AIDAN BAKER WITH SPECIAL GUEST & A-SUN AMISSA LIVE IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on January 31st, 2012 by D.K.

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Auch im neuen Jahr soll experimentelle Musik live erlebt werden und daher präsentieren wir euch am 17. Februar einen Konzertabend in der Christuskirche Bochum mit Aidan Baker aus Kanada und A-Sun Amissa aus England.

Aidan Baker dürfte regelmäßigen Lesern unseres Magazins ein Begriff sein. Der Kanadier ist eine Hälfte des Doom-Drone-Duos Nadja und auch solo unterwegs, um mit seiner Gitarre, einem Koffer voller Effekte und einem Cellobogen die Räume, in denen er auftritt, in atmosphärische Klangkörper zu verwandeln. 2010 ist Aidan Baker erstmalig in der Christuskirche aufgetreten (siehe Review) und hat damals eine 45minütige Improvisation präsentiert. Diesmal wird Aidan Baker nicht alleine auf der Bühne stehen, sondern passend zur Veröffentlichung seines neuen Albums “The Spectrum Of Distraction”, auf dem 18 Drummer vertreten sind, zusammen mit dem Drummer von Kodiak auf der Bühne stehen. Nach einer gemeinsamen Split von Nadja & Kodiak stehen nun erst- und einmalig Aidan von Nadja und Maik von Kodiak auf der Bühne, um zusammen zu improvisieren.

Unser Interview zum neuen 18-Drummer-Album von Aidan Baker findet ihr hier…

Als Support sind A-Sun Amissa aus Leeds dabei. Dieses Duo ist bisher noch unbekannt und besteht aus Mitgliedern der britischen Avantgarde-Dream-Pop-Ambient Band Glissando. Die Grundbesetzung besteht aus Richard Knox (Gitarre), der auch das britische Indie-Label Gizeh Records betreibt, und Angela Chan (Viola). Was A-Sun Amissa mit ihren Instrumenten erzeugen, ist eine minimalistische Klangwelt, die sich zwischen Modern-Classic und Ambient bewegt und auch als Soundtrack für düstere bewegte Bilder dienen könnte.

In die Christuskirche Bochum kommen, hinsetzen, Augen schließen, der Musik lauschen und schauen, was vor dem inneren Auge alles passiert.

Datum : 17. Februar 2012
Uhrzeit : 20:00 Uhr
Ort : Christuskirche Bochum
VVK: hier

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RE-INTER-VIEW: AIDAN BAKER – THE SPECTRUM OF DISTRACTION

Posted in INTERVIEWS, Kunst, Release on December 10th, 2011 by D.K.

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Aidan Baker hat uns dieses Jahr nicht nur mehrfach mit Konzerten, sondern auch mit einigen Soloplatten beglückt, was im nächsten Jahr nicht anders sein soll. Im Januar veröffentlichen Robotic Empire das Doppelalbum “The Spectrum Of Distraction”. Darauf vertreten sind 96 Tracks, an denen 18 Drummer beteiligt sind. Schon alleine diese Info ist etwas, wo man zweimal hinschaut, um zu realisieren das es stimmt, was die Augen da gelesen haben.

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Kommen wir zu den Details dieses zweistündigen Werks, für das Aidan Baker befreundete Drummer aus aller Welt gefragt hat, ob sie Interesse hätten, ihm Drum- und Percussiontracks zu schicken, die er für sein Album verwenden kann. An dieser Stelle ist ein munteres Namedropping sicherlich angebracht. So finden sich neben den Drumkünsten von Aidan Baker selbst noch folgende 17 Drummer auf den beiden Platten wieder:

Richard Baker (ARC), Andrew Crawshaw (The Silent Ones), Alessandro Curvaia (Shora), Bruno Dorella (OvO), David Dunnett (Man Meets Bear), Thor Harris (Swans), Steven Hess (Locrian, Ural Umbo), Kevin Micka (Animal Hospital), Mac McNeilly (The Jesus Lizard), Ted Parsons (Godflesh, Jesu, Killing Joke), Phil Petrocelli (Jesu), Simon Scott (Slowdive), Geoff Summers (Batillus), Jakob Thiesen (Nadja, Whisper Room), Brandon Miguel Valdivia (Picastro), Victor Cirone (Solokünstler) und Hamish Walker (Kerretta).

