SIGNALSUNDERTESTS – NASCENT

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“Nascent” nennt sich das neue Album von Ricky Grahams Signalsundertests. Knapp noch im Dezember veröffentlicht, versucht der Brite mit seinem neuen Album auf den Olymp der 2011er Veröffentlichungen im experimentellen Bereich zu steigen. Was heißt versucht… er macht es.

“Nascent”, in der Pressemitteilung als Ambientalbum angekündigt, ist viel mehr als nur das. Der Opener und Titeltrack des Albums zeigt, dass es auf “Nascent” nicht um Ambientflächen geht, denn was hier zu hören ist, sind cleane Gitarrenmelodien, die filigran verfremdet werden, wodurch ein Gerüst aus Ambientsounds entsteht. “Selah I” ist der erste von sechs gleichnamigen Songs auf dieser Veröffentlichung, die sich zwischen die anderen Songs reihen, die sowohl als Bindeglieder als auch eigenständige Tracks verstanden werden können. “Axon” überrascht mit krautig progrockigen Gitarrenthemen, die Hand in Hand mit experimentellen Soundflächen gehen. Nach dem dronigen “Selah II” überrascht “Keep Me (143)” mit rhythmischen Triphopsounds und weiblichem Gesang. Und während man darüber nachdenkt, ob das hier reinpasst oder nicht, löst sich der Song in dronige Gitarrenflächen auf und verschmilzt mit den bisher gehörten Sounds des Albums. “Quiet Arcs” dann wieder mit sich steigernden Klangschwaden und Wah-Wah-Gitarre, die auch in einem derben Rocksong gut platziert wäre. Prog-Ambient könnte man den Sound nennen, wenn man dem Kind denn einen Namen geben müsste. Auf jeden Fall verwandeln sich die “Quiet Arcs” in wütende Noisewände mit Gitarrengeheule, bis dann der nächste Selah Teil die Stimmung wieder beruhigt. “Axon Reprise” macht da weiter wo “Axon” aufgehört hat, nur dass die Reprise Version viel lebendiger ist und sich in ein erhabenes Gewitter aus hellen Sounds entwickelt, das sich in leises Geknirsche auflöst. “Kapelle” fließt vor sich hin und nimmt Elektrosounds und Gitarrenklänge mit, die auf dem Weg des Flusses liegen. “Selah” bäumt sich zum sechsten und letzten Mal auf und bereitet den Weg für “Ebb and Flow”, das wie der Titel verspricht Ambientebbe gegen Droneflut antreten lässt und sogar ein schüchterner Beat schleicht sich wieder ein.

Ricky Graham hat mit “Nascent” geschafft, was wenige schaffen: er hat dem Sound seine ganz eigene Wiedererkennungsnote verpasst und zeitgenössische Elektrosounds mit altmodischen Gitarrenthemen vereint. Der Weg auf den Olymp ist hier nicht weit… Ein Album das nicht nur Drone und Ambient Fans gefallen dürfte, sondern auch Freunden von Pink Floyd oder King Crimson.

“Nascent” ist in Eigenregie produziert und veröffentlicht worden und über die Bandcamp Seite von Signalsundertests bestellbar. Auch als Bundle mit dem Debüt “Mecca”, das zwar elektronischer und beatorientierte ist als “Nascent”, aber als Pendant trotzdem gut zum neuen Album passt… und der Preis ist ja auch verlockend.

cky graham

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One Response to “SIGNALSUNDERTESTS – NASCENT”

  1. thomas Says:

    ich muss sagen, das beste ambient album das ich bisher gehört habe.

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