DIE DUNKLE SEITE VON CAUDAL

Posted in Release on July 19th, 2015 by D.K.

Bestehend aus Aidan Baker, Gareth Sweeney und Felipe Salazar macht das in Berlin gegründete Trio Caudal seit einigen Jahren gemeinsame Sache. Caudal haben mit “Forever in Another World” und “Ascension” zwei Alben veröffentlicht, die sich zwischen instrumentalem Space- und Post-Rock bewegen. Leicht bekömmliche experimentelle Instrumentalmusik, die von der Band selbst auch gerne als Trancepunk bezeichnet wird.

Caudal

Mit “Murk” ist jetzt eine 12inch EP erschienen, die die Band von einer weiteren Seite zeigt. “Murk” ist zwar immer noch smooth, aber düster zugleich. Salazar trägt hier ein faszinierend bedrohliches Schlagzeugspiel vor, das man auf den bisherigen Platten vermisst. Ein stoischer Basslauf von Sweeney begleitet den Track und Aidan Baker baut Gitarrenwände auf, die kurz davor sind, wie die von Nadja zu klingen.

Die B-Seite trägt den Titel “Krum” und ist sozusagen das Spiegelbild der Ersten. “Krum” ist “Murk”, aber mit dem großen Unterschied, dass Aidan Bakers Gitarrenwände zu Beginn schon da sind und im Verlauf des Tracks immer weiter abgebaut werden. Also das genaue Gegenteil zur erstgehörten Seite. Geniale Atmosphäre, denn der Hörer bekommt eine 30minütige Klimaxpyramide zu hören. Fast 15 Minuten Auftürmen und dann wieder knapp 15 Minuten Abbauen, bis der letzte ruhige Ton ins finale Kratzen der Vinylseite übergeht.

Wer auf Nadja oder die “düsteren” Aidan Baker Soloplatten steht, der sollte sich eine der wenigen (125 Stück) “Murk” Platten zulegen, die bei Midira Records erschienen sind. Das Vinyl kommt in einem intensiven Braunton, leicht transparent mit kleinen Farb-Äderchen, die erst gegen das Licht gehalten sichtbar werden. Sehr cool.

Hier geht es zum Midira Shop.

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EIN KLANGTRIPTYCHON

Posted in Redaktion on April 27th, 2014 by D.K.

Vor zwei Jahren haben wir euch A-Sun Amissa und Aidan Baker mit Maik Erdas in der Christuskirche Bochum präsentiert. Der Abend hatte einige Überraschungen zu bieten. Neben dem komplett improvisierten Set von Aidan und Maik haben sich zum Abschluss des Abend alle Musiker zusammengetan, um eine gemeinsame Improvisation darzubieten.

Die Aufnahmen dieses Abends sind von Midira Records in Zusammenarbeit mit den Künstlern überarbeitet worden und in einer Serie von drei verschiedenen Releases veröffentlicht worden.

A-Sun Amissa machen den Anfang mit der digitalen EP “Christuskirche Bochum 17.02.12”, die es als kostenlosen Download gibt. Das Set des Trios bestand aus den Tracks ihres Debütalbums und dokumentiert einen der ersten Live-Auftritte der Band. Der erhabene Charakter der langsamen Tracks wird hier durch den Kirchenraumsound weiter untermalt und zeigt wie gut Ambient, Modern Classic und Blues zusammenpassen.

“Cameo” nennt sich das Vermächtnis von Aidan Baker und Maik Erdas. Die Herausforderung, an einem Abend aufeinander zu treffen, einen Soundcheck zu machen und danach eine Stunde gemeinsam mit Gitarre und Drums zu improvisieren, haben die beiden Musiker mit Freude angenommen. “Cameo” ist eine zweiteilige Veröffentlichung. Auf der Vinylversion sind zwei Stücke zu hören, die den Anfang und das Ende des Sets dokumentieren, auf der CD ist das ganze dreigeteilte Liveset zu hören. Der Sound dieses Zusammentreffens wandert zwischen Ambient, Drone, Doom, Kraut- und Spacerock und steigert sich immer weiter zu einer massiven Soundwolke, die auch während des Liveauftrittes die Kirche komplett eingehüllt hat, um dann mit den letzen Drumsounds zu verstummen. “Cameo” ist als LP/CD Set in einer Auflage von 250 Stück erschienen und hier erhältlich.

Digital, Vinyl und CD hatten wir schon, fehlt nur noch ein Tape. Das gibt es von A-Sun Amissa und Aidan Baker. Sie müssen sich sehr wohl gefühlt haben, in der Kirche, auf der Bühne, vor dem Altar, so dass es dazu kam, dass alle Musiker des Abends sich zusammengetan haben, um gemeinsam zu improvisieren. Das Ergebnis ist auf dem selbstbetitelten Tape zu hören. Ein 20minütiges Set, in dem sich minimalistische Streichersounds, Drums und drei Gitarren so grazil vermengen, dass eine ständig anhaltende Spannung entsteht, die dieses Stück ausmacht. Als Bonus gibt es auf der B-Seite ein Set für eine französiche Radioshow von A-Sun Amissa und Aidan Baker. Erschienen in einer Auflage von 99 handnummerierten Tapes in drei verschiedenen Coverfarben.