Aidan Baker hat den erhaltenen Tracks seine Gitarren- und Bassspuren hinzugefügt und hatte am Ende genug Material für weitaus mehr als zwei Alben. Hier kommt das Xenochrony-Verfahren ins Spiel, das Frank Zappa geprägt hat. Dabei werden instrumentale Parts aus einem Track in einem anderen verarbeitet und so hat Aidan Baker seine Sets in 96 Versatzstücke aufgeteilt und auf zwei CDs verewigt. Der Hörer kann selbst entscheiden, ob er die beiden Platten durchhört oder auf “Shuffle” oder “Random” klickt oder die beiden Platten in digitaler Form zusammenmischt. Egal für welche Hörart man sich entscheidet, die Klangreise ist höhrenswert. Viele Gitarrenparts klingen typisch Baker-isch, die meisten Songs jedoch zeigen Aidan Baker von ganz neuen Seiten. Mal mit jazzigem Bass, mal mit eingängig postrockigen Gitarrenmelodien, mal mit Metalriffs, mal psychedelisch, mal bluesig, mal synthiekrautrockig, ja sogar poppig klingt er auch mal zwischendurch. Und das Gute ist, man kann sich seine Lieblingspassagen des Albums als Song-Mutanten selbst zusammenstellen, indem man die Tracks einprogrammiert, die einem besonders gut gefallen. Die Tracks sind zwischen 10 Sekunden und 7 Minuten lang und von James Plotkin so abgemischt, dass die Übergänge sauber ineinander greifen (vorausgesetzt die Heimanlage macht das ganze mit, ansonsten funktioniert es in digitaler Form auf alle Fälle).

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Bei so einer Albumidee sind bei uns Fragen aufgekommen. Grund genug mit Aidan Baker ein kleines Interview zu führen:

Aidan, tell us about the very beginning of the idea creating „The Spectrum of Distraction“ with recordings from 18 different drummers.

I wanted to try something big — a large scale project — that would take advantage, challenge, and/or make fun of technology (ipods, random/shuffle feature) and the way people now listen to music.

When did you decide to split the tracks and how did you approach to split them?

Some times there were obvious beginning/end points within the tracks — other times the edits were quite random. This also depended on what the various drummers gave me to work with; sometimes I received just short loops, while others sent more flowing tracks that were more shapeable into songs.

Can you give us your own definition about „Xenochrony“?

Random juxtaposition of independently recorded tracks. I had initially intended The Spectrum of Distraction to strictly adhere to this, but as I received material from the various drummers, I thought it would be more interesting (or perhaps just listenable) to approach randomness within the album/songs itself, rather than the instrumentation.

Was there a special release of Frank Zappa that inspired you to use the xenochrony-technique?

“Rubber Shirt” on Sheik Yerbouti is a specific example of xenochrony that I always liked. I more specifically took inspiration from Shut Up ‘N’ Play Yer Guitar, though, which is an album made up of guitar solos edited out from other songs and performances. I’ve never really been a big fan of Zappa’s songs and silly lyrics, but I do like his instrumental work.

How did you write your guitar and bass parts. Did you first listen to the received Drumtracks or did you already have sounds that fitted with the drumparts?

I listened to the drum tracks and recorded parts along with them. Again depending on what I received from the drummer in question, this could either be abstract, improvisational material or more structured song-like material.

Which Drumtrack was the most difficult to play guitar and bass to it?

Perhaps Brandon Valdivia’s or Victor Cirone’s drums. Both their contributions were quite dense and free-form in a sort of abstract jazz kind of way, which made finding patterns or specific rhythms to play along to challenging.

What about the artwork of Matt Smith. Which information did you give to Matt for creating the artwork?

The only information I gave Matt was that the song titles took their names from the “Choose Your Own Adventure” book series. I don’t know if these were published in Europe, but they were a children’s book series that had alternate storylines and endings, depending on which pages you chose to read. Matt was also a fan of these books and familiar with their fairly specific design and aesthetic, so used that as something of a template for his artwork.

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“The Spectrum Of Distraction” erscheint Mitte Januar über Robotic Empire und wird einen Downloadcode für die kompletten uneditierten Sessions/Songs beinhalten.

Und um nochmal auf den Anfang des Artikels zurückzukommen, auch im nächsten Jahr geht Aidan Baker auf Tour. Wir präsentieren euch die Show am 17. Februar in der Christuskirche Bochum, bei der Aidan Baker einen Special Guest auf der Bühne haben wird…

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BASSES FREQUENCES ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Label, Release on October 22nd, 2011 by D.K.

Das französische Label Basses Frequences veröffentlicht seit einigen Jahren schon experimentelle Musik von Künstlern wie Locrian, Nicholas Szcepanik, Celer oder Nadja. Aber vor allem die Kollaborationen, die auf dem kleinen Ein-Mann-Label erscheinen, haben es uns angetan. Im Folgenden wollen wir euch diese etwas näher vorstellen.

THISQUIETARMY & YELLOW 6

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Eric Quach (Thisquietarmy) und Jon Attwood (Yellow 6) haben sich 2009 nach einem kanadischen Festival, auf dem beide aufgetreten sind, in Erics Studio in Montreal verzogen und dort eine gemeinsame Session eingespielt und aufgenommen. Das Resultat ist zunächst ein paar Monate liegen geblieben, bevor es dann in die Hände von Fear Falls Burning (Dirk Serries) gegeben wurde, um für eine Vinylveröffentlichung gemastert zu werden. Das Resultat sind die beiden 12inch Platten “Death” und “Valley”, benannt nach der kalifornischen Wüste, die wohl auch der Ideenpool für die eingespielten Songs war. Im Gegensatz zu den Soloveröffentlichungen der beiden Gitarristen sind die sechs Songs auf diesen beiden Platten erstaunlich zurückhaltend und minimalistisch. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand versucht der Musik sein Label aufzudrücken. “Death” und “Valley” sind zwei beeindruckend intensive Dokumente einer winterlichen Session, in der beide Musiker erschöpft von vorherigen Ereignissen einfach nur zusammen gespielt und dabei einen gemeinsamen Soundfluss gefunden haben. Einfach die Nadel auf das Vinyl setzen, laut aufdrehen und eine Reise durch die Wüste antreten.

