OLD MAN GLOOM STIFTEN UNRUHE

Posted in Release on December 14th, 2014 by D.K.

Ja, das tun die Herrschaften. Old Man Gloom und ihr “The Ape Of God” Album sind in aller Munde und selbst die großen Magazine listen diese Veröffentlichung ganz hoch.

Schön zu sehen, dass die alten Promotionstricks in dieser modernen schnelllebigen Promowelt immer noch funktionieren. Denn die Band hat dieses Album gleich in mehrfacher Ausführung auf die Menschheit losgelassen. Promoversion nicht gleich Albumversion nicht gleich Albumversion. Schön irritierend.

Abgesehen vom Affengetrubel um diese Promoaktion, haben Old Man Gloom mal wieder Songs geschrieben, die sich vieler Stile bedienen. Noise, Ambient, Sludge, Doom, Punk und weiß Affengott was noch, sind hier vermengt zu einem Album (ehm… zu zwei Alben) das sich hören lassen kann.

Natürlich macht die eine Version ohne die Andere keinen Sinn. Version 1 (8 Tracks) konzentriert sich mehr auf die kürzeren Stücke, Version 2 (4 Tracks) glänzt vor allem wegen dem epischen “Arrows To Our Hearts”. Mehr Worte bedarf es zu dieser Platte nicht. Hört sie euch einfach an und entscheidet selbst.

Profound Lore und Sige Records haben sich für diese Veröffentlichung zusammengetan. Wer das Artwork von Aaron Turner richtig wirken lassen möchte, muss sich unbedingt die Vinylversion zulegen.

 

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MAMIFFER – STATU NASCENDI

Posted in Release on October 26th, 2014 by D.K.

Mamiffer melden sich mit “Statu Nascendi” (Geburtszustand) zurück und liefern den Nachfolger zum 2011er “Mare Decendrii”. Das Lineup der Platte besteht nur aus den beiden Hauptakteuren Faith Coloccia und Aaron Turner, produziert wurde das Ganze von Randall Dunn, der bereits die Regler für Earth und Sunn O))) im Studio drehen durfte.

Die minimalistische Bandbesetzung bestehend aus der Bandgründerin und ihrem Gatten zeichnet sich auch in der musikalischen Ausgestaltung der Platte aus. Wo vorher groß komponiert wurde und epochale Werke entstanden, scheint hier alles spontaner und improvisierter festgehalten zu sein. Allein das Artwork, das auch von Faith Coloccia stammt, unterscheidet sich stark von den bisherigen Motiven. Abstrakte Gemälde weichen für eine Fotografie.

Caelestis Partus

Eine warme Fläche von minimalistischen Sounds, begleitet  von Gitarre und Orgel, eröffnet den Song. Akzentuierte Percussion und der fragile Gesang von Coloccia vervollständigen den Opener. Nach fünf Minuten bleibt ein droniger Orgelsound und bereitet für die nächste Minute den Übergang zum kommenden Track.

Enantiodromia

Es geht weiter mit einem Duett aus dröhnender Orgel und verzerrter Gitarre, das in den ersten vier Minuten des viertelstündigen Tracks eine Basis legt, um dann fast zu verstummen, bevor auf ein Neues die Orgel lauter wird und die Gitarre mit massivem Hall massive Akzente setzt. Der Track ist umgeben von einer mystischen Aura, die sich auch in dem merkwürdigen Titel spiegelt, der soviel wie “Einzweiwege” heisst und eine Begrifflichkeit aus der griechischen Antike ist, die das Gegeneinanderwirken von Kräften umschreibt. Coloccias Vocals setzen ein und obwohl sie nicht viel singt, fällt es schwer zu verstehen was sie singt, was den Track noch mysteriöser wirken lässt. Turners Gitarre nimmt Fahrt auf und es kommt zu kleinen House Of Low Culture Momenten. Eine geladene Atmosphäre umgibt den Hörer. Gut und Böse. Laut und Leise. Enantiodromia halt.

Mercy

Da ist es endlich, wird wohl der Fan von Klavier getragenen Mamifferstücken denken, denn “Mercy” beginnt mit einer Klaviermelodie, die im Hintergrund von maltretierten Gitarrensaiten gestört wird, bis diese auch verstummen und ein intimer Moment entsteht, als nur das Klavier und die äußerst emotional hoch gesungenen Vocals von Coloccia bleiben. Dann setzt die Gitarre wieder ein. Verzerrt und raumeinnehmend.

Flower Of The Field

Der Abschlusstrack erinnert vom Gitarrenspiel stark an Jodis. Hier stampft die verzerrte Gitarre hallend durch den Track. Der eingängige Gesang gibt dem Titel eine Wiedererkennungsnote und macht ihn schon nach dem Ersthören zu einem Ohrwurm. Fliessend, stampfend, rhythmisch, melodisch, rauh, weich… Sehr gelungener Abschluss.