Ein Klangtriptychon, das sehr zu empfehlen ist.

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AIDAN BAKER & JAKOB THIESEN – TAPE & WOHNZIMMERKONZERT

Posted in Aktuell, ontheroad, Tapes on January 26th, 2014 by D.K.

“CNTNTL” nennt sich das dritte Album der beiden kanadischen Freunde Aidan Baker & Jakob Thiesen. Nach einer experimentellen CD namens “À Bout De Souffle” und einem sehr “rockigen” Vinyl namens “Mépris” folgt nun ein Tape mit zwei 15minütigen Stücken, die schon wieder in eine andere Richtung gehen.

Es gibt ja so Tage, an denen man nicht weiß, welche Musik zur derzeitigen Laune passt. Man ist demotiviert und hofft auf etwas, was dem entgegenwirken kann. Mir hat “CNTNTL” geholfen, so einen Tag positiv zu sehen. Tape in den Walkman (ja ich hab noch einen von der Marke mit den vier Buchstaben) gelegt, in die Bahn gesetzt und zur Arbeit gefahren. Was die beiden Kanadier hier machen ist nämlich ein hoch explosives Gemisch aus Elektronik und krautigem Spacerock, mal experimenteller und noisiger, mal sowas von auf dem Punkt gebracht, dass das Hören der Musik eine sehr motivierende Wirkung zeigt. Aidans Gitarre schleicht, quietscht und singt, Jakobs Drums treiben, pumpen und strukturieren die Stücke. Perfekt. Scheinbar im Blindflug aufgenommen, ist dieses Album die perfekte Fusion der beiden ersten Alben.

Das Tape erscheint über Broken Spine Productions in einer Auflage von 100 Stück und wird zunächst nur auf der gemeinsamen Tour der beiden Musiker verkauft, die Ende Januar beginnt. Apropos Tour: Für alle, die am 8. Februar nichts vorhaben, sei das Wohnzimmerkonzert im holländischen Goor zu empfehlen. Hier spielen Aidan und Jakob auf engstem Raum im typisch niederländischen Einfamilienhaus. Wer kommen mag, sollte sich hier anmelden…

Update: Das Tour-Line-Up ist geändert worden. Alle aktuellen Infos sind hier zu finden.

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AIDAN BAKER UND DIE GEREMIXTEN NYMPHEN

Posted in Release on December 22nd, 2013 by D.K.

Anfang des Jahres ist “Already Drowning” über Gizeh Records erschienen. Ein Album auf dem Aidan Baker Songs vereint hat, für die er sich weibliche Stimmunterstützung eingeholt hat. Unser Interview zu jedem einzelnen Song könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Jetzt gibt es mit “Tout Juste Sous La Surface, Je Guette & Selected Remixes from Already Drowning” eine digitale EP als Ergänzung, die schon im nicht grad kurzen Titel alle notwendigen Informationen enthält. Neben einem Track des Albums gibt es vier Remixe von Tracks des Albums. Der Titeltrack des Albums ist von thisquietarmy überarbeitet worden und kommt zunächst reduziert aufs Nötigste durch die Boxen, um nach hinten raus breitbeinig zu überraschen. “30 Days / 30 Nights (A.R.C. Soundtracks Remix)”, minimiert auf die klassischen Parts des Tracks gepaart mit tiefen Basssounds und sich wiederholenden Phrasen, ist betörend magisch. Schneider TM macht aus “Melusine” eine Art Elektroloop mit Nymphengesang oben drauf. Der “AB Heartbeats Remix” von “Ice” stammt aus der Feder des Hauptkünstlers und hat wirklich einen Beat und ist fast schon ein tanzbarer Track.

Die digitale EP gibt es für einen kleinen Beitrag via Gizeh Records.

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MOVING NOISES FESTIVAL – AIDAN BAKER

Posted in MOVING NOISES FESTIVAL, Serie on November 10th, 2013 by D.K.

Wer unser Magazin regelmäßig liest, kennt Aidan Baker sicherlich schon sehr gut. Falls nicht: Herr Baker ist die sechssaitige Hälfte von Nadja und einer der aktivsten Ambientsolokünstler, den unsere Redaktion je kennengelernt hat.

Aidan Baker with Maik Erdas

Aidan Baker setzt den Fokus meistens auf experimentelle Gitarrensounds und überrascht vor allem live immer wieder mit komplett improvisierten Sets, so dass kein einziges Konzert dem anderen gleicht. Letztes Jahr war Baker bereits zu Gast in der Christuskirche Bochum und hat dort, gemeinsam mit Maik Erdas von Kodiak (bzw. jetzt Nightheart), ein improvisiertes Set gespielt.

Das Resultat ist von Midira Records auf Vinyl und CD verewigt worden. Auf der Vinyl Version von “Cameo” sind der Anfang und das Ende des Sets als getrennte Tracks zu hören, auf der beiliegenden CD gibt es das ganze ungekürzte Set. Soundlich durchwandert “Cameo” verschiedene Facetten von Bakers Sound. Ambient, Drone, Noise, Doom… alles ist dabei. “Cameo” baut sich immer weiter auf und der Hörer wird von Minute zu Minute immer weiter umzingelt von experimentellen Gitarrensounds, die mit dezentem Drumspiel untermalt werden…

Auf der Moving Noises Compilation greift Baker zur 12saitigen Akustikgitarre und lässt die Sounds mit Loops, Delay und anderen Effekten tanzen.