AIDAN BAKER & KEVIN MICKA

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Ebenfalls 2009 in Montreal entstanden ist die Kollaboration zwischen Aidan Baker (Nadja) und Kevin Micka (Animal Hospital). Auf “Green Figures” ist ein gemeinsamer Auftritt der beiden Musiker zu hören, den Eric Quach glücklicherweise aufgezeichnet hat. Denn die drei Songs aus Aidan Bakers bekannteren Alben “Green & Cold” und “Figures” erfahren durch die Livedrums Begleitung von Kevin Micka eine ganz neue Dynamik und Struktur. Die Songs werden langsam aufgebaut, die Drums fügen sich subtil ein und gehen mit Bakers Loops eine Fusion ein, so dass die Songs ganz neue Facetten erlangen. Eine Liveplatte, die definitiv nicht nur was für Aidan Baker Fans ist, sondern auch für alle die, die auf handgemachte, leicht experimentelle Shoegazersounds stehen.

Als nächste Veröffentlichung steht übrigens die Kollaboration von Yellow6 und Larkian an…

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DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. I: AIDAN BAKER

Posted in Serie, Tapes on October 13th, 2011 by D.K.

So manch einer möchte diesen Tonträger vergessen oder hat ihn schon vergessen, manch ein anderer ist nostalgisch und hat noch alle von früher und dann gibt es so manch einen, der das Ding am Leben erhält und darauf neue Musik veröffentlicht: Die Rede ist von der guten alten Kassette. Das haben wir zum Anlass genommen, euch ein paar ausgefallene Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Tonträgerart in einer kleinen Serie vorzustellen.

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Den Anfang macht das neue und allererste Tape in der Diskografie von Aidan Baker namens “Infinite Loop #1”. Es ist das erste Tape von Baker und die erste Veröffentlichung des jüngst gegründeten deutschen Labels Inselkind Schallträger. Das Besondere an diesem Tape ist nicht nur, dass es ein 60 Sekunden langes Endlostape ist, das den Loop von Aidan Baker ewig spielen könnte ohne stehen zu bleiben, sondern auch die Verpackung. Denn die Hülle besteht aus vier aufeinander geschraubten Metallplatten, zwischen denen die Kassette liegt. Das Paket bringt stolze 2 Kilogramm auf die Waage und benötigt fast soviel Zeit zum Öffnen, wie der Loop von Aidan Baker dauert. Der Track selbst ist ein filigranes Gitarrenstück, das mit wenig Effekten auskommt und sich geloopt wunderbar ins Gedächtnis einschweißt.

“Infinite Loop #1” von Aidan Baker ist in einer Auflage von 87 Stück mit auf dem Metall eingraviertem Artwork erschienen und direkt über das Label erhältlich.

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QUARTETTKARTE: NADJA

Posted in DENOVALI SWINGFEST 2011 QUARTETT, Serie on October 7th, 2011 by D.K.

DAS DENOVALI SWINGFEST QUARTETT 19/24

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Ursprünglich als Alter-Ego für die doomige Seite der Aidan Baker Kompositionen gedacht, ist Nadja schnell zu einem Duo angewachsen, als Leah Buckareff am Bass dazukam. Mittlerweile sind Nadja jedem ein Begriff, der sich für Stile wie Ambient, Drone, Doom und experimentellen Metal interessiert. Zwei Drittel aller Swingfest Besucher, die wir nach dem Fest gefragt haben, hat sich eindeutig für Nadja als Highlight entschieden. Da müssen wir nichts weiter hinzufügen.

Einfach mal “Nadja” rechts in den “Durchsuchen-Kasten” eingeben, gibt reichlich zum nachlesen…

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WENN DIE KÜNSTE ZUSAMMENTREFFEN

Posted in Kunst on August 28th, 2011 by D.K.

Nachdem Aidan Baker und Thisquietarmy Ende Mai ihr erstes Konzert der letzten Europatour im Bochumer FKT gespielt haben, hatte der dort ansässige Fotograf Cristóbal Marquez alias Tobalo die Idee, mit den beiden Musikern eine Fotosession zu machen. Also haben wir die beiden Musiker am nächsten Tag nach dem Frühstück und vor der Abreise zum nächsten Konzert in Frankreich gefragt, ob Sie Interesse hätten. Mit einem fragenden Grinsen im Gesicht stimmten Aidan und Eric zu und kurze Zeit später fanden wir uns im Stadtpark Bochum wieder.

tobalo

Cristóbal hat für die Aufnahmen eine alte Großformatkamera benutzt und für die Motive die beiden Musiker im Stehen, Sitzen und Liegen durch den Park gescheucht. Das Ergebnis sind eine Hand voll Bilder, die vor allem im Original überzeugen. Besonders die obige Aufnahme vereint die Liebe zum Instrument und zur Fotografie zu einem bleibenden Moment. Weitere Eindrücke findet ihr hier.