“Statu Nascendi” erscheint im November auf Vinyl via Sige Records und auf CD via Daymare Recordings.

Und ein Video gibt es auch schon:

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LUST WAS GUTES ZU TUN?

Posted in Aktuell on December 16th, 2012 by D.K.

Vor einigen Wochen gaben Hydra Head Records das Ende ihres Schaffens bekannt. Das Label, das von Aaron Turner (Isis, Mamiffer, House Of Low Culture) gegründet wurde, das die Eier hatte in den minimalistischen Drone von Sunn o))) zu setzen, als sie noch keiner kannte, das Label, das mit Cave In sogar Chartserfolge feiern konnte. Genau so ein Label trifft es leider auch irgendwann…

HHR_Poster

Wer vertraut ist mit der griechischen Mythologie, der weiß dass die Hydra ein mehrköpfiges Monster war, dem immer wieder ein neuer Kopf nachwuchs, sobald man einen abschlug. Passenderweise ist jetzt “Hydra Health” ins Leben gerufen worden. Eine große Verkaufsaktion, mit der das Label versuchen möchte, sich eine finanzielle Basis aufzubauen, um nicht vollkommen von der Bildfläche zu verschwinden.

Ihr habt zum Beispiel die Möglichkeit Originalartworks und Testpressungen zu kaufen. Damit werdet ihr zum einen Besitzer von etwas einzigartigem und zum anderem unterstützt ihr das Label in seinen Bemühungen. Denn das Ende von Hydra Head Records ist vor allem aus der finanziellen Lage gekommen. Desweiteren könnt ihr euch Überraschungspakete zulegen, oder euch ein Veröffentlichungsabo sichern. Wer wirklich so richtig auf die Kacke hauen möchte, kann für 3333 Dollar den ganzen Katalog bestellen.

Wer die Idee mag, der sollte unbedingt mal im Online Shop vorbeischauen.

torch boris artwork

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TRETET EIN IN DEN JODIS TEMPEL

Posted in Release on September 30th, 2012 by D.K.

Wer sich traut auf die andere Seite des schwarzen Vorhangs zu treten, wird mit einer Wucht von Jenseitsrock beschallt… Aber lasst uns am Anfang beginnen. Jodis haben ihr lang angekündigtes zweites Album “Black Curtain” fertiggestellt. Das Debüt “Secret House” hat vor drei Jahren bereits alle Register gezogen, “Black Curtain” führt dies fort.

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Aaron Turner an den Vocals und Effekten, Tim Wyskida an den Drums und Percussion und James Plotkin an der Gitarre. Allein diese Info sollte jedem Freund experimenteller Musik signalisieren, dass hier etwas zusammengekommen ist, was einfach überzeugen muss.

Der 11minütige Opener “Broken Ground” reißt einem förmlich den Boden unter den Füßen weg, wenn die Gitarre von Plotkin einsetzt und sich wie eine bedrohliche Welle vor einem aufbaut. Turner setzt mit den Vocals ein und Wyskida setzt gezielte Akzente an den Drums. Der Opener greift den Sound des Debütalbums auf. “Silent Temple” ist rockiger als man es erwarten würde. Aaron Turners Vocals zeigen neue Facetten, die überzeugen. Wie eine Aufforderung dem zu glauben, was die drei hier beschwören. Ja, ich glaube und vertraue Jodis. “Red Bough” lässt sich Zeit. Die Gitarre in ihrer übertreffend minimalistischen Soungestaltung legt den Weg frei. Turner singt überraschend deutlich und sogar die Lyrics aller Songs sind im Booklet abgebildet. Wer genau hinhört, nimmt auch die Stimme von Faith Coloccia wahr. Der Track entwickelt sich zu einem progressiven Epos. Das kurze “Corridor” ist das heimliche Highlight mit verdammtem Gänsehautfaktor. Es hallt und alles kommt einem so unnahbar und erhaben vor. “Awful Feast” überrascht mit einem Acapellaabschluss. Der Schluss gehört “Beggar´s Hand”, dem Song mit der schwerfälligsten Instrumentierung. Die Gitarre gräbt sich hier tief durch die Lautsprecher und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Massiver Minimalismus.

Im Vergleich zum Vorgänger ist “Black Curtain” sehr viel strukturierter, die Vocals sind bis auf einen kurzen Moment durchgehend klar gesungen, das Zusammenspiel aller Elemente ist hier stärker aufeinander abgestimmt. Beide Platten sind ein Muss für die Plattensammlung, ich kann mich nicht entscheiden, welche besser ist.