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DREI SCHWERGEWICHTE VON CONSOULING SOUNDS

Posted in Label on July 27th, 2013 by D.K.

Das kleine belgische Label Consouling Sounds arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich daran, Musik unter die Leute zu bringen, die nicht für die Massen gedacht ist. In letzter Zeit ist das ein oder andere massive Release erschienen. Drei davon wollen wir euch ans Herz legen.

ADORAN

Adoran sind Aidan Baker und Dorian Williamson. Aidan Baker legt überraschenderweise seine Gitarre zur Seite und setzt sich an die Drums, um die Basssounds von Northumbria-Mann Dorian Williamson zu begleiten. Das Ergebnis ist ein Album, das aus zwei halbstündigen Tracks besteht. Das sieht nicht nur von der Zeitspanne massiv aus, sondern klingt auch genau so. Fies schleichende Doomsounds. Der Bass übernimmt die Rolle von Gitarre und Bass und rollt wie eine Geröllmasse durch die Tracks. Aidan Bakers Drums geben den Tracks einen leichtfüssigen Akzent, denn Baker akzentuiert die verschiedenen Songstrukturen so, als würde er Gitarre und nicht Drums spielen…

SANNHET

Sannhet ist ein amerikanisches Trio, das auf seinem Debut “Known Flood” alle Genre der experimentellen schwerfälligen Musik durchwandert. Wo andere Bands mal den einen mit dem anderen Stil kombinieren, legen Sannhet so gut wie jeden Stil neben- und aufeinander, ohne an eigenem Sound einbüßen zu müssen. Im einen Moment entspannt man sich bei Ambient und Post-Rock, im nächsten bricht ein Black Metal oder Doomgewitter über einen ein. Genial!

SYNDROME

Wer das Label kennt, der weiß auch, dass hier die Heimat von Amenra Gitarristen Mathieu Vandekerckhove ist. Sein Projekt Syndrome hat es dem Label angetan. Zu Recht, denn seine eingängigen Solostücke aus dem Bereich Ambient und Doom sind Ohrwurmkandidaten. Auf dem selbstbetitelten Album hat das Label alle Demos des Künstlers vereint. Hier ist die Entstehungsgeschichte des Projektes festgehalten. Die Songs vom Debüt sind hier viel rauher und direkter und oben drauf kommen noch ein paar Stücke, die die doomige Experimentierfreude des Belgiers zeigen. Ein Muss für alle Fans der Church of Ra Familie.

Shoppen könnt ihr hier…

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CAUDAL SPIELEN FÜR DAS ERDHÖRNCHEN

Posted in Release on May 1st, 2013 by D.K.

Oaken Palace Records haben wir euch vor einiger Zeit im Interview vorgestellt, jetzt stehen gleich zwei neue Veröffentlichungen an. Caudal präsentieren mit “Forever In Another World” ihr Debüt und widmen das Album dem europäischen Erdhörnchen.

Caudal ist eine neue Band bestehend aus Aidan Baker (Nadja) an der Gitarre, Gareth Sweeney am Bass und Felipe Salazar an den Drums. Die Zutaten sind simpel, die Machart auch, das Ergebnis mehr als das. Während der Bass und die Drums eine psychedelisch-krautrockige Basis schaffen, untermalt Aidan Baker das Ganze mit seinen typischen Ambientgitarrensounds. “River’s Edge” chilled sich minutenlang ein und nimmt den Hörer mit in diese andere Welt, die der Titel andeutet. Das Coverartwork verleitet einen direkt, ein bestimmtes Bild im Kopf zu haben. “Threever” drückt richtig auf das Rhythmusgaspedal und entpuppt sich als Rocknummer im Psychedelic-Ambient-Fell. “Walrus Tusk Scrimshaw” nimmt das Tempo wieder zurück und die Rhythmuseinheit verzieht sich in den Hintergrund, um Aidans Gitarre mal eine Bühne zu bieten. Schnell merkt man was man die ganze Zeit vermisst hat, denn sobald die Gitarre mal ausbricht und Feedbacks sich ins Gehör schleichen merkt man, dass genau das bisher gefehlt hat. Der Titeltrack mit seinen impulsiven Drumrhythmen und den rollenden Gitarrensounds ist die perfekte “Ich fahr mit einer coolen Karre durch eine coole Gegend”-Nummer, Variationen schleichen sich an, fallen aber kaum auf, bis dann irgendwann eine Wand aus Delaysounds vor einem steht. Das Fazit ist eindeutig: Auf Seite A sucht man nach dem Besonderen von Caudal, auf Seite B findet man es.

Der Deal ist ganz einfach: Ihr kauft die Platte und sobald das Label Gewinne mit dem Verkauf erzielt, geht das Geld an den Naturschutzbund Niederösterreich, der Heimat des Ziesels, besser bekannt als Erdhörnchen.

Zu kaufen gibt es eine der 500 LPs hier…

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AIDAN BAKER LÄSST DIE FRAUEN SINGEN

Posted in INTERVIEWS, Release on April 12th, 2013 by D.K.

