RADERE

Carl Ritger aus Boulder (Colorado) ist der Mann hinter Radere. Boulder heißt übersetzt Felsblock und liegt am Fuße der Rocky Mountains. Und es ist die Geburtsstätte von “I`ll Make You Quiet”, dem neuen Album von Radere, das auch sowas wie ein Felsblock am Fuße der experimentellen Gitarrenmusik ist.

radere artwork

Alles fängt an mit dem Titeltrack “I`ll Make You Quiet”, der genau das hält was er verspricht. Der Sound setzt ein und entwickelt sich aus einer Ambientvorlage in ein noisiges Gewitter, das aber nicht kakophonisch daherkommt, sondern mit einer hintergründigen Melodie aufwartet und fesselt. Ich bin ruhig, ich lausche… Versprechen gehalten. “Sometimes, I Can’t Make Full Sentences” ist direkter und greifbarer als der Opener. Der Sound wandert immer zwischen Elektro und Gitarrentönen, verbindet sie, löst sie. “…So I Left” steigt sofort mit einer Felsenwand von Sound ein, Gitarrenklänge wie eine besessene Kirchenorgel kommen und gehen wie Ebbe und Flut, bis am Ende nur das schräge Zwitschern von Vögeln(?) bleibt. “Good Evening, Ghosts (Version)” brodelt vor sich hin; dumpfe Sounds, die sich im Hintergrund halten, und die stetige Erwartungshaltung, wieder von einer Noiseeruption überrollt zu werden. Doch es bleibt nur beim Brodeln, kein Ausbruch, Spannung kann er halten dieser Herr Ritger. “Stay Away” als Abschluss tritt soundlich dann wieder in den Vordergrund der Boxen/Kopfhörer. Field Recordings, Drones, Ambientflächen, noisige Einschübe… Dieses Album ist wirklich ein Felsblock von Platte, die sich im Gehör festsetzt.

Erschienen ist das Album bisher nur als Download über die Bandcampseite des Onlinemagazins Future Sequence, das bisher nur zwei kostenlose Ambientcompilations veröffentlicht hatte, auf denen auch Radere vertreten ist. “I`ll Make You Quiet” von Radere ist das erste Album eines Solokünstlers, das über Future Sequence erscheint. Nicht nur wegen des genialen Masterings von Jannick Schou und des erhabenen Artworks (in diversen Größen auch als Wallpaper erhältlich) eine Pressung auf Vinyl wert.

Auf der Bandcamp Seite von Radere gibt es übrigens viele weitere Sounds zu entdecken, viele kosten auch nur eine Spende eurer Wahl.

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2 Responses to “RADERE”

  1. thomas Says:

    absolut begeistert! unglaublich viel spannung! großartig!

  2. Nemoflow Says:

    Bin ebenso begeistert. Das “Neue” von Xela war ja schon großartig, aber das hier, deckelt es nochmal. Das Werk trägt so ‘ne unglaublich deepe organische Spiritualität in sich. Adorable!

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