“Black Curtain” erscheint auf CD und LP via Hydra Head Records und überrascht neben einer unterschiedlichen Reihenfolge der Tracks auch mit zwei verschiedenen Versionen des Abschlusssongs “Beggar´s Hand”.

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MAMIFFER & PYRAMIDS

Posted in Release on September 23rd, 2012 by D.K.

Mit Mamiffer und Pyramids haben zwei Bands auf einer Split zusammengefunden, die von ihrer Herangehensweise her sehr gut zusammenpassen. Mamiffer vermengen klassische Elemente mit experimentellen Sounds und Pyramids vermengen elektronische Sounds mit Klängen echter Instrumente. Beide erzeugen durch diese Klangfusionen eindringliche experimentelle Tracks, die vor allem durch ihre Vielfältigkeit überzeugen.

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Seite A der gemeinsamen Split LP gehört Mamiffer. Wer mit Mamiffer Veröffentlichungen vertraut ist, der weiß, dass Splits und Eps immer ein wenig vom Sound der Alben abweichen, so auch hier. “Sophia” gleitet förmlich durch die Nadel in die Lautsprecher. Verzerrte langgestreckte Gitarrensounds breiten sich aus, das Klavier spielt eine melancholiche Melodie. Der Hörer wird in eine Klangwelt gelockt, die Geborgenheit signalisiert. Der Song steigert sich in seiner noisigen Note und mündet in eine Art Mantra aus elektronisch vefremdeten Instrumentensounds. Man könnte ewig zuhören… “Ticha Noc” hat den Geist von House of Low Culture Tracks. Unbeugsam schreiten die noisigen Sounds voran. Mysteriöse Vocals unterstreichen das Gesamtbild, das die Sounds vermitteln. Hier treffen so viele Sounds aufeinander, dass selbst nach mehrfachen Hören immer wieder ein neues Element entdeckt werden kann.

Seite B wird vom 13minütigen “This Is One For Everyone” geschmückt. Die Pyramids tauchten vor einigen Jahren aus dem Nichts auf. Man wusste nichts über sie, nur das ein Typ namens R. Loren die Geschicke der Band in der Hand hat. Heute ist es nicht anders. Pyramids sind ein Mysterium und bleiben es auch. Der Song schreitet durch verschiedene Phasen, in denen immer wieder neue Elemente aufeinander stoßen. So verwundert es nicht, dass Ambientsounds auf Breakbeats und Field Recordings treffen und im nächsten Moment sphärische Gesänge den Song in eine ganz andere Richtung lenken. Keine Schublade, eher ein Schrank voll Stilrichtungen, in denen sich Pyramids ausleben.

Die Mamiffer & Pyramids Split erscheint Ende Oktober über Hydra Head Records, ausschließlich auf Vinyl.

Mamiffer sind übrigens im Oktober zusammen mit Menace Ruine aus Kanada auf Tour durch Deutschland und spielen am 26. Oktober ein exklusives Konzert in der Christuskirche Bochum.

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OLD MAN GLOOM

Posted in Release on June 8th, 2012 by D.K.

Old Man Gloom geistern schon seit mehr als einem Jahrzent als heimliches Alter Ego der beteiligten Musiker durch die Musikgeschichte. Zwischenzeitlich wurde es sehr still um sie, Jahre lang, dann standen wieder Liveshows an und kurz darauf taten sich Aaron Turner (Mamiffer, House Of Low Culture, Isis), Caleb Scofield (Cave In, Zozobra), Santos Montanos (Zozobra) und Nate Newton (Doomriders, Converge) wieder zusammen, um ein Album einzuspielen. Das Ergebnis ist „No“.

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Auf „No“ präsentiert sich die Band genau so wie man es von ihren letzten Veröffentlichungen gewohnt ist. Losgelöst von einem bestimmten Genre, vielmehr wie ein Wanderer durch verschiedene Stile. Die Spanne reicht von Metalcore über Ambient bis hin zu psychedelischen Sludge-Epen. Das Ganze von Kurt Ballou (Converge) gemixt und von James Plotkin gemastert, ergibt ein Hörerlebnis, wie es nur selten von einer Nadel in die Lautsprecher übertragen wird.