Aidan Baker ist ein fleißiger Musiker, der mittlerweile eine Diskografie im dreistelligen Bereich hat. Was bei anderen Musikern in der Belanglosigkeit endet, führt bei Aidan Baker zu stetigen Weiterentwicklungen in dessen Soundkosmos. Letztes Jahr überraschte Baker mit einem Album, auf dem gleich ein Dutzend bekannter Drummer spielte, dann wenig später ließ er mehrere Gitarristen seine Stücke einspielen und nun steht mit “Already Drowning” ein Album vor der Veröffentlichung, auf dem jeder Track von jeweils einer Sängerin (ein Track auch im Duett zweier Vocalistinnen) eingesungen wurde.

Thematisch geht es bei “Already Drowning” um die verschiedensten Mythen & Sagen rund um weibliche Fabelwesen aus dem Wasser. Das Artwork ziert eine Meerjungfrau (“Der seltene Fang” von Ernst Herter, fotografiert von Aidan Baker), die Songs zieren die Stimmen der Sängerinnen, die die Lyriks von Aidan Baker vortragen und teilweise auch in ihre eigenen Sprachen übersetzt haben. Musikalisch fällt die Platte schon allein wegen der opulenten Instrumentierung aus dem bekannten Schema. Baker spielt natürlich das Meiste selbst, Streich- und Blasinstrumente sind von Gastmusikern beigesteuert und Leah Buckareff von Nadja legt ein paar Akkordiontöne nieder. Die Platte folgt stilistisch keiner bestimmten Linie, sondern hat eher eine alles zusammenhaltende Atmosphere, ähnlich wie “Laughing Stock” von Talk Talk, das eine überraschende Reise zwischen Slowcore und Post-Rock bietet. Eigentlich ist alles zwischen Jazz, Blues und Drone auf “Already Drowning” vertreten.

already drowning

Wir haben mit Aidan Baker über seine Gastsängerinnen gesprochen und ihn gefragt, ob er sich noch daran erinnert, wie er mit den Damen zusammengekommen ist:

Clara Engel – “Already Drowning” – Bluesig und jazzig zugleich.
Clara and I first met 5 or 6 years ago when we worked together briefly at a bookstore in Toronto. We have since played a number of shows together in Toronto. Clara also sang and played guitar on my piece “Liminoid” performed and recorded live at The Music Gallery in Toronto in 2009.

Jessica Bailiff – “30 Days/30 Nights” – Streicher und treibende Gitarren- und Drumsounds.
I have listened to Jessica’s music for a number of years, as well as her partner Boduf Songs (with whom I collaborated for the Infinite Light Ltd. project), although I have yet to meet either of them in person. I got in touch with her through a mutual friend at Brainwashed.com to ask whether she would be interested in contributing to Already Drowning.

Maude Oswald & Valérie Niederoest – “Mélusine” – Unheimlich doppelstimmiger Sirenengesang mit improvisierter Instrumentierung.
I met Maude and Valérie after seeing their band Toboggan play in Berlin in 2009 and I really liked their music. I particularly liked the way they sang together, so asked them to do a duet on Already Drowning.

Joanna Kupnicka – “Mein Zwilling, Mein Verlorener” – Akustikgitarre und deutsche Lyrics. Folkig und ein bisschen skurril.
I wanted one of the songs on Already Drowning to be in German to represent my current home of Berlin and my identity as an ex-pat Berliner. Joanna was recommended to me by our mutual friend Stefan, co-owner of the Berlin record shop Bis Auf’s Messer. Joanna’s vocals with her band The Cold Hand have a bit of a Berliner cabaret feel, so that added (to my mind, at least) a bit of a historical connection to the Berlin music scene, beyond just the German-language lyrics.

Geneviève Castrée – “Tout Juste Sous La Surface, Je Guette” – Die perfekte Melange aus erhabenen Melodien und eigenwilligem französischsprachigem Gesang. Ein heimliches Highlight mit ergreifendem Refrain.
I first met Geneviève when she and her partner Phil Elvrum (Mount Eerie) came to see Nadja play in Seattle in 2009. Geneviève gave us a copy of her Ô Paon album “Courses” which I liked a lot. I also wanted to have a song on Already Drowning in French to reflect my Canadian background (Geneviève is also Canadian, although she lives in the US at the moment). This may not be readily apparent, but the lyrics of this song take some imagery from the Margaret Atwood poem ‘This Is A Photography Of Me’ which is something of a classic Canadian poem that everyone has to study in school. This poem also deals with drowning, which is something of a recurring theme within Canadian literature…so this song has a lot to do with Canadian identity…

Liz Hysen – “Ice” – Artrockiges Epos , mit einer einnehmenden Klimax.
I have known Liz the longest of all the singers on this album. We first met some time in the late 90s when the band I was playing with at that time (short-lived and long relegated to obscurity) opened for Liz’s band Picastro. We have since played a lot of shows together, toured together a few times in Europe, and released a semi-collaborative split album “Fool, Redeemer” (Broken Spine) together in 2011. Many times when we were touring together, I would play guitar in the band, but I had never had Liz sing on my music, so that was something I felt was missing from our musical relationship.