Wer sich die Fotografien mal in echt anschauen möchte (und das ist besonders zu empfehlen), sollte unbedingt das Atelier von Tobalo im FKT besuchen. Auch eine Investition in verschieden große Abzüge ist möglich, schreibt Tobalo einfach eine Mail für weitere Informationen.

tobalo@work

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AIDAN BAKER – PURE DRONE

Posted in Release on August 18th, 2011 by N

Beta-Lactam-Ring-Records, eines der sehr aktiven US-Experimental-Labels, hat schon seit einiger Zeit Aidan Baker und Nadja für sich entdeckt; mit Blick auf die aufwendigen Cover und Formate des Labels durchaus zur Freude von Freunden dieser Musik. Der neueste Coup: das „Drone Compendium“, bestehend aus sechs LPs als Zusammenstellung / Werkschau, in welchen musikalischen und personellen Zusammenhängen Aidan Baker das Thema bisher bearbeitet hat (wobei, bei der Menge an Output, auch das „Drone Compendium“ hier nur andeuten kann). Der ganz besondere Widerhaken: nur die, die vorab alle sechs LPs als Subskription direkt ab Label kaufen, bekommen auch die siebte LP, auf der Nadja dann exklusive Akustik-Versionen bekannter Stücke liefern werden.

Aidan Baker Pure Drone

„Pure Drone“, die erste LP des Sex- oder Septetts, ist Aidan Baker solo, unterteilt in die Stücke „Pure“ und „Drone“ und dabei exakt Das, im typisch warmen Aidan Baker Sound. Und, über die Länge der beiden Stücke betrachtet, passiert fast nichts. Und: das ist gut so. Beide Stücke bekommen dadurch einen extrem meditativen Charakter. Wer die ganz ruhigen Aidan Baker Stücke besonders schätzt: dieser Spielart wird hier hinreichend Raum gegeben. In einem perfekten, tief texturierten, bassbetonten Sound; körperlich, fast greifbar. So, dass man sich wünscht, die Platte würde nie aufhören. Egal, welche der beiden Seiten.

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AIDAN BAKER – STILL LIFE

Posted in Release on July 9th, 2011 by D.K.

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Stillleben sind auf dem Vier-Panelen-Digipack von “Still Life”, dem neuen Album von Aidan Baker, zu sehen. Momentaufnahmen aus Aidan Bakers Wohnung und Arbeitsstätte bieten interessante Einblicke in die Welt des stetig aktiven Musikers, der mit diesem Album noch viel interessantere neue Wege beschreitet.

Eigentlich sind Aidan Baker und seine Kramer Gitarre eine unzertrennliche Einheit, doch für “Still Life” hat er genau dieses Instrument beiseite gelegt. Bass, Drums und Piano sind hier die einzigen Instrument, die zum Einsatz kommen. Das Resultat ist ein darkjazziges Album, das geprägt ist von Improvisationen und einer einnehmenden Rhythmik. Auf vier Stücken, die miteinander verflochten sind, zeigt Baker, dass sein Sinn für Kompositionen auch jazzig umsetzbar ist. “Still Lives” stimmt den Hörer mit zurückhaltenden Drums und ruhigem Klavierspiel ein, das im Einklang mit dem Bass einen bedächtig fließenden Sound erzeugt. “Remembered Time” ist ähnlich aufgebaut, doch hier ist das Drumming aktiver, Bass und Piano lösen sich allmählich aus ihrer Einheit und die Variationen und Improvisationen nehmen zu. “Refuge From Oblivion” bricht die Struktur der Platte und wirkt mit seinen freejazzigen Klaviersounds wie ein unzähmbares Jazzstück, das im Verlauf durch die kraftvollen Drums an Struktur gewinnt. “Complex Iconographical Symbology” setzt da wieder an, wo das zweite Lied aufgehört hat, um hier nochmal eine rhythmische Steigerung im Drumming und Bassspiel miteinzubringen. 45 Minuten Jazzkosmos à la Aidan Baker. Ein Muss für jeden Aidan Baker Fan und Freund von Sounds wie denen von Bohren & der Club of Gore oder The Mount Fuji Doomjazz Corporation.

“Still Life” ist auf dem neuen Label Primary Numbers auf CD erschienen. Ihr könnt die CD oder die digitale Version des Albums direkt über Broken Spine Productions, dem Shop & Label von Aidan Baker und seiner Band Nadja, beziehen.
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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on June 13th, 2011 by D.K.