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Das dronige „Grand Inversion“ wühlt sich aus den hintersten Ecken in den Vordergrund und bereitet „Common Species“ den Weg. Wie eine Walze rollt sich der Sound von Gitarren und Vocals schwerfällig aus. Der Sound ist rauh und irgendwie schwammig und differenziert zugleich. Turner und Scofield streuen ihre Vocals ein und anstatt durchzumarschieren nimmt der Song das Tempo zurück und marschiert dann mit stoischer Gelassenheit weiter durch die Metal und Noise Landschaft. “Regain/Rejoin” dagegen ist kurz und kommt a la Cave In kraftvoll melodisch und hart rüber. Klatschen löst zeitweise die Drums ab, ohne nach Party zu klingen. “To Carry the Flame” und “The Forking Path” drücken einfach weiter aufs Gas und Caleb Scofields Vocals legen sich wie ein weiteres Instrument über die verzerrte Soundfläche. Metalcore, Hardcore… was auch immer, es klingt wütend gut. Wer Old Man Gloom kennt, der weiß, dass das nur eine Seite der Medaille ist. “Shadowed Hand” eröffnet das nächste Kapitel der Platte mit Rückwärtssounds, noisigem Gefiepe, mechanischen Sounds und bedrohlich klingenden Field Recordings. Nach fünf Minuten ein erlösender Gitarrenakkord und dann nach sieben Minuten Spannungsbogen der Ausbruch mit Schreigesang und vollem Instrumenteneinsatz. “Rats” rumort vor sich hin wie ein Lustmord Song. Gespenstische Vocals legen sich über die Drones. Ausbruch mit noisigen Gitarren und marschierenden Vocals. “Crescent” überrascht mit akustischer Gitarre und Vocals, die nicht aus dem Körper gepresst werden. Am Ende des Albums findet sich das viertelstündige “Shuddering Earth”. Der Hörer wird von Aaron Turners Acapellageschrei begrüßt und dann auf eine Reise mitgenommen. Zwei Minuten Hardcore-Punk-Fusion, dann eine Art Sludge-Blues, geprägt durch eine rauh wummernde Gitarre und die klagenden Vocals von Turner. Dann setzt nach fünf Minuten die Band ein und verwandelt den Song in einen doomigen Track. Das währt nicht lange, denn nach weiteren zwei Minuten findet sich der Hörer in einer Noisewolke wieder, die sich allmählich auflöst oder besser gesagt in eine melodische Soundwolke verwandelt. Episch brutal schön.

“No” erscheint Ende Juni über Hydra Head Records.

 

 

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HOUSE OF LOW CULTURE – POISONED SOIL

Posted in Release on January 1st, 2012 by D.K.

“Poisoned Soil” nennt sich das lang erwartete neue Album von House Of Low Culture. Aaron Turner hat mit der musikalischen Unterstützung von Faith Coloccia (Mamiffer) und B.R.A.D. (Burning Witch, Asva) ein Album aufgenommen, das wie eine Dämonenbeschwörung den Hörer in eine andere Welt entführt.

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Alles beginnt mit einem Tinituston in “Spoiled Fruits Of The Kingdom”, der langsam verschwindet und Mönchchor-ähnlichen Vocals Platz macht. Mönche, die nicht zu Gott beten, das ist klar. Dann fast Stille, bevor die Gitarre als erstes erkennbares Instrument, fast nach der Hälfte des viertelstündigen Openers, erklingt. Verzerrte Vocals, die nicht als Sprache erkennbar sind, dezente Drums und der Hörer weiß, die erzählte Geschichte kann nicht gut enden. “The Ladder That Leads To Nowhere” steigt direkt ein mit einem Gitarren- und Chorpart, um sofort wieder abzubrechen und den Song wieder zu etwas Unvorhersehbaren zu machen. Auch hier nimmt das experimentelle Noise-Drone-Drama seinen fünfzehnminütigen Lauf. Grausam schön. “Inappropriate Body” schließt die Geschichte ab und beginnt mit Sounds, die eher skuril klingen und auch als Untermalung für eine fiese Tom & Jerry Jagd dienen könnten. Dann nach vier Minuten ein Gedröhne, nach fünf Minuten ein Gänsehaut-Gekreische, dann Aarons choraler Gesang, Stille, Noise, Field Recordings und alles endet wie ein Score zu einem düsteren Historienfilm… Turner lässt sich und dem Hörer Zeit das Gehörte zu erleben und zu verarbeiten. Wovon auch immer Aaron Turner besessen zu sein scheint, am Ende ist auch der Hörer infiziert.

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Für die Aufnahmen und das Mixing hat sich Aaron Turner Randall Dunn ins Studio geholt, das Mastering hat James Plotkin übernommen und beim Artwork (von Turner selbst) hat Faith Coloccia mitgeholfen. Das Cover ist übrigens hochwertig bedruckt und hat in der Mitte einen transparenten Hochglanzquader.

“Poisoned Soil” ist bisher über das belgische Sub Rosa Label auf CD erschienen und wird bald über Taiga Records auch auf Vinyl gepresst.