Carla Bozulich – “Lorelei” – Wie ein Selbstgespräch in einer Bar, in der ein schmierige Mariachiband im Hintergrund sitzt und Songs probt. Rauh und verwegen.
I discovered Carla’s band The Geraldine Fibbers in the early 90s and have since followed her work with her various projects. Carla’s contributions to Already Drowning were done via filesharing and we didn’t meet in person until 2010 when Evangelista performed in Berlin. She lived in Berlin for awhile last year, so we were able to play collaboratively together in person a few times, including one live performance opening for the Italian band Father Murphy.

Already Drowning erscheint über Gizeh Records und ist auf Vinyl, CD oder als Download vorbestellbar.

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PROTOS OROFOS COMPILATION

Posted in Release, Sampler on February 3rd, 2013 by D.K.

Protos Orofos (griechisch für erste Etage) ist eine Art Verein und ein Ort in Thessaloniki, der sich zum Ziel gesetzt hat den wenigen Freunden experimenteller Musik, die es in der zweitgrößten Stadt Griechenlands gibt, eine Plattform zu bieten, um experimentelle Musik aus Griechenland und dem Rest der Welt live zu erleben.

Neben den regelmäßig stattfindenden Konzerten veröffentlicht Protos Orofos auch Compilations, auf denen die Künstler vertreten sind, die dort live aufgetreten sind. Es gibt mittlerweile vier Zusammenstellungen, die ihr allesamt hier kostenlos downloaden könnt (weiter unten auf der Seite). Die aktuelle Ausgabe “4” ist zusätzlich noch in einer Auflage von 1000 Stück erschienen.

Auf “4” finden sich die Künstler wieder, die von Oktober 2011 bis Mai 2012 im Protos Orofos aufgetreten sind. Neben bisher unveröffentlichten Songs von Nadja und Aidan Baker, die mit “Fire Drone” und “Ice Drone” zwei Dronejuwelen beisteuern, sind viele griechische minimalistische Künstler vertreten. Hier lohnt es sich wirklich mal einen Abend die CD einzulegen, Musik zu hören und anschließend die Künstler im Web zu suchen. Das Booklet hilft da übrigens mit nützlichen Adressen von Labels und Musikern. Heimlicher Höhepunkt ist “A Hidden House In The Mountains” von Georgios Karamanolakis. Ein extrem minimalistischer Elektronikdrone, der sich langsam in die Seele des Hörers schleicht.

Wer wissen möchte wie es klingt, wenn Frédéric D. Oberland, May Roosevelt und der griechische Musiker Michalis Vrettas zusammen im Protos Orofos spielen, kann dies ebenfalls auf “4” und hier tun:

Wer die Compilation im Anfassformat haben möchte, sollte eine englische Mail an info@protosorofos.gr schicken…

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EXPERIMENTAL EVENING SPEZIAL: B/B/S/ – AIDAN BAKER – SVARTE GREINER – ANDREA BELFI

Posted in ontheroad on January 11th, 2013 by D.K.

B/B/S/ live in bochum

Die Veröffentlichung von “Brick Mask”, dem ersten Album von B/B/S/ mit treibenden Drums und experimentellen Saitensounds, steht kurz bevor. Hinter B/B/S/ verbirgt sich ein Trio, das aus Aidan Baker (Nadja), Erik K Skodvin alias Svarte Greiner und Andrea Belfi besteht und eine impulsive Mischung aus Ambient, Drone, Shoegaze und Psychedelic bietet.

Wir freuen uns, euch dieses Trio in der Christuskirche Bochum präsentieren zu dürfen und haben uns natürlich was besonderes dafür ausgedacht. Denn wenn drei hochkarätige Musiker zusammen auf der Bühne stehen, die über eine beeindruckende Solodiskografie verfügen, dann stellt sich natürlich nicht die Frage, wer B/B/S/ supporten soll. Den Abend eröffnen alle drei Musiker mit ihren eigenen Solosets…

Christuskirche Bochum
B/B/S/ – AIDAN BAKER – SVARTE GREINER – ANDREA BELFI
Freitag
25. Januar 2013
19:30 Uhr
Tickets

Die Rezension zum neuen Album, das im Februar über Miasmah Recordings erscheint, findet ihr hier…

Mehr zu Aidan Baker…
Mehr zu Erik K Skodvin…
Mehr zu Andrea Belfi…

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MACHT PLATZ IM PLATTENREGAL FÜR B/B/S/

Posted in Release on January 6th, 2013 by D.K.

B/B/S/ oder genauer genommen Baker/Belfi/Skodvin/ heisst die neue Supergroup, die sich in Berlin formiert hat, dort wo die drei aus Kanada, Italien und Norwegen stammenden Musiker leben.

Erik Skodvin alias Svarte Greiner hat sich die beiden befreundeten Musiker ins Studio geholt und mit ihnen ein Album und eine 7inch eingespielt, die beide über Skodvins Label Miasmah Recordings veröffentlicht werden.