Das FKT in Bochum ist eine Gruppe von bildenden Künstlern, die seit einiger Zeit in einem alten Versicherungsgebäude eine neue Heimat gefunden hat und dort arbeitet und mit diversen Aktionen jegliche Art Kunst an die Leute bringt. Ende Mai stand das erste Konzert im FKT an, mit Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy.

thisquietarmy @ fkt bochum

Ein langer Flur mit vielen Türen, hinter denen sich Ateliers befinden, und in einem dieser Räume steht ein Verstärker, liegen Effektgeräte auf dem Boden und zwei Gitarren ruhen auf zwei Stühlen. Der restliche Raum ist, bis auf ein altes Sofa, ein Waschbecken und einen gruseligen Stromkasten, leer. Eric Quach eröffnet den Abend mit seinem Thisquietarmy Set, das mit Projektionen vom Beamer begleitet wird. Diese sind auch so gut wie die einzige Lichtquelle auf der Bühne. Thisquietarmy möchte an diesem Abend so gar nicht leise sein. Der Sound ist laut, die großen Glasscheiben im Raum knarren. Schnell haben alle Gäste in den Raum gefunden. Sitzen, stehen, liegen und lauschen den Tönen. Quach baut seine Gitarrensounds auf. Sitzt, steht, kniet beim Spielen und ist ständig in Bewegung. Zu den geloopten Sounds kommen Drummachinebeats hinzu und es wird nochmals lauter, dann nach über einer halben Stunde entspannt sich der Sound und Thisquietarmy bewegt sich in Ambientgefilden und gibt dem Hörer Gelegenheit das Gehörte positiv zu verarbeiten.

aidan baker @ fkt bochum

Gut zehn Minuten später greift Aidan Baker zu seiner Gitarre. Baker beginnt sein Set sehr ruhig und minimalistisch und erst nach einigen Minuten bekommen die Gäste, die sich nicht im Raum befinden, mit, dass das Konzert begonnen hat. Aidan Baker improvisiert an diesem Abend, probiert Vieles aus, baut manche Ideen mit Loops aus und experimentiert mit diversen Anspielarten. Was dabei aus der Box erklingt ist eine Wolke aus filigranen Sounds, die durch den Raum gleitet, sogar im Flur des alten Bürogebäudes entwickeln die Sounds ihre ganz eigene durchdringende Dynamik. Baker sitzt im Dunkeln, die einzigen Lichtquellen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Raums, dazwischen liegende, sitzende und stehende Hörer. Nach 40 Minuten legt Aidan Baker seine Gitarre zur Seite und verfremdet die letzten Gitarrentöne knieend vor seinen Effektgeräten und lässt somit das Set elektronisch enden, mit einem Sound, der eher an Synthie als an Drone erinnert.

Mehr Konzertfotos vom FKT Fotografen Cristóbal Márquez findet ihr hier. Mehr zu seiner Fotoarbeit findet ihr auf Tobalo.de

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INFINITE LIGHT LTD.

Posted in Release on June 5th, 2011 by N

Infinite Light Ltd. ist ein Trio um Aidan Baker (Nadja, Whisper Room, ARC), Nathan Amundson (aka Rivulets), und Mat Sweet (aka Boduf Songs) und es ist nicht so, wie vielleicht zu erwarten, wie beispielsweise Whisper Room und seine rhythmisch angeschobenen Flächen.

InfiniteLightLtd

Das selbstbetitelte Debüt ist viel eher eine Drone-Folk-Psych-Postrock-Mischung mit einem guten Schuss Americana-Experimental-Blues. Und deutlichem Gesang (bei den Stücken, die entsprechend angelegt sind). Ein zentrales Merkmal von Infinite Light Ltd. ist dabei, wie die Multi-Schubladisierung von eben innerhalb der einzelnen Stücke in sehr unterschiedlicher Weise ihren Ausdruck findet: das folkig-dronige „Vision Of God In A Cowbarn“ könnte nicht nur wegen seines Chors fast von Low sein; „The Bullet Sent To Kill Me Is Already On Its Way“ dagegen bündelt seine losen Apreggiofäden nach fast 3 Minuten zu einem Postrock-Semi-Schleicher, der auch den ebenfalls „nicht untalentierten“ Mogwai gefallen würde (und deren Hörern…). Andere Stücke sind dagegen deutlich offener angelegt, experimentell-improvisatorisch, weniger einem greifbaren Format verhaftet. Diese Mischung, hier beschrieben, klingt möglicherweise weniger schlüssig, fügt sich aber tatsächlich gehört zu einem dunklen Wüsten-Soundtrack, genau wie ihn das Cover von Christy und Leo Romanick perfekt illustriert… und das dunkle „December 12“ musikalisch einleitet.

infinite light ltd. vinyl

Erschienen ist das Album über Denovali Records und über die Denovali Mailorder auf schwarzem und farbigem Vinyl und auf CD m Digipack erhältlich. Und das Ganze sieht in Echt noch viel besser aus als auf dem obigen Bild.