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LIVETAGEBUCH: MAMIFFER

Posted in ontheroad on April 22nd, 2011 by D.K.

Mamiffer sind auf Tour, das ist gut , Mamiffer sind auf Europatour, das ist sehr gut, Mamiffer kommen zwei Mal nach NRW, das ist genial.

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Erstes Mamiffer Konzert für uns ist das Konzert im Duisburger Steinbruch. Mamiffer spielen als Support für Black Math Horseman, dem Stoner Doom Quintett. Schon das Bühnenbild ist bezeichnend. Links ein Roland Keyboard mit Klavierhocker, es folgen nach rechts diverse Amps, das riesig wirkende Drumset, in der Mitte der Bühne ein weiterer Klavierhocker, der vor einer Reihe von Effektgeräten platziert ist, und auf der rechten Seite ein Koffer voller Gerümpel, Trödel und Schrott.

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Die Band betritt die Bühne. Faith Coloccia an den Tasten, Caleb Collins und Tyler Semrick-Palmateer (von der leider nicht mehr musizierenden Hydra Head Band Mare) am Bass und den Drums, Aaron Turner an der Gitarre und den Effekten und Travis Rommeriem bezieht Stellung vor dem ominösen Koffer voller Krempel. Dieser Koffer eröffnet auch das Konzert. Rommeriem kratzt, streicht, klopft und bewegt diverseste  Gegenstände, die er aus dem Koffer zaubert, und erzeugt somit eine Art Live-Field-Recordings, das Klavier (bzw. der Klaviersound aus dem Roland) setzt ein, es folgt die Gitarre. „Iron Water“, der Albumabschluss heute als Opener. Schnell wird klar, dass diese Band ihre Musik lebt. Die Musiker sind aufeinander eingespielt, Faith’s Klavier ist der musikalische Mittelpunkt, an dem sich alle orientieren, gemeinsame Einsätze übernimmt Aaron mit Zählen durch Headbangen. Die Musiker fühlen die Musik, schließen ganz oft die Augen zum Spielen. Alles ist in rotes Licht getaucht. Im Mittelpunkt des Sets steht das neue Album „Mare Decendrii“, das live weniger orchestral, sondern wuchtiger und rauer klingt. Ein gemeinsamer Acapellapart schließt die überzeugende Mamifferpräsentation ab.

Das zweite Mamiffer Konzert steht in Köln an. Schauplatz ist das MTC mitten auf der Zülpicherstraße. Halbe Stunde Parkplatz suchen, volle Straßen, Stress. Dann untertauchen ins MTC, wörtlich, denn es geht eine Treppe runter in einen Keller und der Lärm des abendlichen Kölns erlischt im Sound des MTC. Es läuft ein Mixtape von Aaron Turner, genau wie in Duisburg.

house of low culture

Mamiffer sind heute Headliner. Doch vorab beginnt der Abend mit einem Liveset von House Of Low Culture, dem langjährigen Aaron Turner Projekt, mit ständig wechselnden Kollaboratoren, heute ist es seine Frau Faith Coloccia. Aaron Turner nimmt Platz auf einem Hocker mitten auf der Bühne. Faith setzt sich an den linken Bühnenrand und greift zur Gitarre. Zwei Volumenpedale, ein Loopeffektgerät, ein Modulator und ein Mikro liegen direkt vor Aarons Füßen, der Rest der Effektgeräte ist daneben aufgebaut. Das Set beginnt mit einem fast ohrenbetäubenden hohen Geräusch, das Aaron mit Hilfe von Effekten und einem an einen Verstärker gehaltenen Mikro erzeugt. „Perverted Scripture“ heißt das Stück, das auch auf der Tour-Cassette von Mamiffer und HOLC vertreten ist. Schnell ist klar, dass es Aaron heute nicht um Harmonien geht. Die Gitarre von Aaron dient nur kurz als Instrument für Akkorde, die meiste Zeit dient sie als Grundlage für ein noisiges Gedröhne, das sich durch den ganzen Körper, durch das ganze MTC erstreckt. Immer wieder Noiseausbrüche, Faith legt dezente Akzente mit abstrakten Gitarrenflächen, Aaron greift zum Mikro und untermalt den Sound mit hallendem Gebrülle. Nach einer Viertelstunde dann der Höhepunkt des Sets an einem Punkt, wo alle erzeugten Sounds zusammenfließen, Aaron auf dem Boden hockt, ins Mikro brüllt, sich über die Effekte beugt, er zittert für kurze Momente am ganzen Körper. Aaron lebt und fühlt seine Musik. Gänsehautmomente. Was House Of Low Culture an diesem Abend machen, gleicht der Arbeit eines Steinbildhauers. Während andere Steine nehmen um Häuser zu bauen, erschafft der Steinbildhauer Skulpturen aus eben diesem Stein. So präsentieren auch HOLC keinen Song durch klassisches Spielen von Instrumenten, sondern erschaffen mit Hilfe der Instrumente Klangskulpturen. Live ein echtes Erlebnis.