B/B/S/ – Brick Mask – Das Album

Vier Tracks auf kanpp 40 Minuten in denen sich die drei Musiker gemeinsam ausprobieren. Das Ergebnis ist für jede Diskografie eine musikalische Erweiterung. “Brick” beginnt wie eine heimliche Probe. Leise ertönen die Instrumente. Die Basedrum pumpt in einem sehr eigenwilligen Rhythmus, sphärische Gitarren erklingen. Erst nach fünf Minuten geht das Treiben los. Die Drums müssen nicht mit voller Wucht gespielt werden, lehrt uns Andrea Belfi hier, maximale Dynamik durch minimalen Einsatz und dann gibt es doch noch eine Steigerung. Tribaldrums und schneidende Gitarrenwände. Mehr braucht es nicht. Erik Skodvin an der Gitarre, Aidan Baker am Bass und der Gitarre und Andrea Belfi an den Drums. Eine impulsive Vereinigung. “Brick” geht in “Mask” über und lässt das vorher Erlebte ausklingen. “Mask” ist geprägt von einem sehr eindringlichen Bass und den an Field Recordings erinnernden Drums, die nach einem Intermezzo wieder fulminant zu Einsatz kommen. “Plants” nimmt die bisherige Dynamik nicht auf, sondern treibt im eigenen Rhythmus hin und her und geht letzlich in “Mott” über. “Mott” nimmt sich genau wie der Opener Zeit. Saiten werden am Gitarrenkopf gespielt, Percussion raschelt, Gitarrenkörper erklingen wie Glocken, Gepfeife aus der Reibung von Saite und Cellobogen. Alles summiert sich zu einem Soundwald, in dem man sich sehr wohl fühlt. Und es bleibt nur eine Frage: Warum habt ihr euch nicht früher zusammengetan?

B/B/S/ – Half Moon – Die 7Inch

“Gather Part 1/2” schleicht sich langsam an. Hier ein Gitarrensound, da ein Percussioneinsatz und schon ist der erste Teil vorbei. Der zweite Teil beginnt mit pulsierenden Basstönen und führt den akzentuierten jazzigen Einsatz von Instrumenten fort. Auf der B Seite findet sich “Beam”. Tiefe Tremologitarrensounds, noisiges Aufflimmern und ein sehr subtiler Beat bereiten eine Basis für die zweite Hälfte, in der es nur so brodelt vor Energie. Die kleine Schwester von Brick Mask hat es in sich.

B/B/S/ LIVE?

Wer sich vor Veröffentlichung der Platten ein Bild von der Band machen und die Songs live hören möchte, der sollte unbedingt zum Experimental Evening nach Bochum kommen. Am 25. Januar spielen B/B/S/ in der Christuskirche Bochum. Als Support spielen alle drei Musiker passenderweise kurze Solosets. Mehr Infos zum Termin gibt es hier…

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER UND DIE JAPANER

Posted in ontheroad on September 29th, 2012 by D.K.

Wenn Aidan Baker für ein Konzert nach Köln kommt, dann ist es uns auch egal ob Montag ist, wir fahren hin. So geschehen am letzten Montag. Denn der Stadtgarten Köln ist der Austragungsort einer Konzertreihe namens “Broken Sound”

Chikashi Miyama eröffnet den Abend mit seinem selbstgebauten Synthesizer, der auf Bewegungen reagiert und ähnlich einem Theremin Geräusche von sich gibt. Wo das Theremin eher dazu geeignet ist, das Star Trek Theme nachzuspielen, gehts bei Chikashi Miyama mehr um fiese Noisetöne. Diese werden erzeugt, indem der Musiker sich mit seinen Händen über den Synthesizer beugt und rumfuchtelt. Ehrlich gesagt hab ich keine blassen Schimmer, was er da gemacht hat. Es sah skurril aus und hörte sich ziemlich abgefahren an.

aidan baker

Aidan Baker hat eine eigene kleine Bühne aufgebaut bekommen, die links von der normalen Bühne des Stadtgartenkonzertsaals steht. Ein quadratischer Tisch, auf dem die Effektgerätschaften ruhen, ziert das Bühnenbild. Aidan greift sich seine Gitarre und beginnt eine elektronische Klangwand aufzubauen. Die Gitarre scheint gar nicht da zu sein, nur die Regler der Effekte sind hier klanggebend. Aber so sieht es ja oft aus bei Aidan Baker und doch erzeugt er alle Sounds auf seiner Gitarre. Bottleneck, Tonband, Cellobogen… alles kommt zum Einsatz, um einen 40minütigen Song in den Montagabend zu entsenden. Der Sound ist filigran und steigert sich nicht durch Masse, sondern durch eine geschickte Verpflechtung von Klängen. Ein Ohrgasmus.

Ach ja, wo wir bei Ohrgasmus sind. Als nächstes treten Contagious Orgasm auf der gegenüberliegenden Seite des Raums auf, also noch eine Bühne. Aber was kann denn schon nach Aidan Baker mithalten…

Wer sich jetzt ärgert, dass er Aidan Baker verpasst hat, dem sei ein Blick auf unsere ONTHEROAD Seite empfohlen.

Mehr Fotos von Aidan Baker gibt es hier…

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SUMMER OF DRONES

Posted in Label, Release on July 21st, 2012 by D.K.

Eric Quach, diesmal in der Thisquietarmy Inkarnation als Label, hat die drei Veröffentlichungen seiner Briefumschlagserie unter dem Motto “Summer Of Drones” zusammengefasst und liefert drei Alben für diesen verregneten Sommer.

