffiger an als seine Vorgänger, es herrscht eine Spannung in der Ruhe, die nur von den Violinensounds zurückgenommen wird. Was Aidan Baker singt ist nicht immer klar verständlich und auch dann, wenn man die Worte erfasst, ist der Interpretationsraum groß. Spricht hier das Gewissen eines Meeressäugers? Man hat das Gefühl, das Album nimmt einen mit in die dunklen Tiefen des Meeres. Das Ende des Tracks überzeugt mit bombastischen Basssounds und einem Aufwiegen von Violine und Gitarre. “Hands” ist der instrumentale Abschluss des Albums. Leichte Verzerrung in der Gitarre, fast schon bluesig vorgetragen und der brodelnde Bass von Leah Buckareff.

“Flipper” ist mal wieder kein typisches Doomalbum von Nadja, wer also auf ein neues “Bodycage” wartet, wird eher enttäuscht. Wer der Band aber offen gegenübersteht, wird von diesem unterschwelligen Doomalbum überrascht werden. Die Platte ist zwar ruhig, hat aber diese bestimmte Spannung in sich, die den Hörer fesselt.

Alle Gewinne aus dem Verkauf der 500er Vinylauflage gehen an die Whale and Dolphin Conservation und kommen so bedrohten Meeressäugern zu Gute. Auch unabhängig vom Kauf der Platte lohnt sich ein Besuch der Seite, die auch einen deutschen Ableger hat. Ihr könnt zum Beispiel Patenschaften für Delphine übernehmen.

“Flipper” erscheint Mitte Mai über Oaken Palace Records und kann jetzt schon vorbestellt werden.

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