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Dann steht der Auftritt von Mamiffer an. Das Bühnenbild gleicht fast dem in Duisburg. Einziger Unterschied ist, dass das Drumset diesmal am rechten Bühnenrand positioniert ist. Mamiffer spielen das gleiche Set, sind ausgelassen und lassen sich auch nicht vom Gegröle eines besoffenen Gastes irritieren. Während des Sets treffen sich die Blicke von Faith und Aaron, was beide zu einem fetten Grinsen verleitet. Die restliche Zeit sind die Musiker im Mamifferuniversum versunken und bieten den wenigen Gästen, die an diesem Abend ins MTC gefunden haben, eine unvergessliche Stunde.
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MAMIFFER – MARE DECENDRII

Posted in ontheroad, Release on April 10th, 2011 by D.K.

mamiffer

Mamiffer haben diesen Monat ihr zweites Album “Mare Decendrii” über Conspiracy Records veröffentlicht und unterstreichen nach ihrem ersten Full-Length Album “Hirror Enniffer”, dass sie eine außergewöhnliche Band mit ausgefallenen Ideen sind. Treibende Kraft hinter Mamiffer ist Faith Coloccia (Everlovely Lightningheart), die zusammen mit diversen Kollaborateuren schon seit einigen Jahren Songs schreibt und in eher kleineren Pressungen veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung von “Hirror Enniffer” über Hydra Head Records wurde dann glücklicherweise eine größere Hörerschaft erreicht. Nun steht “Mare Decendrii” in den Plattenläden und bietet dem interessierten Hörer eine Reise durch die Welt experimenteller Musikrichtungen aus aller Welt mit einer großen Bandbreite an Instrumenten. Kernstück der Songs ist das klassisch gespielte Klavier von Faith Coloccia, das hauptsächlich von schweren Gitarrendrones von Aaron Turner (Isis) begleitet wird. Um dieses Basisgerüst bauen sich dann die bis zu 20 Minuten langen Songs zu epischen Akten auf, in denen Drone, Klassik, Weltmusik und irgendwie auch Progrock zusammenfinden. Das Ergebnis ist ein individueller Sound, der seinesgleichen sucht.

Während das erste Album eher klassischen Songstrukturen mit wiederkehrenden Melodien gefolgt ist, setzt “Mare Decendrii” zwar genau da an, ist aber im großen Ganzen viel experimenteller und offener für Improvisationen. Der Opener “As Freedom Rings” lässt sich zu Beginn Zeit und baut sich innerhalb der ersten vier Minuten von einem Ambientstück zu einem 14minütigen Epos auf, genau da setzt auch das 20minütige “We Speak In The Dark” an. Untermalt von Streicherarrangements von Eyvind Kang und bereichert durch verschiedenste fremdsprachige Vocals wie die von Mika Rättö und Parvaneh Daneshvar. Das minimalistische “Blanket Of Ash” als kleine Verschnaufpause an dritter Stelle. “Eating Our Bodies” ist das direkteste Stück des Albums und setzt einen Stimmungshöhepunkt, um zum Ende hin mit einem ruigen Pianopart auszuklingen. Abschluss ist “Iron Water”, das aufbauend auf eine Klaviermelodie, zusammen mit dezentem Percussioneinsatz, einem düsterem Cellogebrumme und rauher Gitarre wie ein Mantra vor sich hin fliesst bis die Instrumente ausklingen und einem gruseligem weiblichen Gesang den Vorrang lassen. Ein undeutlicher, seuseliger Gesang, der im Hall verstummt und das Album nach gut einer Stunde enden lässt. Gänsehaut garantiert.

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Ein Jahr haben die Aufnahmen gedauert, deren Regie Randall Dunn übernommen hat, und einige weitere Monate, bis “Mare Decendrii” veröffentlicht wurde. Wer sich das Album anhört, wird sehr schnell feststellen, wieviel Arbeit investiert wurde, um dem Hörer eine Inszenierung zu bieten, wie man sie beispielsweise von den ganz frühen Genesis oder King Crimson gewohnt war, ohne nach den eben genannten Herrschaften zu klingen.

Mamiffer sind zurzeit auf  Tour, um ihr neues Album zu präsentieren. Derzeitiges Live-Lineup sind Faith Coloccia, Aaron Turner, Travis Rommeriem und die beiden Ex-Mare Bandmitglieder Caleb Collins and Tyler Semrick-Palmateer. Die Tourdaten findet ihr auf unserer ONTHEROAD Seite.