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Aidan Baker & Leah Buckareff

Das erste Release kommt von Aidan Baker und Leah Buckareff, zusammen als Nadja unterwegs, hier mal als sie selbst und auf experimentellen Pfaden unterwegs. Auf “Breathing Heavy Breathing” widmet sich Aidan Baker den Sounds von Drums und zerstückelt in noisiger Art das, was eigentlich Rhythmus sein sollte, und kreiert mit “Heavy Breathing” ein schillerndes Klangfeld. Leah Buckareff greift auf “Breathing Heavy” nicht zum Bass, sondern zum Akkordion und entlockt diesem minimalistische Dronesounds. Zwei Songs, die sich mit jeweils 20 Minuten Zeit lassen, Zeit brauchen, Zeit genießen und dann als Abschluss zum dritten Song “Breathing Heavy Breathing” verschmelzen.

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Northumbria

Northumbria sind die beiden kanadischen Musiker Jim Field und Dorian Williamson. Auf ihrem ersten Album präsentieren sich die beiden mit gewaltigen verzerrten Soundwänden. Die Aufnahmen zum Album sind in Northumberland im Chorraum einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert entstanden. Die Aufnahmen sind alle live entstanden und nur durch den Masterfeinschliff von James Plotkin optimiert worden. Das Ergebnis sind fünf eindringliche Dronesongs. Bass, Gitarre und der Hall des Kirchenraums gehen hier eine Hochzeit ein, der man unbedingt beiwohnen sollte, auch wenn’s nur zu Hause vor der heimischen Soundanlage ist. Ein Debüt, das jedem Ambient, Drone, Doom und Post-Rock Fan gefallen dürfte.

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loveliescrushing

Und noch ein Duo. Scott Cortez und Melissa Arpin-Duimstra alias loveliescrushing sind mittlerweile seit fast zwei Jahrzenten in der experimentellen Musikszene aktiv und sicherlich auch ein Grund, warum die vier oben genannten Musiker solche Musik machen, wie sie oben beschrieben ist. Nachdem dieses Jahr schon eine Platte mit alten Aufnahmen erschienen ist, haben Thisquietarmy Records die Ehre, nach fast fünf Jahren ein neues loveliescrushing Album zu veröffentlichen. “Pt. I – Broken Aureate Echo” eröffnet das Album mit hallenden Ambientfeldern. Der Raum, in dem die Musik sich entfaltet, fühlt sich weitläufig an und man hat das Gefühl sich fallen lassen zu können. “Pt. II – She Is Above The Clouds” und “Pt. III – A Bird Flew To The Sun” setzt auf die Magie von Melissas Stimme, die genau wie die Gitarrensounds hallend durch den Raum gleitet und eine Fusion eingeht mit dem Instrumentensound. Die Vocals brauchen keine Worte um sich auszudrücken, der Klang der Stimme reicht hier vollkommen aus.

Also, wer seinen Sommer in Drone und Ambientsounds tauchen möchte, sollte sich unbedingt diese drei Alben anschaffen. Neben der Musik gibt es auch sehr liebevoll gestaltete Artworks und hochwertige Fotografien.

Reinhören und kaufen könnt ihr an dieser Stelle.

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AIDAN BAKER UND DIE VARIATIONEN DES LOOPS

Posted in Release on May 17th, 2012 by D.K.

aidan baker (by tobalo.de)

Aidan Baker, Solokünstler und eine Hälfte des Doomduos Nadja, lebt für seine Musik und stellt sich ständig neuen Herausforderungen. So auch in seiner kleinen Serie von Onlineveröffentlichungen seines eigenen Labels Broken Spine Productions.

Hauptaugenmerk liegt hier auf der kreativen Ausgestaltung kurzer Loops, die in jeglicher Hinsicht verfremdet und erweitert werden, um am Ende einen 15-35 minütigen Song zu ergeben. Stellt euch ein Labor vor, in dem Herr Professor Baker zusammen mit ganz vielen kleinen anderen Aidans steht und eine Suppe zusammenbraut, in der die Loops zusammen mit Delay, Distortion, Hall und diversen anderen Zutaten vor sich herbruzzeln. Das Ergebnis sind drei Releases, die zu kostenlosen Download bereit stehen.

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“Tonstreifen” ist die erste Veröffentlichung dieser Reihe und wohl aus einer Laune entstanden, als er in seiner Wahlheimat Berlin umgeben war von Techno- und Dancesounds. Denn auf dieser 2-Track EP kommen die Sounds einzig und allein aus einer Drum Machine. Minimalistische Sounds und Rhythmen wiegen sich hier auf, um den Hörer in einen Zustand zu versetzen, in dem er denkt er höre mehr als nur Drums aus der Konserve.

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“Variations On A Loop” zeigt Baker von einer vertrauteren Seite und zwar an den Gitarrensaiten. Auch hier minimalistisch aber so tief in seinem Element, dass er dieser 2-Track Loopstudie ganze 70 Minuten widmet. Diese vergehen allerdings ziemlich schnell, denn nach den ersten 20 Minuten gerät man in eine Art Schwebezustand während des Hörens. Minimalster Einsatz mit großem Effekt.

