OWWL – DARK PLACES

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Keith Utech entgeht so gut wie gar nichts, was düster und experimentell ist, und so verwundert es kaum, dass das zweite Album des Bonner Duos Owwl auf Utech Records erschienen ist. Auf “Dark Places” entführen die beiden Musiker den Hörer in eine düstere Welt und zeigen ihm düstere Orte, denn jeder Liedtitel besteht aus Koordinaten eines bestimmten Ortes.

Mit “44° 25’ 39” N, 26° 5’ 15” E” beginnt die Reise in Rumänien. Owwl, bestehend aus Mick Schulz an der Gitarre und Stefan Otto am Harmonium, erzeugen eine Klanglandschaft, die die Schönheit des Minimalistischen zeigt. Für den einen Feedback und Geräusch, für den anderen etwas, was unter die Haut und in die Seele geht. Ein minimalistischer Drone, der eine Viertelstunde lang den Hörer in die richtige Stimmung versetzt. “29° 15’ 0” S, 70° 44’ 0” W” führt uns nach Chile und ist soundtechnisch genau da anzusiedeln, wo der Opener angefangen hat. “60° 53’ 9” N, 101° 53’ 40” E” setzt über nach Russland. Erst jetzt kommen weitere Differenzierungen in den Sound, ohne das Minimalistische aus den Augen zu verlieren. Das 20minütige “31° 18’ 55,1” N, 35° 21’ 13,5” E” leitet uns nach Mexiko und ist der heimliche Höhepunkt der Platte. Die Gitarre und das Harmonium lösen sich langsam aus ihrer Fusion und geben dem Hörer auch durch eine hallreichere Klangkulisse mehr soundliche Anhaltspunkte. Die Gitarre wummert im Vordergrund, das Harmonium gleitet im Hintergrund und es bahnt sich eine subtile Steigerung an, nur um nach 17 Minuten wieder langsam abzuflachen. Dieser Sound zeigt Wirkung. Das letzte Stück “39° 14’ 8” N, 20° 28’ 55” E” führt uns zurück nach Europa, nach Griechenland. Pulsieren und Gedröhne ist zu hören, mehr Ambient als Drone, zunächst, denn es bahnt sich etwas an, das immer stärker aus dem Hintergrund nach vorne schreitet. Doch der Sound bleibt unnahbar, wie ein Geist. Dieses Gefühl, die Erwartung, dass etwas passieren wird… unbeschreiblich… passiert was? Wer also rausfinden möchte, was passiert und was so düster ist an diesen fünf Orten, hat mit “Dark Places” den passenden Soundtrack vorliegen.

“Dark Places” ist direkt über die Band erhältlich. Wer also Lust hat, seine Seele in dieses minimalistisch mysteriöse Dronewerk zu tauchen, sollte sich unbedingt eins der 300 Exemplare bestellen. Das Mysteriöse wird übrigens noch durch das Kleingedruckte im Booklet unterstrichen, wo es heißt, das Album sei im Mai 2012 live eingespielt worden.

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Owwl sind übrigens auch auf unserer kostenlosen Download Compilation vertreten.

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