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HOUSE OF LOW CULTURE

Posted in Release on November 17th, 2010 by D.K.

house of low culture - housing tracts

Unter dem Pseudonym House Of Low Culture veröffentlicht Aaron Turner (Isis) seit mittlerweile einem Jahrzehnt experimentelle Aufnahmen, die mal mehr in die Ambientrichtung gehen, aber auch sehr dronelastig sein können. Unter Beihilfe von anderen Musikern wie James Plotkin (Produzent), Jeff Caxide (Isis) oder Luke Scarola (Old Man Gloom) sind bisher mehrere Platten, beispielsweise über Robotic Empire oder Neurot Recordings, erschienen. In den letzten drei Jahren wurde es, nachdem zwei extrem limitierte EPs Namens “Hollywood Squalls” und “Chinatown Squalls” veröffentlicht wurden, etwas ruhig um das Projekt.

Mittlerweile hat Aaron Turner zusammen mit seiner Frau Faith Coloccia das Label Sige Records gegründet, über das nach langem Warten die Raritätensammlung “Housing Tracts” digital erschienen ist. Ihr könnt das Album im MP3 Format oder als soundtechnisch hochwertigeres FLAC Format für wenig Dollar direkt über Turners Blog runterladen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn neben seltenen Compilation-Beiträgen und Remixen gibt es auch bisher unveröffentlichte Songs. Die einzigen, die diese Platte nicht brauchen, sind die 25 Leute, die dieses Album 2007 als CD-R auf einer House Of Low Culture Show kaufen konnten.

house of low culture / mamiffer split

Aber diese 25 Musikfreunde können sich neben allen anderen Aaron Turner Fans und Liebhabern von Soundwänden auf die bald erscheinende Split von House Of Low Culture und Mamiffer (Faith Coloccia) freuen. Die Split erscheint Ende November als CD über Utech Records und auf Vinyl über Sige Records. Wie das Artwork des norwegischen Künstlers Are Mokkelbost verschiedene filigrane Elemente in einer Art Strudel vereint, verhält es sich auch mit den beiden Songs der Split. Schicht um Schicht bauen sich die Songs auf. Wer aufmerksam zuhört, hört auch die filigranen Veränderungen in den enstehenden Soundlandschaften und wer sich beim Hören fallen lässt, wird vom Sog des Dronestrudels in die von den Musikern erschaffene Welt entführt.

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ISIS GEHEN NICHT LEISE

Posted in Release on July 21st, 2010 by D.K.

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Isis haben die Bühnen dieser Welt verlassen, doch die Band geht nicht ohne ihren Fans noch einige Veröffentlichungen zu hinterlassen. Mit der auf 1000 Stück limitierten Vinyl-Split mit den Melvins ist bereits eine dieser Hinterlassenschaften veröffentlicht. Isis haben hierfür zwei Songs aus den Wavering Radiant Sessions aufbereitet. “Way Through Woven Branches” gab es bereits als Bonustrack auf der japanischen Version von “Wavering Radiant”. Für die Vinylpressung ist der Song nochmal hörbar überarbeitet worden. Mit “The Pliable Foe” dagegen ist der wohl letzte unveröffentlichte Track der Band auf der Split verewigt. Beide Songs überraschen durch eine gelungene Mischung aus beinahe zugänglichem Gesang und Rhythmus und brachial treibender Instrumentierung und typischem Schreigesang von Aaron Turner.

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Im Gespräch mit dem amerikanischen Musikmagazin Decibel hat Aaron Turner verraten, dass noch eine 4 Track EP auf CD veröffentlicht wird. Darauf werden die beiden Songs von der Isis Melvins Split vertreten sein sowie ein Ambient Track, der bereits für einen Videoclip zu den Studioarbeiten von “Wavering Radiant” verwendet wurde. Desweiteren berichtet Turner, dass die Band zurzeit an einer neuen Version von “20 Minutes / 40 Years” arbeitet. Im Vergleich zur Album Version hat die Band die Aufnahmen und die Produktion des Songs selbst in die Hand genommen. Die EP soll eventuell durch eine beiliegende DVD ergänzt werden. In der Abschiedsbekundung der Band hieß es außerdem, dass auch Live-Aufnahmen veröffentlicht werden sollen. Wir sind gespannt.

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KNUT WONDER

Posted in Kunst, Release on May 9th, 2010 by D.K.