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“Variations On A Loop (Rhythms)” ist die aktuellste Veröffentlichung und setzt da an, wo der letzte Teil aufgehört hat. Grundlage sind diesmal Gitarren- und Bass-Loops, die Baker durch eine Reihe von Effekten jagt und zusammenfügt. Das Ganze wird von den Drums von Richard Baker (ARC) untermalt und ergibt ein beeindruckendes Klanggebilde, das fast schon rockig klingt. Zumindest bis zu dem Punkt, bevor der erste Teil in den zweiten übergeht und die Sounds aus einer Parallelwelt erklingen. Gestreckte Rückwärtsklänge und Feedback lassen den Song zu einer rhythmisch experimentellen Soundwolke mutieren.

Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt…

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER + MAIK (KODIAK) & A-SUN AMISSA

Posted in ontheroad on February 20th, 2012 by D.K.

Es ist Freitag. Freitag nach Altweiberdonnerstag, kalt, grau. Aidan Baker und A-Sun Amissa sind grad auf Tour und auf der Reise von Hamburg nach Bochum. Leicht ermüdet kommen die vier Musiker nachmittags in Bochum an und betreten die Christuskirche Bochum über den Hintereingang. Als A-Sun Amissa dann erstmalig in den Kirchenraum treten, weicht die Müdigkeit aus den Gesichtern einem schlichtem „Nice“ gepaart mit einem Lächeln. An diesem Abend treffen Aidan Baker und Maik von Kodiak zum ersten Mal zusammen, um gemeinsam zu improvisieren. Der Soundcheck ist das erste Zusammentreffen auf der Bühne, die beiden besprechen sich kurz und legen auch gleich los und es klingt gut, sehr gut. Aber später mehr dazu… Auch A-Sun Amissa sind von der Improvisationssession sehr angetan und äußern in einem Beisatz, dass man zum Schluss auch gemeinsam spielen könnte. Warum nicht?! Plan steht. Die Sonne geht unter, das blaue Licht auf dem Platz des europäischen Versprechens vor der Christuskirche geht an. Viele Interessierte kommen um zu sehen, was an diesem Abend auf der Bühne passieren wird.

a_sun_amissa @ christuskirche bochum

A-Sun Amissa eröffnen den Abend. Die drei Briten aus Leeds sitzen mittig im Halbkreis vor dem Altarsockel. In der Mitte Angela Chang mit ihrer Violine, an den Seiten Richard Knox und Owen Pegg an fast identischen Gitarren und vor den drei Musikern eine Herde von Effektgeräten. A-Sun Amissa erzeugen Spannungsbögen ohne diese aufzulösen, der Sound legt sich immer weiter aus im Kirchenraum, dann greift eine der Gitarren eine Melodie auf und führt diese fort, bis sich die anderen beiden Instrumente dazugesellen und den Sound wieder in etwas nicht greifbares, nur spürbares wandeln. Auf jeden Fall was für Fans von Sounds mit offenem Ende, ohne Auflösung, ohne gewaltige Klimax aber mit viel Zeit für warme sich entfaltende Sounds.

aidan baker_and_maik from kodiak @ christuskirche bochum

Nach einer kurzen Umbaupause kommen Aidan Baker und Maik auf die „Bühne“ und platzieren sich vor dem Altar auf dem Altarsockel. Wer Aidan Baker schon mal live gesehen hat, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass er meistens sitzt oder hinter einem Tisch mit Effektgeräten steht. An diesem Abend aber steht er ohne Tisch, in reinster Rockerpose, aber dieser Abend ist ja auch ein außergewöhnlicher Baker Abend, denn Maik von Kodiak sitzt direkt neben Aidan hinter seinem Schlagzeug. Das Set beginnt, Aidan Baker baut Loops auf, während Maik subtile Trommelsounds mit Paukenschlägeln unterlegt. Alles wächst zusammen und so langsam kommt Rhythmus ins Spiel. Maiks Trommelspiel bricht immer weiter aus, Aidan Bakers Gitarre setzt immer weitere Sounds in den Kirchenraum und irgendwann haben sich die beiden eingespielt und einen Sound geschaffen, der zum Mitwippen animiert. Dann nehmen die Sounds wieder ab und es folgt eine ruhige experimentellere Passage, bis dann das Netz aus Klängen wieder zunimmt, die Paukenschlägel ungedämpften Sticks weichen, Aidan zum Cellobogen greift und seiner Gitarre einige derbe, leicht verzerrte Streichtöne entlockt und sich die beiden Musiker gegenseitig antreiben, um ihr Set auf einen Höhepunkt zu treiben. Als der Höhepunkt erreicht ist, löst Aidan Baker das Geflecht aus Loops auf und Maik setzt den letzten hallenden Gitarrensounds die letzten Akzente auf bis Alles verstummt. Gelungenes Zusammentreffen.

Als Abschluß folgt ein drittes Set mit allen fünf Musikern des Abends. Alle platzieren sich so wie in den vorherigen Sets und bauen eine Dronelandschaft auf, die mit Viola-Einschüben und experimentellen Gitarrenausbrüchen bestückt ist. Der perfekte Ausklang für diesen Abend.

aidan, maik, angela, owen, rich @ christuskirche bochum

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