PRSZR ÜBEN DRUCK AUS

PRSZR, Pressure ausgesprochen, nennt sich die Vereinigung von HATI und Pure. Auf “Equilirium” ist das Ergebnis zu hören, das über Hinterzimmer Records veröffentlicht worden ist.

prszr

2009 innerhalb von drei Tagen in Reichenau aufgenommen, 2011 von Pure abgemischt und 2012 von Rashad Becker gemastert und dann letztendlich in Bern veröffentlicht. Soviel zur Chronik des Albums. Das Album besteht aus fünf Stücken, die es in sich haben. Das Duo HATI, zuständig für alles rund um Percussion, und Pure an den elektronischen Gerätschaften lassen in “I” zunächst sich wiederholende Sounds eine Art Rhythmus aufbauen. Basslastige Klänge, Percussion im Hintergrund, Gongakzente und das ewig bedrohlich brodelnde Elektronikgewitter, das nicht ausbrechen möchte, lassen den Hörer 14:35 Minuten lang erstarren vor Spannung. Hallende High Hats (?) eröffnen “II”, dann kommen die Beats wie zu schnell schlagende Herzen, Gongs gesellen sich dazu, ein elektronisches Rauschen rundet alles ab. Was ist das eigentlich für eine Stilrichtung, denkt man sich. Percussion-Ambient? “III” überrollt einen mit schrägen Sounds und Blasinstrumenten (zumindest klingt es wie eine Trompete), vollkommen unerwartet ist man hier einer nicht beugsamen Masse an Sounds ausgesetzt. Skippen oder weiterhören, weiterhören natürlich… erstaunlich wie schnell die Ohren Ordnung ins Chaos bringen. “IV” anderes Chaos, weniger noisig. “V” holt alles an Tiefen und Höhen raus, was ein Instrument hergibt, das mit Schlägeln gespielt wird. Es wummert, kein Sound für Kopfhörer, der Song braucht Raum. Schnelles Trommeln auf etwas, das an Steeldrums erinnert. Eine rhythmisch abgestimmte Noisewand kommt aus dem Nichts und nach minutenlangem Zusammenspiel entwickelt der Sound auch durch das immer stärkere Hallen eine sehr betörende Wirkung. Allmählich lassen die Soundwände nach und “V” vibriert vor sich hin, während im tiefsten Hintergrund die letzte Percussiondonner zu hören sind.

Kein Album um gute Laune zu verbreiten. Aber das hat hier sicherleich keiner vorgehabt. Wer mal hören möchte wie bedrohlich Percussioninstrumente mit minimalisischer Elektronikuntermalung klingen können, ist hier genau richtig.

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