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AIDAN BAKER & THISQUIETARMY – ORANGE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Vor knapp fünf Jahren haben sich zwei Freunde entschieden, ein gemeinsames Album aufzunehmen und haben daraufhin angefangen, sich verschiedene Soundideen zuzuschicken, denn der eine lebte in Toronto und der andere in Montreal… Die Sprache ist von Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy, die 2006 über TQA Records eine limitierte halbstündige CD-R EP Namens “Orange” veröffentlicht haben. Fünf Jahre später haben sich die beiden Musiker entschieden, die Aufnahmen nochmal zu sichten und “Orange” in einer Extended Version neu zu veröffentlichen. Aidan Baker und Thisquietarmy haben die alten Aufnahmen überarbeitet und das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Orange” ist durch vier weitere Songs ergänzt worden und hat mittlerweile klassische Albumlänge erreicht.
orange_lp version orange milk records

“Orange” ist ein Drone-Shoegaze-Noise-Statement der beiden wohl bekanntesten experimentellen Gitarrenkünstler Kanadas. Zwar ist die Herangehensweise von Aidan Baker und Thisquietarmy die gleiche, denn beide erschaffen ihre Sounds allein durch Beihilfe von Gitarre und Effektgerätschaften, aber das Ergebnis kann unterschiedlicher nicht sein und passt trotzdem zusammen. So treffen schwellende Ambientteppiche auf befremdliches Gequietsche oder Melodien auf Gedröhne. Die acht Songs der Platte sind sowohl als Einzeltracks anspielbar als auch als ein zusammenhängender Song. Hier passiert ständig was Neues, der Hörer wird hier gefordert. Zwischendurch driften die Sounds in Synthiegefilde, was “Orange” sehr gut steht.

Neben der Musik ist das witzige Wortspiel zwischen Albumtitel und Songtitel lobenswert. So trifft “Orange” beispielsweise auf “Agent” und “Clockwork” und ehrt damit zwei großartige Filme, oder “Crush” mit seinen eingängigen Gitarrenmelodien, passenderweise in Erinnerung an die glorreichen Zeiten einer amerikanischen Alternativband mit glatzköpfigem Sänger.

orange_cd version lunasylum records

Alles in allem kann man nur sagen, dass es wirklich mal Zeit wurde, dass dieses Album endlich auf echter langhaltender CD und auf noch länger haltendem Vinyl erscheint. “Orange” ist auf CD über das neugegründete Sublabel von Consouling Sounds – Lunasylum – erschienen. Die Vinyl Version, mit anderem Artwork,  ist über Orange Milk Records (wo sonst!) erhältlich.

Aidan Baker und Thisquietarmy gehen anlässlich der Neuveröffentlichung von “Orange” auf Europatour und wir präsentieren euch in Zusammenarbeit mit dem FKT das erste Konzert der Tour in Bochum (bei gutem Wetter Open Air).

aidan baker & thisquietarmy live in bochum 27.05.

Mehr Infos zum Konzert gibt es hier.

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LIVE IM FKT BOCHUM: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on April 26th, 2011 by D.K.

Konzertflyer

In Zusammenarbeit mit dem Freies Kunst Territorium (FKT) in Bochum präsentieren wir euch am Freitag den 27.05. einen Ambient-Shoegazer-Drone-Abend mit Aidan Baker und Thisquietarmy.

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Aidan Baker und sein kanadischer Landsmann Eric Quach alias Thisquietarmy starten in Bochum ihre Europatour. Anlass der Tour ist die Reissue des ersten gemeinsamen Albums “Orange”, das im Mai bei Lunasylum Records auf CD und bei Orange Milk Records auf LP als Extended Version wiederveröffentlicht wird.

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Beide Musiker erzeugen allein durch Einsatz ihrer Gitarren und einer Reihe an Effektgeräten und diverser anderer Hilfsmittel Ambient- und Dronelandschaften, die durch Aufschichten von Loops zu Soundgebirgen anwachsen, um dann wieder im Nichts zu verklingen. Das Ganze präsentieren Aidan Baker und Thisquietarmy im FKT in Bochum.

Das Konzert sollte ursprünglich in der K.Gallery stattfinden.

Ort: Freies Kunst Territorium, Bessemerstr. 30, 44793 Bochum (altes Versicherungsgebäude neben der Feuerwehr)
Datum: 27.05.2011
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr

Bei gutem Wetter findet das Ganze Open Air statt.

Wer mehr Infos braucht, kann uns gerne anschreiben.

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LIVE: AIDAN BAKER & RIVULETS

Posted in ontheroad on March 9th, 2011 by N UND D.K.

Freitagabend, Feierabend, ab nach Dortmund ins Subrosa, denn
Aidan Baker
und Rivulets treten dort auf. Die letzten Konzerte in der Umgebung des Subrosa waren echt gut, wie Scott Kelly in der Pauluskirche oder Dirk Serries und N im Keller des Künstlerhauses. Erwartungen also groß.

aidan baker

Im Subrosa angekommen wird schnell klar, das hier ist ein ganz normaler Freitagabend im Subrosa. Freier Eintritt, Lonely Hearts Club Party, Stammgäste und Aidan Baker und Rivulets und ein paar Fans der beiden sind auch mit dabei. Merchstand ist ein abgedeckter Fußballkicker, Aidan sitzt in der Ecke und schaut sich das Ganze mit einem vom Bart verdeckten Grinsen an. Irgendwann, nach vielen schmachtvollen Balladen aus dem Off, darf er dann auch auf die Bühne. Das bemerken allerdings nicht viele der Gäste. Aidan Baker hat grad angefangen einen Loop als Hintergrunduntermalung aufzubauen, da hört man zwei hochsympathische Frauen laut und gehaltvoll quatschen: „und schmeckt es dir?“- „ja, aber es ist heiß“…