KNUT wonder artwork

Ein halbes Jahrzehnt nach ihrem letzten Studioalbum “Terraformer” veröffentlichen Knut aus der Schweiz im Juni ihr neues Album “Wonder” über Hydra Head Records und Conspiracy Records. Die fünf Genfer haben vor drei Jahren die Arbeit an “Wonder” aufgenommen und ihren Sound, wie er auf den letzten beiden Alben “Terraformer” und “Challenger” zu hören ist, weiter verfeinert. Ihre Mischung aus Sludge, Metal-Core, Noise und ruhigen atmosphärischen Drones wird auch auf “Wonder” weitergelebt. Auf der CD finden sich elf, auf der LP zehn Songs, die die Band in Höchstform zeigen. Knut nehmen den Hörer mit auf eine Reise voller aggressionsgeladener,Hardcore-geprägter Metalsongs, die von psychedelisch angehauchten Noise- und Drone-Parts unterbrochen beziehungsweise verbunden werden. Desweiteren kommt der Gesang auf “Wonder” im Gegenzug zum Vorgängeralbum mehr zur Geltung. Im großen Ganzen ein Album, das für “Verwunderung” sorgen wird.

knut by magali dougados

Das Artwork von “Wonder” stammt aus der Hand von Aaron Turner, der in Zusammenarbeit mit seiner Frau Faith Coloccia die passenden visuellen Komponenten zur Musik liefert. Das Cover zeigt zum Einen verflochtene, tentakelähnliche Wurzelranken, die für den ursprünglichen Metalsound der Band stehen können. Nach oben hin dagegen löst sich das verworrene Bild auf und bietet dem Betrachter Raum zur Entspannung, somit ein mögliches Pendant zu den instrumentalen und atmosphärischen Drone-Noise-Phasen in Knuts Musik. Wer mehr zur Entstehungsgeschichte des Artworks erfahren möchte, sollte unbedingt Aaron Turners Blog besuchen.

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ISIS & MELVINS SPLIT NIMMT FORMEN AN

Posted in Release on April 6th, 2010 by D.K.

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Seit Hydra Head Records einen kurzen Satz in die Twitter Welt gesetzt haben der besagt, dass eine Isis/Melvins Split rauskommen wird, warten wir gespannt auf mehr Informationen. Nachdem Aaron Harris nun auch getwittert hat, dass er einen neuen Isis Song im Studio abgemischt hat, hat Aaron Turner die Entwürfe für das Artwork der Split veröffentlicht.

Die Isis/Melvins Split erscheint im Mai als 12inch Vinyl auf Hydra Head Records.

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TWILIGHT

Posted in Release on March 31st, 2010 by D.K.

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Nach mehrjähriger Pause und Todsagung erscheint in einigen Wochen das zweite Album von Twilight “Monument To Time End” über Southern Lord. 2005 hatten sich die Black Metal Größen Leviathan, Krieg, Nachtmystium, Xasthur und Draguar zusammengefunden, um ein gemeinsames Album unter dem Titel Twilight bei Southern Lord zu veröffentlichen. Jetzt, fünf Jahre später, sind die beiden letztgenannten nicht mehr dabei, dafür haben sich die Verbliebenen Unterstützung von Musikern aus anderen Musikrichtungen geholt.

So ergibt sich ein “massive lineup”, wie die Plattenfirma die aktuelle Twilight Besetzung passend beschreibt, denn hier treffen die drei Black Metaller auf Aaron Turner von Isis, Robert Lowe aka Lichens, Stavros Giannopoulos von The Atlas Moth und Sanford Parker von Minsk. Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Formation ist ein vielseitiges Album, das den Black Metal in eher unbekannte Gefilde entführt und so auch für Hörer interessant macht, die dieser Musikrichtung eher nichts abgewinnen können.

Aaron Turners Stimme als Backgroundchor, Lichens sirenenhafter Gesang als Sounduntermalung und diverse andere Sounds, die die Handschrift der beteiligten Gäste tragen, machen “Monument To Time End” zu einer anschaffenswerten Platte.

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SIGE RECORDS

Posted in Label, Release on February 14th, 2010 by D.K.

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Hinter Sige Records verbirgt sich eine kleine Plattenfirma, die von Aaron Turner (Isis) und Faith Coloccia (Mamiffer) ins Leben gerufen wurde. Bisher ist die LP Version von  “Hirror Enniffer” von Mamiffer über das Label erschienen. Die streng limitierte LP ist in Amerika über Hydra Head Records erhältlich. In Europa könnt ihr die Platte über Conspiracy Records oder Denovali Records bestellen.

Eine der nächsten Veröffentlichungen auf Sige Records wird die Reissue von “I, You, She, The Blonde and The Clouds. The Fruit That Fell From The Tree, That Grew From The Seed, That fell From Our Hands” von Everlovely Lightningheart sein.

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