Okay, unsere einzige Chance ist es, uns zwei Barhocker zu schnappen, uns direkt vor Aidan zu setzen und uns auf die Musik zu konzentrieren. Aidan Baker hat an diesem Abend eine zwölfsaitige Akustikgitarre dabei, die er mit einem tragbaren Tonabnehmer an sein Effektboard angeschlossen hat. Er spielt Stücke von seiner neuen Drone-Folk Platte „Only Stories“, aber auch altbekannte Lieder aus seinem Songs-Mit-Vocals-Oeuvre. Baker schafft die Gradwanderung zwischen folkig und dronig-experimentell, so dass die Songs die ganze Zeit unter Spannung stehen, genau wie die Akustikgitarre, die sich immer wieder mit Feedbackeinschüben meldet, was das Konzert aber nicht negativ beeinflusst. Höhepunkt ist dann das Loopauftürmen gegen Ende des Sets. Aidan Baker baut mit dem Cellobogen, mit einem Bottleneck und diversen Effekten eine Soundwand auf, die nach einigen Minuten im zufriedenen Geklatsche der wenigen anwesenden Fans verstummt.

aidan baker

Also: eigentlich ein wirklich schönes Konzert; oder besser: das hätte ein wirklich schönes Konzert sein können, wenn die Umgebung (und hier ist einfach mal gemeint: die anderen Anwesenden) es zugelassen hätten. Es scheint nicht wirklich zu funktionieren, Konzerte mit freiem Eintritt anzubieten, die Gefahr, dass (zu viele) Leute dieses Angebot dann nur als (wenn überhaupt) willkommene Tapete begreifen und ansonsten normales Kneipenverhalten an den Tag legen (d.h. quatschen bis wer auch immer kommt), die ist mehr als realistisch. Und das besonders dann, wenn die Bühnenlautstärke nicht so richtig Bühne sein darf (wegen der Nachbarn, ganz genau…).

Interessant dann der Gleichmut, mit dem Aidan Baker das hingenommen hat; während andere Künstler in einer solchen Situation auch schon mal gern den einen oder anderen bösen Blick ins Publikum werfen oder ihren Set ein wenig abkürzen, blieb Aidan Baker ganz auf seine Musik konzentriert, geradezu versunken, eins mit dem Drone…

Rivulets, auch ein Mann, eine (Elektro-)Gitarre, eine Stimme, dann mit deutlich extrovertierterer Bühnenhaltung; vielleicht auch ein bisschen genervt von dem bis auf ein paar Ausnahmen im groß gleichgültigen Publikum zuvor: Blickkontakt zum Publikum, Bewegung auf der Bühne statt sitzen… Aber, um ehrlich zu sein: an diesem Abend waren die Ignoranten in der Überzahl, und bevor diese es überhaupt bemerkt hatten, dass es da etwas jenseits von Konserve zu hören (und sehen) gab, war das Doppelkonzert auch schon zu Ende…

rivulets

Mehr Fotos von Aidan Baker im Subrosa findet ihr hier.

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AIDAN BAKER IM LABYRINTH

Posted in Release on January 24th, 2011 by D.K.

aidan baker - lost in the rat maze

Das neue Jahr ist noch nicht mal einen Monat alt, da steht schon das erste Album von Aidan Baker für 2011 vor der Tür. “Lost In The Rat Maze” heisst der Silberling, der bei den Belgiern von Consouling Sounds im Februar erscheinen wird.

Aidan Baker überrascht hier mit besonders extrovertierten Arrangements und einer Vielfalt an Stimmungen. Außer einigen Drumeinlagen von ARC Bandkollegen Richard Baker hat Aidan Baker mal wieder alles selbst eingespielt. Alles ist in diesem Fall Gitarre, Bass, Flöte, Tasten, Tapeloops und elektronische Drums. Die Aufnahmen zum Album sind zwischen 2006 und 2007 in Toronto entstanden und sind noch aus der Zeit, in der Aidan Baker nicht über den Rechner, sondern analog über einen 4-Spur-Rekorder aufgenommen hat.

Mit “Prelude” holt Aidan Baker den Hörer zurückhaltend ab, um ihn dann beim Titeltrack “Lost In The Rat Maze” ins Ambientdroneshoegazelabyrinth zu schicken. Hier harmonisieren alle Instrumente und elektronischen Beiwerke und legen die Grundlage für die folgenden Songs, die bis zum sechsten Titel namens “Breakbeat” immer ruhiger und atmosphärischer werden. Das 12minütige “Corridors of Funk”, das auf elektronischen Beats basierend zu einer Art Beatsog mit Gitarrenuntermalung mutiert, ist der wohl ungewöhnlichste Moment des Albums. Das abschließende “Feathery Fingers” mit geloopten Vocals, aufschimmernden Drumschnipseln und dem typisch bakerschen Gitarrenspiel entlässt den Hörer wieder versöhnlich aus dem Labyrinth.

aidan baker photo by constantly-consuming.com

Ihr könnt euch das Album auf der Broken Spine Bandcamp Seite komplett im Stream anhören und bei Consouling Sounds vorbestellen. Ihr habt die Wahl zwischen Limited Edition im Großformat und Paket mit Limited Edition und normaler Version.


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NADJA & AIDAN BAKER AUDIOVISUELL

Posted in Musikfilm, Release on December 30th, 2010 by N

„Field of Drones“ gehört schon lange zu meinen Lieblings-
stücken beziehungsweise Veröffentlichungen von Aidan Baker. Erschienen 2004 als CDr im handbemalten Wellpappecover, beinhaltet der Release einen 77.05 Minuten Ausschnitt(!) eines fast dreistündigen Konzerts von 2003 in Killaloe in Kanada, nachts unter freiem Himmel mit Hilfe eines ganzen Feldes von Lautsprechern eingespielt. Und eigentlich passiert auf dieser Cdr relativ wenig; Sound und Harmonie packen aber sofort und, ganz nebenbei, auch die Vorstellung dieses drei-Stunden-Konzerts in der Nacht inmitten eines Feldes von Lautsprechern, also mitten im Sound, hat etwas so verlockendes, dass ich mir schon lange gewünscht habe die Chance zu bekommen, die vollen drei Stunden hören zu können.

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Die vorliegende 2CD/2DVD Veröffentlichung auf Beta-Lactam Ring Records beinhaltet nun das hier „Drone Fields“ genannte „Field of Drones“ in voller Länge, als DVD Mix mit begleitendem Film, entwickelt aus den Ideen sechs unterschiedlicher Film- und Videoartists und kapitelbezogen mit der Musik verwoben. Die sich, über die drei Stunden und mit dem erstmals auf Tonträger hörbaren Beitrag von Gastmusiker Neil Wiernik (Laptop), tatsächlich noch einmal neu erschließt. Als verführerisch drein blickender Ewigkeitsausschnitt… mit Dynamik und Entwicklung… zu einem einnehmenden Ende.

Unendlichkeit: dieses Thema besetzen Nadja ja seit mindestens der „Thaumogenesis“. Und so basiert auch die Nadja vorbehaltene DVD „White Nights“ auf einem ebenso überlangen Konzert wie die „Drone Fields“. Ursprünglich im Rahmen einer nachtlangen Performance in einem Parkhaus 2007 in Toronto gespielt, wird auch „White Nights“ auf diesem Release durch Beiträge sechs unterschiedlicher Video-Artists begleitet. Und wenn auch im laufe der 2.45 Stunden immer wieder bekannte Teile bekannter Nadja-Tracks aufzutauchen scheinen, über allem steht die Kraft eines unverrückbar erscheinenden Nadja-Monolithen. Der sich dennoch immer wieder wandelt, niederlegt, neu erhebt… perfekt.

Der zweite Teil der Deluxe Version, die beiden Audio-CDs, beinhaltet die Dokumentation eines Moskau-Auftritts von Aidan Baker (solo) und Nadja. Nadja eröffnen „DOM“ mit „Breakpoint (Version)“, das in der tat eine Version des gleichnamigen Stücks auf „Truth becomes Death“ sein könnte, um im Anschluss eine Kurzfassung von „Thaumogenesis (Version)“ zu spielen, die zwar atmosphärisch und spielerisch überzeugt, jedoch wie alle Live-Versionen dieses Stücks, die ich bisher gehört habe nicht an die übermächtige Wucht der Studioversion heranreicht. Zum Abschluss „Long Dark Twenties“ und Nadja im distorto-Song Format. Gut.

nadja_artwork

Aidan Bakers „DOM“ startet mit einer loop-basierten Improvisation, die gleichzeitig düster und ausladend in Richtung Hörer greift und dabei in ihrem ersten Teil deutlich mehr Präsenz zeigt, als Aidan Bakers Trademarksound sonst; packend und zwingend. Der Livesound überhaupt deutlich dreidimensionaler als bei der Nadja Aufnahme, fast als säße man im Konzert. Dazu im Anschluss „The Sea Swells A Bit“ von der gleichnamigen CD und „Bond of Blood“ von der „Gathering Blue“.

Und wie immer ist die Darbietung bei Beta-Lactam Ring Records über alle Zweifel erhaben: bedruckter, massiver Pappschuber als Außenhülle, ebensolcher Aufklappschuber für die CDs/DVDs, signierte Karte, Booklet. und die vier digital-Scheiben…Wer von euch sparen möchte, kann sich auch die einfache Version anschaffen. Diese beinhaltet nur die beiden DVDs und ist auch über Broken Spine Productions erhältlich, dem eigenen Label/Shop von Aidan Baker und Leah Buckareff.

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